Mürbeteig-Plätzchen?

Ich habe am letzten Wochenende mit Mürbeteig experimentiert, nachdem ich einen Keksstempel geschenkt bekommen habe. Aber obwohl die Plätzchen schmecken, bin ich noch nicht so ganz überzeugt vom Ergebnis. Auf der einen Seite suchte ich einen Mürbeteig, der beim Backen nicht zu sehr aufgeht (also kein Backpulver und wenig Ei enthält), auf der anderen Seite sollte er natürlich auch einen leckeren Keks ergeben. Das erste Rezept, das ich ausprobiert habe, habe ich online gefunden. Wie man sehen kann, kommt die Form des Stempels trotz der – allerdings sehr dünnen – Glasur schön durch, allerdings sind die (Orangen-)Plätzchen sehr fest geworden. Außerdem schmecken sie kaum nach Orange, was ich aber nicht dem Teig anlaste, sondern der getrockneten Orangenschale, die dieses Mal nicht so „zündete“.

Bei dem zweiten Teig (einmal Vanille, einmal Schokolade – beide ebenfalls dünn mit einer Glasur überzogen), dessen Rezept an dem Stempel hing, gab es schon beim ausstechen der Kekse Probleme. Der Teig war viel zu weich, viel zu buttrig und selbst gut gekühlt ließ er sich kaum verarbeiten. So ist es auch kein Wunder, dass der Stempel nicht so schön zur Wirkung kommt und das Eulchen auf den Keksen sehr verschwommen zu sehen ist. Dafür schmecken die Plätzchen aber etwas besser als beim ersten Rezept …

Nun frage ich mich, ob jemand von euch schon Erfahrungen mit Keksstempeln gemacht hat und mir vielleicht ein Rezept empfehlen kann, bei dem die Plätzchen hübsch aussehen und gut schmecken.

Laura Thompson: Agatha Christie

Wenn ich die Romane einer Autorin oder eines Autors sehr mag und auch noch die Zeit besonders interessant finde, in der sie oder er gelebt hat, dann greife ich auch gern zu (Auto-)Biografien, um mehr über die Arbeit, den Werdegang und das Leben zu dieser Zeit zu erfahren. Dass ich Agatha Christies Romane sehr gern lese (und höre), dürfte ja inzwischen jedem Blogleser bekannt sein, und so ist es auch kein Wunder, dass ich schon mehrere Bücher über sie (und über ihre Figuren und Romane) gelesen habe. Am besten haben mir bislang ihre Autobiografien („Meine gute alte Zeit“ und „Erinnerung an glückliche Tage“) gefallen sowie Charlotte Trümplers Buch „Agatha Christie und der Orient“ – Letzteres vor allem durch die Konzentration auf Agatha Christies Anteil an den Ausgrabungen ihres zweiten Mannes Max Mallowan und durch Berichte einer Freundin von Agatha Christie.

Die Biografien, die ich sonst so gelesen habe, hatten alle den großen Nachteil, dass sie sich vor allem aus Zitaten aus Agatha Christies Autobiografien zusammensetzen und mir so nicht das Gefühl gaben, dass ich etwas Neues darin entdecken könnte. Bei „Agatha Christie – Das faszinierende Leben der großen Kriminalschriftstellerin“ (was für ein Untertitel!) von Laura Thompson hingegen habe ich eine Menge Details gefunden, die die Verfasserin aus Briefen von und an Agatha Christie gezogen hat, aus Gesprächen mit Familienangehörigen und Freunden oder aus den Romanen, die diese unter dem Pseudonym Mary Westmaecott geschrieben hat. Diese – von den anderen Biografieverfassern in der Regel ignorierten – „Liebesgeschichten“ tragen wohl so einige biografische Züge oder beinhalten Figuren, die Agatha Christies Beschreibungen von sich selbst und ihrer Familie recht nah kommen, so dass Laura Thompson aufgrund dieser Romane der Schriftstellerin immer wieder Gefühle „unterstellt“, die Agatha Christie in ihrer recht distanzierten Art so nie geäußert hätte.

Obwohl manche dieser „Unterstellungen“ mir etwas zu weit gingen, klangen die Schlüsse, die Laura Thompson aus den Werken von Agatha Christie zu deren eigenem (Gefühls-)Leben gezogen hat, insgesamt recht stimmig und bringen die eine oder andere neue Facette der Autorin zum Vorschein. Die Verweise auf die Kriminal- und Mary-Westmaecott-Romane sorgen dafür, dass diese Biografie eine Menge Zitate enthält, aber diese werden so angenehm flüssig in den von Laura Thompson verfassten Text eingebaut, dass das Buch gut lesbar ist – was man ja leider nicht von jedem Buch, in dem viel zitiert wird, sagen kann. Neben dieser weniger distanzierten (und hin und wieder etwas verklärten) Sicht auf Agatha Christie haben mir doch vor allem die kleinen Informationen gefallen, die in anderen Biografien oft wegfallen, eben weil Agatha Christie auf diese Details ihres Lebens keinen Wert gelegt hat (oder nicht wollte, dass die Öffentlichkeit sich zu sehr mit diesen Aspekten beschäftigt).

