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Eigentlich …

… wollte ich heute heute Vormittag in der Bibliothek nur die gelesenen Bücher abgeben – und natürlich die beiden Vormerkungen mitnehmen. Denn eigentlich habe ich ja auch noch ein Bibliotheksbuch („Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“) hier liegen. Wobei ich bei „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ noch auf die zweite Graphic Novel warte, damit ich die letzte Hälfte des Buches auch lesen kann. Ich will mir nämlich bei dem Comic nicht das Gefühl des „Neuentdeckens“ nehmen. Denn obwohl das Buch wunderschön ist, so sagt mir die Graphic Novel doch noch mehr zu (und darüber gibt es bestimmt irgendwann noch eine Rezension, bei der ich die beiden Ausgaben vergleiche).

Ich habe also meine Bücher abgegeben, bin zum Regal mit den Vormerkungen gegangen und habe mir „Naokos Lächeln“ (das wurde mir als Murakami-Einsteiger-Leküre empfohlen, nachdem mir  Nina (Libromanie) und über sie dann über die Rezension der „Todesbräute“, „Todesschrei“ und „Todesspiele“ – ja, in der Reihenfolge – gelesen und mich dabei gut unterhalten gefühlt). Und nachdem ich gesehen hatte, dass von der Autorin gerade mehrere Bücher zur Verfügung standen, sind „Eiskalt ist die Zärtlichkeit“, „Des Todes liebste Beute“ und „Der Rache süßer Klang“ einfach so auf meinen Arm gehüpft. Die Titel finde ich übrigens grausig, aber ich bin neugierig, wie mir die Geschichten gefallen.

Dann steht die Selbstverbuchung auch noch direkt neben dem Regal mit den Kinder- und Jugendbüchern, die gerade besonders angepriesen werden. Und wenn man – so wie ich heute – darauf wartet, dass der Kunde vor einem endlich all seine Sachen eingepackt hat, dann kann es passieren, dass man ganz automatisch und ohne es selber zu merken ins Regal langt. So wandern Titel dann wie „Sieben Magier“ auch noch auf den Ausleihstapel, nur weil der Klappentext so nett klingt.

Und eigentlich ist das alles nur passiert, weil ich schon viel zu lange meine Lust auf neue Bücher unterdrücken muss! Nur gut, dass ein langes Wochenende vor der Tür steht … 😉

Agatha Christie: The Man in the Brown Suit

Nachdem ich immer wieder in Texten über die Autorin über die Aussage gestolpert bin, dass Agatha Christies Romane in der deutschen Umsetzung deutlich gekürzt oder verändert wurden, wollte ich mir ein paar Titel der Autorin mal bewusst im Original angucken, um mir ein eigenes Bild davon zu machen. Außerdem passt „The Man in the Brown Suit“ so schön zur English-Challenge und bietet mir die Gelegenheit mal etwas anderes als einen Dresden-Files-Roman dafür zu besprechen.

„Der Mann im braunen Anzug“ ist wohl einer der unbekannteren Romane von Agatha Christie und gehört zu meinen Lieblingsbüchern der Autorin. Hier bekommt der Leser keine Miss-Marple- oder Hercule Poirot-Geschichte präsentiert, denn die Ereignisse drehen sich um die Abenteuer von Anne Beddingfeld. Anne ist die Tochter eines Gelehrten, der sich so sehr für seine anthropologischen Studien interessiert, dass er alles andere darüber vergessen kann. Während Anne ihm den Haushalt führt und gerade so mit dem kargen Einkommen des Vaters über die Runden kommt, bestehen die Höhepunkte ihres Lebens aus dem Lesen von Romanen aus der Leihbücherei und dem wöchentlichen Kinobesuch, wo sie die Episoden rund um die Abenteurerin Pamela genießt. So wundert es einen nicht, dass Anne nach dem Tod ihres Vaters sein Ableben zwar bedauert, darin aber auch die Chance sieht endlich ein aufregendes und abwechslungsreicheres Leben zu führen.

