Alle Artikel von Konstanze

Von Handwerkern und anderem

Pünktlich am Montagmorgen um 7:50 Uhr dröhnten die ersten Hammerschläge durchs Haus. Seitdem werden meine Tage von der Geräuschkulisse des Wohnungsumbaus der Nachbarn bestimmt. Ich kann verstehen, dass die Handwerker bei den Temperaturen und dem ständigen Rein- und Rausgehen mit offenen Fenstern und Türen arbeiten, aber so fühlt es sich an, als ob sie direkt neben meinem Schreibtisch Fliesen von den Wänden schlagen würden. Dabei arbeiten diese Handwerker so rücksichtsvoll wie möglich, sind immer höflich, legen jeden Morgen eine Schutzplane durchs gesamte Treppenhaus und fegen, wenn sie Feierabend machen, hinter sich her. Die durchgehende Geräuschkulisse ist anstregend, aber ich hoffe, dass dieser Umbau wirklich verhältnismäßig schnell erledigt ist, weil eben alles deutlich geplanter und viel zügiger läuft als bei der Renovierung direkt über uns vor zwei Jahren.

Da das Wetter bei uns langsam wirklich sommerlich ist, war ich in den letzten Tagen nur frühmorgens im Garten. Mir wird es wirklich schon wieder zu warm – und fürs Wochenende sind für unsere Region Temperaturen um 30 Grad angekündigt, da muss ich mal schauen, was ich so auf die Reihe bekomme. Ursprünglich wollten wir an diesem Wochenende Essen gehen, um unseren zehnten Hochzeitstag zu feiern, aber nun ist mein Mann am Freitag verreist, um bei der Hochzeit seines damaligen Trauzeugen den gleichen Dienst zu verrichten. Ich habe die Zeit gestern schon genutzt, um etwas Umräumchaos anzurichten. Es gibt ein paar Ecken, die ich schon länger angehen wollte, für die ich aber ein paar hinderliche Stapel (und Möbelstücke) im Wohnzimmer zwischenlagern muss. Dafür ist so ein langes Wochenende ohne Ehemann doch perfekt!

Aber erst einmal beginne ich den Samstag gemütlich mit einer Tasse Tee und beende dabei die vor einer Woche begonnenen Restesocken, während ich einen ersten Blick auf die anderen Beiträge beim „Samstagsplausch“ von Andrea werfe.

Eric R. Asher: Days Gone Bad (Vesik 1)

„Days Gone Bad“ von Eric R. Asher ist ein weiterer Titel aus dem „Modern Magic“-Bundle, den ich im Juni gelesen habe. Ich muss zugeben, dass ich bisher wirklich zufrieden mit diesem Bundle bin, denn auch wenn nicht jedes Buch komplett meinen Geschmack trifft, so fühle ich mich doch gut unterhalten und freue mich über die Abwechslung und die ganzen neuen Autoren. Die Hauptfigur in „Days Gone Bad“ ist der Nekromant Damian Valdis Vesik. Damian ist 30 Jahre alt, besitzt einen Laden mit „Magiezubehör“, in dem drei Faeries in einer alten Standuhr leben und der von zwei Cu Sidhe  „bewacht“ wird, und ist eigentlich ein vollkommen durchschnittlicher Typ mit einem miesen Sinn für Humor.

Ich muss zugeben. dass es mir schwerfällt zu begründen, warum ich diese Geschichte unterhaltsam fand, während mir gleichzeitig Dutzende von Kritikpunkten einfallen. Die Handlung ist eigentlich recht einfach: Damian muss verhindern, dass ein Dämon auf die Erde beschworen wird. Natürlich weiß er nicht von Anfang an genau, was los ist, sondern muss Stück für Stück Informationen sammeln, wobei ihm seine Meisterin Zola, die Faeries, Vampire und andere übernatürliche Wesen helfen. Unterbrochen wird diese Informationssuche von alltäglichen Szenen, in denen Damian zum Beispiel einen Frack für eine Hochzeit ausleiht, eine Aushilfe für seinen Laden einstellt und ähnlich „aufregende“ Dinge macht. Durch diese ganzen Abschweifungen mäandert die Handlung so vor sich hin und gewinnt nur durch gelegentliche Kämpfe gegen abtrünnige Vampire, Zombies und andere Wesen an Spannung.

Dabei wirft Eric R. Asher den Leser vollkommen unvorbereitet in diese Welt, in der die meisten Menschen nicht wissen, dass es überhaupt übernatürliche Wesen gibt und ein Haufen Wächter dafür sorgt, dass es auch so bleibt. Ich mochte diese Welt eigentlich sehr gern, obwohl nur hier und da eingestreute Nebenbemerkungen und eine kleine Szene zu Beginn des Romans überhaupt darauf hinweisen, dass es nicht für jeden selbstverständlich ist, dass Vampire, Feen, Hexen und Totenbeschwörer rumlaufen, und ich habe kein Problem damit, wenn ich mich erst einmal ohne Hintergrundwissen auf so etwas einlassen muss. Der Autor geht angenehm klischeefrei mit den verschiedenen Fantasyfiguren um, so können seine Vampire sich frei bei Tageslicht bewegen (auch wenn ihre Kräfte da eingeschränkt sind) und gönnen sich hier und da ein Frettchen als Snack, die Faeries haben kein Problem mit Eisen und sind dafür ungemein begabte Handwerker, die magische Gegenstände erschaffen können, Nekromanten sind vor allem deshalb Nekromanten, weil sie eine angeborene Fähigkeit haben, und nicht, weil sie von sich aus beschlossen haben, sich mit Toten zu beschäftigen, und auch sonst gibt es immer wieder nette neue Aspekte zu entdecken.

