Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewochen: 4. Advent

 Am letzten Sonntag fand ich nur etwas Zeit für „The Spy Beneath the Mistletoe“ von Shana Galen – wobei mir die Kurzgeschichte nicht so gut gefiel – und für ein paar Seiten in dem zweiten Mumins-Band, „Komet im Mumintal“. Und auch in der Woche habe ich nicht so viel gelesen, auch wenn ich inzwischen mit „Marco Polos wunderbare Reisen“ immerhin meine Sachbuch-Challenge abschließen konnte. Ein Hoch auf hübsche, unterhaltsame und nicht so dicke Kinder-Sachbücher! 😉

Stattdessen habe ich mich am Montag auf die Leiter geschwungen, den Kuhfuß in die Hand genommen und die Holzdecke attackiert. Danach waren wir dann etwa entsetzt vom Zustand der Decke und erweiterten unsere Baumarkt-Einkaufsliste um Gipskartonplatten und andere notwendige Dinge zum Anbringen und Verarbeiten der Platten. Damit war ich dann den Rest der Woche gut beschäftigt und werde auch Anfang der nächsten Woche noch etwas damit zu tun haben. Deshalb werde ich mir heute erst einmal vorlesen lassen, während ich auf der Leiter rumturne – ich habe noch eine Pater-Brown- und zwei Agatha-Christie-Geschichte auf dem Player. Bevor ich mich später gemütlich auf dem Sofa einrollen, die Arbeit vergessen verdrängen und ein paar Seiten lesen kann. Auf jeden Fall habe ich die Mumins schon in Couch-Reichweite gelegt und dann habe ich noch ein angefangenes eBook („Whiskey and Water“ von Elizabeth Bear), das ich gern mal weiterlesen würde, bevor ich vergesse, auf welcher Seite welcher Protagonist ist, welcher Gruppe er angehört und worum es überhaupt in der Handlung geht. 😉

Meine Blogrunde werde ich vermutlich erst später drehen – bis dahin wünsche ich euch schon mal einen schönen 4. Adventssonntag!

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Update 17:00 Uhr

Bislang habe ich ein paar Pater-Brown-Geschichten gehört, die ich sehr nett fand. So hat sich der Geistliche mit der Frage auseinandergesetzt, warum ein Mann, den er im Flur laufen hörte, mal gehen, mal schleichen, mal stapfen sollte. Aber auch mit einem mysteriösen Buch, das Menschen verschwinden lässt, oder mit einem Mord, der wohl von einem unsichtbaren Mann begangen wurde. Die Erzählweise ist schon etwas betulich, aber ich mag die immer mal wieder vorkommenden bildhaften Vergleich, das altmodische Verhalten der Personen und die Atmosphäre der Geschichten. Ich konnte mich gar nicht mehr an Details oder Erzählton erinnern, obwohl ich einige Pater-Brown-Geschichten als Jugendliche gelesen hatte, finde es aber nett, dass ich meine Erinnerung nun anhand dieses Hörbuchs auffrischen konnte.

Außerdem habe ich mit „Der Mord an Roger Ackroyd“ von Agatha Christie angefangen und bin gerade erst – für die, die die Geschichte kennen – beim fliegenden Kürbis gelandet. 😀 Was bedeutet, dass ich den Ort, den Erzähler und die wichtigsten Personen kennengelernt habe – und mich so langsam wieder erinnere, warum welcher Mord von welchem Charakter begangen wurde. Charly Hubner wäre jetzt nicht mein Wunschsprecher gewesen, aber bislang finde ich seine Leistung okay.

Ich gönne mir jetzt erst einmal eine Pause zum Schokoladenkekse essen, kommentieren und ein paar Seiten lesen, danach geht es mit meinem Krimi auf den Ohren in die Endrunde und dann in die Küche zum Kochen. Ein Update wird es heute von mir bestimmt noch mal geben – dann erzähle ich auch ein bisschen mehr über die Mumins. 😉

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Update – irgendwann nach Mitternacht

Wo ist eigentlich mein Sonntag hin? 😉 Nach dem letzten Update habe ich noch etwas gehandwerkelt, eine Gemüselasagne gekocht und gegessen, sehr viele Kommentare gelesen, beantwortet und geschrieben und ein bisschen in meinem Mumin-Buch gelesen. Ich hätte nie gedacht, dass so ein dünnes Buch je so lange reichen kann. 😉

Inzwischen haben Mumin und das kleine Tier mit dem Schnupferich einen neuen Reisegefährten gefunden. Der Schnupferich ist ein ganz schön kluger Kerl und erzählt viele Geschichten und bringt den beiden anderen neue Spiele bei. Und ein bisschen erzieht er auch das kleine Tier, das immer wieder ein bisschen zu gierig, zu ängstlich und zu selbstbezogen ist, obwohl es sich doch eigentlich wünscht, es könne sich um ein ganz besonderes Wesen kümmern. Außerdem gibt es da dieses Snorkfräulein mit dem Fußreif – und natürlich erfährt unsere kleine Reisegruppe immer mehr über den Kometen, der ihr Tal bedroht. 🙂

Für heute ist nun aber genug. Ich wünsche euch noch ein paar wunderbare Tage bis Weihnachten und melde mich zum Adventslesen noch einmal kurz an einem der Feiertage. 🙂

Anke Dörrzapf und Claudia Lieb: Marco Polos wunderbare Reisen

Nachdem ich gerade nicht so glücklich mit einem Roman war, der zum Teil in Tibet und China spielte und auch Bezug auf Marco Polo nahm, habe ich mir gedacht, ich sollte mich mal auf angenehme Weise mit dieser Region beschäftigen. Da passte es doch ganz gut, dass ich auch noch ein Buch für meine Sachbuch-Challenge lesen musste und dass „Marco Polos wunderbare Reisen“ nicht ganz so umfangreich ist und somit stressfrei bis zum Jahresende bewältigt werden konnte. Geschrieben wurden die Texte von Anke Dörrzapf und die Illustrationen stammen aus der Feder von Claudia Lieb. Das Ganze ist ein Sachbuch für Kinder, was sich auch in der verwendeten Sprache niederschlägt. Trotzdem ist das Buch auch gut für Erwachsene zu lesen. Man merkt, dass es als „Familien(vorlese)buch“ geschrieben wurde.

