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Gelesen: Januar, Februar und März 2012

Bücher:

  1. Isabel Abedi: Lucian
  2. Keri Arthur: Full Moon Rising
  3. Helmut Barz: African Boogie
  4. Josh Bazell: Schneller als der Tod
  5. Birgit Böckli: Friesensturm
  6. Lene Rikke Bresson: Das Mädchen am Kreuz
  7. Janet Lee Carey: Drachenkuss
  8. Patrick Carman: Die Rache der Romanows (Die 39 Zeichen Bd. 5)
  9. Gail Carringer: Soulless (The Parasol Protectorate 1)
  10. Linda Castillo: Blutige Stille
  11. Agatha Christie: Der Dienstagabend-Club
  12. Agatha Christie: Die mörderische Teerunde
  13. Agatha Christie: Das Mädchen im Zug und andere seltsame Fälle
  14. Agatha Christie: Das Schicksal in Person
  15. Jacquie D’Alessandro: Sleepless at Midnight
  16. Gitty Daneshvari: Das Geheimnis von Sommerstone 1 – Die furchtlosen Vier
  17. Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins (Jack Flint Bd. 1)
  18. Marlies Ferber: Null-Null-Siebzig – Operation Eaglehurst
  19. Anthony Francis: Skindancer – Das magische Tattoo
  20. Nicci French: Blauer Montag
  21. Yasmin Galenorn: Schwestern des Mondes 8 – Katzenjagd
  22. Franziska Gehm: Die Vampirschwestern 8 – Bissgeschick um Mitternacht
  23. Frode Granhus: Der Mahlstrom
  24. Laura Lee Guhrke: Secret Desires of a Gentleman
  25. Simmone Howell: Kunst, Baby!
  26. Tami Hoag: Sünden der Nacht
  27. Andrea Kane: Ewig bist du mein
  28. Gordon Korman: Mozarts Geheimnis (Die 39 Zeichen Bd. 2)
  29. Peter Lerangis: Das Schwert der Samurai (Die 39 Zeichen Bd. 3)
  30. L. J. McDonald: Die Krieger der Königin 2 – Falkenherz
  31. James A. Owen: Die Chronicen der Imaginarum Geografica1 – Wo Drachen sind
  32. Mike Resnick: Mallory und die Nacht der Toten
  33. Rick Riordan: Die Katakomben von Paris (Die 39 Zeichen Bd. 1)
  34. Bernd Schulz: Moderholz
  35. Sei Shonagon: Das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonagon
  36. Jeff Stone: Drachenfaust (Die fünf Gefährten Bd. 5)
  37. Uwe Voehl: Blut und Rüben
  38. Mark Watson: Elf Leben
  39. Jude Watson: Der Schatz des Pharao (Die 39 Zeichen Bd. 4)
  40. Jude Watson: Gefahr am Ende der Welt (Die 39 Zeichen Bd. 6)
  41. Tad Williams/Deborah Beale: Die Drachen der Tinkerfarm
  42. Patricia C. Wrede und Caroline Stevermer: Sorcery and Cecelia Or The Enchanted Chocolate Pot (Cecelia and Kate 1)
  43. Patricia C. Wrede und Caroline Stevermer: The Grand Tour (Cecelia and Kate #2)

Comic/Manga:

  • Adekan 1 (Manga)
  • Adekan 2 (Manga)
  • Adekan 3 (Manga)
  • Adekan 4 (Manga)
  • Border 2 (Manga)
  • Boyfriend 3 (Manga)
  • Detektiv Conan 72 (Manga)
  • Doubt 3 (Manga)
  • Doubt 4 (Manga)
  • Golden Tales (Manga)
  • Kiiri 2 (Manga)
  • Night Head Genesis 3 (Manga)
  • Mirai Nikki 3 (Manga)
  • Soulless (Manga)
  • Spiral – Gefährliche Wahrheit 11 (Manga)
  • Spiral – Gefährliche Wahrheit 12 (Manga)