Ein Problem hatte ich hingegen mit einer Szene, in der jemand nur zum Spaß einen Schwarm Tauben explodieren lässt. Das Ganze sollte lustig sein, aber da hat der Autor bei mir eine Grenze überschritten, an der mein Humor definitiv endet. Auch sonst gibt es einige Szenen, bei denen ich mir mehr ernsthafte Handlung und weniger flache Scherze gewünscht hätte – und das sind häufig auch die Momente gewesen, in denen ich den – ansonsten eigentlich ganz sympathischen – Protagonisten unausstehlich fand. Mit den Elementen, die dafür gesorgt haben, dass die Reihe eine „ab 17“-Empfehlung bekommen hat, kam ich hingegen gut zurecht. Mit Blut, Verwesung usw. muss man meiner Meinung nach nun mal rechnen, wenn man einen Roman rund um einen Nekromanten liest – und hier gehen diese unappetitlichen Beschreibungen eigentlich noch und werden dadurch aufgelockert, dass es keine Kampfszenen gibt, in der Damian allein ist, so dass es auch dabei viele Beweise von Freundschaft und Vertrauen zwischen ihm und seinen Verbündeten gibt. Überhaupt mochte ich all die Nebenfiguren wirklich sehr. Eric R. Asher hat sie zwar fast alle mit überlebensgroßen Fähigkeiten ausgestattet, was die Rettung der Welt für Damian vielleicht etwas arg einfach macht, aber sie haben trotzdem alle (liebenswerte) Schwächen.

Unter den amerikanischen Rezensenten zu diesem Buch gibt es einige, die die Vesik-Romane mit Jim Butchers Harry-Dresden-Serie vergleichen. Eine gewisse Ähnlichkeit sehe ich auch, wobei ich der Meinung bin, dass Jim Butcher selbst den ersten „Harry Dresden“ so viel besser, spannender, emotionaler und ausgewogener geschrieben hat, als es Eric R. Asher mit „Days Gone Bad“ gelungen ist. Trotzdem gibt es genügend Aspekte bei diesem Roman, die ich reizvoll und unterhaltsam fand, so dass ich darüber nachdenke, der Reihe eine weitere Chance zu geben, um herauszufinden, ob der Autor in der Fortsetzung vielleicht eine bessere Balance gefunden und ein paar Schwächen beseitigt hat.

J. Kenner: Tainted (The Blood Lily Chronicles 1)

Auch „Tainted“ von J(ulie) Kenner gehört zu dem „Modern Magic“-Bundle, und ist der Auftaktband einer Trilogie rund um Lily Carlyle. Die Geschichte wird auf englischsprachigen Seiten als Mischung aus Urban Fantasy und Romance Fantasy bezeichnet. Wobei ich letztere Zuordnung etwas gewagt finde, weil es – in meinen -Augen – keine romantischen Szenen gibt, sondern nur eine intensive körperliche Anziehung zwischen der Protagonistin und einem weiteren Charakter. Mich schrecken solche „ich seh ihn, ich will ihn und ich kann nicht glauben, dass er böse ist, weil ich ihn ja so heiß finde“-Elemente ja eher ab, aber das hindert mich trotzdem nicht daran, ab und an so ein Buch zu lesen.

Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive von Lily Carlyle, die kurz vor Beginn der Geschichte stirbt, als sie den Mann töten will, der ihre vierzehnjährige Schwester Rose missbraucht hat. Während ihres Todes hat Lily eine seltsame Vision, in der ihr eine zweite Chance angeboten wird. Wenn sie sich in den Dienst des „Guten“ stellt und bereit ist als Kämpferin gegen Dämonen die Apokalypse zu verhindern, darf sie ins Leben zurückkehren. Auch wenn Lily nie besonders gläubig war, findet sie die Vorstellung im Auftrag Gottes das Böse zu bekämpfen sehr reizvoll – vor allem wenn das bedeutet, dass sie nicht sterben muss.

Doch nach ihrem Erwachen muss sie feststellen, dass ihre zweite Chance doch etwas anders aussieht, als sie es sich vorgestellt hat. Auf der einen Seite verfügt sie nicht mehr über ihren Körper, sondern „bewohnt“ nun den Körper der 22jährigen Alice, die als Kellnerin im Pub ihres Onkels Ethan arbeitet, und auf der anderen Seite muss sie sich vom ersten Augenblick an gegen Dämonen wehren, die sie angreifen. Ihr froschartiger „Mentor“ Clarence scheint kaum eine ihrer Fragen beantworten zu wollen und so muss Lily recht orientierungslos ihr Leben als Dämonenjägerin in Angriff nehmen. Immerhin bekommt sie täglich Kampftrainig, das auch schnell erste Erfolge zeigt, und sie muss feststellen, dass sie gar nicht so schlecht darin ist, Dämonen zur Strecke zu bringen.

Dummerweise muss sie neben der Dämonenjagd auch noch das Leben von Alice führen, ohne dass jemand Verdacht schöpft. Was für Lily auch bedeutet, dass sie herausfinden will, wer Alice umgebracht hat, und was Alice mit Deacon Camphire verbindet, der einerseits sooooo sexy ist und andererseits nicht vertrauenswürdig zu sein scheint. Wie schon angedeutet: Ich hätte auf diese „Liebesgeschichte“ verzichten können. Auch fand ich die „überraschende“ Wendung, die erst am Ende des Romans kam, sehr vorhersehbar. Davon abgesehen war „Tainted“ eine nette und unterhaltsame Geschichte mit einer sympathischen Hauptfigur.

Lily hat sich von ihrem vierzehnten Lebensjahr an um ihre kleine Halbschwester Rose gekümmert, während ihr Stiefvater nach dem Tod ihrer Mutter in einer Flasche verschwand und zu nichts zu gebrauchen war. Dabei ist Lily nicht immer gesetzestreu gewesen und hat so einiges getan, das eindeutig unmoralisch war. Sie versucht nicht ihre Handlungen schön zu reden, ihr ist bewusst, dass sie manchmal den „leichten“ statt den „richtigen“ Weg genommen hat und insgesamt wirkt die Figur gerade deshalb sehr stimmig. Auch im Laufe der Handlung trifft sie die eine oder andere dumme Entscheidung, sei es im Kampf gegen einen Dämonen oder bei der Frage, ob sie ihre kleine Schwester im Auge behalten kann, obwohl Lily doch offiziell gestorben ist.

Ich habe einfach eine Schwäche für Kick-ass-Heldinnen, die einen stimmigen Hintergrund haben, und da ich in den letzten Rezensionen immer mal wieder auf „Buffy“ verwiesen habe: Lily erinnert mich an Faith – eine Faith, die eine Menge dafür tut, das „Richtige“ zu tun, und die doch immer wieder scheitert, weil es für sie nicht so einfach ist zwischen „richtig“ und „falsch“ zu unterscheiden. So habe ich mich – trotz der unglaublichen Anziehung zwischen Lily und Deacon – gut unterhalten gefühlt und überlege sogar, ob ich mir irgendwann noch einmal die beiden Folgebände anschaffe, um herauszufinden, ob Lily die Welt letztendlich vor der Apokalypse bewahren kann.