Zum Glück wird sie von einem Geschäftspartner ihres verstorbenen Vaters nach London eingeladen. Dort, so hofft Anne, wird sie eine Anstellung finden, die ihren Hunger nach Aufregung und Romantik befriedigt. Doch so einfach ist es nicht eine Beschäftigung zu finden, die Annes Ansprüchen entspricht – und so stürzt sich die junge Frau lieber auf einen rätselhaften Unfall, den sie in der U-Bahn beobachtet. Bei diesem Unfall stürzte ein – nach Mottenkugeln riechender – Mann unter seltsamen Umständen von der Plattform der Bahn und kommt dabei ums Leben. Ein geheimnisvoller Zettel, dem ebenfalls der Geruch von Mottenkugeln anhaftet, und ein Mord in einem leerstehenden Haus führen Anne auf die Spur eines Verbrecherrings, der vor allem während des Ersten Weltkriegs (die Geschichte wurde von Agatha Christie 1926 veröffentlicht) aktiv war. Und bei all diesen rätselhaften und bedrohlichen Vorfällen scheint ein Mann in einem braunen Anzug involviert zu sein. Ein Mann, der nicht nur Annes kriminalistisches Interesse weckt …

Erzählt werden die Ereignisse in erster Linie aus Annes Sicht, aber auch Tagebucheinträge von Sir Eustace Pedler werden in die Geschichte eingeflochten. Dieser schon etwas ältere Herr ist nicht nur der Besitzer des leerstehenden Hauses, in dem der Mord passierte, sondern er wird auch von der britischen Regierung gebeten ein politisch wichtiges und überaus geheimes Dokument nach Südafrika mitzunehmen. So spielt ein guter Teil der Handlung auf einem Schiff und später in Südafrika, wobei sich der Kreis der handelnden Personen auf einen recht engen Rahmen beschränkt, nämlich Sir Eustace Pedler und seine Angestellten, Anne Beddingfeld, eine wohlhabende Weltenbummlerin, einen attraktiven schweigsamen Mann, der für den Geheimdienst arbeitet, und einen nicht sehr sympathischen Missionar.

Trotz dieses kleinen Kreises gelingt es Agatha Christie ganz wunderbar eine Atmosphäre zu schaffen, die einer Spionagegeschichte und einer Handlung rund um eine Verbrecherbande gerecht wird. Doch vor in erster Linie mag ich die verschiedenen Charaktere, allen voran Anne und Sir Eustace Pedler, denen die Autorin jeweils eine ganz eigene Stimme verleiht. Während Anne ihr Abenteuer in vollen Zügen genießt und nur hier und da bei ihr der Gedanke aufkommt, dass sie sich doch recht blauäugig in so manche Gefahr begibt, scheint der alte Herr nichts und niemanden ernst zu nehmen und trotzdem nie so ganz zufrieden mit dem Benehmen seiner Mitmenschen zu sein. So fragt er zum Beispiel ganz am Anfang der Geschichte den Beamten, der ihn als Kurier nach Südafrika anheuern soll, warum man dafür nicht einfach die britische Post bemühen würde. Eine Briefmarke wäre doch deutlich weniger umständlich zu finden, als eine vertrauenswürdige Person, die den langen Weg nach Afrika auf sich nimmt …

Zwei Absätze finde ich dabei recht typisch für den Erzählstil dieser Geschichte:

„It reminded me forcibly of Episode III in „The Perils of Pamela“. How often had I not sat in the sixpenny seats, eating a twopenny bar of milk chocolate, and yearning for similar things to happen to me! Well, they had happened with a vegeance. And somehow it was not nearly so amusing as I had imagined. It’s all very well on the screen – you have the comfortable knowlege that there’s bound to be an Episode IV. But in real life there was absolutely no guarantee that Anna the Adventuress might not terminate abruptly at the end of any Episode.“ (Anne Beddingfeld, S. 118)

„I am inclined to abandon my Reminiscences. Instead, I shall write a short article entitled „Sectretaries I have had“. As regards secretaries, I seem to have fallen under a blight. At one minute I have no secretaries, at another I have too many. […] Yes, „Secretaries I have had“. No.1, a murder fleeing from justice. No.2, a secret drinker who carries on disreputable intrigues in Italy. No.3, a beautiful girl who possesses the useful faculty of being in two places at once. No.4, Miss Pettigrew, who I have no doubt, is really a particularly dangerous crook in disguise!“ (Sir Eustace Pedler, S. 142)

