Sarah Kuhn: Heroine Worship (Heroine Complex 2)

„Heroine Worship“ ist der zweite Teil der Heroine-Complex-Romane von Sarah Kuhn und die Geschichte wird dieses Mal nicht von Evie Tanaka, sondern von ihrer besten Freundin und Superheldin Aveda Jupiter erzählt. Nachdem man die Figur im ersten Band aus der Perspektive ihrer Assistentin Evie kennengelernt hat, ist es auf der einen Seite zwar interessant, Aveda besser kennenzulernen, auf der anderen Seite fand ich ihre Sicht und ihre Handlungsweise aber sehr oft unglaublich anstrengend und fast schmerzhaft zu verfolgen. Um Aveda zu verstehen, muss man mit Annie Chang beginnen. Annie Chang war ein kleines chinesisches Mädchen, das nie gut genug war, um seine Mutter zufriedenzustellen oder gar stolz zu machen, das aber eines Tages feststellte, dass es zumindest in der Lage ist, seine japanische Mitschülerin Evie vor den anderen Schülern zu beschützen. Egal wie einsam sich Annie fühlte, egal wie viel Angst sie hatte und wie oft sie ausgelacht oder verletzt wurde, sie hat seit Grundschulzeiten alles getan, um Evie und andere Menschen in Not zu beschützen.

Das Ganze führte so weit, dass sie sich im Laufe der Zeit in Aveda Jupiter verwandelte. Aveda ist eine strahlende Superheldin, die jahrelang San Francisco vor Dämonen beschützt hat. Um ihre Mission erfüllen zu können, hat sie sich auf ihre Sportlichkeit und ihren unbeugsamen Willen verlassen müssen, denn mit ihren Superheldenkräften ist es nicht sehr weit her. Doch nach den Ereignissen in „Heroine Complex“ fühlt Aveda sich überflüssig. Evie, die nun ihre Co-Heldin ist, verfügt nicht nur über die deutlich cooleren Superheldenfähigkeiten, sie ist auch dank ihres nachgiebigen und freundlichen Charakters deutlich beliebter als Aveda es je sein wird. Außerdem gibt es anscheinend keine weiteren Dämonen mehr zu bekämpfen, so dass San Francisco eigentlich keine Superheldinnen mehr benötigt. Dazu kommt noch, dass Aveda bewusst ist, dass sie in den letzten Jahren nicht gerade freundschaftlich mit Evie umgegangen ist, obwohl diese ihr wirklich am Herzen liegt, und nun ist sie wild entschlossen, zur besten „besten Freundin“ zu werden, die es je gegeben hat. Die Gelegenheit, zu beweisen, was für eine gute Freundin sie ist, scheint sich zu ergeben, als Evie sich verlobt und Aveda bittet, ihre Trauzeugin zu sein.

Ich finde es sehr schön, davon zu lesen, wie viel sich die beiden Frauen gegenseitig bedeuten. Auf der anderen Seite war es schrecklich, Avedas Gedanken und Pläne zu verfolgen, da sie wirklich nicht sehr gut darin ist, auf andere einzugehen und die Wünsche anderer Menschen zu respektieren. Sie will immer das Beste für ihre Freunde und erreicht damit nur, dass sie sie schrecklich verletzt. Es dauert sehr lange, bis Aveda kapiert, dass ihre Freunde die Seite ihrer Persönlichkeit, die sie immer zu unterdrücken sucht, viel lieber mögen, als die unzerstörbare Superheldin, die sie versucht zu sein. Obwohl natürlich beide Seiten jeweils nur eine Facette einer komplizierten Persönlichkeit sind, kann Aveda nur ihre „Annie Chang“-Schwächen und ihre „Aveda Jupiter“-Stärken wahrnehmen. Nachdem sie sich schon seit so vielen Jahren bemüht, all ihre Annie-Chang-Eigenschaften auszumerzen, ist es kein Wunder, dass sie keinerlei Gespür mehr dafür hat, was sie eigentlich will und wie man mit anderen Menschen kommuniziert, vor allem, wenn letzteres bedeuten würde, dass sie zugeben muss, dass sie einsam ist und sich hilflos und verloren fühlt.

Avedas „Hurricane“-Persönlichkeit ist wirklich schwierig zu ertragen, vor allem, wenn man aus dieser Perspektive ein ganzes Buch liest. Ich gebe zu, dass es mir deutlich leichter gefallen ist, „Heroine Complex“ zu lesen, da Evie zwar nur wenig Rückgrat besitzt, aber einen deutlich liebenswerteren Charakter hat als Aveda. Was mich bei „Heroine Worship“ dann bei der Stange gehalten hat, waren zwei Dinge: Einmal hat mir Aveda unglaublich leid getan, weil sie sich so verloren fühlte und keine Ahnung hatte, wie sie nach all den Jahren, in denen sie eine wichtige Mission hatte, nun ohne diese Aufgabe leben soll. Außerdem fühlte sich Aveda zwar allein, verletzt und missverstanden, aber das hat nicht dafür gesorgt, dass sie nun ihrerseits andere verletzten wollte, sondern sie hat weiterhin alles gegeben, um sich um die Menschen in ihrer Umgebung zu kümmern. Dass sie dabei immer zu genau den falschen Mitteln gegriffen hat, hat es für mich zwar anstrengend gemacht, aber ich fand es trotzdem bewundernswert, wie sie – im Rahmen ihrer gestörten Persönlichkeit – versuchte, weiterhin ihren Idealen nachzukommen und das „Richtige“ zu tun.

