Ich habe Ende November „Rose“ von Holly Webb durch eine Rezension zu der Reihe von Tamora Pierce entdeckt und konnte gerade noch vor meinem Geburtstag die vier Bände auf den Wunschzettel setzen. (Kurz darauf habe ich dann noch herausgefunden, dass ich die Bücher schon mal nach Kiyas Rezension ins Auge gefasst hatte. Das kommt davon, wenn der „noch überlegen“-Zettel viel zu lang ist … *g*) Bei der „Weihnachtsaktualisierung“ meiner Wünsche habe ich dann festgestellt, dass Band 2-4 vom Wunschzettel verschwunden waren – und da ich keine Lust hatte, darauf zu warten, ob sich jemand zu Weihnachten des ersten Teils erbarmt, habe ich das Buch kurzerhand bestellt und dann innerhalb eines Tages gelesen. Nach dieser viel zu langen Einleitung könnte ich mich eigentlich auf ein „Das war wirklich ein hübsches Buch!“ beschränken, aber das wäre dann vielleicht doch etwas unausgewogen.
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Dezember-SuB 2015
Im November habe ich, wenn man die reinen Zahlen betrachtet, mit gerade mal 8 Büchern und 1 Hörbuch recht wenig gelesen bzw. gehört. Allerdings habe ich das Bundle mit 16 Weihnachtsgeschichten als einen Titel gezählt und habe somit insgesamt 3 Bücher in meiner Statistik, deren Seitenzahlen von 600 bis 900 Seiten geht. So wenig Lesezeit hatte ich also nicht in diesem Monat. 😉 Auch mit meinen SuB-Zahlen war ich sehr zufrieden, obwohl mein Geburtstag da für einigen Zuwachs gesorgt hat – über den ich mich ganz gewiss nicht beschweren werde. 😉
Im Dezember finde ich hoffentlich sehr viel Zeit zum Lesen. Ich habe alle Aktivitäten, bei denen das möglich war, reduziert und will mich zu einem großen Teil dem Entspannen und Lesen widmen. Dabei setze ich – auch aufgrund von Arianas Adventslesen – den Schwerpunkt auf Märchen und märchenhafte Fantasy, allerdings muss ich auch noch das letzte Sachbuch für die Challenge lesen und rezensieren (was theoretisch zügig ginge, wenn ich nur endlich eins der angefangenen Bücher beenden würde). Leihtitel sollten mir immerhin dieses Mal nicht dazwischen kommen. Die privaten Leihgaben können gewiss noch bis Januar warten, während ich bei den Bibliotheksbüchern morgen die letzten beiden Ausleihen für dieses Jahr zurückgeben werde.
Deutscher SuB:
- Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
- Tim Akers: Das Herz von Veridon
- Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
- Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
- Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
- Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
- Brom: Krampus
- Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
- Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
- Melissa Fairchild: Weltenwanderer
- Lotte und Søren Hammer: Das weiße Grab
- Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
- Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
- Daniel Holbe: Giftspur
- John Irving: Letzte Nacht in Twisted River
- Tove Jansson: Winter im Mumintal
- Tove Jansson: Geschichten aus dem Mumintal
- Celine Kiernan: Schattenpfade
Jessica Kremser: Frau Maier sieht Gespenster- Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
- Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
- Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
- Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
- Silvia Roth: Querschläger
- Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
- Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
- Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
- Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
- Charles den Tex: Die Zelle
- Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
- Uwe Voehl: Tod und Schinken
- Xinran: Gerettete Wort
- Xinran: Wolkentöchter
- Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
31 Titel auf dem SuB
Englischer SuB:
- Holly Black: The Darkest Part of the Forest
Deborah Blake: Wickedly Dangerous- Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
- Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
- Sarah Rees Brennan: Untold (The Lynburn Legacy #2)
- Patricia Briggs: Bone Crossed (Mercy Thompson #4)
- Patricia Briggs: Silver Borne (Mercy Thompson #5)
- Gail Carriger: Etiquette and Espionage (Finishing School #1)
- Soman Chainani: The School for Good and Evil 2
- Jennifer Estep: Deadly Sting (Elemental Assassin #8)
- Jennifer Estep: Heart of Venom (Elemental Assassin #9)
- Diana Pharaoh Francis: The Black Ship (Crosspointe Novel #2)
- Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
- Tanya Huff: The Silvered
- D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
Morgan Keyes: Darkbeast- Lynn Kurland: Star of the Morning
- Robin McKinley: Chalice
Anthony Minghella: Jim Henson’s The Storyteller- Moira J. Moore: Resenting the Hero
- Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)Tamora Pierce: Battle Magic (Circle Reforge)- Cindy Pon: Serpentine
- Philip Reeve: Larklight
- A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
- Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
Holly Webb: RoseHolly Webb: Rose and the Lost PrincessHolly Webb: Rose and the Magician’s MaskHolly Webb: Rose and the Silver Ghost- Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child
16 Titel auf dem englischen SuB
(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)
Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewoche: 1. Advent
Wie schon angekündigt, beteilige ich mich auch in diesem Jahr wieder an Arianas Adventslesen und stelle deshalb an jedem Sonntag einen Beitrag online, in dem ich über die gelesenen Geschichten schreibe und von meinen – hoffentlich gemütlichen – Adventssonntagen berichte. Weitere Teilnehmer findet ihr bei Ariana unter diesem LINK.