„The Man in the Brown Suit“ ist ein wunderbar unterhaltsamer Kriminalroman, der vielleicht nicht zu Agatha Christie kompliziertesten oder spritzigsten Geschichten gehört, der mir persönlich aber immer wieder sehr gut gefällt. Ich mag die romantische und abenteuerlustige Anne und bewundere ihre Courage, auch wenn ich nicht so recht nachvollziehen kann, warum sie sich von dem Mann im braunen Anzug so angezogen fühlt. Nun, das könnte aber auch daran liegen, dass er gut aussieht, unhöflich ist und seinen Beschützerinstinkt nicht immer unterdrücken kann …Wer mal einen Roman der Autorin ausprobieren will, der nichts mit Miss Marple oder Hercule Poirot zu tun hat, der könnte eindeutig eine schlechtere Wahl treffen. 😉 Achja, großer Unterschiede zu meiner deutschen Ausgabe habe ich nicht feststellen können, abgesehen davon, dass mir zwei kleine Szenen unvertraut vorgekommen sind. Allerdings habe ich „Der Mann im braunen Anzug“ beim Lesen auch nicht bei der Hand gehabt und konnte so keinen direkten Vergleich anstellen. Oh, und zu meiner eigenen Überraschung (bei Kriminalromanen habe ich einfach immer Angst, dass ich nicht genug Feinheiten mitbekommen würde) lässt sich die Geschichte auch ganz wunderbar im Original lesen.

Dies und Das (7): Feiertagsbeschäftigung, Award und Logan

Feiertagsbeschäftigung:

Schon lange drücke ich mich vor dem nächsten Renovierungsschritt, aber in den letzten Tagen habe ich mich endlich mal aufgerafft und die erste von unseren sechs Zimmertüren in Angriff genommen. Ausnahmsweise war ich deshalb mal ganz zufrieden, als der Wetterbericht noch einige Tage Trockenheit ankündigte, denn die Türen kann ich nur auf dem Balkon bearbeiten. Immerhin hatte ich dabei einen schönen Blick auf den – viel zu trockenen – Garten.

Also haben mein Mann und ich am Donnerstag einen erneuten Versuch gestartet, die Schlafzimmertür aus den Angeln zu heben – und dank Brecheisen waren wir sogar erfolgreich! Kurz darauf lag die Tür auf zwei Böcken auf dem Balkon und ich habe den Vormittag damit verbracht, die Folie zu entfernen, die in den 80er-Jahren „liebevoll“ aufgebracht wurde. Die Flächen waren schnell freigelegt, aber an den Seiten durfte ich mich zentimeterweise vorarbeiten und eine Tackerklammer nach der anderen rauszupfen. Zum Glück hatte uns ja unser Vermieter die Erlaubnis zum Entfernen der Folie gegeben, denn leider hat sich dabei auch herausgestellt, dass die Tür an den Seiten eingeschnitten wurde, um die Folie zu befestigen. Das kann ich leider nicht ausbügeln, denn zum Ausspachteln ist der Einschnitt auf jeden Fall zu tief. Bei dem Materialverbrauch könnte ich gleich neue Türen kaufen – und das sehe ich bei einer Mietwohnung nicht ein.

Donnerstagnachmittag konnte ich dann die erste Farbschicht auf eine Seite der Tür auftragen – und prompt kippte mir dabei die Dose um. Unfassbar, sowas ist mir in den letzten zwanzig Jahren noch nie passiert! Und so brauchte die Seite aufgrund der Farbdicke etwas länger, um zu trocknen. Freitag durfte ich die Seite dann noch einmal anschleifen und dann ging es mit dem Streichen weiter. Zwischen den einzelnen Anstrichen habe ich der Tür ausgiebig Trocknungszeit gegönnt und nebenbei nicht nur den lästigen Haushalt gemacht, sondern auch meine Nase in das aktuelle Buch für die English-Challenge gesteckt. Samstag kam dann die letzte Farbschicht auf die Tür – und als am Nachmittag das erste Gewitter aufzog, war alles so weit trocken, dass wir die Tür schon wieder einhängen konnten. Und obwohl die Türen allein schon aufgrund ihres Alters in keinem guten Zustand sind, wirkt die Schlafzimmertür frisch gestrichen doch deutlich angenehmer als mit der braunen und gammeligen Folie.

