SuB-Zuwachs im Mai

In diesem Monat gibt es mal einen „Sammelpost“, nachdem im April meine Neuzugänge so unberechenbar bei mir eintrudelten, dass ich dreimal dazu einen Beitrag verfassen konnte. Oh, und weil ich nicht noch einen vierten (und fünften) „Neuzugangsbeitrag“ im April schreiben wollte, kommen hier auch die beiden Titel rein, die in der letzten Aprilwoche bei mir ankamen.

Jim Butcher: Proven Guilty (Harry Dresden #8)
[Bislang hatte ich die Harry-Dresden-Romane geliehen, aber so langsam wird es Zeit, dass ich sie mir selber anschaffe. Dieser Band ist der erste der Serie, den ich noch nicht gelesen habe. Ich habe mich vor einiger Zeit blöderweise in Bezug auf die weitere Handlung spoilern lassen und befürchte nun, dass eine bestimmte Entwicklung in diesem Roman passieren wird. Trotzdem sollte ich mal meine Scheu überwinden und endlich weiterlesen und sei es nur, weil ich wissen will wie es nach diesem gespoilerten Moment weitergeht … 😉 – inzwischen gelesen und rezensiert]

Barbara Reynolds: Dorothy L. Sayers – Her Life and Soul (A Biography)
[Ein unerwartetes Geschenk von jemandem, den ich vor einiger Zeit mit meiner Leidenschaft für Lord Peter Wimsey angesteckt habe. Noch einmal ganz vielen lieben Dank! :)]

Jim Butcher: White Night (Harry Dresden #9)
Jim Butcher: Small Favor (Harry Dresden #10)
Jim Butcher: Turn Coat (Harry Dresden #11)
[Nachdem ich die Reihe mit „Proven Guilty“ endlich weitergelesen hatte, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und musste mir weiteren Nachschub besorgen.]

Jennifer Estep: Web of Lies (Element Assassin #2)
[Für dieses Buch sollte ich eigentlich Melli die Rechnung schicken. 😉 Fortsetzung von „Spider’s Bite“]

Phoebe Rivers: Saranormal – Die Geisterstadt
[Klang in der Verlagsvorschau niedlich, also wollte ich mal einen Versuch mit dem Buch starten.]

Amanda Stevens: Totenlichter
[Fortsetzung von „Totenhauch“ – ich hoffe, es ist ebenso atmosphärisch geschrieben wie der erste Teil.]

Courtney Schafer: Die Chroniken von Ninavel 2 – Stadt der Magier
[Noch eine Fortsetzung – dieses Mal Fantasy und der erste Teil hat mich wirklich sehr gut unterhalten. :)]

Außerdem gab es noch den dritten Teil von „Monster Allergy“  für mich (wer genau hinsieht, wird feststellen, dass es inzwischen nicht nur die Paperback, sondern auch eine Hardcover-Ausgabe davon gibt), sowie einen vollständigen Satz mit Gratis-Comic-Tag-Heften. Nur gut, dass ich gerade immerhin Comics lese … 😉

Dies und Das (5)

Ich habe keine Ahnung, wann ich das letzte Mal zu einem Buch gegriffen habe. Nein, ganz so stimmt es nicht, ich habe am Freitag einen Titel vom Leihstapel gefischt, ungefähr zwei Stunden mit den ersten drei Seiten verbracht und dann beschlossen, dass ich wohl damit leben muss, dass das Lesen von Romanen gerade nicht drin ist. Mein letztes Buch ist bestimmt schon zwei Wochen her, auch wenn ich weiterhin beim Rumwurschteln Hörbücher verschlinge.

Seid gestern Abend greife ich immerhin wieder zum Manga und lese „20th Century Boys“, damit ich am Wochenende mit meinem Mann die Verfilmungen anschauen kann. Sehr coole Reihe!

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Dafür versuche ich mir gerade wieder mehr Mühe beim Kochen (und Backen) zu geben. Sobald die Temperaturen höher werden, vergeht mir die Lust aufs Essen und die Wärme der Gasflamme in der Küche schreckt mich noch mehr ab. Also muss ich mir bewusst das Kochen vornehmen, mehr Sorgfalt aufwenden und mich kulinarisch ein bisschen verwöhnen, damit ich mich zum „normalen“ Essen aufraffen kann. Rausgekommen ist dabei in den letzten Tagen folgendes:

Frische Erdbeeren mit Joghurtsauce
Frühlingszwiebel-Tarte (aus „Täglich vegetarisch“)
Erdbeertorte
(Die Antwort meines Mannes auf „Magst du am Wochenende frische Erdbeeren essen?“)

Gefüllte Hefeteig-Rollen

Restverwertung, nachdem laut Rezept mindestens die doppelte Menge Frühlingszwiebeln auf die Tarte gehört hätten. Ehrlich gesagt schmecken sie uns kleingehackt und in Hefeteig gerollt noch besser als als Tarte.

