Tupoka Ogette: exit RACISM – rassismuskritisch denken lernen

Eigentlich hatte ich ja die Sachbuch-Challenge für dieses Jahr geplant, um mal meinen Sachbuch-SuB in Angriff zu nehmen, aber bevor ich das tun kann, musste ich erst einmal die aus der Bibliothek ausgeliehenen Bücher vor Ablauf der Ausleihzeit lesen. „exit RACISM“ von Tupoka Ogette hatte ich irgendwann im vergangenen Herbst vorgemerkt, und da so viele Menschen den Titel lesen wollten, hat es bis Ende Dezember gedauert, bis ich das Buch in die Finger bekam. Irgendwie finde ich es schön, dass sich so viele Personen mit diesem Thema auseinandersetzen. Denn auch wenn die meisten Menschen, die ich kenne, nicht bewusst rassistisch sind, sind wir doch alle mit einem allgemeinen Alltagsrassismus aufgewachsen, der es notwendig macht, dass wir immer wieder über unser Verhalten und unsere Vorurteile nachdenken.

Tupoka Ogette hat sich beim Schreiben von „exit RACISM“ an den von ihr durchgeführten Anti-Rassismus-Seminaren orientiert, was das Buch zu einer sehr guten Lektüre für Personen macht, die gerade anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dabei startet sie mit einer Erklärung zum „Happyland“ – ein Begriff, den ein Seminarteilnehmer von ihr geprägt hat, als er sein Leben vor dem Anti-Rassismus-Seminar (als er sich dank seiner Ignoranz noch in einem „Happyland“ wähnte) mit seinem Leben danach verglich. Trotz seiner Kürze (das Buch umfasst gerade mal 130 Seiten) geht die Autorin mit „exit RACISM“ auf viele verschiedene Themen rund um Rassismus in Deutschland ein. Sie macht nicht nur deutlich, wo und wie Schwarze Personen und People of Color in Deutschland tagtäglich mit Rassismus konfrontiert werden, sondern auch, welche Folgen das für das Leben der von diesem Alltagsrassismus betroffenen Personen hat.

Dabei ist der Ton, den Tupoka Ogette verwendet, freundlich und sogar regelrecht verständnisvoll, sie wirft den Leser.innen den vorhandenen Rassimus nicht vor, sondern fordert dazu auf, das eigene Denken und Verhalten anhand der verschiedenen Fakten und geschilderten Situationen zu überdenken. Immer wieder gibt es Stellen in dem Buch, an denen Raum für diese Reflexionen geboten wird, an denen Fragen gestellt werden, die einen dazu bringen sollen, dass man seine eigenen Gefühle und Gedanken zu den eben gelesenen Passagen überdenkt. Dem vorangestellt wurden die fünf Phasen, die normalerweise ihre Seminarteilnehmer durchlaufen, wenn sie mit dem Thema Rassismus konfrontiert werden. Diese Phasen sind Happyland, Abwehr, Scham, Schuld und Anerkennung, so dass man jederzeit überprüfen kann, in welcher Phase man sich während des Lesens befindet.

Ergänzt werden viele der Kapitel durch QR-Codes, die einen mit der dementsprechenden App zu Videos bringen sollen, die Interviews oder Dokumente zeigen, die das jeweilige Thema vertiefen. Da ich leider kein Gerät besitze, mit dem ich die Codes hätte auslesen können, waren diese für mich nicht nutzbar. Ich habe allerdings ein paar der Videos durch die Nutzung der Suchmaschine finden können – habe mir aber nicht bei allen die Mühe gemacht, weil ich normalerweise den Laptop bewusst außer Reichweite halte, wenn ich lese, damit ich mich auf meine Lektüre konzentrieren kann. Die QR-Codes aber sind auf jeden Fall eine gute Möglichkeit für Menschen, die gern mehr als nur eine Zusammenfassung oder ein Zitat aus einer Dokumentation oder einem Interview sehen möchten, um einen intensiveren Eindruck zu bekommen. Insgesamt bietet „exit RACISM“ dem Leser ein gutes Fundament, um sich über die Geschichte des Rassismus in Deutschland und über die Auswirkungen von Rassismus (nicht nur für die Betroffenen) zu informieren, um über sein eigenes Verhalten nachzudenken und aktiv gegen den (häufig unbewussten) Alltagsrassismus in seinem eigenen Leben und seinem Umfeld angehen zu können.

Spannung ist weiblich

Nachdem Alexandra von „The Read Pack“ am Sonntag einen Beitrag zu „Spannung ist weiblich“ veröffentlichte, um auf Neuveröffentlichungen von Frauen in Bereich Krimi und Thriller aufmerksam zu machen, gingen mir nach dem Lesen ihres Textes so viele Empfehlungen und Anmerkungen durch den Kopf, dass ich Alex an dem Abend vermutlich bei Twitter etwas überfordert habe. 😉 Also gibt es hier ein paar Autorinnen von mir, die Cozies, Kriminalromane und Thriller schreiben und die man ausprobiert haben sollte. Einige dieser Titel sind schon relativ alt und nur noch gebraucht zu bekommen, andere habe ich bislang nur auf Englisch in die Finger bekommen und deutsche Veröffentlichungen sind da zum Teil nicht in Sicht. Da ich mit den Büchern, die mir spontan oder bei einer gezielten Suche nach meinen „Lieblingsautor.innen“ vor die Nase kommen, zeitlich schon vollkommen ausgelastet bin, habe ich schon vor einigen Jahren aufgehört, die Verlagskataloge zu durchstöbern, was sich eben auch in meinem Empfehlungen bemerkbar macht.

Deborah Crombie, die Alex auch schon in ihrer Auflistung geführt hat, wäre auch eine der Autorinnen gewesen, die mir spontan zu dem Thema einfallen, was kein Wunder ist, da ich gerade mit Sayuri eine große Reread-Runde der Kincaid-und-James-Krimis mache. Bei den Romanen würde ich unbedingt empfehlen, chronologisch zu lesen, da die beiden Protagonisten sich im Laufe der Zeit deutlich weiterentwickeln und nach und nach so viele Figuren auftauchen, dass es schwierig wird, das „Stammpersonal“ auf die Reihe zu bekommen, wenn man erst später einsteigt. Insgesamt bekommt man hier ruhige Kriminalgeschichten in einem aktuellen britischen Umfeld mit soliden Fällen und sehr sympathischen Charakteren geboten.

Jessica Kremser„Frau Maier fischt im Trüben“. Die Frau-Maier-Romane von Jessica Kremser gehören zu den wenigen deutschen Kriminalromanen, die ich wirklich gern lese, weil sie zwar spürbares Lokalkolorit, aber dabei nicht den sonst üblichen (platten) Humor von Regionalkrimis aufweisen. Außerdem habe ich die Protagonistin sehr ins Herz geschlossen, die mit ihrer Beobachtungsgabe und den Ermittlungsmöglichkeiten, die ihr als schon ältere Putzfrau zur Verfügung stehen, langsam, aber zielstrebig Mordfälle löst. Bislang sind vier Titel um Frau Maier erschienen, und obwohl ich grundsätzlich dafür bin, Romane chronologisch zu lesen, würde ich hier behaupten, dass man nicht so sehr auf die Reihenfolge achten muss.

