Eigentlich müsste ich noch eine Runde staubsaugen, das Bad putzen und mich endlich mal damit beschäftigen wie ich Linux auf dem Ersatz-Netbook einrichte, damit ich Windows davon entfernen kann. Vernünftige wäre es zumindest, wenn ich all das noch erledige. Aber nach der anstrengenden Woche möchte ich meinen heutigen (ehemannfreien) Tag nur noch mit Erholung verbringen, was nichts anderes bedeutet, als dass ich den Rest des Tages damit beschäftigt sein werde:
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Jenny Milchman: Eisesgrab
Das ist eine der Rezensionen, die ich anfange, obwohl ich mir noch nicht sicher bin, was ich von dem Buch halte. „Eisesgrab“ von Jenny Milchman war kein Roman, an den ich hohe Erwartungen hatte. Ich habe den Titel vor allem als Abwechslung zu den diversen Fantasyromanen gesehen, die im November bei mir eingezogen sind. Am Sonntag habe ich das Buch dann recht zügig durchgelesen, weil es sich so flüssig lesen ließ, obwohl ich stellenweise erschreckend wenig auf den weiteren Verlauf der Handlung neugierig war.
Die Geschichte beginnt am 23. Januar, als Nora Hamilton kurz nach dem Aufwachen ihren Mann Brendan findet, der sich aufgehängt hat. Da es in ihrem gemeinsamen Leben – zumindest soweit Nora dies weiß – keinerlei Probleme gab, die solch eine Tat begründen könnten, versucht Nora mehr über den Arbeitsalltag ihres Mannes (der Polizist in der Kleinstadt Wedeskyull war) und seine Kindheit herauszufinden. So hat Brendan auf der einen Seite in den letzten Wochen sehr viele Überstunden gemacht, obwohl die kleine Stadt in den Adirondacks vollkommen zugeschneit ist und es zu keinen größeren Vorfällen kam. Auf der anderen Seite scheint es Details rund um den Tod von Brendans kleinem Bruder Red (der ums Leben kam, als Brendan gerade mal zehn Jahre alt war) zu geben, die Nora bislang noch nicht wusste.
Neben Noras Ermittlungen und Erlebnissen, die den Hauptteil des Romans ausmachen, gibt es immer wieder kurze Kapitel aus Sicht anderer Bewohner der Stadt, die eindeutig mehr über die Vorgänge in Wedeskyull wissen und ihre ganz eigenen Gründe haben zu schweigen. Diese Wechsel auf eine andere Perspektive mochte ich sehr, vor allem, weil mich Nora als Charakter anfangs nicht so ganz überzeugen konnte. Ich habe es als stimmig empfunden, dass sie nach dem Tod ihres Mannes zusammenbricht und dass sie unbedingt eine Erklärung für seinen Selbstmord finden will. Ich fand es auch okay, dass sie sich Vorwürfe macht, weil sie nicht mitbekommen hat, dass ihren Mann irgendwas belastet.
Mir wurde es aber zuviel als Nora (zusammen mit ihrer Schwester Teggie) zu dem Schluss kam, dass sie ihr Leben lang zu harmoniesüchtig gewesen sei und deshalb noch nie irgendetwas hinterfragt hätte, egal wie suspekt etwas ausgesehen hätte. So eine Aussage kann ich als Leser nur dann hinnehmen, wenn mir Anzeichen dafür gegeben werden, dass etwas dubios aussieht. Aber alle Erinnerungen und Aussagen über Brendan und seine Ehe mit Nora deuten darauf hin, dass die beiden eine harmonische Beziehung hatte und es nichts gab, was verdächtig wirkte. Es wäre für mich auch akzeptabel gewesen, wenn Nora zu dem Schluss gekommen wäre, dass bestimmte Aussagen oder Handlungen im Nachhinein etwas seltsam wirken. Aber grundsätzlich empfinde ich es erst einmal nicht als Charakter-Makel, wenn man demjenigen, den man liebt, einfach vertraut und ihn nicht aushorcht oder hinterherspioniert. Und auch wenn ich hier jetzt recht lang über dieses Element schreibe, so wird diese Selbsterkenntnis von Nora zwar bis zum Ende des Romans immer wieder erwähnt, nimmt aber zum Glück nicht ganz so viel Raum ein.
Im Laufe der Zeit findet Nora heraus, dass es nicht nur Sachen gibt, die sie über Reds Tod nicht wusste, sondern auch, dass die Polizei in Wedeskyull nicht immer ganz gesetzestreu handelt. Da der Leser diese Erkenntnis sehr viel früher hat als Nora und man so jedes Gespräch mit Brendans Arbeitskollegen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt, weil man weitere Hinweise auf die Aktivitäten der Polizisten sucht, fand ich den Teil wirklich nicht schlecht geschrieben. Zumindest während des Lesens ist dieser Handlungsstrang spannend genug, um einen bei der Stange zu halten und immer noch ein weiteres Kapitel lesen zu lassen. Da fand ich es auch nicht so schlimm, dass ich die Auflösung(en) am Ende nicht ganz so überzeugend fand.