Am Ende kann ich sagen, dass ich den Roman gemocht habe, und das trotz der anstrengenden Protagonistin und der Tatsache, dass sich sehr viele Passagen des Buches um genau die Art von Hochzeit drehen, mit der ich überhaupt nichts anfangen kann. Ich finde es mutig, dass Sarah Kuhn für den zweiten Band der Reihe Aveda als Protagonistin gewählt hat, obwohl sie von so vielen Lesern nach dem ersten Band gehasst wurde, und ich finde es bewundernswert, wie die Autorin gezeigt hat, wieso Aveda sich zu einer so anstrengenden Persönlichkeit entwickelt hat und dass sich sehr viele Eigenschaften von „Aveda Jupiter“ nur entwickelt haben, weil Annie Chang in der Vergangenheit so oft verletzt wurde und mit so vielen Ängsten zu kämpfen hatte – und auch, weil ihre Freunde mit ihren eigenen Problemen dafür gesorgt haben, dass sie ihre verletzlichere Seite nicht ausleben konnte. Angeblich wird es noch einen weiteren Band in der Reihe geben, und ich bin jetzt schon gespannt, aus welcher Sicht die Geschichte dann erzählt wird.

Herbstlesen im Oktober (3) – Sonntag

Nachdem ich den gestrigen Tag vor allem mit „Heroine Worship“ von Sarah Kuhn (und Roller Derby) verbracht habe, sollte ich heute einige Zeit mit „Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami verbringen. Das Buch muss am Mittwoch wieder zur Bibliothek und ich habe bislang gerade mal die Hälfte gelesen.

Ich mag Murkamis Sicht auf sein/das Leben als Schriftsteller und finde es immer wieder lustig, wenn ich über Passagen stolpere, die ich persönlich als eine sehr eigene Ansichtsweise des Autors ansehe oder als etwas, das meinem Gefühl nach nicht verallgemeinert werden kann und eher in seiner Kultur verankert ist. Oft genug muss ich aber auch zugeben, dass ich mich zu wenig mit z. B. Preisen, die Autoren verliehen werden, auskenne, um wirklich beurteilen zu können wie stimmig die Passagen rund um solche Themen sind. Interessant ist auf jeden Fall, wie viel Murakami in diesem Buch (ebenso wie bei seinem Titel übers Laufen) über sich erzählt. Ich will „Von Beruf Schriftsteller“ auf jeden Fall beenden, bevor ich es zurückgeben muss.

Die heutigen Mitleser werden wie immer am Ende des Beitrags verlinkt, sobald sie sich in den Kommentare unter diesem Post gemeldet haben (oder wenn sie schon gestern einen Post fürs gesamte Wochenende erstellt haben).



Update 10:30 Uhr

Ich finde es angenehm entspannend in „Von Beruf Schriftsteller“ zu lesen, lasse mich aber auch regelmäßig ablenken, um meinen eigenen Gedanken nachzuhängen oder hier etwas rumzuwuseln. So habe ich zwischendurch die Küche aufgeräumt, die Spülmaschine angeworfen, die Wäsche für das Waschen morgen früh vorsortiert (dank des Lärms, den unsere Waschmaschine macht, will ich die am Sonntag unsere Nachbarin nicht zumuten) und mit der Katze habe ich auch einige Zeit geschmust. Seitdem es deutlich kühler geworden ist muss ich jeden Vormittag extra Zeit für Christie einplanen, damit sie es sich auf mir bequem machen (und etwas wärmen) kann. Ich bin gespannt wie das wird, wenn wir irgendwann die Wohnung heizen. Ob sie dann auch noch so aufmerksamkeitsbedürftig ist? Oh, die Heizung habe ich auch getestet, da ich am Freitag Besuch bekomme, der vermutlich doch ein etwas anderes Wärmebedürfnis hat, und wir die Heizkörper seit der großen Reparatur im März nicht einmal aufgedreht hatten. Es wäre etwas blöd gewesen, wenn ich Freitag das Wohnzimmer hätte heizen wollen und die Ventile dann festgesessen hätten, 😉

