Erika Fatland: Hoch oben – Eine Reise durch den Himalaya

Mein erstes Sachbuch des Jahres war „Hoch oben – Eine Reise durch den Himalaya“ von Erika Fatland. Was ich an der Autorin wirklich mag, ist, dass sie nicht nur unterhaltsam und gut verständlich schreibt und dabei unglaublich viele Informationen in ihre Texte packt, sondern sie reist auch in Gebiete, deren Geschichte ich in der Regel nicht sehr gut kenne. Wobei ich zugeben muss, dass ich zum Beispiel über Indien und Pakistan – dank diverser britischer und indischer Romane, die ich vor einigen Jahren gelesen habe – deutlich mehr wusste als über die -stan-Länder aus „Sowjetistan“ oder die meisten Grenzländer Russlands. So konnte ich beim Lesen viele kleine Wissensinseln (neu) miteinander verknüpfen und habe eine Menge neuer Informationen erfahren und einen relativ aktuellen Eindruck von der Situation in den Orten, die die Autorin bereist hat, bekommen. Daneben gibt es so viele kleine Szenen mit Einheimischen oder anderen Reisenden, die (oft genug) ohne zu werten erzählt werden, was es einem ermöglicht, sich seine eigenen Gedanken zu den wiedergegebenen Dialogen und Meinungen zu machen.

In „Hoch oben“ bereist Erika Fatland den Himalaya – so gut das eben bei einem Gebirge geht, bei dem weder Anfang noch Ende genau definiert sind, und das sich durch einige Länder zieht, bei denen die Einreise für Ausländer ein schwieriges Unterfangen ist. So beginnt die Autorin ihre Reise auch in Pakistan statt in Indien, da die indischen Behörden den Visumprozess so hingezogen hatten, dass daran die gesamte mehrmonatige erste Etappe hätte scheitern können. Insgesamt besuchte Erika Fatland von Juli bis Dezember 2018 (von China ausgehend) Pakistan, verschiedene Gebiete in Indien (inklusive Jammu und Kashmir) und Bhutan, und von April bis Juli 2019 bereiste sie Nepal und China (genauer gesagt Tibet und Yunnan). Ich muss gestehen, dass ich besonders den Anfang und das Ende ihrer Reise sehr bedrückend fand, denn gerade in den Grenzgebieten Chinas wird sehr anschaulich, wie sehr die chinesische Regierung mit all ihren Regeln, Gesetzen und Kontrollsystemen die Menschen unterdrückt.

Dabei finde ich – als relativ unbeteiligte Leserin – die Veränderungen, die die Autorin beobachtet, häufig besonders faszinierend. So weiß ich natürlich von der Situation der Uiguren in China, aber es ist einfach ein Unterschied, davon zu hören, dass die Uiguren verfolgt werden (und zu beobachten, dass die Zahl uigurischer Restaurants in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist), oder zu lesen, dass Erika Fatland 2015 in Xinjiang sah, dass Frauen mit Kopftüchern, Männer mit langen Bärten und der Ruf des Muezzins zum Alltagsbild gehörten, während gerade mal drei Jahre später in Kaschgar (trotz einer berühmten Moschee und einem immer noch sehr großem uigurischen Bevölkerungsanteil) keine einzige Person zu sehen war, die sichtbar dem islamischen Glauben angehörte. Oder wenn die Auswirkungen des Klimawandels bei einem Gespräch deutlich werden, da ihr ein Bergführer erzählt, dass dort, wo jetzt ein kleiner See zu sehen ist, während seiner Kindheit ein Eisgletscher war und dass er vor drei Jahren noch die Touristen auf diesen Gletscher führen konnte. Ich habe bislang nie darüber nachgedacht, wie unfassbar viel Wasser die Gletscher im Karakorum, Himalaya und Hindukusch beinhalteten und wie schnell sie in den letzten Jahren geschmolzen sind. Denn auch wenn mir natürlich klar ist, welche Veränderungen durch den Klimawandel mit den Gletschern vor sich gehen, ist diese katastrophale Entwicklung doch viel besser zu begreifen, wenn mir dabei vor Augen geführt wird, wie viele Millionen Menschen und welche Großstädte von diesem Gletscherwasser abhängig sind.

So erschreckend solche Beobachtungen und Informationen sind, so spannend finde ich es, sie zu lesen, und einzig die Dichte an Daten und Erlebnissen sorgte dafür, dass ich nicht versucht war, das gesamte Buch meinem Mann vorzulesen, obwohl ich ihm sonst gern erzähle, was ich gerade wieder Neues gelernt habe. Da gibt es all die kleinen Länder und Königreiche, die inzwischen zu einem großen Land gehören und doch weiterhin versuchen, eine eigene Identität aufrechtzuerhalten. So sehr ich sonst gespannt all die Informationen über das Leben der gewöhnlichen Menschen verfolge, so glaube ich doch, dass ich von „Hoch oben“ vor allem die Personen in Erinnerung behalten werde, die eine besondere Stellung einnehmen oder einnahmen. Erika Fatland ist meinem Gefühl nach erstaunlich vielen (ehemaligen) Prinzen, Prinzessinnen und Königen begegnet und bei den meisten bekam ich den Eindruck, dass sie ganz froh waren, dass sie diese Last nicht zu heutigen Zeiten tragen müssen, während andere – obwohl es keine offizielle Verpflichtung dazu gab – alles versuchen, um das Leben ihrer Nachbarn zu verbessern. Ich fand es spannend, von den Frauen zu lesen, die in Kindheitstagen als Göttinnen verehrt wurden, nur um dann als Teenager vollkommen unvorbereitet zurück in ein „normales“ Leben gehen zu müssen, und natürlich von all den Mönchen, Schamanen und ähnlichen religiösen Personen und von ihrem Einfluss auf das Leben der Menschen in ihrer Gegend.

Wie immer nach dem Lesen eines der Bücher von Erika Fatland bin ich auch Tag später immer noch erfüllt von all den aufgenommenden Informationen und Eindrücken und würde hier am liebsten ganz viel erzählen. Es gibt so viel Amüsantes, so viel Spannendes und Bedrückendes in „Hoch oben“ zu entdecken, und der Autorin gelingt es, all das Erlebte und Gesehene so zu erzählen, dass es sich – trotz all der ergänzenden Informationen zu Politik und Geschichte einer Region – wirklich flüssig lesen lässt. Wenn ihr also gern einmal mehr Informationen zu den Ländern, durch die sich der Himalaya zieht, haben möchtet, wenn ihr wissen wollte, wie es im Basiscamp des Mount Everest ausschaut, oder wenn ihr einen Blick auf das Leben in Bhutan werfen und euch trotz diverser erschütternder Elemente gut unterhalten fühlen möchtet, kann ich euch „Hoch oben“ nur sehr empfehlen. Erika Fatland hat mich mit „Hoch oben“ genauso überzeugen können wie mit ihren vorhergehenden beiden Bücher – und ich bin sehr gespannt, wohin es sie als Nächstes verschlagen wird.

