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Gregor Weber: Feindberührung (Grewe 1)

Nachdem ich im Januar bei Irina so eine positive Meinung zu „Feindberührung“ von Gregor Weber gelesen habe, bin ich neugierig geworden und habe bei Irinas Leihangebot sofort zugegriffen. Tja, und dann habe ich den Roman in einem Arztwartezimmer angefangen und bin prompt bei einer Vergewaltigungsszene unterbrochen worden. Danach hat es eine Weile gedauert, bis ich wieder zu dem Buch gegriffen habe. Dabei muss ich für diejenigen, die solche Szenen nicht gut verkraften können, betonen, dass ich wirklich im schlimmsten Moment unterbrochen wurde und die Szene am Ende so „gut“ ausgeht wie nur möglich.

Ich muss gestehen, dass mir Gregor Weber vorher weder als Autor, noch als Schauspieler ein Begriff war, und abgesehen davon, dass ich es etwas peinlich finde, dass seine Hauptfigur Grewe (GREgor WEber *hüstel*) heißt, hat mir der Roman sehr gut gefallen. Die Handlung dreht sich um einen ehemaligen Soldaten, der bei einem Bombenanschlag in Afghanistan beide Beine verloren hatte. Dieser Verlust und die Tatsache, dass er dadurch berufsunfähig wird, führten dazu, dass der Mann abstürzte. Er fühlte sich nicht mehr in der Lage mit seiner Familie (Frau und kleiner Sohn) zusammenzuleben, lebte in einer Sozialwohnung, trankt zu viel und dealte für eine örtliche Rockerbande mit Drogen. So ist es kein Wunder, dass bei seiner Ermordung seine Drogengeschäfte und seine Verbindung zu dem „Motorradclub“ im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen.

Geleitet werden die Ermittlungen von Kurt Grewe und Therese Svoboda, denen ein nicht so kleines Team unterstellt ist. Dabei hatte ich – trotz der längeren Pause beim Lesen – nie das Gefühl, ich wüsste nicht, wer wer ist und welche Funktion die Person im Team hat, da die Charaktere angenehm individuell beschrieben wurden. Und zwar nicht durch das Einführen irgendwelcher ungewöhnliche Macken, sondern einfach nur durch kleine und ganz gewöhnliche Eigenheiten, die die Figuren realistisch werden lassen. Bei Grewe kommt das besonders zu tragen, denn ihn lernt man besonders gut kennen. Ich mochte es, dass er so normal war, dass er seine Frau auch nach vielen Jahren Ehe noch liebt und sein Familienleben zwar manchmal chaotisch, aber insgesamt harmonisch verläuft.

Auch die Ermittlungen lesen sich angenehm realistisch. Da wird viel recherchiert, da werden Vermutungen aufgestellt und überprüft, man versucht für alle Möglichkeiten offen zu bleiben, obwohl die Spur zur Rockerbande die stimmigste Lösung zu sein scheint. Unterbrochen werden die Beschreibungen der Polizeiarbeit von Rückblicken, die von den Ereignissen in Afghanistan erzählen, und von einem Soldaten, der nach seinen Erlebnissen dort nicht so recht im Alltag Fuß fassen kann. Durch diese Einschübe wird dem Leser schnell klar, dass hinter dem Mord mehr stecken muss, als eine Auseinandersetzung um Drogen. Aber dieses Wissen mindert die Spannung und die Unterhaltsamkeit dieser Geschichte nicht.

Ganz ehrlich, trotz Irinas positiver Meinung, war ich wirklich überrascht, dass mir „Feindberührung“ so gut gefallen hat. Ich mag den Realismus und die Normalität bei den Charakteren und in der Geschichte – und freu mich schon auf den zweiten Teil der Reihe.

Lucy Maud Montgomery: Anne auf Green Gables 5-8 (Hörspiel)

Im November hatte ich die erste „Anne of Green Gables“-Box gehört und sehr genossen. So war es abzusehen, dass ich mir auch die zweite Box besorgen und bald hören würde – was ich in den letzten Wochen bei der Gartenarbeit dann auch gemacht habe. Beinah könnte ich meine erste Rezension hier reinkopieren und es dabei belassen, aber ein paar kleine Unterschiede gibt es doch zwischen dem ersten Roman (der mit den ersten vier Hörspielen umgesetzt wurde) und dem zweiten Teil, in dem Anne ihre ersten Erfahrungen als Lehrerin in der kleinen Schule von Avonlea macht.