In diesem Jahr habe ich ungewöhnlich früh und schon ziemlich viele „Weihnachtsgeschichten“ gelesen, weil ich im November nach Geschichten gesucht habe, die simpel und wohltuend sind. Trotzdem fühle ich mich noch nicht übersättigt, werde aber in den kommenden Wochen eher zu Märchen und märchenhafter Fantasy greifen, weil das für mich auch in die Winter-(Weihnachts-)Zeit gehört und ich mir extra ein paar Bücher dafür „aufgespart“ habe.
Außerdem haben wir es in diesem Jahr so eingerichtet, dass wir keine größeren Termine oder Vorhaben mehr haben und es uns einfach gemütlich machen können – und das sollte zu so einigen Lesestunden führen. Die vergangenen Monate waren in mehrfacher Hinsicht etwas anstrengend und nun wird es Zeit, etwas zu Ruhe zu kommen. Die Katzen genießen es auch, wenn wir nicht nur anwesend, sondern auch entspannt und schmusebereit sind. 🙂
Nachdem ich seit Mittwoch gar nichts mehr gelesen habe, weil ich von all der Auswahl etwas erschlagen war und mich nicht entscheiden konnte, geht es heute mit „Snow White and Rose Red“ von Patricia C. Wrede los. Die Autorin hat das Märchen in England angesiedelt (so gibt es auf den ersten Seiten schon einen Verweis auf London und die Themse und das Vorwort spricht vom elisabethanischem England) und zu Beginn lernt man die Witwe Arden und ihre beiden hübschen Töchter kennen, die zu dritt in einem kleinen Ein-Zimmer-Cottage am Rande eines Waldes leben. Die Tatsache, dass die Frauen für sich bleiben, auch wenn sie jeden Sonntag in die Kirche gehen, und so nah am Wald leben, sorgt für einige Gerüchte im Ort. Es wird sogar von Hexerei geredet – wobei das auch darauf zurückzuführen ist, dass die Witwe ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Kräutern verdient und schon mehrere Heiratsanträge für ihre Töchter abgelehnt hat. Gerade Letzteres kommt bei den Nachbarn (mit den abgewiesenen Söhnen und den weniger begehrten Töchtern) nicht so gut an. 😉
Update 13:45 Uhr
Ich bin noch etwas unschlüssig, wie mir das Buch gefällt. Ich kann sagen, dass mir die Grundidee und die Figuren in „Snow White and Rose Red“ sehr zusagen, aber ich habe eindeutig ein Problem mit der Sprache, denn vor allem die Dialoge sind sehr „Shakespeare-isch“ und das führt dazu, dass ich mir regelmäßig Sätze lautmalerisch vorstellen muss, um den Inhalt mitzubekommen. Bei Shakespeare selber habe ich da weniger Probleme, durch den Rhythmus finde ich seine Texte erstaunlicherweise verständlicher …
Immerhin kann ich erzählen, dass der Wald, an dessen Grenze die Witwe und ihre beiden Töchter leben, einen Durchgang zur Feenwelt besitzt – und dass die beiden Schwestern einen Großteil der Kräuter, die ihre Mutter verkauft, in dieser Feenwelt sammeln. Außerdem scheint der Vorwurf der Hexerei nicht ganz so unbegründet zu sein … 😉
Update 23:00 Uhr
Seit dem letzten Update habe ich weiter in „Snow White and Rose Red“ gelesen. Der (reale) Hofastrologe der Königin spielt eine Rolle in der Geschichte und selbst seine Position hat ihn in der Vergangenheit nicht davor bewahrt, der Hexerei bzw. Zauberei angeklagt zu werden, auch wenn sie ihn immerhin davor bewahrt hat, dass er verurteilt und verbrannt wurde. So ist es kein Wunder, dass die Witwe Arden befürchtet, dass irgendwann Gerüchte bezüglich ihrer Tätigkeiten und des Wissens ihrer Tochter gestreut werden könnten. Außerdem bin ich zwei Zauberern begegnet, deren Meinung von ihren Fähigkeiten deutlich höher waren als ihr gesunder Menschenverstand, ich habe mehrere Wesen aus dem Feenreich kennengelernt und zwei Prinzen, die einander zwar nahe stehen, aber nicht verstehen. Patricia C. Wrede verwendet bei diesem Buch wirklich viele keltische Sagenelemente und ich fürchte bei all den düsteren Elementen sehr um die beiden Schwestern und ihre Mutter.
Dann habe ich noch – dank Baltimore – am Nachmittag ein Sofaschläfchen eingelegt. Eigentlich war ich nicht müde, aber da er heute besonders häufig und besonders heftig im Schlaf vom Sofa gefallen ist, habe ich ihn in die Arme genommen und solange beschmust, bis er auf mir eingedöst ist. Tja, und da lag ich da und hatte die Arme voll Kater und nichts um mich zu beschäftigen und so fielen auch mir die Augen zu. 😉 Ich wünschte, wir würden einen Weg finden, um ihn von der Sofalehne fernzuhalten, aber da schläft er – gerade wenn die Heizung an ist – besonders gern und besteht hartnäckig darauf, dass er immer wieder dort seinen Platz findet. Er versteht einfach nicht, dass er inzwischen zu alt und zu schwach ist, um an einem Ort sicher zu schlafen, von dem er im Tiefschlaf fallen kann …
Ansonsten habe ich heute noch Abendessen für mich gekocht (Bulgur mit Paprika und Tomatenmark), Teig für das morgige Fladenbrot angesetzt und mit meinem Mann die letzten beiden Folgen der dritten „Pretender“-Staffel geschaut. Ich finde es so wunderbar, wie in der Serie die Figuren dargestellt werden und in dieser Staffel ist mir besonders ins Auge gefallen, wie sehr mit Miss Parkers Make Up gespielt wird, um ihre Charakterveränderungen und ihren Gemütszustand zu unterstreichen.