Hervorheben mochte ich zuletzt noch, dass mir die von der Autorin geschaffene Atmosphäre in dem Buch sehr gut gefiel. Wedeskyull ist von Schneemassen umhüllt und so gibt es eigentlich kaum eine Passage, in der Jenny Milchman dem Leser nicht deutlich macht, was so ein Winter in den Bergen bedeutet. Sei es, dass Nora sich dick einpacken oder das Autor von zentimeterdickem Eis befreien muss, bevor sie losfahren kann, oder dass sie sich im dichten Schneetreiben verfolgt fühlt, aber aufgrund der Sichtverhältnisse nicht herausfinden kann, ob wirklich jemand hinter ihr her ist. Dann wieder ist Nora so sehr in ihre Gedanken vertieft, dass sie die notwendige Vorsicht beim Fahren auf dem Schnee vergisst, oder muss vor einem Eindringling aus dem Haus flüchten, ohne sich eine Jacke mitnehmen zu können. Es gibt auf jeden Fall sehr viele Momente, in denen das Wetter eine Rolle spielt, ohne dass ich das als unstimmig empfunden hätte, im Gegenteil, das fand ich gut gemacht.
Letztendlich konnte mich „Eisesgrab“ zwar nicht vollständig überzeugen, hatte aber genügend interessante Aspekte und ließ sich so flüssig lesen, dass ich den Roman wohl als „nett“ in Erinnerung behalten werde. Wenn mir nach diesem Debütroman noch ein weiterer Titel von Jenny Milchman in die Finger fallen sollte, werde ich ihn wohl auch lesen (und sei es nur, um herauszufinden, ob sie in Zukunft die mir nicht so zusagenden Elemente ablegt).
Leseeindrücke im Januar
„Ghost Story“ war im Vergleich zu „Changes“ eine überraschend emotionslose Geschichte. So einige Szenen fand ich sehr lustig, doch vor allem habe ich mich die ganze Zeit gefragt, worauf der Autor nun hinaus wollte und wie er die Kurve wieder kriegen will, um weitere Harry-Dresden-Geschichten zu erzählen. Eindeutig ein Roman, den ich mehr mit dem Kopf als mit dem Bauch gelesen habe (was ich von dieser Serie eigentlich nicht gewohnt bin), aber das war nach der emotionalen Achterbahn des vorhergehenden Bandes auch sehr erholsam. „Cold Days“ hingegen bedeutet in gewisser Weise einen Neuanfang für Harry Dresden. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob das auch beinhaltet, dass man sich von den vertrauten (Neben-)Figuren trennen muss, aber natürlich hat sich das schnell geklärt und es gab ein Wiedersehen mit Harrys Freunden (und Feinden). Im März kommt der nächste Band der Reihe als Taschenbuch raus – bis dahin genieße ich erst einmal die Tatsache, dass ich ausnahmsweise bei Harry Dresden auf dem aktuellen Stand bin. 😉
„Das Ende des Bengalischen Tigers“ von Yoko Ogawa habe ich bei Hermia entdeckt, als sie darüber schrieb, dass sie das Buch gern bald lesen würde. Die Inhaltsangabe klang interessant und da ich gern (für mich) neue japanische Autoren entdecke, habe ich das Buch in der Bibliothek vorgemerkt und erstaunlich schnell auch ausleihen können. Nach dem Lesen der elf Geschichten (deren Protagonisten alle in gewisser Weise miteinander verbunden sind) kann ich allerdings nicht so recht sagen, ob mir dieser Band gefallen hat. Manche Erzählungen fand ich faszinierend, manche Beschreibungen fand ich wunderschön und poetisch, andere Geschichten haben mich vor allem verwirrt oder abgestoßen zurückgelassen – und ich finde es sehr schade, dass drei Tage nach dem Lesen vor allem letztere in mir nachklingen. Ich hätte das Buch lieber mit den schönen oder skurrilen Momenten in Erinnerung behalten und weniger mit den Szenen, die mir – auf die eine oder andere Weise – zu viel waren. Im Moment kann ich noch nicht sagen, ob ich irgendwann einmal einem der Romane der Autorin eine Chance gebe oder ob ich es bei dieser Sammlung von Kurzgeschichten belasse.
Da ich nach dem Lesen von „Das Ende des Bengalischen Tigers“ ein neues Zwischendurch- und Wartebuch benötigte, habe ich dann „Todeszeichen“ von Saskia Berwein angefangen. Den Roman hatte ich im November bei Irina entdeckt und vor ein paar Tagen aus der Bibliothek nach Hause schleppen können. Die Anfangsszene fand ich nicht so schlimm wie Irina und insgesamt habe ich mich mit dem Buch gut unterhalten gefühlt. Es ist kein Krimi, bei dem man groß mitermitteln kann, stattdessen verfolgt man die Arbeit der Polizistin Jennifer Leitner (und des sie begleitenden neuen Staatsanwalts Oliver Grohmann) und die Perspektive einer jungen Frau, deren Mutter von einem Serienmörder umgebracht wurde. Insgesamt eine angenehm unaufgeregte Erzählweise, flüssig geschrieben und – trotz des problematischen Privatlebens der Beteiligten – relativ dramafrei. Keine Reihe, die ich mir kaufen würde, dafür haben mich weder die Figuren, noch die Handlung genügend berührt, aber wenn die Bibliothek mehr als den ersten Band im Bestand hätte, würde ich die Fortsetzungen auch noch ausleihen und lesen.