Inzwischen ist Anne deutlich erwachsener geworden, was sie natürlich nicht davon abhält weiter ihre Tagträume zu genießen und sich allerlei Dinge auszumalen. Aber so gern sie ihre Fantasie auslebt, so bleibt ihr nicht viel Zeit zwischen ihrer Arbeit als Lehrerin, ihrer Tätigkeit für den Dorfverschönerungsverein und der Unterstützung, die sie Marilla geben muss, die sich um die Zwillinge einer verstorbenen Verwandten kümmert.

Doch obwohl Anne reifer ist als in dem ersten Band der Serie (bzw. den ersten vier Hörspielen), gibt es genügend Momente, in denen der temperamentvolle junge Frau amüsante Missgeschicke passieren wie an dem Tag, an dem sie die Kuh des Nachbarn verkauft oder ihren verbliebenen sieben Sommersprossen mit einer Tinktur zu Leibe rücken möchte. Dazu kommen diverse Momente mit ihren Schülern, die sie zum Teil in Verzücken versetzen – wie der fantasiebegabte Paul – oder zur Verzweiflung treiben. Und während ihre gleichaltrigen Freundinnen schon über Verlobungen nachdenken, weiß Anne noch lange nicht, was sie von dem Thema zu halten hat. Natürlich träumt sie immer mal wieder von dem perfekten Mann für sich, doch in der Realität hat sie so einen „Traummann“ noch nicht getroffen.

Ich habe mich mit den kleinen und großen Geschichten rund um Annes zwei Jahre als Lehrerin von Avonlea sehr amüsiert. Trotzdem muss ich immer wieder feststellen, dass dieser Fortsetzung ein bisschen das Gefühl von Frische und Spontanität fehlt, das mir im ersten Band so gefallen hat. Anne ist nun mal älter und erwachsener geworden und das spiegelt sich auch in ihrem Verhalten und den Dingen, die sie beschäftigen wieder. Und so niedlich die diversen Streiche sind, die ihre Schützlinge spielen, so berühren sie mich nicht so wie Annes Missgeschicke als Schülerin. Aber auch wenn diese Geschichten nicht an Annes erste Jahre auf Green Gables heranreichen, so hat es wieder Spaß gemacht ihr Leben zu verfolgen, die vertrauten Personen zu treffen und zu sehen, wie das Leben für alle weitergeht. Ein bisschen habe ich zwar das Gefühl, dass ich Matthew ebenso sehr vermisse wie Anne, aber dafür habe ich den neuen Nachbarn schnell ins Herz geschlossen.

Auch mit der Sprecherauswahl bin ich wieder zufrieden. Sowohl die vertrauten Sprecher, die man schon bei den ersten vier Hörspielen kennenlernen konnte, als auch die neuen wurden sehr passend ausgewählt. Je nach Charakter der Figur bekommt man wunderbar brummige, aufgeregt-mädchenhafte oder angenehme „Altdamen“-Stimmen zu hören. Sogar bei der Besetzung der Kinder bin ich zufrieden, obwohl die bei Hörspielen doch oft ganz schrecklich klingen. Hier hingegen kann ich eine gewisse Künstlichkeit bei den Kinderstimmen hauptsächlich auf die altmodische Sprache schieben und bin zufrieden. 😉

Victoria Walker: The House Called Hadlow

„The House Called Hadlow“ von Victoria Walker ist die Fortsetzung von „The Winter of Enchantment“. Bevor ich etwas zur Geschichte erzähle, möchte ich noch anmerken, dass bei den beiden Romanen in der eBook-Version die Autorin in einem Nachwort von ihrem Leben erzählt – und das ist fast genauso unterhaltsam (und märchenhaft 😉 ) wie die Geschichten selber. So kann ich sagen, dass sie ihren zweiten Roman einige Zeit nach dem ersten Buch und unter deutlich ungemütlicheren Bedingungen geschrieben hat, aber man merkt den beiden Bänden weder den zeitlichen Abstand noch die veränderten Lebensumstände an.

Zu Beginn der Geschichte reisen Sebastian und Melissa gemeinsam nach Hadlow, um den Sommer bei Melissas noch unbekannten Onkel Bertram und seiner Frau Augusta zu verbringen, da ihre Eltern verreist sind und niemand sonst auf die Kinder aufpassen kann. Obwohl sich Onkel Bertram, Tante Augusta und sogar der ungewöhnliche Diener Fandeagle als sehr freundlich herausstellen, kommt den beiden Kindern an ihrem Feriendomizil etwas ungewöhnlich vor. Bei ihrer Ankunft läutet eine Glocke, die angeblich seit Jahren keinen Ton mehr von sich gegeben hat, und es gibt immer wieder Momente, in denen Melissa und Sebastian Personen sehen, die nicht da sein können. So nach und nach lernen sie mehr über die tragische Geschichte von Hadlow und beschließen alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das Haus, die früheren Bewohner und die mit ihnen verbundenen Elfen von einem ungewöhnlichen Fluch zu befreien.

