Lese-Eindrücke Januar 2024

Winter Tales from Cozy Vales (A Cozy Fantasty Collection 1)

Cozy Vales ist eine „shared world“, in der die Autor*innen L. A. Scott, Rebecca Buchanan, Selina J. Eckert, Deanna Stuart, Angela Stuart, Cassandra Stirling, K. M. Jackways, G. Glatworthy, Nathaniel Webb und Bonnie Axton schreiben. „Winter Tales from Cozy Vales“ ist eine (kostenlose) Sammlung von Geschichten, die diese Welt und ihre Bewohner vorstellen, und war für mich die perfekte Entspannung zum Jahresanfang. Nicht alle der neun Geschichten haben mir gleichermaßen gut gefallen, aber in allen davon habe ich Elemente gefunden, die mich erfreut haben, und bei überraschend vielen Texten gehe ich davon aus, dass ich weitere Cozy-Vales-Veröffentlichungen der Autor*innen lesen werde.

Alle Beiträge in dieser Collection drehen sich rund um die „Lantern Night“, die in dieser fantastischen Welt begangen wird (wobei die verschiedenen Regionen auch unterschiedliche Traditionen rund um diesen Feiertag haben), und ich mochte die winterliche Atmosphäre ebenso wie die vielen kleinen und großen magischen Elemente und Personen. Einige dieser Geschichten haben bei mir ein ähnliches Gefühl hervorgerufen wie „Legends & Lattes“, wobei es in dieser Welt grundsätzlich mehr Alltagsmagie und weniger Abenteuer zu geben scheint. Für mich die perfekte Lektüre, um abends entspannt ein bisschen zu lesen und mir dann beim Einschlafen auszumalen, wie es mit den Charakteren wohl weitergehen könnte. 😉

Lauren Gilley: Heart of Winter (Drake Chronicles 1)

„The Heart of Winter“ von Lauren Gilley ist schon vor längerer Zeit auf meinem eReader gelandet, und erst beim Erstellen meiner „Winter-Leseliste“ habe ich wieder an den Titel gedacht. Inzwischen habe ich nicht nur diesen ersten Band der „Drake Chronicles“, sondern auch den zweiten und dritten Teil gelesen, weil ich mich davon so gut unterhalten fühle. Am Anfang dreht sich die Handlung vor allem um Oliver Meacham (Bastardsohn eines Adeligen) und seine Cousine Tessa Drake, die von ihm in den Norden begleitet wird, wo sie den „barbarischen“ König Erik heiraten soll. Diese Heirat soll dafür sorgen, dass das Herzogtum Drakewell militärische Unterstützung gegen die einfallenden Sels erhält. Doch Erik ist nicht an einer Heirat interessiert und bietet Tessa stattdessen die Hand eines seiner Neffen (und Erben) an, während sich gleichzeitig eine Liebesgeschichte zwischen dem König und Oliver entwickelt.

Es gibt in diesen Romanen so einige Elemente, bei denen ich nicht genauer über den Weltenbau nachdenken darf – vor allem, wenn es um die Tiere in den verschiedenen Regionen, die Logistik beim Reisen oder gar um das Thema Nahrungsmittelanbau, -import oder -export geht. Außerdem hätte es für mich die Menge an Sex- und Schmachtszenen (m/m und f/m) nicht unbedingt benötigt, aber ich kann damit leben, weil es dabei auch immer wieder – zum Teil wirklich wichtige – Dialoge gab. Vor allem aber habe ich diese Bücher mit so großem Vergnügen gelesen, weil ich die Figuren und die Art und Weise, wie sie mit ihren Familienmitgliedern und Freunden umgehen, mochte. Für Oliver führt die Reise in den Norden nicht nur dazu, dass er Gefühle für König Erik entwickelt, sondern auch dazu, dass er zum ersten Mal mehr als nur „der Bastard“ ist.

Er und Tessa finden eine überraschend herzliche neue Familie, und auch wenn es aufgrund von unterschiedlichen Temperamenten oder kulturellen Missverständnisse mal knirscht, so reden diese Figuren doch miteinander und versuchen gemeinsam ihre Probleme zu lösen. Das ist so wohltuend zu lesen, dass die (ab dem Ende des ersten Bands) auftauchenden dramatischen Elemente wie Krieg, Nekromanten, Clan-Politik und natürlich politische Schachzüge und Verrat den wohltuenden Teil für mich nicht überschatten. So haben die ersten drei Teile der „Drake Chronicles“ bei mir für überraschend entspannte Lesestunden gesorgt und ich musste beim abendlichen Lesen aufpassen, dass ich meine Schlafenszeit nicht zu sehr in die Nacht verschob. Ich bin mir sicher, dass ich irgendwann auch noch die letzten beiden Teile der Reihe lesen werde.

Catie Murphy: Death by Irish Whiskey (The Dublin Driver 5)

„Death by Irish Whiskey“ ist der fünfte Band der „Dublin Driver Mysteries“ und ich mag die Reihe so sehr, dass ich den Krimi direkt nach Erscheinen (am 23. Januar) gelesen habe. Protagonistin der Bücher ist Megan Malone, eine Amerikanerin, die seit fünf Jahren in Dublin lebt und dort als Limousinen-Chauffeurin arbeitet. Im Rahmen ihrer Arbeit lernt sie nicht nur die ungewöhnlichsten Personen kennen, sondern stolpert auch immer wieder über Leichen. Dieses Mal ist sie allerdings privat unterwegs, als bei einem Wettbewerb, bei dem der vielversprechendste „Newcomer Whiskey“ des Jahres gekürt werden soll, einer der Teilnehmer ermordet wird. Obwohl Megan ihrer Freundin Jelena versprochen hatte, dass sie in Zukunft die Finger von den Mordermittlungen lässt, kann sie auch dieses Mal nicht einfach zuschauen, wie die Polizei ermittelt – schließlich gehört auch ihr Onkel Rabbie zu den Teilnehmern des Wettbewerbs und könnte deshalb in Gefahr schweben.

Nachdem ich den vierten Teil der Reihe etwas enttäuschend fand, weil es mich so genervt hat, dass Megans Liebste Jelena so extrem darauf reagierte, dass Megan immer wieder über Leichen stolperte, hat mich „Death by Irish Whiskey“ wieder rundum gut unterhalten. Jelena kommt zu dem Schluss, dass das Schicksal bestimmt hat, dass Megan Morde aufklärt, und Megan plaudert mit den diversen Personen und findet einen Hinweis nach dem anderen. Dabei finde ich es immer wieder spannend, wie Catie Murphy Megans Verhältnis zur Polizei darstellt: Auf der einen Seite besteht Megan auf ihre Rechte und lässt den Polizisten keinen (versuchten) Regelverstoß durchgehen. Auf der anderen Seite berichtet sie jede relevante Information, damit die Ermittler ihrer Arbeit in vollem Umfang nachgehen können. Vor allem aber mag ich Megan und ihren Freundeskreis und all die kleinen Beobachtungen der geborenen Amerikanerin rund um das Leben in Irland. Außerdem finde ich die vielen verschiedenen Charaktere, die sie im Laufe der Mordfälle kennenlernt, interessant und amüsiere mich immer wieder sehr über die Dialoge. Ich hoffe sehr, dass C. E. Murphy noch so einige Dublin-Driver-Krimis schreiben wird.

