Rosalie Oaks: Lady Avely’s Guide to Truth and Magic (Matronly Misadventures 1)

Den ersten Band der „Matrony Misadventures“ hatte ich vorbestellt, weil ich die Inhaltsangabe so nett fand und so gern historical fantasy mit schon etwas älteren Protagonistinnen lese. Dabei habe ich von Rosalie Oaks noch „The Lady Jewel Diviner“ ungelesen auf dem eReader (und erst nach dem Lesen von „Lady Avely’s Guide to Truth and Magic“ habe ich festgestellt, dass das der erste Band der Vorgängerreihe war, die sich um Lady Avelys Tochter drehte). In Rosalie Oaks‘ Roman wird die Handlung von Lady Judith Avely erzählt. Judith ist seit neun Jahren Witwe und hat gerade erst eine Londoner Saison hinter sich gebracht, die dazu führte, dass ihre Tochter sich verlobt hat. Nachdem ihre beiden Kinder erwachsen genug sind, um sie nicht mehr zu brauchen, und sie – aufgrund einer nachträglichen Ehrung ihres verstorbenen Ehemanns Nicholas – Besitzerin eines vernachslässigten Schlosses in Cornwall geworden ist, beschließt Judith, von London nach Cornwall zu reisen. Auf dem Weg macht sie einen Abstecher in ihren Geburtsort, um sich um eine Angelegenheit zu kümmern, die sie seit Längerem vor sich hergeschoben hat.

Genau genommen will sie Robert, der der illegitime Sohn ihres verstorbenen Mannes ist, einen Platz in ihrer Familie anbieten. Von Roberts Existenz hat Judith erst vor einigen Monaten erfahren, und sie brauchte etwas Zeit, um mit diesem Wissen umzugehen. Zusätzlich erschwert wird ihr Vorhaben dadurch, dass Robert als Diener auf dem Anwesen des Duke of Sargen arbeitet und Judith und der Duke eine gemeinsame Vergangenheit haben, die ihr einen höflichen Umgang mit ihm erschwert. Doch als Judith vor Ort eintrifft, muss sie feststellen, dass es einen Mord im Herrenhaus gegeben hat, bei dem ein Diener von einem Buch erschlagen wurde. Es gehen Gerüchte um, dass eine geisterhafte Erscheinung für den Tod verantwortlich sein soll – und der Duke benötigt Judiths magische Fähigkeit zu hören, wenn eine Person lügt, um herauszufinden, wer für die Tat verantwortlich ist.

Jedes Kapitel in „Lady Avely’s Guide to Truth and Magic“ wird eingeleitet mit einer Lektion rund um Judiths besondere Fähigkeit, außerdem gibt es immer wieder Passagen, die erzählen, wie sich Judith und der Duke kennengelernt haben und welche Verbindung es sowohl zwischen den beiden als auch zwischen dem Duke und Judiths verstorbenen Ehemann Nicholas gab. Mir persönlich hätten diese Elemente vollkommen gereicht, um das Verhältnis zwischen den beiden Figuren zu erklären. Aber Rosalie Oaks wendet zusätzlich noch einige Zeit dafür auf, um Judith darüber nachsinnen zu lassen, wie sehr der Duke sie vor alle den Jahren gekränkt hat und wie wenig vertrauenswürdig ein Mann seines Rufes sei – und das war mir dann doch etwas zu viel. Wenn es nicht immer und immer wieder diese Gedankenspiralen von Judith gegeben hätte (die angeblich so eine gute Beobachterin ist, aber trotzdem nicht über das hinwegkommt, was der Duke ihr vor über zwanzig Jahres gesagt hat, statt aus ihren eigenen Beobachtungen Schlüsse zu ziehen), hätte ich den Roman so amüsant gefunden, dass ich den zweiten Band gleich vorbestellt hätte.

Denn es gibt wirklich viele nette Elemente in „Lady Avely’s Guide to Truth and Magic“. Da wäre einmal die Magie, über die einige Familien verfügen und die sich in sehr spezialisierten Begabungen wie Illusion, Stärke oder eben die Fähigkeit zu hören, ob jemand lügt, zeigen. Das fand ich überraschend interessant gemacht, vor allem, da der Einsatz dieser Magie ziemlich anstrengend für die Personen ist und einen ähnlich ermüdenden und enthemmenden Effekt wie Alkohol haben kann. Dann gab es da noch die vampiric, die diesen Effekt mildern und die magiewirkenden Personen unterstützen können – und sowohl der Duke als auch Judith haben da zwei sehr individuelle Unterstützer an ihrer Seite, die ich unterhaltsam fand. Auch die Suche nach dem Mörder und den Hintergründen der Tat habe ich gern verfolgt, und ich fand es spannend, mehr über die Geheimnisse all der Anwesenden im Herrenhaus zu erfahren.

Mein Hauptkritikpunkt an „Lady Avely’s Guide to Truth and Magic“ ist also dieses endlose Festhalten von Judith an früheren Erlebnissen, während ich alles andere wirklich unterhaltsam fand und mich immer wieder über kleine Szenen zwischen den verschiedenen Charakteren amüsieren konnte. Aber da es am Ende des Romans eine Aussprache zwischen ihr und dem Duke gibt, hoffe ich darauf, dass das in weiteren Bänden kein Problem sein sollte. Trotzdem werde ich wohl erst einmal „The Lady Jewel Diviner“ lesen, um zu schauen, ob ich auch da über etwas stolpere, was mich stört. Außerdem kann es nicht schaden, die Vorgeschichte zu kennen, wenn ich mich doch noch dazu durchringen sollte, den nächsten Band der „Matronly Misadventures“ vorzubestellen, bevor er im Dezember erscheint.

Lese-Sonntag im März 2024

Wenn die Wettervorhersage recht hat, dann wird das heute bei uns ein sehr grauer Tag – also theoretisch perfekt, um sich mit einem Buch einzurollen und zu lesen. Wobei ich zugeben muss, dass ich das in der letzten Wochen schon ziemlich intensiv getan habe. Genau genommen habe ich am Samstag vor einer Woche eine (für mich) neue Urban-Fantasy-Reihe („The City Between“-Reihe von W.R. Gingell) begonnen und lese mich seitdem systematisch durch die Bücher. Momentan bin ich bei Band sieben und parallel lese ich den elften Teil, der genaugenommen eine Sammlung von Kurzgeschichten ist, die ich an der passenden Stelle zwischen den Romanen einschiebe. Die Handlung ist eigentlich nichts besonderes, aber ich mag die Figuren und die Geschichte spielt in Tasmanien, was ich auch mal eine nette Abwechslung finde. Wobei ich so langsam das Gefühl habe, dass ich doch mal wieder etwas anderes lesen könnte … Mal schauen, für welches Buch ich mich also später entscheide. Erst einmal muss ich wach genug werden, um unter die Dusche zu hüpfen, und dann sehe ich weiter.

Update 11:00 Uhr

Den Vormittag habe ich recht entspannt verbracht. Ich habe geduscht, mich online rumgetrieben und etwas „Animal Crossing“ gespielt. Vor allem aber habe ich mich mit meinem Mann unterhalten, mit dem ich in der vergangenen Woche wegen Überstunden und Extraterminen nur wenig Zeit verbringen konnte. Außerdem habe ich „Between Decisions“ angefangen, den achten Band der „The City Between“-Reihe … Die Bücher sind wirklich schnell lesbar (und mit 200 bis 280 Seiten ziemlich kurz) und die Autorin schafft es mich mit den kleinen Enthüllungen am Ende eines Bandes so sehr bei der Stange zu halten, dass ich gleich zum nächsten greife. Oh, und ich finde die Idee hinter der Serie nett, weil die Protagonistin von einem Vampir und zwei Fae als „Pet“ gehalten wird – was ihr Schutz garantiert, während sie als eine Art Haushälterin für die drei fungiert. Nur hält das Ganze diese Protagonistin nicht davon ab immer wieder auf eigene Faust Dinge zu tun. Ein bisschen wie all die Teenager-Nebenfiguren, die sonst in Urban-Fantasy-Romanen auftauchen, um die weiche Seite der hartgesottenen Protagonist*innen zu zeigen, beschützt zu werden und neue Informationen zu bringen. Nur dass diese Figur halt dieses Mal die Protagonistin ist … Jetzt gibt es für mich aber erst einmal Frühstück und dann schaue ich, womit ich weitermache.

Ein weißer Teller mit einer gebutterten Scheibe Brot, einer sehr großen Möhre und einer in Stücke geschnittenen Kohlrabi. Daneben steht eine große Tasse mit Tee mit einem Schuss Milch.

Update 15:00 Uhr

Die Taschenbuchausgabe von Bunt! Auf dem Cover ist eine junge Schwarze Frau mit grünen Haaren und Taschen voller Zeichenuntensilien zu sehen, die in einer Hand einen Softball-Schläger hält, der auf ihrer Schulter liegt.

Seit dem letzten Update habe ich gefrühstückt (und parallel dazu Kommentare geschrieben) und dann habe ich zu „Bunt! – Striking Out on Financial Aid“ gegriffen. Der Comic ist im Februar als Taschenbuch erschienen und nach etwas hin und her ist er in der vergangenen Woche bei mir eingetroffen. (Momentan ist für mich die zuverlässigste Weise englischsprachige Bücher zu bestellen, wenn ich direkt über Blackwell’s in UK ordere. Das dauert zwar eine Weile, aber mir werden nicht ständig Vorbestellungen storniert, weil „nicht verfügbar“.) „Bunt!“ ist von Ngozi Ukazu („Check Please“) geschrieben und von Mad Rupert gezeichnet worden. Von Mad Rupert hatte ich noch nichts gesehen und ihr Stil ist mir stellenweise ein bisschen zu unrund, aber bislang amüsiere ich sehr über die Geschichte, die sich um eine Kunststudentin dreht, deren Stipendium weggefallen ist und die deshalb einigen Einfallsreichtum entwickelt, um an ein anderes Stipendium zu gelangen.