SuB-trahiert (3): Januar
Nachdem es im Dezember aus Zeitgründen nicht so gut lief mit dem Abbau des Alt-SuBs, habe ich mich im Januar nicht nur auf einen Haufen Neuzugänge gestürzt, sondern auch wieder an ein paar ältere Titel gewagt.
1. Ami Tan: Der Geist der Madame Chen
Eines dieser Bücher, das bei mir eingezogen ist, weil sich der Klappentext gut anhörte – und dann hatte ich nie Lust es endlich mal anzufangen. In diesem Monat war es dann endlich soweit, ich habe den Roman aus dem Regal gezupft und angefangen zu lesen. Erst einmal war ich überrascht, als ich in Einleitung mitgeteilt bekam, dass die Geschichte auf Texten basiert, die die Autorin bei einer Frau gefunden hat, die als Medium den Bericht eines Geistes aufschrieb. Nun … immerhin eine interessante Einleitung, die die passende Stimmung für das Buch schafft. Denn die Handlung wird erzählt aus der Sicht der frisch verstorbenen Bibi Chen, die als Geist eine Gruppe von Freunden bei ihrer Reise nach Burma begleitet. Eigentlich hätte Bibi die Reiseleiterin dieses Unternehmens sein sollen und so hatte sie nicht nur sämtliche Stationen der Reise sorgfältig arrangiert, sondern sich auch monatelang um den perfekten Ablauf gekümmert. Doch nun liegt die Organisation in der Hand des nicht gerade durchsetzungsfähigen Bennies und prompt geht schon am ersten Reisetage einiges schief.
Da Bibi in ihrer Geistform sämtliche Informationen von ihren Freunden erfühlt, kann sie als Erzählerin auch die inneren Gedanken und Gefühle der Reisenden wiedergeben. Das war für mich eines der größten Probleme an dem Roman. Denn so konnte ich auch alle Beweggründe der diversen Mitreisenden verfolgen – und die fand ich durch die Bank nicht lesenswert. Jede einzelne Figur war etwas verschroben, was ich normalerweise gern lese, aber vor allem kamen sie mir alle so schrecklich dumm vor. Ich konnte weder die Motivationen der verschiedenen Leute verstehen, noch Sympathie für sie aufbringen. Dazu kam, dass sich einige Beschreibungen endlos hinzogen, während die Passagen, die mir gut gefielen und die mehr über China und Burma beinhalteten, in all dem „zwischenmenschlichen“ Geschwurbel untergingen. Nach zwei Tagen Lesezeit und mehr als der Hälfte des Buches habe ich dann abgebrochen, weil ich mich nicht zum Weiterlesen motivieren konnte, obwohl ich die Geschichte eigentlich gern gemocht hätte.
2. Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Auch bei diesem Buch hatte mich der Klappentext eigentlich angesprochen, aber als ich es dann endlich in den Händen hielt, hatte ich schon so viele Meinungen dazu gesehen, dass ich den Roman erst einmal ins Regal stellte. Dann habe ich die Geschichte als Hörbuch gehört und musste wieder einmal feststellen, dass „Lad Lit“ einfach nicht mein Genre ist. Trotzdem wollte ich das Buch nicht einfach raussortieren ohne einmal reingelesen zu haben, weshalb es noch auf dem SuB blieb. Nun aber habe ich die ersten Kapitel gelesen und da ich die Hauptfigur weiterhin einfach nur nervig finde, wird der Roman aussortiert!
3. Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Als ich vor einiger Zeit einen Krimi von Corinna Kastner las, fiel mir auf, dass ich von ihrem Mann noch einen Roman auf dem SuB habe. Der stammt noch aus der Zeit, als ich auf historische Romane schon keine Lust mehr hatte, bei historischen Kriminalromanen aber noch eine Ausnahme machte. Trotzdem hat es dann einige Jahre gedauert, bis ich den Titel gelesen habe. Die Handlung spielt 1671 in Amsterdam und die Hauptfigur ist der Amtsinspektor Jeremias Katoen, der die Morde an zwei ehrenwerten Männern lösen soll. Beide waren Mitglieder einer Gruppe von Tulpenliebhabern, obwohl die Blume Jahrzehnte nach dem Ende des Tulpenfiebers in den Niederlanden keinen guten Ruf mehr genießt. Den Fall selber fand ich nicht so besonders spannend, dafür gab es hier und da einige schöne Alltagsszenen, die das Leben in Amsterdam zu dieser Zeit beschrieben und recht atmosphärisch geschrieben waren. So hätte ich das Buch vermutlich mit einem „ganz nett, auch wenn ich nicht mehr davon lesen muss“ weggelegt, wenn ich die Hauptfigur sympathischer gefunden hätte.
