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1450

Das hier ist mein 1450ster Blogbeitrag – und ja, ich weiß, dass das kein „richtiges Jubiläum“ ist, doch als ich vor ein paar Tagen vollkommen übermüdet dachte, dass mir bei 1444 veröffentlichten Beiträgen nur noch 6 bis zur 1500 fehlen würden, habe ich mir ein paar Gedanken zu meinem Blog gemacht. Und da ich zur Zeit etwas sentimental gestimmt bin, veröffentliche ich diese Gedanken eben als 1450sten Beitrag. 😉

Als ich vor fast acht Jahren mit dem Blog anfing, habe ich vorher nicht lange nachgedacht, was ich damit tun wollte. Ich hatte einfach nur das Bedürfnis, mich über Bücher zu unterhalten, war mitten im Umzugsstress (was immer ein guter Grund ist, um ohne großes Nachdenken ein größeres Projekt zu beginnen) und etwas frustriert von der Organisation einer Online-Seite, für die ich Rezensionen schrieb. Meine ersten Posts waren deutlich kürzer, als es meine heutigen Beiträge sind, aber im Prinzip stand von Anfang an fest, dass Bücher, Katzen und ein kleiner Teil meines Lebens hier ihren Platz finden würden. Inzwischen habe ich nur noch eine Katze statt vier, und so viel passiert in meinem Leben nicht, dass ich regelmäßig davon erzählen könnte, aber über Bücher kann ich ja immer reden – da geht mir der Stoff nicht so schnell aus.

Damals hatte ich Glück, da ich relativ schnell eine Handvoll Bloggerinnen kennenlernte, mit denen ich mich gut verstand und die regelmäßig bei mir kommentierten. Aus diesem Kontakt sind Freundschaften entstanden, die ich so nicht erwartet hätte und die zum Teil auch noch Bestand haben, obwohl sich das Leben dieser Personen in den letzten Jahren deutlich verändert hat. Mehr Arbeit, mehr Familie oder einfach andere Interessen haben dafür gesorgt, dass ein Großteil dieser Bloggerinnen heute kaum noch bloggt oder kommentiert. Manche sind auch nur weitergewandert zu Instagram, und weil das für mich kein Blog-Ersatz sein kann, haben sie mich damit abgehängt.

Ich vermisse diese Bloggerinnen und unseren regelmäßigen intensiven Austausch, und oft genug habe ich das Gefühl, dass ich hier für mich alleine (und die diversen Spambots) schreibe. Aber das ist auch okay, denn so wichtig diese Personen für mich und meinen Blog sind, so blogge ich doch in erster Linie für mich. Ich blogge, damit ich die Dinge, die mir durch den Kopf gehen, loswerden kann. Und ich blogge, um einen Ort für meine Erinnerungen zu haben – denn auch wenn ich die Sachen, die doch zu persönlich sind, hier nicht erzähle, so gibt es immer wieder Beiträge, die mich an Ereignisse oder Personen erinnern, oder in denen ich euch vielleicht nicht mehr erzählt habe als „war mit dem Kater beim Tierarzt“, „erwarte Besuch“ oder „habe einen Roman gelesen“, die aber in meiner Erinnerung ausdrücken „ich habe große Angst“, „ich hatte eine wundervolle Woche“ oder „ich habe in letzter Zeit intensiv über ein bestimmtes Thema nachgedacht“.

Ich brauche keine Unmengen an Lesern, das würde mir zu unpersönlich. Aber es wäre schön, wenn ich wieder ein paar Leute finden würde, die mit mir reden mögen – auch weil ich merke, dass ich selbst inzwischen leiser werde, wenn ich andere Blogs besuche. Aber selbst wenn das nicht passiert, so kann ich mir nicht vorstellen, dass ich so schnell mit dem Bloggen aufhöre, denn es hängen zu viele Erinnerungen an diesem Blog und jedes Mal, wenn ich einen Text veröffentliche, besteht schließlich die Chance, dass ich jemanden finde, der sich mit mir darüber unterhalten mag.

Stephanie Burgis: The Dragon with a Chocolate Heart

Seitdem mir die „Kat, Incorrigible“-Titel von Stephanie Burgis so gut gefallen haben, folge ich der Autorin auf Twitter und habe dadurch schon vor der Veröffentlichung einiges über ihren neuen Roman „The Dragon with a Chocolate Heart“ erfahren. Diese kleinen Informationen über die Geschichte haben dafür gesorgt, dass ich wirklich ungeduldig auf das Buch gewartet habe – und im Prinzip in dem Moment mit dem Lesen anfing, in dem mir der Fahrradkurier mein Exemplar überreichte. „The Dragon with a Chocolate Heart“ wird aus der Perspektive von Aventurine erzählt, die das jüngste Mitglied einer stolzen Drachenfamilie ist. Bis zu dem Tag, an dem die Geschichte beginnt, hat Aventurine noch keinen Schritt außerhalb der Höhle gemacht, in der ihre Familie lebt, da ihre Schuppen noch weitere 30 bis 100 Jahre Zeit benötigen, um so weit auszuhärten, dass sie fliegen und auf die Jagd gehen kann.

Doch Aventurine ist ungeduldig, sie langweilt sich in der Höhle und kann nicht verstehen, dass ihr älterer Bruder kein Problem mit dieser erzwungenen Untätigkeit hat. Angetrieben von ihrer Ungeduld beschließt Aventurine, dass sie ihrer Familie beweisen muss, dass sie selbstständig genug für ein Leben außerhalb der Höhle ist. Dummerweise endet ihr erster Jagdversuch damit, dass sie sich – verzaubert durch eine magische heiße Schokolade – in der Gestalt eines ungefähr zwölfjährigen Mädchens wiederfindet. Unter diesen Umständen kann sie nicht zurück zu ihrer Drachenfamilie und muss einen Weg finden, wie sie unter Menschen überleben kann – und dann ist da noch diese neuentdeckte Leidenschaft für Schokolade!

Es hat mir so viel Spaß gemacht, Aventurine bei ihren Erlebnissen in der Stadt zu begleiten, und ich mochte ihre Gedanken so sehr. Sie ist nicht dumm und viele Dinge kann sie sich selbst zusammenreimen oder muss nur einmal sehen, wie Menschen damit umgehen, um sich eine Meinung dazu zu bilden. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Elemente im Leben der Menschen, die für ein Drachenmädchen absolut unverständlich sind (unter anderem die Neigung zu eintöniger Kleidung, wo doch prachtvoll gefärbte Schuppen der Stolz eines jeden Drachen sind). Stephanie Burgis hat dabei für meinen Geschmack ein gutes Gleichgewicht gefunden zwischen den für Aventurine akzeptablen und irritierenden Aspekten des menschlichen Lebens und ich mochte es, dass die ungewöhnliche Denkweise des Drachenmädchens immer wieder Ereignisse in Bewegung setzte, die ihre ganze Umgebung aufrüttelten.

