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Wunderschöner Logan

Das Foto habe ich vor ein paar Tagen aufgenommen. Inzwischen hat der schöne Kerl eine Fahrt zum Tierarzt hinter sich gebracht, weil er sich eine eitrige Ohrenentzündung zugezogen hat. Jetzt muss ich zweimal am Tag das Ohr reinigen und Freitag wird er wieder zum Arzt gefahren. Woher die Ohrenentzündung kommt, wissen wir (noch) nicht. Dafür sieht Logan den halben Tag aus, als ob ich ihn hätte ertränken wollen, weil die Reinungsflüssigkeit für die Ohren nur nach einem harten Kampf auch IM Ohr landet. Vorher verteilt sich das Zeug großzügig auf mir und dem Kater – allerdings muss ich dem wehrhaften Kerl zugute halten, dass ich bislang noch keine tiefen blutigen Kratzer von ihm verpasst bekommen habe!

[Graphic Novel] Jane Austen (und Nancy Butler): Sense and Sensibility

Nach „Pride and Prejudice“ hat sich Nancy Butler für die Reihe „Marvel Classics“ auch Jane Austens Roman „Sense and Sensibility“ angenommen und die Geschichte für eine Comicumsetzung bearbeitet. Dabei wurde für diesen Band nicht wieder Hugo Petrus engagiert, dessen Charaktere in „Pride and Prejudice“ (trotz des im Vorwort angekündigten Authentizität-Anspruchs von Zeichner und Autorin) eher an amerikanische Superhelden-Comics erinnerten und weniger zu einer Jane-Austen-Handlung passten. Stattdessen kommt bei „Sense und Sensibility“ Sonny Liew zum Einsatz, dessen Darstellungen deutlich reduzierter und weniger „realistisch“ sind als die von Hugo Petrus.

Ich muss gestehen, dass der Zeichenstil mir in diesem Band wesentlich besser gefällt, da es Sonny Liew meiner Ansicht nach schon auf den ersten Seiten gelingt, die typischen Charaktermerkmale auszuarbeiten. Allein schon der Anblick von Fanny Dashwood (Schwägerin von Elinor, Marianne und Margaret) bringt mich zum Schmunzeln. Ihre spitze Nase ist schon beim Einzug in das Haus hochnäsig erhoben, ihr Kinn wird auf den nächsten Panels so überdeutlich dargestellt, dass man den verkniffenen und missbilligenden Zug um den Mund gar nicht übersehen kann. Gerade mal zwei Blicke benötigt es und schon ist man über ihre Person im Bilde!

Die Dashwoods müssen ihr Heim verlassen …

Ihr Mann John wird hingegen angemessen nachgiebig und weich gezeichnet, Marianne sticht mit ihrem lebhaften Gesicht und den recht großen Gesten heraus, ihre Mutter wirkt eher zerbrechlich und kummervoll (aber immer bereit, auf die emotionalen Ausbrüche ihrer Tochter einzugehen), während Elinor wunderbar zurückhaltend und mit dementsprechend feinen Bewegungen dargestellt wird. Gewöhnungsbedürftig könnten für einige Leser die etwas überspitzten Darstellungen sein, die der Zeichner verwendet, wenn es darum geht, eine Entwicklung oder rasantere bzw. amüsantere Ereignisse zusammenzufassen, mir persönlich erschien diese Präsentation sehr passend zum Gesamtwerk. Der einzige Kritikpunkt wäre vielleicht, dass die Figuren – vor allem Elinor und ihr Edward – manchmal wesentlich älter wirken, als sie sind.

