Kategorie: Rezension

Kalyn Josephson: Ravenfall

Es ist lustig, dass „Ravenfall“ von Kalyn Josephson fast ein Jahr auf meinem SuB lag, weil ich im vergangenen Herbst einfach nicht in der Stimmung für das Buch war, nur damit ich es dann in diesem Jahr am letzten Herbstlesen-Samstag verschlingen konnte. Ich finde es immer wieder spannend, wie groß der Einfluss ist, den die richtige Stimmung auf mein Leseverhalten hat. Die Handlung in diesem Roman wird abwechselnd von Anna und Colin erzählt und spielt in dem Inn „Ravenfall“, das von Annas Familie betrieben wird. Dabei verfügen so gut wie alle Personen in Annas Familie über magische Fähigkeiten, aber während die anderen „nützliche“ Fähigkeiten haben, kann die dreizehnjährige Anna – wenn sie eine Person berührt – nur sehen, wie jemand stirbt (vorausgesetzt, dass die berührte Person schon einmal Zeuge eines Todesfalls war).

Der vierzehnjährige Colin hingegen kommt auf der Suche nach seinem älteren Bruder Liam nach Ravenfall. Vor wenigen Tagen erst mussten Colin und Liam miterleben, wie ihre Eltern in einem Motel ermordet wurden. Liam ist nach der Tat den Mördern hinterhergejagt, während Colin allein entscheiden musste, wie es für ihn weitergeht. Da er seit diesem Tag von Liam nichts mehr gehört hat und ihre Eltern ihnen von Kindesbeinen an eingetrichtert haben, dass sie sich in Ravenfall treffen würden, wenn irgendwann einmal etwas passieren würde, hat sich Colin auf den Weg zum Inn gemacht. In Ravenfall angekommen, muss Colin so einige Dinge über seine Eltern (und sich selbst) lernen, die ihn überraschen, aber nichts davon hilft ihm, Liam zu finden. Zeitgleich wird deutlich, dass an Samhain – das nur noch wenige Tage entfernt ist – etwas Großes passieren wird, das nicht nur Colin, sondern alle Bewohner des Inns in Lebensgefahr bringen wird.

Trotz all der unheimlichen Details rund um den Tod von Colins Eltern, seine Angst um seinen Bruder Liam und die Bedrohung, der Colin, Anna und ihre Familie gegenüberstehen, habe ich die Geschichte rundum genossen. Es gibt so viele amüsante und heimelige Elemente, die die unheimlichen Szenen ausgleichen, und diese Mischung sorgt dafür, dass der Roman nie langweilig wird. Das Inn Ravenfall hat eine ganz eigene Persönlichkeit, die sich durch jede einzelne Szene, die in dem Gebäude spielt, zieht. So hilft das Haus seinen Bewohnern an allen Ecken und Enden, benötigt aber auch Aufmerksamkeit und Anerkennung und ist dabei in der Lage, über lange Zeit einen Groll gegen eine Person zu hegen. Annas Familie mit all ihren Fähigkeiten ist rundum magisch, und ich fand es spannend, mehr über all die Details, die damit verbunden waren, herauszufinden.

Überhaupt mochte ich die Figuren in dieser Geschichte wirklich gern. Anna und Colin sind wunderbare, facettenreiche Charaktere, und es war schön, ihre aufkeimende Freundschaft mitzuverfolgen. Annas eigentlich sehr liebevolle Familienmitglieder sind großartig, auch wenn sie nicht sehr gut darin sind, Anna das Gefühl zu geben, dass weder sie als Person noch ihre Fähigkeiten unwichtig sind. Dazu kommen noch die vielen kleinen fantastischen (keltischen) Elemente, die den magischen Teil von Annas (und Colins) Welt ausmachen und die ich sehr genossen habe. Viele dieser Figuren und Fähigkeiten kenne ich schon aus anderen fantastischen Romanen, aber Kalyn Josephson hat immer wieder einen Weg gefunden, um diese übernatürlichen Wesen auf eine ungewöhnliche Art in ihre Geschichte einzubauen, was ich wirklich zu schätzen wusste.

All diese vielen verschiedenen Elemente haben aus „Ravenfall“ einen Roman gemacht, bei dem ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wie es wohl weitergeht – und ich muss zugeben, dass das mit dem Ende des ersten Bandes nicht vorbei war. Ich bin wirklich gespannt, was für ungewöhnliche Ideen Kalyn Josephson noch für das Inn und seine Bewohner hat, ich bin neugierig was für Abenteuer Anna und Colin noch erleben werden, und ich bin gespannt, ob die Autorin noch mehr über Annas verschiedene (bislang nur wenig erwähnte) Familienmitglieder zu erzählen hat und was für Überraschungen (und Fähigkeiten) die dann zur Handlung beizutragen haben. Nur gut, dass es schon zwei weitere Bände („Hollowthorn“ und „Witchwood“) gibt, auch wenn der dritte Teil gerade erst als Hardcover erschienen ist und noch keine Taschenbuchausgabe angekündigt wurde.

Lese-Eindrücke Oktober 2024 (Teil 1)

Im Oktober habe ich vor allem Bücher von meiner „Herbstliste“ gelesen, die aus all den eher unheimlichen Geschichten bestand, die ich in meinem SuB finden konnte. Außerdem hatte ich versucht, ein paar ältere Titel von meinem eReader zu lesen, um da mal einen besseren Überblick über meinen Bestand zu bekommen. Daran bin ich dann aber gescheitert, da ich nach „Wolfskin“ unbedingt noch weiteren Bände der „The Two Monarchies“-Reihe anschaffen und lesen musste. *g*

Und da ich zu so vielen Büchern auch was zu erzählen hatte, gibt es in diesem Monat den Lese-Eindruck-Beitrag in zwei Teilen. Teil 2 verlinke ich HIER, wenn er erschienen ist.

Ali K. Mulford/K. Ellen Morrison: Pumpkin Spice & Poltergeist (Maple Hollow 1)

„Pumpkin Spice & Poltergeist“ war eine „sapphic paranormal cozy mystery rom-com“, die wirklich viele nette (fantastische) Elemente beinhaltete. Die Geschichte dreht sich um Jordyn, die eine Hexe und eine von zwei Apothekerinnen in Maple Hollow ist, und Harlow, die gerade erst in Maple Hollow angekommen ist und nun als Barista in dem Café ihrer Schwester arbeitet. Während Jordyn immer noch um ihre vor einem Jahr verstorbene Ex-Freundin Lou trauert, hat Harlow das Gefühl, dass sie in ihrem Leben bislang immer nur gescheitert ist und nie etwas richtig machen kann. Als Jordyn den Geist von Lou beschwört und diese erst wieder gehen will (oder kann), wenn Jordyn eine neue Beziehung eingegangen ist, sieht Jordyn sich gezwungen, Harlow um ein Date zu bitten. Natürlich ist von Anfang an klar, dass die beiden Frauen ein gutes Paar wären, ebenso wie schnell deutlich wird, dass hinter Lous Tod mehr als ein Unfall steckt. So besteht die Geschichte zum Großteil aus wirklich niedlichen Szenen mit zwei unbeholfenen, aber sehr aneinander interessierten Frauen und dem einen oder anderen – nicht gerade dezent eingestreuten – Hinweis auf einen Kriminalfall. Dazu kommen noch sehr viele fantastische und überraschend ungewöhnliche Elemente rund um die magische Gemeinschaft von Maple Hollow, und ich habe mich (trotz der Tatsache, dass relativ schnell offensichtlich war, wer hinter Lous Ableben steckte) wirklich gut unterhalten gefühlt. Kein Roman, dessen Details lange im Gedächtnis bleiben, aber trotzdem ein Titel, an den ich mich gern erinnere.