„The Dragon with a Chocolate Heart“ ist ein Kinderbuch und dementsprechend einfach ist die Handlung eigentlich gestrickt, aber es gibt so viele wunderbare kleine Szenen rund um die Suche nach einer Tätigkeit, die Aventurine mit Leidenschaft erfüllt, rund um die Herstellung von heißer Schokolade, um die Freundschaft zwischen dem Drachemädchen und ihrer menschlichen Freundin Silke und um die Widersinnigkeit von Standesregeln, Politik und Geschäftsgebaren. Mir sind beim Lesen sehr viele Figuren ans Herz gewachsen und ich muss zugeben, dass ich mir die ganze Zeit vorgestellt habe, was wohl Hayao Miyazaki für einen Film aus dieser Geschichte machen würde. Dieser Roman ist mit seiner wunderbar temperamentvollen und selbstbewussten Protagonistin, den vielen liebevollen Details und der Magie der Schokolade eindeutig eine Wohlfühlgeschichte, die ich bestimmt noch häufiger genießen werde (und das nächste Mal am Besten im Winter mit einer Tasse heißer Schokolade vor der Nase 😉 ).

Neuzugänge April und Juni 2017

Ich versuche weiterhin bei meinen Neuzugängen eine Mischung aus „Reihen-/Autorenvervollständigung“ und Neuentdeckungen auf die Reihe zu bekommen. Aber ich merke schon, dass ich momentan eher dazu neige zu vertrauten Autoren zu greifen. Neuentdeckungen bergen schließlich immer das Risiko, dass weitere Bände auf der Wunschliste landen. 😉

Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
Diana Wynne Jones: Year of the Griffin

Im April gab es weiteren Zugang zu meiner Diana-Wynne-Jones-Sammlung, da ich es gerade so angenehm finde, wenn ich Romane von ihr für Schlechte-Laune-Phasen auf Vorrat habe. 😉

Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
Stephanie Burgis: The Dragon with a Chocolate Heart
Diana Wynne Jones: The Ogre Downstairs
Claire Legrand: Some Kind of Happiness
Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima Teil 3 (Manga)

Außerdem hatte ich im April zwei weitere Titel bestellt, weil ich hoffte, dass ich sie dann pünktlich zum Erscheinungstermin im Mai bekommen würde. Dummerweise hat der Importeur meines Buchhändlers das nicht so recht auf die Reihe bekommen, weshalb ich auf das eine Buch immer noch warte, während das andere erst im Juni ankam. So gab es im Juni nicht nur dank eines geschenkten Gutscheins ein paar mehr Bücher als sonst in einem Monat.

Mit „Within the Sanctuary of Wings“ habe ich nun alle Lady-Trent-Titel im Haus und auch der Manga schließt eine Reihe ab. Zu Diana Wynne Jones muss ich ja wohl nichts mehr sagen und „The Dragon with a Chocolate Heart“ ist das neuste Kinderbuch von Stephanie Burgis, deren magischen Geschichten ich im vergangenen Dezember für mich entdeckt habe. Auch „Some Kind of Happiness“ ist für eher jüngere Leser und ein reiner Klappentext-/Coverkauf für mich – ich bin schon sehr gespannt, ob die Geschichte so gut ist wie erhofft.

Gelesen: April, Mai und Juni 2017

Frühere Statistiken sind unter „Diverses“ zu finden.

Bücher:

  1. Adele Abbott: Witch Is When It All Began (A Witch P.I. Mystery 1)
  2. Katherine Addison: Der Winterkaiser 
  3. Annabeth Albert/Wendy Qualls: Save the Date
  4. Judy Alter: Skeleton in a Dead Space (A Kelly O’Connell Mystery 1)
  5. Ilona Andrews: Clean Sweep (Innkeeper Chronicles 1)
  6. Ilona Andrews: Sweep in Peace (Innkeeper Chronicles 2)
  7. Illona Andrews: One Fell Sweep (Innkeeper Chronicles 3)
  8. Stefan Bachmann: Die Seltsamen
  9. M. C. Beaton: Agatha Raisin und der tote Richter (Agatha Raisin 1)
  10. M. C. Beaton: Agatha Raisin und die Tote im Feld (Agatha Raisin 4)
  11. Stephanie Burgis: The Dragon with a Chocolate Heart
  12. Caroline Carlson: Der weltbeste Detektiv
  13. Elizabeth Daly: Das Buch des Toten
  14. Jared Diamond: Guns, Germs and Steel – A Short History of Everybody for the Last 13000 Years
  15. Jennifer Estep: Dark Heart of Magic (Black Blade 2)
  16. Jennifer Estep: Bright Blaze of Magic (Black Blade 3)
  17. Anthony Francis: Liquid Fire (Skindancer 3)
  18. Nell Goddin: The Third Girl (Molly Sutton 1)
  19. Mira Grant: Feed (Newsflesh 1)
  20. Mira Grant: Deadline (Newsflesh 2)
  21. Mira Grant: Blackout (Newsflesh 3)
  22. S. E. Grove: Weltenriss – Die Karten der verlorenen Zeit
  23. Georgette Heyer: Vorsicht, Gift!
  24. Georgette Heyer: Der Page und die Herzogin
  25. Keigo Higashino: Ich habe ihn getötet (Inspektor Kaga)
  26. Patricia Highsmith: Die Augen der Mrs. Blynn
  27. Tom Hillenbrand: Gefährliche Empfehlung (Xavier Kieffer 5)
  28. Emma Hooper: Etta und Otto und Russell und James
  29. Tanya Huff: Sing the Four Quarters (Quarters 1)
  30. Jonnie Jacobs: Murder Among Neighbors (A Kate Austen Suburban Mystery 1)
  31. Diana Wynne Jones: A Tale of Time City
  32. Diana Wynne Jones und Ursula Jones: The Islands of Chaldea
  33. M.R.C. Kasasian: Mord in der Mangle Street
  34. Rasha Khayat: Weil wir längst woanders sind
  35. Mindy Klasky: Girl’s Guide to Witchcraft (Jane Madison Series 1)
  36. Lynn Kurland: Star of the Morning (The Nine Kingdoms 1)
  37. Emily Larkin: Maythorn’s Wish (The Fey Quartet 1)
  38. Emily Larkin: Hazel’s Promise (The Fey Quartet 2)
  39. Emily Larkin: Ivy’s Choice (The Fey Quartet 3)
  40. Emily Larkin: Larkspur’s Quest (The Fey Quartet 4)
  41. Emily Larkin: Unmasking Miss Appleyby (Baleful Godmother 1)
  42. Emily Larkin: Resisting Miss Merryweather (Baleful Godmother 2)
  43. Emily Larkin: Trusting Miss Trentham (Baleful Godmother 3)
  44. Emily Larkin: Claiming Mister Kemp (Baleful Godmother 4)
  45. Mackenzie Lee: Cavaliersreise – Die Bekenntnisse eines Gentleman
  46. Alexander McCall Smith: Ein Koch für Mma Ramotswe (No. 1 Ladies‘ Detective Agency 3)
  47. Camille Minichino: The Hydrogen Murder (A Periodic Table Mystery 1)
  48. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  49. Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter
  50. Brandon Sanderson: The Rithmatist
  51. Rebecca Solnit: Wenn Männer mir die Welt erklären
  52. Brett J. Tally (Hrsg.): Limbus Inc. III
  53. Patricia Wentworth: The Red Lacquer Case
  54. Lois Winston: Assault With a Deadly Glue Gun (An Anastasia Pollack Crafting Mystery Book 1)