Beate Sauer„Echo der Toten“. Sehr gut geschriebene Geschichte mit einem soliden Kriminalfall, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland spielt. Die Darstellung der Zeit ist hier fast präsenter als der Kriminalfall selbst, aber ich mochte die Atmosphäre in der Geschichte, die vielschichtigen Charaktere und dass Beate Sauer in der Handlung immer wieder auf die Frage zurückkommt, welche Rolle die verschiedenen Personen eigentlich während der Kriegszeit eingenommen haben. Bislang sind zwei Bände rund um die Polizeiassistentenanwärterin Friederike Matthée erschienen, eine weitere Fortsetzung scheint bislang nicht angekündigt zu sein.

Lucie Klassen – „Der 13. Brief“ bzw. Lucie Flebbe mit der gesamten Lila-Ziegler-Reihe. Die Lila-Ziegler-Krimis sind düsterer als meine normale Lektüre, denn die Protagonistin hat psychische Probleme und die Fälle, mit denen sie sich beschäftigt, drehen sich in der Regel um unschöne Geheimnisse. Aber ich mag, dass Lila trotzdem immer einen gewissen Kampfgeist an den Tag legt, und dazu kommt in den Geschichten noch eine ganze Menge Bochumer Lokalkolorit, was sich gut und stimmig lesen lässt.

Jane Harper hat mit „Hitze“ einen ungemein atmosphärischen australischen Krimi geschrieben, bei dem neben dem Ermittler Aaron Falk auch der Ort Kiewarra eine große Rolle spielt. Wer nicht nur einen spannenden und gut geschriebenen Krimi, sondern auch einen interessanten Protagonisten sucht, der ist mit diesem Titel auf jeden Fall gut bedient. Allerdings muss ich zugeben, dass ich die Fortsetzung „Ins Dunkel“ zwar sehr solide erzählt und flüssig zu lesen, aber nicht ganz genauso überzeugend fand. „Hitze“ ist aber auf jeden Fall eine Empfehlung wert!

Mary Roberts Rinehart„Das Album“ (1933) und „Die Wendeltreppe“ (1907), beide Romane sind Einzeltitel, die eine wunderbare altmodische New-England-Atmosphäre verbreiten, liebenswerte Protagonistinnen haben und gut konstruierte Kriminalfälle bieten. Mary Roberts Rinehart wird gern mit Agatha Christie verglichen, hat aber Jahre vor dieser ihre Karriere als Autorin begonnen. Leider gibt es nur wenige Titel auf Deutsch, und die auch nur noch gebraucht, aber ich finde, dass sich die Suche danach definitiv lohnt. Wer bei den englischen Titel, zugreift, wird sich vermutlich von der Menge an Veröffentlichungen etwas erschlagen fühlen, und ich muss zugeben, dass nicht alle Romane gleich qualitativ sind, aber mit den beiden von mir genannten Titeln kann man definitiv nichts falsch machen. „Die Wendeltreppe“ gilt als erster Krimi, in dem die Erzählerin mit „Foreshadowing“ arbeitete – gibt es dafür ein deutsches Wort?

Charlotte MacLeod – ist mit ihrer eher absurden Balaclava-Reihe vermutlich nicht für jeden Leser etwas, wer aber witzige Kriminalromane mit skurrilen und liebenswerten Charakteren und soliden Kriminalfällen lesen mag, sollte sich (gebraucht) ihre Kelling-Romane besorgen. Die Reihe dreht sich um Sarah Kelling und Max Bittersohn und spielt in Boston. Obwohl die Bücher Ende der 70er Jahre geschrieben wurden, finde ich sie zeitlich schlecht einzuordnen, weil die Bostoner High Society, die in den Geschichten auf die Schippe genommen wird, einfach wunderbar altmodisch dargestellt wird.

Dorothy Gilman – die „Mrs. Pollifax“-Romane sind eigentlich eher Spionage-Geschichten und spielen während des Kalten Krieges, aber für mich fühlen sie sich wie gemütliche Kriminalgeschichten an, die einfach nur in den unterschiedlichsten Ländern spielen und in die die CIA involviert ist. Doch der größte Reiz liegt bei diesen Romanen in der Person der Protagonistin, die sich als gelangweilte und lebensmüde Rentnerin bei der CIA als Spionin bewirbt und dank einer Verwechslung auch gleich ihren ersten Auftrag bekommt. Die deutschen Ausgaben sind inzwischen sogar gebraucht schwierig zu bekommen, aber dafür gibt es demnächst eine Neuauflage der Titel als englische eBooks.

P. J. Tracy„Spiel unter Freunden“ und all die anderen „Monkeewrench“-Krimis. Das Mutter-Tochter-Gespann, das hinter dem Pseudonym steckt, schreibt etwas härtere amerikanische Krimis. Diese lese ich zwar auch regelmäßig, sie führen aber normalerweise nicht dazu, dass ich die Autorinnen unbedingt empfehlen möchte. Bei P. J. Tracy ist es aber so, dass ich nicht nur die Fälle gut konstruiert finde, sondern auch all die blutigeren Aspekte durch die unterschiedlichen Charaktere so gut ausgeglichen werden, dass ich die Romane immer wieder lesen mag. Auch wenn mir gerade auffällt, dass ich noch immer keinen Titel der „Twin Cities“-Reihe gelesen habe, so kann ich die „Monkeewrench“-Romane auf jeden Fall empfehlen.

Rachel Caine – Die „Stillhouse Lake„-Reihe gehören zu den wenigen Thrillern, die mir so gut gefallen haben und die ich so spannend fand, dass ich sie gekauft und nicht nur in der Bibliothek ausgeliehen habe, obwohl ich sonst eher bei gemütlichen Krimis statt Thrillern bleibe. Die Geschichte dreht sich um Gwen, die vor einigen Jahren herausfinden musste, dass ihr Mann ein Serienmörder ist. Nach den folgenden Ermittlungen und Gerichtsverfahren ist sie zwar von einer Mitschuld freigesprochen worden, aber es gibt genügend Menschen, die nicht glauben wollen, dass sie nicht wusste, was ihr Mann getan hat. So muss sie gemeinsam mit ihren beiden Kindern abtauchen, doch die Taten ihres Mannes kann sie nicht hinter sich lassen. Für mich die Romane, bei denen ich nach dem Lesen auf jedes unvertraute Geräusch in der Wohnung lausche und auf einmal all die Menschen, die ich nur online kenne, misstrauisch beäuge. Auf Englisch erscheint in ein paar Tagen der vierte Band, auf Deutsch ist der vierte Teil für April angekündigt.

Agatha Christie – ist allgemein bekannt und muss eigentlich gar nicht mehr empfohlen werden, aber ich möchte vorschlagen, die Autorin auf Englisch zu lesen, weil es bei einigen Geschichten so große Unterschiede zwischen der Originalveröffentlichung und der Übersetzung gibt. Wer mehr dazu wissen will, kann sich gern meinen schon etwas älteren Vergleich von „They Came to Baghdad“ und „Sie kamen nach Bagdad“ anschauen.

Darcie Wilde„A Useful Woman“. Der erste Band der Rosalind-Thorne-Mysteries spielt im Jahr 1817 und dreht sich um einen Todesfall bei Almack’s. Die Autorin bietet hier eine wunderbare Mischung aus Regency-Roman mitsamt all der gesellschaftlichen Regeln und Gepflogenheiten, einer sehr sympathischen Protagonistin und einem reizvollem Kriminalfall. Darcie Wilde ist keine moderne Jane Austen, aber ich mochte diese Mischung aus „Austen-haften“ Beobachtungen über die Gesellschaft, den unterschiedlichen Gesellschaftschichten, in die hier ein kleiner Einblick gewährt wird, und natürlich einem gut erzähltem Kriminalfall. Die Reihe umfasst bislang drei Bände auf Englisch.