Die Taschenbuchausgabe von "A Spy in the House". Das in Rottönen gehaltene Cover zeigt vor allem den Titel in weißen, leicht geschnörkelten Buchstaben. Im Hintergrund ist ein britisch anmutendes Herrenhaus zu erahnen.

Und da fünf Stunden Schlaf heute Nacht wohl nicht genug waren, gab es nach ein paar Kapiteln in „Bunt!“ erst einmal eine Runde Mittagsschlaf. Danach habe ich zu „A Spy in the House“ von Y.S. Lee gegriffen und ein bisschen darin gelesen. Den Roman hatte ich 2020 schon mal gelesen und da er mir gefallen hatte, hatte ich die drei Fortsetzungen der Reihe auf meinen Wunschzettel gesetzt – und die Bücher dann nie gelesen, weil ich auf die richtige Stimmung für historische Kriminalromane wartete. Was bedeutet, dass ich in den letzten Monaten natürlich das Gefühl hatte, ich könnte die drei Titel nicht vom SuB ziehen, ohne vorher meine Erinnerungen an den ersten Band aufzufrischen. Mal schauen, ob ich das gesamte Buch lese, bevor ich zur Fortsetzung greife, im Moment gehe ich davon aus, weil sich die Geschichte wirklich nett liest. *g*

Update 19:00 Uhr

Eine weiße Untertasse mit einem Riegel Schokolade und zwei Schokokeksen, daneben eine große Tasse mit Milchschaumhaube und die restliche Schokoladentafel, deren Verpackung zeigt, dass es eine vegane Nougat-Schokolade ist.

Ich habe das Gefühl, ich war seit dem letzten Update vor allem mit Essen beschäftigt. 😉 Genau genommen habe ich mir am Nachmittag einen Milchkaffee gemacht und dazu eine Schokolade probiert, die es diese Woche bei unserem Gemüsekisten-Anbieter im Angebot gab. Sehr lecker, obwohl ich Nougat normalerweise nicht mag, und mein Mann, der Nougat besonders gern mag, fand sie auch sehr gut. Daneben habe ich ein weiter in „Between Decisions“ gelesen, weil der eReader einfach praktischer ist, wenn ich mit beiden Händen eine Tasse halte (und weil ich wissen wollte, wie es mit einer bestimmten Szene weitergeht *g*). Ansonsten habe ich ein paar Sachen online recherchiert und Seife für die nächsten Monate und einen neuen Pyjama bestellt.

Ein geöffneter Pizzakarton mit einer in Stück geschnittenen Pizza, die mit Ananasstückchen und Zwiebeln belegt ist.

So ist der Nachmittag überraschend schnell rumgegangen und es wurde Zeit die Pizzeria für unser Abendessen anzurufen. Zum Essen haben wir dann die aktuelle Folge von „Delicious in Dungeon“ geschaut. Ich liebe diesen Anime rund um eine Handvoll Abenteurer, die versuchen ein ehemaliges Teammitglied zu retten und dabei versuchen sich (nicht nur) aus finanziellen Gründen vor allem von Dingen zu ernähren, die sie im Dungeon finden! Da wir so viel Freude damit haben, heben wir uns die wöchentliche Folge immer für den Sonntagabend auf. 🙂 Ich weiß noch nicht so recht, womit ich den restlichen Abend verbringe – vielleicht greife ich zur Switch, ich habe in der vergangenen Woche ziemlich wenig gespielt … Aber vorher drehe ich erst einmal eine Blog- und Kommentarrunde!

Update 22:30 Uhr (letztes Update)

Den Abend habe ich damit verbracht ein paar Sachen für morgen vorzubereiten, „Bunt!“ zu beenden (und dabei regelmäßig zu kichern) und noch ein bisschen „Silent Hope“ zu spielen. Letzteres war nicht sehr erfolgreich, weil ich definitiv schon zu müde war für ein Spiel, bei dem ich etwas aufpassen muss, damit mich die verschiedenen Gegner nicht erwischen. *g*

Jetzt drehe ich noch eine letzte Blogrunde und dann falle ich ins Bett! Es war wieder sehr nett mit euch den Tag zu verbringen und ich habe mich gefreut, dass heute so viele dabei waren! Ich hoffe, ihr habt morgen einen guten Start in die Woche – und vielleicht lesen wir uns ja in einem Monat wieder hier! 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Jacqueline Benson: The Fire in the Glass (The London Charismatics 1)

„The Fire in the Glass“ ist eins von zwei Büchern von Jacqueline Benson, die bei einer Werbeaktion für verschiedene Fantasy-Untergenres auf meinem eReader gelandet sind. Ich habe mich eigentlich gut von der Geschichte unterhalten gefühlt, aber so recht weiß ich noch nicht, ob ich die Reihe weiter verfolgen will. Die Protagonistin Lilith (Lily) Albright lebt im Jahr 1914 in London und verfügt über die Gabe, Katastrophen vorhersehen zu können. Allerdings hat sie in ihrem gesamten bisherigen Leben nichts mit dieser Gabe anfangen können, und die Tatsache, dass sie die Ermordung ihrer Mutter vorhersehen, aber nicht verhindern konnte, plagt sie bis heute. Außerdem hat Lily ein Problem damit, dass sie die illegitime Tochter eines einflussreichen Lords ist und sie zwar die Erziehung einer höheren Tochter genossen hat, aber niemals als potenzielle Ehefrau für einen Mann von Rang angesehen werden kann.

Zu Beginn der Geschichte sieht Lily voraus, dass ihre Nachbarin Estelle ermordet wird, während vor den Fenstern Schnee fällt. Da gerade Februar ist, kann sie sich nicht sicher sein, ob der Mord in den nächsten Tagen oder erst in einigen Monaten stattfinden wird, außerdem geht sie sowieso davon aus, dass sie die Tat nicht verhindern kann. Estelle hingegen, die als Medium ihr Geld verdient, merkt, dass Lily etwas vor ihr verheimlichtm und bringt sie zu einer Gesellschaft von „Charismatics“ (Personen mit ungewöhnlichen/übernatürlichen Begabungen). Obwohl Lily sich weiterhin sicher ist, dass sie nichts an Estelles Ermorung ändern kann, ist sie fasziniert von den Informationen, die sie dort über ihre Begabung und die der anderen erhält. Außerdem erfährt sie, dass in den letzten Wochen so einige Personen, die ihren Lebensunterhalt mit (angeblichen oder wirklich vorhandenen) übernatürlichen Fähigkeiten verdienten, umgebracht wurden.

Um mehr über den Mörder herauszufinden, müsste Lily die anderen Charismatics um Hilfe bitten – vor allem die besondere Begabung von Lord Strangford könnte ihr entscheidende Hinweise bieten – doch Lily fällt es schwer, sich anderen Personen anzuvertrauen und nicht alles allein in Angriff zu nehmen. Und damit wären wir dann schon bei den zwei Problemen, die ich mit der Geschichte hatte: 1. Lily ist sich sicher, dass die Tatsache, dass sie (bekannterweise) die Tochter eines Lords und seiner Schauspielerinnen-Geliebten ist, dafür sorgt, dass niemand sie jemals als potenzielle Partnerin sehen kann, und 2. ist Lily besessen davon, sich auf niemanden zu verlassen, weil sie in ihrem Leben ja schon soooo oft enttäuscht wurde. Ich bin mir sicher, dass der Roman locker 100 (von 500) Seiten kürzer hätte sein können, wenn diese Handlungselemente nicht immer wieder wiederholt worden wären, ohne dass ich irgendein wichtiges Element in der Geschichte verpasst hätte.

Wenn ich also diesen Teil von Lilys Persönlichkeit in Betracht ziehe, dann kann ich definitiv sagen, dass ich die Serie nicht weiterlesen möchte. Auf der anderen Seite mochte ich, wie Jacqueline Benson das Leben in London darstellte und sich dabei quer durch alle Schichten bewegte. Es gibt eine ziemlich coole Szene, in der Lily und ein paar andere Personen illegal ein Grab öffnen, es gibt Beschreibungen von Krankenhäusern, die ziemlich erschütternd sind, und dann als großer Gegensatz eine Ausstellungseröffnung in einer Galerie, bei der sich die crème de la crème tummelt. Außerdem fand ich die diversen unterschiedlichen Begabungen der „Charismatics“ sehr spannend und würde gern mehr über diese Charaktere lesen. Es ist von Anfang an offensichtlich, wer hinter den Morden steckt (und welches Motiv die Person dafür hat). Aber ich finde es anerkennenswert, dass es Jacqueline Benson trotzdem gelang, Lilys Bemühungen, Beweise gegen den Täter zu finden, so fesselnd zu schreiben, dass ich trotz meiner beiden großen Kritikpunkte immer weiter gelesen habe. Das Ende gab mir dann sogar die Hoffnung, dass Lily ihre Lektion gelernt hat und bereit ist, in Zukunft mit anderen zusammenzuarbeiten (und sich sogar auf eine Beziehung einzulassen) – ich weiß nur nicht, ob ich dieser Hoffnung genug vertraue, um mir den zweiten Band zu besorgen …

Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper (Anthologie)

Für diese Anthologie hatte Lawrence Block, der ein großer Fan von Edward Hoppers Gemälden ist, bekannte bzw. mit ihm befreundete Autor*innen gefragt, ob diese Kurzgeschichten schreiben würden, die auf Gemälden des Künstlers basieren.