Zu Beginn begegnet man Marco Polo im Gefängnis von Genua, wo er nach einer verlorenen Schlacht zwischen Venedig und Genua gelandet ist. Dort trifft er auf den Autor Rustichello, der schon seit 16 Jahren in diesem Gefängnis eingesperrt ist und der Marco Polo nach seinen Abenteuern fragt. So kommt es, dass der Reisende dem Mitgefangenen seine Geschichte erzählt – beginnend bei seiner Kindheit und der Tatsache, dass er seinen Vater erst kennenlernte, als er schon 15 Jahre alt war. Denn dieser war in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Marcos Onkel durch den Osten gereist und hatte nicht nur viele Länder entdeckt, die nur von wenigen venezianischen Händler bereist wurden, sondern hatte auch die Bekanntschaft des Kublai Khan gemacht.

Natürlich bekommt man als Leser Marco Polos Reise nach China nur in ausgewählten Szenen erzählt, aber ich fand den Text stimmungsvoll und faszinierend. Mal wird von den seekranken Reisenden bei der Abreise aus Venedig erzählt, mal von den Gefahren in der Wüste oder den ganzen fremdartigen Eindrücken, die der venezianische Teenager (Marco Polo war zu Beginn der Reise, die er mit seinem Vater und seinem Onkel unternahm, gerade mal 17 Jahre alt) aufnimmt. Und wie es sich für reisende Händler gehört, dreht sich auch ein Teil der Texte um die Bemühungen des Vaters und des Onkels, sich einen Überblick über die jeweiligen örtlichen Preise zu verschaffen oder günstig an Kostbarkeiten zu gelangen, die sich in die Kleidung einnähen lassen. Auch von Räubern und Politik ist die Rede, denn beide Elementen haben natürlich einen großen Einfluss auf den Verlauf der Reise.

Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit der Zeit, die Marco Polo für Kublai Khan gearbeitet hat, in dessen Auftrag er dann ganz China bereiste. Abschließend wird noch erklärt, aus welchen Gründen wohl das Gerücht aufkam, dass Marco Polo diese lange Zeit im Osten gar nicht erlebt habe. So gibt es in seinen Reisebeschreibungen keine Erwähnung der Chinesischen Mauer oder anderer Elemente, die andere (touristische) Reisende als bemerkenswert erwähnt haben. Die Autorin hingegen betont, dass Marco Polos Bericht wie ein Ratgeber für Kaufleute geschrieben wurde. So zählt er auf, in welchen Ländern welche Produkte verkauft werden und wie man vor Ort Handel betreibt. Außerdem wird betont, dass Marco Polos Originalschrift schon lange verschollen ist und dass jeder, der das Buch übersetzt oder kopiert hat, Passagen auslassen oder ausschmücken konnte.

Ergänzt werden die Passagen um Marco Polos Reise durch kleine informative Einschübe, die im Text verwendete Begriffe oder andere Details näher erklären. Das alles ist kindgerecht gehalten, unterhaltsam und stört den Lesefluss nicht, wenn man sich erst einmal nur auf die Erlebnisse des Reisenden konzentrieren möchte. Außerdem ist jede Seite reichlich bebildert – viele Darstellungen nehmen die Hälfte des vorhandenen Platzes ein – und mir haben die Illustrationen gut gefallen. Dezente Farben, reduzierte, stellenweise recht grafische Formen und sehr atmosphärische Darstellungen zeigen Szenen, Landschaften und Orte, wie sie Marco Polo auf seinen Reisen gesehen haben könnte. Besonders stimmungsvoll fand ich zum Beispiel eine Doppelseite, bei der die obere Hälfte nur einen Gebirgszug in verschiedenen Blau- und Violetttönen zeigte, was einfach toll aussah.

Ich fand es wirklich angenehm, in den letzten Tagen abends das Buch zur Hand zu nehmen, die Bilder zu betrachten und ein paar Passagen über Marco Polos Reisen zu lesen. Das Buch ist zu dünn, um wirklich ausführlich auf die Reisen des Venezianers einzugehen, aber ich hatte das Gefühl, ich bekäme einen guten Überblick und interessante Informationen vermittelt. Zudem hat mich der Text immer wieder dazu veranlasst, innezuhalten und mir zu überlegen, wie es wohl für diesen Mann gewesen sein muss, von Jugend an immer auf Reisen zu sein, ständig neue Eindrücke zu gewinnen und – trotz der langen Zeit im Dienst des Khans – kein Zuhause zu haben.

Arianas Hörbuch-Challenge 2015

Da mir die Hörbuch-Challenge in den vergangenen Monaten viel Spaß gemacht hat und Ariana die Challenge auch für 2015 wieder anbietet, gibt es auch im kommendem Jahr wieder viele Hörbuchrezensionen von mir auf diesem Blog.

Um es mir einfach zu machen, zitiere ich hier die Regeln, die Ariana in ihrem Ankündigungsbeitrag aufgelistet hat.:

Hier sind also die alten/neuen Regeln zur Challenge:

  • Die Challenge läuft vom 1.1.2015 bis zum 31.12.2015.
  • Im Challenge-Zeitraum sollen mindestens 10 Hörbücher gehört und rezensiert werden. Wie ihr euch das einteilt, bleibt euch überlassen. Ideal wäre es, wenn ihr bis zur Jahresmitte 5 Hörbücher schafft, dann kommt ihr zum Jahresende nicht zu sehr in Stress. 😉
  • Jeder Teilnehmer erstellt auf seinem Blog eine Challenge-Seite, auf der die eigenen Fortschritte festgehalten werden. Den Link zu eurer Übersichtsseite teilt ihr mir bitte mit, damit ich eure Seite auf meiner Übersichtsseite zur Challenge verlinken kann. Dort verlinke ich auch gern eure Rezensionen zu den einzelnen Hörbüchern. 
  • Anmeldung zur Challenge ist jederzeit möglich (per Kommentar zu diesem Post oder auf meiner Übersichtsseite zur Challenge), gewertet werden können aber nur die Hörbücher, die ab dem Zeitpunkt der Anmeldung gehört/rezensiert werden.
  • Wenn ihr an meiner Challenge teilnehmt, dürft ihr euch das Logo natürlich gern für eure eigenen Challenge-Seiten mitnehmen. 