Ovidia Yu – „The Frangipani Tree Mystery“ würde ich allen ans Herz legen wollen, die eine Schwäche für gemütliche britische Krimis der 30er Jahre haben, aber gern mal einen anderen Schauplatz erleben wollen. Die Geschichte spielt nicht nur in Singapur, sondern wird auch aus der Sicht eines (dank Missionsschule durchaus gebildeten) chinesischen Dienstmädchens erzählt. Der Kriminalfall an sich ist etwas vorhersehbar, aber der Schauplatz, die Perspektive der Protagonistin Sun Lin und die zwar etwas gemächliche, aber sehr amüsante Erzählweise machen den Roman definitiv zu einem empfehlenswerten Krimi.

Zelda Popkin„Rendezvous nach Ladenschluss“. Noch einmal ein Krimi, der in den 30er Jahren spielt, aber dieses mal in den USA und im Umfeld eines der großen Kaufhäuser, die zu der Zeit ihre Blütezeit erlebten. Leider sind die Bücher nur noch gebraucht zu bekommen, aber die Mary-Carner-Romane von Zelda Popkin sind ein wunderbares Abbild ihrer Zeit, bieten einen spannenden Kriminalfall und die Atmosphäre klassischer amerikanischer Privatdetektiv-Geschichten, aber eben aus der weiblichen Perspektive statt aus der des desillusionierten männlichen Detektivs. Es ist zu schade, dass all diese Kriminalromane von Autorinnen wie Zelda Popkin, Amanda Cross usw., die früher bei dtv veröffentlicht wurden, heute nicht mehr aufgelegt werden.

Robin Stevens„Murder Most Unladylike“ (oder auf Deutsch „Mord ist nichts für junge Damen“). Es gibt so tolle Kriminalromane im Kinder- und Jugendbuchbereich, und „Murder Most Unladylike“ gehört definitiv dazu. Erzählt wird die Handlung aus Sicht der chinesischen Hazel Wong, die in den 30er Jahren von ihrem Vater auf ein britisches Internat geschickt wird, wo sie einige Zeit später ihre Naturwissenschaftslehrerin ermordet auffindet. Robin Stevens schreibt gut konstruierte Krimis, die auch für erwachsene Leser nicht zu einfach zu durchschauen sind, mit zwei sympathischen Protagonistinnen und dem einen oder anderen Anklang an klassische Agatha-Christie-Romane. Die Reihe endet mit dem im Sommer erscheinenden neunten Band, aber eine Folgereihe wurde von der Autorin schon angekündigt.

Katherine Woodfine – „The Clockwork Sparrow“. Da ich schon einen Schlenker zu den Kinder- und Jugendbüchern gemacht habe, kommt auch noch Katherine Woodfine mit ihren Sinclair Mysteries auf die Liste. Der erste Band „The Clockwork Sparrow“ spielt im Jahr 1909 in einem neueröffneten großen Londoner Kaufhaus, und die Protagonistin ist die vierzehnjährige Verkäuferin Sophie. Katherine Woodfine findet meiner Meinung nach eine großartige Mischung aus gemütlichem Krimi, spannenden Elementen (wie die Existenz einer kriminellen Vereinigung, die man eher in einem Edgar-Wallace-Roman erwarten würde) und einer immer wieder überraschend realistischen Darstellung dieser Zeit. Lustigerweise habe ich in diesem Roman so einige Elemente gefunden, die mich an Susannah Stapletons Recherchen zu der realen Privatdetektivin Maud West erinnerten. Es gibt insgesamt vier Romane rund um Sophie, von denen drei auf Deutsch unter dem Serientitel „Das Kaufhaus der Träume“ erschienen und anscheinend nur noch gebraucht zu bekommen sind.

Da der Beitrag jetzt schon eine Länge erreicht hat, die vermutlich jeden vernünftigen Menschen abschreckt, beende ich hier meine spontanen Empfehlungen, obwohl mir noch einige weitere Autorinnen einfallen, die mich entweder schon seit Jahren begleiten oder mich gerade erst begeistert haben. Es gibt so viele tolle Kriminalromane von Autorinnen, und das aus den verschiedensten Jahrzehnten und den unterschiedlichsten Ländern, dass jeder in der Lage sein sollte, einen Krimi oder Thriller nach seinem Geschmack zu finden, der von einer Autorin geschrieben wurde.

Jordan Stratford: The Wollstonecraft Detective Agency 1 – The Case of the Missing Moonstone

Normalerweise bin ich nicht so glücklich, wenn ein Autor sich zu große Freiheiten bei der Verwendung historischer Persönlichkeiten nimmt, aber mit „The Case of the Missing Moonstone“ von Jordan Stratford habe ich mich zu gut amüsiert, um ihm diesen großzügigen (und vollkommen unkorrekten) Einsatz berühmter Figuren übelzunehmen. Dazu muss ich allerdings anfügen, dass Jordan Stratford sich die Mühe gemacht hat, die realen Daten und Fakten im Anhang aufzulisten und zu erklären, wieso er diese für seine Geschichte angepasst hat. Für die Geschichte im ersten Band der „Wollstonecraft Detective Agency“-Reihe muss man als Leser also hinnehmen, dass Lady Ada Byron (Ada Lovelace) und Mary Godwin (Mary Shelley) gerade mal drei Jahren Altersunterschied trennen (statt der realen 18 Jahre), und auch sonst gibt es einige unerwartete Elemente.

Zu Beginn des Romans lässt sich Jordan Stratford Zeit, die beiden Protagonistinnen Ada und Mary vorzustellen. Ada ist zu diesem Zeitpunkt nicht gerade zufrieden mit ihrem Leben, da ihre Gouvernante sie verlässt (unerklärlicherweise, um zu heiraten!) und sie zukünftig – gemeinsam mit einem ihr unbekannten Mädchen – von einem Hauslehrer unterrichtet werden soll. Von den intellektuellen Fähigkeiten dieses Percy Snagsby (von Ada nur Peebs genannt) ist die Elfjährige nicht gerade überzeugt, und sowieso reicht es ihr, wenn man ihr aktuelle Sachbücher zu den Wissensgebieten zur Verfügung stellt, die sie interessieren. Die vierzehnjährige Mary hingegen freut sich sehr über diese einmalige Möglichkeit, durch einen Hauslehrer unterrichtet zu werden, auch wenn es eine Weile dauert, bis sie dahinterkommt, wie man am Besten mit Adas zahlreichen Eigenarten umgehen muss.