Wie schon in „The Winter of Enchantment“ ist die Handlung etwas unausgewogen. Einige Aufgaben und Herausforderungen fallen den Kindern sehr leicht und sind in Windeseile erledigt, andere hingegen erfordern all ihre Kraft, ihren Mut und ihr Können. Dieses Ungleichgewicht hat mich beim Lesen aber in keiner Weise gestört, da auch dieser Roman vor lauter bezaubernden Kleinigkeiten und Einfällen strotzt. Sebastian und Melissa haben jeder eigene Aufgaben zu bewältigen und müssen sich darauf verlassen, dass der jeweils andere seinen Part auf die Reihe bekommt. Dabei begegnen sie Bewohnern der Feenwelt ebenso wie griechischen Göttern und anderen übernatürlichen Wesen.

Es gibt in diesem Buch nicht ganz so viele Alltagsszenen wie im ersten Band, aber trotzdem lernt man das Haus, das trotz aller Vernachlässigung sehr viel Charme besitzt, und seine ebenso sympathischen Bewohner recht gut kennen. Ich finde es angenehm, dass manchmal nach einem großen Abenteuer auch ein großes Saubermachen ansteht, damit der Alltag erst einmal weitergehen kann. Überhaupt sind es wieder die vielen kleinen und atmosphärischen Szenen, die einen Großteil der Geschichte ausmachen, ebenso wie die fantastischen und märchenhaften Einfälle von Victoria Walker, die mich immer wieder an (andere) klassische britische Kinderbuchautoren erinnern, deren Geschichten mich seit vielen Jahren begleiten und deren Bücher ich – vielleicht gerade wegen ihrer gradlinigen und etwas altmodischen Erzählweise – nach all der Zeit immer noch genießen kann.

Jessica Kremser: Frau Maier hört das Gras wachsen

„Frau Maier hört das Gras wachsen“ ist der zweite Roman von Jessica Maier rund um die rüstige Putzfrau Frau Maier. Seit dem Ereignissen in „Frau Maier fischt im Trüben“ ist etwas Zeit vergangen und es hat sich einiges verändert. So denkt die alte Dame zum Beispiel immer noch an ihren Fischer-Karli, aber getroffen hat sie den Mann in all den Monaten nicht mehr. Schließlich macht es keinen Sinn einem Mann hinterherzutrauern, der seit Jahrzehnten mit einer anderen Frau verheiratet ist. Dafür bekommt Frau Maier regelmäßig Besuch von dem Polizeipsychologen Frank Schön und Elfriede Gruber, die ihr inzwischen eine gute Freundin geworden ist.

Elfriede ist es auch, die Frau Maier einen Job als Putzfrau im schicken Kurhotel Bergblick verschafft hat, nachdem eines der Zimmermädchen kurzfristig ausgefallen ist. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat Frau Maier Menschen, mit denen sie befreundet ist, und eine Anstellung, die genügend Geld abwirft, dass sie sogar jeden Monat ein bisschen sparen kann. Auf der anderen Seite leidet sie immer noch unter den lebensgefährlichen Ereignissen rund um den von ihr entdeckten Mord – und die Ängste, die sie seitdem begleiten, haben Frau Maier sehr erschüttert.

Deshalb ärgert sie sich auch sehr über ihre eigene Unsicherheit, als sie eines nachts in einem leerstehenden Haus am See den Schein einer Taschenlampe sieht und sich nicht traut nach dem Rechten zu sehen. So ist ihr dieser Moment noch sehr präsent, als sie am nächsten Tag im Hotel erfährt, dass Simone Lenz, eine im Hotel abgestiegende Frau, mitsamt ihrer zehnjährigen Tochter Vivien vermisst wird. Kurz darauf steht fest, dass die labile Frau tot ist, während ihre Tochter weiterhin verschwunden bleibt.

Mir hat auch dieser Band um Frau Maier wieder gut gefallen, aber ich muss gestehen, dass ich an ihr eine gewisse Unerschütterlichkeit vermisst habe, die ihre Ermittlungen in „Frau Maier fischt im Trüben“ geprägt haben. Frau Maier ist immer noch neugierig und hat das Gefühl, dass sie Dinge unternehmen und herausfinden kann, auf die die Polizei nicht kommt (oder nicht tun könnte), aber dabei ist sie häufig sehr unsicher und ängstlich. Auf der anderen Seite ist es schön zu sehen, wie sehr es Frau Maier genießt, dass sie nun Freunde hat und täglich Kontakt mit Menschen, die ihr wohlgesonnen zu sein scheinen. Das ist ein ganz neues und kostbares Erlebnis für die alte Frau und sorgt dafür, dass sie anfängt auf Menschen zuzugehen.