Ergänzungen: 

  • Zu den Hörbüchern zählen im Rahmen dieser Challenge auch Hörspiele – vorausgesetzt, sie basieren auf einem Buch und sind nicht als reine Hörspiele konzipiert.
  • Und natürlich dürfen auch Hörbücher, die ihr früher schon einmal gehört habt, für die Challenge gezählt werden – vorausgesetzt, ihr hört sie im Challenge-Zeitraum noch einmal und schreibt nicht eine Rezension aus der Erinnerung an das Hören vor fünf Jahren. Ich kann mir vorstellen, dass so ein Wiederhören auch ein tolles Erlebnis ist – vielleicht entdeckt man da sogar ganz neue Seiten an einem Lieblingshörbuch.
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Wer also ebenfalls Lust auf die Challenge haben sollte, kann jederzeit zu Arianas Blog hüpfen und daran teilnehmen! Ich freue mich schon auf den erneuten Austausch über Hörbücher und Sprecher – und irgendwie auch auf all die Empfehlungen, die ich durch die Challenge wieder mitnehmen werde. 😉

[Kulinarisches] Wirsing-Rouladen mit Reis-Paprika-Füllung

In den letzten Wochen gab es bei all den stressigen Tagen abends doch immer eher simple und wenig zeitaufwändige Gerichte. Trotz Renovierungs- und „ich will noch so viel vor Weihnachten schaffen“-Chaos wollte ich das mal wieder ändern und ein bisschen aufmerksamer kochen, während mein Mann Urlaub hat. Simpel sind diese Wirsing-Rouladen auch, aber dafür brauchen sie schon ein bisschen Zeit bei der Zubereitung.

Zutaten für 8 Rouladen (oder zwei hungrige Personen)

8 große Wirsingblätter in gutem Zustand (also nicht die Blätter ganz außen, die haben regelmäßig kleine Löcher)
250 g Reis
1-2 Paprikaschoten
etwas Öl zum Dünsten
Salz
Pfeffer
Rosenpaprika-Pulver
ca. 300 ml Sahne
(8 Zahnstocher)

Zubereitung:

Bei den Wirsingblättern den mittleren dicken Strunk mit einem scharfen Messer an der Außenseite so weit wegschneiden, dass er nicht mehr viel dicker als das Blatt ist. Dann die Blätter kurz in einem großen Topf in köchelndes Wasser legen, bis sie so weich sind, dass man sie später gut rollen kann. Ich mache das einzeln, damit mir nicht ein Teil zu gar wird, während die oberen noch zu knackig sind. Die Wirsingblätter dann in einem Sieb abtropfen lassen. Dann den Reis in Salzwasser garen, parallel dazu die Paprika säubern, in kleine Stücke schneiden und mit ein bisschen Öl in einer Pfanne andünsten.

Danach den fertig gekochten Reis mit der Paprika mischen und das Ganze kräftig mit Salz, Pfeffer und dem Rosenpaprika-Pulver würzen. Die Masse sollte auf jeden Fall überwürzt schmecken, da der Wirsing ja ungewürzt ist. Dann die Wirsingblätter mit der Reis-Paprika-Mischung füllen – je nach Blattgröße nehme ich da 3-4 Esslöffel pro Blatt, schlage dann die Seiten über der Füllung zusammen und rolle das Ganze vom Stiel her auf, bis eine Roulade entstanden ist, und fixiere dann das Ende des Wirsingblatts mit einem Zahnstocher.

Als Nächstes werden die Wirsingrouladen in die nun leere Pfanne gelegt und mit Sahne angegossen, bis die Rouladen zu einem Viertel bis Drittel in der Sahne liegen. Dann kommt ein Deckel auf das Ganze und die Pfanne wird erhitzt, bis die Sahne leicht köchelt. Hier etwas aufpassen, dass die Hitze wirklich so niedrig ist, dass die Sahne nicht zu sehr hochkocht. Die Wirsingrouladen sollen insgesamt 20 Minuten in der Sahne gar ziehen, die Rouladen nach der Hälfte der Zeit wenden, damit sie von beiden Seiten gleichmäßig garen. In dieser Zeit kocht die Sahne deutlich ein, bekommt ein paar Aromen von dem Wirsing und den Gewürzen ab und ergibt so am Ende eine leckere Sauce für das Essen.

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Wer sich nun fragt, was mit dem Rest Wirsing gemacht werden könnte: Mein Vorschlag wäre ein Wirsing-Risotto. Einfach ein klassisches Risotto ansetzen und nach dem Angießen der letzten Kelle Brühe kleingeschnittenen Wirsing (und einen Hauch Muskatnuss) unterrühren und mit dem Risotto fertig garen.

Oder man macht ein Resteessen – das gab es am Montag bei uns. Dafür habe ich die restlichen 2 Paprika und den übrigen Wirsing kleingeschnitten und in der Pfanne angebraten, dazu gab es den Rest eines angefangenen Frischkäses (den ich auf Brot nicht so mochte und der langsam mal aufgebraucht werden sollte) und einen Schuss Brühe, damit es nicht so trocken wird. Das Ganze habe ich dann mit Harissa, Salz und Pfeffer scharf abgeschmeckt und am Ende mit ein paar frisch gekochten Nudeln gemischt.

[Blogparade] Zum Jahresende 2014 …

… von Katrin von den BuchSaiten.

Wer ebenfalls Interesse an der Blogparade hat, findet HIER die Fragen und eine Möglichkeit, seinen Blogbeitrag bei Katrin zu registrieren. 

Wie schon in den letzten Jahren bin ich relativ früh mit dem Beantworten der Fragen. Aber ich habe diese Blogparade gern aus dem Kopf, bevor die Feiertage beginnen, sonst denke ich doch immer wieder darüber nach, ob ich nicht doch noch ein schöneres Cover, einen anderen Autor oder sowieso etwas ganz anderes erwähnen sollte.