Phil Hickes: The Whispering Walls (Shadowhall Academy 1)

Da ich von Phil Hickes die Aveline-Jones-Romane sehr mochte, musste ich mir natürlich auch seinen neuesten Titel besorgen. „The Whispering Walls“ dreht sich um Lilian Jones, die zu Beginn der Geschichte ihr erstes Jahr an der Internatsschule „Shadowhall“ beginnt. Die Schule befindet sich in einem ehemaligen Herrenhaus, das kalt, zugig und voller unheimlicher Geräusche ist, und gleich in ihrer ersten Woche wird Lilian erzählt, dass eine ehemalige Schülerin in den Wänden des Gebäudes spuken soll. Da sie befürchten muss, dass dieser Geist eine ihrer Zimmergenossinnen bedroht, macht sich Lilian (gemeinsam mit ihren neu gewonnenen Freundinnen) auf, um mehr über die gruselige Vergangenheit der Schule herauszufinden. Ich fand das Buch wirklich nett und fühlte mich beim Lesen gut unterhalten. Aber ich muss auch Kiya recht geben, die während des ersten Herbstlesen-Sonntags meinte, dass Phil Hickes hier sehr auf vertraute Grusel-Elemente gesetzt hat, statt wie bei seinen Aveline-Jones-Büchern etwas sehr Eigenes zu schaffen. Außerdem habe ich es zwar sehr genossen, von den Freundinnen, die Lilian in der Schule findet, zu lesen, aber diese enge Bindung zwischen den Schülerinnen sorgte auch dafür, dass die Ereignisse sich nicht so richtig unheimlich anfühlten. Insgesamt war die Geschichte unterhaltsam genug, dass ich die Reihe fortsetzen werde, aber sie ist deutlich weniger gruselig und ungewöhnlich als die Aveline-Jones-Romane.

W.R. Gingell: Wolfskin (The Two Monarchies Prequel)

„Wolfskin“ ist ein Roman, der in derselben Welt wie die anderen „The Two Monarchies“-Geschichten spielt, und (sehr entfernt) an „Rotkäppchen“ angelehnt wurde. Genau genommen dreht sich die Geschichte um Rose, die als Lehrling bei der örtlichen Hexe Akiva aufgenommen wird. Schnell findet sie heraus, dass der Wald, in dem Akivas Häuschen steht, magisch ist und Akiva zu den Wächter*innen des Waldes gehört. Außerdem lernt Rose, dass es sich bei dem großen Wolf, der in dem Wald lebt, eigentlich um einen verfluchten Mann handelt. Die Handlung selbst zieht sich über mehrere Jahre hin, in denen Rose mehr über Magie herausfindet, den Wolf (Bastian) besser kennenlernt und miterlebt, dass immer wieder Wächter*innen des Waldes angegriffen werden oder verschwinden. Ich fand die Lösung hinter diesen Angriffen/Morden ziemlich offensichtlich, aber trotzdem habe ich mich gut von Rose und ihren Abenteuern unterhalten gefühlt. W.R. Gingells Erzählweise in den „The Two Monarchies“-Romanen erinnert mich (nach „Spindle“) auch dieses Mal an Diana Wynne Jones‘ Art, eine Geschichte zu erzählen. Immer wieder mäandert die Handlung ein wenig vor sich hin, ohne dass es je langweilig würde, weil es so viele kleine und größere Momente rund um die Magie des Waldes oder Rose und all die Personen, die sie im Laufe der Zeit kennenlernt, gibt.

W.R. Gingell: Blackfoot (The Two Monarchies 2)

Da ich „Wolfskin“ so gern gelesen hatte, habe ich dann gleich auch noch zu „Blackfoot“ gegriffen. „Blackfoot“ spielt nach den Ereignissen von „Spindle“ und wird aus der Perspektive von Annabel erzählt, die bei einer unheimlichen Hexe aufwächst und deren bester Freund Peter ist. Peter kommt anfangs nicht so unglaublich sympathisch rüber, weil er nicht nur davon überzeugt ist, dass er einfach alles weiß, sondern auch keine Wertschätzung für seine Magie empfindet und stattdessen von technischen Erfindungen fasziniert ist. Annabel hingegen verfügt über keinerlei Magie, abgesehen davon, dass sie in ihren Gedanken ihren schwarzen Kater – der Titel-gebende Blackfoot – sprechen hören kann, wobei Blackfoot sich sowieso nur selten wie eine normale Katze benimmt und es ziemlich klar ist, dass es an ihm und nicht an Annabel liegt, dass die beiden miteinander kommunizieren können. Nach einem Vorfall mit Annabels böser „Pflegemutter“ suchen Annabel, Peter und Blackfoot in einer nahegelegenen Schlossruine Schutz. Doch ein Zauber, der auf dem Schloss liegt, sorgt dafür, dass die drei das Gelände nicht mehr verlassen können. So müssen sie mehr über die Geschichte und die Magie des Schlosses herausfinden, während sie gleichzeitig von einem unheimlichen Gegner gejagt werden und das Schloss ein überraschendes Eigenleben zu entwickeln scheint. Auch das Lesen von „Blackfoot“ hat bei mir Erinnerungen an diese ganz bestimmte wunderbare Art von altmodischen und ungewöhnlichen Fantasygeschichten geweckt, wie sie DWJ geschrieben hat. Ich mag diese Art von Romanen so gerne – überrascht es da jemanden, dass ich mir spontan auch noch den dritten Teil („Staff and Crown“) gegönnt habe? *g*

Claribel A. Ortega: Ghost Squad

„Ghost Squad“ von Claribel A. Ortega habe ich am zweiten Herbstlesen-Wochenende angefangen und das Lesen sehr genossen. Die Geschichte wird aus der Sicht der zwölfjährigen Lucely Luna erzählt, deren Familie aus ihr, ihrem Vater Simon und den unzähligen Geistern ihrer verstorbenen Familienmitgliedern besteht. Diese Geister verbringen den Großteil ihrer Zeit als Glühwürmchen rund um eine besondere Weide im Garten des Hauses der Lunas, doch sie sind auch in der Lage, menschliche Gestalt anzunehmen. Allerdings kann nur Lucely sie in ihrer menschlichen Form sehen, da ihr Vater nach einem traumatischen Ereignis vor einigen Jahren seine Fähigkeit, Geister zu sehen, verloren hat.