Oh, und eine überraschende Entdeckung konnte ich am Samstag auch noch  machen, als ich die Beschläge vor dem Einbauen reinigte! Eigentlich dachten wir ja immer, dass es messingfarbene Beschläge seien, die aufgrund des Alters schon Farbveränderungen aufweisen würden – und auch bei meinem sporadischen Abwischen mit einem nassen Lappen hat sich an der Meinung nichts geändert. Doch als ich die am Samstag etwas aggressiver mit Spülmittel und Lappen attackierte, stellte sich heraus, dass die „Messingfarbe“ wohl durch den rauchenden Vormieter entstanden ist … 

Lustig wird es noch, die Türrahmen von der Folie zu befreien, zu schleifen und zu streichen, während die Katzen um mich rumhüpfen. Aber wenn das erledigt ist, dann kann ich auch endlich den Flur renovieren!

Award:

Tanja von Blätterrauschen

[Figurenkabinett] Emily Pollifax

Ich muss zugeben, dass es mir komisch vorkommt, einfach nur „Emily Pollifax“ zu schreiben, denn bei dieser Dame gehört für mich das „Mrs.“ einfach zum Namen dazu. Mrs. Pollifax begleitet mich schon seit sehr vielen Jahren und ich kann die Bücher, in denen sie die Hauptrolle spielt, immer wieder von Neuem genießen. Kennengelernt habe ich Mrs. Pollifax, als sie sich gerade auf dem Weg zur CIA-Zentrale befand. Einige Wochen zuvor stand die Rentnerin auf dem Flachdach ihres Apartmenthauses und hätte beinah einen Schritt über die Dachkante gemacht. Dabei war sie nicht einmal lebensmüde, nur schrecklich gelangweilt. Ihr Mann war verstorben, ihre Kinder aus dem Haus, und nun bestand ihr ganzes Leben nur noch aus den diversen und wenig abwechslungsreichen Vereinsaktivitäten wie dem wöchentlichen Treffen des Gartenklubs. Doch dann hat Emilys Hausarzt die wunderbare Idee, dass sie sich doch eine Beschäftigung suchen soll. Es sollte etwas sein, das ihrem Leben einen neuen Sinn gibt und was sie schon immer machen wollte – und so beschließt Emily Pollifax, ihre Dienste der CIA anzubieten!

Noch ist der Kalte Krieg nicht vorbei und die CIA hat mit den diversen Krisenherden auf der Welt alle Hände voll zu tun. Mrs. Pollifax hingegen wollte schon als kleines Mädchen im Zweiten Weltkrieg Spionin werden und nun, da sie so alt ist, dass sie (ihrer Ansicht nach) für keinen Menschen mehr von Nutzen ist, könnte sie doch ihr Leben im Dienste ihres Vaterlandes opfern. Mrs. Pollifax ist sich sicher, dass die CIA eine Verwendung für sie finden würden, auch wenn sie weiß, dass ihr Wissen und ihre Möglichkeiten begrenzt sind, und so bewirbt sie sich bei der CIA. Das Ganze klingt jetzt naiver, als Emily Pollifax eigentlich ist, aber sie meint ganz zu Recht, dass sie sich schon anbieten muss, wenn sie so einen Job sucht – denn bislang ist ja schließlich noch nie jemand auf sie zugekommen. Dank eines glücklichen Zufalls wird Mrs. Pollifax sogar wirklich für einen kleinen Botenjob engagiert und darf dafür nach Mexiko fliegen. Und natürlich kann sie dann gar nichts dafür, dass sie etwas spontan und unprofessionell handelt und sich deshalb kurz darauf hinter dem Eisernen Vorhang wiederfindet und ein – für den Leser ungemein amüsantes – Abenteuer erlebt!