Februar-SuB 2024

Im Januar habe ich versucht meine Zeit mehr mit Lesen als online oder mit „Nichtstun“ zu verbringen. Grundsätzlich hat das auch ganz gut geklappt – ich bin zumindest wirklich zufrieden mit der Menge an Lesezeit, die ich mir gönnen konnte. Außerdem habe ich die Abende, an denen mein Mann später nach Hause kommt, genutzt, um endlich mal wieder eine Serie zu schauen. Filme und Serien fallen bei mir immer als erstes weg, wenn ich mir das nicht bewusst vornehme, dabei gibt es so viele Sachen, die ich gern (mal wieder) sehen würde. Was durch mein „weniger online sein“ allerdings vernachlässigt wurde, waren Kommentare und Mails zu schreiben – ich glaube, dafür sollte ich mir mal wieder einen feste Tag in den Kalender schreiben …

Für Februar habe ich mir vorgenommen weiterhin sehr viel Zeit mit Lesen zu verbringen (und all die im Januar angefangenen Titel zu beenden), weiter Zeit für Filme und Serien einzuräumen und endlich mal wieder regelmäßig Sport zu machen. Letzteres ist nach der Corona-Infektion im Dezember ziemlich weggefallen, dabei war ich so stolz darauf, dass ich das in den letzten Jahren so gut auf die Reihe bekommen hatte. Ich versuche mir nicht zu viel vorzunehmen, da gerade erschreckend viel Freizeit dafür draufgeht, dass ich spontan einschlafe oder mich so sehr in meinen Gedanken verhedere, dass mal eben eine halbe Stunde vergeht, ohne dass ich es mitbekomme.

Belletristik-SuB:

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Sufiya Ahmed: Rosie Raja – Churchill’s Spy
  3. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  4. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  5. Kaia Anderson: Sisters in Arms
  6. Sophie Anderson: The Thief Who Sang Storms
  7. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  8. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  9. Kelly Barnhill: The Ogress and the Orphans
  10. Kelly Barnhill: When Women Were Dragons
  11. Kalynne Bayron: This Poison Heart
  12. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  13. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  14. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  15. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  16. Natasha Bowen: Skin of the Sea
  17. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  18. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  19. Nicholas Bowling: Song of the Far Isles
  20. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  21. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  22. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  23. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  24. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  25. Stephanie Burgis: The Raven Throne (The Raven Heir 2)
  26. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  27. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  28. Jennifer Carson: To Find a Wonder
  29. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  30. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  31. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  32. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  33. Rin Chupeco: Wicked as You Wish (A Hundred Names for Magic 1)
  34. Rin Chupeco: The Bone Witch
  35. Dhonielle Clayton: The Marvellers
  36. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  37. Alyssa Colman: The Gilded Girls (Gilded Magic 1)
  38. Helen Corcoran: Daughter of Winter and Twilight
  39. Leah Cypess: Thornwood (Sisters Ever After 1)
  40. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  41. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  42. Sarah Driver: Once we were Witches
  43. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  44. Joseph Elliott: The Good Hawk (Shadow Skye 1)
  45. Louise Erdrich: The Birchbark House
  46. Hafsah Faizal: A Tempest of Tea
  47. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  48. Francesca Gibbons: A Clock of Stars 1 – The Shadow Moth
  49. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  50. Nicole Glover: The Conductors
  51. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  52. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  53. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  54. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  55. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  56. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  57. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  58. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  59. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  60. Kate Griffin: Kitty Peck and the Music Hall Murders
  61. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  62. Rachel Hartman: Seraphina
  63. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  64. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  65. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  66. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  67. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  68. Sharna Jackson: The Good Turn
  69. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  70. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  71. Diana Wynne Jones: Power of Three
  72. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  73. Kalyn Josephson: Ravenfall
  74. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  75. Celine Kiernan: Geisterpfade
  76. Celine Kiernan: Königspfade
  77. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  78. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  79. Sarah Kuhn: From Little Tokyo with Love
  80. R. F. Kuang: The Poppy War
  81. Lillie Lainoff: One for All
  82. E. Latimer: Escape to Witch City
  83. Patrice Lawrence: The Elemental Detectives
  84. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  85. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  86. Y.S. Lee: The Traitor in the Tunnel (The Agency 3)
  87. Y.S. Lee: Rivals in the City (The Agency 4)
  88. Elizabeth Lim: Six Crimson Cranes
  89. Ann Sei Lin: Rebel Skies
  90. Judy I. Lin: A Magic Steeped in Poison
  91. Darcie Little Badger: Elatsoe
  92. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  93. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  94. Janelle McCurdy: Mia and the Lightcasters (Umbra Tales 1)
  95. Seanan McGuire: Middlegame
  96. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  97. Seanan McGuire: Mislaid in Parts Half-Known (Wayward Children)
  98. Hilary McKay: The Time of Green Magic
  99. Robin McKinley: Dragonhaven
  100. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  101. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  102. Sangu Mandanna: Kiki Kallira Conquers a Curse (Kiki Kallira 2)
  103. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  104. Tamzin Merchant: The Troublemakers (The Hatmakers 3)
  105. Kate Milford: The Boneshaker
  106. Kate Milford: Bluecrowne
  107. Kate Milford: The Thief Knot
  108. Natsu Miyashita: The Forest of Wool and Steel
  109. Maya Montayne: Nocturna
  110. Bethany C. Morrow: A Song Below Water
  111. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  112. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  113. Julie Murphy: Faith – Greater Hights
  114. Carrie Anne Noble: The Mermaid’s Sister
  115. Bishop O’Connell: The Stolen
  116. Caroline O’Donoghue: The Gifts that Bind Us (The Gifts 2)
  117. Caroline O’Donoghue: Every Gift a Curse (The Gifts 3)
  118. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  119. Claribel A. Ortega: Ghost Squad
  120. Mark Oshiro: The Insiders
  121. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  122. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  123. Natalie C. Parker: Seafire
  124. S. A. Patrick: A Vanishing of Griffins (Song of Magic 2)
  125. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  126. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  127. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  128. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  129. Sarah Prineas: Dragonfell
  130. Philip Reeve: Larklight
  131. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  132. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  133. Andy Sagar: Yesterday Crumb and the Tea Witch’s Secret (Yesterday Crumb 3)
  134. John Scalzi: Fuzzy Nation
  135. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  136. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  137. A. G. Slatter: The Path of Thorns
  138. A. G. Slatter: The Briar Book of the Dead
  139. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  140. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  141. Helenka Stachera: Fin and the Memory Curse
  142. Esme Symes-Smith: Sir Callie and the Champions of Helston
  143. Emily J. Taylor: Hotel Magnifique
  144. Charles den Tex: Die Zelle
  145. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  146. Angie Thomas: Nic Blake and the Remarkables – The Manifestor Prophecy
  147. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  148. Sarah Tolcser: Song of the Current
  149. Hana Tooke: The Unadoptables
  150. Adrienne Tooley: Sweet & Bitter Magic
  151. Tiffany Trent: Unnaturalist
  152. Mizuki Tsujimura: Lonely Castle in the Mirror
  153. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  154. Linda Urban: Almost There and Almost Not
  155. Anne Ursu: Breadcrumbs
  156. Renee Watson: Piecing Me Together
  157. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  158. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  159. Martha Wells: The Cloud Roads
  160. Jen Williams: The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1)
  161. Kate Williams: The Babysitter Coven 2 – For Better or Cursed
  162. Amy Wilson: Angel and Bavar
  163. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  164. Katherine Woodfine: Peril in Paris (Taylor and Rose 1)
  165. Katherine Woodfine: Spies in St. Petersburg (Taylor & Rose 2)
  166. Katherine Woodfine: Villains in Venice (Taylor & Rose 3)
  167. Katherine Woodfine: Nightfall in New York (Taylor & Rose 4)
  168. Xinran: Gerettete Worte
  169. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  170. Kelly Yang: Front Desk
  171. Damaris Young: The Switching Hour
  172. Katie Zhao: The Dragon Warrior
  173. Xiran Jay Zhao: Iron Widow
  174. Xiran Jay Zhao: Zachary Ying and the Dragon Emperor
  175. Amélie Wen Zhao: Song of Silver, Flame Like Night
  176. Ibi Zoboi: Pride