Patricia Wentworth: Ein abgeschlossener Fall (Miss Silver 2)

„Ein abgeschlossener Fall“ ist der zweite Miss-Silver-Roman von Patricia Wentworth und die Geschichte hat mich noch besser unterhalten als der Reihenauftakt „Grey Mask“. Erzählt wird die Handlung zum Großteil aus der Perspektive von Hilary Carew, deren impulsives Handeln auch die ganze Geschichte ins Rollen bringt. Da Hilary auf einem Bahnsteig ihren ehemaligen Verlobten Henry Cunningham sieht und ein Zusammentreffen mit ihm vermeiden will, springt sie in den nächstbesten Zug. Doch statt im Abteil in Ruhe über ihr Pech und den Streit, der zur Auflösung der Verlobung geführt hatte, nachdenken zu können, wird sie von einer Mitreisenden angesprochen, die sichtbar erregt und verängstigt ist.

So recht kann sich Hilary keinen Reim auf die unzusammenhängenden Aussagen, die über Mrs. Mercers Lippen kommen, machen. Sie kann nur vermuten, dass die Erregung der Frau mit dem Prozess zusammenhängt, der vor einem Jahr gegen den Mann von Hilarys Cousine Marion geführt wurde. Marions Mann Geoffrey Grey wurde damals für schuldig gesprochen seinen Onkel James Everton ermordet zu haben. Dabei wurde der Aussage von Mrs. Mercer, die gemeinsam mit ihrem Mann bei Mr. Everton angestellt war, großes Gewicht beigemessen, so dass sie in erster Linie dafür verantwortlich war, dass Geoffrey verurteilt wurde.

Doch das Verhalten der Frau im Zug und die Tatsache, dass ihr Mann Alfred Mercer am nächsten Tag ein zufälliges Zusammentreffen mit Hilary arrangiert, um diese davon zu überzeugen, dass seine Frau den Verstand verloren hat, sorgt dafür, dass die junge Frau auf eigene Faust Ermittlungen anstellt. Je mehr Hilary dabei auf Ungereimtheiten stößt, desto mehr ist sie davon überzeugt, dass sie bei der ganzen Sache Unterstützung benötigen könnte. Und da sie sowieso einen Vorwand suchte, um wieder Kontakt zu Henry aufnehmen zu können, wendet sie sich an ihn. Obwohl Henry der Meinung ist, dass Hilarys Fantasie mit ihr durchgeht und dass Geoffrey zu Recht verurteilt wurde, engagiert er Miss Silver, um mehr über das Ehepaar Mercer herauszufinden.

Wie schon gesagt, mir hat „Ein abgeschlossener Fall“ gut gefallen. Hilary und Henry sind sympathische Protagonisten mit Ecken und Kanten und ich mochte Hilarys Entschlossenheit. Obwohl sie immer wieder in unangenehme Situationen gerät, ist es ihr wichtig die ungeklärten Punkte aufzulösen und mehr über den Mord zu erfahren. Wobei auch die erschreckende Entwicklung, die ihre Cousine Marion – mit der sie seit Geoffreys Verurteilung zusammenlebt – im letzten Jahr durchgemacht hat, eine große Motivation für Hilary darstellt.

Miss Silver wiederum spielt in diesem Roman eine ebenso kleine Rolle wie in „Grey Mask“. Wenn ich ehrlich bin, dann ist ihre Rolle nicht kleiner als z.B. die von Miss Marple in „Die Schattenhand“. Aber da mir Miss Silver nicht so vertraut ist und man als Leser während der Ermittlungen so gar nichts von ihren Überlegungen und Aktionen mitbekommt, wünsche ich mir wirklich, dass sie mal eine größere Rolle in einem Roman bekommen würde. Bislang kenne ich Miss Silver nur in zwei Varianten: Einmal als gelassene, etwas tantenhafte ältere Dame mit Strickzeug in ihrem Büro und dann als „verdeckte“ Ermittlerin, bei der man sich fragt, wo sie denn jetzt auf einmal herkommt. Bei Miss Marple finde ich das Verhalten schlüssiger. Wenn sie jemanden auf die richtige Spur setzt oder um konkrete Aktionen bittet, dann weil sie selber dazu – aus zeitlichen Gründen oder aufgrund ihres Alters – nicht in der Lage ist.

Bei Miss Silver gibt es hingegen Momente, wo sie aktiv ist, so dass ihre Gesundheit nicht der Grund sein kann, warum sie bestimmte Sachen delegiert. Außerdem hat sie anscheinend Angestellte (wenn ich nach einer Szene in „Grey Mask“ gehen kann), so dass ich mich frage, warum diese nicht rumlaufen und Zimmermädchen befragen oder Garagen abklappern. So ganz schlüssig finde ich Miss Silver als Figur also noch nicht, trotzdem hat mir die Geschichte Spaß gemacht. Der Fall war solide konstruiert und nicht so offensichtlich, dass man nicht mehr „mitermitteln“ konnte, die Protagonisten sympathisch und die Handlung deutlich ausgewogener als z.B. bei „The Black Cabinet“. Ich denke, ich werde auch mit den weiteren vier Miss-Silver-Romanen, die in der Bibliothek vorhanden waren, noch ein paar nette Lesestunden verbringen – und hoffe, dass in den Büchern die ungewöhnliche Privatdetektivin eine etwas größere Rolle einnehmen wird.

Monatsanfang

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich hätte mich im ersten Halbjahr 2016 besonders tief eingegraben, und als ich wieder hochguckte, war das halbe Jahr vorbei. Es hat mir gut getan, viel Zeit mit mir und meinen Büchern zu verbringen. Auf der anderen Seite hätte es mich auch gefreut, wenn ich ein paar Sachen mehr auf die Reihe bekommen hätte, aber noch ist das Jahr ja nicht zu Ende. 😉

Diese Woche hat einige Veränderungen im Haus gebracht. Die Lieblingsnachbarn mussten leider ausziehen und die neuen Eigentümer der Nachbarwohnung werden wohl in den nächsten Wochen größere Umbauarbeiten vornehmen. Ich hoffe nur, ich muss nicht wieder meine Arbeitszeiten in die Nächte verlegen, um genügend Ruhe vor dem Renovierungslärm zu haben. Immerhin war das Wetter in den vergangenen Tagen – dank Wind und regelmäßiger Bewölkung – perfektes Sommerwetter für mich. Es war nicht zu heiß, aber warm und trocken genug, dass ich frühmorgens in den Garten gehen konnte, sogar so trocken, dass ich keine einzige Schnecke mehr gesehen habe. Nun kann ich nur noch abwarten und hoffen, dass meine neu gepflanzten Sträucher trotz der Schäden, die die kleinen Schleimer verursacht haben, im Laufe des Sommers noch gedeihen.