Wie immer habe ich zum Beantworten der Fragen meine Leselisten gewälzt, trotzdem fand ich es wieder verflixt schwierig – und beschränke mich deshalb bei den Antworten nur selten auf einen einzigen Titel. 😉

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

Ich hatte einige Rezensionen zu „Bienensterben“ von Lisa O’Donnell gelesen, bevor ich das Buch in der Bibliothek vorgemerkt hatte. Von mir aus lese ich eigentlich keine Romane (mehr), in denen Kinder – aus welchem Grund auch immer – von ihren Eltern verlassen werden, außerdem hatte ich sehr unterschiedliche Meinungen zu dem Titel gesehen. Deshalb waren meine Erwartungen nicht so hoch, als ich mit dem Buch anfing, aber nach der letzten Seite blieb mir nur noch dieses Fazit, um mal meine eigene Rezension zu zitieren:

„Auch wenn es mir etwas merkwürdig vorkommt ein Buch, in dem es um Vernachlässigung von Kindern, Tod, Misshandlung, Alkohol- und Drogenmissbrauch geht, als „schön“ zu bezeichnen, so hat mir „Bienensterben“ wirklich sehr gut gefallen. Dieser Roman verfügt über individuelle und faszinierende Protagonisten, eine tolle Erzählweise und eine Handlung, die mich – zum Teil gerade wegen diverser skurril wirkender Entwicklungen – sehr gepackt hat.“

Ein Titel, mit dem ich keine Erwartungen verknüpft hatte, war „Der Trümmermörder“ von Cay Rademacher. Das Buch ist bei irgendeiner Aktion auf meinen eReader gehüpft und dann hatte ich es ganz vergessen, bis ich während der „7 Days – 7 Books“ im April auf der Suche nach einem Krimi war, den ich zur Abwechslung lesen konnte. Ich habe den Roman dann an einem Tag durchgelesen und fand vor allem die Atmosphäre und die Darstellung der Nachkriegszeit wirklich gut gemacht. HIER hatte ich etwas mehr dazu geschrieben.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)


Bei dieser Frage ist mir ausnahmsweise sofort ein Buch eingefallen, nämlich „Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder. So toll ich es finde, dass die Frau ein funktionierendes industrielles, ökologisches und soziales Textilunternehmen auf die Beine gestellt hat, so wenig informativ fand ich das Buch, das sie darüber geschrieben hat. Nähere Details kann man in meiner Rezension zu dem Titel nachlesen.

Auch bei „Die Listensammlerin“ von Lena Gorelik hatte ich Erwartungen, die der Roman nicht ganz erfüllen konnte. Dabei hat mir die eine Hälfte der Geschichte (die Passagen, die von Grischa erzählen) gut gefallen, aber bei den anderen Kapiteln hatte ich große Probleme mit der Protagonistin, und insgesamt hatte ich – aus welchen Gründen auch immer – erwartet, dass der Roman einen größeren und länger anhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen würde. HIER geht es zu meiner Rezension.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Robert Galbraith – und ja, mir ist bewusst, dass es sich dabei um J.K. Rowling handelt, aber ich hatte nicht erwartet, dass die Autorin in der Lage wäre, einen Krimi zu schreiben, der mir so gut gefallen würde. Ich hatte zu „The Cuckoo’s Calling“ nur einen Leseeindruck geschrieben, aber den relevanten Teil möchte ich hier gern zitieren:

„… ich habe den solide geschriebenen Kriminalroman wirklich genossen. Genau genommen habe ich kaum etwas gefunden, worüber ich mich hätte aufregen können und das ist inzwischen wirklich eine Seltenheit, wenn ich Kriminalromane lese. 😉

J.K. Rolling hat es geschafft, mit „The Cuckoo’s Calling“ einen interessanten Fall mit überraschend realistisch wirkenden Figuren und einem sympathischen Protagonisten zu erzählen. Ich mochte ihren Umgang mit den verschiedenen Charakteren wirklich, niemand ist einfach nur gut oder böse, sie alle haben ihre Ecken und Kanten, und selbst mit der unsympathischsten Figuren gibt es Momente, die sie menschlicher wirken lassen. Die Handlung selbst wird sehr ruhig erzählt. Der Detektiv Cormoran Strike nähert sich dem vermeintlichen Selbstmord des Models Lula sehr systematisch und interviewt einen Zeugen nach dem anderen. So bekommt man Lula, ihren letzten Tag und ihr Umfeld aus den verschiedenen Perspektiven beschrieben und kann sich seine eigenen Gedanken zu den Motiven der Charaktere und zu ihrem Verhältnis zu Lula machen. Wenn es eine Fortsetzung mit Cormoran gibt, dann werde ich sie auf jeden Fall auch lesen!“

„Der Seidenspinner“ ist übrigens schon im Haus und wartet nun darauf, dass ich mal wieder etwas mehr Ruhe zum Lesen habe. 😉

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Mein persönliches Lieblingscover dieses Jahres stammt eigentlich aus dem Jahr 2009, aber da ich den Roman in diesem Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, ist es mein Coverhighlight 2014. 😉

Genau genommen geht es um die Hardcover-Ausgabe von „The Thirteenth Child“ von Patricia C. Wrede. Abgesehen davon, dass ich die relativ einfache Gestaltung und die Farben des Covers mag, gefällt es mir auch, dass es so viel über den Inhalt des Buches aussagt. Die Geschichte spielt im „Wilden Westen“ einer fantastischen Parallelwelt, in der nicht die dort siedelnden Indianer den Fortschritt der Siedler „beeinträchtigen“, sondern wilde magische Wesen … Nur schade, dass die Gestaltung der Fortsetzungen nicht zu diesem schönen Cover passt.

Welches Buch wollt ihr unbedingt im Jahr 2015 lesen und warum?
Es gibt nicht das eine Buch, das ich unbedingt im kommenden Jahr lesen will. Es gibt eine Handvoll Neuerscheinungen – in der Regel Reihenfortsetzungen -, die 2015 veröffentlicht werden, auf die ich mich freue und die mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bei mir einziehen werden. Aber vor allem möchte ich im nächsten Jahr meinen SuB um ein paar Titel erleichtern. Da gibt es (gerade bei den englischen Romanen) so tolle Geschichten, die ich so gern haben wollte und für die bislang irgendwie keine Zeit war. Das möchte ich in den kommenden Monaten wirklich ändern!

Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewochen: 3. Advent

Am letzten Sonntag habe ich neben dem Muffinbacken und einer weiteren Geschichte aus „Christmas in The Duke’s Arms“ dann doch etwas weniger Zeit zum „Adventslesen“ als ich ursprünglich gedacht hatte. Und auch in der vergangenen Woche war es wieder trubelig (dafür habe ich aber auch eine Menge anderer Dinge geschafft, die ich schon so lange erledigt haben wollte) – nur das Lesen kommt in diesem Monat bislang etwas zu kurz.