Hirsebrei mit Himbeeren und Joghurt
Das perfekte Frühstück für heiße Tage.

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Da das Wetter zur Zeit etwas zu nass für den Garten ist und ich ja auch schon mal angefangene Sachen (die Vorhänge, die Flurtapeten *seufz*) liegen lasse, wenn mir was „Wichtigeres“ in den Sinn kommt, beschäftige ich mich momentan in meiner freien Zeit – zumindest solange es noch Tageslicht gibt – mit einem neuen Nähprojekt. Dazu sollte ich vielleicht erzählen, dass wir zwei kleine Sofas besitzen, die ich vor langer Zeit in einem Gebrauchtmöbelkaufhaus erstanden habe. Als die beiden Sofas bei mir einen Platz fanden, musste ich feststellen, dass sie ursprünglich mal einen recht intensiven blaugrünen Farbton hatten, auch wenn ich sie in „Grau“ gekauft habe. 13 Jahre später sind die Sofas immer noch Grau, aber das Leder ist inzwischen so kaputt, dass es an so einigen Stellen gerissen ist – und ausnahmsweise sind die Katzen an den Schäden vollkommen schuldlos.

Obwohl ich seit einigen Monaten die Augen nach Ersatz aufhalte, finde ich keine Sitzgelegenheiten, die ich so bequem finde und deren Preis-/Leistungsverhältnis mich überzeugt. Also habe ich beschlossen, dass ich erst einmal Überwürfe für die Sofas benötige. Eigentlich sollen sie braun werden, da das eine warme Farbe ist, die gut zu den Wänden und den vorhandenen Kissen passt, aber natürlich gab es das Material nicht mehr in dem Ton. Jetzt stichel ich also in Dunkelblau vor mich hin, wie immer mit der Hand, so dass es einige Zeit kostet.

Kleine Atempause am Sonntag

Nachdem die Woche ziemlich stressig war, habe ich heute morgen nur frisches (Sesam-)Brot gebacken und beschlossen, dass ich den Rest des Tages mit hochgelegten Füßen verbringen werde. Aber ein kleines Lebenszeichen gibt es trotzdem noch von mir, bevor ich das Netbook wieder zur Seite lege und mich von den vergangenen Tagen etwas erhole, bevor es morgen wieder mit all den Dingen auf meiner To-Do-Liste weitergeht. Habt einen schönen (Rest-)Sonntag!

Mini-SuB: Bibliotheksbücher

Nachdem ich gestern Abend mal wieder die Bücherstapel auf dem Wohnzimmertisch sortiert habe, ist mir mit Erschrecken aufgefallen, wie viele Bibliotheksbücher ich zur Zeit ausgeliehen habe. Naja, so viele sind es eigentlich nicht, aber all die Seiten sollte ich trotzdem einigermaßen stressfrei und vor dem Abgabetermin gelesen haben. Zum Glück gilt momentan wegen einer Systemänderung von vornherein eine achtwöchige Ausleihzeit, aber auch diese acht Wochen gehen doch erstaunlich schnell vorbei, wenn man eben nur noch etwas anderes liest.

Um also ein wenig besser den Überblick zu halten (und weil ich erschreckend Listen-süchtig bin), gibt es hier mal wieder eine Leseliste inklusive Datum, zu dem ich das Buch gelesen haben sollte. Übrigens lauter Titel, die ich mir aufgrund von Blogrezensionen vorgemerkt und ausgeliehen habe – schrecklich! 😉

27.05. (verlängert):
Arundhati Roy: Der Gott der kleinen Dinge

03.06.(verlängert):
Banana Yoshimoto: Amrita

17.06.:
Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
Laurel Corona: Die Geigenspielerin
Natasha Farrant: Die Geschwister Gadsby
Frances Harding: Herrin der Worte

24.06.:
Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren
Lena Gorlik: Die Listensammlerin

Jim Butcher: Proven Guilty (Harry Dresden 8)

Lange ist es her, dass ich den letzten Harry-Dresden-Roman gelesen habe, aber in den letzten Tagen war es endlich wieder soweit. Am Anfang von „Proven Guilty“ musste ich mich erst einmal wieder in Harry Dresdens Welt zurechtfinden und mich erinnern, auf welche der vorhergehenden Ereignisse angespielt wird, aber das klappte – trotz der 2,5 Jahre, die seit dem Lesen von „Dead Beat“ vergangen sind – überraschend gut. Seit den Ereignissen während des Halloweenfests im Vorjahr scheint nicht so viel passiert zu sein. Harry geht seinen Aufgaben als Wächter des Weißen Zirkels nach – und ist oft genug mit der offiziellen Politik der Magier nicht einverstanden – und arbeitet ansonsten an einem privatem Projekt, das ihm in Zukunft vieles einfacher machen sollte.