Je besser sich die beiden Mädchen kennenlernen, desto mehr stellen sie fest, dass sie sich in ihrer Gegensätzlichkeit gut ergänzen, was darauf hinausläuft, dass sie zusammen die „Wollstonecraft Detective Agency“ gründen. Für Ada ist dies die Möglichkeit, ihren Intellekt unter Beweis zu stellen, während Mary von der Aussicht auf Abenteuer gelockt wird. Beiden ist natürlich bewusst, dass sie als junge Damen der Gesellschaft nicht jeden Fall annehmen können, doch als in einem der benachbarten Herrenhäuser ein Schmuckstück gestohlen wird, scheint der perfekte Zeitpunkt gekommen zu sein, sich an ihren ersten Kriminalfall zu wagen. Passend zur Zielgruppe (ab acht Jahren) ist die Geschichte weder blutig noch besonders aufregend, dafür gibt es sehr viele amüsante Momente, die sich um Adas Eigenheiten drehen oder um all die kleinen Geheimnisse, die viele der Charaktere haben. Was aber vor allem heraussticht, ist eine Liebe zu Wissen und Wissenschaft, die sich nicht nur in Adas Begeisterung für Erfindungen widerspiegelt, sondern auch in all den kleinen Szenen mit „Rechenmaschinen“, seltsamen „unsichtbaren“ Jungen in der Kutsche oder eben auch in den Elementen, die zur Lösung des Falls entscheidend sind.

Jordan Stratford bietet eine verspielte und ungewöhnliche Sicht auf Mathematik, Physik und Chemie, und er fordert den Leser mit Wörtern, die theoretisch zu schwierig für die Altersgruppe sind, aber so beiläufig von Ada und Mary erklärt und verwendet werden, dass es Spaß macht, ihre Freude beim Kennenlernen neuer Wörter zu verfolgen. Ich persönlich mag normalerweise keine „lehrhaften“ Kinderbücher (wenn ich nicht gerade bewusst zu einem Sachbuch greife), aber ich habe mich bei „The Case of the Missing Moonstone“ großartig unterhalten gefühlt, während Ada über Schießpulver für ihre Peebs-Kanone nachdachte, Mary gemeinsam mit Charles Dickens (!) in einem Zeitungsarchiv Nachforschungen anstellte oder die beiden Mädchen eine lebensgefährliche Begegnung mit dem ersten pferdegezogenen britischen Omnibus hatten. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich als Kind nicht nur viel Spaß mit der Handlung gehabt hätte, sondern dass auch die diversen Hinweise auf historische Figuren, Literaturklassiker und Ähnliches dafür gesorgt hätten, dass ich mehr über die verschiedenen Gebiete hätte erfahren wollen. Bei mir hat das Lesen dieses Romans aber vor allem dazu geführt, dass ich große Lust auf weitere Geschichten mit Ada und Mary habe.

Darcie Wilde: A Useful Woman (Rosalind Thorne Mystery 1)

Über einen Mangel an Cozies, die in den 1920er oder 1930er Jahren spielen, kann ich mich ja nicht beschweren, aber ab und an sehne ich mich nach gemütlichen Kriminalromanen, die zu anderen Zeiten spielen. Bei „A Useful Woman“ muss ich gestehen, dass ich zuerst auf das Cover aufmerksam geworden bin und dann erst feststellte, dass die Reihe um 1817 spielt. Im Prolog bekommt man einen ersten Eindruck vom Familienleben der Protagonistin Rosalind Thorne und muss miterleben, wie ihr Vater sich gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Charlotte aus dem Staub macht, weil er seine Gläubiger fürchtet. Rosalind und ihre Mutter hingegen bleiben zurück und müssen irgendwie mit den Auswirkungen dieser Flucht fertig werden. Fünf Jahre später spielt Rosalind eine ungewöhnliche und sehr diskrete Rolle in der Gesellschaft, indem sie den diversen Ladys zur Seite steht, wenn diese besonders aufwändige Pläne verwirklichen wollen. In der Regel bestehen diese Pläne nur aus der Ausrichtung eines großen Festes oder ähnlich harmloser Ereignisse, aber manchmal gehört zu Rosalinds Aufgabe auch, die öffentliche Meinung zu beeinflussen oder einer Person Ratschläge zu geben, wie diese eine gesellschaftliche Katastrophe abwenden könnte.

Nachdem Rosalind ihre Tätigkeit anfangs aus dem Anwesen ihrer Patentante Lady Blanchard heraus ausgeübt hat, ist sie vor einem Jahr in ein eigenes kleines Haus in London gezogen, was ihre finanzielle Situation etwas angespannt sein lässt. So scheint das überaus großzügige Angebot von Lady Edmund Aimesworth, die nicht nur eine jährliche Apanage, sondern auch lebenslanges Wohnrecht in einem ihrer Häuser in Aussicht stellt, für die junge Frau unwiderstehlich zu sein. Um diese begehrlichen Dinge zu erlangen, muss Rosalind es nur schaffen, Lady Aimesworth zu einer Position als Patronesse bei Almack’s zu verhelfen, Doch dann wird ihr Sohn Jasper Aimesworth ermordet im Ballsall von Almack’s aufgefunden. Für Rosalind stellt sich nun die Frage, welche der Personen, die an diesem Tag unerwarteterweise im Gebäude anwesend waren, für den Tod des jungen Mannes verantwortlich sein könnte, und was im Hause Aimesworth vorgeht, vor dem Jasper sie vor seinem Tod warnen wollte.

Diese Beschreibung klingt jetzt etwas dramatischer, als die Geschichte wirklich ist, aber gerade die ruhige Erzählweise und all die kleinen Details, die Rosalinds Alltag als „diskrete Helferin der Damen der Gesellschaft“ ausmachen, mochte ich an diesem Roman wirklich. Rosalind hat nach der Flucht ihres Vaters dank ihrer Patentante Lady Blanchard ihre Stellung in der Gesellschaft halten können, und all ihr Verhalten ist seitdem davon bestimmt, diese Position nicht zu verlieren. Auf der anderen Seite hat sie durch ihr Engagement für die diversen Ladys in den vergangenen Jahren Einblicke in die Ecken der verschiedenen Adelsfamilien bekommen, über die normalerweise ein Mantel des Schweigens gehüllt wird. Ebenso hat sie – auch dank ihrer Haushälterin Mrs. Kendricks – Kontakte in die Dienstbotenkreise, aus denen sie Informationen erhält, die ihr bei ihrer Arbeit hilfreich sind. So ist es kein Wunder, dass Principal Officer Adam Harkness von Anfang an der Meinung ist, dass Rosalind und ihre Beziehungen nützlich für ihn sind, während er versucht, mehr über das Ableben von Jasper herauszufinden.

Wobei ich anmerken muss, dass sich Adam Harkness auch sonst zu Rosalind hingezogen fühlt, während diese noch immer Gefühle für (ihren ehemaligen Beinah-Verlobten) Lord Casselmaine hegt. Während ich normalerweise Dreiecks-Geschichten nicht so sehr mag, fand ich hier auch diesen Teil der Handlung stimmig gemacht. Erst einmal nimmt der „Beziehungsteil“ nicht so großen Raum ein, und dann ist es für Rosalinds Entwicklung im Laufe von „A Useful Woman“ wichtig, dass sie sich mit ihrer Vergangenheit (und somit mit ihrem Verhältnis zu Lord Casselmaine) ebenso auseinandersetzt wie mit der Frage, was in Zukunft aus ihr werden soll. Ich mochte es sehr, dass Darcie Wilde es schaffte, dass Rosalind und ihre von Regeln beherrschte Gesellschaft stimmig und mit all den kleinen und größeren Geheimnissen, die hinter den perfekten Fassaden schlummern, dargestellt wurde. Durch Rosalinds Perspektive hingegen konnte man sehr gut verstehen, wieso es ihr so wichtig ist, dass sie diese (häufig unausgesprochenen) Regeln als Halt für ihr Benehmen und ihren Auftritt hat. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Szenen, in denen deutlich wird, dass dieser Halt trügerisch ist und dass gerade die Frauen zu dieser Zeit ohne eigenes Verschulden sehr hohen Risiken ausgesetzt waren.