Hörbücher/Hörspiele:

  • Josh Bazell: Schneller als der Tod (6 CDs)
  • Professor van Dusen 4 – Der Mann, der seinen Kopf verlor (1 CD)
  • Luther (5 CDs)
  • John Sinclair Classics 10 (1 CD)
  • Die Vampirschwestern 5: Ferien mit Biss (2 CDs)

Angefangene und abgebrochene Bücher zähle ich in der Monatsstatistik ebenso wenig mit wie Titel, die ich innerhalb kürzerer Zeit zum wiederholten Male lese oder höre. Wenn das letzte Lesen schon einige Jahre her ist, dann haben die Titel trotzdem einen Platz auf der Liste verdient. 😉

April-SuB 2012

Mit dem März bin ich als Lesemonat eigentlich sehr zufrieden. Ich habe ein paar meiner Neuzugänge geschafft, ein Buch von meiner Serienabbauliste und diverse (schon lange Zeit vorgemerkte) Bibliotheksbücher gelesen und für die beiden Challenges je einen Roman besprochen. Insgesamt komme ich im März auf 18 Bücher, 10 Manga  und 3 Hörbücher – und das trotz (oder vielleicht gerade wegen) all der erledigten Gartenarbeit. Außerdem habe ich einen Stapel mit Leihbücher endlich vollständig geschafft – auch wenn mir schon wieder ein Karton mit Nachschub geliefert wurde. Für den April kann es mit dem Lesen und Hören so weitergehen, nur ein paar mehr Rezensionen müsste ich für den Blog noch schaffen, dann wäre ich so richtig zufrieden.

A (0)

B (8)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Dermot Bolger: Wo die verlorenen Seelen wohnen
Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud

C (2)
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt (im Umzugskarton)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)

D (4)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

E (0)
Jennifer Estep: Frostkuss

F (11)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Gayle Forman: Wenn ich bleibe
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (3)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Michael Herzig: Töte deinen Nächsten 
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Jay Lake: Die Räder der Welt
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (4)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Richelle Mead: Dark Swan – Sturmtochter
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Ursula Poznanski: Saeculum

Q (0)

R (11)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (9)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jeff Strand: Grabräuber gesucht
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

V (0)
Caroline Vermalle: Als das Leben überraschend zu Besuch kam

W (3)
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Fluch des Wendigo 

83 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

Seanan McGuire: An Artificial Night (October Daye #3)
Seanan McGuire: Late Eclipses (October Daye #4)
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Patricia C. Wrede und Caroline Stevermer: The Mislaid Magician (Cecelia and Kate #3)

6 Titel auf dem englischen SuB
(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)

Simmone Howell: Kunst, Baby!

„Kunst, Baby!“ von Simmone Howell gehört zu den Büchern, die mich sehr zwiespältig zurücklassen. Auf der einen Seite hat mich die Geschichte gefesselt und ich habe den Roman mit einem guten Gefühl aus der Hand gelegt, aber auf der anderen Seite hatte ich die erste Hälfte über den Eindruck, ich würde in Zeitlupe einen Autounfall beobachten. Da war so ein Unbehagen beim Lesen und die Gewissheit, dass es noch deutlich unangenehmer wird, bevor es überhaupt besser werden kann …