Februar-SuB 2022

So schlecht fing das Jahr 2022 gar nicht an, wenn ich auf die gelesenen Bücher schaue. Es waren zwar nicht so viele, wie ich mir nach einem Monat mit einer Urlaubswoche erhofft hatte, aber immerhin habe ich wieder regelmäßig gelesen und bei den neun gelesenen Titeln war auch ein etwas umfangreicheres Sachbuch dabei. Der Belletristik-SuB ist im Januar ein bisschen geschrumpft und der Sachbuch-SuB … nur um ein Buch angewachsen. Zum Glück verkneife ich es mir hier meine Wunschlisten zu posten, denn die sind deutlich länger geworden. 😉

Außerdem habe ich das Gefühl, ich bekomme meinen Kram gerade wieder einigermaßen auf die Reihe. Weshalb ich auch hoffe, dass es mit dem Lesen im Februar weiterhin vorangeht und ich dafür etwas Zeit einrichten kann. So schwer es mir in den vergangenen Monaten oft gefallen ist, mich genug zu konzentrieren um zu lesen, so merke ich doch immer wieder, wie gut es mir tut, wenn ich mich regelmäßig intensiver mit einem Buch beschäftigen kann. Ansonsten ertappe ich mich gerade dabei, dass ich recht radikal mit meinem Bestand in den Regalen umgehe. Vor ein paar Tagen habe ich ein ganzes Regalfach aussortiert (das waren allerdings alles Titel von einem einzigen Autor) und so langsam bin ich gespannt, wie meine Regale zum Jahresende aussehen werden, wenn ich in dieser Stimmung bleiben sollte …

 

Belletristik-SuB:

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  5. Kaia Anderson: Sisters in Arms
  6. Sophie Anderson: The Castle of Tangled Magic
  7. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  8. Kalynne Bayron: This Poison Heart
  9. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  10. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  11. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  12. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  13. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  14. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  15. Nicholas Bowling: Song of the Far Isles
  16. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  17. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  18. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  19. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  20. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  21. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  22. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  23. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  24. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  25. Jennifer Carson: To Find a Wonder
  26. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  27. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  28. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  29. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  30. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  31. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  32. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  33. Sarah Driver: Once we were Witches
  34. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  35. Joseph Elliott: The Good Hawk (Shadow Skye 1)
  36. Louise Erdrich: The Birchbark House
  37. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  38. Anita Frank: The Lost Ones – Some Houses are Never at Peace
  39. Francesca Gibbons: A Clock of Stars 1 – The Shadow Moth
  40. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  41. Nicole Glover: The Conductors
  42. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  43. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  44. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  45. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  46. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  47. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  48. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  49. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  50. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  51. Alexis Hall: The Affair of the Mysterious Letter
  52. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  53. Michelle Harrison: A Storm of Sisters
  54. Rachel Hartman: Seraphina
  55. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  56. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  57. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  58. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  59. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  60. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  61. Catherine Johnson: A Nest of Vipers
  62. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  63. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  64. Diana Wynne Jones: Power of Three
  65. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  66. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  67. Celine Kiernan: Geisterpfade
  68. Celine Kiernan: Königspfade
  69. Celine Kiernan: The Little Grey Girl (The Wild Magic Trilogy 2)
  70. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  71. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  72. Sarah Kuhn: From Little Tokyo with Love
  73. R. F. Kuang: The Poppy War
  74. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  75. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  76. Darcie Little Badger: Elatsoe
  77. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  78. Emily Lloyd-Jones: The Bone Houses
  79. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  80. Seanan McGuire: Middlegame
  81. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  82. Seanan McGuire: Where the Drowned Girls Go
  83. Hilary McKay: The Time of Green Magic
  84. Robin McKinley: Sunshine
  85. Robin McKinley: Dragonhaven
  86. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  87. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  88. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  89. Sangu Mandanna: Kiki Kallira Breaks a Kingdom
  90. Kate Milford: The Boneshaker
  91. Kate Milford: Bluecrowne
  92. Kate Milford: The Thief Knot
  93. Ashia Monet: The Black Veins (Black Magic 1)
  94. Maya Montayne: Nocturna
  95. Bethany C. Morrow: A Song Below Water
  96. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  97. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  98. Bishop O’Connell: The Stolen
  99. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  100. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  101. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  102. Natalie C. Parker: Seafire
  103. S. A. Patrick: A Vanishing of Griffins (Song of Magic 2)
  104. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  105. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  106. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  107. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  108. Sarah Prineas: Dragonfell
  109. Benjamin Read & Laura Trinder: The Midnight Howl (The Midnight Hour 2)
  110. Benjamin Read & Laura Trinder: The Midnight Hunt (The Midnight Hour 3)
  111. Philip Reeve: Larklight
  112. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  113. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  114. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  115. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  116. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  117. John Scalzi: Fuzzy Nation
  118. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  119. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  120. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  121. Amy Sparkes: The Tower at the End of Time (The House at the Edge of Magic 2)
  122. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  123. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  124. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  125. Charles den Tex: Die Zelle
  126. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  127. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  128. Sarah Tolcser: Song of the Current
  129. Jessica Townsend: Hollowpox – The Hunt for Morrigan Crow
  130. Tiffany Trent: Unnaturalist
  131. Katie & Kevin Tsang: Dragon Mountain (Dragon Realm 1)
  132. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  133. Renee Watson: Piecing Me Together
  134. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  135. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  136. Martha Wells: The Cloud Roads
  137. Jen Williams: The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1)
  138. Kate Williams: The Babysitter Coven 2 – For Better or Cursed
  139. Amy Wilson: Angel and Bavar
  140. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  141. Katherine Woodfine: Peril in Paris (Taylor and Rose 1)
  142. Xinran: Gerettete Worte
  143. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  144. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  145. Kelly Yang: Front Desk
  146. Damaris Young: The Switching Hour
  147. Katie Zhao: The Dragon Warrior
  148. Xiran Jay Zhao: Iron Widow
  149. Ibi Zoboi: Pride

146 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB: (immer noch unvollständig)

  1. Francis Burney: Journals and Letters
  2. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  3. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  4. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  5. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  6. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  7. Jerrelle Guy: Black Girl Baking
  8. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  9. Jennifer Kloester: Georgette Heyer’s Regency World
  10. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  11. Lily Koppel: The Astronaut Wives Club
  12. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  13. Gail MacColl/Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord
  14. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  15. Leo Marks: Between Silk and Cyanide – A Code Maker’s War 1941-45
  16. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  17. Michael du Preez und Jeremy Dronfield: Dr. James Barry – A Woman Ahead of Her Time
  18. Bali Rai: The Royal Rebel – The Life of Suffragette Princess Sophia Duleep Singh
  19. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
  20. Ronen Steinke: Der Muslim und die Jüdin – Die Geschichte einer Rettung in Berlin
  21. Lauren Stowell/Abby Cox: The American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking

21 Titel auf dem SuB zum Montatsanfang

India Holton: The Wisteria Society of Lady Scoundrels (Dangerous Damsels 1)

Ich muss gestehen, dass als erstes das Cover von „The Wisteria Society of Lady Scoundrels“ meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat – aber dann wurde ich von dem Klappentext etwas abgeschreckt. Die Idee von Piratinnen, die in fliegenden Häusern unterwegs sind, klang zwar reizvoll, aber ich war mir nicht sicher, ob ich eine Kombination aus dieser Idee und den typischen Historical-Elementen lesen wollen würde. Aber so ganz hat mir der Roman von India Holton keine Ruhe gelassen, weshalb ich den Titel zum Jahresende auf meine Wunschliste gesetzt (und prompt geschenkt bekommen) habe. Da ich weiterhin nicht sicher war, was mich da erwartet, habe ich das Buch dann relativ zügig aus dem SuB befreit und trotz eines erschreckenden Mangels an Lesezeit habe ich die ersten Kapitel auch ziemlich schnell durchgelesen.