Jetzt drehe ich noch eine Kommentarrunde und dann geht es für mich auch schon ins Bett. Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche! 🙂
Dies und Das (6): Verwöhntag und SuB-Zuwachs im November
Wie in jedem November lassen sich mein Geburtstag, an dem ich mich gründlich verwöhnen lasse, und mein „SuB-Zuwachs“ nicht voneinander trennen. Auch in diesem Jahr habe ich diesen Verwöhntag rundum genossen. Mein Mann hat die Gelegenheit genutzt und ein paar Tage freigenommen, um noch ein paar Urlaubstage abzubauen, und so sind wir morgens in unser Lieblingscafé gegangen und haben den Tag mit einem gemütlichen und sehr leckeren Frühstück begonnen.
Ich mag dieses Café wirklich sehr, es ist auf eine entspannte Weise trubelig, das Publikum ist total gemischt und passt vielleicht gerade deshalb erstaunlich gut zusammen und das Essen ist sehr lecker mit qualitativen, regionalen (Bio-)Zutaten. Und wenn man Sonderwünsche hat oder noch eine Extrascheiben von dem leckeren Brot haben möchte, weil noch so viele Leckereien zu probieren sind, dann geben einem der Besitzer und die Angestellten das Gefühl, als ob sie sich freuen würden, dass sie etwas für einen tun können. Es ist familiär und trotzdem kann man schön für sich bleiben, wenn man einfach nur seine Ruhe haben möchte. 😉
Auf dem Rückweg vom Café haben wir dann noch ein paar Erledigungen abgearbeitet und bei der Gelegenheit noch bei einer Bäckerei Kuchen für den Nachmittag gekauft – weil wir uns nicht entscheiden konnten, wurden es dann genügend Stücke, um auch noch was zum Nachtisch am Abend zu haben. Nur gut, dass mein Mann und ich eh immer den Kuchen teilen, damit wir möglichst viele Geschmacksrichtungen probieren können, sonst wäre die Entscheidung noch schwieriger geworden.
Nach dem Katzenfüttern habe ich mich dann auf meine Geschenke gestürzt – so viele tolle Bücher! – und den Rest des Tages dann nur noch mit dem Telefon in der Hand verbracht. Es war wieder ein wunderschöner Geburtstag mit so vielen lieben Menschen, die an mich gedacht (und meinen Wunschzettel geplündert) haben! 🙂
All die tollen Bücher sorgen natürlich auch dafür, dass der (englische) SuB wieder ansteigt, aber damit kann ich gerade ganz gut leben. Genau genommen sind folgende Titel neu bei mir eingezogen:
Simon/Simon/Schmidt/Knezevic: Das große Buch vom Brot
Ein sehr ausführliches Buch rund ums Brot mit ausführlich bebilderten klaren Anleitungen und sehr lecker klingenden Rezepten. Mal schauen, ob ich in diesem Jahr noch meinen ersten eigenen Sauerteig ansetze oder erst einmal mit gekauftem experimentiere. Auf jeden Fall werde ich das Brot- und Brötchenbacken in den nächsten Monaten noch etwas ernster angehen. 🙂
Marie Brennan: The Tropic of Serpents
Marie Brennan: Voyage of the Basilisk
[Fortsetzungen von „A Natural History of Dragons“]
Diana Pharaoh Francis: The Black Ship
[Fortsetzung von „The Cipher“]
Cindy Pon: Serpentine
[Jugendfantasy mit chinesischen Einflüssen]
Patricia C. Wrede: Snow White and Rose Red
[Märchenadaption von einer Lieblingsautorin! *hach*]
Morgan Keyes: Darkbeast
[Märchenhafte Jugendfantasy zum Ausprobieren – ein erstes Anlesen macht schon sehr viel Lust auf die Geschichte!]
Jessica Kremser: Frau Maier sieht Gespenster
[Fortsetzung von „Frau Maier fischt im Trüben“ und „Frau Maier hört das Gras wachsen“]
Diana Pharaoh Francis: Bitter Night
Diana Pharaoh Francis: Crimson Red
[Nicht SuB-relevant, da schon als deutsches eBook gelesen.]
D.B. Jackson: Thieve’s Quarry
[Fortsetzung von „Thieftaker“]
Laura Amy Schlitz: Clara und die Magie des Puppenmeisters
„Clara und die Magie des Puppenmeisters“ von Laura Amy Schlitz war eine Spontanausleihe in der Bibliothek und hat mir beim Lesen großes Vergnügen bereitet. Die Geschichte spielt zum Großteil im November und Dezember 1860 in London und beginnt mit dem zwölften Geburtstag von Clara Wintermute. Das Mädchen ist die einzige Tochter eines wohlhabenden Arztes und seiner Frau – und die einzige Überlebende von insgesamt fünf Geschwistern. So ist Claras Leben vor allem vom Gedenken an ihre verstorbenen Brüder und Schwestern geprägt, was sie sehr belastet. Umso mehr freut sie sich, als ihr Vater zugestimmt hat, dass der Puppenspieler zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen wird, den sie vor einigen Tagen bei einem Spaziergang mit ihrer Gouvernante im Park gesehen hat.