Gem (Germaine), Lo und Mira sind beste Freundinnen. Die drei Mädchen sind anders als die anderen in ihrer Klasse, keine „Strichcode“-Schülerinnen, sondern etwas ganz Besonderes – und gemeinsam fühlen sie sich stark, obwohl jede von ihnen auch ihre Schwachstellen hat. Für Gem ist die Freunschaft mit Lo und Mira sehr wichtig. Ihr Leben lang war Gem eine Außenseiterin, was nicht nur daran lag, dass ihre (alleinerziehende) Mutter Bev eine Künstlerin und Feministin mit Alt-Hippie-Angewohnheiten ist, die einen unübersehbaren Einfluss auf ihre Tochter hat. In dem kleinen Vorort, in dem die Mädchen wohnen, fällt jemand wie Bev natürlich besonders aus dem Rahmen, und so passte auch Gem nie so recht zu den anderen. Erst nachdem Lo (zu Beginn der zehnten Klasse) neu in die Schule kam und die Freundschaft der beiden Außenseiterinnen Mira und Gem suchte, gehörte Gem auch endlich einmal zu einer Gruppe dazu.

Während Gem – aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird – Mira und Lo einfach nur cool  findet (und sich selbst daneben so schrecklich unbeholfen und schüchtern), konnte ich ihre beiden Freundinnen von Anfang an nicht so recht leiden. Mira ist vor allem hinter den Jungs her und lässt sich durchgehend von Lo manipulieren, obwohl Lo – meinem Gefühl nach – die beiden anderen Mädchen nur ausnutzt, um selbst cooler zu wirken. Auch Gem sieht nicht, dass ihre beiden Freundinnen nicht gerade freunschaftlich handeln. Sie fühlt sich in der Nähe von Lo und Mira stärker und mutiger und sie liebt es, dass Lo immer so unglaubliche Ideen hat. So war auch das Sommerprojekt Los Idee, bei dem sich die drei Mädchen auf ein Thema konzentrieren, das ihre Außenseiterrolle festigen soll. Im vergangenen Jahr haben sich die drei deshalb mit Okkultismus beschäftigt, und für diesen Sommer wirft Gem das Thema „Underground“ ins Gespräch.

Gem will sich dabei ernsthaft mit dem Thema Kunst und Kunstaktivismus auseinandersetzen, aber Lo fühlt sich eher von dem Bereich Kunst-Terrorismus angezogen – und natürlich zieht Mira bei Los Vorschlägen mit. So werden im Laufe der letzten Schulwochen vor den Ferien die Unterschiede zwischen den Mädchen immer deutlicher. Gem recherchiert intensiv zum Thema Andy Warhol und will einen Film drehen – was auch eine gute Vorbereitung für die Bewerbung an der Filmhochschule wäre -, während Lo und Mira sogenannte „Happenings“ veranstalten, bei denen weniger ein künstlerischer als ein zerstörerischer Aspekt im Mittelpunkt steht. Je weniger Gem bereit ist mitzumachen, desto mehr wird sie von ihren Freundinnen ausgegrenzt …

Ich muss gestehen, dass die Geschichte für mich erst dann erträglich wurde, als Gem erste Anstalten machte, sich aus dem Einfluss von Lo zu lösen – was nicht gerade dadurch erleichtert wurde, dass Gems Mutter selbst von Lo total hingerissen war und in ihr im Prinzip eine Seelenverwandte gefunden zu haben glaubte. Sehr passend fand ich eine Bemerkungung ganz zu Anfang des Romans, als Gem von Lo und Mira aufgezogen wird, die im Prinzip aussagt, dass gute Freunde zwar die Schwachstellen des anderen kennen, aber dieses Wissen nicht ausnutzen. Um so ärgerlicher war es für mich, dass Gem lange Zeit verzeihen konnte, dass ihre besten Freundinnen kurz darauf genau dieses Wissen so sehr missbrauchen.