Obwohl Lucely und ihr Vater relativ arm sind, da er mit seinen Geister-Touren durch die Stadt nicht gerade viel Geld verdient, wächst Lucely inmitten so vieler (wenn auch zum Großteil schon verstorbener) Familienmitglieder ziemlich behütet auf. Umso erschreckender ist es für Lucely, als sie herausfindet, dass die Bank kurz davor ist, ihrem Vater das Haus wegzunehmen. Als dann noch eine unheimliche Bedrohung ihre Geister verstört, beschließt Lucely gemeinsam mit ihrer besten Freundin Syd, dass nur Magie ihre Familie retten kann. Doch der Zauber, den die beiden Mädchen wirken, scheint die Lage eher noch zu verschlimmern. Von nun an schweben nicht nur Lucelys Geister in Gefahr, sondern die gesamte Stadt scheint von bösen Mächten überrannt zu werden.

Es gibt so einige bedrohliche Elemente und eine Menge unheimliche Schauplätze in „Ghost Squad“, aber trotzdem stehen in der Geschichte vor allem die Freundschaft zwischen Lucely und Syd sowie Lucelys Liebe zu ihrer Familie im Vordergrund. Dabei hat Claribel A. Ortega meiner Meinung nach in ihrem Debütroman ein großartiges Händchen für die verschiedenen Charaktere bewiesen. Lucely und Syd sind ein wunderbares Gespann. Die beiden unterstützen sich gegenseitig, ohne auch nur einen Moment darüber nachdenken zu müssen, und sie beweisen so viel Einfallsreichtum bei ihrer Suche nach Informationen, dass ich viel Spaß hatte, sie bei all ihren (häufig nächtlichen) Abenteuern zu begleiten.

Dann sind da noch die vielen (verstorbenen) Familienmitglieder von Lucely, die alle ihre Ecken und Kanten haben und von mir – selbst wenn sie nur einen kurzen Auftritt in der Geschichte hatten – schnell ins Herz geschlossen wurden. All dieser Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Figuren ist wunderbar zu lesen, sorgt aber auch dafür, dass sich die Handlung nie so richtig bedrohlich anfühlt, obwohl es eine Menge Szenen und Schauplätze in der Geschichte gibt, die das Potenzial für anständige Gruselmomente hätten. Alles in allem hinterließ „Ghost Squad“ bei mir (auch dank der vielen Anspielungen auf den Film „The Goonies“ – inklusive einem Katzen-Sidekick namens „Chunk“) am Ende eher das Gefühl, eine Halloween-Komödie statt einer Gruselgeschichte gelesen zu haben. Aber das war für mich auch vollkommen in Ordnung so, weil ich diese Mischung aus leicht gruseligen und sehr komischen Momenten – ebenso wie die vielen wunderbaren Charaktere und ihr Zusammenspiel – sehr genossen habe.

Hilary McKay: The Time of Green Magic

Hilary McKay gehört zu den Autor*innen, über die ich immer wieder stolpere und von denen ich auch den einen oder anderen Titel interessant finde, die dann aber aus irgendeinem Grund auf der Merkliste versauern. Zumindest war das so, bis ich über „The Time of Green Magic“ gestolpert bin, das ich dann auch – nach gerade mal drei Jahren auf dem SuB – in diesem Sommer gelesen habe. (Nur gut, dass ich inzwischen versuche, meine Neuzugänge zeitnäher zu lesen. Wenn es jetzt noch mit dem zeitnahen Rezensieren klappen würde …) „The Time of Green Magic“ ist eigentlich die perfekte Geschichte für den Spätherbst, falls ihr dafür noch ein Kinderbuch mit einem Hauch von Magie suchen solltet. Die Handlung wird aus der Perspektive der elfjährigen Abi erzählt, deren Leben in den vergangenen Monaten ziemlich auf den Kopf gestellt wurde, nachdem ihr verwitweter Vater Theo sich verliebt und erneut geheiratet hat.

Abis geliebte Granny Grace nahm diese Heirat zum Anlass, um nach all den Jahren, die sie sich in London um ihre Enkelin gekümmert hat, nach Jamaika zu reisen, während Abi und ihr Vater nach der Hochzeit mit seiner neuen Frau Polly und ihren beiden Söhnen Max (13 Jahre) und Louis (6 Jahre) in ein gemeinsames Haus ziehen und sich alle erst einmal an die veränderten Umstände gewöhnen müssen. Schnell stellen Abi und Louis fest, dass etwas an dem kleinen efeu-überwachsenen Haus ungewöhnlich ist: Abi hat zwar schon immer in Büchern eine Zuflucht vor der realen Welt gefunden, aber noch nie zuvor haben sich die Ereignisse in den Geschichten so real angefühlt. Für Louis hingegen bietet der Einzug in das neuen Haus die Gelegenheit, sich mit einem ganz besonderen vierbeinigen Besucher anzufreunden. Doch als dieser Freund immer größer wird, müssen sich Abi und Max zusammentun, um Louis vor seinem mysteriöse Besucher zu beschützen.

Hilary McKay nimmt sich in „The Time of Green Magic“ viel Zeit, um die verschiedenen Figuren und ihre Reaktion auf die neuen Familienverhältnisse zu beschreiben. Während Theo und Polly mit viel Optimismus an die Sache herangehen und dabei schon mal übersehen, welche Herausforderungen das Leben in einer Patchwork-Familie für die Kinder mit sich bringt, müssen die Kinder sich erst einmal gut genug kennenlernen, um herauszufinden, wie sie überhaupt in diese neue Familie passen. Dabei ziehen sich die ganze Zeit über kleine Elemente durch die Handlung, bei denen lange Zeit nicht ganz sicher ist, ob sie auf die Fantasie der Kinder oder auf einen Hauch von Magie zurückzuführen sind. Ich persönlich mochte diese Mischung aus fantastischen und realen Momenten, mit denen sich Abi, Louis und (später auch) Max auseinander setzen müssen.

Dabei muss ich zugeben, dass sich „The Time of Green Magic“ beim Lesen überraschend vertraut angefühlt hat und mich immer wieder an (britische) Kinderbuchklassiker erinnert hat, die ich als Kind gelesen habe. Obwohl die Handlung in der aktuelle Zeit spielt, fühlt sich die Geschichte mit ihrem Schwerpunkt auf dem Verhältnis der Kinder zueinander und dem Mangel an Erklärungen rund um die fantastischen Ereignisse überraschend altmodisch an und erinnerte mich immer wieder an Geschichten von Edith Nesbit. Ich fand das anfangs ziemlich überraschend, habe es aber genossen, über so eine ungewöhnliche Mischung aus „traditionellen fantastischen Kinderbuch-Elementen“ und modernen, chaotischen Familienverhältnissen inklusive all der Herausforderungen, die das für Abi, Louis und Max mit sich bringt, zu stolpern.

So dreht sich die Handlung eben nicht nur um die ungewöhnlichen Ereignisse in dem neuen Haus, sondern auch darum, dass Abi ihre Großmutter vermisst und es ihr schwerfällt, ihren Vater mit den neuen Familienmitgliedern zu teilen. Auch für Louis, der anfangs derjenige zu sein scheint, der am besten mit der neuen Situation klarkommt, gibt es so einige Herausforderungen, während Max nicht nur damit kämpft, dass er nun Teil einer Patchwork-Familie ist, sondern auch mit dem ersten Verliebtsein und einem ernsthaften Streit mit seinem besten Freund. Das alles führt dazu, dass in Hillary McKays „The Time of Green Magic“ gar nicht so viel Großes und Dramatisches passiert, aber all die kleinen Wendungen dafür sorgten, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte und immer wieder noch ein paar Seiten gelesen habe, um herauszufinden, wie eine Situation für die Figuren ausgeht.

