Kategorie: Uncategorized

Gail Carriger: Soulless

 „Soulless“ ist der erste Band der „Parasol Protectorate“-Reihe von Gail Carriger – und ich versuche seit über einen Jahr, den Roman zu lesen. 😉 Angefangen hatte ich schon ein paar Mal, war aber dann nicht in der Stimmung, um mich auf das Englisch einzulassen. Nachdem ich aber in den letzten Wochen die „Cecelia and Kate“-Romane gelesen hatte, schien „Soulless“ das perfekte Buch für den März zu sein. Ich habe zwar beim Lesen ungewohnt viele Wörter nachgucken müssen – wobei ich mich frage, ob das daran liegt, dass ich eher amerikanisches Englisch lese, oder ob es mit der speziellen Ausdrucksweise der Autorin zusammenhängt -, aber insgesamt hatte ich viel Spaß beim Lesen.

Die Hauptfigur Alexia Tarabotti lebt in modernen Zeiten, und doch scheint es in der viktorianischen Gesellschaft keinen passenden Platz für sie zu geben. Alexia ist mit ihren 26 Jahren nicht nur eine alte Jungfer, sondern sie ist auch ein entsetzlicher Blaustrumpf. Dazu kommen noch eine üppige Figur, die auch von ihrer Vorliebe für gutes Essen zeugt, und ein hitziges Temperament, welches sie angeblich von ihrem (schon verstorbenen) italenischen Vater geerbt hat. So ist es kein Wunder, dass sich Alexia bei einer – nicht ganz so gelungenen – Gesellschaft lieber in die Bibliothek zurückzieht, als am Rande der Tanzfläche zu stehen. Nur blöd, dass in dieser Zuflucht ein Vampir über sie herfällt, bevor sie noch ein Stückchen Kuchen kosten konnte.

Aufgrund einer Verkettung unglückseliger Umstände tötet Alexia unbeabsichtigt den Vampir und muss sich deshalb kurz darauf mit Lord Maccon vom BUR auseinandersetzen. Der Werwolf ist für alle Verbrechen innerhalb Londons zuständig, bei denen es eine – wie auch immer geartete – Beteiligung von übernatürlichen Wesen gab. Zwar gibt es feste Regeln für das Zusammenleben von Menschen, Werwölfen, Vampiren und Geistern, aber das bedeutet natürlich nicht, dass es keine (tödlichen) Zwischenfälle gibt. Für Alexia ist dies nicht die erste Begegnung mit dem BUR, denn als eine der überaus seltenen Personen ohne Seele steht sie seit ihrer Kindheit unter Beobachtung dieser Behörde. Seelenlose sind die wenigen Menschen, die die besonderen Kräfte von Vampiren und Werwölfen neutralisieren können. Vor langer Zeit wurden sie deshalb als Jäger auf die übernatürlichen Kreaturen eingesetzt.

Ich fand es sehr angenehm, mal Urban Fantasy zu lesen, bei der die Geschichte in der viktorianischen Zeit angesiedelt war. Auch beschreibt Gail Carriger angenehm stimmig die von ihr geschaffene Welt. Vampire und Werwölfe gehören inzwischen zum alltäglichen Leben, spielen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft und werden doch von vielen Menschen misstrauisch beäugt. Dabei geht Alexia recht normal mit ihren übernatürlichen Bekanntschaften um, aber bei ihrer restlichen Familie sind die vorhandenen Vorurteile nur zu deutlich zu spüren. Aber ihre Familie ist sowieso ein Thema für sich, da wundervoll klischeehaft gestaltet mit einer manchmal etwas peinlichen und nicht gerade liebevollen Mutter, zwei wunderhübschen, egozentrischen blonden Halbschwestern und einem eher gleichgütligen Stiefvater, der sich von seiner Frau und seinen beiden Töchtern gängeln lässt.

Obwohl die Geschichte in „Soulless“ eher gemächlich verläuft, hat mir diese Mischung aus Rätsel (was hat es mit dem Vampir und den anderen seltsamen Vorfällen auf sich?), fantastischen Elementen, Romanze und natürlich dem viktorianischen Zeitalter (mitsamt der Faszination für Wissenschaft und Technik, den gesellschaftlichen Ansichten und dem durch die Industrie hervorgerufenen Strukturwandel) so gut gefallen, dass ich das Buch an zwei Nachmittagen durchgelesen hatte. Mir gefällt der Humor von Gail Carringer, auch wenn mich ihre Ausdrucksweise hier und da an meine Grenzen gebracht hat, und ich bin neugierig darauf, wie es mit Alexia und ihrer neuen Beschäftigung in den kommenden Romanen weitergeht. Ganz sicher war das nicht der letzte Band der „Parasol Protectorate“-Reihe für mich – vor allem, da ich neugierig bin, wie es mit Alexia weitergeht, wenn sie demnächst eine neue Herausforderung meistern muss.

SuB-Zuwachs im März

Nachdem ich im Februar leider leer ausgegangen bin, gab es in diesem Monat wieder ein Buchpaket für mich. Wobei ich ausnahmsweise mal ein sehr großes Lob an die Post loswerden muss, denn das Paket war keine 24 Stunden unterwegs! 🙂

Ein Blick in den Karton zeigt schon, dass meine Krimiphase immer noch anhält und zur Abwechslung gibt es noch ein paar Manga und Hörbücher.