170 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB (noch immer unvollständig):

  1. Bernadette Banner: Make, Sew and Mend
  2. Francis Burney: Journals and Letters
  3. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  4. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  5. Lydia Edwards: How to Read a Suit – A Guide to Changing Men’s Fashion from the 17th to the 20th Century
  6. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  7. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  8. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  9. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  10. Jennifer Kloester: Georgette Heyer’s Regency World
  11. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  12. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  13. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  14. Catherine Ostler: The Duchess Countess – The Woman who Scandalised a Nation
  15. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  16. Tom Reiss: The Orientalist – In Search of a Man Caught Between East and West
  17. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
  18. Lauren Stowell/Abby Cox: The American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking
  19. Jo Hedwig Teeuwisse: Fake History – 101 Things That Never Happened

19 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Faith Erin Hicks: Hockey Girl Loves Drama Boy (Comic)

Nachdem mir die „The Nameless City“-Comics von Faith Erin Hicks so gut gefallen hatten, hatte ich mir im vergangenen Jahr zu Weihnachten „Hockey Girl Loves Drama Boy“ gewünscht. Die Handlung dreht sich um Alix und Ezra, die beide auf dieselbe kanadische Highschool gehen. Während Ezra im Theaterclub aktiv ist, gehört Alix zum erfolgreichen Eishockey-Team der Schule. Zu Beginn der Geschichte gerät Alix in Schwierigkeiten, als sie Lindsay, die Kapitänin ihres Teams, angreift, nachdem diese sie zum wiederholten Male vor den Augen ihrer Mitspielerinnen verbal fertiggemacht hat. Als sie am nächsten Tag in der Schule mitbekommt, wie Ezra überraschend lässig und schlagfertig auf den homofeindlichen Mobbingversuch eines Mitschüler reagiert, hofft Alix, dass er ihr beibringen kann, weniger aggressiv mit Lindsays Lästereien umzugehen.

Ich mochte es sehr mitzuverfolgen, wie Alix und Ezra sich immer besser kennenlernen, wie sie sich über persönliche Dinge unterhalten und sich Mühe geben, füreinander da zu sein. Dabei spricht Faith Erin Hicks viele verschiedene Themen an, angefangen bei Ezras Aussage „I’m attracted to lots of different people, not just guys“ über Alix‘ Probleme mit ihren (geschiedenen) Eltern und ihrer Überzeugung, dass sie keinerlei Fähigkeiten außer Eishockey spielen hat, bis zu traumatischen Erlebnissen in Ezras Vergangenheit. Sowohl Alix als auch Ezra – der nur zu Beginn ein bisschen zu perfekt wirkt – sind Charaktere, die sich für mich wie realistische Teenager angefühlt haben. Gerade Alix mit all ihren Unsicherheiten, ihren Temperamentausbrüchen und den vielen unbeantworteten Fragen konnte mich überzeugen. Aber ich fand auch Ezra glaubwürdig in seinen Bemühungen, sich aufmerksam und respektvoll zu verhalten, nur um dann festzustellen, dass er trotzdem Menschen verletzt, die ihm am Herzen liegen.

Die Zeichnungen von Faith Erin Hicks sind auch in diesem Comic wieder geprägt von sehr harten Outlines und ebenso hart schraffierten Schatten, was ich normalerweise nicht so ansprechend finde, was aber bei dieser Künstlerin inzwischen für mich funktioniert. Wirklich beeindruckend fand ich die Dynamik in den Eishockey-Szenen, die einen wirklich hervorragenden Eindruck von der Schnelligkeit (und Härte) des Spiels vermittelten. Aber mir gefielen auch die vielen ruhigeren Zeichnungen, in denen sich Alix und Ezra miteinander oder mit anderen Personen unterhalten haben und in denen sehr viel über Gestik und Mimik erzählt wurde. Bei diesen Szenen fand ich es auch immer wieder beeindruckend, auf wie viele kleine Dinge Faith Erin Hicks bei ihren Zeichnungen achtet, so dass es selbst in den – auf den ersten Blick – eher übersichtlicheren Panels immer wieder liebevolle Details rund um die Charaktere zu entdecken gibt.

Noch ein Hinweis zu „Hockey Girl Loves Drama Boy“: Es gibt zwei verschiedene Taschenbuchausgaben des Comics! Einmal eine US-Ausgabe, die mit dem Verlagsnamen „St. Martin’s Press“ veröffentlicht wurde, und dann eine UK-Ausgabe, die unter „Macmillan“ veröffentlicht wurde (St. Martin’s Press gehört zur Macmillan Verlagsgruppe). Da mir nicht bewusst war, dass es Unterschiede zwischen den Ausgaben gibt, hatte ich die Ausgabe von Macmillan auf meinen Wunschzettel gesetzt. Aber bei diesem Taschenbuch sind die Zeichnungen nur schwarz-weiß(-grau) gehalten, während die Zeichnungen in der US-Version blaue Akzente aufweisen. Ich finde es nicht schlimm, dass ich die „farblosere“ Variante habe, aber wenn ich vorher von diesem Unterschied gewusst hätte, hätte ich mir die lebhafter wirkende US-Ausgabe gewünscht.