Denn Mrs. Pollifax ist kein harte Spionin, sie ist eine warmherzige, ältere Frau, die zwar ihrem Land treu ergeben ist, aber trotzdem zum Teil ganz eigene Ansichten über die amerikanische Außenpolitik hat. Sie lässt sich nicht vor jeden (politischen) Karren spannen, ist manchmal etwas zu impulsiv und hört lieber auf ihr Herz und ihre Erfahrungen als auf den Verstand. So treibt Emily Pollifax schon mal ihre „Mitspione“ in den Wahnsinn, findet hinter den feindlichen Linien Verbündete und sorgt in der Regel trotz – oder vielleicht sogar gerade aufgrund – ihrer unkonventionellen Methoden für eine erfolgreiche Durchführung ihres Auftrags. Sie ist so liebenswert, dass sogar ihre Auftraggeber von der CIA ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie Mrs. Pollifax wieder losschicken. Denn auch wenn alles eigentlich ganz ungefährlich sein soll, so kann man doch jederzeit damit rechnen, dass die Geschehnisse rund um Emily Pollifax etwas aufregender werden als geplant. Später findet sie sogar einen wirklich netten Mann, der die Abenteuer seiner Emily nicht nur toleriert, sondern auch tatkräftig unterstützt.

Die Mrs.-Pollifax-Romane erzählen wirklich herzerfrischend lustige Geschichten mit sympathischen Figuren. Dabei ist mir nicht nur Emily Pollifax ans Herz gewachsen, sondern auch ihr späterer Mann und so einige Menschen, die die Freizeit-Spionin während ihrer Aufträge kennenlernt. Obwohl die Handlungen in diesen Bücher relativ unblutig und eher amüsant konzipiert sind, gibt es immer wieder sehr ernsthafte Momente. Mrs. Pollifax‘ Geschichten spielen (wie schon erwähnt) während des Kalten Krieges, und auch wenn es nie zu einer offenen Auseinandersetzung zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten kam, so sieht sie genügend Kriegsschauplätze. Aber auch Armut, die unschönen Seiten des Kommunismus, afrikanische Rebellenkämpfe und Drogenschmuggel sind Themen in diesen Büchern und haben mich in der Vergangenheit immer mal wieder dazu bewegt, mehr über die Geschichte und die Politik eines Landes herauszufinden zu wollen.

Ihren ersten Auftritt hatte Mrs. Pollifax im Jahr 1966 in einem Roman von Dorothy Gilman – und wie ich gerade feststellen durfte, hat die Autorin sogar im Jahr 2000 noch einen Titel mit ihr veröffentlicht. Leider habe ich – dank einer etwas unübersichtlichen Veröffentlichungspolitik – die Reihe irgendwann aus den Augen verloren, so dass ich die letzten vier Titel gar nicht kenne. Ich sollte mir die Bücher vielleicht mal auf Englisch besorgen, denn Mrs. Pollifax ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen.

Mrs. Pollifax-Romane von Dorothy Gilman (nach englischem Erscheinungsdatum sortiert):

1. Mrs. Pollifax kommt wie gerufen (The Unexpected Mrs. Pollifax, 1966)
2. Mrs. Pollifax lebt gefährlich (The Amazing Mrs. Pollifax, 1970)
3. Mrs. Pollifax, der Agentenschreck (The Elusive Mrs. Pollifax, 1971)
4. Mrs. Pollifax macht weiter (A Palm for Mrs. Pollifax, 1973)
5. Mrs. Pollifax auf Safari (Mrs. Pollifax on Safari, 1976)
6. Mrs. Pollifax in China (Mrs. Pollifax on the China Station, 1983)
7. Mrs. Pollifax und der Hongkong-Buddha (Mrs. Pollifax and the Hong Kong Buddha, 1985)
8. Mrs. Pollifax und das goldene Dreieck (Mrs. Pollifax and the Golden Triangle, 1988)
9. Mrs. Pollifax und der tanzende Derwisch (Mrs. Pollifax and the Whirling Dervish, 1990)
10. Mrs. Pollifax und der sizilianische Dieb (Mrs. Pollifax and the Second Thief, 1993)
11. Jagd auf Mrs. Pollifax (Mrs. Pollifax Pursued, 1995)
12. Mrs. Pollifax und der Herr der Löwen (Mrs. Pollifax and the Lion Killer, 1996)
13. Mrs. Pollifax macht Urlaub (Mrs. Pollifax, Innocent Tourist, 1997)
14. keine deutsche Veröffentlichung  (Mrs. Pollifax Unveiled, 2000)

Juni-SuB

Irgendwie ist der Mai einfach an mir vorbeigerauscht und nun ist schon Juni … Unter die 100 bin ich mit meinem SuB zum Monatsanfang zwar nicht gekommen, aber immerhin ist er in den letzten Wochen auch nicht weiter gewachsen. Statt Titel vom SuB zu lesen, habe ich mich dafür auf Bibliotheksbücher, Leihgaben und meine

Dies und Das (6)

Winterkatze heute morgen beim Schneiden der Hecke:

Nachbar 1 kommt vorbei, bleibt stehen, guckt, sagt „Mit der elektrischen Heckenschere ginge das aber leichter“ und schwingt sich in sein Auto.