1. Megan Abbott: Girlie Show

„Girlie Show“ von Edward Hopper zeigt eine nackte, rothaarige Frau auf einer leeren Bühne. Vor der Bühne sind die Köpfe von ein paar Männern zu sehen, deren Blicke auf die Frau gerichtet sind.

Ich muss zugeben, dass ich die davon inspirierte Kurzgeschichte von Megan Abbott nicht gern gelesen habe. Die Handlung dreht sich um Pauline, die seit fast fünfzehn Jahre verheiratet ist, und von Anfang an ist klar, dass ihr Mann ein Mistkerl ist. Mein Problem damit war, dass er so klischeehaft ein Mistkerl ist, dass ich das Gefühl hatte, dass all die Passagen, die seinen Charakter zeigen, überflüssig waren. Auf der anderen Seite konnte ich für Pauline ein gewisses Mitgefühl, aber kein Verständnis aufbringen. Das sorgte dafür, dass ich mich 18 Seiten lang fragte, wieso ich mich überhaupt mit diesen beiden Figuren beschäftigen und dafür durch so unschöne Szenen quälen sollte.

2. Jill D. Block: The Story of Caroline

Das Bild „Summer Evening“ von Edward Hopper zeigt einen Mann und eine Frau in sommerlicher Kleidung, die nachts auf einer Veranda stehen und miteinander zu reden scheinen. Die ganze Szene wird von einer Lampe über der Haustür hell erleuchtet.

Nachdem ich mit der ersten Geschichte in dieser Anthologie etwas Probleme hatte, war ich überrascht davon, wie gut mir „The Story of Caroline“ gefallen hat. Die Handlung wird aus der Sicht von zwei Frauen erzählt. Einmal ist da Grace, die darauf wartet, dass ihr schwerkranker Ehemann stirbt, und dann Hannah, die – kurz vor ihrem vierzigsten Geburtstag – beschlossen hat, dass sie einmal ihre leibliche Mutter treffen möchte. Ich mochte, dass das die Handlung irgendwie alltäglich und so wenig dramatisch war und dass die Protagonistinnen zwei Frauen waren, die recht pragmatisch mit den vor ihnen liegenden schwierigen Situationen umgegangen sind. Die Handlung bot wenig Überraschungen, aber ein paar nette, kleine, leise Momente.

3. Robert Olen Butler: Soir Bleu

Edward Hopper hat mit „Soir Bleu“ eine abendliche Szene in einem französischen (Hafen-)Café gemalt, die mehrere Personen zeigt. Im Zentrum des Bilds steht ein Pierrot, der – ganz in weiß gekleidet und mit vollständiger Maske – mit zwei weiteren Männern an einem Tisch sitzt, ohne dass das Gefühl entsteht, dass diese drei Personen irgendwie zusammengehören würden. Vor dem Tisch steht eine Frau, die einen der Männer anzuschauen scheint, aber auch sie wirkt, als ob sie dem Pierrot keine Beachtung schenken würde.

Zu Beginn der Kurzgeschichte fand ich es wirklich interessant, dass Robert Olen Butler die Figuren in „Soir Bleu“ so ganz anders interpretierte als ich. Sein Text erzählt von einem Künstler, seiner Muse und einem potenziellen Kunden für ein Bild – und auch wenn der Pierrot ein ungewöhnliches Element in die Handlung brachte, so endete die Geschichte für mich doch mit ziemlicher Frustration. Ich habe einfach keine Lust mehr, Geschichten von berühmten Autoren (Robert Olen Butler ist Pulitzer-Preisträger) zu lesen, die sich darum drehen, dass ein Mann eine Frau umbringt, weil er das Gefühl hat, dass sie sein Besitz sei.

4. Lee Child: The Truth About What Happend

Diese Kurzgeschichte wurde inspiriert von Hoppers Gemälde „Hotel Lobby“, das drei Personen in einer Hotel-Lobby zeigt: Eine blonde Frau in einem blauen Kleid, die auf der rechten Seite des Bilds vor der Rezeption sitzt und in einem Buch liest, und eine älter wirkende Frau mit Hut und Mantel, die in einem Sessel sitzt und mit einem älteren Herrn zu reden scheint, der neben ihr steht.

Ich muss zugeben, dass Lee Child mich damit überrascht hat, dass er aus diesem Gemälde eine Idee für eine FBI-/Manhattan-Project-Geschichte gezogen hat. Die Geschichte an sich ließ mich eher mit der Frage zurück, wieso mir gerade dieser Moment im Arbeitsalltag des Erzählers geschildert wurde (also abgesehen davon, dass es zum Hopper-Bild passte). Die Erzählstimme war aber immerhin sehr klassisch „noir“ (was ich normalerweise mag), aber auf die Bemerkung des Protagonisten zum Aussehen einer weiblichen Nebenfigur hätte ich verzichten können. Solche Anmerkungen kann ich noch einigermaßen akzeptieren, wenn es Text sind, die vor einigen Jahrzehnten geschrieben wurden, aber bei einem Text aus diesem Jahrzehnt erwarte ich weniger Sexismus (vor allem, wenn er nichts zur Handlung beiträgt).

5. Nicholas Christopher: Rooms by the Sea

„Rooms by the Sea“ zeigt im Zentrum des Gemäldes eine weiße Wand, die zu einem leeren Raum zu gehören scheint. Rechts ist eine große Fenstertür zu sehen, die direkt aufs Wasser zu führen scheint, links ist ein Durchgang in ein hinteres Zimmer zu sehen, durch den der Betrachter ein rotes Sofa, ein Gemälde und eine Holzkommode erahnen kann.

„Rooms by the Sea“ erzählte eine anfangs „normal“ wirkende Familiengeschichte, bei der dann nach und nach ein paar ungewöhnliche Elemente eingeflochten werden – wie ein Haus am Meer, in dem ohne greifbare Erklärung seit Jahren regelmäßig neue Räume auftauchen. Ich muss zugeben, dass ich nach einer ersten kleinen Verwirrtheit von den eher fantastischen Elementen in der Geschichte fasziniert war, weil sie meine Fantasie anregten. Aber gerade weil meine eigene Vorstellungskraft beim Lesen in so viele verschiedene Richtungen ging, war ich dann ziemlich enttäuscht von der Auflösung, die der Autor mir präsentierte. Ich glaube, dass ich diese Kurzgeschichte deutlich besser gefunden hätte, wenn Nicholas Christopher auf diese „Erklärung“ verzichtet und stattdessen ein offenes Ende gewählt hätte. Wobei ich auch zugeben muss, dass meine Irritation mit der Auflösung auch daran liegt, dass der Autor dafür auf einen Mythos zurückgriff, dessen ich inzwischen überdrüssig bin.

6. Michael Connelly: Nighthawks

„Nighthawks“ von 1942 ist vermutlich das berühmteste Bild von Edward Hopper und zeigt einen beleuchteten Diner bei Nacht, in dem durch die großen Fensterflächen drei Gäste und ein Angestellter beobachtet werden können.

Oh, dieser Text hat mir richtig gut gefallen! Michael Connelly lässt in „Nighthawks“ seinen Romanhelden Harry Bosch als Privatdetektiv eine junge Frau beschatten, die in ihrer Mittagspause im Museum Edward Hoppers bekanntestes Gemälde betrachtet. Ich mochte diesen kurzen Moment, in dem die Frau Bosch auf das Bild ansprach, ebenso wie seine Gedanken zu dem Fall – und zu dem, was er aus den Fehlern, die er dabei gemacht hat, gelernt hat. Das war für mich ein nettes Kennenlernen von Harry Boschs Charakter und vermutlich ein ebenso nettes Wiedersehen für jemanden, der die Figur schon aus den Romanen des Autors kennt.

7. Jeffery Deaver: The Incident of 10 November

„The Incident of 10 November“ basiert auf dem Gemälde „Hotel by a Railroad“, das ein älteres Paar in einem Raum zeigt. Während sie in einem Stuhl sitzt und liest, schaut er aus dem Fenster und raucht.

Diese Geschichte hat mich sehr an all die Romane erinnert, die ich als Jugendliche aus dem Regal meines Vaters gezogen habe und die sich rund um den Kalten Krieg und Spionage drehten. Jeffery Deaver lässt in „The Incident of 10 November“ einen russischen Geheimdienst-Mitarbeiter in einem Brief erklären, was am 10. November 1954 während seines Einsatzes in Berlin passiert ist. Dabei gibt es erst einmal eine ausführliche Einführung zu seiner Person und zur Ausgangssituation – und ich muss zugeben, dass ich mich bei diesem Teil gefragt habe, was davon von Hoppers Gemälde inspiriert wurde. Als der Part dann deutlich wurde, war auch das Ende der Geschichte sehr vorhersehbar – trotzdem mochte ich den Text, was auch daran liegt, dass er so viele Erinnerungen an früher gelesene Romane weckte.

8. Craig Ferguson: Taking Care of Business

Der Ausgangspunkt für diese Geschichte war das Gemälde „South Truro Church“, das eine eher schlichte kleine Kirche an einem diesig wirkenden Sommertag zeigt.