Ansonsten freue ich mich über die Selbstverständlichkeit, mit der ich inzwischen Sauerteig-Brote backe. Schließlich hatte ich davor jahrelang Respekt, und nun genieße ich es sehr und experimentiere dabei fröhlich vor mich hin. Am Mittwoch überkam es mich und ich habe spontan versucht, eine „Sollbruchstelle“ in meinem Paderborner Landbrot zu backen – so ganz klappte das noch nicht, aber ich fand den Versuch spannend. 😀 Jetzt muss ich es nur noch auf die Reihe bekommen und den Biosupermarkt am anderen Ende der Stadt aufsuchen, in der Hoffnung, dass ich da die Zutaten bekomme, die hier in der näheren Umgebung nicht aufzutreiben sind, damit ich weitere Rezepte ausprobieren kann.

Beim Tierarzt war ich auch mal wieder und zum ersten Mal in diesem Jahr gab es keinen Weltuntergangsregen, sobald ich auf der Autobahn war. Entgegen aller Befürchtungen des Tierarztes, wenn er meinen Nachnamen in der Terminliste sieht, gab es keinen schlimmen Anlass, sondern nur eine Spritze für Christie. Die sorgt hoffentlich dafür, dass Madame in den nächsten Wochen keine Kratzanfälle mehr hat. Abgesehen von dem Juckreiz – bei dem wir immer noch nicht genau wissen, wo er herkommt – geht es ihr gut und mit ihrem aktuellen Gesundheitszustand haben wir laut dem Tierarzt noch einige schöne gemeinsame Jahre mit der kleinen Kampfkatze vor uns.

An diesem Wochenende wird es bei uns wieder geruhsam zugehen. Ich habe ein paar Fäden zu verstopfen und will ein neues Paar „Restesocken“ anfangen, und wenn es warm genug dafür wird, werde ich mir heute Nachmittag wohl einen Zitronen-Shake (1/3 Zitroneneis + 2/3 Zitronen-Buttermilch) machen. Das ist eine dieser Leckereien, die ich als Jugendliche geliebt habe und die ich bis zu den beiden richtig heißen Tagen im Juni ganz vergessen hatte. Ich finde es schön, wenn ich solche Sachen wiederentdecken und immer noch genießen kann. 🙂 Ansonsten wartet noch etwas Wäsche darauf, erledigt zu werden, Bagels will ich eigentlich auch noch backen und ein paar Bücher habe ich auch schon in Reichweite gelegt.

Ich mag diese entspannten Tage ohne feste Verpflichtungen und hoffe,
dass ihr auch ein schönes und erholsames Wochenende verbringen könnt. 🙂
(Und weil es heute mal so gut passt und ich die Idee so nett finde,
wird dieser Beitrag von mir gleich noch beim Samstagsplausch von Andrea verlinkt.)

Gelesen: April, Mai und Juni 2016

Frühere Statistiken sind unter „Diverses“ zu finden.

Bücher:

  1. Ben Aaranovitch: Die Flüsse von London (Peter Grand 1)
  2. Ben Aaranovitch: Schwarzer Mond über Soho (Peter Grand 2)
  3. Ben Aaranovitch: Ein Wispern unter Baker Street (Peter Grand 3)
  4. Ben Aaronovitch: Der böse Ort (Peter Grand 4)
  5. Ben Aaronovitch: Fingerhut-Sommer (Peter Grand 5)
  6. Chimamanda Ngozi Adichie: Blauer Hibiskus
  7. Eric R. Asher: Days Gone Bad (Vesik #1)
  8. Robin Benway: Emily & Oliver
  9. Deborah Blake: Wickedly Wonderful (Baba Yaga #2)
  10. Deborah Blake: Wickedly Powerful (Baba Yaga #3)
  11. Patricia Briggs: Bone Crossed (Mercy Thompson #4)
  12. Patricia Briggs: Silver Borne (Mercy Thompson #5)
  13. Martin Calsow: Quercher und das Seelenrasen (Max Quercher 4)
  14. Loretta Chase: Lord of Scoundrels (The Scoundrels Series #3)
  15. Peter Eglund: Verwüstung – Eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges
  16. Peter Falk: Just One More Thing – Stories from my Life
  17. Melissa Fairchild: Das Geheimnis des Brückenorakels 2 – Weltenwanderer
  18. Anthony Francis: Blood Rock (Skindancer #2)
  19. Diana Pharaoh Francis: The Black Ship (The Crosspointe Chronicles #2)
  20. Tess Gerritsen: Die Chirugin (Rizzoli & Isles 1)
  21. Tess Gerritsen: Der Meister (Rizzoli & Isles 2)
  22. Tess Gerritsen: Todsünde (Rizzoli & Isles 3)
  23. Tess Gerritsen: Schwesternmord (Rizzoli & Isles 4)
  24. Alex Grecian: The Harvest Man (Scotland Yard’s Murder Squad Series #4)
  25. John G. Hartness: Hard Day’s Knight (The Black Knight Chronicles #1)
  26. Keigo Higashino: Böse Absichten (Inspektor Kaga 1)
  27. Keigo Higashino: Heilige Mörder (Physikprofessor Yukawa 2)
  28. Takashi Hiraide: Der Gast im Garten
  29. Tove Jansson: The Summer Book
  30. Tove Jansson: Winter im Mumintal
  31. Tove Jansson: Geschichten aus dem Mumintal
  32. Julie Kenner: Tainted (The Blood Lily Chronicles #1)
  33. Celine Kiernan: Schattenpfade (Moorehawk-Trilogie 1)
  34. Thomas Krüger: Erwin, Mord und Ente
  35. Emily Lockhart: Solange wir lügen
  36. Liza Marklund: Prime Time (Annika Bengtzon 4)
  37. Seanan McGuire: Every Heart A Doorway
  38. Deon Meyer: Icarus
  39. Marie Pellissier: Die tödliche Tugend der Madame Blandel
  40. Samuel Peralta (Herausgeber): The Doomsday Chronicles (The Future Chronicles/Anthologie)
  41. Bernd Perplies: Magierdämmerung 3 – In den Abgrund
  42. Jörg Reuter/Manuela Rehn/Cathrin Brandes: Wir haben einfach gekocht
  43. Rainbow Rowell: Eleanor & Park
  44. Shari Shattuck: Tage wie Salz und Zucker
  45. Karen E. Taylor: Cellar
  46. Ruth Vincent: Elixir (A Changeling P.I. Novel #1)
  47. Patricia Wentworth: The Black Cabinet
  48. Patricia Wentworth: Grey Mask (A Miss Silver Mystery #1)
  49. Patricia Wentworth: Ein abgeschlossener Fall (Miss Silver 2)
  50. Patricia Wentworth: Der Stoß von der Klippe (Miss Silver 3)
  51. Patricia Wentworth: Rendezvous mit dem Tod (Miss Silver 11)
  52. Patricia Wentworth: Der Elfenbeindolch (Miss Silver 18)
  53. Patricia Wentworth: Die Hand aus dem Wasser (Miss Silver 21)
  54. Rainer Wittkamp: Stumme Hechte (Martin Nettelbeck 4)