Trotzdem habe ich mir am Dienstag etwas Zeit genommen, um nachmittags mein aktuelles „SuB-Abbau-Buch“ anzulesen und den letzten Muffin vom Sonntag (und ein paar Kekse) zu vernichten, bevor ich wieder zu Nähnadel gegriffen habe. Zu dem Roman möchte ich lieber noch nichts sagen, aber es ist nicht die qualitativste Lektüre, die ich bislang in dem Bereich gelesen habe. Genau genommen beschäftigen wir uns seit Dienstag jeden Abend damit die widersprüchlichen Theorien und „historischen Details“, die der Protagonist aufstellt bzw. erfährt, auseinander zupflücken. Ich habe nichts dagegen, wenn ein Autor reale Begebenheiten und Personen für einen fiktiven Roman kreativ verarbeitet, aber dann sollte dies wenigstens innerhalb der Geschichte stimmig sein und nicht dazu führen, dass das Ganze innerhalb weniger aufeinanderfolgender Absätze wieder ad absurdum geführt wird.

Am Mittwoch hatte mein Mann noch eine nachträgliche „Nikolausüberraschung“ für mich und überreichte mir den zweiten Mumin-Band. Ich hoffe, dass wir am Wochenende wieder etwas Zeit finden, damit ich meinem Mann „Komet im Mumintal“ wieder vorlesen kann. Und am Freitag habe ich die letzten (Geburtstags- und Weihnachts-)Geschenke eingepackt und verschickt. Da ich nach dieser Woche ziemlich müde bin, kann es sein, dass ich einen Teil des Nachmittags verschlafe, außerdem muss ich noch mal die Farbrolle schwingen und werde heute Abend weiter nähen, aber erst einmal gibt es Frühstück und dazu die Frage, was ich heute lese. 😉

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Update 14:45 Uhr

Seit dem Frühstück habe ich meine Nase recht konzentriert in „The Spy Beneath the Mistletoe“ von Shana Galen gelesen, das ist die vierte und letzte Geschichte aus „Christmas in The Duke’s Arms“. Vor allem bin ich so hartnäckig dabei geblieben, weil mir die Handlung nicht so recht gefallen hat und auch die Protagonisten fand ich nicht sonderlich sympathisch. Sie designt Waffen für den Geheimdienst, er ist dort Büroangestellter – und aufgrund der feiertagsbedingen Personalknappheit bekommen beide (unabhängig voneinander) den Auftrag den Wegelagerer zu fangen, der seit Wochen sein Unwesen in der Nähe des „The Duke’s Arms“ treibt. Doch vor allem sind die beiden damit beschäftigt zwischen „ich begehre mein Gegenüber“ und „der andere ist doof“ zu schwanken. Immerhin waren die beiden schon mal miteinander im Bett und ihr Fazit dazu ist, dass das Ganze eine unangenehme Angelegenheit war, die viel zu schnell vorbei und nur für einen von beiden befriedigend war. Was doch eine überraschende Abwechslung zu all den Damen ist, die ihre Entjungferung so genossen haben, dass sie zukünftig sämtliche gesellschaftlichen Konventionen vergaßen, um nur bei ihm sein zu können …

Insgesamt haben mir also nur zwei von den vier Geschichten aus „Christmas in The Duke’s Arms“ gefallen. Und da ich mich spontan nicht für eine andere Lektüre entscheiden kann, bügel ich erst einmal die nächste Vorhangnaht. 😉

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Update 16:45 Uhr

Bei mir ging es seit dem letzten Update mit dem Bügeleisen, Kuchen und Mumin weiter. Ich freu mich so über die Wiederentdeckung der Mumin-Bücher – noch einmal vielen Dank an Kiya, über deren Neuzugänge ich die entdeckt habe. 😀

Viel bin ich nicht zum Lesen gekommen (so ein voller Mund stört doch etwas beim Vorlesen ;)), aber der Muminvater hat eine Brücke über den Fluss gebaut, Mumin und das kleine Tier haben einen unheimlichen Weg, einen Strand und eine Höhle entdeckt und mitten in der Nacht gab es Besuch von einem weltuntergangverkündenden Bisam. Diesen grummeligen Herrn hat mein Mann gleich ins Herz geschlossen, vor allem als er auch noch die Bedeutung der Erde im Universum anhand von Zuckerschalen, Keksen und Krümeln erklärte – und damit Mumin und dem kleinen Tier ordentlich Angst einjagte. 🙂

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Update 22:45 Uhr 

Heute Abend habe ich nichts mehr gelesen, sondern erst etwas genäht, dann noch etwas genäht und dann Wirsingrouladen (gefüllt mit Reis und Paprika) gekocht. Dann haben wir eine Folge „Die Frau hinter der Ladetisch“ gesehen (die Serie hat uns Natira geliehen und wir finden sie sehr entspannend), während ich noch etwas genäht habe. Morgen noch zwei kurze Nähte und diese Vorhänge sind endlich fertig. Jetzt werde ich nur noch ein paar Kommentare beantworten und dann ins Bett fallen.

Ich wünsche euch eine schöne Adventswoche – spätestens am Sonntag lesen wir uns wieder! 🙂

Dorothy Gilman: Mrs. Pollifax and the Hong Kong Buddha (Hörbuch)

In Mrs. Pollifax Leben gab es in den letzten Geschichten einige Entwicklungen, die zu Beginn von „Mrs. Pollifax and the Hong Kong Buddha“ dazu führen, dass sich Emily Pollifax mit Handwerkern herumschlagen darf, die ihr neues Haus umbauen sollen. Da passt es eigentlich überhaupt nicht, dass Mr. Carstairs Assistent Bishop plötzlich auftaucht und sie bittet für die CIA nach Hong Kong zu reisen. Aber Mrs. Pollifax hat ja schon früher ihre Spontanität bewiesen und so befindet sie sich kurz darauf in Hong Kong, um ein Treffen mit dem jungen Chinesen Shang Ti zu arrangieren.

Den jungen Mann hatte Emily kennengelernt, als sie vor wenigen Monaten mit einer Reisegruppe in China unterwegs war. Auch aufgrund ihrer Hilfe hat Shang Ti es inzwischen nach Hong Kong geschafft und dort eine Anstellung bei einem Diamentenhändler gefunden. Genau genommen bei einem Diamantenhändler und Informanten der CIA in Hong Kong. Doch seit einiger Zeit kommen nur noch sehr seltsame Berichte bei Mr. Carstairs an und so soll Mrs. Pollifax – mit Shang Tis Hilfe herausfinden, was in Hong Kong los ist. Doch nicht nur Shang Ti trifft die rüstige Spionin in Hong Kong wieder, es kommt auch zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Juwelendieb Robin, der ebenfalls beruflich in der Region unterwegs ist.