Ich fand es einfach rührend wie sehr Frau Maier zum Beispiel die Kaffee- und Plaudermomente in der Hotelküche genießt oder wie aufgeregt sie ist, als sie eine Kollegen zuhause besucht. Oft genug sorgt ihre Unerfahrenheit im Umgang mit anderen auch dafür, dass sie Anspielungen nicht versteht oder unnötige Gedanken über geführte Gespräche macht, aber auch das fand ich ganz bezaubernd zu verfolgen. So wird deutlich, dass die Ereignisse aus dem ersten Band in ihr sehr viel angestoßen und nicht nur ungeahnte Ängste gebracht haben, sondern auch positive Entwicklungen in ihrem Leben. Das ist es auch, was diesen Roman für mich zu so einer Wohlfühlgeschichte gemacht hatte (vor allem, da ich den Fall stellenweise etwas sehr durchsichtig fand) und dafür sorgt, dass ich wohl in absehbarer Zeit auch den dritten Roman von Frau Maier besorgen und lesen werde. Ich habe diese Figur, ihre kleinen Eigenarten und ihre Liebe zum See wirklich in mein Herz geschlossen.

Christie

Während unsere vier Katzen im Sommer irgendwann unter der Hitze leiden, genießen sie jetzt im Frühling jeden Sonnenstrahl und jedes bisschen Wärme, das sie ergattern können. Alle vier finden es wunderbar, wenn sie einen Sonnenfleck finden, in dem sie schlafen können. Bei Christie sieht das manchmal überraschend elegant aus.

Noch mehr genießt sie es aber, wenn ich für sie Sonnenreflektionen an die Wand werfe und sie damit spielen kann. Das hat den großen Vorteil, dass die anderen Katzen nicht mitspielen wollen (Shandy und Baltimore finden Sonnenflecken langweilig und Logan bevorzugt Schattenspiele) und sie ganz allein die Regale rauf- und runterspringen kann. In diesen Momenten vergisst sie definitiv, dass sie schon ein altes Kätzchen mit Arthrose ist, und genießt rundum das Leben. 🙂

14 Entwürfe und kein Blogpost

Als ich eben meine Postübersicht öffnete, um ein paar Stichworte für eine Rezension zu notieren, fiel mir dieser Anblick auf:

14 angefangene Blogposts – und keine Veröffentlichung seit Mittwoch. Es macht sich deutlich bemerkbar, dass ich in den letzten Tagen wenig Zeit hatte und nicht mehr von vorgeschriebenen Beiträgen zehren konnte. Ich mache mir zwar ständig Notizen für Beiträge, die ich schreiben will, tippe hier und da auch einen Absatz, aber wirklich beendet habe ich in den letzten Tagen keinen einzigen Text. Dabei finde ich es ziemlich unbefriedigend, wenn ich so viele Entwürfe sammel – irgendwann habe ich nämlich in der Regel keine Lust mehr zu dem Buch oder Thema etwas zu schreiben und lösche den angefangenen Beitrag.

Ich nehme mir also für die kommende Woche vor, dass ich wieder etwas mehr Zeit zum Bloggen und Kommentieren einplane, und hoffe, dass das dann auch klappt! 😉

[Kulinarisches] Chili-Polenta und Radieschen-Tzatziki

Ostermontag habe ich – mit leichten Abwandlungen – Chili-Käse-Rosmarin-Polenta aus dem „Täglich vegetarisch“-Kochbuch von Hugh Fearnley-Whittingstall und dazu Radieschen-Tzatziki – mit ein paar größeren Veränderungen – nach einem Rezept von Steph vom Kuriositätenladen gekocht. Beides schmeckt schon für sich fantastisch, aber zusammen gewinnen beide Gerichte noch einmal ein ganzes Stück. Es ist einfach die perfekte Kombination von heiß, knusprig, würzig-scharf und kühl, erfrischend und würzig.

Weil ich noch Salat und Möhre vom Wochenende übrig hatte, gab es bei uns noch Eisbergsalat mit gehobelter Möhre und Vinaigrette dazu und die leichte Süße der Möhre ergab noch einen dezenten Kontrast zum Essen, den ich sehr mochte, der aber nicht unbedingt nötig ist.