Kurzgeschichten:

  • M. C. Beaton: Agatha Raisins erster Fall (Agatha Raisin)
  • Seanan McGuire: The Way Home (Alice Healy and Thomas Price 1)
  • Seanan McGuire: The Lay of Land (Alice Healy and Thomas Price 2)
  • Seanan McGuire: The Recitation of the Most Holy and Harrowing Pilgrimage of Mindy and Also Mork
  • Seanan McGuire: The Ghosts of Bourbon Street (Verity Price and Dominic DeLuca 1)
  • Seanan McGuire: Midway Relics and Dying Breeds
  • Seanan McGuire: Cabbages and Kings
  • Seanan McGuire: #CONNOLLYHOUSE #WESHOULDNTBEHERE
  • Seanan McGuire: Shore to Shore
  • Paige Shelton: Red Hot Deadly Peppers (A Farmers Market Mystery)

Comics/Manga:

  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 1 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 2 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 3 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 4 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 5 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 6 – Lawless 1 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 7 – Lawless 2 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 8 – Lawless 3 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 9 – Lawless 4 (Comic)
  • Ed Brubaker/Sean Phillips: Criminal 10 – Lawless 5 (Comic)
  • Ed Brubaker/Steve Epting: Velvet 1 – Before the Living End (Comic)
  • Ed Brubaker/Steve Epting: Velvet 2 – The Secret Lives of Dead Men (Comic)
  • Ed Brubaker/Steve Epting: Velvet 3 – The Man who stole the World (Comic)
  • Jiro Taniguchi: Bis in den Himmel (Manga)
  • Jiro Taniguchi: Der Kartograph (Manga)
  • Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima 1 (Manga)
  • Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima 2 (Manga)
  • Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima 3 (Manga)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 1 (Comic)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 2 (Comic)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 3 (Comic)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 4 (Comic)
  • Kelly Thompson/Brianne Drouhard: Mega Princess 5 (Comic)
  • Jeremy Whitley/M. Goodwin: Princeless 1 – Save Yourself (Comic)



Hörbücher/Hörspiele:

Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

Juli-SuB 2017

Mein Sommerthema ist in diesem Jahr eindeutig „mir ist zu warm, um etwas anderes zu machen als zu lesen“. 😉 Vor allem abends habe ich oft zum Buch gegriffen, während mein Mann sich von japanischen Serien beschallen ließ. Das Licht des Fernsehers reicht nämlich bei einer sehr groß eingestellten Schrift immerhin dazu aus, dass ich ein eBook lesen kann, während wir das Licht ausgeschaltet haben, um beim Lüften keine Insekten anzuziehen. Insgesamt komme ich im Juni auf 19 (zum Teil sehr dünne) Bücher, 2 Kurzgeschichten, 3 Manga und 4 Comics. Eigentlich wolle ich auch endlich die „Codex Alera“-Bände vom SuB befreien, aber da ich Band 2 der Reihe noch nicht wiedergefunden habe, musste das noch warten. Vielleicht klappt es mit der Serie ja im Juli – und wenn nicht, dann habe ich ja noch genügend andere Titel, die aufs Lesen warten.

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  6. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  7. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  8. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  9. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  10. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  11. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  12. Alex Grecian: The Yard
  13. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  14. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  15. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  16. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  17. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  18. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  19. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  20. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  21. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  22. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  23. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  24. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  25. Diana Wynne Jones: The Ogre Downstairs
  26. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  27. Sarah Kuhn: Heroine Worship
  28. Claire Legrand: Some Kind of Happiness
  29. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  30. Seanan McGuire: Down Among the Sticks and Bones
  31. Bishop O’Connell: The Stolen
  32. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  33. Cindy Pon: Serpentine
  34. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  35. Philip Reeve: Larklight
  36. John Scalzi: Fuzzy Nation
  37. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  38. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  39. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  40. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  41. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  42. Charles den Tex: Die Zelle
  43. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  44. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  45. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  46. Xinran: Gerettete Wort
  47. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

44 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

SuB-trahiert 2017 (2)

Langsam, aber stetig arbeite ich weiter an den Titeln auf meinem SuB, die schon seit über einem Jahr darauf warten gelesen zu werden. Manchmal kann ich selber nicht verstehen, warum bestimmte Romane von mir so lange „aufgeschoben“ werden …

1. Moira J. Moore: Resenting the Hero


Eine sehr gute Freundin von mir war von dieser Reihe sehr begeistert, so dass ich den ersten Band nach ihrer Empfehlung und dem Lesen des Klappentextes auf meinen Wunschzettel gepackt habe. Trotzdem lag der Titel am Ende über zwei Jahre auf meinem SuB, weil ich mir nicht wirklich sicher war, ob das Ganze was für mich wäre. Ich sollte wirklich keine Bücher auf die Wunschliste setzen, nur weil ich das Gefühl habe, dass meine Freundin sich freuen würde, wenn ich endlich mal ihrer Empfehlung folge – vor allem, wenn mir mein Bauchgefühl sagt, dass der Roman vermutlich nichts für mich wäre. HIER geht es zumr VerrissRezension.