Skyla Dawn Cameron: The Silent Places

Von Skyla Dawn Cameron wusste ich anfangs nur, dass sie Urban-Fantasy-Bücher – genau genommen die Livi-Talbot-Romane – schreibt. Erst seitdem ich im vergangenen Jahr über die Ankündigung für den ersten Waverly-Jones-Band gestolpert bin, schaue ich auch nach anderen Veröffentlichungen von der Autorin. An ihre Horror-Romane traue ich mich noch nicht ran, aber mit „The Silent Places“ habe ich in der vergangenen Woche wirklich spannende Stunden verbracht. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Imogen Sharp erzählt, deren Ehemann Nick vor einem Jahr während eines Schneesturms spurlos verschwand. Imogen blieb allein mit ihrer (aktuell) fünfjährigen Tochter in dem kleinen Ort Red Fox Lake zurück, und all ihre Nachbarn scheinen davon überzeugt zu sein, dass sie Nick damals umgebracht hat. Zum Jahrestag von Nicks Verschwinden kommt eine Journalistin nach Red Fox Lake, die sich auf die Suche nach vermissten Personen spezialisiert hat. So sehr Imogen hofft, dass sie irgendwann Informationen darüber bekommt, was mit Nick passiert ist, so sehr fürchtet sie auch, dass die Aufmerksamkeit der Medien dafür sorgen wird, dass ihre Vergangenheit sie einholt.

Zwischen den Kapiteln, die aus Imogens Perspektive die aktuellen Ereignisse erzählen, gibt es auch immer wieder Passagen, die aus der Sicht von Chloe geschrieben wurden. Chloe lebt mit ihrem gewalttätigen Ehemann zusammen und sucht verzweifelt eine Möglichkeit, aus ihrer Ehe zu fliehen, ohne dass er sie vorher umbringt – und ja, es ist von Anfang an ziemlich klar, welche Verbindung es zwischen Imogen und Chloe gibt. Aber die Tatsache, dass diese zwei Handlungsstränge parallel erzählt werden, sorgt dafür, dass sich – obwohl relativ wenig zu passieren scheint – überraschend viel Spannung aufbaut. Die Chloe-Passagen enthalten einige Elemente, die aufgrund der geschilderten (oder angedeuteten) Gewalt eigentlich mit CWs versehen werden sollten, während in Imogens Part bis zum Showdown am Ende nichts wirklich Schlimmes passiert.

Das machte Imogens Teil deutlich spannender zu lesen, weil ich ständig darauf wartete, dass aus der unterschwelligen Bedrohung etwas Greifbares wird, gegen das die Protagonistin vorgehen könnte. Imogen wohnt allein mit ihrer kleinen Tochter in einem Haus außerhalb des Ortes, und immer wieder zeigen Fußspuren im Schnee, dass fremde Personen auf dem Grundstück waren. Es kommt zu Vandalismus und es gibt Anzeichen dafür, dass jemand ins Haus eingedrungen ist. Wobei viele dieser Vorfälle theoretisch von Jugendlichen aus Red Fox Lake begangen worden sein könnten oder von der recherchierenden Journalistin … Oder vielleicht war es doch nur Imogens Einbildung, die sie glauben ließ, dass in ihrem Zuhause etwas nicht in Ordnung ist? Diese Unsicherheit sorgte dafür, dass ich beim Lesen die ganze Zeit aufmerksam auf jeden Hinweis, auf jedes verdächtige Verhalten und auf jede weitere Wendung lauerte.

Ich finde es immer auch wieder faszinierend, wie es Skyla Dawn Cameron gelingt, Charaktere zu erschaffen, deren Erfahrungen mir so fern sind und deren Verhalten ich trotzdem so nachvollziehbar finde. Imogen ist sich bewusst, dass sie häufig zu misstrauisch und zu harsch ist, aber sie ist wild entschlossen, nie wieder in eine Position zu geraten, in der sie hilflos ist oder von jemandem als schwach wahrgenommen wird. Ihre Paranoia ist stimmig, wenn ihre Vergangenheit mit in Betracht gezogen wird, ebenso wie ihr Verhalten am Ende der Geschichte, das zu einer – für mich – doch ziemlich unvorhersehbaren Wendung führte. Die Tatsache, dass die Autorin mich immer wieder überraschen kann, obwohl ich das Gefühl habe, dass Thriller so oft nach dem selben Schema aufgebaut sind – was dann zu einem vorhersagbaren Showdown führt – sorgt dafür, dass ich definitiv noch mehr Thriller von ihr lesen möchte. Und wer weiß, vielleicht traue ich mich irgendwann sogar an die Horrorgeschichten von Skyla Dawn Cameron heran.

Lese-Sonntag im Januar 2024

Die ersten drei Wochen des neuen Jahres sind schon wieder vorbei und ich habe eben prompt erst einmal „Januar 2023“ bei der Überschrift geschrieben. Es wird wohl noch ein paar Monate dauern, bis ich mich an das neue Datum gewöhne. 😉 Immerhin habe ich in den letzten Tagen wieder in einen Rhythmus gefunden, der mir genügend Lesezeit lässt, und das habe ich prompt genutzt, um diverse Bücher/Comics/Manga parallel zu lesen. Während ich bei den Comics gern mal ohne „SuC“ wäre (was noch sehr lange dauert, weil allein mit den Elfquest-Sammelbände fast 4000 ungelesene Seiten vor mir liegen,) wühle ich mich bei den Manga gerade durch meine Regale, um zu schauen, was ich da vielleicht mal aussortieren kann. Was natürlich dazu führt, dass ich ganz viele Bände noch einmal lesen muss, um zu einem Urteil zu kommen. Und weil Romane, Comics und Manga ja nicht genug sind, um meine Lesezeit zu füllen, habe ich nebenbei auch noch eine Anthologie und ein Sachbuch angefangen … Meine Tage haben definitiv zu wenig Stunden. *g*

Neben all den Büchern, die ich heute weiterlesen möchte, haben mein Mann und ich für heute Vormittag noch eine Brettspielrunde mit „Cthulhu – Death May Die“ geplant. Außerdem habe ich einen Sauerteig im Kühlschrank, den ich gleich noch zu Frühstücksbrötchen verarbeiten will. Damit sollte ich mal anfangen – sobald ich mich wach genug fühle, um dabei nicht zu viele Fehler zu machen …

Update 10:00 Uhr

Uiuiui, mal schauen, ob das mit meinen Brötchen noch was zum Frühstück wird (nur gut, dass ich immer so spät frühstücke)! Im Rezept stand, dass der Teig entweder fünf Stunden bei Zimmertemperatur oder über Nacht im Kühlschrank gehen soll und als ich ihn heute morgen aus dem Kühlschrank holte, zeigte er keinerlei Anzeichen von nächtlicher Aktivität. Jetzt hoffe ich, dass ihn etwas Zeit vor der Wohnzimmerheizung so weit wiederbelebt, dass ich ihn heute noch zu Brötchen verarbeiten kann. Ich bin gespannt, was das wird … Ansonsten habe ich etwas in der Wohnung rumgewuselt, den Abwasch vom Abendessen erledigt, mich mit einer Fehlermeldung auf meinem Blog rumgeärgert, mich online rumgetrieben und eine Runde auf meiner Animal-Crossing-Insel gedreht. Und während ich dieses kleine Update schreibe, baut mein Mann schon mal unser Brettspiel auf, damit wir das gleich spielen können.