Erst als Gem bewusst wird, dass Lo und Mira sich schon lange nicht mehr wie Freundinnen benehmen, sie nur noch ausnutzen und sich selbst die Zukunft mit ihren Aktionen auf unsagbar dumme Weise verbauen, sieht sie ein, dass es besser ist, keine Freunde zu haben, als sich weiter von falschen Freunden beeinflussen zu lassen. Ab diesem Punkt hat mich das Buch deutlich besser unterhalten, denn es war wirklich schön zu verfolgen, wie Gem immer erwachsener mit diesem Thema umging und wie sie Entscheidungen traf, die nicht von ihren Freundinnen beeinflusst wurden. Parallel zu Gems Geschichte entwickelt sich auch der Film, den sie am Ende zu ihrem ganz privates Sommerprojekt macht, wobei ich in diesen Passagen eine Menge Neues über Kunst und Film gelernt habe. Stellenweise gab es mir aber auch schon fast zu viele Informationen über Andy Warhol und sein Umfeld, und bevor ich mich das nächste Mal mit dem Thema beschäftige, benötige ich erst einmal wieder eine Auszeit.

Insgesamt hat Simmone Howell mit „Kunst, Baby!“ ein ungewöhnliches und wirklich interessantes Jugendbuch über Freunschaft und Erwachsenwerden geschrieben. Trotzdem war die erste Hälfte für mich regelrecht unangenehm zu lesen und ich musste erstaunlich viele Pausen machen, weil ich mich so über Gem, Mira und Lo aufgeregt habe. Andererseits konnte ich die Finger auch nicht von dem Roman lassen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht und was aus Gem wird, wenn sie endlich merkt, dass ihre Freundinnen schon lange keine mehr sind. Wer sich mit anfangs etwas sperrigen Figuren abfinden kann, sollte ruhig mal einen Blick in „Kunst, Baby!“ werfen.

Da das Thema „Freundschaft“ bei diesem Roman so unübersehbar im Vordergrund steht, zähle ich ihn als meine zweite Station für die „Themen-Challenge“ von Neyasha.

Sei Shonagon: Das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonagon

Über „Das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonagon“ bin ich bei Mikage gestolpert und zum Glück hatte meine Bibliothek den Titel im Angebot. Wobei ich befürchte, dass ich die Ausgabe mit der schlechteren Übersetzung (und leider ohne Anmerkungen zu den Andeutungen in den Gedichten) erwischt habe. Aber da mir das Lesen so viel Spaß gemacht hat, ist die ausführlichere Manesse-Ausgabe (mit dem Titel „Das Kopfkissenbuch einer Hofdame“) gleich auf meinen Wunschzettel gewandert.

„Das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonagon“ wurde vor über 1000 Jahren von einer Hofdame am Heian-Hof geschrieben. Nachdem die Kaiserin Sei Shonagon zwanzig Lagen besonders schönen Papiers geschenkt hatte, band die Hofdame daraus ein Buch, dem sie in den folgenden Jahren ihre Gedanken zum Leben am Hof und all die kleinen Alltäglichkeiten anvertraute. Und da sie ihre Aufzeichnungen eigentlich niemandem je zu lesen geben wollte, sind die niedergeschriebenen kleinen Begebenheiten und Beobachtungen häufig sehr direkt und manchmal fast schon etwas gehässig. Aber umso mehr hat man als Leser das Gefühl einen Einblick in die Heian-Zeit und das Leben am Hof zu bekommen.

Sei Shonagon scheint eine sehr schüchterne Frau gewesen zu sein, die anfangs mit dem Dienst als Hofdame vollkommen überfordert war. Aber im Laufe der Zeit kann man sehen, dass sie immer selbstbewusster wurde und bei dem neckischen Ton am Hof mithalten kann. Immer wieder gibt es so kleine Beobachtungen, bei denen mir bewusst wurde, wie wenig Ahnung diese Dame von dem alltäglichen Leben hatte – und wie sehr ihre Prioritäten von den Idealen des adeligen Lebens geprägt wurden. Was ja auch kein Wunder ist, kannte sie doch nichts anderes. 😉