Jeremias Katoen ist der Sohn eines Seemanns und hat sich aufgrund seiner Fähigkeiten seine Position erarbeitet, er ist nett zu einem Waisenjungen, den er zu Beginn der Geschichte kennenlernt, und er macht sich so langsam Gedanken darüber, ob es nicht Zeit wird eine Familie zu gründen. So weit, so gut. Aber es gab immer wieder Momente, in denen ich die Gedanken des Mannes unangenehm fand. Seine Ansichten zu den verschiedenen Frauen in der Handlung (egal, ob es nun „Nachtgängerinnen“/Dirnen oder angesehene Geschäftsfrauen oder Töchter/Ehefrauen waren) fand ich unangemessen und unausgewogen – die Dirnen widerten ihn an, aber eine „ehrenwerte“ Witwe, die nach gerade mal zwei gewechselten Sätzen mit ihm auf ihrem Teppich Sex hat, käme als potenzielle Ehefrau in Frage. Und auch die alle paar Seiten aufkommende Aussage, dass er sich als Teil der großartigen Niederlande sieht, deren Bürger ehrsam, strebsam und gewissenhafte Arbeiter (und damit anscheinend irgendwie besser als der Rest der Welt) sind, war mir auch nach dem zweiten Mal schon über.
4. Renata Petry: Hilgensee
Ich habe absolut keine Ahnung, wie dieses Buch auf meinen SuB gekommen ist. Es könnte sich dabei um ein Geschenk handeln. Auf jeden Fall kam es mir beim Rausziehen aus dem Regal so vor, als hätte ich vorher noch kein Blick auf den Klappentext geworfen. Dafür war der Roman die passende Wahl für die letzten Tage – und wurde somit von mir gelesen und rezensiert.
5. Francesco de Filippo: Gezeichnet
Ab und an finde ich einen Mafia-Krimi ganz nett und das war wohl auch der Grund, warum dieser Roman vor Jahren auf dem SuB gelandet ist. Freitagabend suchte ich dann nach einem kurzem Buch, das ich vor Monatsende noch lesen könnte und habe den Titel angefangen. Nach wenigen Seiten konnte ich sagen, dass die auf dem Klappentext erwähnte „ebenso harte wie fesselnde Sprache“ absolut nicht mein Ding ist. Die Geschichte wird in einem Monolog-artigen Stil von einem – sich selbst sehr wertschätzenden – Kleinkriminellen erzählt und nach einem schnellen Vorblättern musste ich feststellen, dass das die gesamten 266 Seiten so weitergeht. Nicht mein Ding, weg damit!
Februar-SuB 2015
Im Januar fühlte ich mich vom Leben etwas überfordert und so habe ich mir eine Woche offline gegönnt, was immerhin dafür gesorgt hat, dass ich in der Zeit gut zum Lesen kam. Insgesamt habe ich 12 Bücher gelesen und 1 Hörbuch gehört. Comics und Manga kamen allerdings schon wieder zu kurz, die sollte ich demnächst mal häufiger aus dem Regal ziehen.
Dafür habe ich – wie es sich für einen Jahresanfang gehört – gut mit all meinen Vorhaben gestartet. Unter den elf Büchern waren nicht nur zwei Sachbücher für die Challenge, sondern auch vier englische Titel und 2 Romane vom Alt-SuB. Zusätzlich habe ich noch drei Bücher aussortiert, die mich einfach nicht packen konnten oder deren Erzählweise ich nicht mochte. Ich bin gerade nicht in der Stimmung, den Romanen einen zweiten (oder dritten) Versuch zu gönnen, ich gebe sie lieber weiter und hoffe, dass sie einen anderen Leser unterhalten. Noch lieber wäre es mir allerdings, wenn das Verhältnis von gelesenen und aussortierten Büchern in den kommenden Monaten etwas anders ausfällt.
Im Februar geht es hoffentlich genau so weiter, wobei ich mir den Monat – nachdem das im Januar ganz gut geklappt hat – grob in drei „Bereiche“ aufteilen will. Als erstes lese ich jetzt noch „Schlüssel“ von Elfgren und Strandberg, weil ich das aus der Bibliothek ausgeliehen habe, und möchte mein englisches Sachbuch beenden. Dann konzentriere ich mich bis zum 20. oder so auf den deutschen SuB und zum Monatsabschluss gönne ich mir ein paar schöne englische Titel. Momentan schleiche ich (nach dem Lesen ihres Schreibratgebers) um „The Thirteenth Child“ von Patricia C. Wrede rum und die Romane von Seanan McGuire würden sich auch anbieten, da im März ein neuer Titel von ihr veröffentlicht wird.