(gelesen April 2017)

2. Lynn Kurland: Star of the Morning (The Nine Kingdom 1)


Noch ein Buch, das mir von der oben erwähnten Freundin empfohlen wurde und das dann ziemlich lange auf dem SuB liegen blieb, weil ich heutzutage einfach nicht mehr so oft und gern diese Variante (mittelalterlich wirkende Gesellschaft, großer böser Zauberer, der seit Jahrhunderten eine Bedrohung aus dem Norden darstellt usw.) von Fantasyromanen lese wie als Teenager. Aber da Lynn Kurlands Humor, die Charaktere, die leise und überzeugende Liebesgeschichte und sogar der lineare Aufbau der Handlung so erholsam und amüsant zu lesen waren, denke ich nun, dass ich den Titel deutlich früher aus dem Regal hätte ziehen sollen. Mehr dazu habe ich HIER geschrieben und die Fortsetzungen stehen schon auf der Wunschliste. *g*

(gelesen April 2017)

3. Mira Grant: Deadline (Newsflesh 2)
4. Mira Grant: Blackout (Newsflesh 3)


Obwohl ich so ein großer Fan von Seanan McGuire bin, bin ich sehr lange um den ersten Newsflesh-Band („Feed“) herumgeschlichen, weil Horror nicht wirklich mein Genre ist und ich normalerweise auch nicht so enthusiastisch bin, wenn es um Zombie-Geschichten geht. Als ich mich dann endlich an „Feed“ wagte, war ich total begeistert (und erschüttert und fasziniert und amüsiert), aber das Ende war so heftig, dass ich erst einmal eine Pause benötigte. Die Pause hat sich dann – auch wegen einer Änderungen bezüglich der Protagonisten – ziemlich hingezogen, obwohl ein Teil von mir schon neugierig auf die weitere Entwicklung der Geschichte war. Im Juni habe ich mich dann mal zusammengerissen und die Trilogie am Stück gelesen. Es war heftig und emotional und einfach großartig und sehr erschreckend, wenn man überlegt, wie realistisch die Autorin mit dem Thema Virusinfektionen umgeht …

(gelesen Juni 2017)

Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima (Manga)

Kazuto Tatsutas dreiteilige Mangareihe „Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima“ ist genau das, was der Untertitel sagt. Als (finanziell) nicht gerade erfolgreicher Mangaka war der Autor gerade auf Jobsuche, als die Katastrophe rund um das japanische Atomkraftwerk passierte. Um etwas zu bewirken und zumindest eine Zeitlang ein gesichertes Einkommen zu haben, hat er als Arbeiter rund um die Kraftwerksruine angeheuert. Es wurden gute Stundenlöhne versprochen (die Realität sah später dann etwas anders aus) und irgendjemand musste ja dafür sorgen, dass das Gelände wieder gesichert wird. Aber Kazuto Tatsuta hat sich auch gefragt, wie es denn nun wirklich in Fukushima ist, denn von der Politik, den Medien und den Bürgerbewegungen habe es unzählige gegensätzliche Aussagen zu den Schäden und den Folgen gegeben, die das Atomunglück verursacht hat.

Spannend finde ich bei dieser Veröffentlichung auch, dass Kazuto Tatsuta (der diesen Manga unter Pseudonym veröffentlicht hat) mit seinen Geschichten ein japanisches Gesetz umgehen konnte, das nach der Katastrophe von Fukushima geschaffen wurde, um die Pressefreiheit einzuschränken. Dieses Gesetz ermöglicht es der japanischen Regierung, bestimmte Informationen als „vertraulich“ einzustufen und Journalisten zu bestrafen, die darüber berichten. Doch ein Mangaka gilt als Künstler und nicht als Journalist, und so konnte Kazuto Tatsuta von seinen Erlebnissen berichten und die japanische Öffentlichkeit über die Vorgänge im Kraftwerk, den Alltag der Arbeiter und über die Erfahrungen und Ängste der Anwohner informieren.

Seinen ersten Einsatz (wegen der Strahlenbelastung sind nur kurze Beschäftigungszeiten möglich) hatte der Künstler im Frühsommer 2012 und der Manga beginnt damit, dass er einen typischen Arbeitstag eines Arbeiters in Fukushima zeigt. Das frühe Aufstehen, die vielen Strahlenkontrollen und die Schutzkleidung machen den Arbeitern gleichzeitig das Leben schwer und schützen sie. Doch dieser gefährliche Job ist eben auch Alltag für die vielen Männer, die das Gelände des Atomkraftwerks aufräumen, rückbauen und sichern. So ist es kein Wunder, dass an manchen Tagen eine juckende Nase viel schlimmer und präsenter ist, als der Gedanke an die Strahlung, der man dort während der Arbeitszeit ausgesetzt ist, und dass vor Ort die Gefahr größer ist, an einem Hitzschlag zu sterben als an der Strahlung.

Kazuto Tatsuta erzählt von den widerstreitenden Gefühlen derjenigen unter den Arbeitern, die aus der Region stammen. Auf der einen Seite haben sie im Tsunami oder durch die Sperrung der verstrahlten Gebiete alles verloren, auf der anderen Seite hatten sie und haben sie mit Tepco einen sicheren und gut zahlenden Arbeitgeber, ohne dessen Jobs diese ländliche Region nicht hätte überleben können. Besonders erschreckend fand ich, dass wohl immer wieder Leute ihre Dosimeter manipulierten, um länger arbeiten zu können, und ich hatte auch regelmäßig das Gefühl, dass der Erzähler und seine Kollegen – trotz aller Schutzkleidung und Kontrollen – etwas naiv an das Thema Strahlung herangingen. Aber gerade das ist ja auch das Interessante an so einem Erfahrungsbericht, denn so kann der Leser die Realität kennenlernen, unter der die Arbeiter in einem solch gefährlichen Gebiet arbeiten.

Interessant fand ich auch, dass der Mangaka immer wieder erwähnt, dass das alles nicht so schlimm sei, wie die Medien es darstellten. Allerdings stützt er seine Gedankengänge dabei auf Daten, die Tepco oder die Regierung in den Jahren nach dem Atomunglück veröffentlichten – und ich persönlich wäre da vermutlich viel kritischer angesichts der Tatsache, dass sich weder die japanische Regierung noch der Betreiber des Atomkraftwerks angesichts der Katastrophe von ihrer besten und vertrauenswürdigsten Seite gezeigt haben. Auf der anderen Seite war es auch angenehm, dass Kazuto Tatsuta versucht, keine Vorurteile zu haben. Er gibt sich Mühe, die verschiedenen Arbeitsbereiche so detailliert wie möglich darzustellen, und betont dabei den Alltag der Arbeiter und die Zusammenarbeit zwischen den Kollegen. Selbst bei seiner Darstellung der Sub-Unternehmer, unter denen es natürlich auch welche gibt, die sich auf Kosten der Angestellten bereichern wollen, versucht der Mangaka neutral zu bleiben und beide Seiten der Angelegenheit zu betrachten.

Ab dem zweiten Band gibt es auch Szenen, die sich mit den Hintergründen der Mangaveröffentlichung oder regionalen Besonderheiten rund um die Orte, in denen Kazuto Tatsuta während seiner Arbeit im Atomkraftwerk gelebt hat, beschäftigen. So erzählt er auch von den Bewohnern eines Altenheims, die sich danach sehnen, wieder in ihrer Häuser im Sperrgebiet ziehen zu können, von der offenen Bühne, auf der er ab und an mit seiner Gitarre auftrat, oder den unterschiedlichen Badehäusern, die er aufsuchte. Ich weiß nicht, ob ich einen Bericht über einen vergleichbaren Arbeitsplatz in einem unverseuchtem Gebiet so interessant gefunden hätte, aber ich fand es faszinierend, all diese kleinen und größeren Details zu erfahren.

