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Michael Koser: Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen 4 – Der Mann, der seinen Kopf verlor

Den vierten Teil der „Van Dusen“-Reihe kann man sich beinah wie ein Kammerspiel vorstellen, denn der Professor verlässt sein Haus dabei nicht, alle wichtigen Szenen finden in (oder direkt vor) dem Haus statt und die Handlung konzentriert sich auf einige wenige Personen. Die Geschichte beginnt an einem ganz normalen Tages, den der Professor mit Experimenten in seinem Labor verbringt. Unwillkommenderweise wird der Wissenschaftler in seiner Tätigkeit unterbrochen, als sein Diener einen Besucher ankündigt, der sich nicht hatte abweisen lassen.

Dieser Besucher war nicht nur hartnäckig, sondern verfügte weder über eine Visitenkarte, noch über einen Namen, den er dem Diener hätte mitteilen können. Genau genommen erhoffte sich der Mann, dass der Professor ihm dabei behilflich sein könnte, mehr über sich herauszufinden. Vor einigen Tagen erwachte Van Dusens Besucher in einem Hotel ohne jegliche Erinnerung an seine Vergangenheit, ohne einen Herkunftshinweis an seiner Kleidung oder seinen Taschen, dafür aber im Besitz der unvorstellbaren Summe von 10.000 Dollar. Schnell findet der Professor heraus, dass der Unbekannte unter dem Namen „Jonathan Henry“ ins Gästebuch des Hotels eingetragen wurde und dass die Geldbündeln in seinen Anzugtaschen aus einem Raub in einer kleinen Bank im Westen stammen.

Während der Reporter Hutchinson Hatch wieder einmal die Lauf- und Recherchearbeit für den Amateurkriminologen Van Dusen erledigen darf und telegrafische Anfragen quer durch Amerika geschickt werden, sitzt der Professor gemütlich daheim und übernimmt die Denkarbeit. Doch so ganz seine Ruhe hat er dabei auch nicht, denn während Jonathan Henry aufgrund der gesammelten Informationen immer unruhige wird, tauchen Mr. Henrys verzweifelte Ehefrau (die behauptet, dass ihr Mann häufiger Amnesien hat) und ein Mr. William Manning, der Jonathan Henry anscheinend von einem Pokerspiel kennt, auf.

Ich gebe zu, dass dieser Fall für mich recht durchschaubar war, aber trotzdem hat mir die Geschichte wieder viel Spaß gemacht. Ich mag es, wenn Professor van Dusen als ruhender Pol in der Handlung sitzt und gemütlich Informationen sammelt, die seine Theorien untermauern, während um ihn herum die betroffenen (und zuschauenden) Personen wie in einem Bienenschwarm herumwuseln. Auch wurden die Sprecher für diese Folge wieder ganz wunderbar besetzt. Zu Friedrich W. Bauschulte (Professor van Dusen) muss ich ja eigentlich nichts mehr sagen, ebenso wenig wie zu Klaus Herm (Hutchinson Hatch) und Reinhard Kolldehoff (Sergeant Caruso).

Lothar Blumhagen als Jonathan Henry klingt gediegen, ehrbar und doch angemessen beunruhig und aufgeregt aufgrund der Tatsache, dass er keine Erinnerungen mehr hat. So kann man sich diese Figur sehr schön vorstellen und eine Meinung von seinem Charakter bilden. Mrs. Jonathan Henry (Monika Hansen) hingegen klingt ein bisschen odinär, ein bisschen zu hektisch und streut damit schnell Zweifel an ihren Aussagen. Es ist kaum zu glauben, dass diese beiden Figuren ein Ehepaar sein sollen, aber Gegensätze ziehen sich ja angeblich an. 😉

Die nächste Folge, „Stirb schön mit Shakespeare“, wird mich ins Theatermilieu führen – wobei ich mich da sehr auf die Rolle von Arnold Marquis (der war unter anderem Synchronsprecher für Robert Mitchum, Charles Bronson, Bud Spencer und Jack Klugman) freue.