Craig Ferguson erzählt in „Taking Care of Business“ von zwei Männern (Jefferson und Billy), die – obwohl beide ihr Leben lang in demselben kleinen Ort an der Küste gelebt haben – in ihren 70ern Freunde wurden. Diese Geschichte war sehr kurz und hatte ein paar sehr absurde Momente, und das Ende war für meinen Geschmack eine Wendung zu viel. Aber ich mochte die Szenen, die von der Freundschaft der beiden alten Männern zeugten, und mir gefiel die Vorstellung davon, wie Jefferson und Billy gemeinsam am Strand sitzen und sich bekifft über alles Mögliche unterhalten.

9. Stephen King: The Music Room

„Room in New York“ zeigt den Blick durch ein Fenster in einen Raum mit eher konservativ wirkenden Gemälden. An der linken Wand des Raums sitzt ein Mann auf einem Stuhl und liest eine Zeitung, während auf der rechten Seite eine Frau in einem auffallend roten Kleid sitzt, die sich von dem Mann abgewandt hat, um mit einem Finger auf der Tastatur eines Klaviers zu spielen. Zwischen den beiden Personen ist an der Wand eine massive Tür zu sehen.

„The Music Room“ von Stephen King ist einer der kürzeren Texte in der Anthologie. Ich mochte, dass er aus einer relativ geruhsam wirkenden Szene eine Geschichte gemacht hat, die damit spielt, dass eine betrachtende Person nicht hören kann, was in dem Raum vor sich geht. Eine Geschichte um ein Ehepaar, das einen ungewöhnlichen Weg gefunden hat, um in einer Zeit großer Arbeitslosigkeit ein gutes Leben zu führen. Aber ich muss auch zugeben, dass diese kleine Episode nicht lange in mir nachklang und ich ein paar Tage später schon Mühe hatte, mich an die Handlung zu erinnern.

10. Joe R. Lansdale: The Projectionist

„New York Movie“ von Edward Hopper zeigt auf der linken Seite des Bildes den Zuschauerraum eines recht leeren (Film-)Theaters, auf dessen Leinwand ein Film zu erahnen ist. Auf der rechten Seite steht eine blonde Platzanweiserin in einem Gang neben dem Zuschauerraum, angeleuchtet von einer Wandlampe und allem Anschein nach tief in Gedanken versunken.

Ich muss zugeben, dass mich die Anthologie mit dieser Geschichte für einige Tage verloren hatte, weil „The Projectionist“ zwar nett geschrieben war, aber so schrecklich abgedroschene Elemente aufgriff. Das hat dafür gesorgt, dass ich mitten im Text das Buch weglegte und erst einmal gar keine Kurzgeschichten gelesen habe. Der Erzähler arbeitet als Filmvorführer in einem Kino, das von einem älteren Ehepaar geführt wird, und schwärmt für die hübsche Kollegin, die als Platzanweiserin arbeitet. Als eines Tages ein paar Typen auftauchen und Schutzgeld erpressen wollen, hat der Protagonist das Gefühl, er müsse die Kollegin (und seinen Arbeitsplatz) vor den Gangstern beschützen. Das Einzige, was ich bei dieser Geschichte anzumerken habe, ist, dass ich es faszinierend finde, wie genervt ich auf bestimmte abgedroschene Handlungselemente reagiere.

11. Gail Levin: The Preacher Collects

„The Preacher Collects“ erwähnt das Gemälde „City Roofs“, das die Dächer eines Viertels in New York in den 1930er Jahren zeigt. Am rechten Rand des Bilds ist ein hohes Apartmentgebäude zu sehen und die gesamte Szenerie ist in warmes Sonnenlicht gehüllt, das allem einen gold-braunen Ton verleiht.

Auch wenn „City Roofs“ in der Geschichte erwähnt wird, so basiert die Handlung eher auf Vorfällen rund um Edward Hoppers Erbe. Genau genommen wird „The Preacher Collects“ aus der Perspektive von Arthayer Sanborn erzählt, der ein Nachbar von Edward Hoppers älteren Schwester Marion war. Mit dieser Geschichte bietet Gail Levins, die für einige Jahre als Kuratorin für die Edward-Hopper-Sammlung des Whitney Museums gearbeitet hat, eine Erklärung dafür, wie es sein konnte, dass sich nach dem Tod des Künstlers so viele Frühwerke von Edward Hopper im Besitz von Arthayer Sanborn befanden. Das war nicht uninteressant, hatte aber relativ wenig mit dem Gemälde „City Roofs“ zu tun.

12. Warren Moore: Office at Night

Das gleichnamige Gemälde von Edward Hopper zeigt ein kleines Büro, in dem ein Mann an einem Schreibtisch sitzt und in einem Dokument liest. Links von dem Mann steht eine Frau in einem engen blauen Kleid an einem Aktenschrank. Ihre linke Hand steckt in einer geöffneten Schublade, während sie gleichzeitig ihren Oberkörper so gedreht hat, dass sie den Mann am Schreibtisch anschauen kann.

Die Geschichte von Warren Moore dreht sich um eine junge Frau namens Margaret, die sich – entgegen dem Willen ihrer Eltern – aufmacht, um in New York City einen Job zu suchen. Ich fand es nett mitzuverfolgen, wie Margaret in der Stadt ankommt, eine Unterkunft findet und einen Job ergattert, aber am Ende stand ich ein bisschen da und habe mich gefragt, ob das nun alles gewesen ist. „Office at Night“ war gut genug, um mich während des Lesens zu unterhalten, aber leider auch so banal, dass ich am nächsten Tag zurückblättern musste, um mich daran zu erinnern, was ich da gestern gelesen hatte.

13. Joyce Carol Oates: The Woman in the Window

Das Bild „Eleven a.m.“ zeigt eine nackte Frau in einem blauen Sessel an einem Fenster sitzend. Die Frau scheint aus dem Fenster zu schauen, während gleichzeitig ihre langen dunklen Haare ihr Gesicht vor dem Betrachter des Gemäldes verbergen.

Puhh … die ganze Handlung dreht sich um die (negativen) Gefühle, die eine Sekretärin und ihr Geliebter füreinander empfinden, während sie beide überlegen, dass sie die andere Person doch wirklich gern umbringen würden. Unangenehme Charaktere, unangenehme Geschichte, unschön zu lesen – nicht mein Ding.

14. Kris Nelscott: Still Life 1931

Das Gemälde „Hotel Room“ zeigt eine müde wirkende Frau in Unterwäsche auf einem Bett sitzend. Sie hält ein aufgeschlagenes Buch in der Hand und neben dem Bett stehen zwei unausgepackte Gepäckstücke, dahinter ist ein Sessel zu sehen, auf dessen Sitzfläche ein gemustertes Kleid liegt.

„Kris Nelscott“ ist das Krimi-Pseudonym von Kristine Kathryn Rusch und ihre Geschichte dreht sich um Lurleen, die sich nach dem Tod ihres Mannes auf den Weg nach New York gemacht hat. Ich fand es sehr spannend, nach und nach mehr über Lurleen und ihr Leben zu erfahren, während die Autorin es gleichzeitig schafft, einen Einblick in das Leben in den USA in den 1930er Jahren zu zeichnen. Lurleen ist keine besonders mutige Person oder gar strahlende Heldin. Aber gerade weil sie so viele Schwächen hat, fand ich es schön zu verfolgen, wie sie versucht, einen Weg zu finden, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Das war eine wirklich gute Geschichte!

15. Jonathan Santlofer: Night Windows

Das titelgebende Gemälde von Edward Hopper zeigt drei hell erleuchtete Fenster in der Nacht, die Einblick in einen Raum gewähren. In diesem Raum lässt sich – halb verdeckt von der Wand zwischen zwei Fenstern – eine Frau erahnen, die nur dürftig bekleidet und leicht vorgebeugt mit dem Rücken zum Betrachter steht. Womit sie gerade beschäftigt ist, lässt sich nicht sehen.

Diese Geschichte wird vor allem aus der Sicht eines Mannes erzählt, der in der Vergangenheit schon häufiger Frauen missbraucht und getötet hat. Auch wenn – zumindest für mich – von Anfang an offensichtlich ist, dass sich dieses Mal für ihn das Blatt wenden wird, habe ich wirklich keine Lust mehr auf dieses Thema. Nichts an dieser Geschichte hat mir als Leserin irgendwas Neues gebracht, weder die Art der Erzählung noch das Thema noch die „überraschende“ Wendung am Ende. Ich finde es frustrierend, dass mir diese Art von Geschichten seit so vielen Jahrzehnten immer wieder erzählt werden, ohne dass sich daran etwas ändert.

16. Justin Scott: A Woman in the Sun

In dem Gemälde mit dem Titel „A Woman in the Sun“ steht eine nackte Frau, die durch ein nicht sichtbares Fenster von der Sonne angestrahlt wird, in einem Zimmer. Hinter ihr ist ein zerwühltes Bett zu sehen, unter dem sich zwei hochhackige Schuhe befinden. Die Frau hält eine brennende Zigarrete in der Hand und scheint in Gedanken versunken zu sein.

