Schon der zweite Adventssonntag und somit ist die erste Dezemberwoche auch schon vorbei. Ich habe es in den vergangenen Tagen eher gemütlich angehen lassen und viel Zeit mit dem einen oder anderen Buch verbracht. Wobei ich wohl die meisten Stunden mit „Snow White and Rose Red“ von Patricia C. Wrede beschäftigt war, da ich dank der Ausdrucksweise (und Schriftart – seit wann sind manche Schriftarten so anstrengend für mich?!) für den Roman etwas länger gebraucht habe.
Außerdem habe ich in der vergangenen Woche alle Weihnachtsgeschenke besorgt, damit die in den nächsten Tagen auf den Weg geschickt werden können. Bevor sich jemand wundert, dass ich damit so früh bin: Ein Teil der Familie hat im Dezember noch Geburtstag und da schicke ich lieber ein großes Päckchen, mit Geschenken für zwei Anlässe, als dass ich der Post doppeltes Porto zahle. 😉
Nachdem ich in der Woche noch „Rose“ von Holly Webb (nicht weihnachtlich, nicht wirklich auf märchenhafte Weise märchenhaft, aber so eine hübsche magische Geschichte) gelesen habe, ging es weiter mit „Jim Henson’s The Storyteller“ von Anthony Minghella. Die erste Geschichte, „The Three Ravens“, habe ich mir zum Frühstück gegönnt und war am Ende so bezaubert von dieser hübschen Nacherzählung, dass ich mein Brot glatt vergessen habe. 😉 Anthony Minghella hat sich sehr nah am Original gehalten (also an der Variante mit drei Brüdern und einer Schwester, die vom Vater im Wald in Sicherheit gebracht werden, damit die Stiefmutter-Hexe ihnen nichts tun kann), aber er hat hübsche kleine Details hinzugefügt, die mir – ebenso wie seine Sprache – sehr gut gefallen haben. Auch „Hans my Hedgehog“ hat mir gut gefallen, obwohl ich das Märchen sonst nicht so gerne mag. Aber auch hier hat der Autor so hübsche kleine Details zugefügt, dass ich die Geschichte dieses Mal sehr genossen habe. Allerdings ist mir hier auch aufgefallen, wie unterschiedlich die Illustrationen von Hannah Christenson und Eva Eskelinen sind – und in diesem Fall fand ich die Zeichnung von Hannah Christenson so viel besser als die von Eva Eskelinen, dass ich mir wünsche, dass nur eine Illustratorin für das Buch verantwortlich gewesen wäre.
Ich habe auch noch etwas in „Kings, Queens and Pawns – An American Woman at the Front“ von Mary Roberts Rinehart gelesen. Eigentlich liest sich das Buch total gut, aber ich ertappe mich immer wieder dabei, dass meine Hände doch eher in Richtung fantastischer Jugendliteratur greifen wie „Darkbeast“ von Morgan Keyes, weil das nun mal deutlich weniger Aufmerksam benötigt und einen größeren Wohlfühlfaktor hat. 😉
Den heutigen Tag werde ich vermutlich vor allem mit „King, Queens and Pawns“ und „Darkbeast“ verbringen, aber vorher sollte ich endlich mal meinen FeedReader in Angriff nehmen, der in dieser Woche etwas zu kurz gekommen ist.
Update 14:45 Uhr
Den Vormittag über hat mein Mann den Fernseher mit diversen Koch- oder anderen essensbezogenen Sendungen laufen lassen, die mich etwas abgelenkt haben. Währenddessen habe ich den FeedReader geleert, kommentiert und etwas mit dem DS gespielt. Danach habe ich mit „Kings, Queens and Pawns“ weitergelesen und dabei gestrickt – bei eBooks geht das sehr gut, vor allem, wenn ich nur simple Socken stricke, bei denen ich an der Ferse nur aufpassen muss, dass ich die Zu- und Abnahmen am richtigen Punkt anfange und beende.