Sonja Riker: Suppenglück

Nachdem ich das Buch zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte, habe ich in den letzten Wochen ein paar Suppen gekocht. Angenehm ist für mich an diesem Kochbuch, dass sehr viele vegetarische Rezepte darin sind und selbst die Suppen, bei denen man Fleisch verwenden oder als Hühnchenspieß dazureichen soll, kann man häufig vegetarisch abwandeln. Spannend finde ich es auch, dass am Ende des Buches Rezepte für Basisbrühen (Gemüse-, Rinder-, Hühnerbrühe und Fischfond) sowie für Gewürzmischungen zu finden sind, ebenso wie ein paar grundsätzliche Aussagen zu Gewürzen wie Zimt, Chili und Pfeffer.

Insgesamt sind die Rezepte erstaunlich einfach, wobei ich zugeben muss, dass ich bislang vor allem die Gerichte ausprobiert habe, die mit den wenigsten Zutaten auskommen. Wenn ich für eine Suppe eine Möhre, einen Viertel Kohlkopf oder ähnliches benötige, dann muss ich vorher auch gut nachdenken, was ich mit den restlichen Möhren vom Bund oder einem Dreiviertel Kohlkopf noch anfangen will – und dazu war ich in den letzten Wochen zu uninspiriert. Dafür tummeln sich jetzt angefangene Mandel- und Nusspäckchen in meinem Vorratsregal, was wohl dafür sorgen wird, dass ich die schon ausprobierten Suppen bald noch einmal kochen werden.

Brokkolicrémesuppe mit gerösteten Zimtmandeln

Denn lecker waren alle bislang getesteten Rezepte, auch wenn ich zugeben muss, dass ich in Zukunft das Ganze zum Teil etwas variieren werde, damit es uns noch besser schmeckt. Den Anfang machte zum Beispiel die „Brokkolicrémesuppe mit gerösteten Zimtmandeln“, bei der ich in Zukunft den Zimt bei den Mandeln weglassen (oder vielleicht direkt in die Suppe geben werde). Die Geschmackskombination war zwar sehr lecker, aber meine Nase war von dem Zimtgeruch der Mandeln erstaunlich irritiert. Dabei habe ich in letzter Zeit Zimt in herzhaften Gerichten schätzen gelernt, aber eher als ein Bestandteil von mehreren und nicht als dominierender Geruch beim Essen.

Außerdem haben wir die „Rote Linsencrémesuppe mit Kreuzkümmel, Koriander und Vanille“ (die wird das nächste Mal mit der im Rezept vorgesehenen gemahlenen Vanille statt einer Vanilleschote gemacht – und vielleicht nehme ich dafür weniger Orangensaft als im Rezept vorgesehen), die „Pastinakensuppe mit Muskatblüte und gerösteten Pekannüssen“ (lecker und perfekt wie sie ist, vor allem, da die Nüsse mit Cayennepfeffer geröstet werden und eine tolle Schärfe zufügen) und die „Karotten-Maronen-Suppe mit Rosmarin“ (auch wirklich gut, aber unfassbar sättigend) probiert.

Bei der vorgestern gegessenen „Goldenen Maiscrémesuppe mit Chiliflocken“ waren Geschmack und Konsistenz auch total toll (obwohl mein Pürierstab nicht der Beste ist und ich kein Passiersieb habe, sondern die Suppe so sieben musste), aber dafür fand ich den produzierten Abfall erschreckend. Auch wenn ich die nach dem Pürieren zurückbleibenden Schalen nicht hätte essen wollen, so war das doch ganz schön viel. Die Suppe wird also vermutlich nicht so oft gekocht oder wir gucken mal, wie sie uns ohne das Pürieren schmeckt, denn Maiskörner mögen wir eigentlich immer.

Golden Maiscrémesuppe mit Chiliflocken

Mich irritiert allerdings, dass ich bei den Rezepten, die alle für vier Personen gedacht sind, so unterschiedliche Mengen herausbekommen habe. Mal hatten wir wirklich genug Suppe, um am zweiten Tag noch davon zu essen und dann wieder haben wir nur zwei Teller rausbekommen und hatten danach nicht das Gefühl, dass wir satt sind – Was dazu führte, dass wir kurz darauf in die Küche gesprintet sind, um uns noch ein Butterbrot zu machen. Da werde ich noch ein bisschen rumprobieren müssen, bis ich die perfekte Menge für meinen Mann und mich bei jedem Rezept gefunden habe.