Aber es fällt auf, dass Harry erstaunlich viele Kommunikationsprobleme mit seinen Freunden hat. Während sein Verhältnis zu Karrin Murphy ungetrübt ist, hat er seit inzwischen zwei Jahren nicht mehr mit Michael Carpenter, dem „Ritter des Kreuzes“ (ich habe immer noch nicht herausgefunden, wie er im Deutschen bezeichnet wird) gesprochen, obwohl dieser ihm immer ein guter Freund war. Aber auch sein Verhältnis zu seinem Bruder Thomas und seinem ehemaligen Mentor Ebenezar war in den letzten Monaten nicht sehr eng und man spürt deutlich, dass Harry es vermisst offen mit diesen Männern reden zu können.

Als dann Molly Carpenter, Michaels älteste Tochter, bei Harry anruft und ihn wegen eines Freundes um Hilfe bittet, ist dieser erst einmal vor allem irritiert. Doch schnell stellt sich heraus, dass es in Mollys Umfeld dringende Arbeit für Chicagos magischen Privatdetektiv und Mitglied des Weißen Zirkels gibt. Bei einem Horrorfilm-Festival, bei dem Molly arbeitet, kommt es zu unheimlichen Vorfällen, bei denen übernatürliche Wesen Menschen verletzten und töten. Aber nicht nur diese Vorkommnisse beschäftigen Harry, sondern auch die Auswirkungen des Krieges zwischen den Magiern und den Vampiren des roten Hofes, das unerklärliche Stillschweigen des Sommerhofes der Sidhe und die Frage, wie er sich von dem Einfluss des gefallenen Engels befreien kann.

In „Proven Guilty“ nimmt Jim Butcher so einige Handlungsstränge aus den vorhergehenden Romanen auf , ohne sie wirklich weiterzuführen. Vor allem dreht sich die Geschichte um Harrys Verhältnis zur Familie Carpenter und um Molly und die Ereignisse, die mit der jungen Frau zusammenhängen. Mir kam es so vor, als ob dieser Roman – trotz aller Actionszenen, Kämpfe und neuen Informationen zu verschiedenen Bereichen – das Innehalten vor der großen Schlacht sei. Wobei ich nicht abschätzen kann, ob sich diese „Schlacht“ nicht wieder über mehrere Bände hinziehen wird. Auf jeden Fall spitzen sich die Ereignisse so langsam zu und es wird meiner Meinung nach Zeit, dass einige Handlungsstränge zu einem (vorläufigen?) Ende kommen.

Mir hat „Proven Guilty“ wieder viel Spaß gemacht – und mich prompt eine schlaflose Nacht gekostet. Diese verflixten Cliffhanger am Ende eines Kapitels lassen mich doch jedes Mal „nur noch ein weiteres Kapitel“ lesen, bevor ich dann endlich ins Bett gehen will und irgendwann stehe ich vor der Frage, ob ich jetzt doch noch vier Stunden Schlaf bekomme oder das Buch eben beende. Ich finde es schön, dass Harry langsam bewusst wird, dass eine Familie mehr sein kann als die Personen, mit denen man verwandt ist. Auf der anderen Seite finde ich die Entwicklungen im Weißen Zirkel besorgniserregend und dank eines blöden Spoilers warte ich da noch auf eine Eskalation (die es in diesem Band allerdings noch nicht gab).

Agatha Christie: 16 Uhr 50 ab Paddington (Hörbuch)

Auch wenn ihr es vermutlich nicht mehr sehen könnt: Ich habe mal wieder ein Hörbuch mit einer Agatha-Christie-Geschichte gehört und ja, ich schreibe eine Rezension dazu. 😀 „16 Uhr 50 ab Paddington“ gehört meinem Gefühl nach zu den bekanntesten Miss-Marple-Geschichten – vor allem aufgrund der Verfilmung mit Margaret Rutherford, die nicht so ganz werkgetreu erfolgte. Die Handlung beginnt in dieser Geschichte mit Mrs. McGillicuddy, einer älteren Dame, die in London ihre Weihnachtseinkäufe erledigt, um dann eine Freundin auf dem Land zu besuchen. Während der Zugfahrt beobachtet sie, während ihr Zug und eine zweite Eisenbahn ein Stückchen parallel fahren, einen Mord an einer jungen Dame. Da sie den Täter nur von hinten sieht, kann sie ihn nicht besonders gut beschreiben. Allerdings hat sie den Eindruck, dass es sich bei ihm um einen großen Mann um die 40 Jahre handeln müsste.