Zuletzt noch ein Wort zum Zeichenstil des Mangaka: Die Zeichnungen sind sehr detailliert und realistisch gehalten und die verschiedenen Kapitel enthalten auch immer wieder Grundrisse oder Lagepläne, die es dem Betrachter ermöglichen, sich eine bessere Vorstellung von den verschiedenen Abläufen zu machen. Es gelingt Kazuto Tatsuta auch, die verschiedenen Kollegen – trotz der Atemmasken, die ja doch einen Großteil des Gesichts verdecken – so individuell zu zeichnen, dass man sie gut auseinanderhalten kann. Und immer wieder gibt es Panels, die von der Liebe des Zeichners zur Natur rund um Fukushima und von der unglaublichen Zerstörungskraft des Tsunamis zeugen. Insgesamt ist „Reaktor 1F“ für einen Manga ziemlich textlastig, aber ich fand es definitiv nicht zu viel, weil es so interessant war. Außerdem mochte ich die kleinen Nebenbemerkungen, die zum Teil im Nachhinein von dem Mangaka eingefügt wurden, um auf spätere Entwicklungen hinzuweisen oder eine Szene mit einem vorherigen Ereignis zu verknüpfen.

Mal wieder ein Lesetag

Nachdem wir in der letzten Woche einige „tropische“ Nächte hatten, arbeite ich immer noch daran die Temperatur in der Wohnung wieder unter 30 Grad zu bekommen, also nicht wundern, dass dieser Beitrag morgens um halb fünf online geht. Das Wohnungsklima ist der Nachteil an diesem Altbau: Es dauert etwas, bis die Wärme in der Wohnung ist, aber wenn sie da ist, dann bleibt sie auch. Also beginnt mein Tag momentan um vier Uhr, wenn ich meinen schlafenden Mann in den einen Teil der Wohnung sperre und dort alle Fenster aufreiße, während ich Christie in der anderen Wohnungshälfte Gesellschaft leiste. Obwohl heute für mich (und hoffentlich noch ein paar andere Blogger) ein Lesetag ist, werde ich mir die Zeit bis zum Aufstehen meines Mannes (und dem fertigen Durchlüften der Wohnung) mit Anime gucken vertreiben – ich mag kein Licht anmachen und es ist noch nicht hell genug, um problemlos lesen zu können.

Was meine Buchauswahl für heute angeht, so bin ich noch etwas unentschlossen. Ich habe „Fair Play“ von Tove Jansson aus der Onleihe ausgeliehen und lese/pausiere außerdem gerade „Blackout“ von Mira Grant. Letzteres gefällt mir gut, aber es ist eine ziemlich informationslastige Geschichte mit vielen medizinischen (Virologie) und politischen Elementen, auf die ich mich nur einlassen mag, wenn ich mich angemessen darauf konzentrieren kann. Ich könnte mich natürlich auch meinem SuB widmen oder schauen, ob eine meiner Leihgaben mich fesseln kann. Auswahl habe ich ja. 😉

Diesen Beitrag werde ich wie immer im Laufe des Tages aktualisieren und eventuelle Mitleser am Ende des Posts verlinken, wenn sie sich in den Kommentaren melden.



Update 6:00 Uhr

Ich bin gerade so glücklich, dass es nachts wieder unter 20 Grad sind und genieße die 1,5 Stunden, in denen ich morgens im kühlen Luftzug sitze wirklich sehr.

Bislang habe ich nicht viel gelesen, sondern vor allem meine Zeit mit „Blood+“ vertrieben. Ich hatte die Manga-Reihe gelesen, als sie vor einigen Jahren in Deutschland veröffentlicht wurde (und finde es immer wieder lustig, dass ich viel eher zu Horror greife, wenn es ein Manga ist), hatte aber bislang nie die Zeit gefunden die Anime-Serie zu sehen. In der letzten Woche war es dann aber doch mal soweit, dass ich damit angefangen habe, und ich bin inzwischen bei Folge 37 – und sehr fasziniert davon, welche Extra-Handlungsstränge in dem Anime auftauchen.

Irgendwie lustig, dass ich momentan zwei verschiedene Varianten von Zombie-Geschichten konsumiere, obwohl das eigentlich nicht mein Thema ist. *g* Was mich zu „Blackout“ von Mira Grant (Seanan McGuire) bringt, in dem ich inzwischen doch etwas weitergelesen habe. Viel möchte ich zu dem Roman eigentlich gar nicht sagen, da es der dritte Teil der Reihe ist, aber ich bin etwas irritiert davon, wie die Autorin die Grundvoraussetzung für diesen Handlungsstrang angelegt hat. Eigentlich vertraue ich darauf, dass sie etwas richtig Gutes draus macht, und die zwischenmenschlichen Aspekte der Geschichte sind faszinierend und sehr, sehr gut, aber trotzdem weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll.

Update 9:15 Uhr

Zum Frühstück habe ich „Fair Play“ von Tove Jansson angelesen. Die Autorin erzählt – soweit ich das bislang beurteilen kann – in dem Buch keine Geschichte, sondern gibt nur kleine Einblicke in das Leben von Jonna und Mari. Die beiden Frauen sind Künstlerinnen, die in Ateliers leben und arbeiten, die durch einen langen Dachboden voneinander getrennt sind. Tove Jansson beschreibt die Figuren in in kleinen Momenten, durch den Alltag ihrer schon Jahrzehnte andauernden Freundschaft (oder Beziehung?) und bislang finde ich es wunderbar, wie die beiden einander ergänzen. Mari wirkt zwar auf den ersten Blick etwas blass, während Jonna sehr dominant zu sein scheint, aber ich glaube, sie haben beide ihre Stärken und Schwächen, die die jeweils andere nur zu gut kennt.

Aktuell passt mir das Buch sehr gut und ich mag die Geschichten jetzt einfach weiterlesen, ohne mir groß Gedanken über die klare und schöne Sprache und die vielen Sätze, die in mir nachklingen zu machen. Ich bin mir aber auch sicher, dass ich das Buch in den nächsten Tagen ein zweites Mal in die Hand nehmen werden, um die eine oder andere Szene oder den einen oder anderen Satz noch einmal bewusst rauszupicken und genauer zu betrachten.

Update 13:00 Uhr

Ach, verflixt! Erst bin ich über meinem Buch eingeschlafen (was okay ist, was ich aber lieber „kontrollierter“ machen würde), dann wollte ich das Abendessen vorbereiten und musste feststellen, dass mir Hartweizengrieß fehlt. Jetzt gibt es heute also Tiefkühl-Pizza und mein Mann wird morgen auf dem Heimweg den Grieß kaufen. Das ärgert mich ein bisschen, weil ich Samstag für das Essen frisches Gemüse gekauft habe und das nun bis Dienstag im Kühlschrank liegenbleibt. Aber nun gut, ich kann es nicht ändern.