So sehen die Bücher ausgepackt und gestapelt aus:

Jenna Black: Rosendorn
Marlies Ferber: Null-Null-Siebzig – Operation Eaglehurst
Andrea Kane: Ewig bist du mein
Berndt Schulz: Moderholz
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Jeff Strand: Grabräuber gesucht
Rick Yancey: Der Fluch des Wendigo

Das macht sieben Bücher, die auf meinem SuB landen und die ich aufgrund meines persönlichen Vorhabens für dieses Jahr bis zum 18. April 2012 gelesen haben will. Irgendwie finde ich die Mischung aus Regional-, humorvollem und romantischem Krimi lustig und die anderen Titel sollten genügend Lesestoff für Tage bieten, an denen mir mal nicht nach Krimi ist.

Zuletzt noch die drei Hörbücher, die mit dieser Lieferung mitgekommen sind:

Nachdem ich die Serie „Luther“ nach den ersten vier Folgen abgebrochen habe, bin ich gespannt, ob mir das Hörbuch (das eine Vorgeschichte zur Serie erzählen soll, wenn ich das richtig in Erinnerung habe) gefällt.

Wenn das Buch stinkt …

Ich weiß nicht, ob ich damit alleine stehe, aber der Geruch eines Buches spielt für mich beim Lesen auch eine Rolle. Nein, ich bin keine von den Leserinnen, die genussvoll den Leimgeruch aufsaugen und in den Farbdämpfen schwelgen, ich bin nur so geruchsempfindlich, dass ich bestimmte Duftnoten nicht in meiner Nähe ertragen kann. Bei neuen Büchern ist das in der Regel kein Problem, denn selbst intensiver Leim- und Farbgeruch verfliegt nach spätestens ein paar Tagen.

Auch bei Bibliotheksbücher hält sich die Geruchsbelästigung in der Regel in Grenzen. Die Bücher sind selten lange genug in einem Haushalt, um einen wirklich prägnanten Geruch anzunehmen. Selbst Zigarettenrauch, den ich wirklich widerlich finde, ist bei Bibliotheksbüchern selten so durchdringend, dass ich ein Buch nicht lesen kann. Eigentlich haben Bibliotheksbücher – wenn sie nicht ganz neu im Bestand sind – eher einen leicht muffigen „Lagergeruch“, der zwar nicht wirklich schön aber irgendwie vertraut und durchaus erträglich ist.

Bei gebrauchten Büchern hingegen ist es schon etwas anderes. Die befinden sich normalerweise lange genug in einem Haushalt, um typische Düfte anzunehmen. So habe ich schon Romane in die Finger bekommen, die so extrem nach Haarspray gerochen haben, dass mir beim Aufschlagen Tränen in die Augen gestiegen sind, andere Exemplare wiederum bringen eine Mischung aus Kochdüften oder ähnlichem mit. Mir ist bewusst, dass ich da besonders empfindlich bin, aber ich mag eben keine Niesattacken oder tränenden Augen. Ich habe auch unseren Baltimore die ersten Tage nach seinem Einzug kaum auf meinem Schoß ertragen, weil sein Fell nach dem Parfüm seiner Vorbesitzerin gestunken hat. Aus diesen Gründen greife ich nur ungern zu gebrauchten Büchern, auch wenn ein Massenleser wie ich damit eine Menge Geld sparen würde.

Aktuell habe ich ein Problem mit einem Roman, den mir meine Mutter ans Herz gelegen hat. Meine Mutter liest viel und gerne, redet aber normalerweise nicht über die gelesenen Sachen. Bei dieser Geschichte („Cleo“) hingegen war es anders: Sie hat das Buch ausgelesen, zum Telefonhörer gegriffen und mir den Roman ans Herz gelegt, weil er sie so berührt hatte. Und obwohl ich nicht so gerne Tiergeschichten, habe ich bei all dieser Begeisterung zugesagt, dass ich das Buch lesen würde.

Kurz darauf traf eine Büchersendung bei mir ein und schon der Umschlag roch nach Zigarettenrauch. Meine Eltern sind beide starke Raucher und dementsprechend haftet der Geruch an dem Roman. Inzwischen habe ich das Buch zwei Wochen lang in meiner Küche liegen gehabt, weil ich hoffte, dass Wasserdampf und Essensgerüche etwas gegen den Zigarettengeruch ausrichten könnten. Weitere zehn Tage liegt das Buch nun im Wohnzimmer auf der Fensterbank und wird dem Dauerluftzug des Fensters, ebenso ausgesetzt wie den regelmäßigen Lüftungsrunden, aber ich kann es immer noch nicht in der Hand halten ohne Niesattacken zu bekommen. Wenn das Buch nicht bald etwas geruchsärmer wird, dann muss ich es wohl ungelesen zurückschicken, was ich schade fände. Nicht, weil ich denke, dass ich groß etwas verpassen würde, sondern weil es so selten ist, dass meine Mutter sich begeistert mit mir über etwas unterhalten will.

Wenn ihr also noch ein paar (möglichst „unchemische“) Tipps für mich hättet, um den Geruch aus dem Buch zu bekommen, dann wäre ich sehr dankbar! Aber vielleicht bin ich auch wirklich die Einzige, die sich in dieser Beziehung so anstellt und ihr habt damit noch nie Probleme gehabt.