Als sie ihre Beobachtung dem Zugpersonal meldet, glaubt ihr der Schaffner ebensowenig wie der Bahnhofsvorsteher der nächsten Haltestelle. Einzig Miss Marple, zu der Mrs. McGillicuddy unterwegs war, ist davon überzeugt, dass ihre Freundin sich nichts eingebildet hat (und sei es nur, weil Elspeth McGillicuddy die Fantasie dafür fehlen würde). Und obwohl sie ihren Einfluss bei der örtlichen Polizei gelten macht, muss auch sie zugeben, dass die Ordnungshüter in einem Mord nur dann ermitteln können, wenn sie zumindest eine Leiche vorzuweisen haben. So rekonstruiert sie gemeinsam mit Mrs. McGillicuddy soweit wie möglich die Ereignisse, grenzt das Tatgebiet ein und engagiert Lucy Eyelesbarrow, um in dem fraglichen Gebiet nach einer Frauenleiche zu suchen.

Lucy Eyelesbarrow ist eine gehobene Haushälterin, die vor einiger Zeit von Miss Marples Neffen beauftragt worden war, die alte Dame zu pflegen, während sie sich von einer Krankheit erholt. Beide Frauen haben eine hohe Meinung voneinander und so verschiebt die 32jährige Lucy ihren geplanten Urlaub und sucht sich eine Stelle in dem Anwesen Rutherford Hall. Schnell steht fest, dass das Verbrechen mit dem Herrenhaus und seinen Bewohnern zu tun hat, zu denen der alte Luther Crackenthorpe, seine Tochter Emma und die – nicht mehr daheim lebenden – Söhne Harold, Cedric und Alfred gehören. Außerdem sieht man sehr oft den ehemaligen Piloten Bryan Eastley, der mit Emmas verstorbener Schwester verheiratet war, seinen Sohn Alexander und den hiesigen Arzt Dr. Quimper auf dem Anwesen.

Ich mag die Geschichte sehr gern, bietet sie Agatha Christie doch die Gelegenheit sehr viele verschiedene Charaktertypen und ihre Stellung innerhalb einer nicht ganz einfach Familienkonstellation zu präsentieren. Auch Lucy ist mir schon beim ersten Lesen des Romans ans Herz gewachsen und das hat sich in all der Zeit nicht geändert. Die Frau ist patent, energisch und weiß, was sie will. So hat sie nach einem erfolgreich abgeschlossenem Mathematikstudium die Tätigkeit der Haushälterin aufgenommen, weil sie so nicht nur mehr Geld verdienen kann als mit ihrem studierten Beruf, sondern auch tagtäglich mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun hat. Ich glaube, „16 Uhr 50 ab Paddington“ zeigt einfach besonders schön, wie es der Autorin gelingt mit nur wenigen Worten einen Menschen lebendig werden zu lassen. Mrs. McGillicuddy zum Beispiel spielt eigentlich nur eine kleine Rolle zu Beginn (und eine noch kürzere zum Ende) der Geschichte und doch hat man nach diesen wenigen Momenten schon das Gefühl, man könne sie genau einschätzen, wüsste genau wie ihr Leben bisher verlaufen ist und in Zukunft verlaufen wird. Dass der Krimianteil gut konstruiert ist, muss ich vermutlich gar nicht mehr erwähnen, aber ich finde, dass einen die Autorin schön auf falsche Fährten schickt und doch dafür sorgt, dass die Auflösung des Falls stimmig und gut fundiert ist.

Katharina Thalbach als Sprecherin dieses Hörbuchs … nun, ich hätte sie nicht gewählt, muss aber zugeben, dass sie ihre Sachen deutlich besser gemacht hat als in „Ruhe unsanft“. Zu Mrs. McGillicuddy passte ihre Geschichte sehr gut und sogar Alexanders Freund James fand ich mit ihrer Stimme überraschend überzeugend. Trotzdem finde ich ihre Stimme und ihre Art ein Hörbuch zu lesen nicht gerade für diese Geschichte geeignet. Lucy und die verschiedenen Männer klangen bei ihr nur selten überzeugend, ihre Aussprache der englischen Namen war zwar auch besser als in dem anderen Hörbuch, aber nicht immer ausreichend. So wunderte ich mich, dass der Hausherr keinen „Benny“ für den Erhalt des Anwesens investierte (und ja, ich stand auf dem Schlauch, denn es hat wirklich gedauert bis ich darauf kam, dass Penny gemeint war) und die verstorbene Edith wurde anfangs auch gern mal „Ääädith“ ausgesprochen. Auch gab es diverse Stellen, an denen der Text Reaktionen vorgibt wie „sagte sie energisch“ – während Katharina Thalbach die Figur in dem Moment eher panisch klingen ließ.