A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon
B (12)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
P.J. Brackston: Es war einmal ein Mord
Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud
Brom: Krampus
Jim Butcher: Im Schatten des Fürsten (Codex Alera 2)
C (3)
Sebastien de Castell: Blutrecht
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
Larry Correia: Die Monster, die ich rief
D (3)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
E (1)
Akram El-Bahay: Flammenwüste
F (7)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord
H (9)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Lotte und Søren Hammer: Das weiße Grab
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 – Die Wiederkehr
Will Hill: Department 19 – Das Gefecht
Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
Daniel Holbe: Giftspur
I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River
J (0)
–
K (3)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Celine Kiernan: Schattenpfade
Jessica Kremser: Frau Maier hört das Gras wachsen
L (2)
Siri Lindberg: Nachtlilien
Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
M (3)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Jenny Milchman: Eisesgrab
N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter
O (0)
–
P (3)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Alexey Pehov: Wind
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Q (0)
–
R (10)
Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre
S (8)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
T (3)
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
U (0)
–
V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken
W (3)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Elizabeth Woods: Caras Schatten
X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter
Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
Z (0)
–
Sonstige (0)
–
80 Titel auf dem SuB
Englischer SuB:
Marie Brennan: A Natural History of Dragons
Sarah Rees Brennan: Unspoken
Patricia Briggs: Blood Bound
Patricia Briggs: Iron Kissed
Shannon K. Butcher: The Sentinel Wars 1 – Burning Alive
Gail Carriger: Changeless (Parasol Protectorate #2)
Gail Carriger: Blameless (Parasol Protectorate #3)
Gail Carriger: Heartless (Parasol Protectorate #4)
Gail Carriger: Timeless (Parasol Protectorate #5)
Soman Chainani: The School for Good and Evil 2
Jennifer Estep: By A Thread
Diana Pharaoh Francis: The Cipher
Mira Grant: Feed
Tanya Huff: The Wild Ways
Tanya Huff: The Future Falls
Lynn Kurland: Star of the Morning
Seanan McGuire: Chimes at Midnight (October Daye #7)
Seanan McGuire: The Winter Long (October Daye #8)
Seanan McGuire: Sparrow Hill Road
Anthony Minghella: Jim Henson’s The Storyteller
Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
Nnedi Okorafor: Akata Witch
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Battle Magic (Circle Reforge)
Julia Quinn: Dancing at Midnight
Julia Quinn: Splendid
Julia Quinn: Minx
Julia Quinn: Everything and the Moon
Julia Quinn: Brighter Than the Sun
Philip Reeve: Larklight
A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child
Sonstiges:
West Ward Weird
36 Titel auf dem englischen SuB
(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)
Renata Petry: Hilgensee
„Hilgensee“ von Renata Petry habe ich in den letzten Tagen nur in die Hand genommen, weil das Buch zu den ältesten SuB-Leichen in meinem Regal gehört. Auf einen historischen Kriminalroman hatte ich eigentlich gar nicht so sehr Lust, aber das Buch reizte mich mehr als die fantastischen Romane, die neben diesem Titel auf dem Regalbrett standen. Überraschenderweise hat sich „Hilgensee“ nach einigen Seiten als unterhaltsamer und sehr entspannender Wohlfühlroman entpuppt – man darf als Leser nur nicht davon ausgehen, dass man es bei diesem Buch mit einem ernsthaften Krimi inklusive einer stimmigen Lösung zu tun hat.
Die Handlung spielt im Jahr 1906 in dem Damenstift „Hilgensee“ und man steigt als Leser (nach einem kurzem Prolog) an dem Tag in die Geschichte ein, an dem Annette (Änne) von Schalck dem Stift beitritt. Die erste Wochen über zweifelt Änne immer wieder an ihrer Entscheidung dem Stift beizutreten, denn ihre Stiftschwestern scheinen nicht sehr viel mit ihr gemeinsam zu haben. Außerdem neigt sie immer wieder dazu in diverse Fettnäpfchen zu treten und dazu findet sie die Vikarin Alwine von Hohenhagen, die ihrer Mentorin ist und ihr das Eingewöhnen erleichtern soll, ziemlich furchterregend.
Als dann auch noch der Hahn des Wirtschaftshofes kopflos in einem Baum hängend und eine ältere Stiftschwester leblos in der Orangerie des Stifts aufgefunden werden, wird Änne – gegen ihrer ausdrücklichen Willen – von Alwine von Hohenhagen und (der über 70 Jahre alten) Gertrud von Rhoda in die Ermittlungen verwickelt. Während die drei Damen versuchen, mehr über die diversen rätselhaften Vorfälle in Hilgensee herauszufinden, freundet sich Änne so langsam mit ihren beiden tatkräftigen Stiftsschwestern an, was zu so einigen amüsanten Szenen führt.
So ist es auf der einen Seite der Humor, der – trotz der Ermordung mehrerer Personen und Tiere – dafür gesorgt hat, dass mir das Buch beim Lesen Spaß gemacht hat. Auch wenn einige Szenen etwas überzogen dargestellt wurden (und man mit schwebenden Heiligen und anderen seltsamen Vorfällen zurechtkommen muss), so gab es viele Momente in der Geschichte, die für sich genommen realistisch wirkten und in der Summe dann dazu geführt haben, dass ich immer wieder beim Lesen vor mich hinkicherte (wobei ich zugeben muss, dass ich zwischendurch beim Lesen etwas übermüdet war und dann leicht zu erheitern bin).