Jetzt ist es aber erst einmal Zeit fürs Frühstück …

Update 13:30 Uhr

Beim Frühstück und danach gab es weiter Haruki Murakami für mich. Ich finde es faszinierend, dass ich mich bei manchen seiner Aussagen frage, ob er diese Ansicht hat, weil er der Mensch ist, der er ist, weil er von der japanischen Kultur geprägt ist oder weil er ein Mann ist. Auf jeden Fall bringt mich dieses Nachdenken dazu, dass ich mir Zeit mit dem Buch nehme, obwohl viele Passagen nur nette Allgemeinplätze beinhalten, die schon von vielen Personen/Autoren so niedergeschrieben wurden. Was ich nicht vorwurfsvoll meine, da ich von diesem Buch Murakamis Erfahrungen und Ansichten über sein Leben als Schriftsteller erwartet habe und keine neuartigen Gedanken oder gar einen Schreibratgeber (wie anscheinend ein paar andere Leser, die u. a. bei Amazon Bewertungen hinterlassen haben).

Christie ist inzwischen auch versorgt und während mein Mann im Nebenraum rumkruschelt, weil er versuchen will seine Brettspiele effektiver unterzubringen (und um noch Platz für seine Geburtstagsgeschenke zu schaffen), habe ich beschlossen, dass ich erst einmal die Lektüre wechsel. So ganz weiß ich noch nicht, wozu ich greifen werde, aber etwas Abwechslung wäre jetzt nett. Vorher gibt es aber erst einmal eine Blog- und Kommentarrunde!

Update 17:00 Uhr

Statt zu einem anderen Buch, habe ich erst einmal zum Strickzeug gegriffen und mit meinem Mann die achte Folge der zweiten Staffel von „Orphan Black“ geschaut. Ich mag die Serie sehr und finde die Schauspielerin in all ihren Rollen (und mit den verschiedenen Dialekten) wirklich beeindruckend, aber manchmal ist es schon ein bisschen lästig, dass man sich so viel Personal merken muss. Da wir in der Woche selten zum Serienschauen kommen und am vergangenen Wochenende auch ausgesetzt hatten, mussten wir heute regelmäßig Pause machen und erst einmal unsere Erinnerung auffrischen, was in welchem Handlungsstrang zuletzt mit welcher Person passiert war und wo welcher Charakter eigentlich abgeblieben ist. Trotzdem macht es Spaß und ich bin gespannt, was zum Ende der zweiten Staffel noch für Entwicklungen passieren. (Und ich bin neugierig, wie lange wir am Ende benötigen, um alle fünf Staffeln zu schauen – mal gucken, ob da die Weihnachtsferien noch herhalten müssen. *g*)

Im Moment stricke ich wieder simple Socken mit relativ dicker Wolle, die während des Umzugs in einem Karton aufgetaucht war. Die dicken Nadeln geben mir gerade das Gefühl, ich würde mit Baumstämmen stricken. Aber da ich keine 2er-Zopfnadel habe, musste ich die Wolle von letztem Sonntag erst einmal zur Seite legen, da meine Versuche, einen Zahnstocher als „Ersatznadel“ zu verwenden, nicht so glücklich liefen. Entweder muss ich also noch eine sechste 2er-Nadel auftreiben (bei dem geplanten Muster wäre es ungünstig, von 4 auf 3 Nadeln zu wechseln, um eine Extra-Nadel bei der Hand zu haben), mir eine 2er-Zopfnadel anschaffen oder mich für ein anderes Muster entscheiden. Aber erst einmal habe ich ja eine Alternative und bei 2 rechts 2 links kann ich nicht mal was falsch machen, wenn die aktuelle Folge gerade mal etwas komplizierter wird. 😉

Nach „Orphan Black“ habe ich zu „irgendwo zu Hause“ von Fumio Obata gegriffen. So richtig weiß ich am Ende nicht, was der Mangaka mit der Geschichte sagen wollte. Er erzählt von Fumiko, die in Japan aufwuchs und später nach London ging, um dort zu studieren. Inzwischen betreibt sie in England mit Freunden eine eigene Firma und hat einen britischen Freund. Als ihr Vater bei einem Unfall stirbt, muss sie überstürzt zurück nach Japan fliegen und denkt während ihres Aufenthalts über sich, die beiden Ländern, in denen sie gelebt hat, und ihre Familie nach. Obwohl ich das Thema an sich interessant finde, hat mich die Geschichte nicht wirklich berühren können. Den Zeichenstil fand ich gefällig, aber mir fehlten Elemente, die mich dazu brachten, mich näher mit den Darstellungen auseinander zu setzen. Vielleicht ändert sich meine Ansicht mit etwas Abstand noch, aber momentan würde ich „irgendwo zu Hause“ als „nett, muss man aber nicht gelesen haben“ einordnen.