A.C.H. Smith und Jim Henson: Labyrinth – The Novelization

Eigentlich habe ich ja schon während der „7 Days – 7 Books“ eine Menge zu „Labyrinth“ von A.C.H. Smith und Jim Henson geschrieben, aber ich wollte trotzdem noch alle Aussagen zu dem Buch in einer Rezension zusammenfassen. Als Teenager habe ich den Film „Labyrinth“ (oder auf deutsch „Die Reise ins Labyrinth“) wirklich geliebt (und ich gestehe, dass David Bowie als Koboldkönig Jareth auch ein bisschen damit zu tun hatte 😉 ). Bis heute kann ich einen Großteil der Dialoge mitsprechen und finde die Vielfalt der Puppen einfach großartig.

Die Romanversion von „Labyrinth“ ist erst in diesem Jahr erschienen und wurde – anhand Jim Hensons Drehbuchs – von A.C.H. Smith geschrieben. Ergänzt wird das Buch durch Zeichnungen von Brian Froud, der für das Figurendesign im Film verantwortlich war, und Notizen von Jim Henson, die er während des Entwurfs des Drehbuchs festgehalten hat. Die Geschichte ist an sich recht einfach gehalten. Die Hauptfigur ist die (15jährige) Sarah, die von einem Leben als Schauspielerin träumt (dieses Detail ist im Buch deutlich mehr ausgearbeitet als im Film) und es als ungerecht empfindet, dass sie an den Wochenenden immer wieder auf ihren kleinen (Halb-)Bruder Toby aufpassen muss.

So bleibt sie auch an dem Abend, an dem die Handlung von „Labyrinth“ spielt, als Babysitterin daheim, während ihr Vater und ihre Stiefmutter für ein paar Stunden ausgehen. Dieses schreckliche Schicksal (boah, Teenager! 😉 ) findet sie so ungerecht, dass sie den Koboldkönig anfleht, er möge Toby entführen und sie so von ihren Babysitteraufgaben befreien. Natürlich rechnet sie nicht damit, dass ein solches Wesen wirklich existiert, und ebensowenig, dass er Toby mitnehmen und nach Ablauf einer Frist in einen seiner Kobolde verwandeln könnte. Jareth, der Koboldkönig, informiert Sarah aber darüber, dass sie Toby zurückholen kann, wenn sie es innerhalb von 13 Stunden durch das Labyrinth bis zu seinem Schloss am Rande der Koboldstadt schafft.

Sarah geht mir heute genauso auf die Nerven wie damals – egal, ob im Film oder im Buch. Ihre Welt dreht sich um ihre Bedürfnisse und wenn ihr etwas nicht gefällt, dann ist es „unfair“. Aber im Laufe der Geschichte lernt sie zum Glück dazu, gewinnt Freunde und lässt ihr Ziel (Toby zu befreien) nicht aus den Augen, obwohl ihr so einige Hindernisse in den Weg gelegt werden. Ich muss zugeben, dass ich nicht beurteilen kann, ob die Handlung auch so gut funktioniert, wenn man den Film nicht kennt und mag. So hatte ich beim Lesen lauter Bilder vor meinem inneren Auge, sah die Helfenden Hände, die Sarah vor einem Absturz bewahren, hatte das kleine Aufseufzen im Ohr, mit dem die Feen zu Boden sanken, wenn sie von Hoggle „vernichtet“ wurden, oder erinnerte mich an das dezente Schütteln der Bettelbüchse des weisen Mannes, während sein Hut über seine Existenz philosophiert.

Egal, ob Buch oder Film, ich liebe all die kleinen und großen Einfälle, die fantastischen Elemente, das Spiel mit Rätseln und Perspektiven (okay, das ist im Buch weniger beeindruckend als im Film :D), die Kobolde und die Monster sind bizzar, niedlich und häufig ganz entzückend hässlich, der Koboldkönig ist nicht ganz so böse, wie er Sarah erscheint und am Ende möchte man die fantastische Welt des Labyrinths gar nicht mehr verlassen. Was mir an dem Buch im Vergleich zum Film nicht ganz so gut gefallen hat, war die Tatsache, dass der Autor viele Erklärungen geliefert hat, die es im Film nicht gab. Ich mache mir bei vielen Dingen gern selber meine Gedanken und möchte nicht alle Details präsentiert bekommen oder habe das Gefühl, dass manche Hintergrundinformationen einfach unnötig waren. Die Szenen rund um Sarahs Mutter zum Beispiel gibt es im Film nicht und das ist meiner Meinung nach auch richtig so, denn wie im Märchen reicht die Grundaussage, dass Sarah einen Vater, eine Stiefmutter und einen kleinen Bruder hat – mehr Details machen die Figuren nicht unbedingt überzeugender oder sympathischer.