London: Sorgen um Marianne

Da in dieser Graphic Novel – aufgrund des Umfangs von gerade mal 120 Seiten – die Geschichte nur sehr gekürzt wiedergegeben werden kann, sind wieder deutliche Einschnitte in der Handlung zu spüren. Aber hier finde ich, dass Nancy Butler diese Kürzungen recht geschickt vorgenommen hat. Die von ihr ausgewählten Szenen setzen die Charaktere ins rechte Licht, geben einen guten Überblick über die jeweiligen Probleme der Figuren und die Gesamtstimmung des Romans bleibt auf jeden Fall erhalten. Die Autorin bemüht sich aufzuzeigen, wie schwer das Leben für die Dashwood-Schwestern und ihre Mutter nach dem Tod des Vaters ist und wie viel Haltung es erfordert, mit dem lieblosen Benehmen des Bruders umzugehen. Und dann gibt es natürlich noch die verschiedenen Indiskretionen von Mrs. Jennings und das Gefühlwirrwarr zwischen Elinor und Edward und Marianne und Willoughby. Da in „Sense und Sensibility“ viele Entwicklungen in Briefen erzählt werden, musste Nancy Butler für die Graphic Novel eine neue Erzählweise finden, was sie aber in meinen Augen gut gelöst hat. Somit ist für mich „Sense and Sensibility“ sowohl inhaltlich gelungen als auch optisch ansprechend, wenngleich ich zugeben muss, dass der Zeichenstil für einige Betrachter wohl etwas gewöhnungsbedürftig ist.

David Schumann: The Tokyo Diaries – Ein erster Eindruck

Ich muss zugeben, dass das hier wirklich nur ein erster Eindruck wird, denn ich bin erst auf Seite 57. Das heißt, von den zwei Jahren, die der Autor in Japan gelebt hat, habe ich bislang gerade mal zwei Monate „miterleben“ dürfen. Aber ausnahmsweise muss dieser Beitrag mal sein, dann es gibt da ein paar Gedanken, die ich loswerden möchte.

Vor diesem Buch hatte ich noch nie was von David Schuman gehört, ich habe den Titel einfach nur aufgrund des Klappentextes interessant gefunden. Ein Japanologie-Student in Tokyo, anfangs überwältigt von der fremden Kultur, wird erfolgreiches Punk-Model in Japan. Soweit klang das gut. Der letzte Hinweis hat zwar dafür gesorgt, dass ich einen ungewöhnlichen Menschen erwartet hatte, aber ansonsten erhoffte ich mir mehr oder weniger amüsante und informative Erlebnisse und Berichte über das Leben als Ausländer/Student in Japan.

Aber schon auf den ersten Seiten hatte ich ein Problem mit dem Autor: Er jammert über seine Flugprobleme und die Regenzeit in Japan. Außerdem geht es um seine Alkoholabstürze, sein Problem, eine willige Frau zu finden (okay, er scheint auch die Gespräche, die Anwesenheit, die Freundschaft zu vermissen, aber in erster Linie klingt der Bedarf nach einer Bettgefährtin durch), Saufgelage, seine Ansichten über seine Gastfamilie, Alkohol und sehr viel über Musik. Letzteres hatte ich übrigens weder erwartet, noch kann ich viel mit seinen Gedanken zu dem Thema anfangen.

Ich will nicht nur schimpfen, der Kerl ist kein Faulpelz, studiert intensiv, hält eifrig die Augen nach Jobs offen und versucht, engeren Kontakt zu Japanern zu bekommen – und es gibt immer wieder interessante Beobachtungen zum Leben in Tokyo. Aber momentan kann ich mit dem Autor, seiner Lebensweise und seiner (Umgangs-)Sprache recht wenig anfangen. Und das liegt nicht nur daran, dass ich keinen Bedarf an abendlichen Alkoholexzessen habe und auch sonst ein anderes Leben führe  … 😉

SuB-Zuwachs im Juni

Nachdem ich im Mai keins meiner wunderbaren Buchpakete bekommen habe, hatte ich schon Angst, dass auch der Juni ohne ein Paket verstreichen würde. Immerhin habe ich auf diese Weise den SuB mal auf die magische Blogbeitrag zu dem Thema):

1. David Chandler: Ancient Blades – Die Metropole der Diebe
Davon hatte ich eine Leseprobe gelesen, die mich neugierig gemacht hatte.

2. Susanne Mittag: Melina und die vergessene Magie
Das Buch hatte ich als erstes bei der

Büchersendung: Mal wieder ein Postaufreger!

Gestern Abend hatte ich ganz überraschend eine Büchersendung im Briefkasten. So schön es ist, wenn ohne Vorwarnung ein Buch bei mir eintrudelt, so entsetzt war ich, als ich den Zustand des Umschlages sah.

Das Ganze sah nämlich so aus (und nein, weder ich noch mein Mann haben das Buch weiter herausgezogen, um den Zustand zu übertreiben):

Bei genauerer Betrachtung war zu sehen, dass weder die Löcher für die Musterklammern ausgerissen sind, noch die Musterklammern irgendwie geöffnet wurden.