[Figurenkabinett] Jane Marple

Eine Figur, die mir schon seit sehr vielen Jahren am Herzen liegt, ist Miss Jane Marple. Ihren ersten Auftritt hatte sie in der Kurzgeschichtensammlung, die auf deutsch unter dem Titel „Der Dienstagabend-Klub“ bei Scherz erschienen ist. In diesen Geschichten wurde Miss Marple beschrieben als eine alte Dame, die – ganz viktorianisch – in schwarze Spitze gehüllt daherkommt. Die schwarze Spitze hat sie für ihren ersten Roman dann abgelegt und stattdessen praktischen und adretten Tweed angezogen, aber viele Eigenheiten und ihre Nase für kleine Unstimmigkeiten hat sie behalten.

Vielen Leuten fällt zu Miss Marple wohl als Erstes ihr Strickzeug ein, das sie ständig begleitet. Jane Marple bestrickt nicht nur die diversen Patenkinder oder ihren Neffen, sondern auch den Nachwuchs der verschiedenen Hausmädchen, für die sie sich auch lange Jahre nach deren Ausscheiden aus ihrem Haushalt noch verantwortlich fühlt. Doch vor allem scheint mir das Strickzeug ein Indiz dafür zu sein, dass Miss Marple – auch wenn sie einen Urlaub oder eine gemütliche Teestunde zu schätzen weiß – nicht in der Lage ist, untätig zu sein. So muss das Strickzeug in ihren letzten Lebensjahren auch so manche Stunde überbrücken, die die alte Dame gern in ihrem geliebten Garten verbracht hätte, was ihr aus gesundheitlichen Gründen aber verboten wurde.

Und auch die Tatsache, dass Jane Marple für jede Person anscheinend ein Pendant aus ihrem persönlichen oder dörflichen Umfeld zu kennen scheint, hat sich wohl in die Erinnerung vieler Leser eingeprägt. Manchmal wird ihr vorgeworfen, dass sie boshaft, arrogant oder klatschsüchtig sei, doch ich persönlich habe das nie so empfunden. Miss Marple – deren gesellschaftliches Umfeld trotz aller Bekanntschaften doch recht begrenzt ist – interessiert sich für die Menschen in ihrer Umgebung. Und ihre scharfe Beobachtungsgabe führt ebenso wie ihr (manchmal erschreckend) realistisches Menschenbild zu Schlussfolgerungen, die die meisten anderen Personen überraschend (und zynisch) finden.

Für mich hingegen ist Miss Marple eine der neutralsten Personen, die je in der Literatur geschaffen wurden. Ihre Lebenserfahrung sagt ihr, dass erschreckend viele Menschen dumm sind (oder besser gesagt dumm handeln) – ein Gefühl, das ich spätestens beim Blick in das nachmittägliche Fernsehprogramm teile 😉 – und dass gewisse Verhaltensweisen bei bestimmten Menschentypen immer wieder zu beobachten sind. Dabei hegt sie – für eine Frau ihrer Zeit – erstaunlich wenig Standesdünkel und hat keine Hemmungen, einen Lord mit ihrem örtlichen Metzger zu vergleichen, wenn das Benehmen des einen sie an den anderen (der übrigens jahrelang ein Verhältnis samt Kinderschar im Nachbarort finanzierte) erinnerte. Aber Jane Marple steckt die verschiedenen Menschen nicht auf Anhieb in eine Schublade, sie registriert diese Ähnlichkeiten, bleibt aber erst einmal zurückhaltend und hält der Person zugute, dass sie sich in ihrem Urteil irren kann. Sie weiß, dass Menschen nicht völlig gleich sind, auch wenn sich manche Verhaltensweisen zu wiederholen scheinen.

Mir tut Miss Marple häufig leid. Sie hat zwar viele Bekanntschaften, einen Neffen, der sich rührend um sie kümmert, und diverse Patenkinder, mit denen sie ebenfalls regen Kontakt hält, aber es gibt nur wenige Menschen, mit denen sie sich auf Augenhöhe unterhalten kann. In den Geschichten rund um den „Dienstagabend-Klub“ wird deutlich, dass sie zwar gesellschaftlichen Umgang mit dem „gehobenen“ Bürgertum in ihrem Dorf pflegt und sich für die Gemeinde engagiert, aber wirkliche Freunde hat sie in ihrer Nähe nicht. Erst durch Intervention von Sir Henry Clithering kommt engerer Kontakt zu Dolly Bantry zustande, mit der sich Jane Marple dann auch etwas enger anfreundet. Besonders traurig finde ich eine Aussage von Jane Marple, in der sie meint, dass eine der schlimmsten Nebenerscheinungen des Alterns ist, dass sich niemand mehr daran erinnert, wie man als junger Mensch war.