Chili-Käse-Rosmarin-Polenta (für 4 Portionen)

etwas Öl zum Andünsten
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
Chiliflocken
1 EL getrockneter Rosmarin
Rosenpaprika-Pulver
800 ml Wasser
150 g Instant-Polenta
100 g geriebener Hartkäse (z.B. Parmesan oder Pecorino)
Salz
Pfeffer
noch etwas Öl zum abschließenden Braten

Laut dem Originalrezept benötigt man unter anderem eine Pfanne, einen Topf und eine frische rote Chilischote, aber da ich ungern mit frischem Chili hantiere, habe ich – nicht nur – das geändert. 😉

Die Knoblauchwürfelchen in etwas Öl mit den Chiliflocken und dem Rosmarin andünsten. Dann das Wasser zugeben und zum Kochen bringen, Unter ständigem Rühren (am Besten mit einem Schneebesen) die Polenta einrieseln lassen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Masse sehr fest geworden ist – dabei auf gar keinen Fall das Rühren vergessen! Dann den Topf von der Flamme nehmen und eine kräftige Prise Rosenpaprika, Salz, Pfeffer und den geriebenen Käse unterrühren. Die Polentamasse soll eine gute Schärfe haben und nur leicht nach Käse und Knoblauch schmecken. Zuletzt die Polenta auf einen Teller oder ein Blech streichen, so dass sie ungefähr 1,5-2 cm dick ist und abkühlen lassen. (Ich mache die Polenta gern vormittags, wenn wir sie abends essen wollen.) Wenn die Polenta abgekühlt und fest ist, kann sie in Stücke geschnitten und in einer Pfanne mit etwas Öl von beiden Seiten angebraten werden.

Radieschen-Tzatziki

1 Bund Radieschen
3 confierte Knoblauchzehen (Rezept findet ihr HIER), aber ich bin mir sicher, dass feingehackter frischer Knoblauch auch funktionieren würde
450 g griechischer Abtropfjoghurt
1 EL Rapsöl
1 EL Balsamico Bianco
kleingehackte Petersilie oder Dill (beides ausprobiert, beides schmeckt)
Rosenpaprika-Pulver
1 Prise Zucker
Salz
Pfeffer

Die Radieschen groß raspeln (wir haben eine Käsereibe zum Kurbeln, mit der das hervorragend geht, solange die Radieschen frisch sind), aber das geht natürlich auch mit einer normalen Reibe, und mit einer Prise Salz bestreut etwas stehen lassen. Dann die Radieschen kräftig ausdrücken, um möglichst viel Flüssigkeit aus ihnen zu bekommen.

Die konfierten Knoblauchzehen mit der Gabel zerdrücken und dann mit den Radieschen, dem Joghurt, der Petersilie (oder dem Dill) dem Öl und dem Essig gründlich vermischen. Die Masse mit einer Prise Zucker, Salz, Pfeffer und Rosenpaprika abschmecken. Vor dem Servieren ruhig noch etwas ziehen lassen und im Zweifelsfall noch einmal nachwürzen.

***

Die Polenta schmeckt auch am nächsten Tag (kalt oder warm) sehr gut, was die Reste zu einem perfekten Snack oder zum passenden Bestandteil einer Lunchbox macht.

Und das restliche Radieschen-Tzatziki lässt sich ganz einfach zu (frischem) Brot genießen.

Victoria Walker: The Winter of Enchantment

Im Juli 2010 habe ich auf diesem Blog eine für mich ganz besondere Kindheitserinnerung gesucht. Damals konnte mir niemand bei der Suche nach dieser speziellen orangefarbenen Katze helfen, aber vor einigen Wochen gab es dann doch noch einen anonymen Kommentar, in dem mir Titel („Mantari und der Wunderspiegel“) und Autorin (Victoria Walker) des Buches genannt wurden. Da ich keine finanzierbare „greifbare“ Ausgabe gefunden habe, habe ich mich jetzt erst einmal mit dem englischen eBook begnügt. Und da es kaum ein Buch gibt, das besser zu Elenas „Zurück in die Vergangenheit“-Challenge passt, habe ich die Geschichte nicht nur voller Begeisterung verschlungen, sondern versuche jetzt auch noch hier zu erklären, warum ich den Roman nach all den Jahren immer noch so schön finde.

Die ganze Geschichte beginnt an dem Tag, an dem der dreizehnjährige Sebastian ganz allein in der Bibliothek im Haus seines Vaters sitzt und ihm die silberne Teekanne zuzwinkert. Da er ein vernünftiger Junge ist, beschließt er, etwas frische Luft zu schnappen und über die zwinkernde Teekanne nachzudenken – und landet prompt in einem Trödelladen, wo er einen mysteriösen Spiegel findet. Am nächsten Tag kauft Sebastian den Spiegel, wobei er dieses Mal im Laden über eine sehr freundliche orangefarbene Katze stolpert, und findet kurz darauf heraus, dass er durch den Spiegel mit einem etwa gleichaltrigen Mädchen namens Melissa reden kann.