Nach einem leckeren Stück Kuchen, das mein Mann gestern heimlich vom Einkauf mitgebracht hatte, habe ich noch „Von Beruf Schriftsteller“ ausgelesen und nun bin ich mir noch nicht sicher, was ich als nächstes tue. Ich muss mir aber wohl eine Beschäftigung suchen, bei der ich Madamchen nicht störe, denn sie besteht gerade darauf auf meiner Decke liegen zu wollen. *g* Erst einmal wird es sowieso wieder Zeit zu schauen, was die anderen in den letzten Stunden so gemacht haben. 🙂

Update 21:30 Uhr

Viel habe ich seit dem letzten Update nicht gemacht. Vor dem Kochen habe ich ein bisschen mit dem DS gespielt, dann gab es Essen (Brokkolisuppe mit gesalzener Sahne) und nun schauen wir gerade „Das perfekte Profi-Dinner“. Ich mag, dass es bei der Sendung nicht um Bewertungen geht und man einfach nur zuschauen kann, wie Profiköche für einander kochen und dann das Essen genießen. Da die Sendung recht lange geht, werde ich wohl nichts anderes mehr machen als neben dem Fernsehen zu stricken. Bevor ich ins Bett gehe, schaue ich noch einmal bei den anderen vorbei, ansonsten lesen wir uns in den nächsten Tagen wieder! Habt einen guten Start in die Woche! Schön, dass ihr wieder dabei gewesen seid! 🙂

***

Heutige Mitleser:

Elena
Neyasha
Susanne
Sam
Lyne

Herbstlesen im Oktober (2) – Samstag

Heute ist der zweite Tag des Herbstlesens und ich kann jetzt schon ankündigen, dass ich heute Nachmittag ein paar Stunden nicht dabei sein werde, weil wir zum Roller Derby gehen. Nach einer ziemlich langen „Sommerpause“ gibt es heute endlich wieder einen Bout in der Nachbarstadt, den wir uns gemeinsam mit der ehemaligen Nachbarin ansehen werden. Ich bin schon gespannt, wie es ihr gefällt! Es ist das erste Spiel, das sie sieht.

Bis wir losfahren müssen, liegen aber noch einige (Lese-)Stunden vor mir, die ich mit „Heroine Worship“ von Sarah Kuhn einläute. Der Roman ist die Fortsetzung von „Heroine Complex“ und ich will die Geschichte schon eine ganze Weile lesen, fand es aber bei meinen bisherigen Anläufen etwas schwierig in die Perspektive von Aveda zu schlüpfen. Auch wenn Evie, die Protagonistin von „Heroine Worship“, immer betonte, dass Aveda ihre beste Freundin sei, so fand ich die Superheldin nicht wirklich sympathisch. Ich finde sie auch zu Beginn von „Heroine Worship“ nicht gerade einfach, bin aber dieses Mal wild entschlossen, ihr an diesem Wochenende eine Chance zu geben, nachdem ich den ersten Band der Reihe so gemocht habe.

Neben allem anderem Kram, der so anfiel, habe ich in der Woche weiter in „Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami gelesen, die „Finishing School“-Serie von Gail Carriger mit „Manners and Mutiny“ beendet und ansonsten nur noch Zeit für eine Kurzgeschichte („The Dragon with an Unbearable Family“) von Stephanie Burgis gefunden.

Bevor wir uns heute auf den Weg mache, wird es auf jeden Fall noch (mindestens) ein Update geben. Eventuelle Mitleser werden von mir so bald es geht in die Liste am Ende des Beitrags eingetragen und wenn ich heute Nachmittag unterwegs bin, müsst ihr halt ein Auge auf die Mitmachmeldungen in den Kommentaren halten. So viele sind wir ja nicht, dass das nicht klappen würden. 🙂

Update 9:30 Uhr

Inzwischen habe ich die ersten 60 Seiten in „Heroine Worship“ gelesen und bin immer noch nicht glücklich mit Aveda, obwohl ich sie schon etwas verstehen kann. Sie und ihre Freundin Evie haben sich in der Schule kennengelernt, wo sie die einzigen asiatischstämmigen Mädchen in der Klasse waren. Während Evie sich von den Sticheleien der Mitschüler schnell einschüchtern ließ, ernannte sich Aveda (damals noch Annie Chang) zu ihrer Beschützerin und gemeinsam überstanden die beiden Mädchen so die Schulzeit. Als dann Dämonen in San Francisco auftauchten, hat Annie die Superheldin Aveda Jupiter erschaffen, um die ganze Stadt zu beschützen (und den Ruhm für ihre Taten einzustreichen – sie steht eindeutig gern im Mittelpunkt) und obwohl Evie inzwischen nicht mehr nur ihre Superhelden-Assistentin ist, sondern ihre Co-Superheldin (mit den deutlich cooleren Fähigkeiten), kann Aveda ihre gewohnte Rolle nicht so recht abstreifen. Weshalb sie nicht nur extrem irritiert darüber ist, dass Evie so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, während sie selber von der Öffentlichkeit kaum noch beachtet wird, sondern auch darüber, dass sie selber ihren eigenen Ansprüchen an eine „beste Freundin“ nicht gerecht wird.