Kurzgeschichten:

Comics/Manga:
  • Jody Houser/Francis Portela/Marguerite Sauvage: Faith 3 (Comic)
  • Jiro Taniguchi, Masayuki Kusumi: Der Gourmet – Von der Kunst allein zu genießen (Manga)
  • Didier Crisse, Fred Besson: Kalimbo 1 – Mata-Mata (Comic)
  • K. Centomo/F. Artibani/F. Nardo u.a.: Monster Allergy 3 (Comic)
  • K. Centomo/F. Artibani/A. Barbucci/B. Canepa: Monster Allergy 5 (Comic)
  • Yak Haibara: Tokage 1 (Manga)
  • Yak Haibara: Tokage 2 (Manga)
  • Yak Haibara: Tokage 3 (Manga)
  • Koudo/Ryo Kawakami: Werewolf Game 1 (Manga)

Hörbücher/Hörspiele:

  • Jane Austen: Mansfield Park (Hörbuch)
  • Philip Levene: Auftrag für Quentin Barnaby 1-5 (Hörspiel)

Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

Juli-SuB 2016

Da hatte ich zum Monatsanfang noch so viele Pläne für den Juni und so viele Punkte auf der To-do-Liste – und dann habe ich doch lauter andere Dinge gemacht. Vor allem war der Juni von vielen unvorhersehbaren und kurzfristigen Terminen geprägt und von viel, viel Regen. So gern ich Regen normalerweise mag, das war sogar für mich zu viel, vor allem, weil der Garten wucherte, die Schnecken sich über meine frisch gepflanzten Sträucher hermachten (zum ersten Mal seit fünf Jahren habe ich Schnecken im Garten gesehen!) und es im Kellers so düster war, dass ich mich da schon gar nicht zum Aufräumen aufhalten mochte. Stattdessen habe ich all die Zeit, die ich für Gartenarbeit, Aufräumen und ähnliche Aktivitäten freigehalten hatte, mit Büchern verbracht. So habe ich im Juni 26 Bücher, 1 Kurzgeschichte, 1 Comic und 2 Manga gelesen. (Die Hörbücher fielen dem schlechten Wetter und den Umgebungsgeräuschen zum Opfer.)

Da der Großteil der gelesenen Titel im Juni aus Bibliotheks- und Leihbüchern bestand, hat sich auf meinem SuB nur wenig getan. Deshalb werde ich mich im Juli vor allem auf den SuB konzentrieren.

Deutscher SuB:

  1. Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
  2. Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
  3. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  4. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  5. Brom: Krampus
  6. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  7. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  8. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  9. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  10. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  11. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  12. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  13. Silvia Roth: Querschläger
  14. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  15. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  16. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  17. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  18. Charles den Tex: Die Zelle
  19. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  20. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  21. Xinran: Gerettete Wort
  22. Xinran: Wolkentöchter
  23. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

23 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Julie Blackwell: A Toxic Trousseau
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  5. Soman Chainani: The School for Good and Evil 3 – The Last Ever After 
  6. Agatha Christie: Curtain – Poirot’s Last Case
  7. Jennifer Estep: The Spider (Elemental Assassin #10)
  8. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  9. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  10. Kate Griffin: The Madness of Angels (Matthew Swift #1)
  11. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  12. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  13. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  14. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  15. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  16. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  17. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  18. Lynn Kurland: Star of the Morning
  19. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  20. Julia Quinn: The Sum of All Kisses (Smythe-Smiths #3)
  21. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
  22. Cindy Pon: Serpentine
  23. Philip Reeve: Larklight
  24. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  25. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  26. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather #3)
  27. Holly Webb: Emily Feather and the Starlit Staircase (Emily Feather #4)
  28. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

24 Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Leseeindrücke im Juni

Mit Rainer Wittkamps Roman „Stumme Hechte“ wollte ich den Autor mal ausprobieren. Schließlich gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass ich doch noch mal wieder einen deutschen Krimi lese, der mir zusagt. Bei diesem Titel war mir allerdings nicht aufgefallen, dass es schon der vierte in der Reihe rund um den Polizisten Martin Nettelbeck ist. So war ich mir anfangs nicht sicher, ob es am fehlenden Vorwissen  rund um die Figuren lag, dass ich einige Passagen rund um die Charaktere mehr nervig als gut zu lesen fand. Dabei lässt sich der Roman flüssig lesen und die kurzen Kapitel haben diese „nur noch ein paar Seiten, bevor ich das Buch aus der Hand lege“-Wirkung. Auch den Fall und die Ermittlungen an sich fand ich nicht schlecht. Steht anfangs noch nicht fest, ob der gewaltsame Tod eines hohen Polizeibeamten auf einem Berliner Campingplatz Mord oder Selbstmord ist, kommt es den ermittelnden Polizisten im Laufe der Zeit immer seltsamer vor, dass die drei Begleiter des Toten – ebenfalls hohe Polizeibeamte – nichts von der Tat mitbekommen haben.