Natürlich kann Clara zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass „Professor“ Grisini, der gemeinsam mit seinen beiden jungen Helfern Parsefall (der ein Künstler mit den Marionetten und auch sonst sehr geschickt mit seinen Fingern ist) und Lizzie Rose (die unter anderem für die musikalische Untermalung zuständig ist) die transportable Puppenbühne betreibt, ein skrupelloser und gefährlicher Mann mit übernatürlichen Fähigkeiten ist. So liegt der Verdacht nahe, dass der Puppenmeister seine Hände im Spiel hat, als Clara kurz nach ihrem Geburtstag verschwindet. Auch Lizzie Rose und Parsefall gehen davon aus, dass ihr Vormund etwas mit dem Verbrechen zu tun hat. Doch solange sie von Grisini abhängig sind und ihr Alltag so beschwerlich und von Entbehrungen geprägt ist, sind Claras Schwierigkeiten nicht ihre oberste Priorität.
Im Laufe der Handlung findet der Leser – ebenso wie auch Lizzie Rose und Parsefall – mehr über Grisini, über Claras Verbleib, über die Magie und über die Hexe Cassandra, die letztendlich der Auslöser für all die Ereignisse ist, heraus. So sind Lizzie Rose und Parsefall für mich die eigentlichen Hauptfiguren in der Geschichte, da sie es sind, die die Handlung vorantreiben und um deren Schicksal es immer wieder geht – was mit ein Grund dafür ist, warum ich den Originaltitel, „Splendors and Glooms“, deutlich passender finde als den deutschen. Auch beschreibt der Originaltitel die wundervolle Atmosphäre der Geschichte viel besser. Das ganze Buch ist bestimmt von einer Mischung aus Trauer und Bedrücktheit, aber auch Freundschaft und der Fähigkeit, für kleine Dinge dankbar zu sein und sie zu genießen. Dabei gibt es auch immer wieder sehr hübsche amüsante Momente, die mich zum Schmunzeln gebracht haben.
Laura Amy Schlitz ist es gelungen, sowohl Claras Leben als „armes reiches Mädchen“ im materiellen Überfluss als auch Lizzie Roses und Parsefalls Alltag in Armut und Angst, aber dafür mit der Magie des Puppenspiels und dem – zumindest ab und an aufkommenden – Zusammenhalt der beiden überzeugend zu beschreiben. Abgesehen von Grisini wird keine Figur rein schwarz oder weiß beschrieben und selbst der Puppenmeister bekommt eine sympathische Seite, wenn man bedenkt, welche Bedeutung das Marionettentheater für ihn hat. Jeder Charakter hat seine Stärken und Schwächen und selbst wenn man jemanden nicht unbedingt sympathisch findet, so kann man doch die Beweggründe der betreffenden Person verstehen und nachvollziehen, wie es dazu kam, dass sich derjenige so entwickelt hat.
Die Magie zieht sich durch den gesamten Roman, ohne dabei im Vordergrund zu stehen. Dabei dreht es sich nicht nur um die Zauber, die Grisini und die Hexe Cassandra beherrschen, sondern auch um die Magie, die das (Puppen-)Theater ausüben kann oder die durch Gefühle und Träume entsteht. Die Magie ist durchgehend da, und gerade gegen Ende wird den Protagonisten immer bewusster, worum es eigentlich geht. Das führt zu sehr emotionalen Momenten. Dennoch haben mir vor allem die ganzen kleinen Alltagsszenen rund um Lizzie Rose und Parsefall gefallen sowie die Szenen, in denen Clara die Gelegenheit bekommt, in ganz andere Lebensumstände hineinzuschnuppern.
Insgesamt war das einfach ein wirklich schöner und atmosphärisch geschriebener Roman mit tollen Charakteren, wunderbar unheimlichen Momenten und immer wieder überraschenden Entwicklungen.
Sarah Rees Brennan: Unspoken (The Lynburn Legacy 1)
Ich weiß gar nicht mehr, auf welchem Blog ich „Unspoken“ von Sarah Rees Brennan entdeckt habe, nur noch, dass es im Rahmen einer „7 Days – 7 Books“-Aktion war. Nachdem das schöne Hardcover (zu dem es natürlich keine optisch passenden Fortsetzungen gibt *seufz*) bei mir eingezogen war, lag es erst einmal eine Weile auf dem SuB, bis ich in den letzten Tagen endlich Lust auf eine „märchenhafte Jugend-Urban-Fantasygeschichte mit Schauerromanelementen“ hatte. Dafür habe ich dann das Lesen des Romans umso mehr genossen und mir bewusst Zeit damit gelassen, weil ich die Atmosphäre der Geschichte so gemocht habe.