Etwas unhandlich fand ich die vielen Fußnoten, da diese nicht am Seitenende aufgeführt wurden, sondern in einem separaten Anhang am Ende des Buches. Das sorgte entweder dafür, dass ich sie ignorierte, weil ich keine Lust auf das ständig Blättern hatte, oder dass ich im Text kaum voran kam, weil ich Fußnoten nachschlagen musste. Dabei besteht ein großer Teil der Fußnoten aus Quellenangaben, aber einige erklären auch weitere Zusammenhänge oder erläutern, welche Informationen Laura Thompson dazu gebracht haben, eine Situation auf diese Weise darzustellen.

In einigen Rezensionen wird Laura Thompson vorgeworfen, dass sie Max Mallowan, Agatha Christies zweiten Ehemann, nicht sehr positiv darstellt. Und ja, es gibt ein paar Sätze in dieser Biografie, die implizieren, dass Max Mallowan die Schriftstellerin wegen ihres Geldes geheiratet hat. Meinem Gefühl nach ist dies aber vor allem so dargestellt worden, weil diese Ehe eben keine himmelhochjauchzende Romanze war wie die von Agatha und Archie Christie und es für einen Außenstehenden schwer sein kann, eine eher kameradschaftliche Beziehung, die zwischen zwei (anscheinend in jeder Hinsicht) so unterschiedlichen Menschen besteht, angemessen zu beurteilen.

Auch unterstellt Laura Thompson immer wieder in den Passagen, in denen es um Max Mallowan und die Ausgrabungen in Ägypten geht, dass Agatha Christie selbst vielleicht gar nicht so sehr an den Ausgrabungen interessiert war, sondern nur so viel Zeit mit ihrem Mann dort verbrachte, um eine gute Ehefrau zu sein. Das finde ich dann doch etwas unglaubwürdig angesichts der Tatsache, dass sich Agatha Christie nicht nur schon vor ihrer Ehe mit Archäologie beschäftigt, sondern auch aktiv an der Erhaltung der gefundenen Objekte beteiligt hat.

Was ich dann wieder wirklich interessant fand, war der Teil über Agatha Christies Probleme mit der Steuer. Obwohl sie immer versuchte, sich korrekt zu verhalten, gab es fast 30 Jahre lang Schwierigkeiten, weil erst ihre US-Einnahmen zurückgehalten, dann die Steuergesetze in Großbritannien geändert wurden. So detailliert hatte ich das noch nirgends aufgeführt gesehen und ich kann mir vorstellen, dass es für sie nicht einfach war, mit dieser Situation zu leben.

Insgesamt fand ich die Biografie wirklich spannend und unterhaltsam zu lesen. Hier und da muss man als Leser vielleicht etwas kritisch an das Gelesene herangehen, da Laura Thompson nicht gerade objektiv über Agatha Christie schreibt und auch ständig betont, was für ein Genie die Schriftstellerin war, aber es gab so einige neue Informationen für mich und ich bin inzwischen sehr neugierig auf die Mary-Westmaecott-Romane geworden. Oh, ein Manko an dieser deutschen Ausgabe besteht für mich darin, dass die zitierten Passagen alle (natürlich) aus den Scherz-Veröffentlichungen der Romane übernommen wurden, da auch die Biografie bei Scherz erschienen ist, und ich bin mir sicher, dass so für den deutschen Leser einige Verweise verloren gegangen sind. Schließlich sind die Scherz-Überarbeitungen von Agatha Christies Werken aufgrund der diversen Kürzungen nicht gerade die beste Quelle …

Amanda Stevens: Totenlichter (Graveyard Queen 2)

Nachdem ich Ende Mai „Totenlichter“ von Amanda Stevens in meinem Buchpaket hatte, habe ich das Buch am Wochenende gelesen. Der Vorgänger „Totenhauch“ hatte mir gut gefallen und so war ich gespannt wie es mit Amelia Gray so weitergeht. Die Handlung in diesem Roman spielt dieses Mal nicht in Charleston, sondern in den Blue Ridge Mountains, genauer gesagt in dem kleinen Ort Asher Falls, wo Amelia den Thorngate Friedhof restaurieren soll.

Der Friedhof war früher der Familienfriedhof der Familie Asher, doch nachdem Pell Asher in den 80er Jahren ein großes Stück Land verkauft hat, damit dort ein Stausee angelegt werden konnte, wurde der Friedhof auch den restlichen Bürgern von Asher Falls zugänglich gemacht, da durch den Stausee der alte Friedhof (ebenso wie ein Teil der Wohnhäuser, die Zugangstraße zum Ort und andere wichtige Elemente) überflutet wurde. Ein Großteil der Bürger hat seit Entstehung des Stausees die Stadt verlassen und so findet sich Amelia an einem Ort wieder, der trostlos und oft genug unheimlich wirkt. Auch der Familie Asher hat das Geschäft mit dem Stausee anscheinend kein Glück gebracht, sie wirken ebenso heruntergekommen wie der gesamte Ort, allerdings übt Thane Asher auf Amelia eine unerklärliche Anziehung aus.