Update 13:30 Uhr

Das war heute eine wirklich amüsante Spielrunde! Das heutige Brettspiel („Cthulhu – Death May Die“) hatte sich mein Mann zu Weihnachten geschenkt, weil es das Spiel mit allen Erweiterungen im Angebot gab. Bislang haben wir vier Kampagnen gespielt (und die Hälfte davon mussten wir zweimal spielen, weil wir beim ersten Mal gescheitert waren) und es ist immer wieder spannend wie unterschiedlich sich die verschiedenen Runden anfühlen. Heute haben mein Mann und ich mit einem Ranger (Morgan) und einer Nonne gespielt. Beide Figuren hatten keine besonders guten Angriffsmöglichkeiten, waren dafür aber „zäh“, was nach etwas Aufleveln bedeutete, dass sie Angriffe zum Teil ignorieren konnten. Das war auch das einzige, was uns heute gerettet hat – eine weitere Runde hätten wir nicht überstanden, aber so haben wir es knapp geschafft „Die Schwarze Ziege“ zu besiegen.

Was auch lustig war, war, dass wir heute in einem Museum unterwegs waren, so dass wir nicht nur mit Monstern und Kultisten zu tun hatten, sondern auch mit Museumswächtern. Diese konnten wir natürlich nicht einfach besiegen, sondern wir mussten dafür sorgen, dass sie uns nicht erwischten, während wir versuchten Artefakte zu klauen, mit denen wir das Ritual der Kultisten zur Beschwörung der Monster unterbrechen konnten. Die Nonne meines Mannes war zwischendurch so von Monstern umringt, dass ich schon dachte, dass das Spiel vorbei sei – und wenig später hatte ich so viele Monster in dem kleinen Raum versammelt, in dem ich war, dass wir die Figuren neben das Spielfeld stellen musste, weil nicht genug Platz war … Alles in allem haben wir viel Spaß mit unserer heutigen Brettspielrunde gehabt und ich bin gespannt, wohin es uns dann beim nächsten Mal verschlägt (wenn ich einen türkischen Arzt ohne nennenswerte Kampfoptionen spielen werde).

Ein Teller mit zwei Möhren, einer aufgeschnittenen Kohlrabi und einem Schälchen mit Salzcrackern. Dahinter ist ein Stapel mit mehreren Büchern und eine kleine Sturmlaterne zu sehen.

Da mein Brötchenteig immer noch etwas arg träge ist, gab es zum Frühstück dann ein paar Salzcracker, die mein Mann gestern zum Ausprobieren gekauft hat. (Lecker, aber sehr salzig!) Außerdem habe ich ein bisschen in meinem aktuellen eBook „Brute of All Evil“ von Devon Monk gelesen. Das ist der neunte (und letzte?) Teil der Ordinary-Magic-Reihe und obwohl das Lesen des achten Bands schon eine Weile her ist, finde ich es wieder sehr nett in dem Ort Ordinary (in dem die Götter Urlaub machen) unterwegs zu sein. Die Brötchen werde ich dann wohl erst heute Nachmittag backen können – nur gut, dass wir für heute Abend Lieferessen geplant haben! *g*

Update 17:15 Uhr

Blick in ein geöffnetes Buch. Zu sehen ist Eintrag Nr. 21. von "Fake History" mit dem Titel "This Second World War photo shows a German soldier using a mobile phone" inklusive Foto und dem Anfang des Debunking-Texts.

Nach dem letzten Update habe ich erst einmal eine Weile mit Bloglesen und -kommentieren verbracht, bevor ich wieder zum Buch gegriffen habe. Genau genommen habe ich einen Eintrag in „Fake History – 101 Things that Never Happend“ gelesen, der sich darum drehte, wie Jo Hedwig Teeuwisse herausfand, an welchem Ort und für welche Produktion ein Foto geschossen wurde, das vor einigen Jahren online herumging als „Beweis“ dafür, dass Soldaten im Zweiten Weltkrieg Smartphones hatten. Dieses Mal kein „Fake“, der besonders glaubwürdig war (was nicht bedeutet, dass es keine Personen gäbe, die diese Behauptung glauben würden), aber wie immer interessant, welche Wege nötig waren, um herauszufinden unter welchen Umständen genau das Foto entstanden ist.

Das Cover der Anthologie "In Sunlight or in Shadow" mit einem Ausschnitt eines Edward-Hopper-Gemäldes, das eine Frau in einem blauen Hosenanzug neben einer Treppe zeigt.

Danach habe ich eine Kurzgeschichte („Rooms by the Sea“ von Nicholas Christopher) in der „In Sunlight or in Shadow“-Anthologie gelesen. Ich muss zugeben, dass ich mit der Anthologie nicht ganz warm werde, obwohl ich die Grundidee (jede Geschichte basiert auf einem Gemälde von Edward Hopper) sehr mag. Die heute gelesene Geschichte dreht sich unter anderem um ein Gebäude am Meer, das auf unerklärliche Weise im Laufe der Jahre immer mehr Räume bekommt, bis sich selbst die aktuelle Besitzerin nicht mehr darin zurechtfindet. Beim Lesen bin ich von „Was lese ich hier?“ über „Da sind ein paar nette Details, die meine Fantasie anregen“ bis „DAS ist deine Auflösung?!“ gewandert – und ich glaube, ich muss das noch etwas sacken lassen, bevor ich mir eine Meinung zu dieser Kurzgeschichte bilden kann.

Eine große Tasse mit einer Milchschaumhaube, links daneben steht eine kleine Schale mit Schokoladenstücken, rechts dahinter ein Stapel Bücher. Das oberste Buch zeigt als Cover eine üppige rosa Blüte vor einem schwarzem Hintergrund.

Danach wurde es Zeit für Kaffee (und Schokolade) und „The Paper Garden“ von Molly Peacock. Ich bin noch am Anfang dieser Biografie und finde Mary Delany als Person und als Künstlerin sehr faszinierend, muss aber zugeben, dass ich den Schreibstil von Molly Peacock (die vor dieser Veröffentlichung vor allem für ihre poetry collections bekannt war) etwas gewöhnungsbedürftig und sehr viel blumiger als mir persönlich lieb ist … Das ändert nichts daran, dass Mary Delany eine interessante Frau mit einem spannendem Leben war, von dem ich gerne lese. Aber wenn ich gewusst hätte, dass ich den Schreibstil von Molly Peacock so ungern lese, hätte ich zu dem eBook mit Mary Delanys Briefen gegriffen.

Update 20:30 Uhr

Eine weiße Schale, die zur Hälfte mit Reis und zur Hälfte mit Mandel-Curry und Kartoffelbällchen (gut versteckt in der Currysauce) gefüllt ist.