Vorneweg schon mal zwei Kritikpunkte: Meiner Meinung nach handelt die 17jährige Protagonistin Kami häufig, als wäre sie jünger, auch wenn es immer wieder Szenen gibt, in denen sie sehr erwachsen und verantwortungsbewusst wirkt, und das fand ich stellenweise irritierend. Und ich bin mir nicht sicher, was ich von dem Ende halte. Es gibt kein Happy End, was gut ist, denn das hätte bei der Geschichte nicht gepasst – mit der Entwicklung der Handlung bin ich einverstanden, die ist stimmig. Es ist ein offenes Ende, was okay ist, denn es ist der erste Teil einer Trilogie und da kann ich mit Cliffhangern leben. Trotzdem fand ich die letzte Szene ein bisschen unbefriedigend und kann nicht genau den Finger drauflegen, warum das so ist. Von diesen zwei Punkten abgesehen habe ich die Geschichte, die Protagonistin Kami und ihre Ermittlungen bezüglich der geheimnisvollen Familie Lynburn sehr gemocht.
Kami Glass lebt schon ihr ganzes Leben lang in dem kleinen Ort Sorry-in-the-Vale und empfindet sich aus gleich zwei Gründen als Außenseiterin. Auf der einen Seite ist ihre Großmutter Japanerin gewesen (was man ihrem Vater und ihren Brüdern auch ansieht) und auf der anderen Seite tauscht sie sich von klein auf regelmäßig mit ihrem unsichtbaren Freund Jared über all ihre Gedanken und Gefühle aus. Genauer gesagt existiert dieser Freund nur als Stimme in ihrem Kopf, und auch wenn sie seine Existenz nicht an die große Glocke hängt, wird sie immer wieder von diesen Gesprächen in ihrem Kopf so sehr abgelenkt, dass sie ihrer Umgebung und den „realen Menschen“ in ihrem Umfeld nicht die angemessene Beachtung schenkt.
Kamis großer Traum ist es, einmal als Reporterin erfolgreich zu sein, und so überredet sie ihre einzige Freundin Angela, zusammen mit ihr eine Schülerzeitung zu starten. Großes Thema der ersten Ausgabe ist die Rückkehr der Familie Lynburn, der ein Großteil des Grundbesitzes in Sorry-in-the-Vale gehört und die auch in heutiger Zeit immer noch sehr nach Gutsherren-Art in der kleinen Stadt herrscht. Die beiden Lynburn-Schwestern Rosalind und Lillian hatten den Ort unabhängig voneinander vor langer Zeit verlassen – und wenn man den kleinen Nebenbemerkungen der Ortsansässigen glauben darf, dann war das ein großes Glück für alle Anwohner. Kami ist sich sicher, dass es ein Geheimnis um die Familie Lynburn gibt, und obwohl ihr von allen Seiten abgeraten wird, macht sie sich daran, dieses Geheimnis herauszufinden. Eine große Überraschung gibt es dabei für sie schon sehr früh: Ihr unsichtbarer Freund Jared ist nicht nur ein real existierender Junge, sondern auch noch der Sohn von Rosalind Lynburn.
Ich mochte es sehr, wie Kamis Freundschaft mit Jared anfangs beschrieben wird (wobei ich mich später schon fragte, wie die beiden ihre Freundschaft so führen konnten, wenn er doch all die Jahre in Amerika lebte und es da schon einen kleinen Zeitunterschied zu England gibt 😉 ) und wie sehr ihr Wohlbehagen über eine so vertraute Seele in Entsetzen umschlägt, als sie feststellen muss, dass es da einen realen Jungen gibt, der jedes ihrer Geheimnisse kennt. Sarah Rees Brennan hat es meiner Meinung nach sehr schön hinbekommen, diesen Zwiespalt zwischen „wir kennen uns so lange, wir sind die besten Freunde“ und „die andere Person kennt mich durch und durch, was sie in die Lage versetzt, mich tiefer zu verletzen als jeder andere“ zu beschreiben.
Dazu kommt noch die ungewöhnliche Stadt Sorry-in-the-Vale, die sich anfangs wie eine ganz normale Kleinstadt anfühlt, in der sich alle relativ gut kennen und ihrem ganz gewöhnlichen Leben nachgehen. Und wer mal für eine Zeit dem Kleinstadtmief entkommen will, fährt eben für ein paar Tage nach London, um etwas Großstadtluft und Kultur zu tanken. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass sich mehr hinter der Kleinstadtfassade verbirgt und dass es einen Grund für die tiefsitzende Furcht vor der Familie Lynburn gibt. Auch hier hat es mir gefallen, wie die Autorin so nach und nach kleine Elemente in die Handlung eingeflochten hat, die auf etwas Übernatürliches hindeuten und die dafür sorgen, dass die Atmosphäre in der Geschichte immer beklemmender wird.
Überhaupt waren es diese kleinen Momente, die diesen Roman für mich – trotz aller unheimlichen und schrecklichen Ereignisse – zu einem Wohlfühlbuch gemacht haben. Ich mochte es, wie mich die Welt, die Sarah Rees Brennan da geschaffen hat, zum Tagträumen animiert hat, und mir gefiel Kamis Verhältnis zu ihrer Familie ebenso wie das zu ihren Freunden (denn natürlich ist Angela langfristig nicht die einzige Person, die von Kami in die Angelegenheit verwickelt wird). Da war es auch vollkommen in Ordnung, dass mich die Geschichte, trotz aller tragischen Momente, weniger emotional bewegt als meine Fantasie angeregt hat, während ich über die eine oder andere Situation und diverse Dialoge schallend gelacht habe.