Was mich zu den großartigen Nebenfiguren führt, die neben Rosalind so viel zur Atmosphäre von „A Useful Woman“ beigetragen haben. So ist Rosalind seit vielen Jahren mit Alice Littlefield befreundet, die nach dem Tod ihrer Eltern zusammen mit ihrem Bruder in einer kleinen Wohnung lebt und als Journalistin ihren Lebensunterhalt bestreitet. Obwohl Alice in derselben Schicht aufgewachsen ist wie Rosalind, hat sie scheinbar mühelos den Schritt in die (finanzielle) Unabhängigkeit gewagt, obwohl das bedeutete, dass sie nie wieder ihren Weg zurück in die Gesellschaft finden kann. Honoria Aimesworth hingegen, die Tochter von Lady Edmund Aimesworth und Jaspers Schwester, gehört zur Gesellschaft, auch wenn sie von den meisten Personen als exzentrisch angesehen wird. Doch trotz ihres Selbstbewusstseins und ihrer direkten Art wird schon früh deutlich, wie wenig sie von ihrer Schicht hält und wie verzweifelt sie eine Möglichkeit sucht, sich ein anderes Leben aufzubauen.

Bei all diesen Elementen wird der Kriminalfall ein wenig in den Hintergrund gerückt, was ich aber nicht schlimm fand, da die Frage nach Jaspers Tod und die Folgen, die dieser für die verschiedenen Personen hatte, trotzdem immer im Raum steht. Außerdem gibt es immer wieder kleine Hinweise auf die Auflösung in all den Szenen, die Rosalind beobachtet, und in den Gesprächen, die sie mit anderen Personen führt. So schrecklich überraschend waren die Motive der beteiligten Personen also am Ende nicht, ebensowenig wie die Identität des Mörders, aber Darcie Wilde ist es trotzdem gelungen, dass ich auf die Auflösung hinfieberte und am Ende aus mehreren Gründen um Rosalind (und ihre Freunde) bangte. Nachdem ich keine großen Erwartungen in „A Useful Woman“ gesetzt hatte und nur nach einer neuen netten Krimireihe suchte, war ich ziemlich überrascht, wie viel Spaß ich mit dem Roman hatte und wie sehr mir die verschiedenen Figuren ans Herz gewachsen waren – nur gut, dass es noch zwei weitere Rosalind-Thorne-Bände gibt, so dass ich noch ein paar Lesestunden mit ihr vor mir habe.

Susannah Stapleton: The Adventures of Maud West, Lady Detective

„The Adventures of Maud West, Lady Detective – Secrets and Lies in the Golden Age of Crime“ hatte ich schon im Juli 2019 angefangen, aber obwohl die ersten Kapitel ungemein faszinierend waren, hat mich dann das Sommerwetter wieder dazu gezwungen, meine (gedruckten) Bücher zur Seite zu legen. Als ich mir im Oktober dann vornahm, meine angefangenen Sachbücher bis zum Jahresende zu beenden, hatte ich mir dieses Buch als krönenden Abschluss für mein Sachbuchlesen 2019 aufgehoben. Denn auf der einen Seite habe ich mich sehr darauf gefreut, das Buch weiterzulesen, und auf der anderen Seite begann das Ganze für die Historikerin Susannah Stapleton während eines Weihnachtsurlaubs, was doch irgendwie ganz passend war. Damals kam für sie die Frage auf, ob es zu Zeiten von Agatha Christie oder Dorothy Sayers eigentlich reale Privatdetektivinnen gegeben hatte, und wenn ja, wieso man heutzutage nichts mehr über diese Frauen weiß. Bei einer flüchtigen Online-Recherche stieß sie dann auf den Namen von Maud West, und auch wenn diese (entgegen diverser Zeitungsartikel zu ihrer Zeit) nicht die einzige Privatdetektivin in Großbritannien zu Beginn des 20. Jahrhunderts war, so scheint sie doch eine der faszinierendsten Frauen in diesem Gewerbe gewesen zu sein.

Das Lesen von „The Adventures of Maud West, Lady Detective“ hat mir ungemein viel Spaß gemacht, weil man nicht nur den häufig beschwerlichen Weg nachvollziehen kann, den Susannah Stapleton bei ihren Recherchen gehen musste, sondern die Autorin mit Maud West auch über eine wirklich interessante Persönlichkeit gestolpert ist. Obwohl ihr Name heutzutage vollkommen unbekannt ist, gab es so einiges an Material für die Historikerin zu finden, als sie erst einmal mit der Suche anfing. Doch schnell musste sie feststellen, dass all die vielen Artikel, die sie aus den 1920er und 1930er Jahren in Zeitungsarchiven auf der ganzen Welt gespeichert fand, entweder von Maud West selbst geschrieben worden waren oder auf Interviews mit ihr basierten. Dabei hat sich die Privatdetektivin bei den vielen Erlebnissen, die ihr angeblich bei ihrer Arbeit passiert sind, anscheinend von Autoren wie Edgar Wallace oder ähnlichen „Groschenromanschreibern“ beeinflussen lassen. Denn Susannah Stapleton hat bei ihrer weiteren Recherche nicht nur feststellen müssen, dass es keine Belege für all diese abenteuerlichen Geschichten gab, sondern auch, dass sich Maud West im Laufe der Jahre regelmäßig selbst widersprach.

Doch diese Widersprüche lassen einen als Leser nur noch neugieriger auf die geheimnisvolle Privatdetektivin werden, was es umso spanneder macht zu verfolgen, wie sich die Autorin der Person Maud West angenähert hat und wie sie am Ende nicht nur überraschend viele Daten zusammengetragen hat, sondern einem auch ein glaubwürdiges und faszinierendes Bild einer ungewöhnlichen und beruflich erfolgreichen Frau vermittelt. Einige Elemente in diesem Sachbuch basieren auf reinen Vermutungen von Susannah Stapleton, aber das finde ich nicht schlimm, da man dank des Aufbaus des Buchs genau nachvollziehen kann, welche Recherchen und Gedanken hinter solchen Passagen stecken und welchen Teil davon die Autorin belegen kann und welchen nicht. So muss ich auch Tage später immer noch über die fiktive Schlagzeile „Maud West – The Woman Who Failed To Catch Crippen“ schmunzeln – auch wenn nur die Tatsache, dass Dr. Crippen, die Music Hall Ladiess Guild (der Dr. Crippens ermordete Frau angehörte) und Maud West im selben Gebäude ihre Büros hatten, sowie eine Bemerkung eines Mitglieds der Ladies Guild darauf verweist, dass sie erst „a private detective“ engagiert hatten, bevor sie zur Polizei gingen, überhaupt eine Verbindung zwischen dem Crippen-Fall und Maud West knüpfen.