Die Zeit seit dem letzten Update war vor allem von Essen geprägt. *g* Nachdem ich noch ein bisschen in „The Paper Garden“ gelesen hatte, haben wir bei dem guten indischen Restaurant im Viertel unser Abendessen bestellt und während wir auf die Lieferung wartete, habe ich die Brötchen rundgewirkt und zum Gehen in den beleuchteten (nicht beheizten!) Ofen gestellt. Mein Malai Kofta war wieder köstlich – ich finde es lustig, dass mein indisches Lieblingsessen in dem Restaurant am Wochenende immer etwas schärfer gewürzt ist als in der Woche (während mein Mann heute eine spürbar mildere Sauce bei seinem Curry mit Hühnerfleisch hatte als sonst).

Ein Backblech mit Backpapier, auf dem mehrere goldbraun gebackene Brötchen liegen.
Ein aufgeschnittenes Brötchen mit einer schönen, wenn auch etwas unregelmäßigen Krume.

Nachdem wir mit dem Essen fertig waren, habe ich den Ofen angeworfen und endlich meine Brötchen gebacken. Da meine Unterhitze nicht funktioniert, kann ich beim Backen nicht richtig Schwaden, weshalb die Brötchen nicht superkross geworden sind. Aber sie haben eine Kruste und eine Krume mit deutlichen Luftlöchern! Lustigerweise sind ein paar der Brötchen so aufgegangen, dass sie einen kleinen „Fuß“ bekommen haben (und wenn ich nicht Angst gehabt hätte, dass sie trocken werden, hätte ich das Blech am Ende besser einmal gedreht und noch für weitere drei Minuten drin gelassen). Alles in allem bin ich angesichts der Probleme, die ich heute Vormittag mit dem Teig hatte, aber wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Die erste Geschmacksprobe haben wir auch schon gemacht – das Brötchen war viel, viel zu heiß und deshalb noch etwas feucht innen, aber sehr lecker!

Das Cover von "The Body in the Blitz", das drei Kinder vor einem grünen Hintergrund zeigt. Ein asiatisch wirkendes Mädchen sitzt dabei mit einem Buch in der Hand an der oberen Kante des Covers, ein rothaariges Mädchen läuft darunter mit einer Lupe in der Hand und auf der rechten Seite steht ein Schwarzer Junge und streichelt eine orangefarbende Katze.

Den Rest des Abends werde ich jetzt noch mit „The Body in the Blitz“ verbringen. Das ist der zweite Band der „Ministry of Unladylike Activity“-Reihe von Robin Stevens und dieses Mal haben Fionnuala, May und Eric ihren ersten offiziellen Einsatz als Spione und stolpern dabei über eine Leiche in einem ausgebombten Gebäude. Ich habe gestern Abend erst mit dem Buch angefangen und freue mich gerade sehr über das Wiedersehen mit den drei Detektiven. 🙂

Update 23:00 Uhr (letztes Update)

Ich hatte heute Abend viel Spaß mit „The Body in the Blitz“ und mit all den Informationen, die Robin Stevens über die Arbeit für den britischen Geheimdienst im Zweiten Weltkrieg in die Geschichte eingebaut hat. Ich bin mir sicher, die Autorin hat ebenfalls „Between Silk and Cyanide“ gelesen. *g* Nuala, May und Eric lernen Nachrichten zu codieren und decoden und überraschend viele Personen in ihrem aktuellem privaten Umfeld haben entweder Kontakt zum Ministerium oder zum Britischen Museum. Außerdem gibt es nicht nur eine unidentifizierte weibliche Leiche, sondern auch gleich zwei Frauen, die in den letzten Monaten ohne weiteres Lebenszeichen verschwunden sind. Oh, und Daisy (die gemeinsam mit Mays Schwester Hazel die Protagonistin der Vorgänger-Reihe war) befindet sich anscheinend im besetzten Frankreich und es gibt schon seit längerer Zeit kein Lebenszeichen von ihr. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf morgen Nachmittag, wenn ich hoffentlich weiterlesen kann. Jetzt geht es für mich aber erst einmal ins Bett!

Es war wieder einmal nett mit euch gemeinsam den Lese-Sonntag zu verbringen! Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Tag und könnt erholt in die neue Woche starten! Bis bald! 🙂

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Heutige Mitleser*innen:

K. O’Neill: The Moth Keeper (Comic)

„The Moth Keeper“ von K. O’Neill dreht sich um Anya, die in einer kleinen Gemeinschaft in einer Wüste lebt. Anya und ihre Nachbarn gehören zum Nightvillage, also zu den Personen, die nachts wach sind und deren Leben sich um den Night-Flower Tree und all die Produkte, die mit dieser Pflanze zusammenhängen, dreht. Genau genommen beginnt Anya auf den ersten Seiten der Geschichte ihre Ausbildung zum Moth Keeper und lernt unter der Anleitung des aktuellen Moth Keepers Yeolen, sich um die Motten des Moon-Spirits zu kümmern und diesem in der Nacht Gesellschaft zu leisten.

Doch das Leben als Moth Keeper ist einsam und die Tatsache, dass Anya Angst vor der Dunkelheit hat und sich nach der Sonne sehnt, macht ihre Aufgabe nicht einfacher. Dabei hat Anya sich bewusst dafür entschieden als Moth Keeper ihrer Gemeinschaft zu Diensten zu sein. Sie weiß genau, wie wichtig die Motten nicht nur für das Nightvillage, sondern auch für all die Pflanzen und Tiere in der Wüste sind. Das ändert aber nichts daran, dass sie sich allein und ängstlich fühlt, wenn sie in der Nacht die Motten hütet und dafür sorgt, dass diese vor Sonnenaufgang wieder sicher in ihre Behausung zurückgekehrt sind. Ich mochte es sehr, wie K. O’Neill Anyas Zwiespalt zwischen ihrer selbstgewählten Aufgabe und ihrer Sehnsucht nach Gesellschaft und Anerkennung dargestellt hat. Immer wieder wird deutlich, wie jung Anya ist und wie schwer es ihr fällt, um Hilfe zu bitten, obwohl sie welche benötigt.

Trotz aller Sorgen, die Anya sich macht, und trotz aller Einsamkeit, die sie fühlt, ist „The Moth Keeper“ alles andere als eine traurige Geschichte. Es gibt so viele kleine Szenen, die deutlich machen, dass Anya in einer liebevollen Gemeinschaft lebt, in der die Bewohner des Nightvillage füreinander da sind. Auch wenn nicht allen von Anfang an bewusst ist, dass Anya Hilfe benötigt, so ist es unübersehbar, wie viele Personen bereit sind, ihr zur Seite zu stehen, sobald sie es zulässt. Ich mochte all die kleinen und großen Szenen zwischen den verschiedenen Charakteren, sei es mit Anya, die zum Beispiel verzweifelt versucht, ihrer besten Freundin Estell keine Sorgen zu machen, oder mit Anyas Nachbarn, die sich darüber unterhalten, wie sie sich gemeinsam um Anya kümmern können.