Nach meinem kleinen Schläfchen werde ich jetzt erst einmal schauen, wie die anderen den Vormittag so verbracht haben und danach meine Gemüsebouillon genießen und „Fair Play“ beenden. Bislang gefallen mir die vielen kleinen Kapitel mit Mari und Jonna sehr gut. Die beiden Frauen sind seit Jahrzehnten zusammen und ich habe sie bislang in den unterschiedlichsten Momenten kennengelernt. Einmal mussten sie mit ungewohltem Besuch auf ihrer Sommerinsel fertig werden, einmal hat Jonna einen Western genossen, während sich Mari fragte, warum die Freundin so viel Freude an diesen Filmen hat und ein anderes Mal haben die beide über eine Geschichte unterhalten, an der Mari schrieb. Ich weiß immer noch nicht, ob Mari wirklich eine Künstlerin ist und wenn ja, was sie genau macht. Jonne hingegen ist ein Allround-Talent und stürzt sich immer wieder mit Begeisterung auf neue Dinge, nur um sie dann für das nächste Projekt zur Seite zu legen. Ich finde es spannend mehr über diese beiden Frauen rauszufinden – gerade weil in den einzelnen Kapiteln nicht viel passiert, denn so konzentriert sich alles sehr auf die beiden Figuren. Die Erzählweise und die Konzentration auf die beiden Frauen erinnert mich sehr an „The Summer Book“ von Tove Jansson – was mir ja auch gut gefallen hatte.

Update 17:45 Uhr

Inzwischen habe ich „Fair Play“ von Tove Jansson beendet und sehr genossen. Vor allem das letzte Kapitel wirft einen sehr schönen Blick auf die Freundschaft der beiden Frauen (die übrigens beide über 70 Jahre alt sind). Am Ende frage ich mich schon, wie viele Aspekte an dieser Geschichte vielleicht aus Tove Janssons Leben stammen. Ich seh schon, ich werde wirklich mal eine Biografie von ihr auf meinen Wunschzettel setzen müssen. *g*

Da ich mich zu zufrieden fühlte, um mich in ein illegales Labor, politische Intrigen und ein vom Zombies eingenommenes Florida zu stürzen, habe ich erst mal zu „The Yard“ von Alex Grecian gegriffen. Ich hatte von seiner „Scotland Yard Murder Squad“-Reihe vor einem Jahr den vierten Band in die Finger bekommen und sehr gern gelesen und nun ist anscheinend der richtige Zeitpunkt gekommen, um mich mit den Anfängen von Inspector Days Karriere zu beschäftigen. 😉 Die „Murder Squad“ ist eine noch relativ frische Polizeieinheit, die aus den Ereignissen rund um die Jack-the-Ripper-Morde vor einem Jahr resultierten. Inspector Day ist erst seit einer Woche bei dieser Truppe und darf schon den Mord an einem Kollegen untersuchen, was ihn ziemlich unsicher macht. Ich mochte schon beim vierten Teil die Figuren und die Beschreibungen des historischen Londons und kann nach den ersten Kapiteln sagen, dass der Autor anscheinend von Anfang an ein Händchen für genau diese Aspekte gehabt hat. Und während ich es normalerweise nicht so gerne mag, wenn man auch Passagen aus Sicht des Mörders erlebt, kann ich hier damit leben, weil der Autor es gut macht.

Nachdem ich mich also versichert hatte, dass „The Yard“ gut anläuft, war ich dann auch wieder in der Stimmung für „Blackout“. Wenn meine Konzentration gut genug bleibt, um mich mit all den Details rund um die ethischen/wissenschaftlichen/konspirativen Elemente der Geschichte auseinanderzusetzen, dann bleibe ich bis zum Abendessen auf jeden Fall bei dem Buch.

Update 22:15 Uhr

Mein letztes Update für heute – es war wieder sehr schön mit euch und ich freu mich schon auf kommende Lesetage! 🙂

Ich habe wirklich noch einiges in „Blackout“ weiterlesen können, bis mein Mann die Pizza servierte und es Zeit wurde zum „dümpeligen Fernsehprogramm“ zu wechseln. Heute war das die letzte Folge von „Skin Wars“ – eine amerikanische Sendung rund um eine Gruppe von Body Paintern, die verschiedene Herausforderungen bewältigen müssen, bis am Ende einer von ihnen 100.000 Dollar gewinnt. Den Wettbewerbsgedanken dabei und den (zum Glück sehr kleinen Soap-Opera-)Anteil bräuchte ich nicht, aber ich finde es sehr spannend, was alles beim Body Painting möglich ist. Es ist Jahre her, seitdem ich Body-Painting-Kunstwerke auf Messen gesehen habe, und es ist irre, wie sehr sich diese Kunstrichtung entwickelt hat. Vor allem finde ich bei der Sendung spannend, dass man ganz gut verfolgen kann, wie sich ein Kunstwerk von der Grundierung bis zu den Details entwickelt.

Jetzt ist es aber definitiv Zeit ins Bett zu gehen – ich hoffe nur, die Person, die gerade unter dem Fenster Pfeife raucht, verzieht sich bald, so dass ich ungestört mit offenem Fenster einschlafen kann, während mein Mann im Wohnzimmer die Katze bewacht.

Habt einen guten Start in die Woche! 🙂

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Heutige Mitleser:

Sayuri
Kiya
Natira

Fantasy und die Darstellung von Beziehungen

Schon seit Längerem denke ich über die unterschiedliche Darstellungsweise von gesellschaftlich kontroversen Themen in Fantasyromanen nach. Einen Teil meiner Gedanken hatte ich schon im „Henry vs. Maia“ niedergeschrieben – und ich bleibe dabei, dass ich einen nicht so plakativen Umgang mit Themen wie Sexualität, Rassismus, Gleichberechtigung, Feminismus und Ähnlichem bevorzuge, weil mich das zum Denken statt zum Konsumieren anregt.

Noch schöner allerdings finde ich die Fantasywelten, in denen es ganz alltäglich ist, wenn eine Familie nicht unbedingt aus einem Mann, einer Frau und einer dazugehörigen Zahl von Kindern bestehen muss. Welten, in denen Lebensweisen normal sind, die in unserem Alltag bemerkenswert oder gar verpönt sind. Ich glaube, meine Vorliebe für solche Fantasywelten hängt damit zusammen, dass ich als Teenager einige Romane gelesen habe, in denen das so war. Das bekannteste Beispiel ist dabei vermutlich Marion Zimmer Bradley (bei der ich für diesen Beitrag das Privatleben von ihrem Werk trenne möchte), deren Darkover-Geschichten in einer Welt spielten, die bei weitem nicht perfekt war, aber in denen Homo- oder Bisexualität ebenso häufig vorkamen wie polyamore Beziehungen.