Ich muss gestehen, dass mich dieser Roman etwas zwiespältig zurück lässt. Auf der einen Seite hat es Amanda Stevens wieder geschafft einige sehr atmosphärische und unheimliche Szenen zu schreiben. Der verlassene Ort, die Familie Asher mit ihrem skrupellosen Familienoberhaupt Pell, der See mit seinen Geistern, der Friedhof mit den alten und vernachlässigten Familiengräbern und die überwältigende Natur rund um die Stadt Asher Falls bieten eine tolle Kulisse und tolle Figuren für so eine Geschichte. In der Stadt gibt es so einige Sonderlinge, aber auch die drei charismatischen Frauen Luna, Bryn und Catrice, die als einzige in der Gegend erfolgreich und zufrieden zu sein scheinen. Das alles fand ich wirklich schön zu lesen, an manchen Stellen vielleicht etwas klischeehaft, aber insgesamt sehr atmosphärisch.

Auf der anderen Seite fehlten mir Charleston und viele Charaktere, die man im ersten Roman kennengelernt hat. In „Totenlichter“ ist Amelia ganz auf sich allein gestellt und viele Dinge, die sie über die Stadt, die Ashers und die vor vielen Jahren bei einem rätselhaften Unfall umgekommene Freya erfährt, lassen sie an ihre Familie und ihre Kindheit denken. Auch ist ihr bewusst, dass sie – durch den Bruch der Regeln, die ihr Vater ihr von klein auf eingetrichtert hat – eine Grenze überschritten hatte und nun besonders auf der Hut vor den Geistern sein muss. So dreht sich ein Großteil der Handlung weniger um eine Ermittlung oder um den alten Friedhof und eventuell zu beachtende Dinge bei der Renovierung, sondern um Amelias Gefühls- und Privatleben.

Viele Dinge, die Amelia über ihre Familie und ihre Vergangenheit rausfindet, waren nicht besonders überraschend. Ebenso war der Krimianteil der Geschichte meiner Meinung nach recht vorhersehbar und dafür weniger spannend als bei „Totenhauch“. Auch Amelias Aufgabe bei der Friedhofsrestauration fällt in diesem Roman fast unter den Tisch, wirklich neue Aspekte erfährt man kaum, dabei fand ich diesen Part im Vorgänger sehr reizvoll. Und so nett ich Amelias neuen Hund Angus finde, der ihr zu Beginn ihres Aufenthalts in Asher Falls zuläuft, so habe ich das Gefühl, dass viele Szenen durch ihn zu einfach für die Protagonistin geworden sind.

Am Ende bleibt von „Totenlichter“ für mich nur eine nicht ganz so befriedigende Handlung und dafür eine tolle und atmosphärische Kulisse zurück. Wenn Bastei Lübbe noch einen weiteren Band der Autorin veröffentlichen sollte, werde ich den bestimmt auch noch ausprobieren, um zu gucken, ob Amanda Stevens nach der Klärung von Amelias persönlichen Rätseln wieder mehr auf den Kriminalgeschichtenanteil und Amelias ungewöhnlicher Tätigkeit als Restauratorin für historische Friedhöfe setzt.

(Sach-)Buchtipps gesucht!

Eigentlich habe ich ja mehr als genügend Sachbücher ungelesen im Regal stehen und finde durch die Sachbuch-Challenge immer wieder neue interessante Titel. Trotzdem ist mir in den letzten Tagen aufgefallen, dass ich über „das lange 19. Jahrhundert“ (also über die Zeit zwischen 1789 und 1914) gerade in Bezug auf Deutschland (auch wenn man das eigentlich noch gar nicht so nennen kann) fast gar nichts weiß. Ich bin deutlich informierter, wenn es um französische oder britische Geschichte in diesem Zeitraum geht; und finde das irritierend.

Also suche ich Tipps für gute Sachbücher über diese Zeitspanne (oder eben Teile davon) – oder Romane, die auch auf die gesellschaftliche und politische Situation eingehen -, um meine Wissenslücke etwas zu stopfen. Gern hätte ich auch Bücher mit Karten darin, denn da hat sich bezüglich der vielen kleinen Grenzen doch eine Menge in diesem Zeitraum getan.

Ich weiß, dass das eine sehr spezielle Frage ist, aber vielleicht fällt einem von euch ja spontan ein (oder mehrere) Titel ein, die empfehlens- und lesenswert sind.

Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Auch „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joël Dicker habe ich über Caroline entdeckt und dann überraschend schnell in der Bibliothek ausleihen können. Der Roman wird aus der Perspektive des Schriftstellers Marcus Goldman erzählt und beinhaltet mehrere miteinander verwobene Geschichten. Die Handlung dreht sich um die Frage, wer die junge Nola vor 33 Jahren ermordet hat, sie erzählt von der Freundschaft zwischen dem Autor Harry Quebert und Marcus Goldman, von all den Menschen, die durch Harrys Ankunft in dem kleinen Ort Aurora beeinflusst wurden und von denen, deren Leben durch Nolas Verschwinden sich veränderte. Außerdem erzählt der Roman von der Liebe zwischen Nola und Harry, von den kleinen Entscheidungen, die ein ganzes Leben beeinflussen können , von Verlust und von mehreren Büchern, die Marcus Goldman geschrieben hat.