Ich muss zugeben, dass diese Geschichte relativ wenige Spuren in meiner Erinnerung hinterlassen hatte (wobei ich mich inzwischen frage, ob ich den Titel wirklich habe oder ob ich ihn früher nur aus der Bibliothek geliehen hatte) und so fühlte sich das Hören des Hörbuches beinah so an, als ob ich Mrs. Pollifax Abenteuer in Hong Kong zum erste Mal miterleben würde. Die Handlung verläuft lange Zeit sehr ruhig, während Mrs. Pollifax darauf wartet, dass sie Kontakt zu Shang Ti aufnehmen kann. Währenddessen lernt sie einen Mann kennen, der in Hong Kong mit seinen übernatürlichen Fähigkeiten einen verschwundenen Polizisten finden solle und frischt ihre Bekanntschaft mit Robin wiederauf.

Das Ganze fühlt sich ein bisschen schwammig an, weil weder Emily noch der Hörer lange Zeit überhaupt eine Ahnung haben, was überhaupt vor Ort los ist und worum sich die gesamte Angelegenheit dreht – als allerdings dann klar wird, welche Gefahr für die Stadt hinter den seltsamen Vorgängen steckt, wird es auch sehr dramatisch für Mrs. Pollifax. So ist die Geschichte nicht ganz so amüsant wie die anderen Folgen, die ich in den letzten Monaten gehört habe, und man braucht hier ein bisschen Geduld mit der Handlung. Trotzdem habe ich es genossen Mrs. Pollifax immer größer werdende Professionalität als Spionin zu verfolgen und mehr über Robin und Shang Ti herauszufinden.

Zu Barbara Rosenblat muss ich vermutlich nicht mehr viel sagen, obwohl ich doch anmerken möchte, dass ihre „Chinesen“, „Araber“ und „Osteuropäer“ immer mal wieder über ähnliche „Akzente“ verfügen, was mir bei den Asiaten dann doch nicht ganz so stimmig vorkommt. 😉

Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind – Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa

Ich hatte schon bei dem „Vorauswahl-Beitrag“ für die Sachbuch-Challenge geschrieben, dass ich eigentlich etwas übersättigt bin, wenn es um das Thema „2. Weltkrieg“ geht. Aber wenn ich dann über einen Titel stolpere, der mir den Eindruck vermittelt, dass dort eine Seite des Kriegs vorgestellt wird, die ich noch nicht so gut kenne, werde ich doch wieder neugierig. So habe ich über „Eine Handbreit Hoffnung“ nicht nur das Schicksal einer jüdischen Familie in Polen verfolgt, sondern auch wieder mehr über das Verhältnis Polen-Russland-Ukraine gelernt. „Der freundliche Feind“ von Ebba D. Drolshagen hingegen beschäftigt sich mit Wehrmachtsoldaten, die als Besatzer jahrelang – relativ friedlich – außerhalb von Deutschland gelebt haben, und dem Verhältnis zwischen diesen Soldaten und der einheimischen Bevölkerung.

Vor allem konzentriert sich die Autorin dabei auf die Soldaten, die in Norwegen und Frankreich stationiert waren, und erklärt erst einmal die unterschiedlichen Ausgangssituationen in den beiden Ländern. Während Frankreich den Vormarsch der Deutschen genau verfolgen konnte und mit dem Einmarsch der Soldaten rechnen musste, wurden die Norweger über Nacht von der Inbesitznahme überrascht. So hatten auf der einen Seite die Franzosen viel Zeit, um sich die Gräueltaten auszumalen, die die Deutschen nach der Invasion an ihnen ausüben würden, während die Norweger gar nicht fassen konnten, dass sie – trotz erklärter Neutralität – nun unter deutscher Besatzung  standen.

Auch für die deutschen Soldaten brachte diese Besatzungszeit ungewohnte Herausforderungen mit sich. Auf der einen Seite mussten sie jahrelang in einer engen und von oben erzwungenen Kameradschaft leben, die keine Rücksicht auf individuelle Befindlichkeiten nahm, auf der anderen Seite durften sie nur in Uniform aus den Kasernen gehen und bekamen so natürlich die Feindschaft der Einheimischen zu spüren. Dazu kam bei den Soldaten noch das Wissen, dass sie – im Vergleich zu ihren Familien, die in Deutschland von den Alliierten bombardiert wurden, und den Soldaten an den Fronten – in einer sehr friedlichen und sicheren Lage den Krieg erlebten.

Nach dem ersten Schock standen die Einheimischen vor der Frage, wie sie mit den (aufgrund von Befehlen und Propagandaeinflüssen) oft recht freundlich agierenden Soldaten umgehen sollten. Gerade diejenigen, die kaum Kampfhandlungen erlebt hatten, schienen sich zu benehmen, als ob sie im Urlaub wären. So schwankten die Besetzten zwischen der Ablehnung gegenüber den Invasoren und der Höflichkeit gegenüber einem freundlichen Fremden, der nach dem Weg fragt oder für sich und seine Freunde nur ein Eis kaufen möchte – wobei natürlich das Zeigen der Ablehnung überwog, was zum Teil wiederum seltsame Maßnahmen von Seiten der einheimischen Obrigkeit provozierte, die versuchen musste, mit den Besatzern auszukommen. Sehr schön finde ich es auch, wie die Autorin anhand von Zitaten aus Tagebucheinträgen, Briefen und Erinnerungen von Zeitzeugen darstellt, wie unterschiedlich Verhalten oft ausgelegt wurde. So leisteten z. B. Ladenbesitzer Widerstand, indem sie den Deutschen keine Waren verkauften, sondern nur – wie es die Höflichkeit gegenüber Fremden gebot – eine Tasse Kaffee anboten. Das führte wiederum dazu, dass sich einige deutsche Soldaten in solchen Situationen überraschend willkommen fühlten, boten ihnen die Norweger doch trotz ihres Mangels an Waren bei jedem Besuch eine Tasse Kaffee an.

Natürlich verschweigt die Autorin nicht, dass die Deutschen – bei aller befohlenen „Freundlichkeit“ – als Invasoren im Land waren, dass Druck auf die Bevölkerung ausgeübt wurde, dass besetzt und geplündert wurde und dass die Einheimischen in Angst vor den fremden Soldaten lebten. Aber je länger man zusammenlebte und je enger man zusammenarbeitete – wie es oft besonders in ländlichen Regionen der Fall war -, desto häufiger haben beide Seiten nicht mehr den „Feind“, sondern auch den Menschen gesehen. Außerdem gab es natürlich – neben denjenigen die mehr oder weniger aktiv Widerstand leisteten – auch diejenigen, die die Besatzungszeit durch die Deutschen nutzten, um gute Geschäfte zu machen, ihre Feinde und Konkurrenten zu denunzieren oder auf andere Weise von den veränderten Machtverhältnissen zu profitieren.