Melissa wird seit beinahe hundert Jahren von einem bösen Zauberer gefangen gehalten, und abgesehen von einer orangefarbenen Katze, die das Mädchen Mantari genannt hat, hat sie in all der Zeit keine lebende Seele gesehen. Stattdessen hat sie in der Bibliothek des Zauberers ein magisches Buch gefunden, in dem beschrieben wird, wie sie mit der Hilfe von fünf magischen silbernen Gegenständen aus ihrer Gefangenschaft befreit werden kann. Natürlich ist Sebastian sofort bereit, Melissa zu helfen und sich auf die Suche nach den besagten Gegenständen zu machen …

Die Handlung in „The Winter of Enchantment“ ist in gewisser Weise etwas unausgewogen. Manche Dinge fallen Sebastian und Melissa einfach so in die Hände, andere Sachen müssen sie sich hart erarbeiten. Aber all das hat mich beim Lesen wirklich nicht gestört und als Kind ist mir das gar nicht erst aufgefallen. Der Roman lebt von den hübschen Ideen, die die Autorin für ihre Geschichte verwendet hat, und von den charmanten und atmosphärischen Details. Die zwinkernde Teekanne ist ein bezaubernder Einstieg in die Geschichte, und als Sebastian später noch Hilfe vom Wind, den Jahreszeiten und der Zeit erhält, gibt es viele weitere Elemente, die auf der einen Seite märchenhaft, auf der anderen Seite angenehm bodenständig sind.

Ich mag die Beschreibungen der magischen Momente, aber auch die Szenen, in denen Sebastians Alltag erwähnt wird. Ich würde zu gern mal eine Teezeit in seiner Bibliothek erleben oder abends zusammen mit Mrs. Parkin und ihrer Nichte Sarah in der Küche essen. Mich spricht diese Mischung heute ebenso an wie als Kind – und bei Victoria Walker ebenso wie bei Edith Nesbit oder bei den Mary-Poppins-Büchern von P. L. Travers. Auf der einen Seite zeigen diese Bücher eine verklärte Variante eines Londons, in dem die Straßen von Pferdekutschen bestimmt werden und Kinder daheim Unterricht von Privatlehrern bekommen, auf der anderen Seite ist da diese schlichte Akzeptanz, dass Magie existiert und dass Magie alles Mögliche bewirken kann.

Die Kinder werden zwar nicht gerade tiefgehend charakterisiert – wie mir als erwachsener Leser auffällt -, aber sie sind sympathisch, und obwohl sie für aktuelle Bücher zu brav wären, haben sie ihre kleinen Eigenheiten. Dabei finde ich es hübsch, dass Sebastians gelegentliche Anfälle von „ich bin ein Junge, ich muss das Mädchen beschützten“ ebenso wie Melissas „als Mädchen breche ich in Tränen aus, wenn mir alles zu viel wird“-Momente nicht so stehengelassen werden, sondern Melissa Sebastian durchaus ebenbürtig ist, wenn es um das Bestehen von Abenteuern geht. Sie ist vielleicht nach hundert Jahren ohne menschliche Gesellschaft schnell verzweifelt, aber sie weiß auch, wann sie ihre Emotionen im Griff halten muss.

Dummerweise kann ich hier ganz viele wunderbare und bezaubernde Details gar nicht erzählen, denn sonst würde ich dieser kleinen und feinen Geschichte die Überraschungsmomente nehmen. Ich kann aber sagen, dass ich „The Winter of Enchantment“ heute mit der gleichen Freude wie als Kind gelesen habe. Wenn also einer von euch eine Schwäche für altmodische britische Kindergeschichten hat, dann würde ich dieses Buch jederzeit empfehlen. Oh, eine Fortsetzung gibt es davon übrigens auch – und da ich mir die gleich mitgekauft habe, bin ich gespannt, ob mir diese Geschichte ebenso gut gefällt, obwohl ich keine Kindheitserinnerungen daran habe.

Leseeindrücke im Februar und März

Im November zog „Die Monster, die ich rief“ von Larry Correia bei mir ein und als ich im Februar auf der Suche nach weiterem Lesestoff war, habe ich den Roman aus dem Regal gezogen, angelesen und dann innerhalb von 24 Stunden beendet. Das Buch handelt von Owen Pitt, einem Buchprüfer, der eines Abends seinen Vorgesetzten aus dem Fenster wirft, nachdem dieser sich in einen Werwolf verwandelt hatte. Nach diesem Ereignis klopft eine private Organisation bei ihm an, die ihn als Monsterjäger engagieren will – und natürlich geht Owen auf dieses Angebot ein.