K. O’Neills Zeichenstil ist in „The Moth Keeper“ häufig skizzenhafter als in „The Tea Dragon Society“, aber das passt sehr gut zu dieser nächtlichen Welt, in der sich Anya bewegt. Ich mag die Figuren, die auch in dieser Geschichte neben ihrer menschlich anmutenden Gestalt kleine tierische Elemente (wie Ohren, Schnäbel oder Flügel) aufweisen. Und ich finde es großartig, wie K. O’Neill immer wieder in der Geschichte kleine Details zu den Pflanzen in der Wüste aufgreift – hier wird deutlich, wie sehr „The Moth Keeper“ (wie im Nachwort erwähnt) von der neuseeländischen Natur im Tongariro Nationalpark und Kā Tiritiri o te Moana beeinflusst wurde. Auch die Farben, die K. O’Neill für diesen Comic verwendet, sind etwas gedämpfter und dunkler als bei den Teedrachen, aber das passt ganz wunderbar zu der traumartigen Atmosphäre in der Geschichte.

Ann Aguirre: The Only Purple House in Town

Über „The Only Purple House in Town“ von Ann Aguirre bin ich vor ein paar Tagen zufällig gestolpert, und ich fand die Inhaltsangabe nett genug, um die Leseprobe zu lesen. Danach habe ich mir dann das eBook gekauft und ein paar nette Abende mit der Geschichte verbracht. Erzählt wird die Handlung aus den Perspektiven von Iris Collins und Eli Reese, die sich vor fünfzehn Jahre (Eli war zehn und Iris war zwölf Jahre alt) kurz begegneten, als Iris Eli vor einem Mitschüler beschützte. Seitdem hat sich das Leben der beiden Figuren sehr unterschiedlich entwickelt: Iris ist hoch verschuldet, steht kurz vor der Obdachlosigkeit und hat das Gefühl, dass alles, was sie in die Hand nimmt, schief läuft. Eli hat hingegen als App-Entwickler so viel Erfolg, dass er sich problemlos ein paar Wochen Urlaub gönnen kann, um seiner Großmutter bei einem Start in ein neues Leben zu helfen.

Erst als Iris das Haus „Violet Gables“ in dem kleinen Ort St. Claire (und etwas Bargeld) von ihrer Großtante Gertie erbt, scheint sich ihr Glück zu wenden. Nach und nach vermietet sie immer mehr Zimmer in ihrem Haus an die unterschiedlichsten Personen, und so versammelt sich unter Iris‘ Dach im Laufe der Zeit eine ungewöhnliche found family. Auch Eli gehört zu den Personen, die von Iris ein Zimmer mieten – was ihm nicht nur die Möglichkeit bietet, mehr Zeit mit der Frau zu verbringen, an die er fünfzehn Jahre lang immer wieder gedacht hat, sondern ihn auch zum ersten Mal in seinem Leben engere Freundschaften knüpfen lässt. Ich fand es sehr wohltuend, von all den Personen zu lesen, die sich in „Violet Gables“ zusammengefunden haben, und zu sehen, wie sie alle in einem Umfeld aufblühen, in dem rücksicht- und respektvoll mit ihnen umgegangen wird. Dabei ist das Leben für Iris und ihre Mitbewohner nicht ohne Probleme, aber egal ob es sich dabei um die fürchterliche Nachbarin, Reparaturen am Haus oder Dramen mit den Familienmitgliedern der jeweiligen Personen handelt, als Leserin hatte ich nie das Gefühl, dass irgendwas davon nicht gut ausgehen würde.

Was mich zu dem größten Kritikpunkt an der Geschichte bringt: „Elis Geheimnis“! Eli zieht aufgrund eines Missverständnisses in Iris‘ Haus ein (sie denkt, er spricht sie an, weil er sich für ein Zimmer bewerben will, und er ist zu schüchtern und zu glücklich über das Wiedersehen, um das aufzuklären). Statt das Ganze nach den ersten Tagen, als sich alle besser kennenlernen, anzusprechen, macht Eli daraus ein großes Geheimnis – ebenso wie aus der Tatsache, dass er mehr Geld hat als alle anderen zusammen. Was natürlich dazu führt, dass es gegen Ende des Romans erst einmal ein großes Drama geben muss, als Iris herausfindet, was Eli alles verschwiegen hatte. Das war vollkommen unnötig (es gibt noch andere Punkte, die zum dramatischen Höhepunkt der Handlung beitragen und die vollkommen ausgereicht hätten), es war von Anfang an abzusehen und es passte nicht zu dem Charakter, den Ann Aguirre mit Eli geschaffen hatte.

Außerdem finde ich es lustig, dass ich bislang die fantastischen Elemente in „The Only Purple House in Town“ gar nicht erwähnt habe, obwohl ich sie wirklich nett fand. Aber wenn ich genau bin, dann spielen sie eigentlich keine wichtige Rolle in der Handlung. Es ist egal, dass Iris‘ Eltern Vampire sind und sich von negativen Gefühlen ernähren, denn das ist nicht der Grund, wieso Iris in der Gesellschaft ihrer Mutter und ihrer Schwestern unglücklich ist. Es hilft bei der Renovierung, dass später eine Person ins Haus zieht, die mit Magie Materialien auffrischen kann, aber einer der anderen Mitbewohner hatte vorher schon mit seinen handwerklichen Kenntnissen alles Wichtige repariert. Vor allem sind die fantastischen Elemente in dem Roman also vorhanden, um Gespräche anzustoßen, Probleme mit der konservativen Nachbarin zu verursachen oder für amüsante Momente zu sorgen – all das wäre auch ohne Gestaltwandler*innen, Vampir*innen oder Hexen möglich, aber vermutlich nicht ebenso unterhaltsam gewesen.

Alles in allem habe ich mich mit der Geschichte wirklich wohlgefühlt, auch wenn das Ende von „The Only Purple House in Town“ etwas arg kitschig war und ich eine weniger magische Lösung für das größte Problem der Hausgemeinschaft schöner gefunden hätte. Es gibt in dem Roman so viele zauberhafte Momente, in denen Iris und all die anderen Charaktere aufmerksam miteinander umgehen, in denen deutlich wird, dass sie auf die Eigenheiten der anderen Rücksicht nehmen, damit alle gut und sicher zusammen leben können. Ich mochte die verschiedenen Figuren mit all ihren Eigenarten wirklich gern, ich habe über diverse Szenen geschmunzelt und regelmäßig „nur noch ein weiteres Kapitel“ gelesen. Überhaupt hätte ich nichts dagegen, weitere solche Geschichten von der Autorin zu lesen. Es gibt von ihr auch noch die Fix-It-Witches-Trilogie, die in dem gleichen Ort spielt wie dieser Roman, aber die Tatsache, dass das eBook des ersten Bands („Witch Please“) aktuell über 13 Euro kostet, hält mich davon ab, ein paar weitere entspannte Stunden in St. Claire zu verbringen.