Ebba D. Drolshagen erzählt im letzten Kapitel auch, wie sie als Deutsch-Norwegerin überhaupt auf das Thema gekommen ist – und wie sehr es sie anfangs irritiert hat, als sie sich Erzählungen von Norwegern und Deutschen angehört hat, die von der Kriegszeit erzählten. Denn während die Norweger von der beängstigenden Atmosphäre, von dem Hunger, dem Mangel und dem Zwang berichteten, vermittelten die ehemaligen deutschen Soldaten das Gefühl, als ob sie Norwegen als zweite Heimat empfunden und dort viele einheimische Freunde gefunden hätten. Erst mit viel Geduld und der Einsichtnahme in einige Dokumente aus dieser Zeit kam sie der Realität etwas näher, die eben nicht schwarz-weiß war, sondern aus unendlich vielen Grauschattierungen bestand – und an die man scih im Laufe der Jahre auf beiden Seiten nur noch sehr selektiv erinnerte.

Ich fand es spannend, mal ein Sachbuch zu lesen, das sich nicht in erster Linie mit der Vernichtung der Juden, den Ereignissen an der Front, den großen Schlachten und den unzähligen Verbrechen der Nazis beschäftigte (wobei ich betonen möchte, dass diese Aspekte in dem Buch nicht verschwiegen werden). Über den normalen Alltag in den besetzten Gebieten habe ich mir vorher kaum Gedanken gemacht, wenn ich von dem einen oder anderen Roman absehe, der eine sehr persönliche – und oft auch dramatische – Sicht auf das Thema präsentiert hat. Auch mochte ich den Versuch der Autorin, so neutral wie möglich die Erinnerungen und Ereignisse wiederzugeben. Sie erwähnt zwar, dass erschreckend viele der damals sehr jungen Deutschen auch im hohen Alter noch eine von der Nazi-Propaganda geprägte Sprache (und Gesinnung) zeigten, wenn sie von ihrer Wehrmachtszeit sprachen, betont aber auch, wie sehr das kollektive Schweigen der Besiegten wohl die objektive Auseinandersetzung erschwert hat.

Auf beiden Seiten zeigt die Autorin eine gewissen Schizophrenie auf, wenn es um die Taten aller Kriegsparteien geht sowie um die Wahrnehmung des individuellen Empfindens und der persönlichen Haltung – vor allem in der Rückschau und mit dem Wissen um den Ausgang des Krieges und die Details um die jeweiligen Verbrechen. So endet ihr Buch auch nicht mit dem Kriegsende, sondern geht auch noch kurz darauf ein, wie in den jeweiligen Ländern in den Jahren nach dem Krieg mit den Landsleuten umgegangen wurde, die – aus dem einen oder anderen Grund – den Besatzern vielleicht näher standen (oder von denen dies nur behauptet wurde) und wie dort die Ereignisse dieser Besatzungsjahre in den Geschichtsbüchern festgehalten wurden. Schließlich konzentrieren sich diese Bücher nicht auf die individuellen Erfahrungen der verschiedenen Beteiligten, sondern auf die großen politischen Entscheidungen, die entscheidenden Schlachten und die völkerumfassenden Auswirkungen des Krieges.

Sehr schade finde ich, dass die Quellen und Anmerkungen in einem Anhang zusammengefasst wurden, statt als Fußnoten auf derselben Seite aufgeführt zu werden. So musste ich immer viel blättern, obwohl die gesuchte Information oft nur aus einer kurzen (aber interessanten) Quellenangabe bestand, die ich bei einer anderen Anordnung mit einem kurzem Seitenblick hätte erfassen können, ohne dafür im Lesefluss unterbrochen zu werden.

Diane Zahler: Sleeping Beauty’s Daughters

„Sleeping Beauty’s Daughters“ ist die vierte Märcheadaption, die ich inzwischen von Diane Zahler gelesen habe. „Sleeping Beauty’s Daughters“ wird aus der Perspektive von Aurora erzählt, der ältesten Tochter von Dornröschen. Dabei ist dem Mädchen lange Zeit nicht bewusst, dass ihre Mutter eine „sagenhafte“ Gestalt ist. Sie weiß nur, dass die Mutter empfindlich und nicht ganz gesund ist und immer schonend behandelt werden muss. So hält sie auch immer ein Auge auf ihre jüngere und sehr lebhafte Schwester Luna, damit deren Streiche die Mutter nicht aufregen. Erst mit zwölf Jahren findet Aurora heraus, dass ihre Mutter vor über hundert Jahren bei ihrer Taufe verflucht wurde – und dass auf ihr der gleiche Fluch lastet.

Kurz darauf sticht Aurora sich in den Finger und muss von diesem Moment an gegen den Schlaf kämpfen. Dabei steht ihr ihre Schwester Luna tatkräftig zur Seite und auch in Symon, einem jungen Fischer aus dem naheliegendem Ort, findet die verfluchte Prinzessin einen engagierten und geschickten Helfer. Auroras einzige Hoffnung besteht darin, die Fee zu finden, die schon damals den tödlichen Fluch, der über ihre Mutter ausgesprochen wurde, abmilderte. Doch diese Fee wurde seit über hundert Jahren nicht mehr gesehen, auch wenn es gerüchteweise heißt, dass sie auf einer Insel in einem Ozean leben würde.

Für Aurora bringt die Reise einige Überraschungen mit sich. So muss sie entdecken, dass ihre vorwitzige kleine Schwester schon viel häufiger über die Stränge geschlagen hat, als sie gedacht hätte, findet unerwartete Unterstützung – nicht nur von Symon  – und lernt sich von einer ganz neuen Seite kennen. Dabei verläuft ihre Suche nach der guten Fee auf klassische Märchenart ab, während sie eine Insel nach der anderen ansegeln und dort eine Herausforderung bewältigen müssen, die ihnen eine neue Erkenntnis bringt. Und die ganze Zeit ist ihnen dabei die böse Fee auf den Fersen, die alles dafür tut, damit Aurora endlich dem Fluch erliegt.