Ich habe das Gefühl, dass die Beschreibung des Gemäldes mehr Text aus mir rauskitzelt als diese Kurzgeschichte. Justin Scott erzählt von einer Frau, die eine Nacht mit einem Mann verbracht hat, den sie am Abend vorher in einer Bar kennengelernt hat. Er sagte ihr, dass er sich am nächsten Tag umbringen würde und vorher noch einmal Sex haben möchte. Dabei gelingt es dem Autor nicht, mir auch nur annähernd deutlich zu machen, welche Motivation die beiden Figuren antreibt. Außerdem wurde die weibliche Person auf eine Art und Weise geschrieben, die meiner Meinung nach so nur von einem Mann kommen konnte …

17. Lawrence Block: Autumn at the Automat

Das Gemälde „Automat“ zeigt eine Frau an einem Tisch in einem automat (eine Art Selbstbedienungsrestaurant). In der Hand hält die Frau eine Kaffeetasse, vor ihr auf dem Tisch steht ein leerer Teller und hinter ihr spiegeln sich eine Reihe von Deckenlampen in einem Fenster. Die Frau ist in einen grünen Mantel mit Fellbesatz gekleidet und trägt einen gelben Hut und nur einen Handschuh. Sie wirkt nachdenklich, während ihr Blick auf ihre Tasse gerichtet ist.

Die Geschichte hat mir überraschend viel Spaß gemacht. Lawrence Block erzählt die Handlung aus der Perspektive einer nicht mehr so jungen Frau, die bewusst den Eindruck von „verarmter Frau aus gutem Hause“ erweckt, und die ihr Essen in dem automat als Gelegenheit nutzt, um ihre Zimmermiete zu „verdienen“. Dabei denkt sie beim Essen an die Person, die ihr vor Jahren beigebracht hat, so einen Coup durchzuführen, und beobachtet die anderen Gäste in dem Restaurant. Das war unterhaltsam und ein schöner Abschluss für die Anthologie.

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Auch nach dem Lesen der Anthologie finde ich die Grundidee hinter dieser Sammlung von Geschichten immer noch spannend. Ich mag Edward Hoppers Gemälde sehr, gerade weil sie solch melancholisch und intim wirkenden Momentaufnahmen sind. Es war faszinierend, beim Lesen der einzelnen Beiträge mehr Details zu den Gemälden zu recherchieren und dabei Informationen zu finden, auf die ich ohne die Anthologie nicht gestoßen wäre. Auf der anderen Seite gab es in diesem Band so einige Geschichten, die mir den Gedanken aufkommen ließen, dass ich wirklich keine Lust mehr habe, immer wieder dieselbe Art von Handlung von derselben Sorte Autor (hier habe ich bewusst nicht gegendert) erzählt zu bekommen.

Am Ende glaube ich nicht, dass ich diese Anthologie noch einmal aus dem Regal ziehen und lesen werde, während ich gleichzeitig Lust habe, mich intensiver mit Edward Hoppers Bildern zu beschäftigen. Ich denke, ich werde „In Sunlight or in Shadow“ aus meinem Bestand aussortieren und stattdessen einen Bildband auf meinen Wunschzettel setzen. Als nächstes greife ich dann lieber wieder zu einer Anthologie mit Kurzgeschichten von marginalisierten Autor*innen, weil da die Wahrscheinlichkeit, über ungewöhnlichere – und für mich interessantere – Geschichten zu stolpern, einfach größer ist.

Lese-Eindrücke Februar 2024

Ich habe im vergangenen Monat definitiv zu viele (kostenlose/günstige) eBooks gelesen und deshalb viel zu wenig SuB-Abbau betrieben. 😉 Damit diese eBooks nicht einfach aus meiner Erinnerung schwinden, gibt es hier ein paar Lese-Eindrücke dazu (plus eine Anmerkung zum aktuellen Band einer seit Längerem laufenden Reihe).

Leslie Gail: The Magic of Death (Dead End Witches 1)

Das war ein sehr netter cozy mystery rund um eine Frau Ende Dreißig mit dem Namen Star Bell, in deren Familie (fast) alle Personen übernatürliche Fähigkeiten haben. Stars Fähigkeit besteht darin, die Geister von Verstorbenen zu sehen, was für sie okay wäre, wenn sich nicht ausgerechnet der Geist ihrer jüngeren Schwester vor ihr zu verstecken scheinen würde. Als ihre Nichte, die von Star nach dem Tod ihrer Schwester aufgezogen worden war, in einen Mordfall verwickelt wird, nutzt sie ihre Fähigkeit, um mehr über die ermordete Person und ihr Umfeld herauszufinden. Ich mochte die Charaktere (auch wenn manche Eigenheit der älteren Generation etwas arg überzogen war), ich mochte den Mordfall und die Ermittlungen, und mir gefiel der kleine Ort, der seinen Namen „Dead End“ nutzt, um Touristen anzuziehen. Einzig die Tatsache, dass Leslie Gail noch keinen weiteren Roman veröffentlicht hat, hält mich davon ab, weitere Bände rund um die Dead-End-Witches zu lesen.

Seanan McGuire: Mislaid in Parts Half-Known (Wayward Children)

Schon der neunte „Wayward Children“-Band, und so langsam fühlt es sich für mich an, als ob Seanan McGuire sich auf das Ende der Serie vorbereiten würde. „Mislaid in Parts Half-Known“ ist eine der Geschichten, die in „Eleanor West’s Home For Wayward Children“ starten und eine Gruppe von Schüler*innen in verschiedene Welten führt. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass es erstmals durchdachtere und ausführlichere Erklärungen zu den Türen, die in die magischen Welten führen, gibt, ebenso wie zu den „Auswahlkriterien“ für Kinder, die ihren Weg in diese Welten finden. Außerdem bringt dieser Band erstaunlich viele Personen nach Hause und gibt mir zum ersten Mal das Gefühl, dass Seanan McGuire so langsam die Geschichte von Kade einleitet. Am Schluss bin ich etwas zwiegespalten, weil ich diese Welt(en) noch lange nicht verlassen will, es aber auch immer sehr befriedigend finde, wenn eine Reihe, die ich so sehr mag, ein gutes Ende findet. Mal schauen, wie viele Bände hier noch veröffentlicht werden …

Sarah Painter: The Night Raven (Crow Investigations 1)

„The Night Raven“ von Sarah Painter habe ich schon ziemlich lange auf meinem eReader und bin irgendwie nie dazu gekommen, das Buch zu lesen, obwohl ich immer wieder auf der Suche nach Urban-Fantasy-Geschichten „für zwischendurch“ bin. Als ich im Februar dann feststellte, dass es die Reihe für Audible-Abonnenten umsonst zu hören gibt, habe ich mir dann doch mal den Roman vorgenommen und mich überraschend gut damit unterhalten gefühlt. Die Protagonistin Lydia Crow gehört zu einer von fünf Familie, die eine Art „magische Mafia“ bilden, die früher London beherrschte. Lydia selbst hat mit dem Familiengeschäft nichts zu tun und die letzten Jahre als Privatdetektivin in Edinburgh gearbeitet. Doch nun ist ihre Cousine Maddie verschwunden, und Lydia versucht herauszufinden, was mit ihr passiert ist. Ich mochte diese Mischung aus klassischer Kriminalgeschichte plus Mafia-Familienmitgliedern und einem Hauch von Magie. Lydia hat nicht viel von den magischen Fähigkeiten ihrer Familie mitbekommen, aber es reicht, um mit ihrem geisterhaften Mitbewohner zu kommunizieren und den einen oder anderen extra Hinweis zu bekommen. Insgesamt habe ich mich von „The Night Raven“ gut unterhalten gefühlt und werde die Reihe wohl demnächst mit den Hörbüchern fortsetzen.

Hanna Sandvig: The Frost Gate (Faerie Tale Romances)

Hanna Sandvig habe ich im vergangenen Frühling für mich entdeckt und ihre Märchen-Neuerzählungen ziemlich zügig hintereinander verschlungen. „The Frost Gate“ ist der fünfte Band ihrer „Faerie Tale Romances“, und obwohl die Geschichte für sich stehend gelesen werden kann, gibt es so viele Verweise auf vorhergehende Ereignisse, dass ich das Lesen in der Veröffentlichungsreihenfolge empfehlen würde. Die Handlung ist dieses Mal an das Märchen „Schneewittchen“ angelehnt, und die Protagonistin Neve ist nicht gerade begeistert, als sie erfährt, dass sie die Thronprinzessin eines magischen Landes ist. Noch weniger gefällt es ihr, dass von ihr erwartet wird, eine böse Hexe zu besiegen, um ihre Untertanen zu retten, während sie doch eigentlich nur das Café ihrer Adoptiveltern betreiben möchte. Ich mag diese Mischung aus Charakteren, die sich – statt nach der Schule zum College zu gehen – in einem magischen Land wiederfinden und in der Regel recht pragmatisch damit umgehen, aus erster (und überraschend unkitschiger „ewiger“) Liebe und amüsantem Geplänkel. Dazu gefällt es mir, wie Hanna Sandvig die diversen Märchenelemente in ihre Geschichten einbaut und wie ihre Feenwelt mit jeder Veröffentlichung ein bisschen runder wirkt. Für mich sind diese Jugendbücher die perfekte Entspannungslektüre, wenn mein Kopf voll ist und ich Erholung suche!

März-SuB 2024

Wie kann es schon März sein? Oo Der Februar war mit dreizehn gelesenen Romanen ein überraschend guter Lesemonat, allerdings war der Großteil meiner gelesenen Bücher auch relativ kurz. Immerhin habe ich auch endlich die Edward-Hopper-Anthologie beendet und kann mir für März eine neue Sammlung von Kurzgeschichten suchen. Dafür werde ich wohl noch eine Weile an „The Paper Garden“ hängen, weil ich zwar Mary Delany, um die sich dieses Sachbuch dreht, interessant finde, aber mit dem Stil der Autorin Molly Peacock nicht so viel anfangen kann. Ansonsten drehte sich mein Leben in den letzten Tagen vor allem darum, dass unsere (vor sieben Jahren refurbished gekaufte) Waschmaschine kaputt ging und (nach viel Überlegen und Kontaktaufnahme mit Handwerkern) eine neue Maschine geliefert wurde … deren Anschluss angesichts unserer etwas „individuellen“ Wohnung dann wieder eine Herausforderung wurde. Immerhin kann ich jetzt wieder Wäsche waschen!