Inzwischen denke ich – da der Versand auch recht lange gedauert hat -, dass die Büchersendung von der Post kontrolliert wurde. Und nachdem feststand, dass es sich dabei wirklich um eine Büchersendung handelt, hat irgendein Trottel vergessen, den Umschlag wieder zu schließen. Trotzdem ist es verflixt ärgerlich, wenn eine Sendung in diesem Zustand ankommt!

Zum Glück ist das Buch trotz dieser Umstände immer noch makellos! Und ich habe inzwischen auch schon die ersten Kapitel verschlungen … 😀

99

Jahrelang hatte ich einen recht kleinen SuB. Gerade mal zehn Bücher oder so, nichts, was ich nicht innerhalb einer Woche hätte lesen können. Aber Anfang 2008 zogen schlagartig immer mehr Bücher bei mir ein und als ich irgendwann anfing die ungelesenen Titel aufzulisten, musste ich feststellen, dass mein SuB sich explosionsartig auf eine dreistellige Zahl vermehrt hatte. So schön es ist, wenn man so viele Bücher zur Auswahl hat, so war die Qual der Wahl manchmal erstaunlich groß. Immer wieder gab es seitdem Phasen, in denen ich lieber zu etwas vertrautem gegriffen habe, statt mich für einen SuB-Titel zu entscheiden.

Außerdem leidet der SuB darunter, dass ich manche Genre nur schubweise lese – und natürlich kracht der SuB gerade dann unter der Masse an historischen Krimis oder seichten Liebesromanen zusammen, wenn ich genau auf diese Themen gerade so gar keine Lust habe. 😉

Doch gerade eben habe ich meine

Agatha Christie: The Secret of Chimneys

Nachdem meine eigenen Christie-Bücher weiterhin in Umzugskartons schlummern, stille ich meine Lust auf die Autorin eben mit englischen Titeln aus der Bibliothek. Nur blöd, dass ich mit diesem Band nicht noch einen Monat warten wollte, sonst hätte ich mein Buch für die English-Challenge auch schon bei der Hand gehabt. „Die Memoiren des Grafen“ gehört zu den Geschichten von Agatha Christie, die ich immer mal wieder in die Hand nehme, weil ich sie so unterhaltsam finde. Auch wenn die Handlung von so vielen Zufällen geprägt ist, dass ich das einem anderen Krimiautor nicht verzeihen würde, mag ich die Geschichte und die Charaktere so sehr, dass ich die Schwachpunkte hier locker verzeihen kann.

„The Secret of Chimneys“ beginnt in Afrika, wo Anthony Cade auf seinen alten Freund Jimmy McGrath trifft. Während Anthony sein Leben als Reiseführer fristet, ist Jimmy gerade auf dem Weg ins Landesinnere, da er dort auf die Suche nach Gold gehen wird. Diese Goldsuche ist ihm so wichtig, dass er seinen Freund bittet, doch eine Aufgabe für ihn zu übernehmen. Denn der verstorbene Graf Stylptitch, herzoslowakischer Adliger und berühmter Diplomat, hatte Jimmy seine Memoiren zukommen lassen – und wenn dieser sie bis zu einem bestimmten Tag persönlich bei einem Londoner Verlagshaus abgibt, dann bekommt er dafür 1000 Pfund. Gegen ein Viertel der versprochenen Summer macht sich Anthony auf den Weg, im Gepäck nicht nur die Autobiografie des Diplomaten, sondern auch Liebesbriefe einer verheirateten Frau, die ihm ebenfalls von Jimmy anvertraut wurden.

In London hingegen warten mehrere Gruppierungen darauf, dass Jimmy McGrath mit den Memoiren des Grafen eintrifft. Sowohl die herzoslowakische Regierung als auch ihre politischen Gegner sowie die britische Regierung (die mit Herzoslowakien gerade sehr empfindliche Verhandlungen führt) und ebenso eine französische Verbrecherbande wollen in den Besitz dieser Seiten kommen. Während Anthony mit den diversen Angeboten und Diebstahlsversuchen fertig werden muss, versucht er nebenbei, Virginia Revel ausfindig zu machen – die Dame, mit deren Namen die verhängnisvollen Liebesbriefe unterschrieben wurden, die ihm von Jimmy ausgehändigt wurden.