Die fehlen Kochzeitangaben hingegen stören mich nicht. Wenn mal etwas länger gekocht werden muss (bei der Maissuppe sollte der Mais zum Bespiel eine halbe Stunde in der Brühe köcheln), dann ist es angegeben. Und bei normalem Gemüse kann ich aus Erfahrung sagen, wie lange es dauert bis es gar ist. Die Brokkolisuppe zum Beispiel hat mich (inklusive das Anrösten der Mandeln) gerade mal eine Viertelstunde Kochzeit gekostet, was allerdings auch daran liegt, dass Flüssigkeiten mit der Induktionsplatte so schnell heiß werden.

Und obwohl alle Suppen uns wirklich gut geschmeckt haben, streikt mein Mann inzwischen ein wenig und wir mussten uns auf eine Eine-Suppe-pro-Woche-Regel einigen. Als nächstes teste ich dann die Grießnockerln, die eigentlich für eine reine Gemüsebouillon gedacht sind, in unserer Standardgemüsesuppe. Und irgendwann probiere ich auch noch die „Pfannkuchensuppe mit Sesam und Karotten“ und den „Kartoffel-Buttermilch-Eintopf mit Sauerampfer“ und die „Zucchini-Limetten-Suppe mit Lauchsprossen“ oder den „Rote-Beete-Himbeer-Shot“. Ich glaube, so schnell werde ich mit dem Kochbuch nicht am Ende sein …

SuB-Zuwachs im Januar

Theoretisch hätte ich schon am Freitag mein Bücherpäckchen haben können, aber irgendwie haben weder der Absender noch ich daran gedacht, dass er den Abend in meinem Wohnort verbringen würde und deshalb die Bücher vorbeibringen könnte. So beobachtete ich seit Samstagmorgen wieder einmal die Sendungsverfolgung …

Und nach einem Fehlversuch am gestrigen Tag, kamen heute Abend dann doch meine Bücher an. Neugierig wie ich bin, musste ich natürlich nachfragen, was denn da gestern schiefgelaufen war. Nichts dramatisches, nur ein Mitarbeiter, der im Urlaub ist, und ein Chef, der mit über 300 Paketen am gestrigen Tag alleine etwas überfordert war. 😉 Aber nun zu meinem SuB-Zuwachs:

Frode Granhus: Der Mahlstrom
Jeff Stone: Drachenfaust
Franziska Gehm: Bissgeschick um Mitternacht
Nicci French: Blauer Montag
Bettina Belitz: Dornenkuss

Fünf Bücher, die auf meinem SuB landen und die ich aufgrund meines persönlichen Vorhabens für dieses Jahr bis zum 29. Februar 2012 gelesen haben will.

Und nachdem ich am Wochenende festgestellen durfte, dass eine DVD-Box, um die ich seit vielen Jahren herumschleiche, gerade finanzierbar ist, kam auch noch ein zweites Päckchen und brachte mir dieses hier:

Michael Koser: Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen 3 – Mord bei Gaslicht

Trotz guter Vorsätze hat es dann doch einige Zeit gedauert, bis der dritte Teil der Van-Dusen-Hörspiele bei mir einziehen konnte und gehört wurde. „Mord bei Gaslicht“ muss sich von der Qualität der Geschichte her nicht hinter „Eine Unze Radium“ und „Das sicherste Gefängnis der Welt“ verstecken, hat aber eine klassischere und weniger aufsehenerregende Handlung als die anderen beiden Hörspiele. So kann man in diesem Teil der Van-Dusen-Serie vor allem solide Ermittlungsarbeit miterleben.