Was den März angeht, so habe ich eigentlich keine Pläne. Ich habe vage Vorhaben, die ich gern erledigt hätte, bevor es im Sommer wieder zu heiß dafür wird. Wie das Streichen der Badezimmerdecke direkt über der Badewanne oder das weitere Ausmisten meiner Bücherregale. Aber konkret geplant habe ich noch nichts davon, weil ich gerade so wenig auf die Reihe bekomme und mich nicht ständig selbst frustrieren will. Schön wäre es, wenn ich meinen SuB (der im Februar überraschenderweise weiter gewachsen ist) mal wieder reduzieren könnte, aber auch da mache ich mir keinen Stress. Ich lasse den März einfach mal auf mich zukommen … 😉

Belletristik-SuB:

  1. Julie Abe: Alliana – Girl of Dragons
  2. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  3. Sufiya Ahmed: Rosie Raja – Churchill’s Spy
  4. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  5. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  6. Kaia Anderson: Sisters in Arms
  7. Sophie Anderson: The Thief Who Sang Storms
  8. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  9. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  10. Kelly Barnhill: The Ogress and the Orphans
  11. Kelly Barnhill: When Women Were Dragons
  12. Kalynne Bayron: This Poison Heart
  13. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  14. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  15. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  16. Natasha Bowen: Skin of the Sea
  17. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  18. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  19. Nicholas Bowling: Song of the Far Isles
  20. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  21. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  22. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  23. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  24. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  25. Stephanie Burgis: The Raven Throne (The Raven Heir 2)
  26. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  27. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  28. Jennifer Carson: To Find a Wonder
  29. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  30. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  31. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  32. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  33. Rin Chupeco: Wicked as You Wish (A Hundred Names for Magic 1)
  34. Rin Chupeco: The Bone Witch
  35. Dhonielle Clayton: The Marvellers
  36. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  37. Alyssa Colman: The Gilded Girls (Gilded Magic 1)
  38. Helen Corcoran: Daughter of Winter and Twilight
  39. Leah Cypess: Thornwood (Sisters Ever After 1)
  40. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  41. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  42. Sarah Driver: Once we were Witches
  43. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  44. Joseph Elliott: The Good Hawk (Shadow Skye 1)
  45. Louise Erdrich: The Birchbark House
  46. Hafsah Faizal: A Tempest of Tea
  47. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  48. Francesca Gibbons: A Clock of Stars 1 – The Shadow Moth
  49. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  50. Nicole Glover: The Conductors
  51. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  52. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  53. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  54. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  55. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  56. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  57. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  58. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  59. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  60. Kate Griffin: Kitty Peck and the Music Hall Murders
  61. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  62. Rachel Hartman: Seraphina
  63. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  64. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  65. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  66. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  67. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  68. Sharna Jackson: The Good Turn
  69. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  70. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  71. Diana Wynne Jones: Power of Three
  72. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  73. Kalyn Josephson: Ravenfall
  74. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  75. Celine Kiernan: Geisterpfade
  76. Celine Kiernan: Königspfade
  77. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  78. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  79. Sarah Kuhn: From Little Tokyo with Love
  80. R. F. Kuang: The Poppy War
  81. Lillie Lainoff: One for All
  82. L. D. Lapinski: The Forgotten Magic (Artezans 1)
  83. E. Latimer: Escape to Witch City
  84. Patrice Lawrence: The Elemental Detectives
  85. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  86. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  87. Y.S. Lee: The Traitor in the Tunnel (The Agency 3)
  88. Y.S. Lee: Rivals in the City (The Agency 4)
  89. Elizabeth Lim: Six Crimson Cranes
  90. Ann Sei Lin: Rebel Skies
  91. Judy I. Lin: A Magic Steeped in Poison
  92. Darcie Little Badger: Elatsoe
  93. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  94. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  95. Janelle McCurdy: Mia and the Lightcasters (Umbra Tales 1)
  96. Seanan McGuire: Middlegame
  97. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  98. Hilary McKay: The Time of Green Magic
  99. Robin McKinley: Dragonhaven
  100. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  101. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  102. Sangu Mandanna: Kiki Kallira Conquers a Curse (Kiki Kallira 2)
  103. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  104. Tamzin Merchant: The Troublemakers (The Hatmakers 3)
  105. Kate Milford: The Boneshaker
  106. Kate Milford: Bluecrowne
  107. Kate Milford: The Thief Knot
  108. Natsu Miyashita: The Forest of Wool and Steel
  109. Maya Montayne: Nocturna
  110. Bethany C. Morrow: A Song Below Water
  111. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  112. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  113. Julie Murphy: Faith – Greater Hights
  114. Carrie Anne Noble: The Mermaid’s Sister
  115. Bishop O’Connell: The Stolen
  116. Caroline O’Donoghue: The Gifts that Bind Us (The Gifts 2)
  117. Caroline O’Donoghue: Every Gift a Curse (The Gifts 3)
  118. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  119. K.O’Neill: Tea Dragon Tapestry (Tea Dragon Society 3)
  120. Claribel A. Ortega: Ghost Squad
  121. Mark Oshiro: The Insiders
  122. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  123. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  124. Natalie C. Parker: Seafire
  125. S. A. Patrick: A Vanishing of Griffins (Song of Magic 2)
  126. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  127. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  128. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  129. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  130. Sarah Prineas: Dragonfell
  131. Philip Reeve: Larklight
  132. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  133. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  134. Andy Sagar: Yesterday Crumb and the Tea Witch’s Secret (Yesterday Crumb 3)
  135. John Scalzi: Fuzzy Nation
  136. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  137. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  138. A. G. Slatter: The Briar Book of the Dead
  139. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  140. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  141. Helenka Stachera: Fin and the Memory Curse
  142. Esme Symes-Smith: Sir Callie and the Champions of Helston
  143. Emily J. Taylor: Hotel Magnifique
  144. Charles den Tex: Die Zelle
  145. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  146. Angie Thomas: Nic Blake and the Remarkables – The Manifestor Prophecy
  147. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  148. Sarah Tolcser: Song of the Current
  149. Hana Tooke: The Unadoptables
  150. Adrienne Tooley: Sweet & Bitter Magic
  151. Tiffany Trent: Unnaturalist
  152. Mizuki Tsujimura: Lonely Castle in the Mirror
  153. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  154. Linda Urban: Almost There and Almost Not
  155. Anne Ursu: Breadcrumbs
  156. Renee Watson: Piecing Me Together
  157. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  158. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  159. Martha Wells: The Cloud Roads
  160. Jen Williams: The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1)
  161. Kate Williams: The Babysitter Coven 2 – For Better or Cursed
  162. Amy Wilson: Angel and Bavar
  163. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  164. Katherine Woodfine: Peril in Paris (Taylor and Rose 1)
  165. Katherine Woodfine: Spies in St. Petersburg (Taylor & Rose 2)
  166. Katherine Woodfine: Villains in Venice (Taylor & Rose 3)
  167. Katherine Woodfine: Nightfall in New York (Taylor & Rose 4)
  168. Xinran: Gerettete Worte
  169. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  170. Kelly Yang: Front Desk
  171. Damaris Young: The Switching Hour
  172. Katie Zhao: The Dragon Warrior
  173. Xiran Jay Zhao: Iron Widow
  174. Xiran Jay Zhao: Zachary Ying and the Dragon Emperor
  175. Amélie Wen Zhao: Song of Silver, Flame Like Night
  176. Ibi Zoboi: Pride

173 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB (noch immer unvollständig):

  1. Bernadette Banner: Make, Sew and Mend
  2. Francis Burney: Journals and Letters
  3. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  4. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  5. Lydia Edwards: How to Read a Suit – A Guide to Changing Men’s Fashion from the 17th to the 20th Century
  6. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  7. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  8. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  9. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  10. Jennifer Kloester: Georgette Heyer’s Regency World
  11. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  12. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  13. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  14. Catherine Ostler: The Duchess Countess – The Woman who Scandalised a Nation
  15. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  16. Tom Reiss: The Orientalist – In Search of a Man Caught Between East and West
  17. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
  18. Lauren Stowell/Abby Cox: The American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking
  19. Jo Hedwig Teeuwisse: Fake History – 101 Things That Never Happened

19 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Lese-Sonntag im Februar 2024

Schon der zweite Lese-Sonntag in diesem Jahr … es fühlt sich an, als sei der letzte schon ewig her, und gleichzeitig habe ich nicht das Gefühl, als ob ich in den vergangenen Wochen irgendwas nennenswertes getan hätte. Ich lese weiterhin diverse Bücher parallel, einige davon – wie die Edward-Hopper-Anthologie und „Fake History“ von Jo Hedwig Teeuwisse – hatte ich schon während des vergangenen Lese-Sonntags erwähnt. Für heute habe ich keine großen Pläne, ich habe Lust zu lesen und mein Mann und ich wollen eine weitere Brettspielrunde mit „Cthulhu – Death May Die“ spielen. Das ist dann unser vierter Versuch die aktuelle Herausforderung siegreich zum Ende zu bringen, bislang scheiterten wir immer daran, dass der Charakter meines Mannes den Verstand verlor und meine Figur allein keine Chance hatte. Außerdem haben wir uns vorgenommen heute Abend zusammen einen Film zu schauen, mal schauen, ob wir das dieses Mal auch wirklich machen oder uns wieder spontan umentscheiden …

Update 11:00 Uhr

Ein geöffnetes Buch mit Gedichten. Auf der rechten Seite das Gedicht "When They Say You Shouldn't Talk About It", dessen Text lautet: When They Say You Shouldn't Talk About It/Remember that the only bridges/not worth burning are the bridges/you feel save enough to cross/because the people on the other side/have seen you after the wildfire, after the ashes of who you were,/watching the ambers of who you are becoming/and continue to love you through it all.