Jeder sieht nur die alte Miss Marple, die aufrecht mit ihrem Strickzeug im Sessel sitzt, die mit aufmerksamen Augen ihre Umgebung beobachtet oder erbarmungslos im Garten gegen jedes Unkraut ankämpft, aber diejenigen, die sie als junges und unternehmungslustiges Mädchen kennengelernt haben, sind inzwischen verstorben. Dabei muss Jane Marple eine aufgeweckte und recht gebildete junge Frau gewesen sein, deren Herz einmal für einen Mann in Uniform schlug und die eine so gute Freundin war, dass ihre Schulfreundschaften bis ins hohe Alter Bestand haben. Allerdings denke ich, dass die junge Jane es auch nicht so ganz einfach gehabt hat, denn ihre Mutter wird – in den wenigen Sätzen, in denen sie überhaupt Erwähnung findet – als eine sehr bestimmende Frau beschrieben, als eine Mutter, die genau zu wissen glaubt, was für ihre Tochter das Beste ist und die dementsprechende Maßnahmen ergreift. Auf der anderen Seite hat ihre Mutter Jane Marple auch eine grundsätzliche Auffassung von Recht und Unrecht – und dem, was sich für eine Dame gehört – beigebracht, die sie für ihr gesamtes Leben geprägt hat.

Auch gefällt mir an Jane Marple, dass sie sich selbst gegenüber ehrlich ist. Obwohl sie einige Freunde hat, die keine Engländer sind, ist sie sich ihrer Vorurteile gegen alles „unenglische“ durchaus bewusst. Nicht selten ertappt sie sich dabei, dass sie einen ausländischen Verdächtigen mit deutlich mehr Misstrauen beobachtet als den gleichermaßen verdächtigen Engländer. Und in einem Roman geht ihr durch den Kopf, dass es sehr praktisch wäre, wenn der Ausländer der Verbrecher wäre, denn dann müsste sie „ihre“ Gesellschaftsschicht nicht in Unruhe bringen. Doch so einfach macht es sich die alte Dame nicht, ihr ist nur eben bewusst, dass es angenehmer wäre, wenn ein Außenstehender derjeniger wäre, der eine Tat begangen hat, die sich – nicht nur in Miss Marples Gesellschaftsschicht – einfach nicht gehört.

Recht charmant finde ich, dass Jane Marple bestimmte Ansichten über Männer ihr Leben lang nicht abgelegt hat. Auch im hohen Alter scheint sie ein gewisses Rollenmodel im Hinterkopf zu haben, welches dafür sorgt, dass sie bestimmte Dinge von einem Mann erwartet. So serviert sie einem männlichen Gast nicht das gleiche Essen wie einer Freundin, bietet andere Alkoholika an und sucht männlichen Rat und Unterstützung, wenn sie bei einem ihrer Fälle über etwas gestolpert ist, das sie nicht allein bewältigen kann. Hätte Miss Marple je einen Ehemann gehabt, so hätte sich so manche Vorstellung von der Männerwelt wohl inzwischen etwas abgenutzt. 😉

Insgesamt betrachtet sie die Welt, ohne sich große Illusionen zu machen, was häufig dazu führt, dass der Leser sie als außenstehende Beobachterin wahrnimmt. Doch wenn ihr Gerechtigkeitsempfinden verletzt wird oder wenn Jane Marple feststellt, dass jemand sich respektlos oder verächtlich benimmt, dann kann sie überraschend energisch werden. Ich glaube, dass auch all die jungen Mädchen, die von ihr für eine Stellung als Hausmädchen ausgebildet wurden, sich – trotz Miss Marples Strenge – immer sicher sein konnten, dass sie sich mit ihren Fragen und Nöten an ihre ehemalige Dienstherrin wenden konnten.

All das hat zusammen mit Jane Maples (viktorianischer) Haltung, ihrem Engagement und ihrer Loyalität gegenüber Familie, Freunden und Personal dazu geführt, dass die alte Dame für mich zu einer Romanfigur geworden ist, deren Geschichten ich schon seit Jahren immer wieder mit großer Freude lesen mag. Ich muss allerdings zugeben, dass ich noch keinen Miss-Marple-Roman auf Englisch gelesen habe und deshalb nicht sagen kann, ob man als deutscher Leser nicht schrecklich viele Facetten dieser Figur verpasst hat. Bei meinem Vergleich von „Sie kamen nach Bagdad/They Came to Baghdad“ hatte ich ja schon mal gezeigt, dass es da doch erschreckende Unterschiede bei den Ausgaben geben kann.

Auf eine Auflistung der Miss-Marple-Romane verzichte ich ausnahmsweise mal, da diese Informationen mit Leichtigkeit online oder in einem der Werke über Agatha Christie zu finden sind.

März-SuB 2012

Der Februar hätte als Lesemonat deutlich besser laufen können, auch wenn ich in der letzten Woche noch ein bisschen aufgeholt habe. Aber einen Großteil meiner Abende habe ich dann doch lieber mit der Playstation oder einer Miss-Marple-DVD verbracht und mich nicht bei einem Buch entspannt. Trotzdem kann ich in den nächsten Tagen endlich mal ein Paket mit Leihbüchern auf den Weg bringen – lange genug hatte ich die Romane ja. 😉 Die zwölf Bücher, drei Manga und das (nicht so tolle) Hörbuch haben meinen SuB zwar nicht nennenswert schrumpfen lassen, aber damit kann ich unter diesen Umständen leben.