Auch scheinen einige Aussagen der drei Zeugen den im Laufe der folgenden Tage ans Licht kommenden Informationen zu widersprechen, was Martin Nettelbeck natürlich misstrauisch macht. Der Ermittlungsalltag ist angenehmerweise recht realistisch dargestellt, das Privatleben der Polizisten auch (soweit es Erwähnung findet), aber es tauchen immer wieder Figuren auf, die ich als überzogen und nervig dargestellt empfand. Da war zum Beispiel die Chefin von Nettelbeck, die besessen von ihren Fischtrophäen zu sein scheint und die meinem Gefühl nach nur sehr wenig zur Handlung beigetragen hat. Wenn diese Fisch-Sache lustig gewesen sein soll, dann ist das total an mir vorbeigegangen – vielleicht, weil mir die vorhergehenden drei Bände fehlen, in denen schon etwas dazu gesagt wurde? Weitere Momente gab es mit den Campingplatzbesitzern, die eigentlich von einem FKK-Platz geträumt hatten, was sich als nicht lukrativ erwiesen hatte, und mit einem Typen, der moderne Kunst sammelt – solange sie nur grau ist. Das war einfach aufgesetzt und hat meinen Humor definitiv nicht angesprochen. Von solchen „lustig gemeinten“ Szenen abgesehen war das Buch okay, aber ich muss keine weiteren Titel von dem Autor lesen.

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Ein weiterer „Autorentest“ war „Quercher und das Seelenrasen“ von Martin Calsow. Wie „Stumme Hechte“ aus dem Grafit Verlag, weil ich den Verlag immer noch mit einigen der wenigen deutschen Krimis verbinde, die mir gut gefallen haben, und wieder habe ich es geschafft, damit den vierten Band einer Reihe in die Finger zu bekommen. Anfangs fand ich die Figur des Polizisten Max Quercher und viele der anderen Charaktere zu bemüht bayrisch-urig-komisch – so verpasst der LKA-Beamte einen verabredeten Termin, weil er mit einem Kollegen versumpft und zu besoffen ist, um sich noch an diese Verabredung zu erinnern -, aber das hat sich im Laufe der Geschichte zum Glück etwas gelegt. Am Ende war ich überrascht, wie viele aktuelle Ereignisse der Autor in den Roman gesteckt hat und wie wenig platt er z.B. mit dem Thema „Geflüchtete in Deutschland“ umgeht. Die Auflösung des Falles selbst war zwar wenig überraschend, aber es gab genügend unvorhersehbare Wendungen in der Geschichte, dass mir das Lesen Spaß gemacht hat und ich neugierig auf den weiteren Verlauf der Handlung war.

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„Die tödliche Tugend der Madame Blendel“ von Marie Pellissier war eine Leihgabe von Natira. Die Geschichte dreht sich um Lucie, die als Gardienne in einem gehobenen Mietshaus in Paris arbeitet. Als eine ihrer Mieterinnen ermordet wird, fürchtet Lucie, dass die Polizei ihr vorwerfen würde, dass sie Spuren verwischt hat, weil sie – ohne Erlaubnis der Ermordeten – das Schlafzimmer ihrer Mieterin aufgeräumt hatte, als sie ihre Bügelwäsche zurückbrachte. Um sich von vornherein von einem eventuellen Verdacht freizusprechen, stellt Lucie ihre eigenen Ermittlungen an. Das Ganze war sehr nett zu lesen, Lucie konnte ich mit all ihren Ecken und Kanten recht gut leiden, allerdings habe ich ab der Mitte des Buches die ganzen Orts- und Wegbeschreibungen, die vermutlich Lokalkolorit schaffen sollten, und die Essensüberlegungen des eines Polizisten nur noch quer gelesen, weil die mich erschreckend schnell gelangweilt haben.

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Auch „Der böse Ort“ von Ben Aaronovitch ist ein vierter Band – immerhin kannte ich da vor dem Lesen schon die vorhergehenden Teile der Peter-Grant-Reihe. Ich muss zugeben, dass ich den Roman nicht beendet hätte, wenn ich nicht die ersten drei Bücher schon gelesen hätte, denn „Der böse Ort“ hat mich eher weniger unterhalten. Keiner der Peter-Grant-Romane wurde von Ben Aaronovitch temporeich oder wirklich spannend erzählt, aber immerhin fand ich die Geschichten sonst unterhaltsam, weil ich den Humor, die skurrilen Informationen über London und die fantastischen Figuren mochte. Diesen Band hingegen fand ich deutlich weniger lustig, es gab kaum neue interessante Charaktere, und Handlung war auch kaum vorhanden.

Durch die Einführung des „Gesichtslosen“ scheint sich Ben Aaronovitch gezwungen zu sehen, jeden magischen Vorfall in Großbritannien mit dieser Figur in Verbindung zu bringen – und das führt zu lauter kleinen, belanglosen Szenen, in denen einfach keine Spannung aufkommen wollte. Auch die Konzentration in dieser Geschichte auf einen fiktiven Wohnkomplex, der von einem deutschen magiekundigen Architekten gebaut wurde, tut dem Roman nicht gut, da diesem Gebäude einfach der Charme der realen Bezirke, die von Aaronovitch in den früheren Bänden beschrieben wurden, fehlt. Da hilft es auch nicht, dass auf den letzten Seiten sogar endlich was passiert und eine überraschende Wendung vorkommt, auf die ich allerdings gut hätte verzichten können.

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Und da mir die Bibliothek beide Aaronovitch-Titel auf einmal geliefert hat, habe ich kurz darauf auch noch „Fingerhut-Sommer“ gelesen. Diesen Teil der Peter-Grant-Reihe mochte ich lieber als „Der böse Ort“. Peter ermittelt dieses Mal auf dem Land in einem Fall, bei dem zwei Mädchen eines Nachts aus ihren jeweiligen Schlafzimmern spurlos verschwunden sind. Da Peter sich auf unvertrautem Gebiet befindet und mehr über die Region und ihre Bewohner herausfinden muss, gibt es weniger skurrile Details – auch wenn es die eine oder andere Abschweifung zum Thema Vegetation und Entwicklung des Gebietes gibt – und dafür deutlich mehr Handlung als in dem vorhergehenden Roman. Auch kommt der gesichtslose Magier in diesem Band nicht vor, was der Geschichte in meinen Augen nur gut tut. Nachdem ich nach dem Lesen von „Der böse Ort“ schon kurz davor war, die Reihe abzubrechen, bin ich nun bereit, den nächsten Band (der Anfang 2017 erscheinen soll) auch noch irgendwann zu lesen.