Dafür fand ich die Notizen von Jim Henson spannend, die meinem Gefühl nach häufig eine etwas düstere Grundidee zeigten, als sie letztendlich im Film zu sehen ist. Auch die Zeichnungen von Brian Froud empfand ich als Bereicherung. Wenn man den Film nicht kennt, sollte man sich die auf jeden Fall schon während des Lesens anschauen, denn so kann man sich die eine oder andere Gestalt bestimmt besser vorstellen. Insgesamt bin ich mit der schönen Buchausgabe wirklich zufrieden und fand es wunderschön auf diese Weise die bezaubernde Geschichte rund um das Labyrinth wiederentdecken zu können.

(Und in einige Wochen erkunde ich dann die Roman-Version von „Der dunkle Kristall“! *hach*)

[Stöckchen] 5 Buchvorsätze

Dieses Stöckchen wurde mir von Julia (LIVE.LOVE.READ) zugeworfen, nachdem sie es selber von Ninia bekommen hatte. Da ich die Idee sehr nett finde, habe ich es ausnahmsweise einmal aufgefangen. 😉

„Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE Fortsetzungen von Büchern sind, die du schon gelesen hast – sie sollen also völlig neu für dich sein. Danach tagge 8 weitere Blogger und informiere diese darüber.“

Beim Anschauen meines Wunschzettels ist mir 1. aufgefallen, dass ich wirklich viele Reihenfortsetzungen darauf stehen habe, was auch daran liegt, dass ich gerade versuche mehr Reihen zu beenden und weniger neu anzufangen, und 2. liegt mein Wunschzettelschwerpunkt definitiv bei englischen Fantasyromanen. Auch das ist kein Wunder, denn das sind die Titel, die ich auf anderem Weg (z.B. über die Bibliothek, die dafür aber ein großes Angebot an englischen Kriminalromanen hat) kaum beziehen kann. Letztendlich kamen diese fünf Bücher bei mir heraus:

1. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand-Dollar Tan Line


Ich liebe die Serie „Veronica Mars“, ich mochte den Kinofilm sehr gern und ich schleiche schon eine Weile um die Bücher herum. Nachdem Ellie Loredan den Roman dann während der „7 Days – 7 Books“ gelesen hat und meinte, dass der Roman die Stimmung der Serie perfekt aufnehmen würde, landete er dann doch endlich auf dem Wunschzettel.

2. Nnedi Okorafor: Akata Witch


Der jüngste Neuzugang auf meiner Wunschliste. Ein fantastischer Jugendroman, in dem viele Elemente nigerianischer Kultur und Folklore aufgenommen werden und in dem die Protagonistin ein Albino ist. Das klingt ungewöhnlich genug, um mein Interesse zu wecken! Gestolpert bin ich über den Titel auf dem Blog von Jim C. Hines, der nicht nur tolle Fantasyromane schreibt, sondern auch regelmäßig dafür sorgt, dass die von ihm besprochenen Bücher in meinem Regal landen.

3. Alexey Pehov: Wind (Die Chroniken von Hara 1)


Zuerst ist mir das Buch in diesem amüsanten Beitrag aufgefallen und dann hat mich Tines Rezension davon überzeugt, dass der erste Band auf meinen Wunschzettel gehört. Nachdem ich ein paar Jahre Pause benötige, bin ich seit einiger Zeit endlich wieder in der Stimmung für High Fantasy.

4. Kelley Armstrong: Sea of Shadows (Age of Legends Trilogy 1)


„Sea of Shadows“ wurde von Anorielt während der „7 Days – 7 Books“ im April gelesen und ihre Bemerkungen zu dem Buch und die anschließende Rezension hat mich neugierig auf den Roman gemacht.

5. What Jane Austen Ate and Charles Dickens Knew:
From Fox Hunting to Whist-the Facts of Daily Life in Nineteenth-Century England


Ich weiß gar nicht mehr genau, wer mich als erstes auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Auf jeden Fall hat der Austausch zwischen Hermia und Birthe in den Kommentaren zu Hermias Rezension zu „The Jane Austen Handbook“ dazu geführt, dass ich das Buch auf meine Wunschliste gesetzt habe.