Außerdem hege ich die Hoffnung, dass es im März endlich mal wieder einen Neuzugangs-Post geben wird … 🙂

A (0)

B (7)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn 
Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud

C (2)
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt (im Umzugskarton)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)

D (5)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

F (11)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Marlies Ferber: Null-Null-Siebzig – Operation Eaglehurst
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Gayle Forman: Wenn ich bleibe
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (3)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Andrea Kane: Ewig bist du mein 
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (4)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Richelle Mead: Dark Swan – Sturmtochter
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Ursula Poznanski: Saeculum

Q (0)

R (11)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (7)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Berndt Schulz: Moderholz 
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jeff Strand: Grabräuber gesucht
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüte

V (0)

W (3)
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Fluch des Wendigo 

80 deutsche Titel zum Monatsanfang

Englischer SuB:

Gail Carriger: Soulless
Seanan McGuire: An Artificial Night (October Daye #3)
Seanan McGuire: Late Eclipses (October Daye #4)
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Patricia C. Wrede und Caroline Stevermer: The Mislaid Magician (Cecelia and Kate #3)

7 englische Titel zum Monatsanfang

(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)

„8 Dinge zu einem Thema“-TAG

Pero hat mich vor ein paar Tagen zwei Wochen „getaggt“ und wollte von mir acht Dinge zu dem Thema „Comics und Mangas“ wissen.

Die Regeln zu diesem TAG lauten folgendermaßen:

1. Schreibe, von wem du getaggt wurdest, und verlinke ihn/sie.
2. Schreibe 8 Dinge über dich auf, die zu dem vom Vorgänger gewählten Thema passen.
3. Tagge 8 weitere Leute.
4. Sag den getaggten Leuten Bescheid.
5. Stelle selbst ein Thema auf, das die anderen „betaggen“.

1. Ich schränke mich beim Comiclesen ebenso wenig ein wie beim Lesen von Büchern, was dazu führt, dass ich nicht nur Comics aus den verschiedensten Ländern, sondern auch aus den unterschiedlichsten Genres lese. Trotzdem liegt mein Schwerpunkt seit einigen Jahren vor allem bei den Manga, da im japanischen Raum einfach das breiteste Spektrum geboten wird.

2. Mit dem „Comiclesen“ habe ich angefangen, bevor ich noch die ersten Buchstaben gelernt hatte. Sowohl mein Vater als auch meine ältere Schwester mochten Comics und ich habe von „Asterix und Obelix“ über „Peanuts“ bis zu „Superman“ und „Green Lantern“ alles mit großem Interesse angeguckt (und zum Teil meine eigenen Geschichten zu den Bildern erfunden).

3. Obwohl mir sehr wohl bewusst ist, dass in den USA auch Comics ohne Superhelden und Disneyfiguren produziert werden („Emma“, die neuste Jane-Austen-Umsetzung von Nancy Butler, ist zum Beispiel schon vorbestellt), stehen US-Veröffentlichungen trotzdem nicht sehr hoch auf meiner Prioritätenliste. Auch wenn ich wirklich tolle Stunden mit Wonder Woman, Batman und ihren Kollegen verbracht habe, gehe ich inzwischen viel zu kritisch an diese Art von Geschichten heran.

4. Auch mit deutschen Comic-Zeichnern habe ich so meine Probleme – vermutlich deshalb, weil ich da viel zu viele „Nabelschau“-Geschichten in die Finger bekommen habe. Nach einigen erschreckend humorlosen „ich bin ein von meinen Altergenossen ungeliebter Geek, der seine alltäglichen Belanglosigkeiten öffentlich verarbeitet“-Comics hatte ich für einige Jahre erst einmal die Nase voll von deutschen Comics. Dank Sarah Burrini und ihren Web-Comic-Empfehlungen ändert sich das aber gerade wieder. So richtig erwischt hat mich zwar noch keine der empfohlenen Seiten, aber ich habe den verschiedenen Geschichten immerhin ein paar vergnügliche Stunden zu verdanken.

5. Bei den Manga lese ich von rosaroten Kleinmädchen-Geschichten über historische Erzählungen, Kriminalgeschichten, Horror, Science Fiction, Fantasy bis zu Veröffentlichungen, die gesellschaftskritisch aktuelle oder vergangene Geschehnisse beleuchten. Dabei muss ich zugeben, dass es deutlich leichter ist, Kleinmädchen-Geschichten in die Finger zu bekommen als die eher wenig beachteten kritischeren Manga. Gerade deshalb bin ich immer froh, wenn ich mal einen Band in die Hände bekomme, der mir eine – für mich neue – Seite von Japan zeigt oder mir wieder etwas zur japanischen Geschichte erzählt. Allerdings sorgen die Preise gerade dieser Veröffentlichungen auch dafür, dass ich mir diese Ausgaben lieber schenken lasse … 😉

6. Bevor die Manga die deutschen Buchhandlungen erreichten, mussten die „frankobelgischen“ Comics meinen Bedarf nach Genrevielfalt stillen. Aber so richtig glücklich war ich nur mit wenigen Titeln, in der Regel fand ich immer einen „schwerwiegenden“ Kritikpunkt, der dafür sorgte, dass ich nicht langfristig dabeigeblieben bin. Gut gefallen hat mir in den letzten Jahren vor allem eine Geschichte von Manuel Bichebois (Autor) und Didier Poli (Zeichner). Obwohl „Kind des Blitzes“ eine klassische (und klischeereiche) Fantasyhandlung erzählt, haben mich die atmosphärischen Zeichnungen wirklich angesprochen.