SuB-trahiert: Irgendwie ein Fazit
Vor ungefähr einem Jahr habe ich meinen ersten „SuB-trahiert“-Beitrag angefangen, der dann Anfang Dezember 2014 auf dem Blog veröffentlicht wurde. Seitdem habe ich fast jeden Monat meinen SuB nach Büchern durchforstet, die schon länger als ein halbes Jahr darauf warten, gelesen zu werden, und sie entweder gelesen oder – nach einem mehr oder weniger intensiven Anlesen – endgültig aussortiert.
Da ich es sowohl ermutigend als auch befriedigend finde, Listen zu führen, habe ich aus dem SuB-trahieren ein persönliches Vorhaben für dieses Jahr gemacht – ebenso wie aus dem Abbau meines englischen SuBs, den ich aus irgendeinem (selbst für mich kaum erklärbaren) Grund separat liste. Das Jahr ist noch nicht vorbei, aber bevor der „große Buchzuwachs zum Jahresende“ anfängt, möchte ich doch schon ein erstes Fazit ziehen.
In den vergangenen zwölf Monaten habe ich 48 Bücher „SuB-trahiert“, davon wurden 26 Titel gelesen und 22 Titel aussortiert. Natürlich hatte ich auch ein paar aktuellere Romane auf dem SuB, die ich im Laufe des Jahres gelesen habe, außerdem kam das eine oder andere Buch neu dazu – und so hat sich meine SuB-Zahl insgesamt von 82 (01.11.2014) auf 32 (01.11.2015) reduziert.
Bei den englischen Büchern hat sich mein SuB von 38 (01.01.2015) auf 12 Titel gesenkt und hier habe ich im Laufe des Jahres deutlich gemerkt, dass es häufig immer noch – obwohl mein englisches Lesen deutlich besser geworden ist – an der Sprache oder dem Aufbau der Geschichte liegt, wenn ein Buch länger auf dem SuB liegen bleibt. Außerdem lese ich auf Englisch nicht so viele verschiedene Genres, so dass ich ab und an eine Pause von meinen englischen Romanen benötige.
Auf jeden Fall bin ich gerade relativ zufrieden mit der Höhe meines SuBs, wenn auch noch nicht so ganz mit dem Alter einiger Titel und der Genreauswahl, die mir damit noch verbleibt. Oder um es anders auszudrücken: In gewisser Weise ist mein SuB im Laufe des Jahres schon fast wieder zu klein geworden!
Gerade bei dem englischen SuB macht sich das bemerkbar, denn darauf befinden sich fast nur noch märchenhafte Bücher oder (Jugend-)Fantasy. Der deutsche SuB bietet mir zwar mehr Auswahl, aber einige Titel sind Reihenfortsetzungen, bei denen ich den vorhergehenden (oder ersten) Band noch einmal anschauen will, bevor ich weiterlese, oder sie gehören zu Genres, die ich zur Zeit eher weniger lese. Dafür vermisse ich ein paar Untergenres, auf die ich eigentlich fast immer zugreifen mag. Wobei mir bewusst ist, dass gerade die Tatsache, dass ich bestimmte Romanarten bevorzuge, dazu führt, dass die nicht lange auf dem SuB liegen. Aber das ändert nichts daran, dass ich gern welche davon auf Vorrat hätte, um nach Lust und Laune darauf zurückgreifen zu können.
Obwohl ich im letzten Jahr viel auf Bibliotheksbücher und Leihgaben zurückgegriffen habe, fühlen sich insgesamt 44 ungelesene Bücher im Regal etwas wenig an, wenn man bedenkt, dass ich in diesem Jahr bislang im Schnitt 15 Bücher pro Monat gelesen habe.
Deshalb werde ich das SuB-trahieren zwar (bis zum Ende des Jahres) weiterführen, aber nicht unbedingt, um den SuB zu minimieren, sondern eher, um endlich ein paar ältere Titel in Angriff zu nehmen, um zu verfolgen, wie manche Bücher auf dem SuB gelandet sind und warum sie so lange ungelesen blieben, und nicht zuletzt, um ein paar Reihen auf den aktuellen Stand zu bringen.
[Oh, und weil ich das für mich persönlich auch noch interessant finde: Ich hatte vom 01.01.2015 bis 01.11.2015 insgesamt 16 Neuzugänge (6 deutsche Bücher, 10 englische Romane), von denen ich 7 (1 deutscher Roman, 6 englische Titel) im Anschaffungsmonat gelesen habe.]
J. L. Campbell: The Vet’s Christmas Pet
In den letzten Tagen ist es mir schwer gefallen, mich auf meine Bücher zu konzentrieren, und doch hatte ich ein großes Bedürfnis danach, mich mit Lesen abzulenken. Also habe ich zu einem bewährten Mittel gegriffen und mich auf billige Liebesromane gestürzt. Wobei das „billig“ im doppelten Sinn gemeint ist, die Geschichten waren günstig (ein Bundle mit 16 Liebesgeschichten – mit Schwerpunkt Tiere und Weihnachten – für 99 Cent) und die bislang gelesenen Sachen waren auch so simpel gestrickt, wie ich es erwartet hatte. Da war es egal, wenn ich mit meinen Gedanken woanders war und mich nicht erinnern konnte, ob die Protagonistin nun Debbie oder Noelle hieß und welchen Namen vielleicht ihr Vogel/Hund/Frettchen hatte, ich konnte der Handlung ausreichend folgen, hier und da gab es etwas zum Schmunzeln oder sogar ein Tränchen zu verdrücken und ich habe mich angenehm ablenken lassen.