Natania Barron: Netherford Hall (Love in Netherford 1)

Der Klappentext für „Netherford Hall“ beginnt mit dem Satz „Pride and Prejudice and Witches“, und während ich Geschichten mit Hexen grundsätzlich mag, so habe ich doch inzwischen festgestellt, dass Jane-Austen-Neuerzählungen normalerweise nicht mein Ding sind. Deshalb habe ich mir von diesem Roman von Natania Barron erst einmal die Leseprobe angeschaut – nur um dann innerhalb von nicht einmal 24 Stunden die gesamten 350 Seiten zu verschlingen. „Netherford Hall“ ist eine überraschende Mischung aus gemütlichen und unheimlichen Elementen. Die ersten 2/3 der Geschichte verlaufen relativ gemächlich, während die verschiedenen Personen und ihre Hintergründe vorgestellt werden. Aber obwohl in diesem Teil relativ wenig zu passieren scheint, gibt es so viele kleine zwischenmenschliche Szenen und so viele Andeutungen von Bedrohungen, dass es definitiv nie langweilig wird.

Erzählt wird die Geschichte vor allem aus der Perspektive der beiden Protagonistinnen Poppy Brightwell und Edith Rookwood (wobei einige Kapitel auch aus der Sicht von Ediths Onkel erzählt werden). Poppy hat den Großteil ihres Lebens mit ihrer Familie in Netherford verbracht, nachdem ihre Eltern vor fünfzehn Jahren Harrow House von den Rookwoods gemietet haben. In all diesen Jahren stand der Herrensitz, zu dem Harrow House gehört, leer, da die Rookwood-Hexen lieber in London als auf ihrem angestammten Familiensitz lebten. Doch nach einem tragischen Brand im Stadthaus der Rookwoods, bei dem der Großteil der Familie (ebenso wie alle Bediensteten) ums Leben kam, kehrt Edith Rookwood gemeinsam mit ihrem Onkel Auden Garcliffe und ihrem Cousin Henry nach Netherford Hall zurück.

It is a truth universally acknowledged that a young gentlewitch, in possesion of great magical acumen and significant landholdings, ist rarely in want of a wife. Yet that was not so for Edith Rookwood, Gentlewitch of Netherford Hall. (Seite 7)

So vertraut wie dieses Zitat fühlt sich auch der restliche Anfang von „Netherford Hall“ an. Es gibt eine verarmte Familie von Stand, deren älteste Tochter (Viola) hübsch und beliebt ist, während die jüngere Tochter (Poppy) eher eigenwillig ist. Dazu kommt eine Gentlewitch (Edith), die neu in der Gegend ist und erst einmal all die üblichen Einladungen und ähnlichen gesellschaftlichen Herausforderungen hinter sich bringen muss. Und ja, Edith und Poppy fühlen sich relativ schnell zueinander hingezogen, aber natürlich ist es nicht so einfach, wenn beider Leben voller Herausforderungen, Geheimnisse, Magie und Flüche steckt. Edith ist so gar nicht auf die Rolle vorbereitet, die sie als neues Oberhaupt der Familie und Verantwortliche für Netherford Hall und den dazugehörigen Ort Netherford erwartet. Außerdem beschäftigt sie immer noch die Frage nach der Ursache des Feuers, bei dem ihre Familie ums Leben kam, und dann ist da noch der erschütternde Zustand des Herrenhauses, in dem Edith von jetzt an wohnen wird.

Ich mochte es sehr mitzuverfolgen, wie Edith mehr über sich, ihre Familie und die (magischen) Eigenheiten von Netherford (und Netherford Hall) herausfindet. Ebenso wie Edith muss auch Poppy – die anfangs den Eindruck vermittelt, sie wüsste genau, wo sie im Leben steht – im Laufe der Geschichte immer wieder feststellen, wie wenig sie doch über ihre eigene Vergangenheit und ihre Familie weiß. So spielt die Liebesgeschichte zwischen diesen beiden Figuren zwar eine relevante Rolle in der Handlung, für mich bleiben aber nach dem Lesen vor allem all die fantastischen Elemente, die Natania Barron in ihren Roman eigenflochten hat, präsent. Ich musste mich erst einmal auf eine Gesellschaft einlassen, in der es neben dem „üblichen“ britischen Adel auch noch die Coven der Gentlewitches gibt, nur um dann wieder davon überrascht zu werden, dass es in dieser Welt auch noch Vampire, Werwölfe und (theoretisch) Feen gibt. Aber ich fand es faszinierend, mehr darüberherauszufinden und zu sehen, wie die verschiedenen Figuren in dieser Welt (und in der Handlung) ihren Platz finden.

Es ist wirklich überraschend herausfordernd, in Worte zu fassen, was mich an „Netherford Hall“ so gut unterhalten hat. Ich mochte die vielen verschiedenen Figuren und ihre vielen Facetten, ich mochte die magischen Elemente, die Interaktionen der vielen Charaktere miteinander und diese Mischung aus gemütlich und unheimlich. Außerdem gab es so viele unvorhersehbare Wendungen, dass ich selbst bei den Punkten, bei denen ich die Auflösung eines „Rätsels“ vorhersehen konnte, dann von den damit einhergehenden Konsequenzen immer wieder überrascht wurde. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, noch mehr von Natania Barron und zukünftigen Ereignissen rund um Netherford zu lesen. Außerdem überlege ich – trotz meiner Abneigung gegenüber „Arthurian Fantasy Romance“ – einen Blick in die „The Queen of Fate“-Trilogie der Autorin zu werfen, die sich um König Arthurs Schwester Anna dreht.

Lese-Eindrücke September 2024

Meine Lektüre im September bestand vor allem aus Büchern, die ich eigentlich im Sommer lesen und die ich nicht ein weiteres Jahr auf dem SuB liegen lassen wollte. Aber das sind Romane, die ich eigentlich noch „richtig“ rezensieren will, während hier vor allem die eBooks landen, die ich parallel zu meinen SuB-Titeln gelesen habe.

Meghan Ciana Doidge: Cupcakes, Trinkets, and Other Deadly Magic (Dowser Series Book 1)

Bei dem Titel (und nach der Leseprobe) hatte ich von „Cupcakes, Trinkets, and Other Deadly Magic“ einen netten Cozy Mystery mit fantastischen Elementen erwartet und war umso überraschter, dass sich das Buch als solide Urban-Fantasy-Geschichte entpuppte. Ich mochte die Protagonistin Jade, auch wenn sie ab und an etwas arg naiv dachte und handelte, außderdem gefielen mir die fantastischen Elemente, die die Autorin sich für diesen Roman ausgedacht hat. Und obwohl ich die Identität des Mörders am Ende des ersten Kapitels schon erahnen konnte (und da war der Mord im Buch noch nicht einmal passiert!), habe ich mich gut genug unterhalten gefühlt, dass ich den zweiten Band der Reihe auf meine Merkliste gesetzt habe. Es ist gerade schwierig genug für mich, neue Urban-Fantasy-Autor*innen zu finden (vor allem welche, die keinen „Romance-Schwerpunkt“ in ihre Handlung einbauen), so dass ich über die paar nicht so gelungenen Punkte hinwegsehen kann und dem zweiten Teil eine Chance geben mag.