7. Im März erscheint mit „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ ein neuer Comic von Guy Delisle und ich bin sehr gespannt auf diese Veröffentlichung. Inzwischen gehören die Comics dieses Zeichners für mich zu den „Must Have“-Titeln, auch wenn ich sie oft erst einmal nur auf den Wunschzettel setze und hoffe, dass sich jemand zu Geburtstag oder Weihnachten dieses Wunschtitels annimmt. Guy Delisles Zeichenstil finde ich gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Vor allem aber fand ich seine persönliche Sicht auf Pjöngjang, Shenzhen und Birma so interessant und reizvoll, dass ich mir wieder einige fesselnde und unterhaltsame Stunden von „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ verspreche.

8. Wie beim Lesen von Büchern besteht mein größtes Problem bei den Comics in der Lagerung. Abgesehen davon, dass ich immer noch keine neuen Regale habe und meine Bücher, Manga und Comicalben in Umzugskartons ruhen, gibt es da noch die seperaten Comic-Kartons für die Heft-Ausgaben. Mein Anteil ist da zwar überschaubar, aber zusammen mit der – ungleich größeren – Sammlung meines Mannes kommen wir doch auf mehrere Kartonstapel. In der früheren Wohnung gab es für die Comic-Kartons ein Extraregal, aber das reichte schon vor dem Umzug nicht aus – und seitdem sind weiterhin monatlich neue Hefte in unseren Besitz gelangt. Spätestens wenn wir die geplante „Bibliothek“ einrichten, muss ich mir dafür aber etwas einfallen lassen …

***

Da ein vorsichtiges Befragen einiger Blogger gezeigt hat, dass relativ wenig Leute Lust darauf haben, „getaggt“ zu werden, stelle ich einfach hier ein Thema zur Verfügung. Wer mag, kann es entweder in den Kommentaren beantworten oder auf den eigenen Blog mitnehmen. Da fände ich es dann schön, wenn mir der Beitrag hier verlinkt würde. Und das Thema,  zu dem ich gern etwas von euch wissen würde, lautet:

Buch vs. Hörbuch

Rick Riordan: Die Katakomben von Paris

Mit „Die Katakomben von Paris“ habe ich nun endlich mein erstes Buch für die Themen-Challenge gelesen. Eigentlich war ich nur neugierig auf eine Geschichte von Rick Riordan, die nichts mit Percy Jackson zu tun hat, als ich den Roman in der Bibliothek fand. Aber da das Thema „Rätsel“ in diesem Kinderbuch so präsent ist, muss ich es einfach für die Challenge besprechen. Eine Information noch vorneweg: „Die Katakomben von Paris“ ist der erste Band der Serie „Die 39 Zeichen“ und der einzige Teil, der von diesem Autor geschrieben wurde. Konzept dieser Reihe scheint es zu sein, dass jeder Band von einem anderen Schriftsteller verfasst wird, auch wenn ich keine Erklärung gefunden habe, warum man das so gemacht hat.

Hauptfiguren in „Die Katakomben von Paris“ sind die vierzehnjährige Amy und ihr elfjähriger Bruder Dan. Die beiden Cahill-Kinder sind Waisen und leben gemeinsam mit wechselnden Au-pair-Mädchen in einer kleinen Wohnung in Boston. Eigentlich stehen sie unter der Vormundschaft ihrer Großtante Beatrice, doch die hat kein Interesse an den beiden. Einziger Lichtblick für die Kinder waren bislang die Wochenenden, die sie bei ihrer Großmutter Grace verbringen durften, doch die alte Dame verstirbt zu Beginn der Geschichte. Und mit der Beerdigung von Grace und dem Verlesen ihres Testaments beginnt für Amy und Dan eine aufregende und sehr gefährliche Zeit.

In ihrem Testament hat Grace verfügt, dass ein Teil ihrer Verwandtschaft die Chance auf das große Erbe der Cahills haben soll. Und so bekommen diejenigen, die zur Testamentsverlesung eingeladen sind, die Wahl zwischen einer Millionen Dollar oder einem Hinweis, der letztendlich zu einem kostbaren Familiengeheimnis führen kann, welches dem, der alle Spuren richtig enträtselt, unfassbar große Macht verleihen wird. Natürlich entscheiden sich so einige Familienmitglieder für das Geld, aber Amy und Dan ist es wichtiger die Erwartungen ihrer Großmutter zu erfüllen (und sich nicht den Drohungen und Einschüchterungsversuchen der anderen zu ergeben). Doch während die sechs gegnerischen Teams über Geld, Einfluss und andere hilfreiche Dinge verfügen, müssen Amy und Dan mühsam das Geld für die notwendigen Reisen zusammenkratzen und ihr Au-pair-Mädchen Nellie dazu überreden, dass sie als „Aufsichtsperson“ begleitet.

Rick Riordan verwurstet in „Die Katakomben von Paris“ nicht nur so einige altbekannte Klischees (tapfere Waisenkinder, die von ihrer unsympathischen und skrupellosen Familie misshandelt werden; die Kinder haben besondere Interessensgebiete und Fähigkeiten, die ihnen das Lösen ihrer Aufgaben überhaupt ermöglicht), er verwendet auch einige nicht ganz so logische Wendungen und unglaubwürdige Zufälle in der Handlung. Außerdem recherchieren Amy und Dan zwar sehr viel, aber ihre Schlüsse ziehen die Kinder trotzdem eher intuitiv, so dass der Leser zwar einige interessante und wissenswerte Fakten aus diesem Roman lernen kann, diese Informationen aber leider nicht so viel mit der Lösung der verschiedenen Rätsel zu tun haben.