Nur eine Geschichte aus „Christmas Pets and Kisses“ hat mich geärgert, nachdem ich bislang ungefähr die Hälfte der Texte gelesen habe: „The Vet’s Christmas Pet“ von J. L. Campbell. Die Handlung spielt auf Jamaika, wobei der einzige für mich erkennbare Hinweis auf den Handlungsort das eine oder andere Getränk war, das ich in einem europäischen oder amerikanischen Kühlschrank nicht als selbstverständlich ansehen würde. Aber wer weiß, vielleicht ist das Leben auf Jamaika abgesehen von der Getränkewahl total amerikanisch und die Geschichte fühlte sich deshalb zu Recht so gewöhnlich an. (Allerdings muss ich zugeben, dass verschiedene Rezensionen zeigen, dass englische Muttersprachler anhand der Sprache erkennen können, dass das Ganze auf Jamaika spielt – mir fehlt da definitiv das Gefühl für eventuelle sprachlichen Besonderheiten.)
Außerdem hatte ich ein Problem mit der Erzählweise. Dass die Perspektive von Kapitel zu Kapitel wechselt und man die Handlung sowohl aus der Sicht des männlichen Protagonisten als auch aus Sicht der weiblichen Hauptfigur erzählt bekommt, ist eigentlich normal. Dass das Ganze aber jeweils in der Ich-Perspektive passiert, fand ich allerdings irritierend. Überhaupt hatte ich ein Problem mit den drei Protagonisten: Matthias, der Tierarzt, Toni, die geschiedene Mutter, und Jade, ihre zuckersüße fünfjährige Tochter, die angeblich so unter der – vor über zwei Jahren erfolgten – Trennung der Eltern gelitten hat. Toni und Matthias waren vor achtzehn Jahren auf der gleichen Schule und hatten ein Date, bei dem es zu einem unglücklichen Missverständnis kam. Als er sie nun wiedersieht, weil sie mit einem streunenden Welpen, von dem ihre Tochter befürchtet, dass Toni ihn angefahren hat, in seine Tierarztpraxis kommt, beschließt er, dass er alles dafür tun will, damit er sie nicht aus den Augen verliert.
Also drückt er dieser Frau, die definitiv keinen Hund möchte, keine Hundeerfahrung hat und die sich bis zum Schluss der Geschichte nicht mal von ihrer Tochter umarmen lassen mag, nachdem diese mit dem Hund gespielt hat, weil sie ja Hundehaare auf ihre Kleidung bekommen könnte, das Tier in den Arm und lügt sie kurz darauf noch an, als sie wissen will, ob sich jemand gemeldet hat, der den Welpen vermisst. Seine einzigen Entschuldigungen sind: 1. Er will schließlich Toni wiedersehen und das geht nur, wenn er weiterhin ihren Hund versorgen darf, und 2. Jade hat sich ja schon so in den Welpen verliebt. Natürlich verliebt sich eine Fünfjährige in einen Welpen, aber wenn die Mutter nicht bereit ist, sich mit dem Tier abzugeben und ein so junger Hund den ganzen Tag allein auf der Veranda leben muss, dann sollte ein Tierarzt ernsthaft darüber nachdenken, ob er da richtig handelt.
Erschreckenderweise ist Matthias trotzdem noch der sympathischere Teil des potenziellen Pärchens, denn Toni will sich nach ihrer Scheidung (von der mir die Autorin nicht klarmachen konnte, warum die so schrecklich war, abgesehen davon, dass der Ex-Mann sich seit dem Ende der Ehe für nichts mehr verantwortlich fühlt) auf keinen Mann mehr einlassen, Toni hat angeblich ganz schreckliche finanzielle Sorgen (auch in der Beziehung kann ich ihre Handlung nicht nachvollziehen, denn ein Teil der Sorgen resultiert daraus, dass sie unbedingt das gemeinsame Haus behalten will und nun alleine Schwierigkeiten bei der Abzahlung des Kredits hat, obwohl sie einen gut bezahlten Job hat). Und obwohl ihre Tochter ihr angeblich über alles geht, macht sie sich meiner Meinung nach zu viele Gedanken über Äußerlichkeiten und Erziehungsprinzipien und weniger um das Wohlergehen des Mädchens. Jade selber ist hingegen erwartbar süß, süß und niedlich und sooo weise für ihr Alter – und unterscheidet sich somit nicht sehr von vielen anderen Kindern in solchen Liebesromanen.
Am Ende der Geschichte gibt es noch einen (keineswegs überraschenden) dramatischen Moment, als Toni herausfindet, dass Matthias sie belogen hat. Dummerweise verweigert die Autorin dem Leser die auf den Streit folgende Entschuldigungs- und Erklärungsszene, und so bekommt man nur das „ich muss mit dir reden“-Telefonat des Tierarztes und ihre „nach einem ernsthaften Gespräch hängen wir nun knutschend auf dem Sofa“-Gedanken mit. Abgesehen davon, dass ich diesen Handlungsansatz eh bescheuert fand, hätte ich dann doch gern noch eine anständige Auflösung gehabt anstelle dieses Sprungs in der Handlung zum Happy End.