Alles beginnt damit, dass der Reporter Hutchinson Hatch von seinem Bekannten Weldon Henley – einem Playboy, der nicht selten in der Klatschpresse zu finden ist – darum gebeten wird, einen Kontakt zu Professor van Dusen zu vermitteln. Mr. Henley hat viel von den detektivischen Fähigkeiten des Wissenschaftlers gehört und hofft nun, dass ihm dieser helfen kann. Denn schon dreimal hat jemand versucht, Weldon Henley umzubringen, indem er die Gasbeleuchtung in der luxuriösen Wohnanlage, in der der Junggeselle lebt, manipuliert hat. Bislang ist der Mann jedes Mal durch einen günstigen Zufall unverletzt davongekommen, doch irgendwann könnte ihn sein Glück verlassen …

Kurz nachdem sich Professor van Dusen in den Fall eingeschaltet hat, stirbt ein junges Dienstmädchen in Henleys Nachbarwohnung und wenig später wird auch noch ein Schuss auf Weldon Henley abgefeuert. Und während es anfangs so scheint, als ob niemand ein Motiv haben könnte, um dem Playboy Leid zuzufügen, summieren sich im Laufe der Ermittlungen doch die Verdächtigen. Obwohl Professor van Dusen bei diesem Fall wieder einige Laufarbeit an Hatch delegiert, ist es der Wissenschaftler selbst, der sich einen gründlichen Eindruck von den Örtlichkeiten verschafft und die diversen Anwohner der Wohnanlage befragt.

Ich persönlich empfinde es als angenehme Abwechslung, dass Van Dusen in „Mord bei Gaslicht“ eine klassische (polizeiliche) Ermittlungsarbeit durchführt. Ebenso gefällt mir das Schlussszenario, in dem sich – ganz wie es sich gehört – alle Verdächtigen und sonstigen Beteiligten in einem Raum versammeln, um den Schlussfolgerungen des großen Professor Van Dusen zu lauschen. Insgesamt kommt mir dieser Teil aber weniger leicht und amüsant vor als „Eine Unze Radium“ und „Das sicherste Gefängnis der Welt“; vielleicht, weil dieses Hörspiel zwar eine gut gemachte und solide Kriminalgeschichte präsentiert, aber auf diesen Hauch Absurdität (alles selbstverständlich immer logisch und/oder wissenschaftlich erklärbar!) verzichtet, der sonst immer mal wieder in einer Van-Dusen-Geschichte zu finden ist.

Zur Produktion an sich kann ich mich nur wiederholen: Ich mag die solide Qualität, die dezente Musikuntermalung, die minimalistisch und geschickt gesetzten Geräuscheffekte und die wirklich guten Sprecher der „Van Dusen“-Hörspiele! Während ich von Friedrich W. Bauschulte als Professor van Dusen und Klaus Herm als Hutchinson Hatch einfach erwarte, dass sie gut klingen (und auch nicht enttäuscht werde), freue ich mich über die passende Besetzung der wechselnden Rollen wie zum Beispiel Wolfgang Condrus als Weldon Henley. Außerdem sind die Extras wie die weiteren Informationen zu dem Autor Jacques Futrelle und zur Besetzung wieder sehr interessant und geben Einblick in die Entstehungsgeschichte der Van-Dusen-Reihe.

Als nächstes geht es dann weiter mit „Der Mann, der seinen Kopf verlor“, mit dem ich mir hoffentlich einen der nächsten Abende versüßen kann.

Dies und Das (1)

Logan

Nachdem die Katzen in dieser Woche damit leben müssen, dass mein Mann keinen Urlaub mehr hat, sind sie alle etwas unruhiger und kuschelbedürftiger. Nur Logan war gestern Abend kaum an seinen Stammplätzen zu finden und sein Gequieke nach Liebe und Aufmerksamkeit klang erstaunlich verhalten. Ein genauerer Blick zeigte dann ein entzündetes Ohr und somit fuhren wir beide heute zum Tierarzt. In den nächsten Tagen darf ich also wieder mit Logans Dickkopf kämpfen, um Reinigungsflüssigkeit in sein eitriges Ohr zu träufeln. Wenn es so besser wird, dann haben wir Glück gehabt. Wenn es so nicht heilt oder wenn er in den kommenden Monaten eine erneute Ohrenentzündung bekommen sollte, dann geht ein Abstrich ans Labor und wir müssen uns auf die Suche nach der Ursache machen.