Den Vormittag über habe ich heute … ziemlich viel Zeit verloren. *g* Ich weiß gar nicht, was ich in dieser Zeit gemacht habe. Was ich sagen kann, ist, dass ich heute morgen ein Gedicht von Nikita Gill („When They Say You Shouldn’t Talk About It“ aus „these are the words – Fearless verse to finde your voice“) gelesen habe. Außerdem habe ich mir mit meinem Mann Videos zu dem Videospiel „Silent Hope“ angeschaut, das gerade 50% runtergesetzt ist und dessen Demo wir daraufhin runtergeladen haben. Uuund ich habe „The Gifts That Bind Us“ von Caroline O’Donoghue angefangen – was die Fortsetzung von „All Our Hidden Gifts“ ist. Das Buch habe ich in der vergangenen Woche geliefert bekommen und nachdem ich eben so schnell wieder drin in der Geschichte war, werde ich mich wohl vor allem heute damit beschäftigen. Aber erst einmal gibt es jetzt Frühstück für mich! 🙂

Die Taschenbuchausgabe von "The Gifts That Bind Us" auf einer orangen Decke. Das Coverdesign erinnert grob an eine Tarotkarte.

(Nachtrag: Mir fällt gerade noch ein, dass ich ja auch „Animal Crossing“ gespielt habe – vielleicht ist es doch nicht so verwunderlich, dass der Vormittag so schnell vorbei gegangen ist. *g*)

Update 15:00 Uhr

Ein weißer Teller mit zwei Scheiben Brot, die mit Salatblättern, Kichererbsen-Masse und eingelegten roten Zwiebeln belegt sind.

Nach dem letzten Update habe ich dann erst einmal gefrühstückt. Genau genommen gab es die Reste vom gestrigen Abendessen, das aus frisch gebackenem Roggenbrot, Salatblättern, einer Kichererbsen-Paprika-Gurken-Masse und eingelegten Roten Zwiebeln bestand. Danach ging es dann zu unserer Brettspielrunde … Es war – wie schon erwähnt – unser vierter Versuch dieses Szenario zu bewältigen und endete nach gerade mal einer Viertelstunde damit, dass der Charakter meines Mannes (schon wieder!) gestorben ist. Da sich für die kurze Spielzeit der Aufbau nicht gelohnt hätte, haben wir direkt im Anschluss einen erneuten Versuch gewagt und dieses Mal sehr knapp gewonnen!

Ein kleiner Ausschnitt aus einem "Cthulhu – Death May Die"-Szenario, bei dem eine menschliche Figur mit einer Axt in der Hand umgekippt vor einem großen Monster liegt.
Ein weiterer Ausschnitt aus dem gleichen "Cthulhu – Death May Die"-Szenario, bei dem der gleiche menschliche Charakter vor einer umgekippten Cthulhu-Figur steht.
Ein Charakterblatt, bei dem ein kleiner grüner Tentakel auf einer Leiste steht, bei der nur noch zwei freie Felder bis zu einem Totenschädel zu sehen sind.
Ein Charakterblatt für die Figur "Ms. Borden". Neben dem Charakterblatt ist eine Charte zu sehen mit dem Namen "Barnabus Marsh" und eine Beschreibung auf der Karte besagt, dass diese Figur dem Charakter Schaden an der geistigen Gesundheit ersparen kann.

Dabei muss ich zugeben, dass wir sehr, sehr viel Glück hatten! Erst einmal haben wir zu Beginn der zweiten heutigen Runde sehr wenige Karten gezogen, die für ein Fortschreiten von Cthulhu gesorgt hätten (was uns mehr Zeit verschaffte, um unser Ziel zu erreichen, bevor wir gegen deutlich stärkere Gegner kämpfen mussten) und dann habe ich auch noch die Extrakarte „Barnabus Marsh“ gezogen und konnte sie an meinen Mann weiterreichen. Diese Karte sorgte dafür, dass mein Mann „Stresspunkte“ (das sind die mit dem Blitzsymbol) eintauschen konnte, um die geistige Gesundheit seines Charakters zu erhalten – womit der Teil, der sonst dafür gesorgt hat, dass sein Charakter dem Wahnsinn verfiel und starb, ganz knapp vermieden werden konnte. Und es war wirklich knapp, wir hätten beide die nächste Runde nicht überstanden, wenn er nicht mit seinem letzten Angriff Cthulhu besiegt hätte.

Das war (laut dem Brettspielforum, in dem mein Mann sich rumtreibt,) das herausfordernste Szenario des Grundspiels und nun bin ich gespannt, wie es dann beim nächsten Mal weitergeht. Eine Runde haben wir noch vor uns, bevor wir alle Kampagnen des Grundspiels durch haben, und dann schauen wir mal, ob wir mit der Erweiterung weitermachen oder erst einmal wieder zu einem anderen Spiel wechseln …

Update 19:00 Uhr

Eine Untertasse mit sechs einzelnen Stückchen Schokolade - drei davon mit kandierten Mintblättern - und in der oberen Bildecke eine große Tasse mit Milchschaum.

Nachdem ich heute Nachmittag erst einmal ein paar Kapitel in „The Gifts That Bind Us“ gelesen habe, gab es einen Milchkaffee (und etwas Schokolade) für mich, während ich bei Youtube stöberte und nichts zum Gucken fand. Was dann dazu führte, dass ich „nur kurz“ die Demon von „Silent Hope“ anspielte und für den Rest des Nachmittags dabei hängen blieb. Das Spiel ist genau das, was ich von so einem Hack’n’Slash-Game erwarte plus ein paar niedlichen Charakteren, etwas Item-Sammeln und Basteln. Ich hoffe, dass ich damit ein paar entspannte Abende vor mir habe – sehr viel Aufmerksamkeit oder Reflexe scheint es nicht zu erfordern. *g*

Eine Switch auf einer orangen Decke, die den Startbildschirm des Spiels "Silent Hope" zeigt.

Jetzt wird es aber wirklich Zeit das Abendessen zu kochen und dann steht ja noch die Filmverabredung mit meinem Mann aus. 🙂

Update 22:15 Uhr (letztes Update)

Eine Auflaufform mit sechs Wraps, die knusprig und goldbraun gebacken wurden.

Tja, aus der Filmverabredung wurde heute nichts, da mein Mann als wir mit dem Kochen fertig waren keine Lust mehr auf einen längeren Film hatte. Er hat in den letzten Wochen auch wirklich sehr viele Filme gesehen, aber schade ist es schon, weil wir nur am Wochenende gemeinsam Filme gucken … Stattdessen habe ich schon beim Essen mein nächstes eBook angefangen und die ersten Seiten in „Lady Avely’s Guide to Truth and Magic“ von Rosalie Oaks gelesen. Von der Autorin habe ich schon länger ein Buch auf dem eReader, das ich mal umsonst mitgenommen habe. Aber so richtig gereizt hat mich jetzt erst der neuste Roman von ihr, der sich um Lady Judith Avely dreht, die eine Angelegenheit aus ihrer Vergangenheit (soweit ich die bisherigen Andeutungen verstanden habe) endlich regeln will.

Ein angeschalteter eReader, dessen Bildschirm das Cover von "Lady Avely's Guide to Truth and Magic" zeigt.

Dummerweise stolpert sie dabei über einen alten Freund, der in seinem Herrensitz von schwebenden Schädeln geplagt wird. Ich habe eine Schwäche für Geschichten, deren Protagonistinnen schon etwas älter sind, und ich mag diese Mischung aus „historischem“ Roman und Magie. Hier verfügt Judith über die magische Fähigkeit zu hören, wenn jemand lügt, und es gibt eine Verbindung zwischen Personen mit Magie und „feenhaften“ Vampiren Vampiric, die ich interessant finde. Ich glaube, mit dem Buch werde ich noch viel Spaß haben. 😀 Aber bevor ich weiterlese, schaue ich noch einmal nach Kiya und meinen Kommentaren.

Das war heute ein relativ lesearmer „Lese-Sonntag“, aber ich habe den Tag mit so einigen angenehmen Beschäftigungen genossen und das ist ja der Sinn des Ganzen. 🙂 Ich hoffe, ihr hattet ebenfalls einen angenehmen Sonntag und könnt morgen erholt in eine – hoffentlich nicht ganz so stressige – Woche starten!

***

Heute mit dabei:

  • Natira (in den Kommentaren)
  • Kiya

Caroline O’Donoghue: All Our Hidden Gifts (The Gifts 1)

Um „All Our Hidden Gifts“ von Caroline O’Donoghue bin ich eine ganze Weile herumgeschlichen, weil ich zwar sporadisch Lust auf „Fantasy mit Tarot-Karten-Schwerpunkt“ habe (und nur selten darüber stolpere), aber normalerweise lieber Jugendbücher lese, die für ein jüngeres Publikum gedacht sind. Am Ende war ich überrascht, wie sehr ich die Perspektive der Protagonistin Maeve Chambers genossen habe, obwohl sie typische Teenager-Probleme hat und zu unüberlegten Handlungen neigt. Schon zu Beginn des Romans wird deutlich, dass Maeve ein gravierendes Problem damit hat, dass sie sich deutlich weniger intelligent, begabt und interessant findet als alle anderen, vor allem im Vergleich zu ihren Familienmitgliedern. Als kleines Kind hatte sie eine Leseschwäche und auch aktuell sind ihre Noten nicht gut genug, um dieselbe Schule zu besuchen, auf der ihre älteren Geschwister waren.