Besonders interessant fand ich all die kleinen Niederschriften über das richtige Benehmen eines Geliebten, über nächtlichen Begebenheiten  und ihre Gedanken darüber, wie schwierig es sei einen Liebhaber zu empfangen, wenn man nicht am Hofe war. Ich muss gestehen, dass ich nicht gedacht hätte, dass die Hofdamen damals so freizügig sein konnten. Faszinierend fand ich auch den Stellenwert der Gedichte für das Leben von Sei Shonagon und welch eine Herausforderung es oft für sie war, wenn sie spontan auf ein Gedicht der Kaiserin reagieren musste und wie sehr es sie beschäftigte, wenn sie nicht die passende Zeile gefunden hatte. Sehr freimütig berichtet sie auch über die Dinge, die sie unangenehm oder abstoßend findet – und in diesem Teil hat sie meine Sympathie regelmäßig verloren, weil sie da so schrecklich oberflächlich wirkt. Auf der anderen Seite zeigen diese kleinen Texte auch, dass die Menschen in ihren Vorurteilen und Abneigungen sich in den letzten tausend Jahren kein bisschen verändert haben.

Insgesamt habe ich „Das Kopfkissenbuch der Dame Sei Shonagon“ wirklich genossen und abends immer mal wieder ein Stückchen darin gelesen. Der Einblick in das japanische Hofleben zwischen 1001 und 1010 war sehr spannend und ich habe über Sei Shonagons Erlebnisse geschmunzelt oder den Kopf geschüttelt. Außerdem habe ich beim Lesen das Betrachten der Bilder genossen, die das Buch passend illustrieren (wobei die Bilder von Künstlern aus dem 18. Jahrhundert stammen). Wer neugierig auf einen kleinen Blick in eine längst vergangene Zeit ist oder sich ganz allgemein für Japan interessiert, bekommt mit diesem Buch auf jeden Fall eine ungewöhnliche und faszinierende Lektüre in die Hand.

Frühling II

Ich bin heute Vormittag schnell in den Garten gehuscht, um ein paar Fotos zu machen. Vor allem wird darauf wohl deutlich wie radikal wir in den letzten Tagen vorgegangen sind. 😉

Das hier sind die Überreste der Haselnuss, daran werde ich noch eine ganze Weile arbeiten müssen.
Oh, und wie man sieht, haben unsere Vormieter noch ein paar Sachen im Garten gelassen, die bislang hinter Sträuchern verborgen waren …

Dieser zarte braune Sprössling ist eine Walnuss – und nachdem ich schon einige davon ausgebuddelt habe, kann ich sagen, dass sich die Wurzeln dieser Pflanze vermutlich drei Meter in jede Richtung ausgebreitet haben … *seufz*

So sehen die Teile des Gartens aus, wo ich schon Wurzeln entfernt habe.
Wobei man hier noch eine Wurzel quer im Bild sehen kann, bei der ich noch weiter buddeln muss.

Und nachdem ich schon ein paar Runden zum Abfallhof gefahren bin, habe ich noch diesen Haufen Äste vor mir. Blöderweise muss ich das alles klein genug machen, damit ich es in den Kofferraum quetschen kann, was einige Zeit dauert!

Zum Glück gibt es auch ein paar Lichtblicke, sonst würde das gerade recht wenig Spaß machen. Aber ein Blick auf die kleinen blauen Blüten in meinen Beeten sorgt wieder für gute Laune.

Und die erste Osterglocke zeigt sich auch schon …
Außerdem habe ich beschlossen, dass die Thuja noch ein Jahr stehenbleiben darf, da die Nachbarn gerade ebenfalls gerodet haben und ich mich nicht entscheiden kann, was ich dann als Sichtschutz zum Kindergarten verwenden werde. Die meisten Lösungen sind mir gerade schlicht und einfach zu teuer oder schrecklich hässlich … 😉

Frühling

Am Wochenende sollen die Temperaturen auf über zwanzig Grad steigen und das erste frische Grün zeigt sich im Garten. Für mich bedeutet das in diesem Jahr nicht, dass ich mich so langsam ans Unkrautzupfen mache – auch wenn das natürlich schon wieder kräftig wächst (ob ich den Kriechenden Hahnenfuß je aus meinem Garten bekomme?) -, sondern dass ich mich auf Astschere, Säge und Spitzhacke stürze.