Dabei beginnt für Marcus alles an dem Tag, an dem er von Harry einen Anruf erhält, in dem dieser ihm mitteilt, dass auf seinem Grundstück die Leiche der siebzehnjährigen Nola gefunden und er wegen Mordes verhaftet wurde. Für Marcus ist die Vorstellung absurd, dass Harry einen Mord begangen haben soll, auch wenn er wusste, dass sich der damals 34jährige Harry vor 33 Jahren in die junge Nola verliebt und eine Beziehung mit ihr geführt hatte. So macht sich der Schriftsteller auf in den kleinen Ort Aurora, um mehr über Nola herauszufinden und Harrys Unschuld zu beweisen.

In Aurora ist Marcus aufgrund seiner langen Freundschaft mit Harry kein Unbekannter, doch immer wieder lassen ihn die Einwohner spüren, dass er auch keiner von ihnen ist. Je mehr er in der Vergangenheit gräbt, je mehr er über Nola – und ihre Beziehungen zu ihrer Familie, ihren Nachbarn, ihren Mitschülern und ihrer Arbeitgeberin – herausfindet, desto mehr wird Marcus angefeindet. Immer wieder macht Marcus überraschende Entdeckungen und auch wenn nicht jede Wendung für mich ebenso überraschend war, so gelingt es Joël Dicker so viel Spannung und so viel Sympathie mit den Figuren aufzubauen, dass es mir keinen Moment lang beim Lesen langweilig wurde.

Der Autor hat eine sehr liebevolle Art mit seinen Charakteren umzugehen. Selbst Figuren, die auf den ersten Blick klischeehaft oder unsympathisch aufgebaut wurden, haben Facetten an sich, die dazu führen, dass man sie nicht verurteilt und dass man eigentlich gern von ihnen liest. Marcus Goldman zum Beispiel beschreibt sich selber als jemanden, der sich in seiner Jugend immer so durchlaviert hat, als jemanden, der immer den leichtesten Weg wählte, um sich im bestmöglichen Licht dazustellen, und auch sein Verhalten nach dem Erfolg seines ersten Romans zeigt deutlich, dass er immer noch jemand ist, der Schwierigkeiten damit hat einen „erwachsenen“ Umgang mit Situationen zu finden. Auf der anderen Seite ist da sein Glaube an seinen Freund und Mentor Harry, seine Hartnäckigkeit bei der Suche nach der Wahrheit und letztendlich auch Bedürfnis das „Richtige“ zu tun, so dass man ihn nur schwer für seine Fehler verurteilen kann.

Ebenso ergeht es einem mit Harry Quebert, dessen Beziehung zu einem gerade mal siebzehnjährigen Mädchen weder aus rechtlicher, noch aus moralischer Sicht akzeptable ist – und doch gelingt es Joël Dicker für den Leser nachvollziehbar zu machen, warum sich Harry in dieses Mädchen verliebt hat. Die ganze Vielfalt der Charaktere, mit all ihren Stärken und Schwächen, hat mich wirklich fasziniert. Ich habe mir Gedanken über die gealterte Schönheitskönigin und ihre unerfüllten Träume gemacht, ich hatte Mitleid mit einem jungen und überaus schüchternem Polizisten, ich habe um das zerstörte Leben eines jungen Malers geweint und mich gefragt, welche dieser vielen kleinen Enthüllungen in einem Gespräch nun Marcus auf seiner Suche nach der Wahrheit weiter bringt.

Wirklich neu ist die Geschichte nicht und die Überfrachtung mit so vielen Themen wäre bei einer weniger ruhigen Erzählweise vermutlich viel zu viel geworden, ebenso wie die eher belanglosen Schreibtipps, die Harry Marcus im Laufe der Zeit gibt, aber dank der eher gemächlichen und immer wieder abschweifenden Erzählweise habe ich „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ sehr genossen. Ich habe mich in all den kleinen Dramen verloren, habe die Beschreibungen der Stadt, des Strands und der vielen kleinen zwischenmenschlichen Momente gemocht und mich auch immer wieder von dem Roman an andere Bücher (oder Filme) erinnern lassen.

Jim Butcher: Sturmnacht (Hörbuch)

Nachdem es schon über drei Jahre her ist, dass ich den ersten Harry-Dresden-Band gelesen haben, habe ich die Gelegenheit genutzt als die Hörbuch-Version mit David Nathan veröffentlicht wurde. Ich mag den Sprecher, ich mag die Geschichten rund um Harry Dresden, dieses Hörbuch konnte einfach kein Fehlgriff sein – und ich habe mich wirklich sehr gut damit unterhalten gefühlt.