Erst als Maeve in einem Abstellraum ihrer Schule ein altes Set mit Tarot-Karten findet und sich anhand von Youtube-Videos den Umgang damit beibringt, hat sie das Gefühl, etwas „Besonderes“ zu beherrschen. Als dann auch noch ihre Mitschülerinnen sie bestürmen, ihnen die Karten zu legen, fühlt sich Maeve endlich so beliebt, wie sie es immer schon sein wollte. Doch ein Vorfall beim Kartenlegen für ihre ehemals beste Freundin Lily sorgt dafür, dass Maeve ihr Verhalten und ihre Prioritäten in Frage stellt – vor allem, da Lily zwei Tage später spurlos verschwindet. Voller Schuldgefühle versucht Maeve herauszufinden, was mit Lily geschehen ist, wobei ihr ihre neue Freundin Fiona und Lilys älterer Bruder Roe helfen. Gemeinsam mit diesen beiden findet Maeve nicht nur mehr über ihre Fähigkeiten und die Tarot-Karten heraus, sondern muss sich auch gegen die immer einflussreicher werdende Gruppierung der „Children of Brigid“ stellen.

Ich mochte es sehr, wie Caroline O’Donoghue in „All Our Hidden Gifts“ reale irische Geschichte, aktuelle „konservative Strömungen“ (und die damit einhergehenden verheerenden Folgen – nicht nur – für queere Personen) und einen Hauch von Magie zu einer stimmigen Handlung verband. Dabei war gerade der Teil, der sich rund um die „Children of Bridgid“ drehte, gar nicht so einfach zu lesen, weil diese unheimliche Mischung aus „christlicher Sekte“ und „konservativen politischen Ansichten“ sich (nicht nur mit Blick auf die USA) gerade viel zu real und nah anfühlte. Deshalb fand ich dann die Passagen in der Handlung, die sich um Maeves Suche nach Lily drehten, fast schon erholsam. Denn hier steht weniger die Magie im Mittelpunkt der Geschichte, obwohl die Tarot-Karten (und die damit verbundenen übernatürlichen Fähigkeiten von Maeve) der Auslöser für Lilys Verschwinden sind, als Maeves Zweifel an ihrem eigenen Wert und die Frage, was für ein Mensch sie eigentlich sein will.

Dabei fand ich es spannend, dass Maeve viele Dinge tat, die ich normalerweise wirklich ungern bei jugendlichen Protagonist*innen lese, die ich aber hier erstaunlich wenig störend fand. Das lag daran, dass Maeve oft durchaus bewusst war, dass sie da gerade Mist baute, ihr aber eben die Erfahrung (oder das Selbstbewusstsein) fehlte, um anders mit einer Situation umzugehen. Es gelingt der Autorin auch immer wieder aufzuzeigen, dass Maeve häufig ziemlich ignorant gegenüber der Lebensrealität anderer Personen ist, ohne dass Caroline O’Donoghue dies ihrer Protagonistin zum Vorwurf macht oder die Figur dadurch für den Leser unsympathisch wird. Ich mochte es im Gegenteil sogar sehr, dass ich so miterleben konnte, wie Maeve sich weiterentwickelte und – zumindest teilweise – ihren Tunnelblick ablegte. Überhaupt mochte ich die vielen verschiedenen Charaktere (von dem Antagonisten abgesehen) in dieser Geschichte wirklich sehr, weil sie sich so real anfühlten. Caroline O’Donoghues Figuren haben viele Facetten und kämpfen mit so vielen kleinen und großen Problemen, und doch versuchen sie immer wieder, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Bestes zu geben.

Obwohl dieses Buch der erste Teil einer Trilogie ist, kann „All Our Hidden Gifts“ meiner Meinung nach als Roman durchaus für sich alleine stehen. Es gibt zwar noch ein paar wenige offene Fäden, aber das Ende ist für sich genommen stimmig und befriedigend. Allerdings bin ich wirklich neugierig darauf, wie es mit den Charakteren sowie mit der magischen Seite von Maeve und den anderen weitergeht. Und ich muss zugeben, dass ich die an Tarot-Karten-Designs angelehnten Cover hübsch genug finde, um sie in meinem Regal haben zu wollen … weshalb ich mir direkt nach dem Lesen von „All Hour Hidden Gifts“ auch noch „The Gifts That Bind Us“ und „Every Gift a Curse“ bestellt habe und nun hoffe, dass mir diese beiden Bände ebenso gut gefallen wie der Auftakt der Trilogie.

Tansy Rayner Roberts: Die Teacup-Magic-Reihe

Nachdem ich in den vergangenen Tagen die fünf Teacup-Magic-Titel von Tansy Rayner Roberts gelesen und dann festgestellt habe, dass ich hier noch gar nichts dazu geschrieben hatte, gibt es hier eine (kleine) Vorstellung der Reihe. Bislang hat die Autorin fünf Titel in dieser Reihe veröffentlicht (im August erscheint der sechste Teil). Die ersten drei Bände („Tea and Sympathetic Magic“, „The Frost Fair Affaire“ und „Spellcrackers Honeymoon“) werden aus der Perspektive von Mnemosyne Seabourne erzählt, die zu Beginn von „Tea and Sympathetic Magic“ die Nase voll hat von der Saison und der Suche nach einem passenden Ehemann. Doch dann kommt es während einer Hausparty, die von ihrem Cousin Henry (dem Duke of Storm) veranstaltet wird, zu einer Entführung. Gemeinsam mit Henrys Spellcracker Thornbury (und diversen jungen Damen der Gesellschaft) macht sich Mneme zur Rettung des Entführungsopfers auf und beweist dabei eine Menge Einfallsreichtum.

Das Land, in dem Tansy Rayner Roberts ihre Teacup-Magic-Geschichten spielen lässt, besteht aus einem Haufen Inseln, die in vielen Aspekten sehr an die Regency-Zeit erinnern und auf denen die Anwendung von Magie zum Alltag gehört. So reisen die Herren der Gesellschaft per magischem Portal von einem Ort zum anderen (während die Damen für ihre Reisen auf Schwanenboote und Kutschen angewiesen sind), beim Versuch, einen potenziellen Ehemann für sich zu gewinnen, werden Zauber eingesetzt, die größere Sympathie erzeugen sollen, und natürlich wird mit Magie dafür gesorgt, dass der Tee immer die richtige Temperatur hat. Während die Geschichten sich anfangs noch um relativ „übliche“ Themen drehen wie die Suche einer Dame der Gesellschaft nach einem Ehemann, wird die Reihe im Laufe der Zeit immer absurder (und somit auch amüsanter). Mnemosyne versucht im zweiten Band etwas für die Rechte der Frauen zu erreichen und bekommt es dabei mit dem Geheimdienst der Königin zu tun, und im dritten Band ist sie an der Aufklärung eines magischen Mords – auf einer angeblich magiefreien Insel – beteiligt.

Bei den folgenden Bänden wechseln dann die Protagonistinnen. Der vierte Band („Lady Liesl’s Seaside Surprise“) wird aus der Sicht von Lady Liesl erzählt, die in vorherigen Geschichten schon als Nebenfigur auftauchte. Lady Liesl versucht darin einen Diamantendiebstahl zu klären, um die zweite Ehe ihres Vaters zu retten. Dabei begibt sich Liesl in die Gesellschaft von freigeistigen Künstlern und ungewöhnlichen Dienstboten, sie schreibt Unmengen von Briefen an diverse Freunde und Verwandte (lebende und tote! – was ich sehr amüsant fand) und findet nebenbei noch heraus, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen will. Mit dem bislang aktuellsten Titel („Have Spirit, Will Duchess“) gibt es überaus überraschende Informationen über das Vorleben der aktuellen Duchess of Storm, einen Haufen Geister (besonders beeindruckend ist dabei die verstorbene Duchess of Storm – und ja, das ist definitiv eine Herzogin zu viel!), einen Assassinen und ein Schiff voller Freibeuter. Außerdem brachte die fünfte Geschichte einige Andeutungen für den sechsten Band mit sich, so dass ich es kaum erwarten kann, dass „This Entchanted Island“ endlich im Spätsommer erscheint.

Ich gebe zu, dass keine dieser (zwischen 80 und 190 Seiten langen) Geschichten so sehr herausstechend ist, dass sie einen lang anhaltenden Eindruck bei mir hinterlässt, der über „das war so nett!“ hinausgeht. Aber auf der anderen Seite sind die Teacup-Magic-Titel so wunderbar absurd und amüsant, dass ich immer wieder darauf zurückkomme, wenn ich den Kopf abschalten und mich erholen will. Außerdem mag ich die Charaktere und ihre Erzählstimmen wirklich gern, und es macht mir Spaß, meine Zeit mit ihnen zu verbringen. Die ersten drei Teacup-Magic-Bände gibt es inzwischen auch als Bundle (und aktuell kostet das gerade mal 99 Cent), und im August, wenn der sechste Band erscheint, wird es auch noch ein zweites Bundle mit den restlichen drei Geschichten geben.