Da sich die Suche nach Fakten über Maud West so schwierig gestaltete, driftet Susannah Stapleton in „The Adventures of Maud West, Lady Detective“ immer wieder in Bereiche ab, die nur am Rande mit der Privatdetektivin zu tun haben. Doch diese Abschweifungen empfand ich als ebenso faszinierend wie die Passagen, die sich direkt um Maud West drehten, weil es so viele Informationen über (zum Teil wirklich absurde) Kriminalfälle gab oder Details zum alltäglichen Leben in London Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich muss gestehen, dass ich mich so gut beim Lesen amüsiert habe, dass ich meinen Mann ganze Seiten vorgelesen habe. Allerdings scheint er mir das bei diesem Buch auch erstaunlich wenig übel genommen zu haben, obwohl ich ihn damit bei seinen eigenen Beschäftigungen gestört habe. 😉 Als einzigen Kritikpunkt könnte ich nach dem Lesen von „The Adventures of Maud West, Lady Detective“ vielleicht noch anmerken, dass Susannah Stapleton bei einigen Entdeckungen rund um Maud Wests Privatleben mehr in die ungeklärten Elemente hineininterpretierte, als ich es getan hätte. Aber dieser Punkt hat mich beim Lesen definitiv nicht gestört, sondern eher dafür gesorgt, dass ich mich über all die Fragen amüsiert habe, die der Autorin nach so einem neuen Informationsfund eingefallen waren, und darüber, dass diese häufig zu neuen faszinierenden Fakten rund um Maud West geführt haben.

Neuzugänge: Oktober, November und Dezember 2019

In den letzten drei Monaten des Jahres sammeln sich bei mir immer sehr, sehr viele neue Bücher an, da Geburtstag und Weihnachten zu so einigen Geschenken von meiner Wunschliste führen. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass mein SuB eh explodieren wird, bestelle ich normalerweise ab Oktober so gut wie keine Bücher mehr für mich, sondern warte nur noch auf die Auslieferung der einen oder anderen Vorbestellung (und manchmal werde ich bei Angeboten von Modernen Antiquariaten schwach, weil ich gebrauchte Bücher sowieso nicht geschenkt bekomme). In diesem Quartal lief es allerdings etwas anders als sonst, weshalb es dieses Mal auch keine Details, sondern nur eine Auflistung der Titel gibt. Alles andere würde sonst viel zu lang werden! *g*

1. Diana Wynne Jones: Black Maria
2. Katherine Woodfine: The Clockwork Sparrow
3. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
4. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
5. C.E. Polk: Witchmark (Kingston Cycle 1)
6. Stephanie Burgis: The Princess Who Flew with Dragons

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Mit gerade mal sechs Neuzugängen für Oktober und November war ich eigentlich zufrieden und hatte fest vor, für den Rest des Jahres meinen Bücheretat zu sparen, dummerweise gab es dann eine große „englische Bücher“-Aktion, der ich nicht wiederstehen konnte und schwupps hatte ich spontan mal eben acht Titel bestellt, die schon länger auf der Merkliste standen. Außerdem kam dann noch eine Vormerkung bei mir an, von der ich dachte, dass sie erst Anfang 2020 erscheinen würde.

7. Maya Montayne: Nocturna
8. Darcie Wilde: A Useful Woman (Rosalind Thorne Mystery 1)
9. Robin McKinley: Sunshine
10. Renee Watson: Piecing Me Together
11. Sarah Beth Durst: Fire and Heist
12. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
13. Cixin Liu: The Three-Body Problem
14. Jay Jorgensen und Donald L. Scoggins: Creating the Illusion – A Fashionable History of Hollywood Costume Designers
15. Martha Wells: The Cloud Roads (Books of Raksura 1)

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Zum Geburtstag gab es dann die nächste Runde mit Neuzugängen – wie ihr sehen könnte, habe ich mir gerade als „Reihen-Vorhaben“ die Miss-Marple-Romane von Agatha Christie auf Englisch vorgenommen und dementsprechend meine Wunschlisten bestückt.

16. Juliet Blackwell: Bewitched and Betrothed (Witchcraft Mystery 10)
17. Katherine Addison: The Goblin Emperor
18. Kat Richardson: Greywalker
19. Kelly Armstrong: Bitten (Otherworld 1)
20. Eleanor Herman: The Royal Art of Poison – Fatal Cosmetics, Deadly Medicines, and Murder Most Foul
21. Agatha Christie: The Body in the Library
22. Agatha Christie: The Moving Finger
23. Agatha Christie: A Murder is Announced
24. Agatha Christie: They do it with Mirrors
25. Agatha Christie: A Pocked Full of Rye
26. Agatha Christie: 4.50 from Paddington

 

27. Jessica Townsend: Nevermoor -The Trials of Morrigan Crow
28. Marieke Nijkamp (Hrsg.): Unbroken – 13 Stories Starring Disabled Teens (Anthologie)
29. Jordan Stratford: The Woolstonecraft Detective Agency 1 – The Case of the Missing Moonstone
30. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
31. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
32. Molly Knox Ostertag: The Hidden Witch (The Witch Boy 2)
33. Christopher Golden/Rachel Autumn Deering (Hrsg.): Hex Life – Wicked New Tales of Witchery (Anthologie)
34. R. F. Kuang: The Poppy War
35. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
36. Jessica Able: Trish Trash – Rollergirl of Mars (Comic)

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Mit meinen Weihnachtsgeschenken endet dann auch wieder die Neuzugangsliste für das vierte Quartal 2019. Lustigerweise hätte ich Anfang des Jahres, als ich mir „Patterns of Fashion“ und „Creating the Illusion“ nach dem Besuch der Barbara-Baum-Ausstellung auf die Merkliste setzte, nicht gedacht, dass ich die beiden Titel Ende des Jahres wirklich in meinem Besitz hätte. Alles in allem war das ein sehr gutes Bücher-Jahr für mich. 🙂

37. Ben Guterson: Winterhouse
38. Diana Wynne Jones: Archer’s Goon
39. Diana Wynne Jones: Wilkins‘ Tooth
40. Agatha Christie: At Bertram’s Hotel
41. Agatha Christie: A Caribbean Mystery
42. Amy Wilson: Shadows of Winterspell
43. Jordan Stratford: The Woolstonecraft Detective Agency 2 – The Case of the Girl in Grey
44. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
45. Janet Arnold: Patterns of Fashion 1 – Englishwomen’s Dresses and Their Construction c. 1660-1860

 

46. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
47. Darcie Wilde: A Purely Private Matter (Rosalind Thorne Mystery 2)
48. Agatha Christie: The Mirror Crack’d from Side to Side
49. Agatha Christie: Sleeping Murder
50. Agatha Christie: Nemesis
51. Kelley Armstrong: A Royal Guide to Monster Slaying
52. Ngozi Ukazu: Check Please! Book 1 – #Hockey (Comic)
53. Sarah Jean Horwitz: The Dark Lord Clementine

Januar-SuB 2020

Im Dezember habe ich insgesamt wirklich viel Zeit mit Lesen verbracht, trotzdem ist mein SuB dank all der Bücher, die es als Weihnachtsgeschenke gab, kräftig gewachsen. Immerhin habe ich dieses Mal anscheinend nicht mein übliches Bedürfnis im Januar all die Titel vom Merkzettel zu kaufen, die es nicht zum Geburtstag oder Weihnachten gab, was vermutlich dafür sorgt, dass sich die Neuzugänge in den nächsten Wochen wieder in Grenzen halten. (Obwohl natürlich die eine oder andere Vormerkung eintrudeln wird … 😉 )

