So sehr ich den Herbst sonst liebe, in diesem Jahr finde ich ihn eher anstrengend und bin froh, wenn wir die nächsten Wochen hinter uns gebracht haben. Umso mehr freu ich mich gerade auf die Wochenenden, an denen ich keine Termine und (kaum) Verpflichtungen habe und mich einfach mit Laptop und Buch auf dem Sofa einrollen kann.
Trotz einer gut gefüllten To-do-Liste habe ich es in dieser Woche geschafft mich durch „Das rote Schaf der Familie“ von Susanne Kippenberger zu lesen. Ich finde es lustig, dass ich bis zu Hermias Rezension zu diesem Titel nichts von der Familie Mitford gehört hatte und nun ständig über Erwähnungen der verschiedenen Familienmitglieder stolpere (- vermutlich auch deshalb, weil gerade eine Biografie zu Unity Mitford in Deutschland erschienen ist). Auf jeden Fall ist es beim Lesen spannend, dass ich nicht nur eine sehr skurrile und faszinierende Familie kennenlernen, sondern auch wieder einige vorhandene Wissensinseln zu Politik und Geschichte miteinander verbinden konnte.
Da ich mir nicht sicher bin, ob ich mich neben der Geräuschkulisse, die mein Mann so am Wochenende produziert, auf ein weiteres Sachbuch konzentrieren kann, weiß ich noch nicht, ob ich heute noch mit „Syrien verstehen“ von Gerhard Schweizer anfange oder lieber zu einer etwas fluffigeren Lektüre greife. Diese „fluffigere Lektüre“ wäre dann „Deep Secret“ von Diana Wynne Jones“, in dem ich in den letzten Abenden vor dem Schlafengehen immer ein paar Zeilen gelesen habe, und ein weiterer Jiro-Taniguchi-Manga bietet sich auch an, dann könnte ich den am Mittwoch zur Bibliothek zurückbringen. Außerdem möchte ich die nächste Geschichte aus „Urban Allies“ lesen und ich habe versprochen, dass wir heute eine weitere „Mechs vs. Minions“-Mission spielen (dieses Mal mit zwei Figuren pro Spieler Oo).
Update 13:00 Uhr
Den Großteil des Vormittags habe ich damit zugebracht meinen FeedReader zu leeren und Kommentare zu schreiben. Danach gab es dann Frühstück für mich – eine mit einer Creme aus Feta, Zwiebeln, Kräutern und Gewürzen gefüllte Teigtasche vom gestrigen Abendessen – und die vorletzte Geschichte aus „Urban Allies“. „Crossed Wires“ wurde geschrieben von Jeff Somers und Stephen Blackmoore und dreht sich um Lem Vonnegan und Eric Carter. Lem ist eine Art Magier, der von einem Bekannten beauftragt wird, eine seltsame Spiritistin unter die Lupe zu nehmen, die nicht nur eine Verbindung mit seiner verstorbenen Mutter geschaffen hatte – sondern auch zu seinem (noch überaus lebendigen) Vater. Eric Carter hingegen ist Totenbeschwörer und wird damit beauftragt herauszufinden, wer einen Obdachlosen auf sehr ungewöhnliche Weise getötet hat. Ich fand es faszinierend die verschiedenen Magiesysteme der beiden Autoren kennenzulernen und eine solche Geschichte aus zwei so unterschiedlichen Perspektiven zu erleben, vor allem da die beiden Autoren am Ende noch einen tollen Kniff in die Handlung gebracht haben. Doch, das hat mich gut unterhalten, auch wenn ich mich bei aller Faszination nicht dazu gedrängt fühle, jetzt sofort Bücher der Autoren auf meinen Wunschzettel zu setzen. 😉
Beim Bearbeiten meines Frühstücksfotos ist mir noch ein Foto in die Finger gefallen, das ich in der Woche gemacht habe. Ich war fest entschlossen ein paar herbstliche Bilder festzuhalten, habe aber bei meinem Gang kaum herbstliche Motive gefunden. Die Bäume verfärben sich zwar langsam, aber nur sehr wenige sehen schon so richtig herbstlich aus. Erstaunlich viele sind noch – wenn auch sehr matt – begrünt. Das ist in diesem Jahr schon etwas seltsam, finde ich. Immerhin ist es lustig, dass das da oben auf dem Foto kein Park ist, sondern nur ein schmaler Streifen zwischen zwei sehr hässlichen Massenwohnungsbauten. Was so ein Bildausschnitt doch für einen Einfluss auf die Wahrnehmung haben kann …