Ich werfe das Stöckchen mal in die Luft, damit es jeder auffangen kann, der Lust darauf hat. Wenn ihr es hier bei mir aufsammeln solltet, dann würde ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren freuen, damit ich eure 5 Wunschbücher auf gar keinen Fall verpasse. 🙂

Margaret C. Sullivan: The Jane Austen Handbook – A Sensible Yet Elegant Guide to Her World

„The Jane Austen Handbook“ von Margaret C. Sullivan gehört zu den Titeln, die ich auf anderen Blogs entdecke und dann selber unbedingt lesen muss. 😉 So war das mit der Sachbuch-Challenge zwar eigentlich nicht geplant, ursprünglich wollte ich doch meine eigenen ungelesenen Sachbücher mal in Angriff nehmen. Auf jeden Fall hat mir Hermias Meinung zu diesem Titel Lust auf das Buch gemacht, über Natira gelangte es dann in meine Hände und während der „7 Days – 7 Books“ habe ich mir immer wieder ein paar schöne Momente damit gemacht.

Aufgeteilt ist „The Jane Austen Handbook“ in vier Kapitel, dazu kommen dann noch einige Anhänge zu Jane Austen, ihrem Werk und Veröffentlichungen (Buch und Film), die darauf basieren. Im ersten Kapitel, „Jane Austen’s World And Welcome To It“, wird darauf eingegangen, was eine wahre Lady ausmacht. Dabei wird nicht nur auf ihre Herkunft eingegangen, sondern selbstverständlich auch auf ihre Erziehung und auf die Art und Weise, wo und wie man die verschiedenen Jahreszeiten verbringt und ähnliches. Die weiteren Kapitel („A Quick Succession of Busy Nothings; or, Everyday Activities“, „Making Love“ und „The Best Company; or, Social Gatherings“) beschäftigen sich dann mit den Kriterien, die ein potenzieller Ehemann zu erfüllen hat, mit der Kindererziehung, mit Haushaltsfragen und vielen andere Details bis hin zu der Frage, wie eine Lady selbst auf ehrbare Art und Weise Geld verdienen kann, wenn es das Schicksal (oder das Vermögen ihres Vaters) es nicht gut mit ihr gemeint hat.

Ich muss gestehen, dass ich das Vorwort an diesem Buch am wenigsten mochte, nicht nur weil Margaret C. Sullivan den Begriff „Janeites“ verwendet (ich mag solche Schubladenbegriffe nicht), sondern auch weil sie der Leserin unterstellt, dass sie Jane Austens Romane vor allem wegen der Liebesgeschichten, der Happy Ends, der Beschreibungen von Kleidern und Bällen lesen würde. Ich gebe zu, dass das eine nette Dreingabe ist, aber ich mag in erster Linie die Charaktere, die wundervollen Dialoge (gerade zwischen Figuren, die eben nicht in Begriff stehen sich ineinander zu verlieben) und die häufig sehr pragmatisch wirkenden Aussagen zum Leben in dieser Zeit.

Wer Jane Austens Geschichten oder Romane vergleichbarer zeitgenössischer Autoren gelesen hat, wird nicht so viele neue Informationen in „The Jane Austen Handbook“ finden. Auch wiederholen sich einige Details, weil sie eben zu unterschiedlichen Themengebieten passen und deshalb mehrfach aufgegriffen werden wie zum Beispiel die Tatsache, dass sich eine Lady um die Bedürftigen und Kranken zu kümmern hat und wie dieses geschehen sollte. Aber all diese Informationen werden wirklich in ansprechender Form präsentiert und immer wieder mit Zitaten aus Jane Austens Romanen oder Verweisen auf ihre Figuren belegt.

So bekommt man einen schönen Einblick in das Leben Anfang des 19. Jahrhunderts (zumindest für diese Gesellschaftsschicht), während die vielen verschiedenen Details und Informationen auf humorvolle Weise präsentiert werden. Vor allem den Teil des Buches, der sich mit dem Thema Kindererziehung beschäftigt, habe ich mit einem ständigen Schmunzeln gelesen. So ist „The Jane Austen Handbook“ informativ, unterhaltsam und sorgt mit den vielen kurzen Abschnitten zu den verschiedenen Themen für entspannte Lesestunden. Dazu kommen noch die liebevollen Illustrationen von Kathryn Rathke (bei Hermias Rezension könnt ihr davon ein paar Beispiele sehen), die die verschiedenen Aussagen ganz entzückend unterstreichen – und mich immer wieder an bestimmte Szenen aus Jane Austens Romanen erinnert haben.