Um Evie (und dem Rest der Welt) zu beweisen, dass Aveda wirklich eine verflixt gute beste Freundin ist, plant sie Evies Hochzeit in das perfekte Ereignis zu verwandeln – was dazu führt, dass ich Aveda beim Lesen ständig schütteln möchte, weil sie einfach keine Ahnung davon hat, was die perfekte Hochzeit für ihre Freundin wäre und wie viel sympathischer sie wäre, wenn sie mehr „Annie Chang“ und weniger „Aveda Jupiter“ wäre … Wobei auch Evie ein wenig Schüttelei gut täte, weil sie in all ihrer Verliebtheit und den für sie angenehmen Veränderungen, die sie in den Superhelden-Haushalt eingeführt hat, vollkommen übersieht, dass Aveda auch Bedürfnisse hat (und nicht in der Lage ist diese zu äußern). Immerhin bin ich dieses Mal über die Heiratsantrags-Szene in der Unterwäsche-Boutique hinausgekommen und werde wohl erst mal bei dem Roman bleiben. 😉

Update 12:45 Update

Ich habe während des Frühstücks weiter in „Heroine Worship“ von Sarah Kuhn gelesen und finde Aveda weiterhin anstrengend als Protagonistin. Sie ist auf der einen Seite so bedürftig und so unsicher und auf der anderen Seite überrollt sie die Menschen in ihrer Umgebung mit ihren Plänen und Ansichten (weil sie der Meinung ist, dass ein bestimmtes Auftreten zu der Person gehört, die sie sein will). Ich muss der Autorin immerhin zugute halten, dass ich Avedas Gründe für Handeln verstehe, außerdem finde ich es rührend, dass sie – obwohl sie sich ausgegrenzt und ungeliebt fühlt – mit ganzem Elan für ihre Freunde einsetzt. Ich wünschte nur, sie wäre mir sympathischer, aber ich hege die Hoffnung, dass diese Sympathie vielleicht noch aufkommt. 😉

Außerdem kam im Laufe des Vormittags die Comiclieferung für meinen Mann per Post und enthielt das zweite „Hi-Fi Fight Club“-Heft für mich. Ich mag die Geschichte (und die Zeichnungen) bislang sehr gern und freu mich schon auf diese Fortsetzung, die ich mir heute Abend vermutlich noch vornehmen werde. 🙂 Jetzt aber wird es erst einmal Zeit das Kätzchen zu füttern, Tee zum Mitnehmen zu kochen und mich für die Fahrt zum Roller Derby fertig zu machen. Ich melde mich heute Abend dann wieder, wenn ich wieder daheim bin. Habt bis dahin viel Spaß! 🙂

Update 19:30 Uhr

Zurück vom Roller Derby und nun mit Tee aufs Sofa bis das Abendessen (heute mal ganz einfache Tiefkühlpizza) fertig ist. Der Bout hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, da die beiden Mannschaften fast gleichwertig waren und sich gegenseitig definitiv nichts geschenkt haben. Der Punktestand zeigte zwar am Ende einen deutlichen Unterschied, aber auf beiden Seiten gab es einige coole Aktionen zu sehen, die Jammer haben alles gegeben, die Defence war auch schön zu beobachten (auch wenn ich da das Heimteam schon besser fand als das Gastteam *g*) und die beiden Sanitäter-Einsätze waren definitiv das Ergebnis von Unfällen. Spannend fand ich, dass dieses Gastteam merkbar mehr Fans dabei hatte, als die anderen Gastteams, die ich in der Halle bislang gesehen habe. Die Menge an Fans hat sich auch bei der Lautstärke bemerkbar gemacht, die Kommentatorin des Bouts war kaum zu verstehen, so sehr dröhnten Trommeln und Gesang von der Tribüne. Schön war es auch, dass unsere ehemalige Nachbarin, die zum ersten Mal beim Roller Derby war, so viel Spaß bei dem Ganzen hatte, dass sie im November wieder mitkommen möchte. 🙂

Jetzt esse ich erst einmal meine Pizza und drehe eine Blogrunde und danach lese ich vermutlich erst einmal meinen Comic. 🙂