Ansonsten beginnt für meinen Mann und mich jetzt die gemeinsame Urlaubszeit. Das bedeutet, dass wir in den nächsten zwei Wochen viel Zeit mit Brettspielen, Büchern und Serien verbringen und uns (in meinem Fall weiterhin) erholen werden. Und auch wenn ich mich normalerweise mit Jahresvorsätzen zurückhalte, so fände ich es doch schön, wenn ich vor dem Sommer – wo ich erfahrungsgemäß kaum lese – meinen SuB wieder auf einen zweistelligen Stand bringen könnte. Mal schauen, wie sich das in den kommenden Wochen so entwickelt …

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Kelley Armstrong: A Royal Guide to Monster Slaying
  5. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  6. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (Jumbies 2)
  7. Tracy Baptiste: The Jumbie God’s Revenge (Jumbies 3)
  8. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  9. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  10. Juliet Blackwell: Bewitched and Betrothed (Witchcraft Mystery 10)
  11. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  12. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  13. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  14. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Speyness 6)
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  16. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  17. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  19. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  20. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  21. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  22. Stephanie Burgis: The Princess Who Flew with Dragons
  23. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  24. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  25. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  26. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  27. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  28. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  29. Sarah Beth Durst: Fire and Heist
  30. Louise Erdrich: The Birchbark House
  31. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  32. Christopher Golden/Rachel Autumn Deering (Hrsg.): Hex Life – Wicked New Tales of Witchery (Anthologie)
  33. Jasmine Gower: Moonshine
  34. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  35. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  36. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  37. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  38. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  39. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  40. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  41. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  42. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  43. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  44. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  45. Rachel Hartman: Seraphina
  46. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  47. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  48. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  49. Sarah Jean Horwitz: The Dark Lord Clementine
  50. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  51. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  52. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  53. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  54. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  55. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  56. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  57. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  58. Diana Wynne Jones: Power of Three
  59. Diana Wynne Jones: Black Maria
  60. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  61. Diana Wynne Jones: Archer’s Goon
  62. Diana Wynne Jones: Wilkins‘ Tooth
  63. Celine Kiernan: Geisterpfade
  64. Celine Kiernan: Königspfade
  65. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  66. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  67. R. F. Kuang: The Poppy War
  68. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  69. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  70. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  71. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  72. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  73. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
  74. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  75. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  76. Seanan McGuire: Come Tumbling Down (Wayward Children 5)
  77. Robin McKinley: Sunshine
  78. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  79. Kelly Meding: Stray Magic
  80. Kelly Meding: Stray Moon
  81. Kate Milford: The Boneshaker
  82. Maya Montayne: Nocturna
  83. Bishop O’Connell: The Stolen
  84. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  85. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  86. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  87. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  88. C.E. Polk: Witchmark (Kingston Cycle 1)
  89. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  90. Philip Reeve: Larklight
  91. Kat Richardson: Greywalker
  92. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  93. John Scalzi: Fuzzy Nation
  94. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  95. Barbara Sleigh: Carbonel
  96. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  97. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  98. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  99. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  100. Jordan Stratford: The Woolstonecraft Detective Agency 2 – The Case of the Girl in Grey
  101. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  102. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  103. Charles den Tex: Die Zelle
  104. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  105. Sarah Tolcser: Song of the Current
  106. Jessica Townsend: Wundersmith – The Calling of Morrigan Crow
  107. Tiffany Trent: Unnaturalist
  108. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  109. Renee Watson: Piecing Me Together
  110. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  111. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  112. Darcie Wilde: A Purely Private Matter (Rosalind Thorne Mystery 2)
  113. Amy Wilson: Shadows of Winterspell
  114. Katherine Woodfine: The Jewelled Moth (The Sinclair’s Mysteries 2)
  115. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  116. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  117. Xinran: Gerettete Worte
  118. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

112 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Jahresende

Dieses Jahr war überraschend trubelig und hat mir ein paar Unfälle beschert, aber es hat auch so einige schöne Momente mit sich gebracht. So bin ich zum Beispiel relativ viel verreist und habe mich mit Freundinnen getroffen, die ich schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatte. Außerdem habe ich ein paar Ausflugs- und Cafépläne umgesetzt und neue Freunde gefunden, was auch immer großartig ist!

Nicht so schön war, dass dies das erste Jahr seit sehr, sehr langer Zeit war, in dem wir viele Monate ohne Katze verbracht haben. Es vergeht kein Tag, an dem ich ihre Gesellschaft nicht vermisse, aber noch sind wir nicht so weit, dass wir nach neuen Samtpfoten Ausschau halten würden. Dafür waren die letzten Jahre mit all den gesundheitlichen Problemen unserer alten Katzen dann doch zu aufreibend, und wir fühlen uns noch immer „emotional erholungsbedürftig“. Das ändert trotzdem nichts daran, dass sich die Wohnung erschreckend leer anfühlt ohne eine Katze.

Ansonsten habe ich in den vergangenen Monaten ein paar Projekte beenden können, die schon viel zu lange „in Arbeit“ waren. Für das kommende Jahr hingegen habe ich noch keine Pläne – was wirklich ungewöhnlich für mich ist. *g* Erst einmal will ich die kommenden zwei Wochen in Ruhe mit meinem Mann genießen, und dann sehen wir mal, was so kommen wird. Grundsätzlich mag ich ja den Jahresanfang, weil so ein neues Jahr ja immer das Potenzial mit sich bringt, dass es einfach großartig werden könnte. 😉

 

Für euch hoffe ich, dass das neue Jahr Gesundheit
und viele wunderschöne und unvergessliche Momente parat hält.
Passt gut auf euch auf und verbringt viel Zeit mit Menschen,
die euch guttun und am Herzen liegen,
und mit Tätigkeiten, die euch Freude bereiten
und den Stress des Alltags vergessen lassen!

Sachbücher 2019

Nachdem ich im letzten Jahr gesehen habe, wie viele Sachbücher ich aus der Bibliothek gelesen hatte und wie wenige aus meinem eigenen Bestand, hatte ich mir fest vorgenommen, dass ich das 2019 ändern würde. Schließlich hatte ich so viele schöne (und ziemlich neue) Sachbücher auf dem SuB, auf die ich mich so gefreut hatte. So richtig hat das mit dem Lesen der SuB-Titel allerdings nicht geklappt, weshalb es im kommenden Jahr wieder eine Sachbuch-Challenge geben wird. 😉 Doch bevor ich zum nächsten Sachbuch greife, gibt es hier erst einmal die Liste der Sachbücher, die ich 2019 gelesen habe. Für die Statistik kann ich noch anmerken, dass ich acht davon aus der Bibliothek ausgeliehen hatte und dass es sich zum Jahresende deshalb so gehäuft hat, weil ich keine angelesenen Sachbücher mit ins neue Jahr nehmen wollte … *g*

Januar/Februar
1. Sam Maggs: Girl Squads – 20 Female Friendships that Changed History

Februar
2. Christopher Skaife: The Ravenmaster – My Life with the Ravens at the Tower of London

März
Drei Anläufe um „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“ von Steve Brusatte zu lesen, aber ich hatte einfach nicht die Konzentration dazu. Immerhin hat mein Mann von dieser Bibliotheksausleihe profitiert (und sich beim Lesen immer wieder aufgeregt, weil ihn ein paar Sachen an dem Buch gestört hatten *g*).

April
3. Elena Favilli und Francesca Cavallo: Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen

Mai/Juni
In den beiden Monaten habe ich in diesem Jahr so gut wie gar nicht gelesen, also auch keine Sachbücher.