Logans liebste Schlafposition

Winter?

Ganz ehrlich, ich vermisse den Winter in diesem Jahr wirklich! Ich habe erst einmal Schnee gefegt und ein Blick aus dem Fenster gibt mir das Gefühl, dass ich jetzt sofort in den Garten gehen und ein paar Sachen anpflanzen sollte, bevor schon wieder Sommer ist. Mit Neid betrachte ich Fernsehberichte von eingeschneiten Alpenregionen und wünsche mir, dass sich auch hier mal eine Schneeflocke zeigt. Blöderweise scheinen sich die Meterologen gerade einig zu sein, dass in den nächsten Wochen mit richtigem Frost nicht mehr zu rechnen ist …

Aber einen Vorteil hat das Wetter auch: Kleine fette Eichhörnchen tummeln sich fröhlich im Vorgarten und so oft habe ich die Grünspechte und den Eichelhäher noch nie in unserem Garten gesehen. 🙂

Das Mädchen am Kreuz

Dafür, dass ich gerade eigentlich einen Krimi lese, stagnieren meine Lesefortschritte schon ganz schön lange. Und ich fürchte, es liegt an meiner aktuellen Stimmung. Ich habe nicht die Geduld, um die Geschichte einfach auf mich wirken zu lassen. Bislang könnte man meinen Umgang mit diesem Buch so beschreiben:

Beim Frühstück angelesen: Ah, netter Prolog! Lese ich heute Abend auf jeden Fall weiter!

Abends wieder in die Hand genommen: Okaaaay, erst einmal etwas Familiengeschichte … hm … stand da nicht was von einem Unfall im Klappentext? Jupp … hm … ach, ich wollte ja noch den einen Socken beenden, was läuft denn gerade im Fernsehen?!

Am nächsten Abend: Mal gucken, wie viel Familiengeschichte noch kommt, irgendwann sollte es doch richtig losgehen … ich blätter mal ein bisschen. Ach, nur noch dreißig Seiten bis zum Unfall, ist ja nicht so viel! Aber vielleicht sollte ich eben ein Bibliotheksbuch vorziehen, weil das ja in diesem Monat noch abgegeben werden muss …

Ich hoffe sehr, dass ich mich am Wochenende mal dazu aufraffen kann, um das Buch ernsthaft anzugehen, denn so wird das nichts mit dem Stillen der Krimilust. 😉

Patricia C. Wrede und Caroline Stevermer: Sorcery and Cecelia …

… Or The Enchanted Chocolate Pot, being the correspondence of two Young Ladies of Quality regarding various Magical Scandals in London and the Country.

Die English-Challenge begann für mich in diesem Jahr mit „Sorcery and Cecelia“. Das Buch wurde gemeinsam von Patricia C. Wrede und Caroline Stevermer geschrieben und hat mich wunderbar amüsiert. Die beiden Autorinnen haben 1986 einen spielerischen Briefwechsel begonnen, der als leichte und unterhaltsame Schreibübung gedacht war und aus dem nach sechs Monaten dieser Roman entstand. Jede der Autorinnen erdachte sich einen Charakter, aus dessen Perspektive sie diese Briefe verfasste.

Patricia C. Wrede, die den ersten Brief schrieb, wählte als Hintergrund für diesen Briefwechsel die Zeit nach den napoleonischen Kriegen, versetzte aber die Handlung in eine Parallelwelt, in der Magie ein vertrauter, wenn auch kein alltäglicher Bestandteil des Lebens ist. Außerdem ist ihrem ersten Brief die verwandtschaftliche Beziehung der beiden Briefschreiberinnen (die beiden Mädchen sind Cousinen) zu entnehmen sowie der Grund für die räumliche Trennung von Cecelia (Patricias Figur) und Kate (Carolines Figur).