Nach dem Auswaschen und Befüllen der Katzenklos habe ich noch etwas im Haushalt gewuselt und mich dann wieder mit Keksen und Kakao (in den letzten Tagen bin ich regelrecht kakaosüchtig – sehr seltsam) aufs Sofa zurückgezogen und weiter in meinem Sachbuch gelesen. So langsam hätte ich aber Luft auf einen Genrewechsel – auch weil der Nachbarsjunge heute anscheinend sehr viel Diskussionsbedarf hat und ich mich bei der Geräuschkulisse nicht so gut konzentrieren kann. Mal schauen, ob ich gleich zum Märchen oder zum Fantasyroman greife … 🙂
Update 22:00 Uhr
Heute Nachmittag habe ich noch etwas in „Kings, Queens and Pawns“ gelesen und dabei weiter gestrickt (noch ein paar Zentimeter und die Spitze und das aktuelle Sockenpaar ist fertig). Da ich hier heute noch nicht viel über das Buch gesprochen habe, gibt es noch ein paar Zeilen dazu. In dem Buch erzählt Mary Roberts Rinehart von der Zeit, die sie 1914 als Kriegsberichterstatterin und Beauftragte des amerikanischen Roten Kreuzes an der Front im Ersten Weltkrieg verbracht hat. Es gibt ein paar Momentaufnahmen, einige persönliche Gedanken, aber auch interessante Fakten, die mir bislang noch nicht bekannt waren. Gerade die Sicht auf die medizinische und pflegerische Seite des Kriegs finde ich interessant, aber auch den Blick dieser – zum Teil etwas ungewohnte Schwerpunkte setzenden – Amerikanerin auf diesen Krieg und die Ländern, in denen er ausgefochten wird. Eigentlich liest sich dieses Sachbuch sehr leicht, sprachlich gibt es nur hin und wieder Wortschöpfungen der Autorin, die ich für mich erst einmal auseinander nehmen muss. Inhaltlich finde ich es spannend, aber gerade während der letzten Wochen, in denen so viele Flüchtlinge in den Medien zu sehen waren, fand ich diesen 100 Jahre alten Bericht fürchterlich bedrückend. weil der Mensch in all der Zeit so wenig dazu gelernt hat …
Auch mit „Darkbeast“ habe ich einige Zeit verbracht und finde die dort verwendete fantastische Welt sehr interessant – gerade weil ich als Leser nur bruchstückhaft darüber informiert werde. Besonders faszinierend ist aber die Idee mit dem „Darkbeast“. Ein Darkbeast ist ein Tier, das kurz nach der Geburt an ein Kind gebunden wird. Dieses Tier nimmt in den zwölf Jahren, die die Kindheit in diesem Land andauert, alle negativen Eigenschaften des Kindes auf sich – um am Tag des zwölften Geburtstags von dem Kind getötet zu werden, dessen dunkle Seite es all die Jahre aufgesogen hat. Soweit ich das bislang mitbekommen habe, sind diese Tiere selten sympathische Wesen. Nicht nur, weil normalerweise Schlangen und Frösche und ähnliche Kreaturen solch eine Bindung eingehen, sondern auch weil ihr Charakter nicht sonderlich angenehm ist. Bei Caw, dem Darkbeast von Keara, ist das anders. Das Mädchen und die Krähe stehen sich wirklich nah und so ist es kein Wunder, dass das Mädchen es nicht fertig bringt, das Darkbeast zu töten. Aber nicht nur die Beziehung von Caw und Keara ist ungewöhnlich, auch das Mädchen scheint besonders unberechenbar zu sein … Ich bin gespannt, was aus den beiden noch wird, aber noch nicht so sehr von der Geschichte gepackt, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen könnte.
Ansonsten habe ich heute noch etwas gespielt, Abendessen gekocht und gegessen und dabei mit meinem Mann die ersten beiden Folgen der vierten „Pretender“-Staffel gesehen. Inzwischen bin ich ganz schön müde und werde wohl bald ins Bett gehen. Meine Träume sind zur Zeit sehr lebhaft und dank des Nachbarjungen und des kranken Katers, der zur Zeit einen Teil der Nacht zwischen unsere Kopfkissen verbringt, war die Nacht sehr kurz. Ich hoffe nur, ich träume heute nicht wieder von Katzenstreu, Zucker und Zitronenteegranulat. Das ist keine gesunde Mischung! 😉
Ich wünsche euch allen einen angenehmen und möglichst stressfreien Start in die Woche! 🙂