Jennifer Adam: The Last Windwitch

„The Last Windwitch“ von Jennifer Adam hat ein Jahr auf meinem SuB geruht, bis ich den Titel dann im vergangenen Dezember endlich in die Hand genommen habe, weil ich beim Zusammenstellen meiner „Winter-Leseliste“ darüber gestolpert war. Ich weiß nicht, wieso ich dachte, dass die Geschichte „märchenhaft“ sein würde, aber das war sie nicht. Stattdessen bot sie mir die perfekte Mischung aus vertrauten fantastischen Kinderbuch-Elementen und kleinen Dingen, die dem Ganzen eine individuelle Note verliehen, was mir viel Freude bereitet hat. Außerdem habe ich die Protagonistin Brida und sehr viele der Personen, die sie im Laufe der Handlung kennenlernt, wirklich in mein Herz geschlossen. Und ich habe es genossen, von all den verschiedenen Verwendungen für „Alltagsmagie“ in dieser fantastischen Welt zu lesen.

Die Protagonistin Brida ist schon als Baby zu ihrer Pflegemutter „Mother Magdi“ gekommen und hat von ihr gelernt, mit der Magie einer Hedgewitch umzugehen. Doch obwohl Brida von klein auf den Umgang mit Magie gelernt hat, ist sie so schlecht darin, dass sie nicht hoffen kann, die Prüfung zu bestehen, die – wie es für Zwölfjährige in diesem Land üblich ist – das Ende ihrer Lehrzeit markieren würde. Die Tatsache, dass Brida ein Findelkind ist, und dass sie ständig versagt, wenn sie Hedgewitch-Magie anwenden will, sorgen dafür, dass sie sich in ihrem Leben ziemlich fehl am Platz fühlt. Dabei ist ihr bewusst, dass Mother Magdi sie wirklich liebt, immer für sie da ist und sie unterstützt. Ich persönlich fand es sehr schön, von dem Verhältnis dieser beiden Figuren zu lesen. Denn obwohl Brida nicht glücklich ist und das Gefühl hat, dass Mother Magdi ihre Probleme nicht nachvollziehen kann, so ist da doch die ganze Zeit eine sehr stabile Basis aus Zuneigung zwischen dem Mädchen und seiner Pflegemutter.

Neben diesen schönen Szenen zwischen Brida und Mother Magdi gibt es von Anfang an Anzeichen dafür, dass das Leben im Königinnenreich nicht einfach ist. Die Königin hat die alten Bräuche verboten, wie die Anwendung von großer Magie und das Erzählen der alten Geschichten, und mit jedem Jahr, das sie an der Macht ist, finden immer mehr Flüchtlinge ihren Weg in das kleine Tal, in dem Brida lebt. Das Wetter ist unberechenbar geworden, Hungersnöte gehören inzwischen zum Alltag und jeder Anwohner muss fürchten, dass er von einem Spion der Königin aus irgendeinem Grund in Gefangenschaft genommen wird. Wie schlimm die Situation im Land wirklich ist, erlebt Brida erst, als sie das Tal verlassen muss, weil sie vom Jäger der Königin gejagt wird. Und auch wenn für mich beim Lesen von Anfang an klar war, wieso sie die Aufmerksamkeit des Jägers auf sich gezogen hat, so fand ich es schön mitzuerleben, wie Brida erst nach und nach die Gründe dafür (und damit auch mehr über ihre Herkunft) herausfindet.

Spannend fand ich es auch, dass ich mich beim Lesen von „The Last Windwitch“ dabei ertappt habe, dass ich im ersten Drittel ständig darauf wartete, dass Brida ihr Dorf verlässt – einfach deshalb, weil es in ähnlichen fantastischen Kinderbüchern so üblich ist, dass die Autor*innen ihre Protagonist*innen nach einer kurzen Einführung ins Abenteuer schicken. Jennifer Adam lässt sich hingegen viel Zeit, um Brida und ihr Umfeld vorzustellen und um mit kleinen Ereignissen in Bridas Heimatort die großen Entwicklungen in dem Land anzudeuten. Mir hat das gut gefallen, weil es dafür sorgte, dass ich mir bei all den späteren Gefahren, denen Brida trotzen muss, immer sicher sein konnte, dass Mother Magdi und ihre Freund*innen aus der Ferne alles versuchen, um das Mädchen zu finden und sie zu unterstützen. Außerdem lernt Brida – natürlich – im Laufe ihrer Reise neue Personen kennen, die so für sie da sind wie Brida für sie.

Zusammengenommen ergaben all diese Dinge die – eingangs erwähnte – Mischung aus vertrauten und ungewöhnlichen Elemente in der Handlung, die dafür sorgte, dass ich „The Last Windwitch“ wirklich genossen habe. Es gibt so viele kleine Szenen rund um die Traditionen am „Tag der Erinnerung“ und die alltägliche (und die größere) Magie, die ich wunderbar fand. Dazu kommt noch die Entwicklung, die Brida im Laufe der Zeit durchmacht, und wie sie nicht nur mehr über sich und ihre Fähigkeiten herausfindet, sondern auch mehr über die Personen um sie herum. Brida ist eine wirklich liebenswerte Protagonistin, die von Jennifer Adam so geschrieben wurde, dass sie – in meinen Augen – eine stimmige Zwölfjährige ist und die trotzdem versucht, so „erwachsen“, wie es ihr möglich ist, mit den Herausforderungen umzugehen, die ihr begegnen. Ich werde definitiv die Augen nach weiteren Titeln von Jennifer Adam aufhalten! Der einzige Grund, wieso ich von ihr noch nicht „Lark and the Wild Hunt“ gekauft habe, ist, dass ich Hardcover nicht so gern lese und hoffe, dass es von dem Titel noch eine Taschenbuchausgabe geben wird.

Urlaubsende …

So sehr ich es mag, dass mein Mann und ich die erste Januarwoche noch Urlaub haben (also er hat Urlaub und ich schließe mich da wie immer an 😉 ), so schwer fällt es mir nach dieser längeren Auszeit wieder in meinen Alltag zu finden. Es gibt eine Menge Dinge, die ich so langsam in Angriff nehmen sollte, und nachdem ich in der letzten Woche meinen Haushalt fast vollständig ignoriert habe, gibt es auch da einiges aufzuholen. Aber ich denke, ich werde es langsam angehen lassen …

Ich habe es in den letzten Tagen sehr genossen, dass ich – neben der einen oder anderen Brettspielrunde und Zeit mit Videospielen – viel gelesen habe. Genau genommen habe ich in diesem Jahr schon vier Bücher, drei Kurzgeschichten und zwei Comics gelesen. Außerdem liegen gerade zwei angefangene Sachbücher neben mir – wobei ich bei dem einen („Fake History – 101 Things that Never Happend“) bewusst jeden Tag nur einen Eintrag lese und dementsprechend noch 93 Tage mit dem Buch vor mir habe. Ich glaube nicht, dass ich in 2024 noch einmal in einer Woche 2000 Seiten lesen werde, aber es fühlt sich nach einem sehr guten Start ins Jahr an und ich hoffe, dass ich diese Leselust in den nächsten Wochen aufrecht halten kann.