So erfährt man von Anfang an, dass Kate in dieser Saison gemeinsam mit ihrer wunderschönen jüngeren Schwester Georgina in London unter der Obhut ihrer Tante Charlotte debütiert, während Cecelia mit ihrer Tante Elizabeth im väterlichen Anwesen auf dem Land bleiben muss. Außerdem gibt es die eine oder andere Andeutung, die dem Leser zeigt, dass die Tanten sich auf der einen Seite nicht gut genug verstehen, um sich während der Saison ein Haus in London zu teilen. Auf der anderen Seite befürchteten die Frauen wohl, dass Kate und Cecelia zusammen so viel anstellen würden, dass ihr Ruf (und der der Familie) für immer ruiniert wäre.

Um die Trennung nun erträglich zu machen und so viele Erlebnisse wie möglich zu teilen, tauschen Kate und Cecy alle paar Tage detaillierte Briefe aus. Während sich die Erzählungen anfangs um die Nachbarn, neue Bekanntschaften von Kate und ähnliche Belanglosigkeiten drehen, tauchen nach und nach immer absonderlichere Ereignisse in den Briefen auf. Kate zum Beispiel erlebt einen sehr unangenehmen Moment, als sie bei einer offiziellen Veranstaltung im „Royal College of Wizards“ in eine magische Falle gerät und sich kurz darauf vor der versammelten Gesellschaft blamiert. Von diesem Zeitpunkt an gerät die junge Frau immer wieder in gefährliche Situationen, muss sich vor den Angriffen einer bösen Zauberin schützen und einem mysteriösen Herzog im Kampf gegen seine Widersacher beistehen (wovon der Herr natürlich erst einmal nicht so begeistert ist!).

Für Cecy hingegen scheint das Leben deutlich langweiliger zu verlaufen, und so ist es ein Glück, dass eine der Nachbarinnen ihre Nichte zu Besuch bekommt. Mit Dorothea freundet Cecy sich schnell an, und als sie dann erfährt, dass die neue Freundin große Angst vor ihrer Stiefmutter hat, weckt dies ihren Beschützerinstikt. Außerdem ist Cecelia schwer damit beschäftigt, mehr über Zauber herauszufinden, seitdem das Hausmädchen einen „charm-bag“ unter der Matratze von Cecys Bruder Oliver gefunden hat – schließlich weiß man nie, wer damit einen Fluch bewirken will! Zusätzlich muss sie sich mit einem seltsamen jungen Mann herumschlagen, der Dorothea hinterherspitzelt, und herausfinden, warum sich der Nachbar Sir Hilary in letzter Zeit so unberechenbar verhält.

Ich muss zugeben, dass ich all diese großen und kleinen Ereignisse in Cecelias und Kates Leben einfach wunderbar fand. Hier und da hatte ich zwar den Eindruck, dass man schon merkt, dass die beiden Autorinnen anfangs selbst nicht wussten, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt, was zwischendurch für kleine Längen sorgte. Aber insgesamt ist durch die ungewöhnliche Entstehungsweise eine überraschende und witzige Geschichte mit sehr sympathischen Charakteren entstanden. Durch ihrer Briefe hat man Cecy und Kate sehr gut kennenlernen können, und durch die gegenseitigen Beschreibungen kamen auch die anderen Figuren nicht zu kurz.

Auch ist es Patricia C. Wrede und Caroline Stevermer sehr schön gelungen, die Epoche mitsamt bekannter Figuren und Orte (zum Beispiel Lady Jersey und Almack’s) mit einem kleinen Touch Fantasy zu mischen. Dabei ist die Zauberei den Zauberern vorbehalten, auch wenn theoretisch jeder einen kleinen „charm-bag“ herstellen kann. Ohne einen Funken Magie ist die Wirkung allerdings eher zweifelhaft. So tangiert die Zauberei den normalen Alltag der Menschen nicht, ist aber selbstverständlich genug, dass sie zum Leben einfach dazugehört. Cecelia hat dabei für ein Mädchen ihrer Welt erstaunlich wenig Kontakt damit, weil ihre Tante Elizabeth eine große Abneigung gegen alles hegt, was mit Magie zu tun hat.