Trotz all dieser Kritikpunkte habe ich wirklich viel Spaß beim Lesen gehabt. Mir sind die beiden Kinder ans Herz gewachsen und selbst die anfangs so gleichgültig wirkende Nellie entpuppt sich im Laufe der Zeit als sympathisches Wesen. Doch vor allem haben mich die verschiedenen Rätsel und Hinweise unterhalten, ich habe mich gemeinsam mit Amy gefragt, wer sich hinter dem Pseudonym Richard S. verbirgt, habe über einem Zahlenrätsel geknobelt, mich nebenbei online über Benjamin Franklin informiert und vor allem bin ich  nach Beenden dieses Bandes wirklich neugierig darauf, was sich hinter dem großen Rätsel um die Cahill-Familie verbirgt. Auch wenn Rick Riordan mit „Die Katakomben von Paris“ keine Geschichte geschaffen hat, die man unbedingt gelesen haben muss, werde ich mir die folgenden Teile der Serie auch noch in der Bibliothek besorgen und hoffen, dass ich hinter das Geheimnis der Familie Cahill komme.

[Kulinarisches] Gemüsepfanne (inspiriert von Sayuri)

Auf Sayuri’s Exile hatte ich das Rezept für einen Gemüsegratin gesehen, das mir gut gefallen hatte. Aber ohne Ofen lässt sich so ein Gratin schlecht machen, also musste ich ein wenig experimentieren. Herausgekommen ist eine recht schmackhafte Gemüsepfanne, die ich euch nicht vorenthalten will. Oh, und da ich keinen Kürbis bekommen hatte, habe ich stattdessen eine Kohlrabi gekauft, damit ich nicht nur süßliche Gemüsesorten verwende.

Zutaten für eine Pfanne:

2 sehr große Süßkartoffeln
1/2 Kohlrabi
3 Karotten
2 Pastinaken
300 ml Crème légère
100 ml Gemüsebrühe (statt Weißwein, da ich den nicht im Haus hatte)
160 g Gruyère
Salz
Pfeffer
Thymian (den hatte ich auch nur getrocknet im Haus)

Ich habe die Kohlrabihälfte noch einmal halbiert und dann in feine Scheiben geschnitten (damit mein Mann die Stücke rausfischen kann, wenn es ihm zu viel Kohlrabi ist 😉 ), die Möhren und die Pastinaken der Länge nach halbiert und ebenfalls in feine Scheiben geschnitten und die Süßkartoffeln fein gewürfelt. Dann habe ich mir die Mühe gemacht und jedes Gemüse einzeln in der Pfanne vorgegart. Da das Gemüseschnippeln viel Zeit brauchte, ging das ganz gut nebenbei. Während die letzte Runde Gemüse in der Pfanne garte, habe ich die Sauce aus Crème légère und Brühe zusammengerührt und mit Salz (wenig) und Pfeffer (kräftig) abgeschmeckt. Zuletzt habe ich noch den Gruyère gerieben.

Das vorgegarte Gemüse habe ich in einer Schüssel gemischt. Dann kam die Hälfte davon in die Pfanne und wurde mit der Hälfte der Sauce begossen und der Hälfte des geriebenen Käses und etwas Thymian bestreut. Darauf kamen dann das restliche Gemüse, die restliche Sauce, der restliche Käse und wieder etwas Thymian. Dann habe ich den Deckel auf die Pfanne gepackt und das Ganze bei Stufe 2 (Induktionsplatte, Stufe 2/10) 20 Minuten weitergaren lassen bis der Käse geschmolzen war. Das Ergebnis war sehr lecker und wurde von uns an dem Abend bis aufs letzte Gemüsestückchen verputzt, auch wenn wir danach wirklich sehr satt waren. 😉

Linda Castillo: Blutige Stille

Ich bin in den letzten Monaten auf diversen Blogs (unter anderem bei JEDs Schmökerstube) immer wieder über diesen Titel gestolpert und musst dann doch irgendwann meiner Neugier nachgeben und „Blutige Stille” in der Bibliothek vormerken. Dabei hatte ich nach dem Klappentext keine so großen Erwartungen und war – trotz der begeisterten Blogrezensionen – in Bezug auf die Handlung eher skeptisch. Nach dem Lesen des Romans ist Linda Castillo für mich keine Neuentdeckung, die ich unbedingt weiterhin verfolgen muss, aber ich habe mich durch dieses Buch ganz gut unterhalten gefühlt.

Gleich zu Beginn entdeckt der Leser gemeinsam mit dem Polizisten Chuck „Skid“ Skidmore auf einer amischen Farm eine entsetzliche Bluttat. Eine siebenköpfige Familie wurde dahingemetzelt, ohne dass es ein Anzeichen auf den Täter gäbe. Vor allem die Tatsache, dass die Familie nicht nur erbarmungslos getötet wurde, sondern dass die beiden Töchter der Familie zusätzlich noch gefoltert wurden, erschüttert die gesamte Kleinstadt. Erst das Tagebuch einer der Töchter lässt einen Verdacht aufkommen, welches Motiv der Mörder gehabt haben könnte.