Es gab so viele absurde Ideen in dem Roman, die ich wirklich mochte, wie die Entstehungsgeschichte der Wisteria-Society, oder die Selbstverständlichkeit, mit der all diese Damen über ihre Diebstähle redeten oder Morde planten. Auf der anderen Seite gab es aber immer wieder Dinge, die mich irritierten oder mir das Gefühl gaben, dass die Autorin ein Element eingebaut und sich dabei die ganze Zeit gedacht hat, dass die Leser.innen darüber ganz bestimmt lachen werden, obwohl es meiner Meinung nach da vollkommen unangebracht oder eben nicht amüsant war. Humor ist immer eine schwierige Gradwanderung, aber ich möchte beim Lesen spontan vor mich hinkichern und nicht nach einer Passage dastehen und denken „das sollte wohl lustig sein“. Dazu kamen so einige Szenen, die bei mir den Eindruck hinterließen, dass sich India Holton auf die diversen Vorurteile bezüglich historischer Kleidung/viktorianischem Benehmen usw. gestürzt hat, ohne zu recherchieren, wie es wirklich war (und dabei gibt es im englischsprachigen Raum so vielen aktuelle Veröffentlichungen, die zum Beispiel darüber aufklären, dass das Korsett kein Folterinstrument war, das den Frauen vom Patriachart aufgezwungen wurde).

Außerdem hat die Autorin sehr viele Anspielungen auf die Brontës (vor allem „Wuthering Heights“, das die Protagonistin die ganze Zeit mit sich rumschleppt, weil sie illegitim von Branwell Brontë abstammt und die Liebesgeschichte ihrer Eltern an die Protagonisten von „Wuthering Heights“ erinnert) eingebaut, und ich muss zugeben, dass ich zwar brav (fast alle*) meine Klassiker gelesen habe, aber mit den Brontës nie viel anfangen kann. So viel unnötiges Drama und so viele … überbordende Emotionen … nichts davon ist für mich romantisch, und beim Lesen habe ich immer nur das Bedürfnis, alle Beteiligten zu schütteln. 😉 Äh, ja, so viel zu meinem Verhältnis zu den Brontës – wobei ich schon regelmäßig darauf neugierig bin, wie andere Autoren die von Charlotte und Emily verwendeten Elemente und Figuren aufgreifen und in ihre eigenen Geschichten einweben. Aber hier hat das für mich nicht funktioniert, weil diese Dinge weder gut aufgenommen wurden noch für mich in das Piraten-Society-Thema passten.

Das alles führte dazu, dass ich mit dem Buch immer ungeduldiger würde und immer nörgeliger auf Kleinigkeiten reagierte, über die ich wohl sonst einfach hinweggelesen hätte. Und als ich mich dann dabei ertappte, dass ich meine Lesezeit lieber damit verbrachte, Putzvideos auf Youtube zu gucken oder zuzuschauen, wie mein Mann bei seinem aktuellen Videospiel einen LKW durch Schneelandschaften lenkt (und glaubt mir, das ist als Zuschauerin nicht gerade spannend zu verfolgen *g*), habe ich beschlossen, dass ich „The Wisteria Society of Lady Scoundrels“ von India Holton lieber abbrechen und aussortieren werde. Ich wollte diesen Roman so gern mögen, aber es hat einfach nicht mit mir und dieser Geschichte gepasst …

(* Mir fehlt immer noch Anne Brontë, aber nachdem Helma vor Kurzem „Agnes Grey“ rezensiert hat, glaube ich nicht, dass das der passende Roman für mich wäre. Vielleicht versuche ich mein Glück mal mit „The Tenant of Wildfell Hall“ oder ich gebe die fiktiven Werke der Familie Brontë einfach auf und lese stattdessen lieber Biografien, die sich mit ihnen beschäftigen. Letztere fand ich als Teenager sehr spannend! *g*)

Zetta Elliott: Dragons in a Bag

Auf „Dragons in a Bag“ von Zetta Elliott bin ich schon vor einigen Jahren aufmerksam geworden, als der Verlag die Veröffentlichung ankündigte – und dann habe ich so lange gebraucht, um mir das Buch zu kaufen, dass inzwischen schon die beiden Folgebände erschienen sind. Immerhin bedeutet das auch, dass ich demnächst weitere Abenteuer lesen kann, in denen Jaxon und seine Freunde sich mit fantastischen Herausforderungen herumschlagen dürfen. 😉 „Dragons in a Bag“ ist eine wirklich unterhaltsame und wohltuende Geschichte für Kinder (Alterseinschätzung des Verlags ist 8 bis 12 Jahre), die damit beginnt, dass der neunjährige Protagonist Jaxon von seiner Mutter für einen Tag bei einer ihm unbekannten alten Frau untergebracht wird. Anfangs kommen Jax und „Ma“, wie die alte Frau genannt wird, so gar nicht miteinander aus. Aber als Jax herausfindet, dass Ma eine Hexe ist und den Auftrag hat, drei gerade geschlüpfte Drachen von Brooklyn in eine magische Welt zu liefern, ist er wild entschlossen, Ma bei ihrem Lieferjob zu unterstützen.

Natürlich geht von diesem Moment an alles Mögliche schief, obwohl Jax sich wirklich Mühe gibt, und keines der folgenden Probleme seine Schuld ist. Ich habe es sehr genossen zu lesen, wie Jax erst einmal herausfindet, dass es Magie wirklich gibt und dass Ma eine Hexe ist, und wie er dann mit dieser neuen Erkenntnis umgeht. Doch vor allem fand ich es schön mitzuverfolgen, wie sehr Jaxon all die Abenteuer, die er erlebt, genießt, obwohl er sich gleichzeitig die ganze Zeit mit seinen Ängsten herumschlagen muss. Wirklich gruselig wird die Geschichte nicht, schließlich ist sie doch für ein recht junges Publikum geschrieben, aber auch als erwachsene Leserin konnte ich gut nachvollziehen, welche Sorgen sich Jax gemacht hat, und ich mochte es, wie er trotzdem immer weiter nach Lösungen für seine Probleme suchte. Dabei ist Jaxon nicht auf sich allein gestellt, sondern kann auf die Hilfe von neuen Bekannten und alten Freunden zählen. Gerade mit Jax‘ bestem Freund Vikram gibt es ein paar Momente, die ich wirklich genossen habe, auch wenn ich hier nicht mehr dazu schreiben möchte, um nicht zu viele Details dieses (für meinen persönlichen Geschmack viel zu dünnen) Romans zu verraten.