Virginia hingegen bereitet sich auf ein Wochenende auf Chimneys vor, zu dem sie von Lord Caterham und seiner Tochter Eileen (genannt Bundle) geladen wurde. Sie soll ein bisschen Leben in die Wochenendgesellschaft bringen, die vor allem aus herzoslowakischen Adligen, britischen Diplomaten und Finanzmännern bestehen wird. Denn Chimneys wird schon seit Jahrzehnten als inoffizieller Treffpunkt für die Mächtigen und Reihen in Großbritannien genutzt – sehr zum Leidwesen von Lord Caterham, der im Gegensatz zu seinem verstorbenen Bruder so gar nichts mit Politik am Hut hat. Als dann noch ein Mord auf Chimneys geschieht, gerät auch Anthony in Verdacht …

Ich fürchte, ich kenne das Buch einfach zu gut, um eine objektive Meinung dazu zu schreiben. Ich mag Anthony, ich mag Virginia und ich mag den widerwilligen Gastgeber Lord Caterham und seine Tochter (die man übrigens in „The Seven Dials Mystery“ – die einzige Geschichte, bei der ich ständig den deutschen Namen vergesse – wiedersieht). Jedes Mal wieder verfolge ich mit Vergnügen, wie Anthony versucht, seinen Namen reinzuwaschen, Virginia zu helfen und mehr über die verschiedenen Rätsel herauszufinden. Da ist es mir dann auch egal, dass ich recht schnell weiß, wer von den verschiedenen Figuren nicht der ist, der er zu sein vorgibt – und warum sich der Diener des Ermordeten so ungewöhnlich verhält. Ach, verflixt, lest die Geschichte doch einfach selbst – gern auch auf Englisch, denn das klappt prima – und bildet euch eine eigene Meinung! 😉

Neben der Lust auf eine Agatha-Christie-Geschichte trieb mich auch die Neugier auf eventuelle Unterschiede zur Übersetzung an – und ehrlich gesagt, mir sind kaum Sachen ins Auge gesprungen! Wie bei „The Man in the Brown Suit“ hatte ich nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Szene nicht kenne, allerdings sind mir diverse Redewendungen aufgefallen, die – meinem Empfinden nach – nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Das ändert nicht viel an der Qualität der Geschichte, lässt aber die Charaktere hier und da lässiger wirken als in „Die Memoiren des Grafen“. Ich denke, ich werde mir noch mal ein paar weitere englische Ausgaben besorgen, wenn ich endlich meine Bücher auspacken kann – und dann vergleiche ich detaillierter.

John Green: Margos Spuren

Bei diesem Roman von John Green mache ich es mir mal einfach und zitiere die Inhaltsangabe des Verlags:
„Schon als kleiner Junge war Quentin in die schöne, wilde Margo verliebt, und schon damals war sie ihm ein Rätsel: Niemand konnte so mutig und entschlossen sein wie sie – niemand wirkte urplötzlich so unnahbar. Und so ist es geblieben. Der schüchterne Quentin kann die beliebte, von Gerüchten umrankte Margo nur aus der Ferne bewundern. Bis sie plötzlich vor seinem Fenster steht und ihn um Hilfe bittet: Für eine Nacht wirft Quentin alle Ängste über Bord und wird Teil des Margo-Universums. Doch am nächsten Morgen ist Margo verschwunden. Um sie wiederzufinden, muss Quentin sein Leben auf den Kopf stellen. Und er muss sich fragen, ob er sie je wirklich gekannt hat.“

Beim Lesen dieser Inhaltsangabe habe ich mich übrigens gefragt, warum Margo auf einmal in der Nacht vor Quentins Fenster steht – doch das wird im Buch schnell geklärt: Quentin und Margo kennen sich seit ihrer Kleinkinderzeit und wohnen schon ebenso lange nebeneinander. Mit gerade mal neun Jahren haben die beiden beim Spielen sogar einen toten Mann gefunden – und ihre Reaktion darauf war schon damals typisch für ihren jeweiligen Charakter. Während Margo von der Leiche fasziniert war, den Fundort nicht verlassen wollte und am nächsten Tag vor Quentin stand und mit ihm zusammen herausfinden wollte, was mit dem Mann geschehen war, wollte Quentin nur nach Hause zu seinen Eltern, damit sie sich um alles kümmern, und die Angelegenheit dann vergessen. Kurz darauf begann für beide die Highschool und damit endete auch schon ihre Kindheitsfreundschaft.