Baroness Orczy: The Old Man in the Corner

Baroness Orczy ist eine der Krimiautorinnen der 1920er Jahre, die mir bislang noch nicht untergekommen war, und ich fand, dass die Grundidee (junge Journalistin bekommt von einem alten Mann in einem Café die Hintergründe zu aktuellen Verbrechen erklärt) ganz reizvoll klang. Leider konnte mich diese Sammlung von kurzen Geschichten dann doch nicht überzeugen. Der Aufbau jeder Geschichte ist gleich: Der namenlose alte Mann fasst im ersten Kapitel für die Journalistin zusammen, was für ein Verbrechen begangen wurde, um dann im zweiten Kapitel die Informationen zu ergänzen, die durch die Ermittlungen der Polizei und eventuelle Gerichtsverhandlungen aufgedeckt wurden. Zum Abschluss erzählt er der jungen Frau dann, was seiner Meinung nach die Lösung des Ganzen ist – Mansplaining in Reinkultur also und deutlich weniger unterhaltsam als erhofft.

Das ist jetzt nicht so viel anders als andere Cozy Mysteries, aber hier fand ich viele Auflösungen ziemlich durchschaubar, und es frustrierte mich, dass ich als Leserin nie erfuhr, ob der alte Mann recht hatte. Das Gespräch mit der Journalistin schien am Ende keinerlei Folgen für den/die Verbrecher oder die Opfer zu haben, so dass sich durch diese Denkspiele nichts änderte, während sich gleichzeitig der alte Mann auf die Schulter klopfte, weil er so viel klüger als alle anderen ist und einfach nur keine Lust hat, der Polizei auf die Sprünge zu helfen … Dazu kamen noch so einige ableistische und rassistische Elemente, die ich bei anderen Autor*innen dieser Zeit nicht (so gehäuft) gefunden habe. Das alles führt dazu, dass ich nicht noch mehr von Baroness Orczy lesen möchte.

Tansy Rayner Roberts: This Enchanted Island (Teacup Magic 6)

„This Enchanted Island“ ist der sechste Teil der Teacup-Magic-Reihe, und während sich theoretisch jeder Band einzeln lesen lässt, würde ich doch empfehlen, die Veröffentlichungsreihenfolge einzuhalten, um keine Spoiler für weitere Handlungsentwicklungen zu bekommen. Die erste Hälfte dieser Geschichte spielt auf der Caliban, einem Schiff, das von Freibeutern der Königin gesteuert wird, und auf dem Metis Seabourne Zuflucht findet. Die Besatzung besteht aus einem Haufen sehr individueller Personen, und es hat mir viel Spaß gemacht, Metis Abenteuern mit den unterschiedlichen Charakteren auf der Caliban zu folgen. Richtig amüsant wurde es dann aber, als sie alle miteinander auf einer verzauberten Insel landeten und sich die Handlung in eine Richtung entwickelte, die eine sehr deutliche „Alice im Wunderland“-Atmosphäre mit ein paar Sprenkeln von Shakespeares „Sommernachtstraum“ aufkommen ließ. Ich mag die Teacup-Magic-Geschichten wirklich gern und habe das Gefühl, dass Tansy Rayner Roberts sich mit jedem Band noch einmal steigert. 🙂

Cathy Yardley: Role Playing

Ich weiß nicht mehr, wer auf Bluesky „Role Playing“von Cathy Yardley erwähnt hatte, aber ich hatte den Eindruck gewonnen, dass es sich dabei um eine amüsante Liebesgeschichte mit einer ungewöhnlichen Ausgangssituation handelte, und das schien mir passend für meine Laune Anfang September. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht der 48jährigen Maggie und des 50jährigen Aiden erzählt, die sich über ein Online-RPG angefreundet haben. Allerdings denkt Maggie, dass Aiden ein Collegestudent um die 20 ist, während er glaubt, dass sie eine um die 80 Jahre alte Rentnerin ist (und ich muss Cathy Yardley hoch anrechnen, dass sie diese Idee glaubwürdig rüberbringt!). Als die beiden dann herausfinden, wie sehr sie sich in ihrer Einschätzung geirrt haben, wird es wirklich lustig – auch weil parallel von ihrem Umfeld die ganze Zeit Bemühungen laufen, die beiden (mit anderen Personen!) zu verkuppeln. Was mich zu dem Teil der Geschichte bringt, der weniger amüsant und leicht ist, sondern sich ernsthaft damit beschäftigt, wie sehr die Erwartungen von Familie und Freundeskreis – selbst wenn es gut gemeint ist – eine Person verletzten können.

Ich mochte es zu verfolgen, wie die Freundschaft zwischen Maggie und Aiden dazu führt, dass beide sich selbst etwas besser kennenlernen, mehr über die eigenen Bedürfnisse herausfinden und im Anschluss dann eben auch in der Lage waren, darüber nachzudenken, was für eine Beziehung sie eigentlich führen wollen. Mir gefiel es sehr, dass die beiden Charaktere definitiv erwachsene Personen mit einer Vergangenheit, die sie geprägt hat, waren und dass das dazu führte, dass sich nur sehr langsam aus einer überraschenden Freundschaft mehr entwickelte. Ich fand beide Charaktere wirklich sympathisch – Aiden, der eine gutmütige und aufmerksame Person ist, ebenso wie Maggie, die sich immer wieder auf einer Gratwanderung zwischen grumpiger Einsiedlerin und „in dieser Situation muss ich meinem Sohn zuliebe höflich sein“ wiedergefunden hat. Insgesamt war „Role Playing“ sehr lustig und voller wunderbarer Szenen mit den beiden Hauptfiguren. Außerdem habe ich beim Lesen immer wieder innegehalten, um über bestimmte Aspekte in der Geschichte nachzudenken, und mehr kann ich von einem Liebesroman wirklich nicht erwarten.

L. D. Lapinski: The Forgotten Magic (Artezans 1)

„The Forgotten Magic“ hat seit dem Frühling darauf gewartet, dass ich das Buch vom SuB ziehe. Der erste Band der neuen Reihe von L. D. Lapinski wird aus der Perspektive des elfjährigen Ed(ward) erzählt, der – ebenso wie seine Väter und seine Zwillingsschwester – zu den Artezans gehört, was bedeutet, dass die Familie in der Lage ist, Magie zu wirken. Wobei Ed und seine Schwester Elodie erst in diesen Sommerferien herausfinden werden, ob sie wirklich über Magie verfügen, und wenn ja, was für eine Magie das sein könnte. Im Laufe der Geschichte gibt es so einige Hintergrundinformationen zu der Magie der Artezans und wieso diese Magie in den vergangenen vierhundert Jahren immer seltener und schwächer wurde, aber erst einmal wird von all den größeren und kleineren magischen Dingen erzählt, die das Leben der Artezans bis heute prägen.