Auch viele der Charaktere – allen voran Alwine und Gertrud – fand ich sehr sympathisch dargestellt. Während Alwine dazu neigt etwas zu kurz angebunden und zu bestimmend zu sein, aber hinter der abweisenden Fassade eine sehr warmherzige Person ist, ist Gertrud eine wunderbare spitzbübische alte Dame voller Lebenserfahrung. Sie ist die treibende Kraft, wenn einer Mitschwester, die dem Alkohol sehr zugetan ist, ein Streich gespielt wird, der sie vom heimlichen Trinken abhalten soll – wobei ich nicht verschweigen will, dass Gertrud zur Stärkung auch immer ein kleines Fläschchen mit sich führt. Und Gertrud ist es auch, die Änne ein wenig die Naivität austreibt und dafür sorgt, dass sie deutlich mehr Rückgrad entwickelt.
Die Krimihandlung kann man bei „Hilgensee“ eigentlich vergessen (vor allem angesichts der Tatsache, dass die Auflösung auch nicht so recht überzeugen kann), abgesehen davon, dass sie die Ausgangssituation für die Freundschaft zwischen Änne, Gertrud und Alwine schafft. Dafür bekommt man einen heiteren und kurzweiligen Roman voller netter zwischenmenschlicher Momente, skurriler Charaktere und appetitanregenden Tee- Cognac- und Plätzchen-Runden (die der Grund sind, warum ich heute Mittag noch Apfelkuchen backen werde, weil ich seit dem Lesen des Buches solchen Hunger darauf habe 😉 ).
Seanan McGuire: Velveteen vs. The Multiverse (Hörbuch)
Im September hatte ich mit „Velveteen vs. The Junior Super Patriots“ den ersten Teil rund um Velma „Velveteen“ Martinez gehört und sehr genossen. Da Ariana so lieb war und unter den Teilnehmern ihrer Hörbuch-Challenge einen Gewinn verlost hat, startete für mich das Jahr gleich mit meinem gewonnenen Hörbuch. Seanan McGuire erzählt mit ihren Kurzgeschichten rund um ihre Spielzeug-belebende Superheldin, nicht nur von dem Kampf einer einzelnen Person gegen eine übermächtige Organisation (hier „The Super Patriots, Inc.“), sondern auch von den vielen kleinen alltäglichen Problemen im Leben eines Superhelden. Denn nur weil Velveteen inzwischen einen festen Job als städtische Heldin von Portland hat, sind ihre Probleme noch lange nicht vorbei.
(Oh, und falls doch noch einer von euch neugierig auf die Geschichten geworden sein sollte, sich aber nicht das Hörbuch leisten will, der kann HIER anfangen zu lesen. Ich persönlich lasse mir Velveteens-Abenteuer lieber vorlesen. 😉
SuB-Zuwachs im Januar
Frank Patalong: Der viktorianische Vibrator
Das Buch stand – dank einer Rezension von Kiya – schon länger auf meiner Wunschliste. Nachdem ich dann bei Elena ein Wunschbuch gewonnen habe, fiel es mir wieder ins Auge. Und da es so gut zur zweiten Runde der Sachbuch-Challenge passt, habe ich den Titel auch gleich gelesen und rezensiert. 😉
Tove Jansson: Die Mumins – Eine drollige Gesellschaft
Ich fürchte, ihr werdet in den nächsten Monaten regelmäßig Mumins-Neuzugänge bei mir finden. Es macht mir gerade so viel Spaß die Geschichten zu lesen.
Patricia Briggs: Blood Bound
Nachdem ich den ersten Band schon vor einiger Zeit gelesen habe und der „Weihnachtsmann“ mir den dritten Teil der Reihe brachte, musste jetzt auch noch der zweite Teil der Mercy-Thompson-Reihe bei mir einziehen.
Shannon K. Butcher: The Sentinel Wars 1 – Burning Alive
Wenn ich überlege, dass ich eigentlich so gut wie nie an Gewinnspielen teilnehme, dann hatte ich in den letzten Wochen doch überraschend viel Glück. 😉 Denn auch diesen Titel habe ich gewonnen, als Melli auf ihrem Blog eines ihrer Jahres-Highlights verlost hat. Der Roman stand zwar nicht auf meiner Wunschliste, aber da Melli so begeistert von der Reihe ist und die Autorin angeblich auch bei den Harry-Dresden-Romanen ihres Mannes Jim Butcher einen gewissen Anteil hatte, bin ich neugierig genug geworden, um mal einen Versuch mit der Serie zu starten.