Vielleicht kommt nun bei dem einen oder anderen Leser die Frage auf, warum ich „The Vet’s Christmas Pet“ überhaupt beendet habe, aber da die Geschichte gerade mal 70 Seiten hatte und auch das Aufregen über eine bescheuerte Handlung und ebenso bescheuerte Figuren ablenkend sein kann, habe ich eben einfach weitergelesen und die Gelegenheit genutzt, mal wieder einen Verriss für den Blog schreiben zu können.
Shandy
Dorothy Gilman: Mrs. Pollifax Pursued (Hörbuch)
„Mrs. Pollifax Pursued“ von Dorothy Gilman ist die elfte Geschichte rund um Mrs. Pollifax und der erste Titel, der für mich noch unbekannt war. Dabei ist die Ausgangssituation schon einmal sehr reizvoll, da Mrs. Pollifax dieses Mal nicht im Auftrag des CIA unterwegs ist, um einen eigentlich ganz harmlosen Job auszuführen, sondern es mit einem Eindringling in ihrem Haus zu tun bekommt. Genauer gesagt ist es die neunzehnjährige Kady, die sich zwei Tage lang unbemerkt von Emily Pollifax in ihrem Haus versteckt, weil sie von zwei unheimlichen Männern in einem weißen Lieferwagen verfolgt wird.
Der Lieferwagen war auch schon Mrs. Pollifax aufgefallen, die sich wunderte, dass dieses Fahrzeug (mit dem unübersehbaren Rechtschreibfehler in der Beschriftung) so häufig durch ihre ansonsten so ruhige Wohnsiedlung fährt. Kurz darauf befindet sich Emily gemeinsam mit Kady auf der Flucht und muss ihre Verbindungen zur CIA spielen lassen, um eine sichere Zuflucht für sich und die junge Frau zu finden. So landen die beiden bei einem Jahrmarkt – und mitten in den Ermittlungen rund um einen missglückten Mordanschlag.
Es hat sich etwas seltsam angefühlt eine Mrs.-Pollifax-Geschichte zu hören, bei der Emily Pollifax nicht im Auftrag der CIA aktiv wird, sondern durch einen ungewöhnlichen Zufall in eine seltsame Angelegenheit verwickelt wird. Für den Zuhörer steht natürlich von Anfang an fest, dass es eine Verbindung zwischen den diversen Ereignissen gibt, aber das macht es nur umso amüsanter, wenn man verfolgt wie Mrs. Pollifax auf der einen Seite und Mr. Carstairs von der CIA auf der anderen Seite herauszufinden versuchen, was gerade eigentlich los ist. Dabei fand ich es auch schön, dass Mr. Carstairs dieses Mal eine etwas größere Rolle in der Geschichte spielte.
Auch war es ungewöhnlich, dass Emily Pollifax dieses Mal keine fremde Kultur kennenlernt, was sonst für mich immer einen großen Reiz bei den Geschichten ausgemacht hat, sondern sich „nur“ mit der ihr fremden Jahrmarktsgesellschaft aufeinandersetzen muss. Doch auch beim Aufeinandertreffen mit den Schaustellern sorgen Emilys Neugier und ihre Unvoreingenommenheit dafür, dass sie schnell ein Gefühl für das Leben auf dem Jahrmarkt bekommt. Ich muss gestehen, dass der Fall dieses Mal für mich eine besonders kleine Rolle gespielt hat, dafür habe ich es genossen wie Emily Pollifax und ihre neue Freundin Kady den Jahrmarkt erkundeten. Besonders Emilys Freude über Kadys neuen Job und ihre Art über all ihre Erlebnisse zu reden, wenn sie wieder einmal Kontakt mit Carstairs und seinem Assistenten Bishop hatte, fand ich wunderbar unterhaltsam.
Eine Mrs.-Pollifax-Geschichte ist für mich immer wie eine Heimkehr in ein gemütliches und heiteres Zuhause. Ich mag die Figuren, ich mag die Erzählweise und ich mag den Humor in den Geschichten und so habe ich „Mrs Pllifax Pursued“ wieder sehr genossen, auch wenn ich zugeben muss, dass es nicht gerade der beste Teil der Serie ist. Ich freue mich darüber, dass der nächste Teil anscheinend die direkte Fortsetzung dieses Hörbuchs ist und dass ich so eine Menge sympathischer Charaktere wiedertreffen werde – und das dann sogar in Afrika!
Noch ein kurzes Wort zur Sprecherin: Dass Barbara Rosenblat ihr Geschäft versteht, sollte ich in all den Rezensionen eigentlich schon genügend erwähnt haben. Auch dieses Mal mochte ich ihre Art die Handlung zu lesen sehr, obwohl mir auch nach einer etwas längeren Hörpause wieder aufgefallen ist, dass bestimmte Typen bei ihr immer sehr ähnlich klingen. Aber es ist eben nicht ganz einfach den unterschiedlichen Akzenten gerecht zu werden, wenn eine Autorin so viele verschiedene kulturelle Hintergründe für ihre Figuren verwendet. 😉