L. D. Lapinski nimmt sich dabei viel Zeit, um Ed und sein Umfeld vorzustellen, wobei vor allem Eds etwas zwiespältiges Verhältnis zu seiner Schwester im Mittelpunkt steht. Gerade weil die beiden Zwillinge sind, kann Ed es nicht so recht nachvollziehen, dass er und Elodie solch gegensätzliche Persönlichkeiten haben. So ist Elodie voller Vorfreude auf das sommerliche Artezan-Camp, das neben ihrem Zuhause abgehalten wird, während Ed schon bei der Vorstellung an all die Menschenmassen von Fluchtgedanken beherrscht wird. Nicht selten ist Ed neidisch auf seine Schwester, während sie gleichzeitig seine beste Freundin und engste Vertraute ist. Dies führt dazu, dass sich eben auch ein nicht so geringer Teil der Handlung darum dreht, dass Ed mit seinen negativen Gefühlen und Impulsen fertig werden und einen klügeren und bewussteren Umgang damit finden muss.

Ich verrate jetzt mal so viel, dass Eds größter Wunsch (nämlich über beeindruckende Magie zu verfügen) in Erfüllung geht und dass ihm danach erst bewusst wird, dass solch eine Magie nicht einfach zu beherrschen ist. Was bedeutet, dass Ed mehr über seine (alb)traumhafte Magie (und sich selbst) herausfinden muss, um mit seinen neuen Fähigkeiten keinen Schaden anzurichten. Während ich sonst häufig Probleme habe, Sympathien für solche Protagonisten zu entwickeln, habe ich es hier überraschend gern verfolgt, wie Ed mit sich selbst ringt. Obwohl Ed sich immer (wissentlich!) unverantwortlich verhält, gelang es L. D. Lapinski, ihn so darzustellen, dass ich sein Verhalten selbst dann nachvollziehen konnte, wenn ich dabei zusehen musste, wie er gerade großen Mist baute. Ich finde es übrigens faszinierend, wie sehr ich mich beim Lesen (und Rezensieren) dieses Buchs auf Eds Charakterentwicklung konzentriert habe, obwohl es so viele wunderbare fantastische Elemente in diesem Roman gibt, die ich erwähnen könnte.

L. D. Lapinski hat mit den Artezans eine interessante Mischung aus vertraut wirkender und überraschender magischer Gesellschaft geschaffen. Außerdem begegnen einem während des Sommercamps so viele Figuren mit ungewöhnlichen (und nicht immer nützlichen) magischen Fähigkeiten. Besonders die Person, die die Kinder beim Umgang mit ihrer neuentdeckten Magie unterstützen soll, aber auch die Väter von Ed und Elodie fand ich wirklich sympathisch, und ich hatte Spaß daran, mir vorzustellen, wie sich ihre fantastischen Fähigkeiten wohl einsetzen ließen. Für mich war „The Forgotten Magic“ genau die passende Mischung aus fantastischen Ideen, amüsanten und nachdenklichen Momenten und einer immer intensiver werdenden unheimlichen Atmosphäre. Auch wenn einige Wendung für mich etwas vorhersehbar waren, habe ich es genossen, Eds Weg dahin zu verfolgen. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band („The Whispering World“), der für März 2025 angekündigt ist, und bin gespannt, wie es mit Ed, Elodie und der Magie der Artezans weitergehen wird.

Lucy Strange: The Secret of the Nightingale Wood

Nachdem ich vor 3 1/2 Jahren (wieso ist das schon wieder so lange her?!) „The Ghost of Gosswater“ von Lucy Strange gelesen hatte, wollte ich unbedingt noch mehr von der Autorin lesen – was dazu geführt hat, dass ich Anfang des Monats „The Secret of the Nightingale Wood“ vom SuB gefischt habe. Das Buch spielt kurz nach dem Ersten Weltkrieg in Großbritannien und wird aus der Perspektive der elfjährigen Henry (Henrietta) erzählt. Von Anfang an steht fest, dass ein Vorfall rund um ihren älteren Brüder Robert Henrys Familie zutiefst erschüttert hat und dass ihr Vater deshalb mit der gesamte Familie von London in ein kleines Haus an der Küste gezogen ist. Doch der Umzug allein macht natürlich nicht alles wieder gut, und so verbringt Henry einen ziemlich einsamen Sommer, in dem sie keinen Kontakt mit ihrer kranken Mutter hat, ihr Vater beruflich im Ausland ist und sich Nanny Jane vor allem um Henrys Mutter und das Baby (mit dem Spitznamen „Piglet“) kümmert.

Es gibt viele Passagen in „The Secret of the Nightingale Wood“, die sich nach klassischen britischen Kinderbüchern anfühlen, wie zum Beispiel die Momente, in denen Henry das unvertraute Haus oder den angrenzenden Wald hinter dem Grundstück erkundet. Sie lernt so einige neue Menschen kennen, und während manche davon liebenswert skurril oder vertrauenserweckend sind, gibt es doch auch immer wieder Personen, die Henry Angst machen. Das sorgt für viele Momente, die wunderschön und heimelig zu lesen sind, ohne einen vergessen zu lassen, dass die grundsätzliche Stimmung in dieser Geschichte deutlich weniger entspannt ist. Denn neben all den altmodisch-gemütlichen Beschreibungen gibt es noch die Elemente, die auf diese Weise definitiv nicht in Kinderbuchklassikern angesprochen werden. So steht von Anfang an steht fest, dass Henrys Familie um ihren Bruder Robert trauert, auch wenn nicht genau gesagt wird, was mit ihm passiert ist.

Diese Trauer hat Henrys Mutter krank gemacht, auch wenn das Mädchen nicht genau versteht, was mit ihrer Mutter passiert. Was ihr hingegen nur zu bewusst ist, ist, dass der Arzt, der ihre Mutter behandelt, keine Person ist, der das Wohl ihrer Patient*innen am Herz liegt. Stattdessen scheint dieser Arzt davon fasziniert zu sein, dass er endlich eine Möglichkeit hat, „weibliche Hysterie“ zu erforschen. Was ich – als erwachsene Person, die genau weiß, was diese Art von „Forschung“ zu dieser Zeit beinhaltete – beim Lesen mindestens ebenso beängstigend fand wie Henry. Dazu gibt es noch einige Nebenstränge, die sich zum Beispiel um eine rätselhafte Frau im (titelgebenden) Wald drehen oder um ehemalige Soldaten, die im Krieg Verletzungen davon getragen haben. Zu viel will ich hier nicht verraten, denn ich fand es wirklich reizvoll, all diese Dinge aus Henrys Sicht zu erleben.

Henry ist eine wundervolle Protagonistin, die mit viel Fantasie und Mut versucht, ihre zerbrechende Familie zusammenzuhalten und ihre Mutter zu beschützen. Sie hat nicht immer die klügsten Ideen, aber gerade das führt regelmäßig zu unterhaltsamen Szenen, die einen Ausgleich zu den eher düsteren Passagen bilden. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich es herzzerreißend fand, diesen Roman zu lesen, und immer wieder Pausen benötigte, weil ich mit all diesen Charakteren so mitgelitten habe. Für mich als erwachsene Leserin waren einige Elemente in der Geschichte wirklich schwer zu ertragen, was definitiv daran lag, dass ich eben über mehr Wissen verfügte als Henry (oder die 10- bis 12jährige Zielgruppe des Romans). Trotzdem kann ich im Nachhinein sagen, dass ich das Lesen von „The Secret of the Nightingale Wood“ genossen habe und dass so einige Szenen immer noch in mir nachklingen – weshalb ich mir inzwischen den Roman „Sisters of the Lost Marsh“ von Lucy Strange bestellt habe (dessen Inhaltsbeschreibung nach einem wunderbar gruseligem Herbstlesebuch klingt).