Nachbar 2 läuft zügig vorbei und meint „Mit der elektrischen Heckenschere geht’s schneller“.

Nachbarin 3 kommt vorbei, meint „Bei mir können Sie gleich weitermachen!“ – und entschwindet mit wehendem Tennisröckchen in der Ferne.

Nachbarin 4 rollt mit dem Fahrrad vorbei und meint „Mit der elektrischen …“. Immerhin blieb sie lange genug in Rufweite, dass ich endlich einmal auf diesen saublöden Satz antworten konnte und sie hätte mir sogar ihre elektrische Heckenschere geliehen, aber für den letzten Meter hätte sich das nun auch nicht mehr gelohnt … *seufz*

Nach der Vormittagsbeschäftigung würde ich mir für den Rest des Tages gern ein Beispiel an Logan nehmen:

Und noch etwas zur Spielschiene: Als Kreis ist sie wirklich attraktiver für die Katzen! 😀

Die weiteren Fotos konnte ich leider nur ohne Blitz machen …

Jim Butcher: Summer Knight (Dresden Files 4)

Wieder einmal musste ein Dresden-Files-Roman für die English-Challenge daran glauben – auch wenn das für euch vielleicht langsam langweilig wird. 😉 „Summer Knight“ ist der vierte Band rund um den Magier und Privatdetektiv Harry Dresden und ich fürchte, dass ich diesen Text (im Gegensatz zu meinen anderen beiden Dresden-Files-Rezensionen) nicht mehr spoilerfrei halten kann. Also ab hier nicht mehr weiterlesen, wenn man die ersten drei Romane noch nicht kennt!

Harry Dresden hat sein Leben in den letzten Monaten nur einer einzigen Sache gewidmet: Der magischen Forschung, um ein Gegenmittel gegen die Vampirifizierung seiner Freundin Susan zu finden. Die Journalistin hatte sich in „Grave Peril“ in eine offizielle Veranstaltung des Roten Hofs der Vampire erschlichten und wurde aufgrund der folgenden Ereignisse von der Vampir-Fürstin Bianca infiziert. Noch ist Susan kein Vampir, aber wenn sie einmal ihrem Blutdurst nachgeben sollte, dann ist sie verloren. So hat Harry in den letzten Monaten keinen einzigen Auftrag angenommen, kaum gegessen und geschlafen und auch sonst sein Leben vollkommen vernachlässigt, weil er hofft, dass er seine Geliebte noch retten kann. Dabei weiß er nicht einmal, ob es für sie überhaupt noch eine Rettung geben kann, denn Susan hat sich schon lange aus dem Staub gemacht und Harry weiß nur aufgrund ihrer regelmäßig erscheinen Zeitungsartikel, dass sie noch lebt.

Doch nun wird es Zeit, dass der Magier seiner Umwelt wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt – und das nicht nur weil die Kündigung seiner Büroräume droht, wenn er nicht so langsam mal die ausstehende Miete bezahlt. Vor allem sollte sich Harry mit der Versammlung des „Weißen Rats“ („White Council“) der Magier beschäftigen, die in Chicago stattfindet. Denn die Magier stecken – dank Harrys eher undiplomatischem Verhalten in „Grave Peril“ – in einem Krieg mit den Vampiren. Doch nicht nur der Krieg, sondern auch eventuelle Folgen für Harry sollen während der Versammlung diskutiert werden. Nachdem Harry als Teenager für den Tod seines Ausbilders verantwortlich war, bezweifeln so einige Magier, dass man ihn überhaupt am Leben hätte lassen dürfen oder ihn gar als Mitglied des „Weißen Rats“ hätte zulassen sollen. Nun könnten die Konsequenzen dafür, dass Harry versuchte einige Menschenleben zu retten, sein, dass der Magier schlimm bestraft wird …