Mir hat es wirklich gefallen, wie die Autorin auf der einen Seite zeigte, wie unglaublich großartig es für Jax ist zu erleben, dass es Magie wirklich gibt, und wie leicht es dem Jungen auf der anderen Seite fällt, so eine große Entdeckung zu akzeptieren. Neben all den fantastischen Elementen, die sich überraschend stimmig in das heutige Brooklyn einfügen, gibt es auch eine Menge „realistischer“ Details in der Geschichte, wie die Probleme, die Jaxons Mutter mit ihrem Vermieter hat und die von Ma beschriebene Entwicklung in ihrem Mietshaus. Genauso haben all die verschiedenen Charaktere Ecken und Kanten, die sie glaubwürdig und häufig auch sehr sympathisch erscheinen lassen. Am Ende habe ich es wirklich bedauert, dass die Geschichte schon so schnell vorbei war, weil ich gern mehr Zeit mit Ma, Jax und all den anderen Figuren verbracht hätte (und Jaxons Probleme auch noch nicht ganz vorbei waren). Dank der Leseprobe zu „The Dragon Thief“ kann ich immerhin sagen, dass die Geschichte dort lückenlos weitererzählt wird. Allerdings ist die Taschenbuchausgabe aktuell nicht bei meinem Buchhändler gelistet und ich befürchte, dass die hübschen Illustrationen von Geneva B bei einem eBook nicht ausreichend zur Geltung kommen, weshalb ich wohl nicht so schnell erfahren werde, wie es weitergeht …

Lana Harper: Payback’s a Witch (The Witches of Thistle Grove 1)

Anfang des Jahres war „Payback’s a Witch“ von Lana Harper meine „in kleinen Häppchen lesbare und sehr nette Wohlfühlgeschichte“, zu der ich gegriffen habe, wenn ich weder Zeit noch Konzentration genug für eines meiner anderen Bücher hatte. Dabei dachte ich, als ich den Roman anfing, dass eine (amüsante) Rache-Geschichte mich gewiss genügend fesseln würde, um mal etwas länger bei einem Buch zu bleiben. Doch obwohl die Ausgangssituation in „Payback’s a Witch“ ist, dass die drei Hexen Emmy Harlow, Linden Thorn und Talia Avramov sich an dem Mann rächen wollen, der sie alle drei verletzt hat, geht es weniger um dieses Thema als um Freundschaft, Familie und die Suche nach einem eigenen Platz im Leben. Dazu kommt, dass Lana Harper sich sehr viel Zeit lässt, um Emmys Situation und ihr Verhältnis zu den verschiedenen Charakteren zu erklären, so dass der Roman – gerade im Mittelteil – ein bisschen vor sich hinplätschert.

Emmy, Linden und Talia sind – ebenso wie Gareth Blackmoore – Angehörige der Gründungsfamilien von Thistle Grove, einem kleinen Ort voller Magie, der vor über dreihundert Jahren als Zuflucht für Hexen gegründet wurde. Während die Familie Blackmoore für ihren beeindruckenden (und furchterregenden) Umgang mit den Elementen bekannt ist, die Familie Thorn sich auf den Umgang mit Pflanzen und Tieren spezialisiert hat und die Avramovs Geister beschwören, sind die Harlows so etwas wie … Stadtschreiber, Archivare und diejenigen, die aufpassen, dass die Regeln eingehalten werden. Was bedeutet, dass sie über keine nennenswerte Magie verfügen, was Emmy ihr gesamtes Leben lang Minderwertigkeitskomplexe eingeflößt hat. Diese Minderwertigkeitskomplexe haben zusammen mit dem schrecklichen Ende ihrer Beziehung zu Gareth Blackmoore dazu geführt, dass sie nach dem Abschluss der High School den Ort verlassen hat und – bis zu Beginn der Geschichte – nicht wieder zurückgekehrt ist. Dabei verliert eine Hexe, die Thistle Grove für längere Zeit den Rücken kehrt, die Fähigkeit, Magie zu wirken.

Doch nun ist es Zeit für den alle hundert Jahre stattfindenden Wettbewerb, in dem die Blackmoores, Thorns und Avramovs darum streiten, welche der Familien für die kommenden hundert Jahren den Ton im Ort angeben wird, und in dem die Erbin der Harlows als Schiedsrichterin anwesen sein muss. Da Emmy als Schiedsrichterin bei diesem Wettbewerb fungiert, ist es natürlich besonders brisant, dass sie bereit ist, sich mit Linden, die auch nach all den Jahren in unterschiedlichen Städten immer noch ihre beste Freundin ist, und Talia, die Emmy schon in der High School sehr attraktiv fand, zusammenzutun, um sich an Gareth zu rächen. Aber da Lana Harper die Magie in Thistle Grove dafür sorgen lässt, dass Emmy ihre Position getreu ausüben muss, und sämtliche Regelbeugungen nur die Tatsache ausnutzen, dass sich zuvor keine Familien zusammengetan haben, um gegen einen gemeinsamen Gegner anzutreten, konnte ich gut damit leben. Diese Art von „magischer Kontrollinstanz“, ebenso wie einige andere „übernatürliche Elemente“ kamen mir zwar nicht gerade ausreichend durchdacht vor, aber die kleinen Ungereimtheiten in diesem Teil der Geschichte haben mich nicht gestört, weil ich einfach all die vielen netten Szenen, in denen die Charaktere miteinander interagierten so sehr genossen habe.

Denn – wie schon gesagt – es geht in „Payback’s a Witch“ weniger um Magie und Rache als darum, dass Emmy sich mit den Dingen auseinandersetzen muss, vor denen sie durch ihr Verlassen der Stadt geflohen ist. Sie ist alt genug, um ihr Leben nicht mehr von einem schrecklichen Ex-Freund bestimmen zu lassen, sondern all die Gefühle aufzuarbeiten, die das Ende ihrer Beziehung mit Gareth in ihr ausgelöst haben. Und sie ist erwachsen genug, um sich einzugestehen, dass sie mit ihren Handlungen ihre Familie und ihre Freunde nicht weniger verletzt hat, als Gareth es damals mit ihr getan hat. Ich mochte es sehr, dass es Emmy zwar nicht gefällt, sich mit ihren Gefühlen, ihrer Vergangenheit und ihrem Verhalten auseinanderzusetzen, aber dass sie trotzdem nicht davor zurückscheut. Es gibt in dieser Geschichte keinen Moment, in dem sie wütend davonstürmt, wenn ihr jemand sagt, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung war. Im „schlimmsten“ Fall benötigt sie etwas Zeit und eine Person, die ihr hilft, eine andere Perspektive einzunehmen – und wenn das passiert ist, dann geht Emmy los und versucht, die Angelegenheit (so weit es geht) wieder in Ordnung zu bringen.