Jetzt werden wir erst einmal das Kätzchen füttern und danach geht es mit „Mechs vs. Minions“ los. Mein armer Mann scharrt schon mit den Hufen, weil ich so lange brauche und wir noch nicht spielen. 😉
Update 17:30 Uhr
Uff! Ich weiß nicht, warum die „Mechs vs. Minion“-Runden bei uns so viel Zeit benötigen – angeblich spielen die meisten Leute gerade mal halb so lange wie wir an einer Mission. Aber wir tauschen uns auch viel darüber aus, welche Folgen welcher Zug hat und welche Optimierungen wir angehen wollen. Und wenn man das dann noch für zwei Spielfiguren pro Person macht, dauert es eben seine Zeit. Auf jeden Fall war es wieder sehr, sehr lustig. Mir macht das Spiel großen Spaß und angenehmerweise passen sogar alle Spielelemente auf unseren Wohnzimmertisch – das ist bei anderen Spielen oft schon mal ein Problem. (Weshalb wir zwei Extratischchen im Nebenzimmer haben, die aber natürlich inzwischen von mir mit Buchstapeln vollgestellt wurden. *g*) Am Ende wurde es wirklich herausfordernd, weil mit jedem Zwischenziel der Schwierigkeitsgrad hochgestuft wurde. Aber wir haben es trotzdem geschafft unser Ziel zu erreichen und die Mission gewonnen, auch wenn es keinen Zug länger hätte dauern dürfen, weil wir sonst doch verloren hätten. Doch, das war wirklich lustig. 😀 Aber eine Mission reicht mir auch pro Wochenende und sei es auch nur, weil es nicht bequem ist an dem Tisch zu spielen. 😉
Jetzt drehe ich noch eine Blog- und Kommentarrunde und dann lese ich, bis ich mit dem Kochen anfangen muss in „Deep Secret“ von Diana Wynne Jones. Ich finde das Buch wirklich unterhaltsam, aber inzwischen ist mir der Gedanke gekommen, dass ich vielleicht deshalb Mitte der 90er aufgehört habe die Autorin zu lesen, weil sie damals verstärkt Bücher für erwachsene Leser geschrieben hat und ich die lange nicht so atmosphärisch finde wie ihre Kinder- und Jugendbücher.
Update 21:30 Uhr
Sehr viel Zeit hatte ich nach der Kommentarrunde nicht, um noch zu lesen, bevor ich mit dem Kochen anfangen musste. So gern ich das Rote-Beete-Risotto mag, so selten koche ich es, weil es einfach seine Zeit benötigt. Aber lecker ist es. 🙂 Während des Kochens habe ich schon mal angefangen „Blümchen zu gießen“, bin aber nicht ganz fertig und mache damit gleich noch ein paar Minuten weiter.
Und während des Essens haben wir die Aufnahme der heutigen Sendung „Koch im Ohr“ geschaut. Dieses Mal haben sich die Kandidaten deutlich weniger unbeholfen angestellt, weil die beiden Köche einfach sehr ruhig und gut erklärt haben. Das hat es zwar auch etwas weniger lustig, aber auch deutlich weniger hektisch gemacht. Noch finde ich die Sendung unterhaltsam.
Oh, und ich habe versucht zwischendurch Christie zu fotografieren, die mir vor allem beim Nachtisch sehr genau zugeschaut hat. Dummerweise hätte sie lieber etwas von meinem Zitronenquark abbekommen, als dass sie Lust gehabt hätte still zu halten. *g*
Update 01:25 Uhr
So richtig scheine ich heute nicht müde zu werden, also habe ich bis vor einigen Minuten in „Deep Secret“ gelesen und freu mich sehr darüber, dass die Convention endlich begonnen hat. Bislang habe ich die Ereignisse nur aus Sicht der weiblichen Hauptfigur erlebt und amüsiere mich über das seltsame Hotel Babylon, die Personen, die sich in all den vielen Spiegeln spiegeln, (und denen, die das nicht tun), die Convention-Besucher, die allgemein sehr sympathisch zu sein scheinen – auch wenn einige davon so freundlich sind, dass es schon bedrohlich wirkt -, und Marees Austausch mit ihrem Cousin Nick über die Dinge, die sie sehen und erleben. Bevor ich zu Rupert wechsel, gehe ich aber wohl doch besser ins Bett. Die Tag-abschließende-Kommentarrunde habe ich schon gedreht. Es war heute wieder sehr schön mit euch! 🙂
Heutige Mitleser:
Sarah
Neyasha
Kiya
Ina
JED
Sam
Hermia
Anette
Elena