Kelly Meade: White Knight (Cornerstone Run Trilogy 3)
Mit „White Knight“ findet die Cornerstone-Run-Trilogy von Kelly Meade (Kelly Meding) ihr Ende und auch dieses Buch habe ich wieder besseren Wissens direkt am Erscheinungstag angefangen – und erst aufgehört zu lesen als ich morgens um drei dann die letzte Seite beendet hatte. Stört ja nicht, wenn man sich am nächsten Tag vollkommen übermüdet an die Arbeit macht, wenn man dafür eine intensive Lesenacht genießen konnte. 😉
Dieser Roman dreht sich um Knight, den dritten der McQueen-Brüder. Knight ist ein weißer Wolf, was bedeutet, dass er emphatische Fähigkeiten hat. Weiße Wölfe sind bei den Gestaltwandlern ganz besonders selten und besonders geschätzt, da ihre Fähigkeiten es ihnen erlaubt die Stimmung im Rudel zu beeinflussen. Und bei einem Volk, das nicht nur dazu neigt sehr emotional zu reagieren, sondern bei dem auch immer wieder die Gefahr besteht, dass die einzelnen Mitglieder von den Bedürfnissen ihrer tierischen Seite überwältigt werden, kann dies überlebenswichtig für den Rudelzusammenhalt sein.
Für Knight war die Tatsache, dass er ein weißer Wolf ist, von klein auf eine Last. So wurde seine Mutter (die ebenfalls ein weißer Wolf war) getötet, als ein fremdes Rudel versuchte ihn zu stehlen, und auch der Konflikt mit den Hybriden scheint sich nur deshalb auf das Cornerstone-Rudel zu konzentrieren, weil die gefährlichen Wesen ihn in ihre Gewalt bekommen wollen. Das hat in den ersten zwei Bänden zu so einigen schrecklichen Ereignissen geführt, die Knight an die Grenzen seines Verstandes gebracht haben. Dabei hat er neben seinen eigenen psychischen Problemen noch mit dem Stress, der Trauer und den Verlusten des gesamten Rudels zu kämpfen, denn die Gefühle der anderen kann er nie vollständig abblocken.
Der weibliche Part in dieser Geschichte ist Shay Butler. Shay ist eine schwarze Wölfin und die einzige Überlebende des ersten Überfalls der Hybriden auf eine Loup-Garou-Ansiedlung. Das Erlebte hat die junge Frau fast in den Wahnsinn getrieben – und kaum fängt sie an alles einigermaßen zu verarbeiten, da wird sie von den Hybriden entführt. Mehr kann ich zum Inhalt leider nicht schreiben, wenn ich nicht die ersten beiden Bände spoilern will. Ich mochte beide Charaktere sehr gern, habe aber dieses Buch (zumindest anfangs) nicht so intensiv „miterlebt“ wie Rooks und Bishops Geschichten. Das lag zum einen daran, dass Knight schon in den anderen Büchern eine wichtige Rolle spielte und ich seine Situation schon früher beweint habe, und zum anderen daran, dass die Autorin zu Beginn dieses Romans noch einmal die Grundsituation aufrollt und den Leser auf den aktuellen Stand bringt. Dabei ist dieser Teil beim besten Willen nicht langweilig, man erfährt genügend neue Aspekte, um stets auf die nächste Szene neugierig zu bleiben, aber auf der Gefühlsebene packen einen solche Passagen dann weniger.
Dafür haben es dann die letzten Kapitel wieder in sich, so dass ich auch bei diesem Band der Cornerstone-Run-Serie nicht ganz auf meine emotionale Achterbahn verzichten muss. 😉 Der Kampf gegen die Hybriden findet seinen Höhepunkt (und Ende), wobei es vorher noch unerwartete Verbündete zu gewinnen gilt und Verräter entlarvt werden, die man so nicht mehr in Erinnerung hatte. Und wie schon in den anderen Büchern der Autorin, habe ich auch dieses Mal die Entwicklung der einzelnen Charaktere ganz besonders genossen. Shay ist eine selbstbewusste junge Frau, die genau weiß, was sie will – und die, nachdem sie die traumatischen Erlebnisse in ihrem Heimatort so langsam verarbeitet, alles tut, um ihre Fähigkeiten in den Dienst ihres neuen Rudels zu stellen.
Die Liebesgeschichte dreht sich in diesem Band weniger darum, dass die beiden Protagonisten nicht zusammen sein können, weil dies dem Wohl des Rudels nicht förderlich wäre. Sondern darum, dass beide Personen physische und psychische Probleme haben, die sie erst einmal so weit verarbeiten (oder sich überhaupt erst einmal eingestehen) müssen, dass sie überhaupt über eine Beziehung nachdenken können. Alles andere wäre – nachdem man die Annäherung der beiden schon in den ersten beiden Bänden mitverfolgen konnte – auch nicht der richtige Ansatz für die Handlung gewesen.
Auch wenn die „Cornerstone Run Trilogy“ streng genommen „nur“ eine nette romantische Urban-Fantasy-Reihe ist (ja, ich wiederhole mich 😉 ), habe ich das Lesen dieser drei Romane wirklich genossen. Ich mochte die verschiedenen Protagonisten, ich mochte den Weltenbau und die Schwierigkeiten, mit denen die Gestaltwandler Tag für Tag zu kämpfen haben, und ich mochte es, dass mich diese Geschichten emotional total ausgelaugt haben. Wenn die Autorin noch einmal einen Ausflug ins „Romantische“ macht, bin ich bestimmt wieder dabei, denn das kann sie genauso gut wie die actiongeladenen Urban-Fantasy-Geschichten.