Juli
4. Mark Lauren: Fit ohne Geräte – Anatomie
5. Mark Lauren und Joshua Clark: Fit ohne Geräte für Frauen
Mein blöder Sturz im Mai hatte dafür gesorgt, dass ich mir wochenlang jede Bewegung gut überlegen musste. Danach hatte ich das Gefühl, ich müsste Wege finden, um gezielter wieder fit zu werden. Am Ende bin ich allerdings eher bei Dehn- und Yogaübungen gelandet statt beim Muskelaufbau.

August/September
Drei angefangene Sachbücher („Brennender Stoff“, „The Adventures of Maud West, Lady Detective“ und „Prince of Europe“), keins davon beendet – immerhin habe ich zwei davon im Laufe des Jahres noch ausgelesen.

Oktober
6. Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo: Poor Economics – Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut

November
7. Barbara Achermann: Frauenwunderland – Die Erfolgsgeschichte von Ruanda
8. Verena Klaus: Müllkommanix – Ohne Abfall lebt’s sich leichter
Über das Sachbuch war ich auf irgendeinem Blog gestolpert und habe es dann spontan in der Bibliothek ausgeliehen, weil ich finde, dass es nicht schadet, wenn man immer wieder überprüft, ob man doch noch ein bisschen mehr für die Umwelt tun kann. Insgesamt war es flüssig zu lesen, brachte mir aber nicht so viel Neues für meinen Alltag.
9. Kristin Hahn und Sigrid Jacobeit (Hrsg.): Brennender Stoff – Deutsche Mode jüdischer Konfektionäre vom Hausvogteiplatz

Dezember
10. Erika Fatland: Die Grenze – Eine Reise rund um Russland
11. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim: Komisch, alles chemisch! Handys, Kaffee, Emotionen – Wie man mit Chemie wirklich alles erklären kann
12. Susannah Stapleton: The Adventures of Maud West, Lady Detective – Secrets and Lies in the Golden Age of Crime

Jessica Townsend: Nevermoor – The Trials of Morrigan Crow

Es kommt selten vor, dass ich mich erst in ein Cover verliebe und dann in die Geschichte dahinter, aber bei „Nevermoor – The Trials of Morrigan Crow“ war das der Fall (wobei ich dazu sagen muss, dass ich die englischsprachige Ausgabe gekauft habe, bei der man Menschen mit bunten Regenschirmen von einem Dach springen sieht). Jessica Townsend lässt ihren Roman recht deprimierend beginnen, denn zuerst lernt man Morrigan Crow kennen, wie sie als verfluchtes Kind für all die großen und kleinen Unglücke verantwortlich gemacht wird, die in den vergangenen Tagen in ihrer Gegend passiert sind. Sie ist eins von vier Kindern, das aufgrund seines Eventide-Geburtstags verflucht ist. Dass diese Flüche regelmäßig vorkommende und ernstzunehmende Ereignisse in den vier Staaten der „Wintersea Republic“ sind, kann man schon daran sehen, dass es ein seperates Ministerium für alle Angelegenheiten rund um diese Kinder gibt und dass Morrigan (und die anderen drei) nicht nur regelmäßig von einer Beamtin betreut werden, sondern es auch eine Regelung für Schadenersatzforderungen gibt, so dass Morrigans Vater für die finanziellen Probleme, die seine Tochter verursacht, einstehen muss.

Schon früh wird deutlich, dass Morrigans Vater kaum noch den Tag erwarten kann, an dem seine Tochter elf Jahre alt wird – und verstirbt. Doch zu Morrigans großer Überraschung bekommt sie von dem ungewöhnlichen Jupiter North das Angebot für eine Aufnahme der „Wundrous Society“ zu kandidieren. Obwohl sie noch nie von dieser Society gehört hat, ergreift sie natürlich diese Chance – bedeutet dies doch auch, dass sie ihrem vermeintlich sicheren Tod entgehen kann. In den folgenden Wochen lernt Morrigan nicht nur Nevermoor, den geheimen fünften Staat der Republik, kennen, sondern auch all die wunderbaren, großartigen und gefährlichen Dinge, die mit einer eventuellen Aufnahme in die Wundrous Society einhergehen. So muss Morrigan im Laufe des folgenden Jahres vier verschiedene Prüfungen bestehen, wobei jedes Versagen bedeuten würde, dass sie des Staates verwiesen und somit sterben würde. Für Morrigan sind all diese Monate in Nevermoor, in denen sie versucht, Teil der Wundrous Society zu werden und das rätselhafte Verhalten ihres Mentors Jupiter North zu verstehen, sehr aufreibend und gefährlich, aber sie bieten auch viele großartige Momente, neue Freunde und so viele kleine Dinge, die ich beim Lesen einfach geliebt habe!

„Nevermoor – The Trials of Morrigan Crow“ gehört zu den wenigen Büchern, die mir so gut gefallen haben, dass ich das Lesen regelrecht hinausgezögert habe, weil ich nicht wollte, dass die Geschichte so schnell endet. Ich mochte Morrigan, die trotz allem, was sie in ihren ersten elf Lebensjahren erlebt hat, versucht, offen und hilfsbereit zu sein, wobei sie alles andere als sanft ist und sich ohne Bedenken in ein (Wort-)Gefecht stürzt, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Es gibt so viele großartige Charaktere in diesem Roman wie die Sängerin mit den sechs Verehrern (am Sonntag benötigt sie dann doch ihre Ruhe vor den Männern), Fen, eine Magnificat und Hausdame in einem der besten Hotels Nevermoors, Hawthorne, der Chaos-verbreitende angehende Drachenreiter, und natürlich Jupiter North, der sehr, sehr viel sieht und sehr wenig verrät. Ich mochte all diese Figuren in ihrer Exzentrik, mit ihren Ecken und Kanten und selbst bei den unsympathischen Charakteren habe ich mich über ein Wiedersehen gefreut, denn in der Regel bedeutete das, dass da gleich ein paar Szenen kommen würden, über die ich mich wunderbar amüsieren konnte.

Meine große Liebe gilt aber dem Hotel Deucalion, weil man mich mit liebevollen Beschreibungen von Häusern, die über ihre eigene Magie verfügen, einfach immer packen kann, sowie der Erzählweise von Jessica Townsend und all den großartigen fantastischen Details, die das Leben in Nevermoor ausmachen. Ich muss zugeben, dass es hier und da kleine Unstimmigkeiten gibt, wenn die Autorin zum Beispiel Elemente einfließen lässt, die es in unserer realen Welt gibt und die mir unpassend für Morrigans Welt zu sein scheinen, aber grundsätzlich habe ich den Roman rundum genießen können. Es kommt selten vor, dass mich eine Geschichte so oft überraschen kann, wobei ich es mochte, dass Morrigan zwar regelmäßig in Gefahr schwebt, man sich beim Lesen aber trotzdem die ganze Zeit so gut aufgehoben gefühlt hat. Aktuell habe ich ein großes Bedürfnis nach Wohlfühlbüchern und ich freu mich schon jetzt darauf, mehr über Morrigan und ihre Abenteuer in Nevermoor zu lesen (weshalb ich den zweiten Band, „Wundersmith – The Calling of Morrigan Crow“ direkt nach dem Lesen dieses Romans bei meinem Buchhändler geordert habe). Nur die Tatsache, dass es bis zum Erscheinen des dritten Bandes noch acht Monate sind, hat mich davon abgehalten, auch noch diesen Teil der Reihe zu bestellen.