Solche Welten haben meine Sicht auf dieses Thema sehr geprägt und dafür gesorgt, dass es für mich egal ist, wer wen wie liebt, solange alle Beteiligten alt bzw. reif genug sind, um sich bewusst für ihre Art der Beziehung zu entscheiden und zufrieden damit sind. Wie sehr meine Vorstellung von Normalität von der Realität abweicht, habe ich erst relativ spät festgestellt. Als Teenager stand ich noch auf dem Standpunkt, dass es doch nur einige wenige engstirnige Menschen geben könnte, die ein Problem mit der Sexualität anderer Leute haben könnten – und ich muss zugeben, dass ich mit jedem Jahr, das ich älter werde, überrascht bin, wie engstirnig und kleinkariert Menschen sind und wie sehr sie gegen Lebensmodelle kämpfen können, die nicht ihrer eigenen Vorstellung entsprechen.

Meine eigene Naivität bringt mich hingegen wieder zu den Romanen und der Frage zurück, wie Autoren mit dem Thema umgehen sollten. Da in unserer realen Welt nicht nur Vorurteile, sondern zum Teil regelrechte Kreuzzüge gegen Menschen mit vermeintlich nicht der „Norm“ entsprechenden Beziehungen geführt werden, darf das Thema meiner Meinung nach in fiktiven Geschichten auch nicht unter den Tisch fallen. Aber ich frage mich, ob es hilfreicher ist, wenn ein Autor dem Leser eine Welt präsentiert, in der es eben selbstverständlich ist, dass Menschen nun einmal unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse habe, wenn es um Beziehungen geht, um dieses Bild zur „Normalität“ werden zu lassen. Oder ob es wichtiger ist, bewusst aufzuzeigen, welche Missstände herrschen, um vielleicht den einen oder anderen Leser dazu zu bringen, sich in seinem Umfeld denjenigen entgegenzustellen, die nur ihre eigene konservative Weltsicht als akzeptablen Lebensentwurf dulden.

Leseeindrücke – Die „Cozy“-Variante (1)

Vor einigen Wochen habe ich das kostenlosen eBook-Bundle „Sleuthing Women – 10 First-in-Series Mysteries“ runtergeladen, weil ich hoffte, ich würde über Autorinnen in diesem Genre stolpern, die mir gut gefallen. Um meine Gedanken zu den zehn Romanen festzuhalten und auch mal zwischen den verschiedenen Titeln Vergleiche ziehen zu können, gibt es (aufgrund der Menge) gleich zwei Sammelposts mit „Leseeindrücken“. Der zweite Teil wird freigeschaltet, wenn ich die nächsten fünf Romane gelesen habe – nach den ersten fünf Titeln brauche ich erst einmal wieder Abwechslung beim Lesen. 😉



1. Lois Winston: Assault With a Deadly Glue Gun (An Anastasia Pollack Crafting Mystery 1)

Hätte mir jemand vorher gesagt, was Anastasia Pollack in dieser Geschichte alles erleben würde, ich hätte vermutlich die Finger von dem Roman gelassen, weil ich das Ganze für zu überzogen gehalten hätte. Lois Winston hält definitiv kein Maß, wenn sie ihrer Protagonistin Schwierigkeiten bereiten will. So ist Anastasia dank ihres verstorbenen Mannes überschuldet und darf sich mit einem Kredithai rumschlagen. Außerdem teilt sie sich das Haus nicht nur mit ihren beiden Teenager-Söhnen, sondern auch mit ihrer Schwiegermutter (überzeugte Kommunistin und Besitzerin eines französischen Bulldogge), ihrer Mutter (angebliche Nachfahrin des russischen Zarenhauses und Halterin einer Perserkatze) und einem geerbten, Shakespeare-zitierenden Papagei. Da das Ganze noch nicht genug ist, wird auch noch Anastasias Kollegin ermordet und die Polizei ist sich sicher, dass sie die Mörderin ist.

Trotz dieser extrem überzogenen Handlung war „Assault With a Deadly Glue Gun“ wirklich nett zu lesen und ich habe immer wieder vor mich hingeschmunzelt, weil einfach klar war, dass an der nächsten Ecke wieder irgendeine Katastrophe auf Anastasia warten würde, die zu weiteren Komplikationen führt. Außerdem mochte ich, dass die Protagonistin sich nicht unterkriegen ließ und je nachdem stoisch, wütend oder schlagfertig mit den verschiedenen Situationen und Figuren umging. Es fühlte sich beim Lesen auch überraschend stimmig an, dass Anastasia die einzige normale und bodenständige Person inmitten lauter skurriler Gestalten und Ereignisse war. Ich bin selbst ganz überrascht, wie entspannend und unterhaltsam ich diesen Roman fand, wo ich doch sonst gern mal von überzogenen Elementen genervt bin.

2. Jonnie Jacobs; Murder Among Neighbors (A Kate Austen Suburban Mystery 1)

„Murder Among Neighbors“ war nett zu lesen, solange ich dabei war, aber danach auch schnell wieder vergessen. Ich muss aber zugeben, dass ich es mochte, wie Jonnie Jacobs das Leben ihrer Protagonistin ausbalancierte. Kate Austen hat eine Tochter, die ihr sehr wichtig ist und mit der es auch so was wie Alltag in der Geschichte gab. Aber dieser Alltag behinderte die Handlung nicht, sondern sorgte dafür, dass die „Ermittlungen“ vorwärts ging. So gab es zum Beispiel Gespräche mit anderen Müttern oder mit Kindermädchen von Schulfreundinnen, in denen Kate neue Informationen über ihre ermordete Nachbarin sammeln konnte,

Auch hält sich Kate nicht für besser als die Polizei, sondern sie erzählt dem ermittelnden Polizisten in der Regel jedes Detail, das sie herausgefunden hat (inklusive Informationen, von denen sie sich nicht sicher ist, ob sie überhaupt relevant sein könnten). Zum Teil hängt das natürlich auch damit zusammen, dass sie sich zu dem Ermittler hingezogen fühlt und ein Verhältnis mit ihm beginnt, aber es liest sich so, als ob sie auch ohne diese Beziehung kein Problem damit gehabt hätte, alles der Polizei zu überlassen. Ich fand es schön, mal wieder ein Buch mit einer angenehm normalen, sympathischen und vernünftig handelnden Protagonistin zu lesen.