Während Margo schnell einen Platz unter den tonangebenden Schülern fand, freundete sich Quentin – trotz seiner Unmusikalität – mit den uncoolen Mitgliedern des Schulorchester an. Ihm gefällt sein kleines, vorhersehbares Leben, er mag es, wenn jeder Tag gleich verläuft und wenn er sich nicht mit großen Überraschungen auseinandersetzen muss. So ist ihm auch bewusst, dass ein Mädchen wie Margo niemals mit einem Jungen wie ihm zusammensein würde – und doch kann er nicht aufhören, sie aus der Ferne zu bewundern und bei jeder Gelegenheit zu beobachten. So lässt er sich von ihr auch leicht dazu überreden, ihr eine Nacht lang zur Seite zu stehen.

Obwohl er darauf besteht, dass sie auf gar keinen Fall etwas Kriminelles machen dürfen, entwickelt diese Nacht eine ganz eigene Dynamik, und so zieht Quentin zusammen mit der unbändigen Margo ihren Zwölf-Punkte-Racheplan durch. Diese Nacht schafft eine ganze neue Verbindung zwischen den beiden – zumindest kommt es Quentin so vor. Umso betroffener ist er, als Margo am nächsten Morgen verschwunden ist – und schnell wird klar, dass das nicht einer ihre üblichen „Ausbrüche aus dem Alltag“ ist. Gemeinsam mit seinen Freunden Ben und Radar (benannt nach dem Charakter aus der Serie „MASH“) macht sich Quentin auf die Suche nach Margo und stellt schnell fest, dass er sein in all den Jahren aufgebautes Bild von dem Mädchen deutlich auf den Kopf stellen muss …

Abgesehen vom Ende hat mir das Buch sehr gut gefallen. Obwohl mir Quentin etwas zu brav, Margo etwas zu „unglaublich“, Ben etwas zu pubertierend und Radar etwas zu genial war 😉 , mochte ich die Charaktere. Ich habe mit Quentin mitgelitten, der sich sicher war, dass Margo nicht mehr am Leben sein würde, wenn er sie findet. Ich konnte Margos Freiheitsdrang zwar nicht nachvollziehen, aber ihre Faszination an ihren verrückten Plänen, ihre Neugierde auf das, was hinter den Fassaden ist, und ihren Frust darüber, wie sich ihr Leben entwickelt. Wie schon bei den anderen beiden Geschichten von John Green („Eine wie Alaska“ und „Tage wie diese“) gefällt mir seine Darstellung von Freundschaft. Obwohl Quentin vollkommen überzogene Forderungen an seine Freunde Ben und Radar stellt, sind die beiden für ihn da. Ben ist zwar zwischenzeitlich etwas genervt von der Margo-Besessenheit seines Freundes, während Radar vorsichtig versucht, ihm klarzumachen, dass Quentin die Menschen in seiner Umgebung doch sehr schablonenhaft wahrnimmt, aber trotzdem machen sie sich eine Menge Gedanken darüber, wie sie ihm bei der Suche nach dem Mädchen helfen können.

So ist die Botschaft, die der Autor in diesem Buch verbreitet, unübersehbar, aber trotzdem habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Ich konnte sogar locker über die Highschool-Party-Saufszenen hinwegsehen. Aber mit dem Ende von „Margos Spuren“ bin ich nicht ganz so glücklich. Auf den letzten Seiten gibt es ein regelrechtes Rennen gegen die Zeit, voller amüsant-skurriler Szenen (auch wenn ein paar etwas fäkalhumorig waren) und dann verpuffte für mich die Spannung, die sich aufgebaut hatte, und ich war von der Auflösung des Ganzen enttäuscht. Ich hatte kein Happy-End erwartet und auch nicht die schlimmste Möglichkeit angenommen, aber ich hatte mir von John Green einen Schluss erhofft, der mehr Biss hat und weniger dümpelig wirkt. So habe ich das Buch zwar mit dem Gefühl beendet, dass ich ein paar witzige, nachdenkliche und schöne Stunden beim Lesen verbracht habe, aber das Ende wird wohl dafür sorgen, dass ich für einen Reread eher einen andere Geschichte heranziehen würde …