Auch ihre – sich sehr langsam entwickelnde – Beziehung zu Talia läuft nach diesem Schema ab. Beide Frauen kennen sich seit ihrer Kindheit und müssen doch feststellen, dass sie eigentlich nur eine Vorstellung von der andere Person haben, statt sie wirklich zu kennen. So gibt es einige Szenen, in denen sich Emmy und Talia Zeit lassen, um herauszufinden, was ihrem Gegenüber durch den Kopf geht und welche Wünsche und Bedürfnisse die andere Frau hat. Und natürlich steht die Frage im Raum, wie eine Beziehung zwischen ihnen funktionieren könnte, obwohl Emmy wild entschlossen ist, nach dem Wettbewerb Thistle Grove wieder zu verlassen, während Talia sich nicht vorstellen kann, je ihre Familie hinter sich zu lassen. Ich mochte dabei sehr, dass es bei dieser Beziehung – trotz einer vorhandenen körperlichen Anziehung zwischen diesen beiden Charakteren – vor allem um den Aufbau einer Freundschaft ging. Die Autorin sagt im Nachwort, dass das Schreiben dieser Geschichte für sie eine Zuflucht, ein sicherer Hafen in einem schrecklichen und schwierigen Jahr war, und ich muss zugeben, dass der Roman dieselbe Funktion für mich erfüllt hat – zumindest nachdem ich verstanden hatte, dass die „Rache-Geschichte“ nur ein Aufhänger für all die anderen wohltuenden Elemente in der Handlung war.

[Kulinarisches] Apple Crumble

Da wir den Apple Crumble am vergangenen Wochenende so genossen haben, halte ich hier mal das Rezept (mit all meinen kleinen Änderungen) fest, damit ich immer wieder darauf zurückgreifen kann.

Eine dünnwandige zartgrüne Schale neben einer brennenden kleinen Sturmlaterne. In der Schale befindet sich eine Portion Apple Crumble, die von zwei Sahneklecksen flankiert wird.

Zutaten (für zwei Portionen):

3 säuerliche Äpfel
(Zimt oder gemahlene Vanille, eventuell Zitronensaft)

45 g kalte Butter, fein gewürfelt
45 g Zucker
75 g Mehl

Den Backofen auf 200 Grad (Umluft) vorheizen. Die Äpfel putzen und in grobe Stücke schneiden (wenn das aus irgendeinem Grund nicht zeitnah passiert, sollten die Äpfel mit etwas Zitronensaft gemischt werden, damit sie nicht oxidieren – geschmacklich gibt das keinen Unterschied). Dann die Äpfel in eine Auflaufformen geben oder – wenn es zwei Apple Crumble mit unterschiedlichen Gewürzen werden sollen – in zwei kleine Auflaufformen geben. Die Äpfel können so bleiben oder mit etwas gemahlener Vanille oder Zimt vermischt werden. (Auf dem Foto gibt es einen Crumble mit einer eher großzügige Menge Zimt zu sehen. :D)

Für die Streusel Mehl, Zucker und Butter mit den Fingerspitzen verkneten und diese dann gleichmäßig über den Äpfeln verteilen. Ich mag die am liebsten, wenn sie unterschiedlich groß sind, so dass die Konsistenz beim Essen immer wieder Abwechslung bietet. Den Apple Crumble für eine halbe Stunde im vorgeheizten Ofen backen, dann etwas abkühlen lassen und mit geschlagener Sahne oder Vanilleeis servieren.

Lese-Sonntag im Januar 2022

Nachdem meine Frage, ob ihr noch Lust auf regelmäßige Lese-Sonntage habt, bei mir einen allgemeinen Eindruck von „im Prinzip schon, auch wenn ich nicht oft teilnehmen kann“ hinterlassen hat, gibt es heute also den ersten Lese-Sonntag im Jahr 2022. 😉 Bei mir startet der Tag wie gewohnt mit einem langsamen Wachwerden – was heute vermutlich etwas länger dauert, weil ich meinen Rhythmus in der vergangenen Woche ziemlich verschoben habe. Genau genommen habe ich in den letzten Tagen bis tief in die Nacht gearbeitet, weil ich dann meine Ruhe hatte und auch endlich mal was auf die Reihe bekam, und dafür bis in den späten Vormittag geschlafen. Um heute früh aufstehen zu können, bin ich gestern zwar früher ins Bett gegangen, aber irgendwie fühlt es sich nicht so an, als ob ich genügend Schlaf bekommen hätte. *g*

Also steht erst einmal Wachwerden auf dem Plan (vermutlich mit etwas Twitter-TL lesen und „Animal Crossing“ spielen) und später greife ich dann zum Buch. Nachdem ich in der vergangenen Woche mehr Zeit damit verbracht habe meine Bücher von einem Platz zum nächsten zu tragen als wirklich darin zu lesen, habe ich beschlossen, dass ich heute mit dem zweiten Band des „Supernormal Sleuthing Service“ von Gwenda Bond und Christopher Rowe anfange. Da das Lesen des ersten Teils nicht so lange her ist und ich mir davon eine flüssig zu lesende Mischung aus skurrilen, fantastischen und amüsanten Elementen mit einem Hauch Rettungsmission erwarte, komme ich hoffentlich schnell genug in die Geschichte, um auch wirklich mal wieder etwas länger am Stück zu lesen …

 

Update 11:00 Uhr

Links eine kleine brennende Sturmlaterne, rechts eine hexenkesselförmige Tasse mit schaumiger Heißer Schokolade, in der ein Klecks Sahne zu erahnen ist, dazwischen liegt die Taschenbuchausgabe von "The Supernormal Sleuthing Service".

Zum „Animal Crossing“ spielen bin ich noch nicht gekommen (wo sind die letzten Stunden hin?), dafür habe ich mich online rumgetrieben, ein paar Kommentare geschrieben und überraschend viel mit meinem Mann geredet, der heute in extrem kommunikativer Stimmung ist. *g* Außerdem habe ich mir eine Heiße Schokolade gemacht, weil ich die restliche Sahne von gestern aufbrauchen wollte, damit ich heute Nachmittag den Becher zum Sahneschlagen wieder frei habe. Lustigerweise ist die Sahne dann im Milchschaum versunken, so dass davon kaum etwas zu sehen ist … Jetzt beende ich noch meine Kommentarrunde – so viele Mitleserinnen heute! <3 – und dann schaue ich mal, ob ich zur Switch greife oder zum Buch … oder ob ich mir Frühstück mache, kurze Nächte sorgen immer für großen Hunger bei mir. 😉

 

Update 14:00 Uhr

Ein Animal-Crossing-Screenshot, der meine Spielfigur zeigt, wie sie auf einem Sofa im "skandinavischem Stil" sitzt. Vor ihr ist ein schlichter Sofatisch mit einer Teekanne und einer Tasse, daneben steht ein kleiner Teller mit einem Keks. Im Vordergrund lässt sich ein Kamin erahnen, im Hintergrund sind diverse Möbel zu sehen und Fenster, die heftigen Schneefall zeigen. Über dem Sofatisch hängt ein hölzernes Wagenrad mit brennenden Kerzen.