3. Judy Alter: Skeleton in a Dead Space (A Kelly O’Connell Mystery by Judy Alter 1)


„Skeleton in a Dead Space“ hätte eigentlich meine Art von Cozy sein müssen, da es nicht nur um den Fund eines Skeletts geht, sondern auch um alte Häuser, Renovierungen und Einrichtungen. Doch Judy Alter hat es geschafft, mir mit ihrer Protagonistin so auf die Nerven zu gehen, dass ich das Buch beinah abgebrochen hätte und nur dabei bleib, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass sich 245 Seiten so hinziehen können. Man begleitet Kelly O’Connell als Leser nicht nur bei sämtlichen Alltagserledigungen (sehr viel die beiden Töchter hin und her fahren und ein schlechtes Gewissen haben, weil sie ihnen ständig Fast Food zu essen gibt, statt richtig zu kochen, sowie die – nicht sehr realistisch dargestellte – Arbeit als Marklerin), sondern darf dank der Ich-Perspektive auch all ihre Gedanken zum Skelett-Fund mitverfolgen.

Gedanken, die nahelegen, dass die Protagonistin das Gefühl hat, sie sei die einzige Person, die ein Interesse daran hat, dass die Tote identifiziert und ihr Mörder gefunden wird. Dabei gibt es nicht einen einzigen Moment, in dem die Polizei (speziell der mit ihr befreundete Polizist Mike) Desinteresse oder Unfähigkeit zeigt. Ich bin mir auch sicher, dass die Polizei ebenfalls in der Lage ist, alte Datenbanken nach Hauseigentümern und Steuerunterlagen zu durchsuchen – und das sogar, ohne die beiden Töchter der Protagonistin in Gefahr zu bringen. Je besser ich Kelly kennenlernte, desto weniger konnte ich diese Figur leiden und desto weniger konnte ich ihre Motive, ihre Gedanken und ihre Taten nachvollziehen. Ne, das war definitiv kein Roman für mich – vor allem, da ich gerade erst mit „Murder Among Neighbors“ ein so viel besseres Beispiel einer „ermittelnden Mutter“ hatte!

Oh, noch einen Aufreger hielt der Roman für mich bereit, da die Autorin anscheinend irgendwann die Geschichte von der 3. Person in die Ich-Perspektive umgeschrieben hat – und dabei ab der Hälfte der Kapitel beim Nachbearbeiten diverse Sätze übersehen hatte, bei denen man dann raten durfte, ob die Protagonistin oder irgendjemand anders gerade redet. Das passierte auch gern mal innerhalb eines Satzes mit gerade mal neun Wörtern inklusive Nebensatz – und trieb mich beim Lesen alle paar Minuten auf die Palme.

4. Maggie Toussaint: In for a Penny (A Cleopatra Jones Mystery 1)

Uuuund Auftritt der unerträglichen Protagonistin Nummer 2! Ich weiß nicht, was ich beim Lesen schlimmer fand: Die Tatsache, dass Cleo in dem Moment, in dem sie beim Golfspielen über eine Leiche stolpert, ihre Libido wiederfindet und sich am liebsten an Ort und Stelle vom Golftrainer vernaschen lassen würde, oder dass sie auf der einen Seite ach so rational sein soll (sie ist Steuerberaterin) und auf der anderen Seite grundsätzlich jede Person verdächtigt, der Mörder/die Mörderin zu sein. Außerdem gibt es auch in dieser Geschichte eine total amüsant gemeinte Mutter, die der Protagonistin das Leben schwer macht, nachdem Cleo nach ihrer Scheidung mit ihren beiden Töchtern dort eingezogen ist. Und dazu noch die beste Freundin, die in mir das Gefühl aufkommen lässt, dass die beiden Frauen nur deshalb befreundet sind, weil Cleo neben ihrer Freundin besser dasteht – oder sollten all die Momente, in denen sich die beiden am liebsten gegenseitig an den Hals gegangen wären, lustig sein? Überhaupt fürchte ich, dass ganze viele Szenen, die ich unerträglich fand, weil sie von der Dummheit/Ignoranz/Verklemmtheit der Protagonistin zeugten, humorvoll gemeint waren. Nachdem ich mich dabei ertappte, dass ich nach ein paar Absätzen das Buch immer aus der Hand legte, weil ich Cleo nicht länger ertragen konnte (und jedes Mal auch noch meinem Mann erzählte, wie bescheuert die letzten Absätze waren), habe ich den Roman abgebrochen. Das Durchhalten hätte sich hier höchstens gelohnt, wenn ich ein „Kapitelweise“ daraus hätte machen wollen.

5. Camille Minichino: The Hydrogen Murder (A Periodic Table Mystery 1)

Nach den vorherigen beiden Romanen war „The Hydrogen Murder“ eine Wohltat! Die Protagonistin Gloria ist eine 55jährige Physikerin, die ihre Stelle in einer Forschungseinrichtung erst einmal an den Nagel gehängt hat, um nach 30 Jahren Abwesenheit in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Gloria will sich ein Jahr gönnen, um darüber nachzudenken, was sie mit ihrem Leben anfangen will. In der Zwischenzeit wohnt sie über dem Bestattungsinstitut von Freunden und arbeitet unter anderem als wissenschaftliche Beraterin für die Polizei. So wird sie auch herangezogen, als ein Physiker in seinem Labor erschossen wird, und kann der Polizei nicht nur mit ihrem beruflichen Wissen nutzen, sondern den Ermittlern auch den einen oder anderen privaten Einblick auf die Beteiligten gewähren, da sie viele davon durch gemeinsame Forschungsprojekte kannte.

Es war so schön, endlich mal wieder eine Geschichte mit einer vernünftigen, realistisch dargestellten, intelligenten Protagonistin zu lesen. Der Fall selbst dreht sich auf den ersten Blick vor allem um die Frage, ob bei der Forschung, die der Tote mit seinem Mentor betrieb, alles mit rechten Dinge zuging, was einige – auch für den Laien gut erklärte – Passagen über Physik mit sich bringt, die ich erstaunlich interessant fand. Auch fand ich es schön, dass Gloria zwar in die Ermittlungen involviert war – und unbedingt herausfinden wollte, wer ihren Bekannten umgebracht hatte -, aber gleichzeitig auch sehr bemüht war, keine Grenzen zu überschreiten. Glorias Privatleben hängt zwar in der Schwebe, aber das ist ein bewusst von ihr gewählter Zustand, und der Polizist, mit dem sie zusammenarbeitet, ist weder ein Idiot noch ein unwiderstehlicher Adonis. Sie fühlt sich zwar sehr zu ihm hingezogen und würde ihn gern besser kennenlernen, aber ganz ohne Teenie-hafte Schwärmerei, ohne irgendwelchen idiotischen Aktionen oder andere Dinge, die mich bei andere Romanen so gern die Palme hochtreiben. Insgesamt war ich überraschend zufrieden mit dieser Geschichte und könnte mir vorstellen, langfristig noch mehr von der Autorin zu lesen.