Update 22:45 Uhr

Meine Blogrunde hat natürlich wieder einiges an Zeit gefressen und auch Christie brauchte sehr viel Aufmerksamkeit, trotzdem habe ich inzwischen nicht nur „Hi-Fi Fight Club“ (1+2) gelesen, sondern auch Blümchen gegossen. Bei „Hi-Fi Fight Club“ mag ich die Figuren und die Geschichte wirklich gern, auch wenn ich es etwas überraschend finde, wie langsam die Handlung erzählt wird, wenn man bedenkt, dass es nur vier Hefte sind. Die Protagonistin Chris finde ich wirklich nett, wenn auch stellenweise etwas sehr teenagerhaft-unsicher. Die Story spielt im Jahr 1998 und Chris arbeitet seit etwa einem Monat in einem coolen Musikladen, steht auf Comics und auf ihre süße Kollegin Maggie. Allerdings verunsichert es sie etwas, dass ihre Kolleginnen regelmäßig länger bleiben, um den Laden aufzuräumen, während sie von der Chefin nach Hause geschickt wird. Wer sich den Titel angeschaut hat, hat natürlich einen Verdacht, warum das so ist, aber Chris hat erst einmal keine Ahnung was los ist – bis eines Tages die Sängerin einer Band, die im Laden einen Promo-Auftritt haben sollte, verschwindet. Ich bin nicht nur neugierig darauf, was es mit dem Verschwinden der Sängerin auf sich hat, sondern natürlich auch wie es mit Chris und Maggie noch weitergeht. 😉

Bis zum Schlafengehen werde ich weiter in „Heroine Worship“ lesen, morgen gibt es dann einen neuen Herbstlesen-Beitrag und weitere Blogbesuche von mir. Ich hoffe, ihr hattet einen ebenso netten Tag wie ich heute. 🙂

***

Heutige Mitleser:


Lyne
Sam
Elena
Susanne

Seanan McGuire: Down Among the Sticks and Bones (Wayward Children)

„Down Among Sticks and Bones“ gehört zu den „Wayward Children“-Büchern von Seanan McGuire. Der Roman ist keine direkte Fortsetzung von „Every Heart A Doorway“, sondern erzählt für sich stehend die (Vor-)Geschichte der Zwillinge Jack und Jill. Dabei holt Seanan McGuire erst einmal weit aus und beginnt die Handlung mit den Eltern der beiden Schwestern. Mr. und Mrs. Wolcott sind nicht gerade häusliche oder gar warmherzige Personen, und so entsteht in den beiden der Wunsch nach einem Kind vor allem aus dem Grund, dass sie dazugehören wollen. Chester Wolcott will auch einmal einer der stolzen Väter sein, die mit ihren wohlerzogenen und sportlichen Jungen angeben, während Serena Wolcott von einer kleinen Prinzessin im Rüschenkleidchen träumt, um die sie ihre Freundinnen beneiden.

Mit solchen Eltern ist es kein Wunder, dass die Kindheit von Jillian und Jaqueline vor allem von den Wünschen ihrer Eltern nach einem hübschen, ruhigen, kleinen Mädchen (Jaqueline) und einem „Tomboy“ – da Chester schon keinen Jungen hatte, musste er eben das Beste aus dem machen, was vorhanden war – geprägt wurde. Glücklich war keines der beiden Mädchen damit, und so ist es wenig überraschend, dass sie eines Tages eine geheimnisvolle Treppe in ihrem Elternhaus finden, die sie ins „Moor“ führt. Das Moor ist eine fantastische Welt, in der Vampire, Werwölfe, verrückte Wissenschaftler und ein unheimlicher roter Mond zu finden sind, und für Jack und Jill scheint dieses Reich anfangs ungewohnte Freiheit zu beinhalten. Doch seinen Platz im Moor muss man sich erst einmal verdienen und nicht immer ist es einfach, nach den befremdlichen Regeln einer fantastischen Welt spielen zu müssen.

Wie es Jack und Jill in dieser Welt ergeht, weiß man eigentlich schon, wenn man „Every Heart A Doorway“ gelesen hat. Trotzdem enthält „Down Among the Sticks and Bones“ viele Elemente, die neu und überraschend sind und die dafür sorgen, dass der Leser die beiden Schwestern in einem anderen Licht sieht. Obwohl mich auch dieser Band der „Wayward Children“ nur wenig emotional gepackt hat, habe ich das Lesen sehr genossen. Ich mochte, dass Seanan McGuire für diese Geschichte eine ganz eigene Erzählweise gefunden hat. In einer Rezension auf Amazon wird dieser Stil mit Roald Dahl verglichen und das trifft es ganz gut. Regelmäßig wird der Leser direkt angesprochen, immer wieder gibt es kleine Nebenbemerkungen, die auf die Handlungen und Entscheidungen der beiden Schwestern eingehen, und dazu kommt eine wunderbare Mischung aus sachlichen Beobachtungen über das Leben im Moor und atmosphärischen Beschreibungen einzelner Elemente.