Obwohl Diane Zahler die Handlung sehr schlicht erzählt, so flicht sie doch ein paar ungewöhnliche Elemente in die Geschichte ein, die ich sehr schön fand und die mich über die sehr lineare Erzählweise hinwegsehen ließen. So verwendet die Autorin in diesem Märchen nicht nur keltische/irische Sagenelemente, sondern sie hat sich auch weitere Gedanken über die Motive der guten und der bösen Fee gemacht – und die Grundidee mit dem vererbten Fluch hat mir auch sehr gut gefallen. Anfangs wirken Aurora und Luna noch etwas arg klischeebelastet, die eine die brave und vernünftige Schwester, die andere impulsive und jungenhaft, aber auch hier zeigt sich im Laufe der Zeit, dass sie auch andere Facetten haben. „Sleeping Beauty’s Daughters“ klingt in mir nicht so lange nach wie zum Beispiel „The Thirteenth Princess“, aber ich habe das Lesen dieser Geschichte genossen und freue mich, dass der hübsche Band meine Diane-Zahler-Märchensammlung (erst einmal) vervollständigt.

Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewochen: 2. Advent

Schon ist die erste Dezemberwoche wieder rum und somit Zeit für den zweiten Beitrag zu Arianas Adventslesen am Adventssonntag. 🙂 Am letzten Sonntag habe ich meinem Mann „Mumins lange Reise“ vorgelesen, meine Nase in „Sleeping Beauty’s Daughters“ gesteckt und die erste Geschichte aus „Christmas in The Duke’s Arms“ gelesen. Mit der Anthologie wird es heute auch weitergehen, aber vorher erzähle ich euch noch, wie meine Woche im „weihnachtlichen Bereich“ so verlaufen ist.

Am Montag gab es für mich zum Beispiel gleich zwei Adventskalender. Den einen bekam ich zugeschickt und freue mich noch immer sehr über die lieben Worte, die die Karte beinhaltet. Den anderen haben wir uns am Samstag gegenseitig gekauft, als wir nach Pralinen und Trüffeln geguckt hatten. Dieses Jahr gibt es also für mich bis Weihnachten jeden Tag ein kleines Türchen und ein noch kleineres Stückchen Schokolade. 🙂

Am Dienstag habe ich mir für die Fahrt zum Tierarzt den eReader in die Tasche gesteckt. Stau auf der Autobahn gab es dieses Mal nicht und so hatte ich vor dem Termin und beim Warten auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung genügend Zeit, um den Großteil von „In The Duke’s Arms“ von Carolyn Jewel zu lesen (das ist übrigens die zweite Geschichte aus „Christmas at the Duke’s Arms“) Dieses Mal beginnt die Geschichte auch in dem Gasthaus „Duke’s Arms“ und man lernt nicht nur den Duke kennen, sondern auch eine Dame, die vor einem Monat erst in den Ort gezogen ist. Genau genommen bringt Edith (selbstverständlich in Begleitung ihres Mädchens) einen Stiefel ins Gasthaus, den sie vor ihrer Haustür gefunden hat und dessen Besitzer sie sucht. Die Geschichte mochte ich deutlich lieber als die vorherige – es gab sehr viele nette kleine Szenen, in denen sich die beiden auf freundschaftliche Weise näher gekommen sind. Außerdem waren die beiden so angenehm unabhängige Personen und gingen so wunderbar respektvoll miteinander um. Hübsch gemacht. 🙂

Mittwoch, Donnerstag und Freitag hatte ich nicht viel Zeit, habe aber trotzdem inzwischen „Sleeping Beauty’s Daughters“ beenden können. Ich mochte die Geschichte wirklich sehr gern – sehr viele klassische Märchenelemente, nette Grundidee und sympathische Figuren. 🙂

Heute werde ich erst einmal kurz die Farbrolle schwingen (ich streiche gerade einen alten Tisch), dann Teig anrühren und mein Frühstück genießen – danach geht es für den Rest des Tages (naja, den Großteil des Tages) aufs Sofa zum Lesen.

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Update 16:00 Uhr

So richtig erholsam war es bislang noch nicht, aber jetzt sitze ich wirklich mit Tee und Muffin auf dem Sofa, die Kerze brennt, der eReader ist bei der Hand und Shandy kuschelt sich an meine Beine (nachdem er vorher noch die Laterne inspiziert hat). Ich habe meinen Muffin mal aufgeschnitten, um zu gucken, ob er auch innen „hübsch“ geworden ist und bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Insgesamt sind es 12 Muffins geworden und einen Teil wird mein Mann morgen mit zur Arbeit nehmen, aber ich denke, ich habe morgen Nachmittag noch einen zum Tee. 🙂

Jetzt geht es aber erst einmal endlich mit „Licensed to Wed“ von Miranda Neville los – der dritten Geschichte aus „Christmas in The Duke’s Arms“. Mal schauen, ob sie mir ebenso gut gefällt wie die von Carolyn Jewel! (Und bis ich die Geschichte fertig habe, versuche ich den vollen FeedReader und das Mailfach zu ignorieren. 😉 )

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Update 19:00 Uhr

In den letzten drei Stunden habe ich mich vor allem mit „Licensed to Wed“ beschäftigt. Die Geschichte ist nicht besonderes ausgefallen, aber ich mochte sie gern. Nachdem Robinas Vater gestorben ist und sie nur schlecht versorgt zurückgelassen hat, ist ihr Nachbar Lord Carbury (Wyatt) der Meinung, dass es seine Pflicht sei seine Kindheitsfreundin zu heiraten. Obwohl – oder gerade weil – sie ihn liebt, ist sie entsetzt, dass er ihr aus Pflichtbewusstsein einen Antrag macht und lehnt diesen natürlich ab. Was in ihm so langsam die Erkenntnis aufkommen lässt, dass er doch ein bisschen mehr als Freundschaft für Robina empfindet. Wie gesagt, ich fand das sehr nett und schön zu lesen. Außerdem hat die Autorin es geschafft, kleine Anspielungen an die vorhergehenden beiden Geschichten einzuflechten, was mir auch gefiel. 🙂

Jetzt werde ich erst einmal in die Küche wandern und Essen kochen. Ein weiteres Update wird es von mir wohl nicht geben, da ich heute Abend doch noch etwas arbeiten werde. Aber vielleicht schaffe ich es später noch ein paar Kommentare bei den anderen Mitlesern zu hinterlassen. Ansonsten lesen wir uns im Laufe der Woche wieder oder spätestens am 3. Adventssonntag. Bis dahin hinterlasse ich euch noch ein Video, um für etwas Weihnachtsstimmung zu sorgen. 😉