„Die Monster, die ich rief“ ist alles andere als große Kunst, aber für mich war es genau der richtige Roman an diesem Tag. Wie in einem anspruchslosen, aber unterhaltsamen Actionfilm (dessen Hauptfigur sich vermutlich normalerweiser als Wrestler sein Geld verdient :D) hangelt sich die Handlung von einem Kampf zum Nächsten, dazu kommen ein paar nicht gerade klischeefreie, aber sympathische Charaktere, eine Prophezeiung, liebenswerte Orks, asoziale Elfen und eine Hauptfigur, die nicht gerade fantasiebegabt ist, aber dafür einen guten Soldaten abgibt. Keine Geschichte, bei der man mitdenken muss, und ein Humor, der nicht gerade ausgereift ist, aber eine angenehm entspannende Lektüre, bei der man ständig das Gefühl hat, man sollte sich noch eben schnell eine große Portion Popcorn bereitstellen. 😉

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Über „Blutrecht“, den ersten Band der Greatcoats-Serie von Sebastien de Castell, bin ich bei Tine gestolpert, die eine begeisterte Rezension zu dem Roman geschrieben hatte und so meine Neugier weckte. Inzwischen habe ich das Buch gelesen und muss sagen, dass ich nicht ganz so begeistert bin wie sie, aber mich beim Lesen gut unterhalten habe. Die Idee mit den Greatcoats, den besonderen Mänteln, die den Magistern des Königs Schutz und Platz für allerlei Nützliches bieten, hat mir gefallen und auch der Humor in der Geschichte sagte mir zu – wenn er auch häufig vorhersagbar war und auf der ziemlich klischeebehafteten Charakterisierung der Figuren basierte. Die von Tine gelobten Kampfszenen waren wirklich gut geschrieben, mir aber stellenweise schon fast zu ausführlich. Insgesamt habe ich mich aber gut amüsiert und das Buch sehr zügig gelesen.

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Das Gleiche wie für „Blutrecht“ gilt eigentlich auch für den nächsten Roman, den ich gelesen habe. Auch „Wind“ von Alexey Pehov (Auftaktband der „Chroniken von Hara“) habe ich bei Tine entdeckt, die auch zu diesem Roman eine begeisterte Rezension geschrieben hat. Doch während Tine folgende Aussage zu „Wind“ machte: „… trotzdem hatte ich beim Lesen nie das Gefühl, die Geschichte so – nur etwas anders – schon einmal woanders gelesen zu haben„, hatte ich genau den gegenteiligen Eindruck. Ich fand den Roman zwar unterhaltsam und mochte den Weltenbau, hatte aber das Gefühl, ich hätte all das schon mal in leichter Abwandlung (und mit Figuren, die mir mehr ans Herz gewachsen sind) bei einem anderen Autoren gelesen. Es ist eben nicht einfach für mich, etwas „Neues“ im High-Fantasy-Bereich zu finden, nachdem ich zwanzig Jahre lang fast jeden High-Fantasy-Roman verschlungen habe, der mir in die Finger geriet. Ansonsten mochte ich die Magievarianten und die offenen Fragen am Ende von „Wind“.

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„O du Mörderische“, „Mörderische Familienbande“ und „Mörderische Verstrickungen“ von Anne George habe ich an zwei Nachmittagen gelesen, nachdem ich zufällig in der Bibliothek darüber gestolpert war. Eigentlich hatte ich nur ein Buch zum Antesten mitnehmen wollen, war aber vor Ort zu faul herauszufinden, welcher Titel der erste von den vorhandenen wäre. Die Romane rund um die beiden Schwestern Mary Alice (genannt Schwesterherz) und Patricia Anne (genannt Maus) bieten wunderbar entspannende Wohlfühlgeschichten aus Alabama. Die beiden Schwestern sind über sechzig Jahre alt und während Patricia Anne glücklich verheiratet ist, hat Mary Alice schon drei Männer zu Grabe getragen (und hätte grundsätzlich nichts gegen einen vierten Ehemann). Zusammen stolpern die beiden – dank ihres großen Familien- und Freundeskreises – immer wieder über seltsame Begebenheiten und Leichen. Dabei ermitteln die beiden nicht professionell, sondern unterhalten sich nur immer wieder mit Freunden, Verwandten und neuen Bekannten über die Vorfälle, bis sie dadurch so sehr in Schwierigkeiten geraten, dass der Fall irgendwie gelöst wird. Der Krimianteil ist also wirklich nicht mehr als der Rahmen rund um zwei liebenswerte Protagonistinnen, etwas Südstaatenfeeling und viele unterhaltsame (und witzige) Szenen. Mir haben die Romane wirklich gut getan. 