Nach dem letzten Update habe ich erst einmal gemütlich „Animal Crossing“ gespielt, ich mag die Winterzeit in dem Spiel so sehr und finde mein Wohnzimmer auch ohne all die Weihnachtsdeko, die ich im Dezember da hatte, immer noch sehr gemütlich. Mit den neuen Säulen und Theken muss ich aber noch etwas rumspielen, bevor ich damit zufrieden bin. 😉 Nach meiner Spielrunde gab es erst einmal Frühstück für mich (Porridge – ich denke, davon habe ich hier inzwischen genügend Fotos gezeigt) und dann habe ich doch wirklich ein paar Seiten in meinem Buch gelesen! Der Anfang ist schon mal wieder sehr schön gewesen inklusive einer Horde Affen, die in der Hotellobby mit Croquetschlägern und -bälle für etwas … Unruhe gesorgt haben. Was wiederum der Grund dafür ist, dass Protagonist Stephen und seine beiden Freunde Ivan und Sofia für den Rest des Tages aus dem Hotel geworfen wurden, damit sie keinen weiteren Unsinn anstellen könnten. Ich hege den Verdacht, dass Sofias Mutter nicht so glücklich damit ist, dass die drei versucht haben den Affen, die seit einigen Wochen im Hotel leben, Croquet beizubringen. 😉 Da mich dann mein Wecker daran erinnerte, dass es Zeit für eine Kommentarrunde wird, habe ich erst einmal wieder das Lesen unterbrochen, werde aber gleich wieder zu meinem Buch zurückkehren.

 

Update 17:00 Uhr

Ich habe gelesen! Kommentare und Blog-Updates … und ein paar Kapitel in meinem Buch. *g* Ich mag „The Supernormal Sleuthing Service“ wirklich, auch wenn die Geschichten alle auf der Grundbedingung fundieren, dass Erwachsene Kinder unterschätzen. In diesem Fall ist es so, dass der Protagonist und seine beiden Freunde Ivan und Sofia mitansehen mussten wie ein Zauberer einen Gegenstand an sich nahm, mit dem er die gesamte übernatürliche Welt beeinflussen kann. Im Laufe dieser Inbesitznahme wurde ein Freund von Ivan geschädigt und die Kinder scheinen die einzigen zu sein, die das stört und die herausfinden wollen, ob und wie sie ihm helfen können. (Alles etwas vage, für den Fall, dass noch jemand den Roman lesen mag.) Ich fände es schöner, wenn nicht nur die Kinder sich Sorgen machen würden, aber dann könnten sie natürlich nicht einfach unbeaufsichtigt ermitteln, sondern würden ständig über Erwachsene stolpern, die sich fragen, was die drei da eigentlich machen. Weshalb ich mit diesem Element leben und einfach den Rest der Geschichte genießen kann. Ich mag so viele der erwähnten Details rund um die übernatürliche Welt, ich mag die drei Charaktere und all ihre ungewöhnlichen Freunde und ich bin gespannt darauf ob (und wenn ja wie) sie am Ende ihren Freund retten!

Eine dünnwandige zartgrüne Schale neben einer brennenden kleinen Sturmlaterne. In der Schale befindet sich eine Portion Apple Crumble, die von zwei Sahneklecksen flankiert wird.

Zwischendurch habe ich mein Lesen unterbrochen, um Apple Crumble zu machen (und zu essen). Auf dem Foto sieht er deutlich dunkler aus, als er ist – auch wenn der Zimt, den ich unter meine Äpfel gemischt habe, schon zu einer nicht gerade goldgelben Fruchtfarbe führt. *g* Ich finde es so praktisch, dass ich den Crumble einfach in verschiedenen Formen backen und so eine Variante mit Zimt für mich und eine ohne für meinen Mann machen kann! Die zweite Hälfte gibt es dann heute nach dem Abendessen … Jetzt schaue ich aber erst einmal wie es den anderen in den letzten Stunden erging und dann lese ich noch ein paar Seiten, bevor ich zum Kochen in die Küche wandern muss.

 

Update 20:30 Uhr

Ein cremefarbender tiefer Teller mit großen muschelförmigen Nudeln und Blumenkohl, der deutliche Röstspuren aufweist.

Heute ging es später in die Küche, weil ich mein Kochen mit meinem Mann abstimmen musste und der wollte nicht nur erst noch die letzte „Downton Abbey“-Folge beenden, sondern vor dem Essen noch Duschen. Ich gebe zu, ich bin sehr froh, dass ich in den kommenden Wochen keine detaillierten Inhaltsangaben inklusive wortreicher Kritik an den Autoren zu hören bekomme. 😉 Das heutige Essen war etwas aufwändiger (und ist nicht sehr fotogen), aber dafür sind die Nudeln mit ofengeröstetem Blumenkohl und eine Sauce aus pürriertem Blumenkohl, Knoblauch und Parmesan einfach sehr, sehr lecker! Bevor ich wieder zum Buch greife, drehe ich eine Blog- und Kommentarrunde – ich habe schon gesehen, dass seit meinem letzten Update so einige Benachrichtigungen in meinem Mailfach gelandet sind. 🙂

 

Update 00:30 Uhr (Letztes Update)

Ähm … nach dem letzten Update habe ich noch den Abwasch erledigt und mein Buch ausgelesen. *g* Wie immer in letzter Zeit habe ich heute einiges an Anlaufzeit benötigt, bis ich wirklich in meinem Roman ankam und mich nicht mehr ständig ablenken ließ. Aber am Ende habe ich den zweiten Teil von „The Supernormal Sleuthing Service“ sehr genossen und wandere gleich sehr gut gelaunt ins Bett. Es war wieder sehr nett mit euch heute! Gute Nacht! 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Kiya
Natira
Neyasha
JED
Anette
Sayuri

B. B. Alston: Amari and the Night Brothers (Supernatural Investigations 1)

Auf das Lesen von „Amari and the Night Brothers“ von B. B. Alston habe ich mich fast ein Jahr lang gefreut, weil ich erst einmal auf die Taschenbuch-Ausgabe warten wollte und diese dann auch erst ein paar Monate nach dem Veröffentlichungstermin von meinem Buchhändler geliefert wurde. Immerhin kann ich nun sagen, dass die lange Wartezeit sich durchaus gelohnt hat, ich habe die Geschichte – nach einem etwas holprigen Start – nämlich sehr genossen. Die Handlung beginnt am Tag vor den Sommerferien, als Amari sich im Büro ihres Schuldirektors dafür verantworten muss, dass sie eine Klassenkameradin geschubst hat. Dass diese Amari schon seit Monaten damit „aufzieht“, dass Amaris verschwundener Bruder Quinton bestimmt längst tot ist, zählt weder für den Direktor noch für Amaris Mutter als ausreichende Entschuldigung, und so beendet das Mädchen das Schuljahr mit der Aussicht auf einen Schulverweis und Hausarrest. Doch dann sorgt eine überraschende Nachricht von Quinton, die er vor seinem mysteriösen Verschwinden auf den Weg gebracht hatte, dafür, dass Amari an einem ungewöhnlichen Sommercamp teilnehmen darf.