Patricia C. Wrede: Wrede on Writing – Tips, Hints and Opinions on Writing
Als ich im Dezember über diesen Titel stolperte, war ich noch nicht davon ausgegangen, dass ich die Sachbuch-Challenge in diesem Jahr neu starten würde. Ich war einfach nur überrascht, dass es einen „Schreibratgeber“ von Patricia C. Wrede gibt, und neugierig, was diese Autorin zu dem Thema zu sagen hat. (Diana Wynne Jones hat übrigens auch etwas übers Schreiben veröffentlicht, aber der Titel ist mir noch zu teuer und hat es bislang nur auf die Wunschliste geschafft.) Wie so viele Vielleser bin ich immer wieder neugierig darauf zu erfahren, wie die Autoren, die ich gern lese, ihre Arbeit sehen und was sie über ihren Schaffensprozess zu erzählen haben.
Wie schon bei ihren Romanen (zumindest soweit ich sie bislang gelesen habe) mochte ich auch hier Patricia C. Wredes Schreibstil. Er ist unterhaltsam, humorvoll und informativ, was einfach eine gute Mischung für ein Sachbuch ist. Am Anfang stellt die Autorin schnell klar, dass es ihrer Meinung nach nicht die einzig wahre Methode gibt, um ein Buch zu schreiben, und dass es – je nach Autor – sein kann, dass unterschiedliche Bücher eben auch nach unterschiedlichen Methoden verlangen. Dafür gibt sie Hinweise, welche Elemente für sie persönlich wichtig sind, wenn sie mit einer neuen Geschichte beginnt. Sehr nett fand ich z. B. die simple Idee, für die unterschiedlichen Gebiete ihrer Welt Namenslisten (mit einer Sammlung von regional passenden Vor- und Nachnamen) anzulegen, auf die sie dann zurückgreifen kann, wenn sie mühelos eine Nebenfigur in die Handlung einfügen will.
Was hingegen aus ihrer Sicht sehr wichtig ist, ist das sogenannte „Lego-Prinzip“. Mit einfachen und klaren Sätzen erklärt Patricia C. Wrede dabei, warum es für das Erzählen einer Geschichte so relevant ist, die richtigen Worte zu wählen, welche Auswirkungen die Wahl der Adjektive (oder eben das Weglassen derselben) und ähnliche „Basiselemente“ haben können. Natürlich wird dies auch in anderen Schreibratgebern erwähnt, aber selten so ausführlich und so eingängig. Normalerweise liegt der Schwerpunkt der jeweiligen Bücher doch eher auf der „großen“ Methode und weniger auf den (theoretisch selbstverständlichen) Grundlagen. Wobei auch Patricia C. Wrede betont, dass der Großteil des Schreibens intuitiv abläuft, dass aber das Bewusstsein für die einfachen Zusammenhänge und Wirkungen das Überarbeiten von problematischen Stellen vereinfacht.
Ebenfalls ungewöhnlich für einen „Schreibratgeber“ fand ich die Menge an Hinweisen zu Themen wie Steuerzahlungen, Zahlungs- und Abrechnungsgewohnheiten von Verlagen, Backlist-Verwertung, Überlegungen, die man sich zur Suche eines Agenten machen sollte, oder Gedanken zum Thema Altersvorsorge und ähnliches. All das macht auch einen großen Arbeitsanteil eines Autors aus und wird sonst kaum in solchen Sachbüchern erwähnt, da sich diese vor allem auf den kreativen Prozess konzentrieren. Patricia C. Wrede hingegen betont, wie wichtig es in ihren Augen sei, dass auch diese Elemente gut durchdacht und geplant werden, denn nur dann hat man auch die Ruhe, Zeit und Energie, um sich dem eigentlichen Schreiben zu widmen.
Ich fand es wirklich spannend, dieses Buch zu lesen – nicht nur, weil die Autorin so viele Sachen angesprochen hat, die sonst nicht erwähnt werden, sondern auch, weil es mir Spaß gemacht hat, die vielen Beispieltexte zu den unterschiedlichen Passagen zu lesen. So verwendet Patrica C. Wrede zum Beispiel eine Szene rund um den Geburtstag eines Prinzen, um die verschiedenen Perspektiven zu verdeutlichen – und ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, dass ich so oft dieselbe Szene lesen und mich immer so gut dabei amüsieren könnte. Ebenso ging es mir, als sie Jane Austens „Pride and Prejudice“ so zusammenfasste, dass es nach einer Militärgeschichte mit Wickham als Hauptfigur klingt, um zu zeigen was man alles falsch machen kann, wenn man eine Inhaltsangabe für einen Verlag schreiben möchte, um seine Geschichte zu verkaufen.
Auch wenn nicht alle ihre Hinweise – z. B. zum Thema Steuern oder Rentenvorsorge in den USA – allgemeingültig sind, so war das Sachbuch wirklich interessant zu lesen und hat meinen Blick für den Aufbau von Geschichten wieder ein kleines bisschen mehr geschärft. Ich mag es, wenn ich am Ende eines Buches das Gefühl habe, dass mir jemand auf unterhaltsame Weise etwas beigebracht hat – und das war hier definitiv der Fall.