In klassischer Privatdetektiv-Tradition beginnt auch diese Geschichte mit einer attraktiven Frau, die Harry Dresden beauftragt, um ihren verschwundenen Mann zu suchen. Während Harry noch darauf hinweist, dass es doch andere Detektive gäbe, die für diese Aufgabe geeignet seien, erzählt ihm seine Kundin, dass ihr Mann in letzter Zeit mit (schwarzer) Magie experimentiert hätte und dass sie deshalb auf sein besonderes Wissen setzen würde, um ihn zu finden. Denn schließlich ist Harry Dresden der einzige Magier, der seine Dienste im Chicagoer Telefonbuch anbietet …

Dass die Geschichte nicht so einfach ist, wie es scheint, und dass es eine Verbindung zwischen Harrys Klientin und seiner Tätigkeit für das Chicagoer Police-Department gibt, liegt für den Hörer schnell auf der Hand. Aber wie genau alles zusammenhängt und wie Harry mit all den Schwierigkeiten, die seine Ermittlungen mit sich bringen fertig wird, fand ich auch beim zweiten Entdecken der Geschichte wieder sehr reizvoll und unterhaltsam. Ich hatte fast vergessen wie sehr der Anfang von Harrys Abenteuern an die klassischen Detektivgeschichten angelehnt ist. Seit diesen ersten gemeinsamen Schritten mit Harry in der übernatürlichen und kriminellen Welt von Chicago ist doch einiges passiert.

Auch hatte ich den Gangsterboss ganz vergessen, mit dem er sich in „Sturmnacht“ anlegt und ich habe mich darüber gefreut sein erstes „Date“ mit der Journalistin Susan noch einmal miterleben zu können. Wie auch bei den folgenden Bänden mag ich die recht actionreiche Erzählweise, Harrys grundsätzliche Haltung gegenüber Gefahren und Herausforderungen und den Humor, den Jim Butcher in seine Geschichten einbaut. Allerdings ist mir aufgefallen wie sehr ich mich inzwischen an die englischen Romane gewöhnt habe (ich hatte nur den ersten Band auf Deutsch gelesen und dann zu den englischen Ausgaben gewechselt) und wie seltsam einige Begriffe in der Übersetzung klingen.

Auch der Luftgeist Bob, der in einem Schädel in Harrys Keller lebt und diesem als eine Art magisches Nachschlagewerk dient, hat mich sehr irritiert. Ich hatte vollkommen verdrängt, dass dieser in der deutschen Ausgabe mit einem Berliner Dialekt (Warum werden eventuell vorhandene englischsprachige Dialekte immer mit dem Berliner Dialekt übersetzt? Gibt es eigentlich keine Alternativen? Oder würde es nicht einfach reichen zu erwähnen, dass die Figur einen Dialekt hat, statt ihr einen unpassenden deutschen Dialekt aufzudrücken?) übersetzt wurde. Zum Glück hat Bob nicht sehr viele Szenen im ersten Band, aber der Teil hat mir dann doch nicht gefallen.

Zum Sprecher David Nathan muss ich wohl nicht mehr viel sagen, oder? Ich mag ihn als Hörbuchsprecher, das ist meinen Bloglesern inzwischen ja auch bekannt. Auch „Sturmnacht“ hat er wieder stimmungsvoll und professionell gelesen (für den Berliner Dialekt kann er ja nichts), ohne bei den Frauenfiguren die Stimme unpassend zu verstellen oder die Charaktere so zu interpretieren, dass sie mit meiner ganz persönlichen – und nach acht Romanen recht festgelegten – Vorstellung nicht mehr zusammenpassen. Auch finde ich, dass seine Stimme sehr gut zu einem Mann wie Harry Dresden passt, der groß und schlank ist und schon einiges vom Leben gesehen hat. Trotzdem überlege ich noch, ob ich die Serie auf Deutsch weiterhören möchte oder vielleicht doch mal einen Versuch mit der englischen Variante (gelesen von Spike James Marsters) wagen sollte, obwohl ich befürchte, dass ich zu wenig verstehen würde.

Natasha Farrant: Die Geschwister Gadsby

„Die Geschwister Gadsby“ von Natasha Farrant habe ich über Carolines Blog entdeckt und konnte das Buch dann sogar recht schnell aus der Bibliothek ausleihen. Die Geschichte wird aus der Sicht der dreizehnjährigen Bluebell (Blue) erzählt. Blue läuft den ganzen Tag mit einer Kamera herum, um ein Filmtagebuch zu führen, so dass man als Leser die Erlebnisse als „beschriebenen Film“ mitbekommt, und nur bei den Passagen, bei denen Blue aus irgendeinem Grund nicht drehen konnte oder durfte, fasst sie im Nachhinein schriftlich zusammen was passiert ist.

Anfangs wirkt Blues Familie zwar sehr chaotisch, aber auch recht zufrieden auf den Leser. Doch schnell wird klar, dass es so einige unausgesprochene Probleme gibt, die den Kindern zu schaffen machen. Während Blues Vater die Woche über nicht in London, sondern in Warwick lebt, fliegt die Mutter für ihren Beruf ständig durch die Welt. Auf die Kinder passt in dieser Zeit Zoran auf, ein Student, der eigentlich an seiner Doktorarbeit schreibt und eindeutig mit der Verantwortung für Blue und ihre Geschwister überfordert ist.