Aber „Summer Knight“ wäre kein Dresden-Files-Roman, wenn die Vampire und der „Weiße Rat“ Harrys einzige Probleme wären: Harrys Feen-Patentante hat die Schuld, die er ihr gegenüber hat, an die Königin des Winterhofs der Sidhe verscherbelt und nun muss der Magier Königin Mab zu Diensten sein. Zu seiner Überraschung möchte diese nur, dass er in seiner Eigenschaft als Privatdetektiv einen Mord untersucht – doch natürlich muss hinter dem Auftrag einer Fee deutlich mehr stecken. So sieht sich Harry schnell zwischen den Fronten des Winter- und des Sommerhofs der Sidhe und muss bei jedem Gespräch, jedem Ermittlungsschritt und jeder seiner Aktionen nicht nur um sein Leben fürchten, sondern auch darum, dass die Feen dafür sorgen, dass er vom „Weißen Rats“ verurteilt wird …

Ich muss zugeben, dass ich bei diesem vierten Band rund um Harry Dresden ein wenig die Action vermisst habe, auch wenn es sehr spannend war mehr über Harrys Jugend, die Magier, ihren „Weißen Rat“, die Feen, die beiden Höfe und all die anderen Dinge, die mit ihnen zusammenhängen, zu erfahren. Auch brachte mir dieser Roman ein Wiedersehen mit den Pixies aus dem ersten Dresden-Files-Buch und  einer Gruppe von Werwölfe aus „Fool Moon“ und gerade bei den letzteren war es schön die Entwicklung zu sehen, die sie seitdem hinter sich gebracht haben.

Aber insgesamt war mir Harry am Anfang zu antriebslos und dann rannte er einen Großteil des Buches hinter Informationen hinterher, ohne wirklich etwas tun zu können. Zwar hat Jim Butcher wieder wundervolle Charaktere in diesem Buch beschrieben – meine größte Überraschung waren dabei die beiden „Mütter“ der Sidhe-Höfe –, aber so sehr wie die anderen Romane konnte mich dieser vierte Band der Reihe nicht mitreißen. Trotzdem hatte ich mit „Summer Knight“ wieder einige wunderbare und sehr unterhaltsame Lesestunden, denn nur weil dieses Buch „nicht so gut“ war, bedeutet das auf keinen Fall, dass es schlecht war.

Nun muss ich mir überlegen, ob ich den fünften Band der „Dresden Files“ noch einmal lese (den hatte ich schon mal aus der Bibliothek geliehen) oder gleich mit dem sechsten weitermache. „Death Masks“ hatte mir gut gefallen und ließ sich auch ohne Vorwissen genießen, aber vielleicht würde ich das Buch mit all den Entwicklungen der letzten Bände ja mit neuen Augen entdecken können. Und wer weiß, vielleicht lese ich für den nächsten Monat ja auch mal einen Titel von einem anderen Autor für die Challenge, auch wenn ich mit den „Dresden Files“ wohl erst aufhören werde, wenn ich alle Romane rund um Harry Dresden genossen habe.

Caroline Vermalle: Denn das Glück ist eine Reise

Manche Geschichten kommen ohne große Höhen und Tiefen aus und doch ist es so schön und befriedigend sie zu lesen – und genau so ein Buch ist „Denn das Glück ist eine Reise“. Ausnahmsweise gehe ich auch mal auf die Aufmachung des Buches ein, denn obwohl ich eigentlich Lila nicht so mag, finde ich diesen Lavendelton (der leider auf dem Foto eher blau aussieht) für den Roman sehr passend. Wenn ich kritisch sein wollte, dann könnte ich behaupten, dass das Cover überhaupt nicht stimmt. Georges und Charles sind in einem modernen Renault Scenic unterwegs – und der ist auch nicht weiß – und die Lavendelfelder sind eigentlich ein Markenzeichen der Provence, die am Mittelmeer liegt, und nicht der Bretagne, die an der Atlantikküste liegt. Aber für mich strahlt das Cover etwas liebevolles, altmodisches und französisches aus – und das passt wiederum perfekt zu dieser Geschichte. 😉