In einigen Rezensionen wird empfohlen, diesen Band vor „Every Heart A Doorway“ zu lesen, weil man schließlich schon weiß, wie es mit Jack und Jill weitergeht, wenn man das erste Buch schon kennt. Ich persönlich fand es überhaupt nicht schlimm, dass ich schon wusste, dass auch Jack und Jill nicht für immer in ihrer magischen Welt bleiben können. Eigentlich fand ich es sogar besonders spannend, eine konkretere Vorstellung vom Elternhaus der beiden Schwestern zu bekommen, zu verstehen, warum ihr Verhältnis so zwiespältig ist, und wieso der Verlust ihrer Welt zu solcher Verzweiflung geführt hat, gerade weil ich schon ein paar Hinweise zur Geschichte der beiden im Hinterkopf hatte. Außerdem musste ich immer wieder beim Lesen schmunzeln, weil ich mich regelmäßig an alte Horrorfilme erinnert fühlte, wenn eine Figur oder Szene beschrieben wurde. „Down Among the Sticks and Bones“ bietet diverse Momente, die ich mir sehr gut in einer Schwarzweiß-Verfilmung mit Boris Karloff vorstellen könnte, aber auch wunderbar alltägliche oder gar süße (Liebes-)Szenen – vor allem, wenn es um Jacks Leben im Moor geht.

Auch wenn ich mich wiederhole, so kann ich es nicht oft genug sagen: Ich mag Seanan McGuires Sicht auf klassischen Film-/Romanstoff, ich mag, wie die Autorin märchenhafte Elemente auf ungewöhnliche Weise in ihre Geschichten einflicht, und ich mag, wie stimmig und komplex sie Beziehungen darstellt. Im Januar kommt ein weiterer „Wayward Children“-Roman und ich freu mich schon darauf, dass ich dann eine weitere Geschichte rund um magische Türen, Charaktere, die auf der Suche nach dem richtigen Ort für sich sind, und fantastische Welten lesen kann.

SuB-trahiert 2017 (3)

Auch in den vergangenen drei Monaten habe ich wieder Bücher gelesen, die länger als ein Jahr auf dem SuB ruhten, bevor ich sie endlich aus dem Regal geholt habe. Viele sind es nicht geworden, aber für die Statistik gibt es trotzdem einen Post für die SuB-trahierten Titel von Juli, August und September:

1. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion (Darkbeast 2)

Auf diese Fortsetzung hatte ich mich sehr gefreut, weil ich den ersten Teil („Darkbeast“) von der Grundidee her so ungewöhnlich fand und sich das Buch gut lesen ließ. Allerdings wusste ich auch, dass ich für die Protagonistin Keara in der richtigen Stimmung sein musste, weil ich die Figur wirklich schwierig finde und beim Lesen etwas Geduld mit ihrem Wesen benötige. Letztendlich hat es zwar über ein Jahr gedauert, bis ich mich auf die zweite Geschichte mit Keara einlassen wollte, aber der Zeitpunkt war genau richtig und ich habe auch diesen zweiten Roman rund um die sperrige Protagonistin und ihr Darkbeast genossen. Mehr Details dazu gibt es HIER.

(gelesen im Juli 2017)

2. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)

Auch der zwölfte Band der Rachel-Morgan-Reihe saß ein Jahr auf meinem SuB, da ich erst darauf wartete, dass ich den dreizehnten (und abschließenden) Teil bekam. Und dann war ich so mit dem Umzug und all den darauf folgenden Dingen beschäftigt, dass ich eigentlich nur dann zu umfangreicheren Büchern gegriffen habe, wenn sie aus der Bibliothek ausgeliehen waren. Nachdem der trubelige August vorbei war und ich endlich das Gefühl hatte, dass der Rest des Jahres vielleicht mal „normal“ und hoffentlich stressfreier verlaufen könnte, hatte ich endlich die nötige Ruhe, um mir die insgesamt 1450 Seiten der letzten beiden Rachel-Morgan-Romane vorzunehmen. Ich finde es spannend, dass ich diese Reihe immer noch so gern mag, während mich die neue Serie der Autorin überhaupt nicht angemacht hat. Aber ich muss auch zugeben, dass ich inzwischen große Mühe habe, mich an die Details der vorhergehenden Bände zu erinnern. Das ist mit ein Grund, warum ich die beiden Bücher hintereinander gelesen habe und gern irgendwann einmal die ganze Reihe am Stück lesen möchte.

(gelesen im September 2017)

3. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
4. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)

Erst habe ich darauf gewartet, dass ich die Reihe endlich vollständig habe, dann habe ich darauf gewartet, dass ich genügend Zeit habe, um sie am Stück zu lesen. Im September hatte ich dann keine Lust mehr, länger zu warten (und weiter den ersten Teil für einen Reread in Kartons zu suchen), also habe ich mir Band 2 bis 6 der „Codex Alera“-Reihe geschnappt und verschlungen. Da der dritte und der vierte Teil über ein Jahr auf dem SuB lagen, zählen die beiden Titel fürs SuB-trahieren. Ich mag Butchers Schreibweise sehr gern, ich mag seine Charaktere, den Humor und die Geschichten, die er erzählt, und ich mag diese römisch beeinflusste, magische Welt, in der die Codex-Alera-Romane spielen, und habe es sehr genossen. so viel davon hintereinander zu lesen. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. 😉

(gelesen im September 2017)

Herbstlesen im Oktober (1) – Sonntag

Heute ist der 1. Oktober und damit der erste Herbstlesen-Tag! Wie immer werde ich diejenigen, die sich mir heute beim gemütlichen Lesen (Handarbeiten, Basteln, Spielen oder sonstigen erholsamen Tätigkeiten) anschließen, am Ende des Beitrags auflisten, sobald sie einen dementsprechenden Kommentar unter diesem Post hinterlassen. Außerdem gibt es von mir über den Tag verteilt Updates, in denen ich von meinen Aktivitäten erzähle.