Blues sechzehnjährige Schwester Flora scheint ihre jüngeren Geschwister nur noch zu ignorieren, obwohl Blue einige liebevolle Erinnerungen daran hat, wie Flora sich früher um sie gekümmert hat. Ihre jüngeren Geschwister Jasmine (8 Jahre alt) und Twig (10 Jahre) wirken zwar auf den ersten Blick unbekümmert, aber auch bei ihnen wird immer wieder deutlich, dass auch sie das Gefühl haben, dass die Familie auseinander bricht. Blue selber scheint in ihrer Familie keine nennenswerte Rolle zu spielen, sie beobachtet nur, sie zieht sich ständig zurück, hat keine Freunde und auch in der Schule versucht sie so unsichtbar wie möglich zu sein.

Erst mit dem Einzug des Nachbarjungen Joss ändert sich dies für Blue. Joss sieht wie unglücklich das Mädchen ist und sorgt – um ihr zu helfen – für einige Unruhe in ihrem Leben. So lustig viele der Szenen mit Blue und ihrer chaotischen Familie sind, so zieht sich doch eine gewisse Traurigkeit durch den Roman. Schon früh erfährt man, dass Blue eine Zwillingsschwester hatte, die vor drei Jahren gestorben ist, und wie sehr sie ihre Schwester Iris vermisst. So ist „Die Geschwister Gadsby“ eine wunderbare Mischung aus witzigen, nachdenklichen, traurigen und berührend alltäglichen Szenen. Blue wächst einem schnell ans Herz und auch ihre Familie mochte ich – ebenso wie den armen überforderten Zoran – sehr.

Obwohl es in der Geschichte auch einige ungewöhnliche Momenten gibt, besteht der Großteil des Romans aus beinah alltäglichen Szenen, in denen die einzelnen Charaktere deutlicher ausgearbeitet werden und man die vielen verschiedenen Untertöne mitbekommt, die zwischen den einzelnen Familienmitgliedern so mitschwingen. Und gerade die kleinen Dinge haben bei mir immer wieder dafür gesorgt, dass ich schmunzelten, dass ich den Kopf schüttelte oder mir eine Träne wegwischen musste.

Auch den Erzählstil habe ich sehr gemocht. Auf der einen Seite die – nur auf den ersten Blick – distanziert wirkenden „Filmszene“, auf der anderen Seite die Zusammenfassungen von Blue, die immer wieder ihre aktuelle Gefühlslage zum Ausdruck bringen. Diese Mischung hat für mich einfach gut funktioniert und es hat Spaß gemacht eine Geschichte mal auf diese Weise erzählt zu bekommen.

Phoebe Rivers: Saranormal – Die Geisterstadt

„Saranormal – Die Geisterstadt“ von Phoebe Rivers war mir im Verlagskatalog ins Auge gefallen. Die Inhaltsangabe klang nett und zur Abwechslung lese ich ja gern Kinderbücher. Leider hat mir „Saranormal“ nicht ganz so gut gefallen wie erhofft. Die Geschichte beginnt eigentlich ganz vielversprechend, während man Sara und ihren Vater auf dem Weg in eine neue Stadt begleitet. Da der Vater einen neuen Job angenommen hat, ziehen die beiden von Kalifornien nach New Jersey. Saras Mutter ist schon vor langer Zeit gestorben, das Mädchen hat sie eigentlich nie richtig kennengelernt.

Schon auf den ersten Seiten erzählt Sara, wie sie mit vier Jahren zum ersten Mal Geister gesehen hat, als sie im Kindergarten draußen spielte und wie sehr es sie verstörte, dass niemand sonst die beiden Mädchen auf dem Spielplatz wahrnehmen konnte. Im Laufe der Zeit hat Saras Fähigkeit dafür gesorgt, dass sie zu einem sehr zurückhaltenden und unsicherem Mädchen wurde. Auch ihrem Vater hat sie nie von den Geistern erzählt, die sie sehen kann, auch wenn sie weiß, dass ihn ihre regelmäßigen Albträume beunruhigen – ebenso wie die Tatsache, dass sie keine gleichaltrigen Freunde hat.

War Sara von Anfang an schon über den Umzug unglücklich, so ist sie geradezu verstört, als sie feststellen muss, dass ihre neue Heimatstadt geradezu von Geistern wimmelt. Dazu kommt noch, dass ihre neue Vermieterin „Lady Azura“ eine Wahrsagerin ist und es kaum einen Raum in ihrem Haus gibt, der nicht von einem Geist bewohnt wird – und auf solche Mitbewohner ist Sara wirklich nicht scharf. Umso mehr freut sie sich aber, dass sich das Nachbarmädchen Lily mit ihr anfreunden will und auch bereit ist über Saras immer mal wieder seltsames Verhalten hinweg zu sehen.

Diese Vorstellung von Sara, ihrem Leben und ihrem Verhältnis zu ihrem Vater nimmt einiges an Raum ein in dem Roman. Ebenso nimmt sich die Autorin viel Zeit für die Beschreibungen, die sich um die Stadt, den Pier und all seinen Geschäften, die neue Wohnung und all die Leuten, die Sara kennenlernt, drehen. Das ist alles sehr unterhaltsam zu lesen. Auch mag ich die Atmosphäre in diesem Buch, die mal unheimlich (wenn es um die Geister geht), mal sommerlich-leicht (wenn es um den Pier und Saras neue Freundin Lily geht) gehalten ist.