Celia Lake: Pastiche (Charms of Albion 1)/Mysterious Charm 0.5 bis 7

Eigentlich hatte ich diesen Text als Teil meiner Lese-Eindrücke für den August geschrieben, aber dann wurde er so lang, dass ich ihn doch lieber in einem extra Beitrag veröffentliche:

„Pastiche“ war eins der ersten eBooks, die ich mir in diesem Jahr auf den eReader geladen hatte, und es war das Buch, das im August dafür gesorgt hat, dass ich danach in acht Tagen acht (neu angeschaffte) Bücher gelesen habe. Genau genommen habe ich im Anschluss die vollständige Mysterious-Charm-Reihe*Titel der Reihe der Autorin gelesen, weil ich nach diesem ersten Roman der „Charms of Albion“-Reihe wissen wollte, ob mir anderen Bücher von Celia Lake auch gefallen würden. Da es den ersten Band der „Mysterious Charm“-Reihe umsonst herunterzuladen (und die Vorgeschichte als Bonus für Newsletter-Abonnenten) gab, habe ich die also ausprobiert – und dann konnte ich nicht aufhören, weiterzulesen. Ich weiß nicht, ob mich die Geschichten der Autorin auch so gepackt hätten, wenn ich nicht in der Zeit so übermüdet und so verzweifelt auf der Suche nach entspannenden Romanen gewesen wäre. Aber für diesen Zustand waren sie einfach perfekt, und ich bin wild entschlossen, irgendwann noch weitere Reihen von Celia Lake zu lesen. Die Autorin schreibt Liebesgeschichten, die in Albion spielen, einer magischen Parallelgesellschaft innerhalb unserer unmagischen Welt – genau genommen im britischen Teil dieser Welt zwischen den Jahren 1880 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Einige ihre Figuren sind traumatisiert, verletzt oder behindert, und die Geschichten scheuen definitiv nicht vor all den Herausforderungen und Ungerechtigkeiten zurück, die damit einhergehen. Es gibt auf der Homepage von Celia Lake zu jeder ihrer Geschichten Content Warnings, damit jede/r Leser*in selbst entscheiden kann, ob bestimmte Themen lieber gemieden werden. Trotz dieser ernsthaften Elemente würde ich die bislang gelesenen Geschichten als „cozy“ bezeichnen, da es in der Regel darum geht, dass Personen – häufig mit sehr unterschiedlichen Hintergründen – zusammenfinden, um gemeinsam Probleme zu bewältigen. Keines dieser Probleme entsteht dadurch, dass diese Charaktere nicht miteinander reden (im Gegenteil, es gibt wirklich viel Austausch zwischen den Figuren, was ich sehr wohltuend fand) und am Ende sind in der Regel nicht nur diese Probleme gelöst, sondern diese fantastische Welt ist dadurch sogar ein kleines Stückchen besser geworden. Mir gefällt es auch, dass die Geschichten (mehr oder weniger) lose miteinander verknüpft sind. Für die von mir gelesenen Romane benötigte ich kein Vorwissen, fand es aber angenehm, immer wieder auf Figuren zu treffen, die ich aus den schon gelesenen Büchern kannte.

Eine kleine „Warnung“ sollte ich zu den Büchern vermutlich mitgeben: Die Autorin ist Bibliothekarin, und das macht sich bemerkbar! Genau genommen bedeutet das, dass es so einige Passagen in den Geschichten gab, in denen Informationen zu den verschiedenen Themen auftauchten. Gut recherchierte und sehr ausführliche Informationen – was ich persönlich genossen habe, was aber nicht gerade für eine zügig voranschreitende Handlung sorgt. Die bislang von mir gelesenen Romane von Celia Lake hatten alle eine eher gemächlich erzählte Geschichte, und häufig wurde darauf verzichtet, einen potenziellen „Endkampf“ zu beschreiben. Stattdessen gab es dann einen Sprung zu einer Aufarbeitung der Ereignisse für alle beteiligten Figuren, die dafür sorgte, dass diee Charaktere dann (mehr oder weniger) unbehelligt von den vorherigen Ereignissen in die Zukunft schauen konnten. Für mich ist das definitiv in Ordnung, auch wenn ich zugeben muss, dass ich dieses Vorgehen beim ersten Mal überraschend fand. Aber ich vermute, dass das eine Erzählweise ist, die nicht jedem liegt …

* Mysterious-Charm-Reihe: 0.5 Ancient Trust (gibt es aktuell von der Autorin für ihre Newsletter-Abonnenten), 1. Outcrossing (zur Zeit kostenlos herunterladbar), 2. Goblin Fruit, 3. Magician’s Hoard, 4. Wards of the Roses, 5. In The Cards, 6. On the Bias, 7. Seven Sisters

Lese-Eindrücke August 2024

Im August gab es deutlich weniger kühle Tage als im Juli, weshalb ich mich vor allem an eBooks gehalten habe. Dummerweise hat dabei mein „ich lese ungelesene Bücher vom eReader“-Vorhaben dazu geführt, dass ich eine Autorin für mich neu entdeckt habe und deshalb unbedingt ein paar neue Bücher kaufen musste, aber dazu schreibe ich in einem anderen Beitrag noch mehr … 😉

Zoe Chant: Lion on Loan (Shamrock Safari Shifters 1)

In der Regel finde ich die Gestaltwandler-Liebesgeschichten von Zoe Chant (zumindest, wenn sich hinter dem Pseudonym C.E. Murphy verbirgt) nett und lustig, weshalb ich natürlich auch ihre neue Reihe ausprobiert habe. Diese Reihe dreht sich um einen Zoo in Irland, in dem Gestaltwandler in ihrer tierischen Gestalt Urlaub machen und so dafür sorgen, dass es immer wieder besondere Tiere gibt, die Besucher anlocken. Aber so nett und amüsant diese (kurze) Geschichte rund um eine Zooangestellte und einen Löwen-Gestaltwandler war: Ich wünschte, die Autorin würde nicht immer auf InstaLove setzen und ihre Handlung mal auf mehr als zwei Tage verteilen. Ich trauere ein bisschen dem allerersten Roman, den sie in diesem Genre geschrieben hat, hinterher, in dem sich die beiden Protagonisten über Monate hinweg kennenlernten, bevor sie eine gemeinsame Zukunft ins Auge fassten. Aber der hatte ja auch mehr als 150 Seiten … Keine Ahnung, ob ich einen weiteren Band über die Shamrock-Safari-Shifters lesen werde.