„Blutige Stille“ ist nicht der erste Krimi, den ich lese, der in einem Amisch-Umfeld spielt, aber der erste, bei dem die ermittelnde Polizistin (genauer gesagt Polizeichefin Burkholder) selber in dieser Kultur aufgewachsen ist. Und genau dieser Punkt macht für mich einen entscheidenden Unterschied, denn die Hauptfigur Kate Burkholder weiß wie das Leben bei den Amisch abläuft und kann aufgrund ihrer Herkunft ohne große Vorurteile an die Ermittlungen herangehen. In anderen Romanen störte mich hingegen immer diese touristische Neugier und diese Grundskepsis gegenüber einer anderen Lebensweise beim Aufeinandertreffen von Polizisten und amischer Gemeinde.

Aber auch Kate kann nicht unbelastet an diesen Fall herangehen: Auf der einen Seite ist da die Erinnerung an eine friedliche Kindheit und die Naivität, die amische Kinder im Vergleich zu ihren „englischen“ Altersgenossen haben, auf der anderen Seite durchlebt die Polizistin all die Dinge noch einmal, die dazu geführt haben, dass sie sich gegen ein Leben bei den Amisch entschieden hat. Alle Details werden hier für den Leser nicht deutlich – vermutlich, weil das schon Thema im ersten Band („Die Zahlen der Toten“) um Kate Burkholder war. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass ich etwas nicht verstehen würde, weil die Autorin wirklich genügend erklärt und wiederholt.

Achja, die Wiederholungen … Das größte Manko in meinen Augen sind die Wiederholungen wenn es um persönliche Ängste und Gefühle bei Kate und ihrem Freund/Kollegen/Liebhaber John Tomasetti geht. Beide Charaktere haben in ihrer Vergangenheit schlimme Dinge erlebt und während ich bei Kate damit leben konnte, dass dieser Mordfall sie an ihre eigene Geschichte erinnerte, ging mir Tomasetti irgendwann auf die Nerven. Ja, es ist bestimmt schrecklich, wenn die eigene Frau samt der beiden Kinder von einem nach Rache dürstenden Verbrecher bestialisch ermordet werden, und ja, das ist nichts, was man innerhalb von zwei Jahren eben wegsteckt, aber all das hatte ich schon nach den ersten Erwähnungen verstanden. Und genauso erging es mir mit Kates Gefühlen für Tomasetti, denn aufgrund ihrer Vergangenheit und persönlicher Probleme fällt es ihr schwer eine Beziehung einzugehen, obwohl sie seinen Körper, seine Intelligenz und vieles andere an ihm schätzt. Und diese zwiespältigen Gefühle werden von  Linda Castillo immer wieder erwähnt, wenn es darum geht, dass Kate beruflich zu Tomasetti Kontakt aufnimmt oder wenn sie nach Feierabend die Bilder der Toten nicht aus dem Kopf bekommt oder … ach, glaubt mir, die Autorin findet da sehr viele Gelegenheiten!

Dabei hatte ich beim Lesen anfangs gar nicht so sehr den Eindruck, dass das Gefühlsleben der beiden Figuren so im Vordergrund stehen würde, stattdessen habe ich es genossen, dass die Beschreibungen der Ermittlungen mir recht realistisch vorkamen (vor allem, da es so gut wie keine Hinweise gibt) und dass die Charaktere (abgesehen von Tomasetti) interessant, aber nicht zu überzogen dargestellt wurden. Auch wenn Kate Probleme mit genau diesem Fall hat, weil er eben Erinnerungen weckt, so habe ich sie zu Beginn als jemanden geschätzt, der normalerweise seine Gefühle im Griff hat und sich professionell auf seine Arbeit konzentriert.

Ebenfalls angenehm fand ich es, dass der Leser nicht mehr Informationen hatte als Kate. Jeder ihrer Ermittlungsschritte wurde ebenso wie jede Befragung und jedes Sichten von Material beschrieben. Mir gefällt es einfach, wenn ich bei einem solchen Roman „mitermitteln“ darf. Weniger schön fand ich es, dass die verschiedenen Verdächtigen – obwohl es eine überschaubare Zahl war – nicht so beschrieben wurden, dass ich eine greifbare Erinnerung an sie hatte. So musste ich mich immer wieder mühsam erinnern, welcher der Männer nun der entlassen Häftling, der Kaffeelieferant oder der Bauunternehmer war und in warum Kate sie überhaupt befragt hatte.

Auch das dramatische Ende war mir etwas zu viel. Mit einem Köder zu arbeiten ist in meinen Augen zwar legitim, aber dann doch bitte auf eine professionelle Art und Weise und nicht, weil man zu frustriert ist, um sich einen anderen Weg auszudenken. Und auch wenn die Schwelle zwischen Verteidigung und Selbstjustiz überschritten wird, bin ich als Leser nicht mehr so ganz glücklich mit der Geschichte. Herjeh, wenn ich überlege, dass ich das Buch mit einem „ganz nett“-Gedanken aus der Hand überlegt habe, dann habe ich jetzt beim Schreiben doch verflixt viele Kritikpunkte gefunden … 😉