Allerdings gelingt es Phoebe Rivers nicht, einen runden Ausklang für die Geschichte zu finden. Sie baut wunderbar Spannung auf, in dem sie einen bestimmten Geist auftauchen und mit Sara kommunizieren lässt. Es ist ganz klar, dass etwas Schlimmes passieren wird, wenn Sara nicht herausfindet, wovor der Geist sie warnt. Auch der Zwiespalt, in dem Sara steckt, die auf der einen Seite diese Warnungen nicht überhören kann, aber auf der anderen Seite ein ganz normales Leben führen möchte, wird schön dargestellt.

Aber am Ende löst sich die Gefahr für meinen Geschmack viel zu schnell auf und all die aufgebaute Spannung verpufft einfach. Ich kann gut damit leben, dass nichts Dramatisches passiert. Es dreht sich bei „Saranormal – Die Geisterstadt“ immerhin um ein Kinderbuch und da finde ich ein Happy End mehr als angebracht. Aber trotzdem hätte mir etwas „Action“ am Ende der Geschichte besser gefallen. Eine kleine Wendung hätte gereicht, um die Handlung befriedigend zum Abschluss zu bringen, aber genau die hat gefehlt. So habe ich gerade mal einen Tag, nachdem ich das Buch gelesen habe, schon das Gefühl, dass die Erinnerung an die Geschichte verblasst und dass von „Saranormal“ nichts zurückbleibt – und das finde ich bei der schönen Grundidee wirklich schade.

Juni-SuB 2014

Der Mai war ein seltsamer Lesemonat. Nach einer sehr intensiven ersten Woche, die ich vor allem mit den Rachel-Morgan-Büchern vom SuB verbracht hatte, kamen zwei Wochen in denen ich so gut wie gar nicht gelesen habe. Den Rest des Monats habe ich dann mit den „20th Century Boys“ verbracht … Komischerweise ist mir wegen dieser Tagen ohne Bücher aufgefallen, dass ich das Lesen auch brauche, um ein gewisses Zeitgefühl zu entwickeln. Obwohl ich den ganzen Monat viel getan habe, habe ich das Gefühl, dass mir zwei Wochen einfach so verloren gegangen sind, weil ich diese Zeit mit keinem Buch in Verbindung bringen kann.

Doch genug von meinem seltsamen Zeitgefühl! Im Mai habe ich insgesamt 6 Bücher und 27 Manga gelesen und 5 Hörbücher gehört (da macht es sich bemerkbar, dass der Regen mir weniger Gartenstunden ermöglicht hat 😉 ). Für den Juni stehen die ausstehenden Sachbuch-Challenge-Rezensionen an (sowie das noch zu lesende Buch, um das erste Challenge-Halbjahr erfolgreich abzuschließen), außerdem das obligatorische englische Buch (hm … vielleicht kombiniere ich das sogar) und dazu möchte ich noch bescheidene drei Titel vom SuB befreien. Das sollte doch machbar sein. 🙂

A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (12)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Michael Boccacino: Charlotte und die Geister von Darkling
P.J. Brackston: Es war einmal ein Mord
Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud  
Brom: Krampus
Jim Butcher: Im Schatten des Fürsten (Codex Alera 2)

C (1)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)

D (3)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften

E (0)

F (9)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Thomas Finn: Schwarze Tränen
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (8)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Lotte und Søren Hammer: Das weiße Grab
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 – Die Wiederkehr
Mark Hodder: Der wundersame Fall des Uhrwerkmannes
Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
Daniel Holbe: Giftspur

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (0)

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (3)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)

P (3)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund

Q (0)

R (11)
Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Phoebe Rivers: Saranormal – Die Geisterstadt
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (10)
Courtney Schafer: Die Chroniken von Ninavel 2 – Stadt der Magier
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Amanda Stevens: Totenlichter
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (5)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (5)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriella Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)

Sonstige (0)

86 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

Amber Benson: Death’s Daughter (A Calliope Reaper-Jones-Novel)
Marie Brennan: A Natural History of Dragons
Sarah Rees Brennan: Unspoken
Jim Butcher: White Night (Harry Dresden #9)
Jim Butcher: Small Favor (Harry Dresden #10)
Jim Butcher: Turn Coat (Harry Dresden #11)
Julie Campbell: The Gatehouse Mystery (Trixie Belden #4)
Gail Carriger: Changeless (Parasol Protectorate #2)
Gail Carriger: Blameless (Parasol Protectorate #3)
Gail Carriger: Heartless (Parasol Protectorate #4)
Gail Carriger: Timeless (Parasol Protectorate #5)
Jennifer Estep: Web of Lies (Elemental Assassin #2)
Mira Grant: Feed
Tanya Huff: The Wild Ways
Lynn Kurland: Star of the Morning
Seanan McGuire: Chimes at Midnight (October Daye #7)
Seanan McGuire: Half-Off Ragnarok (InCryptid #3)
Seanan McGuire: Sparrow Hill Road
Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Battle Magic (Circle Reforge)
Julia Quinn: Dancing at Midnight
Julia Quinn: Splendid
Julia Quinn: Minx
Julia Quinn: Everything and the Moon
Julia Quinn: Brighter Than the Sun
Philip Reeve: Larklight