G Clatworthy: Bedsocks and Broomsticks (Omensford 1)

Ich muss gestehen, dass „Bedsocks and Broomsticks“ nicht gerade einen anhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Die Geschichte dreht sich um Fi – eine Hexe, deren ungewöhnliche Magie sich rund um Elektrizität dreht und die als IT-Spezialistin arbeitet. Nachdem Fi zum xten Mal ihren Arbeitslaptop zerstört hat, wird ihr gekündigt, was dazu führt, dass ihre Mutter sie für die Organisation eines lokalen Festivals einspannt. Als bei diesem Festival dann eine ältere Hexe ermordet wird und Fi eine Verbindung mit dem Wyrm-Familiar der Verstorbenen eingeht, fühlt sie sich dazu berufen, das Verbrechen aufzuklären. Alles in allem war das ganz nett für vollkommen übermüdete Lesephasen, in denen ich einfach nur ein bisschen Unterhaltung haben wollte. Aber es war nicht interessant genug, um weitere Bände der Autorin in Betracht zu ziehen. Immerhin möchte ich positiv anmerken, dass das mal ein aktueller (fantastischer) Cozy Mystery war, der ganz ohne künstlich aufgepfropfte Liebesgeschichte auskam!

Emily J. Edwards: Viviana Valentine Gets Her Man (A Girl Friday Mystery 1)

Die Viviana-Valentine-Romane sind ein typischer Fall von „mehrere Leute in meiner englischsprachigen Timeline sind davon begeistert, weshalb ich jeden Titel, der günstig (also unter 3 Euro) zu haben war, gekauft habe“. Ich würde mir die Bücher nicht für den aktuellen eBook-Preis (13 bis 16 Euro!) kaufen, aber nach dem Lesen von „Viviana Valentine Gets Her Man“ werde ich die Reihe im Auge behalten. Ich mochte die Protagonistin Viviana, die als Sekretärin für einen Privatdetektiv im New York der 1950er Jahre arbeitete. Als ihr Chef spurlos verschwindet, während zeitgleich eine Leiche in seinem Büro gefunden wird, sieht sich Viviana gezwungen, selbst die Ermittlungen aufzunehmen, was zu einer – für mich angenehm lesbaren – Mischung aus Überforderung und Anwendung von von ihrem Chef erlernten Wissen führt.

Außerdem stehen Viviana ihre Mitbewohnerinnen zur Seite, so dass sie über ein überraschend großes Angebot an unterschiedlichen Ressourcen verfügt, was dafür sorgt, dass sie für die verschiedensten Situationen besser gewappnet ist, als sie es auf sich allein gestellt wäre. Mir gefielen auch all die atmosphärischen Szenen, die mich an diverse sw-Filme aus dieser Zeit erinnerten. Ich muss allerdings zugeben, dass ich den 50er-Jahre-Slang, den Viviana verwendet, anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig fand, und bis die Geschichte nach der ersten Hälfte deutlich an Fahrt aufnahm, hatte ich auch kein Problem, das Buch für ein paar Tage aus der Hand zu legen. Aber nachdem Viviana nun ihren ersten Fall gelöst hat, bin ich gespannt, wie es mit ihr und der Detektivarbeit weitergeht, und freue mich darüber, dass ich noch zwei weitere Bände in meinem Besitz habe.

Mina V. Esguerra: First Time for Everything (Café Titas 1)

Eine 140-Seiten-Liebesgeschichte zwischen einer Frau um die Vierzig, die zum ersten Mal in ihrem Leben Sex haben will, und ihrem Jugendfreund, der sich bereit erklärt, ihr dafür zur Verfügung zu stehen. Ich fand es nett, mal von einer selbstbewussten erwachsenen Frau zu lesen, die zum ersten Mal mit einem Mann schläft und kein Problem mit ihrer Unerfahrenheit hat. Es ist erschreckend, wie froh es mich macht, wenn ich in Liebesromanen Figuren vorfinde, die vernünftig miteinander kommunizieren, so wie es hier der Fall war. Außerdem war es angenehm zu verfolgen, wie aufmerksam und respektvoll die beiden Charaktere miteinander umgehen, wie wichtig es ihnen ist, dass es ihrem Gegenüber gut geht, und wie sie auch außerhalb des Schlafzimmers gemeinsame Interessen fanden. Das war eine erfrischend andere und überraschend süße Liebesgeschichte, die ich wirklich nett fand.

Satoshi Yagisawa: Days at the Morisaki Bookshop

„Days at the Morisaki Bookshop“ hatte ich irgendwann im Frühling im Angebot als eBook gekauft, weil es regelmäßig in einem Atemzug mit anderen (asiatischen) cozy Romanen erwähnt wird. Leider muss ich zugeben, dass mir diese Geschichte rund um eine depressive junge Frau, der durch eine Auszeit in der Buchhandlung ihres Onkels ein Neustart im Leben gelingt, nicht so ansprechend fand. Theoretisch gibt es ein paar nette Elemente in dem Roman, die aber bei mir keinerlei Emotionen auslösten, da mir die Erzählweise von Satoshi Yagisawa einfach nicht lag. Das könnte vielleicht an der Übersetzung von Eric Ozawa gelegen haben, aber das bezweifle ich, da ich bei anderen aus dem Japanischen ins Englische übersetzen Titeln dieses Problem nicht habe. Außerdem fand ich die Handlung so schrecklich vorhersehbar, dass ich am Ende regelrecht froh war, als ich das (gerade mal 170 Seiten umfassende) Buch endlich beendet hatte.

Sarah Beth Durst: The Spellshop (Hörbuch)

„The Spellshop“ von Sarah Beth Durst habe ich als Hörbuch gehört (sehr schöne Unterhaltung, wenn ich abends im Dunkeln mit der Switch gespielt habe). Gelesen wird die Geschichte von Caitlin Davies, die ihre Arbeit wirklich gut gemacht hat. Ich habe ihr auf jeden Fall gern zu gehört. Die Handlung dreht sich um die Bibliothekarin Kiela, die gemeinsam mit ihrem Assistenten Caz (einer Grünlilie mit sehr viel Charakter, die durch einen magischen Unfall entstanden ist) fliehen muss, als Revolutionäre die Bibliothek in Brand setzen. Auf der kleinen Insel, auf der Kiela geboren wurde, suchen die beiden Zuflucht – voller Angst, dass jemand all die Zauberbücher, die sie in Sicherheit gebracht haben, entdecken könnte.

Die Geschichte ist wirklich niedlich und voller hübscher Elemente, und ich mochte grundsätzlich die Welt, die Sarah Beth Durst für ihren Roman entworfen hat. Ich hatte allerdings ein wirklich großes Problem damit, dass die Handlung in so kurzer Zeit spielt. Gefühlt gelingt es Kiela, das jahrelang ungenutze Cottage ihrer Familie innerhalb von zwei Tagen sauber und bewohnbar zu machen. Binnen einer Woche bringt sie nicht nur den vernachlässigten Garten in Ordnung, sondern eröffnet parallel auch noch einen Shop für Marmelade und freundet sich sich mit einer Handvoll Leute so gut an, dass diese bereit sind, für Kiela große Risiken einzugehen. Ein paar Ereignisse weniger und dafür etwas mehr gemütliches Ankommen auf der Insel hätte mir deutlich besser gefallen. (Und wieso hat Kiela an so gut wie keine Person aus ihrer Kindheit Erinnerungen, wenn ich von ihren Eltern absehe? Das ist absurd – gerade auf einer kleinen Insel, wo selbst ein Kind die meisten Personen kennen sollte …)