Dabei ist dieses Sommercamp nur die Tarnung für den Start einer Ausbildung zum Junior Agent des „Bureau of Supernatural Affairs“ und so sieht sich Amari von einem Tag auf den anderen nicht nur mit der Tatsache konfrontiert, dass es Magie und magische Wesen gibt, sondern auch damit, dass Quinton ein Agent des Büros war und in Ausübung seiner Pflicht von bösen Magiern entführt wurde. Während Amari noch versucht, mit all den neuen Dingen in ihrem Leben fertigzuwerden, stellt sich heraus, dass sie über die gleiche Magie verfügt wie die Magier – was dazu führt, dass viele Personen innerhalb des Büros sie automatisch als „böse“ einstufen und sie von der gerade begonnenen Ausbildung zum Junior Agent ausschließen wollen. So muss Amari nicht nur Wege finden, um Quinton aus der Gewalt der bösen Magier zu befreien, sondern auch um ihren Verbleib in der magischen Gesellschaft kämpfen.

Ich muss gestehen, dass mich die Geschichte zu Beginn (während der Erklärungen rund um die magische Parallelgesellschaft) häufig an den Anfang der „Percy Jackson“-Romane von Rick Riordan denken ließ, während die weitere Entwicklung innerhalb des „Bureau of Supernatural Affairs“ bei mir starke Assoziationen an die Nevermoor-Reihe von Jessica Townsend weckte. Aber trotz dieser Nähe zu zwei Buchreihen, die ich sehr mochte bzw. mag, gelingt es B. B. Alsons immer wieder, so viele eigene Elemente in „Amari and the Night Brothers“ einzubauen, dass ich die Geschichte sehr genossen habe. Amari ist sowohl in ihrer Schule (als Schwarzes Mädchen, das mit einem Stipendium an einer eher elitären Schule gelandet ist) als auch in der magischen Gesellschaft (als geborene Magierin) eine Außenseiterin, aber sie findet nicht nur während des Sommercamps gute Freunde (ich fand ihre Werdrachen-Mitbewohnerin einfach großartig), sondern ihre Position erlaubt ihr auch eine ungewöhnliche Perspektive auf viele Elemente innerhalb des Büros.

Ich habe mit Spannung die vielen verschiedenen Herausforderungen verfolgt, denen sich Amari und ihr Partner während der Ausbildung stellen mussten, und ich habe die vielen ungewöhnlichen Elemente, die der Autor in seine fantastische Seite der Welt eingebaut hat, sehr genossen. Auch kann ich – zu meiner eigenen Überraschung – sagen, dass ich in „Amari and the Night Brothers“ kein Problem mit all den zwischenmenschlichen Problemen rund um Amari hatte. Denn so unschön es war, dass Amari sowohl in der Schule als auch im Sommercamp gemobbt wurd, so dreht sich die Handlung doch um Amaris Entschlossenheit, ihren Bruder wiederzufinden. Das führte dazu, dass ich die Passagen besonders genossen habe, in denen Amari Freunde und Verbündete findet und in denen sie sich wieder ein kleines Stückchen Anerkennung erkämpft hat, während ich mir bei den Szenen, in denen sie sich mit Vorurteilen und Intrigen konfrontiert sah, überraschend sicher war, dass sich eine Protagonistin wie Amari von solchen Gegnern nicht aufhalten lassen würde. Und da es am Ende des Romans noch so einige offene Fragen gibt, auf die ich wirklich gern die Antworten wüsste, geht für mich jetzt das Warten auf die Veröffentlichung der Taschenbuch-Ausgabe von „Amari and the Great Game“ los (dabei erscheint die Hardcover-Ausgabe dieser Fortsetzung erst im Mai *g*).

Abi Elphinstone (Hrsg.): Winter Magic (Anthologie)

Wie immer, wenn ich eine Anthologie lese, gibt es hier einen Sammelbeitrag, in dem ich ein paar Sätze zu den jeweiligen Geschichten festhalte. Als ich nach Weihnachten zum ersten Mal zu „Winter Magic“ griff, fiel mir erst auf, dass ich doch relativ selten Anthologien lese, die mit Geschichten von (verschiedenen) Kinder- und Jugendbuchautoren gefüllt sind. Der Großteil meiner Anthologien ist ja doch eher Urban Fantasy für erwachsene Leser … *g* Einige der in diesem Band gesammelten Kurzgeschichten wurden schon an anderer Stelle veröffentlicht, aber für mich waren sie alle neu, obwohl ich viele der Autor.innen schon von anderen Werken kannte.

 

Emma Carroll: A Night at the Frost Fair
„A Night at the Frost Fair“ ist eine süße Geschichte über ein Mädchen, das nach dem Besuch ihrer Großmutter in einem Altersheim eine kleine und überraschende Zeitreise unternimmt. Vor allem dreht sich die Handlung um das Thema Familie, aber auch um einen offenen und verständnisvollen Umgang mit anderen Menschen, darum, dass Menschen gewisse Freiheiten benötigen und dass die besten Absichten kein Ersatz sind für Respekt und die Bereitschaft zuzuhören und zu verstehen. Eigentlich mochte ich die Geschichte, aber ich musste mich beim Lesen auch daran erinnern, dass sie für Kinder geschrieben wurde und ich deshalb der Autorin nicht vorwerfen sollte, dass sie bestimmte Aspekte nicht anspricht und dass sich am Ende ganz einfach alles zum Guten wendet. Die zynische, erwachsene Seite in mir war aber ein bisschen grummelig, weil sie bestimmte Elemente unrealistisch fand (und damit meine ich nicht den fantastischen Anteil der Handlung) und denkt, dass das besser hätte gelöst werden müssen.

Amy Alward (Amy McCulloch): The Magic of Midwinter
Eine sehr süße Geschichte über Freundschaft, Wichtelmagie, Alchemie und der Suche nach dem perfekten Geschenk für eine Person, die schon alles zu haben scheint. Und da „The Magic of Midwinter“ Teil der Potion-Diaries-Serie ist und ich die Charaktere sehr mochte und die Handlung wirklich niedlich fand, habe ich „The Potion Diaries“ mal auf meine Merkliste gesetzt, obwohl mich der Klappentext normalerweise nicht reizen würde. Aber ich mochte in „The Magic of Midwinter“ die Protagonistin Sam und ihren Tonfall sehr gern und bin durch diese Kurzgeschichte neugierig auf die Mischung aus Magie, Fabelwesen und „modernen Elementen“ geworden, die in der Potion-Diaries-Trilogie zu finden ist.