Ich will den hintern Teil des Gartens kräftigt ausmisten und habe jetzt schon die Entdeckung machen müssen, dass wir wohl ein paar Meter mehr Tiefe haben, als wir dachten. Ich weiß, dass das komisch klingt, aber da hinten ist so dichtes Gebüsch, dass wir da bislang nicht bis ins letzte Ende vorgedrungen sind. Aber nun steht fest, dass der eine Baum doch noch zu unserem Grundstück gehört und nicht zu den Nachbarn und dass ich deutlich mehr Rodungsarbeit vor mir habe als erwartet.

Ärgerlicherweise muckt mein rechter Arm schon nach der Arbeit der vergangenen Tagen und so werde ich mir die Gartenarbeit gut einteilen müssen, während mein armer Mann am Wochenende eingespannt wird. Alle anderen Freizeitaktivitäten (vor allem das Schreiben und Handarbeiten) werde ich dafür etwas zurückfahren damit der Arm durchhält – also wundert euch nicht, wenn es hier bei mir etwas stiller wird.

Auf jeden Fall freue ich mich schon darauf, vorsichtig ein paar neue Sachen anzupflanzen. Im Moment sieht es – dank der Nachbarn, die an der Stelle nichts über einem Meter haben wollen, damit es bei ihnen nicht zu viel Schatten gibt – zwar schlecht aus für eine zweite Magnolie, aber ich habe noch ein paar andere hübsche Pflanzen gefunden, die sich gut in meinem Garten machen würden. Aber erst einmal muss ich weiter Thuja, Haselnuss und ein paar unidentifizierte Sträucher killen … Oh, und die acht kniehohen Walnussbäumchen, die so liebevoll von den Eichhörnchen gepflanzt wurden, müssen auch dran glauben!

Wenn ich das alles geschafft habe, dann habe ich mir ein langes Urlaubswochenende verdient und deshalb plane ich Ende April auch schon den Besuch bei einer Freundin. Irgendwie ist es ganz schön, wenn der Frühling so viele Pläne mit sich bringt …

[Kulinarisches] Kartoffeltaler

Heute war es mal wieder Zeit für ein Küchenexperiment, und so gab es bei uns Kartoffeltaler mit Kräuterquark zum Abendessen.

Zutaten für ca. 18 Taler:

Die Menge reicht je nach Hunger und Beilagen für 2 bis 4 Personen – und ich gehe davon aus, dass sich Reste problemlos im Backofen aufwärmen lassen.

500 g festkochende Kartoffeln
1 Ei
100 g Mehl (plus Mehl für die Hände beim Formen der Plätzchen)
125 g Schafskäse – fein gewürfelt
Schnittlauch (2-3 EL, fein geschnitten)
Salz
Pfeffer

Rapsöl (oder ein anderes neutrales Öl) zum Ausbacken

Die Kartoffeln mit Schale kochen, dann pellen und fein stampfen. Die Kartoffelmasse mit dem Ei, dem Schafskäse und dem Schnittlauch mischen und Salz und Pfeffer zugeben, dann nach und nach das Mehl unterkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Aus dem Teig Taler formen (ich habe einen Esslöffel Teig pro Taler genommen) und die auf einer bemehlten Fläche zwischenlagern. Da der Teig ziemlich klebt, braucht man auch nicht gerade wenig Mehl für die Hände. Zuletzt die Taler in der Pfanne mit Rapsöl goldgelb ausbacken und mit Kräuterquark oder Salat essen.

Oh, und wer sich fragt, was ich mit dem restlichen Schafskäse machen werde: Es gibt in den nächsten Tagen wieder eine Zucchini-Rosmarin-Reis-Pfanne bei uns. 😉