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(Bevor jemand fragt: Nein, ich habe in den letzten Wochen nicht absichtlich mit „Prime Time“, „Stumme Hechte“, „Quercher und das Seelenrasen“, „Böse Absichten“ und  „The Harvest Man“ zu lauter vierten Bänden gegriffen, um neue Krimiautoren bzw. Reihen auszuprobieren. Ich bezweifle nämlich, dass das die beste Methode dafür ist, aber irgendwie hat es sich trotzdem so ergeben. *g*)

Alex Grecian: The Harvest Man (Scotland Yard’s Murder Squad Series 4)

Da ich gerade definitiv ein Händchen bei der Auswahl neuer „Testromane“ habe, habe ich auch bei der „Scotland Yard’s Murder Squad“-Serie von Alex Grecian den vierten Band erwischt. Das Buch war ein Wühltischfund und da mich der Klappentext sehr neugierig gemacht hatte, bin ich das Risiko eingegangen, auch wenn ich die vorhergehenden drei Teile nicht kenne. Die Geschichte spielt im Frühling 1890 und die Handlung wird rund um die Ermittlungen gegen einen Serienmörder gesponnen. „The Harvest Man“ – benannt nach der englischen Bezeichnung für Weberknecht – schleicht sich tagsüber in die Häuser seiner Opfer und versteckt sich auf dem Dachboden, bis sie abends eingeschlafen sind. Dann betäubt er sie mit Äther, verstümmelt und tötet sie. Dabei fällt auf, dass seine Opfer immer Ehepaare sind, und obwohl er auch alle weiteren Bewohner des jeweiligen Haushaltes tötet, scheinen ihm diese anderen Toten nicht wichtig zu sein.

Ich mochte die Erzählweise von Alex Grecian und die Art und Weise, wie das Leben um 1890 in London beschrieben wurde (auch wenn ich mich stellenweise fragte, ob zum Beispiel die Größe der Häuser wirklich realistisch ist), aber ich muss zugeben, dass ich bei diesem Roman große Anfangsschwierigkeiten hatte. Es gibt häufige Änderungen in der Perspektive und eine Menge „Personal“, das ich nicht richtig einordnen konnte, weil ich die ersten drei Bände nicht kannte. Zwar erklärt der Autor viel zu den jeweiligen Figuren (und ich fürchte, dass ich einige Aspekte der vorhergehenden Bücher deshalb vielleicht nicht genießen können werde, weil ich schon gespoilert wurde), aber das reicht natürlich nicht, um ein wirkliches Gefühl für komplexere zwischenmenschliche Verhältnisse zu bekommen.

Trotzdem sind mir die Charaktere im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen. Inspektor Walter Day und sein ehemaliger Kollege Nevil Hammersmith haben in der Vergangenheit einiges durchgemacht und sind nun körperlich und seelisch versehrt. Trotzdem versuchen sie beide, weiter Polizeiarbeit zu leisten, unabhängig davon, ob ihnen das körperlich oder rechtlich überhaupt noch möglich ist. Inspektor Day konzentriert sich dabei auf seine „Beratertätigkeit“ bei der Suche nach dem Harvest Man, während Hammersmith mit „unredlicher“ Unterstützung nach Jack the Ripper fahndet, der für den schlechten Zustand der beiden Polizisten verantwortlich ist. Ich muss gestehen, dass ich es inzwischen etwas ermüdend finde, wenn ein Autor schon wieder Jack the Ripper aufgreift. Aber da Alex Grecian das Jack-the-Ripper-Motiv zwar als roten Faden benutzt, aber sich die Ermittlungen in diesem Band auf den neuen Serienmörder konzentrieren, konnte ich hier damit ganz gut leben.

Je sympathischer ich die Figuren fand, je besser mein Gefühl für ihre jeweiligen Persönlichkeiten wurde, desto mehr Luft hatte ich auch, mich auf die verschiedenen Ermittlungen und Erzählebenen zu konzentrieren. So wurde die Geschichte nach dem (für mich) etwas anstrengenden Anfang wirklich spannend und mitreißend. Außerdem macht mich der Cliffhanger am Ende des Romans ganz kirre, weil ich nun entscheiden muss, ob ich die Serie irgendwann von vorn anfange und mich dann bis zu diesem Punkt lese oder ob ich einfach mit Band 5 weitermache, um herauszufinden, wie es mit Inspektor Day und all den anderen Personen weitergeht. Denn dass ich die Serie weiterlese, steht für mich fest. Ich habe mich nach langer Zeit endlich mal wieder mit einem historischen Kriminalroman richtig gut unterhalten gefühlt und freue mich deshalb sehr über meine Zufallsentdeckung.

Noch eine Anmerkung: Ein bisschen erinnert mich die Serie an die „Charlotte und Thomas Pitt“-Bücher von Anne Perry. Aber die Reihe hatte ich nach ein paar Jahren abgebrochen, weil ich das Gefühl hatte, die Autorin würde immer die gleiche Geschichte schreiben, ihre Morde immer in der gleichen Gesellschaft verankern und das Ganze zu steril angehen. Bei „The Harvest Man“ gibt es eine gute Mischung aus „gehobener Gesellschaft“ und „weniger ehrbaren Bürgern“, und ich mochte die stellenweise schon fast an Dickens erinnernde Atmosphäre in den weniger schönen Ecken Londons ebenso wie die Heimeligkeit eines gepflegten Hauses oder die aufkommende Bürokratie bei Scotland Yard.

Neuzugänge – 1. Halbjahr 2016

Obwohl ich ja gern meine Neuzugänge auch in dem jeweiligen Monat auf dem Blog veröffentliche, um eine „zeitnahe Statistik“ zu haben, hat es sich in den vergangenen Monaten einfach nicht gelohnt, für die wenigen Titel bei meinem üblichen Rhythmus zu bleiben. Also gibt es für das erste Halbjahr 2016 (minus dem Januar) einen Sammelbeitrag.