Michelle Harrison: The Voice in the Snow
Diese Kurzgeschichte spielt in der Welt von Michelle Harrisons Roman „The Other Alice“ (eine der wenigen Titel der Autorin, die ich nicht kenne,) und ich habe es sehr genossen, wie viele Märchenmomente in der Handlung aufgegriffen werden, ohne dass es dabei auch nur ansatzweise zu einer Art Nacherzählung kommt. Ich mochte die Protagonistin Gypsy (auch wenn ich die Namenswahl ziemlich unglücklich finde) und mir gefiel, wie sie darauf reagierte, dass ihre Stimme gestohlen wurde. Doch vor allem hat mich eine Nebenfigur neugierig gemacht, die nur eine sehr kleine Rolle hatte und von der ich mich frage, ob sie in „The Other Alice“ vielleicht noch einmal vorkommt. Nur gut, dass das Buch eh schon auf meinem Merkzettel sitzt und irgendwann wohl von mir gelesen werden wird. 😉

Geraldine McCaughrean: The Cold-Hearted
Ich muss gestehen, dass ich nicht so recht weiß, was ich von dieser Geschichte halten soll. Die Handlung wird aus der Sicht von Fergal erzählt, der – wenige Minuten, nachdem er gemeinsam mit dem Hund den Wagen verlassen hat – zusehen muss, wie seine Familie im Auto von einer Lawine begraben wird. Im Laufe der Geschichte entdeckt er ein ganzes Dorf voller Menschen, die seit Jahrhunderten unterirdisch leben, und versucht dann alles, um diese dazu zu bewegen, ihm zu helfen. Insgesamt war das nicht schlecht erzählt, aber irgendwie haben mich weder die Grundidee noch die Figuren gepackt …

Katherine Woodfine: Casse-Noisette
Eine sehr süße (fiktive) Geschichte rund um die Uraufführung des Balletts „Der Nussknacker“, die aus der Sicht der zwölfjährigen Tänzerin Stanislava Belinskaya geschrieben wurde, die damals die Clara tanzte. Die Handlung ist etwas kitschiger, als ich es von der Autorin gewohnt bin, aber ich mochte die Grundidee und die Protagonistin sehr und fand die Geschichte überraschend berührend.

Berlie Doherty: Someone Like the Snow Queen
Ich bin etwas zwiegespalte, wenn es um diese Geschichte geht. Auf der einen Seite mochte ich den etwas moderneren Touch, den der „Schneeköniginnen-Anteil“ der Handlung am Anfang hatte, auf der anderen Seite gefiel mir die Ausgangssituation (Teenager-Mädchen ist für die Aufsicht über ihren fünfjährigen Bruder zuständig und vernachlässigt ihre Pflichten) nicht. Ich glaube, ich hätte „Someone Like the Snow Queen“ lieber gemocht, wenn ich nicht zu Beginn so frustriert wegen der Protagonistin gewesen wäre, dass es mir schwerfiel, Mitleid für ihre Situation zu empfinden. So habe ich den Großteil meiner Lesezeit damit verbracht, mir zu überlegen, welche Elemente die Autorin meiner Meinung nach besser hätte machen können.

Lauren St. John: The Room With the Mountain View
Oh, mit dieser Geschichte habe ich wirklich viel Spaß gehabt, obwohl sie so was wie ein „Hallmark-Movie für 11jährige, der sich anfangs als Krimi verkleidet“ war. Ich mochte die Protagonistin Lexie auf Anhieb, weil sie so glücklich über ihren Beinbruch während ihrer Skiferien war (schließlich konnte sie so auf einige Stunden ungestörte Lesezeit hoffen), ich habe gern verfolgt, wie sie überraschend eine neue Freundin fand, und wie die beiden Mädchen – ganz wie in „Das Fenster zum Hof“ – über einen vermeintlichen Mord stolperten. Dabei greift Lauren St. John zwar so einige Klischees (wie das emotional vernachlässigte „arme“ reiche Mädchen) auf, aber die Art und Weise, in der die Handlung erzählt wurde, hat dafür gesorgt, dass ich mich wunderbar dabei amüsiert habe.

Michelle Magorian: Snow
Keine Kurzgeschichte, sondern ein süßes Gedicht über Schnee.

Jamila Garvin: Into the Mountain
Eine Variante des Rattenfängers von Hameln, die ich sehr nett fand, die aber nicht lange in meiner Erinnerung haften blieb.

Piers Torday: The Wishing Book
Eine seltsame kleine Geschichte rund um ein Mädchen, das mit seiner Stief-Großmutter nicht zurechtkommt. Ich mochte den Anfang und Ende von „The Wishing Book“, aber den Mittelteil fand ich ziemlich absurd und die Auflösung zu simpel. Ich weiß nicht, ob ich nach dieser Kurzgeschichte mehr von dem Autoren lesen würde, wenn ich nicht schon einen Roman von Piers Torday gelesen hätte, der mir gut gefallen hat.

Abi Elphinstone: The Snow Dragon
„The Snow Dragon“ erzählt von einem ganz besonderen magischen Weihnachtsabend für ein Waisenkind, von der Hoffnung, eine Familie zu finden, von alltäglicher und besonderer Magie und davon, wie kostbar Fantasie ist. Auf der einen Seite war die Geschichte wirklich süß zu lesen, auf der anderen Seite war mir die böse Waisenhausleiterin zu klischeebefrachtet und übertrieben dargestellt und das Happy End ein bisschen zu vorhersehbar. Aber ich mochte den Drachen und den tanzenden Dackel!

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Insgesamt bot mir „Winter Magic“ eine bunte Mischung aus sehr unterschiedlichen Winter- und Weihnachtsgeschichten. Ich habe zwar nur eine neue Autorin durch diese Anthologie für mich entdeckt (mein SuB wird sich darüber freuen), aber das ist ja für mich auch nicht unbedingt das Ziel, wenn ich Anthologien lese. Ich habe dafür wieder einmal feststellen müssen, dass ich mich in stressigen Zeiten viel leichter auf eine Kurzgeschichte einlassen kann als auf ein paar Seiten eines Romans, und dass ich es mag, dass ich so gar nicht weiß, was die nächste Geschichte mir bringen wird. Abgesehen von einem groben Grundthema gibt es eine Menge Überraschungen in so einer Kurzgeschichtensammlung, und das genieße ich sehr!

Habt ihr noch Lust auf Lese-Sonntage?

In den vergangenen vier Jahren gab es an jedem dritten Sonntag im Monat den Lese-Sonntag bei mir auf dem Blog, an dem es darum ging, gemeinsam einen möglichst gemütlichen und erholsamen Sonntag zu verbringen und darüber zu bloggen. Ich persönlich mag diese Lese-Sonntage immer noch und plane sie als „Veranstalterin“ seit 2018 fest in meinen Monat ein (und wer mich persönlich kennt, weiß in der Regel auch, dass ich an diesen Tagen schon „verabredet“ bin). Wenn ich aber sehe, wie die Lese-Sonntage im vergangenen Jahr gelaufen sind, dann habe ich das Gefühl, dass so ein fester monatlicher Termin nicht mehr in euren Zeitplan passt. Unser aller Leben hat sich in den vergangenen Jahren geändert – es wäre ja auch unheimlich, wenn es bei uns allen jahrelang immer gleich laufen würde – und einige Leute, die früher regelmäßig mitgelesen haben, haben sich schon lange vom Bloggen (und Bloglesen) verabschiedet. Ich möchte nicht, dass dieser Tag zu einer „Pflichtveranstaltung“ wird oder dass ihr denkt, dass ihr meinetwegen daran festhalten müsstet, obwohl euch so ein fester Lese-Sonntag eigentlich zu viel wird.

Deshalb also hier zum Jahresbeginn die Frage, ob ihr überhaupt noch Lust auf die monatlichen Lese-Sonntage habt? Wenn nicht, ist es vollkommen okay, und wenn doch, dann würde ich gern wissen, ob alles bleiben soll wie immer oder ob euch vielleicht ein anderer Tag oder ein anderer Rhythmus besser passen würde.