„Denn das Glück ist eine Reise“ von Caroline Vermalle ist der Debütroman der Autorin. In diesem Buch begleitet der Leser den 83-jährigen Georges und seinen sieben Jahre jüngeren Nachbarn Charles auf einer Reise. Die beiden alten Männer haben sich vorgenommen mit einem Auto (welches extra für dieses Vorhaben gekauft wurde) die einzelnen Routen der Tour de France abzufahren. Für Georges ist dies die Erfüllung eines Lebenstraums – und doch hat er so einige Ängste bezüglich dieser Reise. Schon seit Jahren geht es mit seiner Gesundheit bergab, außerdem ist er so in seinem Alltagstrott gefangen, dass ihn die Veränderungen, die mit seinem Plan einhergehen, sehr unsicher machen.

Aber wenn er nicht jetzt, da seine Tochter Françoise für zwei Monate verreist ist und ihn nicht im Auge behalten kann, losreist, dann wird das wohl nichts mehr mit der Fahrt, bevor er stirbt. Nur kommt blöderweise seine Enkelin Adèle hinter das Vorhaben ihres Großvaters, doch solange dieser ihr jeden Abend eine SMS schickt, in dem er schreibt, an welchem Ort er ist und dass es ihm gut geht, verrät sie ihn nicht an die Mutter. So beginnt eine wirklich berührende Geschichte, die ich kaum aus der Hand legen wollte.

Ich habe es genossen zu erleben, dass Georges, der in den letzten Jahren etwas mutlos und depressiv geworden war, wieder entdeckt wie wunderbar das Leben ist. Während Charles am Steuer sitzt, genießt Georges die Schönheit der Bretagne. Gemeinsam erkunden sie die Ortschaften entlang ihres Weges, machen ein Picknick oder genießen einen lustigen Abend in einer Crêperie. So vertieft sich die Freundschaft der beiden älteren Herren, die bislang „nur“ ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis hatten. Dabei kommt es auf dieser Reise auch zu kleineren und größeren Auseinandersetzungen, weil jeder von ihnen einen Dickkopf und ganz genaue Vorstellungen vom Ablauf der Fahrt hat.

Sehr schön ist es auch, dass Georges auf andere Menschen zugehen muss, um die Bedingungen seiner Enkelin Adèle zu erfüllen. Denn der Großvater hat keine Ahnung davon, wie er das Handy bedienen muss, welches er mal von seiner Tochter geschenkt bekommen hatte. Doch eine Rezeptionistin zeigt ihm wie man SMS schreibt und ein Kellner weist ihn in die Geheimnisse der SMS-Sprache ein. Hat Georges sich anfangs nur unwillig auf das verhasste moderne Gerät eingelassen, so genießt er es im Laufe der Zeit, dass er per SMS all seine schönen Erlebnisse mit seiner Enkelin teilen kann. Auch für Adèle werden die SMS ihres Großvaters zu einem Lichtblick, während sie in London einem eher frustrierendem Praktikum nachgeht. Georges Liebe für die Bretagne, all seine Erlebnisse und Erfahrungen, bringen ihr den Großvater (den sie seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte) deutlich näher.

Ich hatte Georges, Charles und all die anderen Charaktere schnell in mein Herz geschlossen und bin voller Freude mit ihnen auf die Reise gegangen. Obwohl Frankreich nicht gerade an der Spitze meiner Wunsch-Reiseziele steht, hatte ich beim Lesen (und auch nach dem Buch) das Bedürfnis all diese Orte persönlich zu sehen, einen Blick auf einen kleinen Fischerhafen zu werfen, zu erleben wie der Atlantik an die Küste braust und in einem kleinen Restaurant zu essen und dabei den Menschen bei ihrem Alltag zuzuschauen. Dabei beschreibt Caroline Vermalle die Bretagne nicht mit ausufernden Worten, sondern hält sich sehr zurück und reduziert die Landschafts- und Ortsbeschreibungen auf das Nötigste. Für mich wurde der Roman gerade deshalb zu einer wundervoll atmosphärischen Reise, bei der ich viel gelacht und am Ende ein wenig geweint habe. Auf jeden Fall habe ich dieses Buch in vollen Zügen genießen können und kann es jedem von euch, der sich auf eine kleine, feine und wunderschöne Geschichte einlassen mag, nur ans Herz legen.