Sonstiges:
West Ward Weird
Home Improvement: Undead Edition
Carniepunk

31 Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Lese- und Höreindrücke im Mai

„Schwarze Piste“ von Andreas Föhr war (mal wieder) eine Leihgabe, damit ich mir damit die Zeit beim Tapetenkratzen und der Gartenarbeit vertreiben kann. Die erste CD war für mich etwas schwierig, erst einmal konnte ich mit einem Großteil der Leute nichts anfangen, weil ich die Reihe noch nicht kannte, und dann war mir eine der Hauptpersonen nicht auf Anhieb sympathisch (das hat sich zum Glück im Laufe der Zeit gelegt), dazu kamen noch einige Orts- und Zeitsprünge in der Handlung, was noch mehr dafür sorgte, dass ich mich erst einmal auf das Ganze einlassen musste.

Insgesamt war die Geschichte rund um die drei ungewöhnlichen Todesfälle in der Nähe der schwarzen Piste, um einen Gnadenhof, ehemalige linke Ideale und die kleine Polizeitruppe aber sehr unterhaltsam zu hören. Ich war jetzt nicht so gespannt auf die Auflösung, dass ich dafür jetzt meine Arbeitsrunden verlängert hätte, habe aber so einige amüsante Momente mit dem Hörbuch gehabt und am Ende tat mir prompt die Person, mit der ich mich anfangs so schwer tat, schon fast ein wenig leid. Ganz einfach hatte er es in diesem Krimi auf jeden Fall nicht …

Eine der schlimmsten Auswirkungen von Hörbüchern, in denen Dialekt gesprochen wird, ist übrigens, dass ich anfange in gefaktem Dialekt Kommentare zur gehörten Geschichte abzugeben. Das finde ich wirklich schrecklich, denn mir ist durchaus bewusst, dass ich nicht gerade talentiert bin, wenn es darum geht einen Dialekt nachzuahmen – abstellen kann ich es aber irgendwie auch nicht … *seufz*

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„Bluteid“, „Blutdämon“, „Blutsband“ und „Blutschwur“ von Kim Harrison – wie man sieht, habe ich mich doch endlich meiner Rachel-Morgan-Romane vom SuB angenommen und die insgesamt 2800 Seiten in einem Zug gelesen. Jetzt bin ich endlich bei dieser Reihe auf dem aktuellen Stand und kann gemütlich darauf warten, dass im Herbst der nächste Band auf Deutsch erscheint. Zum Inhalt möchte ich bei Band 8-11 nichts sagen, das würde diejenigen spoilern, die die Reihe noch nicht kennen. Aber insgesamt gefällt mir die Serie auch Jahre nach dem Lesen des ersten Bandes immer noch wirklich gut. Ich mag Rachel und ich mag die Charaktere, die fest in der Reihe installiert sind. Kim Harrison gelingt es nicht nur die Hexe mit ihren Stärken und Schwächen überzeugend darzustellen, sondern auch die Beziehungen zu den anderen Figuren. Niemand ist einfach nur mit Rachel befreundet, es gibt so viele Unterströmungen, so viele Aspekte, die zu beachten sind (zum Beispiel beim Zusammenleben von Rachel und ihrer vampirischen Freundin Ivy oder zwischen Rachel und ihrem Gegner/Kindheitsfreund Trend) und keiner von ihnen ist einfach gut oder böse. Sehr schön finde ich auch die Entwicklung der Geschichte, die immer komplexer wird und immer wieder die Frage stellt, wie weit man gehen darf, um jemanden zu beschützen oder etwas „Gutes“ zu tun.

Diese Reihe ist keine, bei der man mal eben einen Band zwischendrin lesen kann, hier kann jede einzelne Handlung Folgen für die Zukunft beinhalten – und oft genug sind es Sachen, die eben erst nach einiger Zeit zum Vorschein kommen. So gab es in Band 8 ein Wiedersehen mit einer Nebenfigur aus Band 1 – und so klein die Szene mit dieser Person war, so entscheidend war ihre Reaktion auf Rachel und ihre Erinnerung an das erste Zusammentreffen für Rachels Wohlergehen. Die Handlung wird recht rasant (und actionreich) erzählt und auch wenn man am Ende eines Teils erst einmal das Gefühl hat, dass Rachel es wieder geschafft hat sich irgendwie aus den aktuellen Schwierigkeiten rauszuwinden, so steht doch spätestens zu Beginn des nächsten Romans fest, dass ihre Taten sie letztendlich nur tiefer reingeritten haben. Ich mag dieses stete Spiel mit der Gefahr und dass Rachel stets gezwungen wird sich für das geringere Übel zu entscheiden, nur um dann festzustellen, dass man ihr daraus wieder einen Strick drehen kann. Wie schon bei den vorhergehenden Teilen habe ich mitgefiebert, gelacht, geflucht und ein paar Tränen vergossen (unter anderem, weil einer meiner Lieblingsnebencharakter starb).

@Melli: Wenn du das liest, dann greif dir endlich den ersten Rachel-Morgan-Band und fang die Reihe an! 😉