Das Englisch ist gut verständlich, und obwohl Cecy und Kate sehr eigene Charaktere haben, fällt beim Lesen kaum auf, dass zwei verschiedenen Frauen diese Geschichte geschrieben haben. Aber vielleicht wurde das auch bei der Überarbeitung für eine potenzielle Veröffentlichung etwas angeglichen, auch wenn die beiden Autorinnen im Nachwort behaupten, dass dem nicht so sei. Insgesamt habe ich zwei wunderschöne Abende mit dem Buch verbracht, beim Lesen viel gekichert und mich wunderbar amüsiert. Jetzt muss ich mir nur überlegen, ob ich den zweiten Teil gleich lese oder doch so standhaft bin und das Buch für einen der kommenden Monate aufhebe.

Altlasten-Abbau im Januar

Im letzten Jahr um diese Zeit hatte ich mir neben der English-Challenge zwei persönliche Sachen für das Jahr 2011 vorgenommen. Auf der einen Seite wollte ich meine Neuzugänge innerhalb von sechs Wochen gelesen haben (was im Laufe des Jahres immer weniger klappte 😉 ) und auf der anderen Seite dümpelten da ein paar Serien in meinem SuB, die ich mal in Angriff nehmen wollte. Auch wenn ich nicht alle meine neuen Bücher innerhalb von sechs Wochen geschafft habe, bin ich ganz zufrieden wie es mit dieser Herausforderung für mich gelaufen ist. Trotzdem möchte ich bis zum 31.01.2012 auch noch die letzten Neuzugänge des Jahres 2011 gelesen haben.

Somit stehen folgende Bücher auf meiner Leseliste für diesen Monat:

Quentin Bates: In eisigem Wasser
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Chris Marten: Hydra
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Bernd Perplies: In den Abgrund
Ursula Poznanski: Saeculum
Thomas Thiemeyer: Der gläserne Fluch

Und natürlich die Titel, die ich eh bis zum 19. Januar lesen will, um mein Vorhaben einzuhalten:

Lene Rikke Bresson: Das Mädchen am Kreuz
Janet Lee Carey: Drachenkuss
Anthony Francis: Skindancer – Magisches Tattoo
Yasmine Galenorn: Schwestern des Mondes 8 – Katzenjagd
L.J. McDonald: Die Krieger der Königin 2 – Falkenherz
Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder
Uwe Voehl: Blut und Rüben
Xinran: Wolkentöchter

Bleibt nur zu hoffen, dass ich ab der zweiten Januarwoche (wenn mein Mann wieder zur Arbeit muss) wieder mehr Zeit zum Lesen finde. 😉

Frohes neues Jahr!

Ich hoffe, dass ihr alle den Übergang von 2011 zu 2012 so angenehm wie möglich verlebt habt!

Wir haben auch dieses Jahr den Jahreswechsel gemütlich verbracht, haben am Nachmittag eine weitere Runde mit dem Brettspiel „Arkham Horror“ gewagt (welche dieses Mal deutlich schneller ging als beim ersten Versuch), haben abends ein leckeres Spinat-Sahne-Fondue genossen (zum Jahresanfang gibt es Pasta mit der restlichen Sauce 😉 ) und dann habe ich mich mit dem Leeren meines Feed-Readers beschäftigt und die Katzen im Auge behalten, während mein Mann das Jahr mit einer „entspannten“ Runde „Dark Souls“ beendete.

Da schon seit zwei Tagen immer wieder Böller zu hören sind, haben die Katzen das Feuerwerk einige Stunden lang recht stoisch ertragen, nur zur Mitternacht wurden die Tiere dann doch etwas gestresster, da man dann deutlich gemerkt hat, dass nun größeres Feuerwerk in Deutschland verkauft werden darf. Da wir von keinem unserer Fenster aus einen guten Blick auf den Nachthimmel hatten, fühlte sich der Jahreswechsel ein bisschen an wie ein Kriegsfílm mit Schnellfeuer im Hintergrund und Schießpulverrauch in der Luft.

Für 2012 wünsche euch viel Glück, Gesundheit, schöne Bücher, gemütliche Lesezeit und viele wunderschöne und erinnerungswürdige Erlebnisse!