[Kurz und knapp] Harald Schneider: Tote Beete (Hörbuch)

„Tote Beete“ von Harald Schneider ist – wie ich im Nachhinein erfahren habe – der zehnte Teil einer Krimiserie rund um den Polizisten Reiner Palzki. Die Romanvorlage ist im Gmeiner Verlag erschienen, die Hörbuchumsetzung bei Radioropa und gelesen wurde das Ganze von Manfred Callsen. Für die Inhaltsangabe bemühe ich mal den Klappentext des Hörbuchs:

„Hauptkommissar Reiner Palzki besucht mit seiner Familie nicht ganz freiwillig die Landesgartenschau in Landau, als plötzlich eine gewaltige Explosion das Gelände erschüttert. Ein Besucher ist tot, ein Gärtnermeister verletzt. Bei seinen Ermittlungen stößt Palski auf dubiose Vorgänge, in die der Gärtner verwickelt war. Aber auch der bekannte Salathersteller, bei dem der Tote als Prokurist arbeitete, hat mehr als ein finsteres Geheimnis …“

Regionalkrimis sind ja immer so eine Sache. Manche finde ich wunderbar (z.B. „Frau Maier fischt im Trüben“), andere zumindest ganz nett und dann gibt es die, bei denen ich mir ernsthaft vornehme nie wieder einen Regionalkrimi anzufassen. Leider gehört „Tote Beete“ zur letzteren Kategorie – was nicht nur meinen Blutdruck in den letzten Tagen regelmäßig in die Höhe getrieben hat, sondern auch dafür sorgte, dass mein Mann sich nach den ersten Minuten weigerte auch noch ein weiteres Kapitel dieses Machwerks zu ertragen.

Sollte unter euch jemand sein, der diese Geschichte (oder die Vorgängerromane) mochte, den bitte ich mir zu erklären, was daran unterhaltsam sein soll! Dass der Kriminalfall unlogisch und banal gestaltet wurde, ist kein Problem für mich, ist dieser Teil der Handlung doch eh in diesem Fall nebensächlich. Was ich aber wirklich schlimm fand, war die Charaktergestaltung. Palzki ist ein aufgeblasender Idiot, der für seine Umwelt nur Verachtung übrig hat, und der Rest der Figuren besteht entweder aus farblosen Randerscheinungen (z.B. seine Kollegen, die im Gegensatz zu ihm wenigstens ab und an arbeiten) und vollkommen abgedrehten Personen, die so extrem „überzogen“ dargestellt werden, dass es einfach nicht mehr witzig ist.

Harald Schneider spielt in seiner Geschichte nicht mit Klischees, sondern arbeitet anscheinend eine Liste mit „witzigen“ Vorurteilen ab. Witze über VegetarierInnen/VeganerInnen? Erledigt! Witze über Frauen, die Handarbeiten? Erledigt! Witze über geldgierige Ärzte? Erledigt! Witze über Vorgesetzte? Erledigt! – und so könnte man endlos fortfahren. Das Ganze ist dabei so platt und billig dargestellt, dass es einfach nicht amüsant ist. Dazu wird jede „humorvolle“ Bemerkung so lange erklärt, dass selbst eine Amöbe irgendwann den „Witz“ dahinter verstanden haben sollte – was es wirklich nicht lustiger macht.

Außerdem ist die ganze Geschichte sehr dialoglastig, was kein Problem wäre, wenn die diversen Figuren eine eigene Stimme hätten. Aber alle Personen klingen gleich, verwenden die gleichen Satzstrukturen, die gleichen Redewendungen und haben die gleiche Art sich auszudrücken. Dazu kommt noch eine unerträgliche Belanglosigkeit der Gespräche, die häufig überhaupt erst deshalb entstehen, weil Palzki quer durch die Gegend fährt, um dann vier Sätze mit einem Zeugen oder Verdächtigen auszutauschen, und dann wieder wegzugehen, weil er keine Lust mehr hat zu arbeiten. Das Ganze ist definitiv nicht meine Art von Humor – und wenn man den Humor nicht mag, dann gibt es wirklich nichts Erträgliches an „Tote Beete“.

Auch wenn mir das Hörbuch so gar nicht gefallen hat, muss ich zugeben, dass Manfred Callsen seine Arbeit – im Rahmen dessen, was die Geschichte nun mal hergibt – gut gemacht hat. Die ganze Zeit hatte der Sprecher einen angemessenen amüsierten Unterton, während er die Geschichte gelesen hat und seine Stimme habe ich als angenehm klar empfunden. Achja, das Hörbuch beinhaltet neben dem Krimi noch drei „Bonus“-Kapitel (übrigens als Extra-Bonus bezeichnet – was ja wohl ein bisschen doppelgemoppelt ist), die eine kurze „Mitrategeschichte“, eine Kurzgeschichte und einen Vortrag des Autors zu seinen Krimis beinhalten. Alles miteinander hält das „Niveau“ des Krimis und ist ebenso „lustig“ anzuhören.