Februar:

1. Julie Campbell: Trixie Belden 5 – The Mystery of Glen Road

Das Buch hatte ich schon im Juli 2015 bestellt und war sehr glücklich, dass es noch gekommen ist. Angesichts der Mondpreise, die zur Zeit für die ersten Teile der gebundene Neuauflage der Trixie-Belden-Romane verlangt werden, war das wohl der letzte Band, den ich mir gekauft habe. Sehr schade, denn ich habe es wirklich genossen, die Originalgeschichte entdecken zu können.

März:

2. Jim Butcher: Windjäger
3. Seanan McGuire: Chaos Choreography (InCrypted #5)

Zwei Neuerscheinungen von Autoren, die ich inzwischen ohne nachzudenken kaufe, weil sie mich bislang nicht enttäuscht haben. „Windjäger“ fand ich zwar nicht ganz so gut wie die anderen beiden Reihen von Jim Butcher, aber trotzdem unterhaltsam und reizvoll genug, um die Reihe weiter zu verfolgen.

April:

4. Seanan McGuire: Every Heart A Doorway

Noch ein Seanan-McGuire-Titel. Seitdem die Autorin Vollzeit schreibt und keinen Brotjob mehr hat, ist ihre Veröffentlichungsrate so hoch, dass sie die Hälfte meines Buchetats einnimmt. Dummerweise mag ich ihre Bücher so gern, dass ich die Titel auch so zeitnah wie möglich haben möchte. (Was bedeutet, dass ich natürlich auch ihren neuesten Titel – veröffentlicht als „Mira Grant“ – vorbestellt habe …)

Mai:

5. Deborah Blake: Wickedly Wonderful (Baba Yaga #2)
6. Deborah Blake: Wickedly Powerful (Baba Yaga #3)
7. Holly Webb: Emily Feather and the Starlit Staircase (Emily Feather #4)

Der Mai brachte einen 10-Euro-Gutschein (ein Gewinn bei Neyasha – noch einmal vielen Dank!) und somit die Möglichkeit, meine „Reihenvervollständigungsliste“ weiter anzugehen. Weil ich Lust auf leichte Lektüre hatte, habe ich mich für die beiden Fortsetzungen der Baba-Yaga-Trilogie und die beiden fehlenden Emily-Feather-Bände entschieden. Damit hätte ich theoretisch beide Reihen abgeschlossen gehabt, aber dummerweise ist der zweite Emily-Feather-Band seit Mai nicht mehr lieferbar. Laut meiner Buchhandlung wird der Titel zur Zeit vom Verlag nachgedruckt – ich hoffe sehr, dass ich ihn (bald) in den Händen halten kann (und dass der Nachdruck optisch nicht verändert wurde).

Juni:

8. Kate Griffin: The Madness of Angels (Matthew Swift #1)

Der erste Band der „Matthew Swift“-Reihe und eine Folge des unten beschriebenen Kaufrauschs. Ich freu mich sehr, dass mir die Buchhandlung – obwohl ich jede Ausgabe genommen hätte – die Variante besorgt hat, die zu meinen schon vorhandenen Romanen aus der Reihe passt.

Mit dem Gutschein kam auch noch dieses unglaublich tolle Lesezeichen, das Neyasha selber geknüpft hat. Ich mag diese keltischen Muster sehr gern und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie lange Neyasha an diesem Lesezeichen gearbeitet hat. Leider habe ich die Farben mit der Kamera nicht so gut einfangen können, aber ein wenig könnt ihr bestimmt erahnen, wie fein die Orange- und Rottöne abgestimmt sind. Es ist wirklich schön! 🙂

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Wie ihr sehen könnt, waren meine Neuzugänge im ersten Halbjahr eigentlich ziemlich übersichtlich. Das hat meinem SuB definitiv gut getan, aber es hat sich auch komisch angefühlt, dass nur so wenig Bücher bei mir neu eingezogen sind. So war es wohl nicht verwunderlich, dass ich Ende Mai dann einem Wühltisch-Kaufrausch verfallen bin. Zum Glück kann ich die Schuld auf Natira schieben, die – als sie uns besuchte – unbedingt bei meiner Lieblingsbuchhandlung vorbeischauen wollte, und auf meinen Mann, der mir ebenso wie Natira ständig Bücher unter die Nase hielt und frage, ob das nicht was für mich wäre. So hatte ich innerhalb kürzester Zeit folgende Titel eingesackt (und mich dann ganz still in eine Ecke gesetzt und die Umgebung ignoriert, bis Natira mit ihren Einkäufen fertig war):

9. Agatha Christie; Curtain

Immerhin wollte ich eh so langsam meine (komplette) deutsche Agatha-Christie-Sammlung durch die Orignalausgaben ergänzen.

10. Alex Grecian: The Harvest Man (Scotland Yard’s Murder Squad #4)

Mal wieder ein Versuch mit einem historischen Kriminalroman. So ganz kann ich die Finger von dem Genre nicht lassen, obwohl ich häufig enttäuscht werde. (Was hier zum Glück nicht der Fall war – und somit ist die „Reihenvervollständigungsliste“ wieder gewachsen. Ob ich Natira und meinen Mann dazu bringen kann, mir die fehlenden Teile zu kaufen? 😉 )

11. Kate Griffin; The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
12. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
13. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
14. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
15. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)

Ich gebe zu, es war etwas gewagt, gleich fünf Bücher von einer Autorin zu kaufen, die ich noch nicht kenne. Aber die „Magical Anonymous“-Reihe ist die Weiterführung der „Matthew Swift“-Serie und wenn mir die Bücher so gut gefallen wie die Passagen, die ich vor dem Kauf angelesen habe, dann wäre es dumm gewesen, nicht zuzuschlagen. So günstig komme ich nie wieder an so viele zusammengehörige britische Veröffentlichungen auf einmal. Immerhin hatte ich mich vor dem Kauf vergewissert, dass der erste Matthew-Swift-Band noch erhältlich ist, und ich finde es cool, dass ich mal bei einer neuentdeckten Reihe so schnell auf dem aktuellen Stand bin.

So langsam denke ich, dass mein Vater recht hatte, als er beim letzten Telefonat meinte, dass zwischen Weihnachten und Geburtstag einfach zu viele Monate ohne Buchgeschenke liegen … 😉