Seanan McGuire: The Winter Long (October Daye 8)

Nachdem ich „Chimes at Midnight“ von Seanan McGuire beendet hatte, habe ich am nächsten Tag gleich zur Fortsetzung gegriffen. Eigentlich hätte ich nach dem siebten Band erst einmal eine Pause einlegen können, weil ich das Gefühl hatte, dass in der Hintergrundgeschichte ein Punkt erreicht worden sei, an dem der große Handlungsbogen zu einem befriedigenden Abschluss geführt worden sei. Aber da ich „The Winter Long“ schon daheim hatte und ich gerade so schön wieder in Tobys Welt drin war, habe ich natürlich die Reihe weitergelesen. Genau genommen habe ich gelesen bis ich am nächsten Morgens um halb fünf die letzte Seite geschafft hatte, weil ich den Roman dann nicht einfach mittendrin aus der Hand legen konnte.

Der Roman beginnt mit dem gleichen guten Gefühl mit dem „Chimes at Midnight“ endet. Toby ist zu einem Ball eingeladen und ihr größtes Problem ist, dass sie einfach keine Lust hat auf so eine Veranstaltung zu gehen. Nicht nur, dass sie in der Vergangenheit regelmäßig um ihr Leben fürchten musste, es ist auch so, dass sie sich einfach nicht wohlfühlt, wenn sie sich unter die „gehobene Gesellschaft“ mischen und sich amüsieren soll. Überraschenderweise wird der Abend dann doch noch ganz nett (und hält keine Attentate oder ähnliche Ereignisse für sie bereit). Es war schön noch einmal so präsentiert zu bekommen, wie sehr sich Tobys Leben in den vergangenen Jahren verändert hat und wie gut es ihr inzwischen geht. Aber natürlich bekommt man als Leser von Seanan McGuire solche Szenen nur geboten, um kurz darauf miterleben zu müssen wie zerbrechlich Tobys Glück doch ist.

Wieder schlägt die Autorin dabei den Bogen zum Anfang der Geschichte, doch während sie dies in „Chimes at Midnight“ nutzte, um Tobys Entwicklung aufzuzeigen, wird dieses Mittel in „The Winter Long“ verwendet, um noch einmal all die vergangenen Ereignisse um eine weitere Schicht zu bereichen, um viele bekannte Charaktere von einer neuen Seite zu präsentieren und die Hintergründe rund um die Geschichte der Feen zu vertiefen. Das ist nicht nur sehr, sehr cool gemacht, sondern an einigen Stellen auch ganz schrecklich nervenaufreibend. Nicht, weil die Handlung so rasant erzählt wird, sondern weil Toby nach und nach bewusst wird, wie wenig sie über die Personen weiß, denen sie Vertrauen geschenkt hat und wie sehr sie ihr Leben lang manipuliert wurde.

Neben einigen überraschenden Wendungen und Enthüllungen und großartigen Szenen mit der Luidaeg und Tybalt, finde ich es vor allem beeindruckend wie Seanan McGuire viele winzig kleine Elemente der vergangenen Romane aufgreift und so zu einem Gesamtbild zusammenfasst, dass das alles stimmig und richtig (und im Nachhinein überraschend alarmierend) zu sein scheint. Dazu kommt, dass einige Begegnungen mit Personen aus ihrer Vergangenheit (wie Simon Torquill, der dafür gesorgt hatte, dass Toby 14 Jahre in Fischgestalt verbringen musste, während ihre Tochter ohne Mutter aufwuchs) dem Leser ebenso wie Toby aufzeigen, wie sehr sie sich verändert hat und wie sehr sie an ihren Herausforderungen gewachsen ist.

Dabei finde ich es immer wieder schön, dass Toby zwar stärker wird und mehr über ihre ungewöhnliche Magie erfährt, aber ihre Siege nicht durch ihre „Superheldenfähigkeiten“ erringt, sondern durch eine Kombination aus Dickköpfigkeit und Freunden, die ihr zur Seite stehen, weil sie sie mit Respekt behandelt – etwas, das in der Feenwelt nicht gerade selbstverständlich ist. Überhaupt sind all diese Details über die Feenwelt, über die Magie und ihre Gesetze und Beschränkungen immer wieder toll zu lesen. Ebenso wie die immer vielfältiger werdende Historie der Feen und die Passagen, die von Oberon, Maeve und Titania und ihre Kindern erzählen.

Ich bin wirklich glücklich, dass sich diese Reihe so fantastisch entwickelt hat, und sehr gespannt darauf, was Seanan McGuire noch alles mit Toby anstellen wird. Langweilig wird es auch in Zukunft definitiv nicht werden, wenn ich nach all den neuen Erkenntnissen und dieser tollen Szene auf der vorletzten Seite gehe! *freu*