Für mich beginnt der heutige Sonntag recht gemütlich, nachdem mein Mann gerade das Haus verlassen hat, um den heutigen Tag mit Arbeitskollegen und Brettspielen zu verbringen. Abgesehen davon, dass ich noch eine Geburtstagstorte für morgen backen will, habe ich keine konkreten Pläne für den Tag. Also kann ich mich heute vollständig dem Herbstlesen widmen. Nachdem ich in der vergangenen Woche viel um die Ohren hatte, wird es aber auch Zeit, dass ich endlich wieder zu einem meiner angefangenen Bücher greife und weiterlesen. Also starte ich mit „Waistcoats and Weaponry“, dem dritten Teil der Finishing-School-Serie von Gail Carriger, in den Tag. Mal schauen, ob ich den Roman beendet bekomme, bevor es Zeit zum Frühstücken wird!

Update 09:15 Uhr

So langsam haben sich die ersten Mitleser bei mir gemeldet und ich freu mich sehr auf den gemeinsamen Tag! 🙂 Seit dem ersten Lebenszeichen heute morgen, habe ich wirklich viel Zeit mit „Waistcoats and Weaponry“ verbracht, bin aber noch nicht am Ende mit dem Buch, da ich mich ein klitzekleines Bisschen habe ablenken lassen. Auf der einen Seite habe ich die gestern Abend angefangenen Twitterkonversationen weitergeführt und auf der anderen Seite mit der Kamera am Fenster gehangen. Heute früh war der Himmel wunderschön und ich mag dieses Scherenschnitt-artige kurz vor Sonnenaufgang. Und während zwischendurch für zwei Stunden die Sonne schien, als könnte heute kein Wölkchen sie trüben, ist inzwischen gemütlicher Hochnebel aufgezogen. Ich mag das herbstliche Wetter! 🙂 Jetzt schaue ich erst einmal wie die anderen in den Tag gestartet sind und überlege dann, ob es schon Zeit für ein frühes Frühstück ist oder ob ich doch erst meinen Roman beende.

Update 11:30 Uhr

Dieses Update ist JED, Sayuri und Neyasha gewidmet. *g* JED ist der Grund, warum ich eben zum Frühstück meine schrecklich hässliche Schaftasse aus dem Schrank geholt habe, Neyasha hat mich mit ihrem Beitrag daran erinnert, dass ich noch ein Bibliotheksbuch vor dem Abgabetermin lesen muss, und das Buch selber habe ich aufgrund von Sayuris Empfehlung beim letzten (oder vorletzten?) Lese-Sonntag ausgeliehen. 😉

Wie ihr sehen könnt, liegt „Waistcoasts and Weaponry“ immer noch in Reichweite, weil mir immer noch ein paar Seiten bis zum Ende fehlen. So unterhaltsam ich die Geschichte finde (inklusive der Kabbeleien zwischen Sophronia und den beiden Herren, die Interesse an ihr haben, ihren Bemühungen das gelernte Wissen aus ihrer ungewöhnlichen „Finishing School“ anzuwenden, der Zugentführung und all der anderen fantastischen Aspekte), so fällt es mir auch nicht schwer das Buch aus der Hand zu legen, um nur mal kurz einen Kommentar zu schreiben oder mit Madamchen zu schmusen.

Immerhin habe ich schon gefrühstückt und ein paar Seiten in „Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami gelesen. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass ich mich bislang nicht auf seine Romane einlassen konnte, aber seine Art ein Sachbuch zu schreiben sehr mag. Ich sollte mir für die Weihnachtsferien, wenn ich definitiv ein paar Tage am Stück Ruhe habe, noch einmal einen von Murakamis Romanen vornehmen.

(Ich sollte meine Updates nicht nur schreiben, sondern auch dann auch noch den Beitrag aktualisieren … *g*)

Update 15:15 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich mich einige Zeit in der Küche rumgetrieben und parallel einen Biskuitboden gebacken, eine Paprika- und eine Paprika-Hackfleisch-Sauce fürs Abendessen gekocht und Christie gefüttert. Ich mag es ja, wenn ich den Großteil meiner Küchenarbeit in einem Rutsch erledigen kann, auch wenn ich dann vielleicht mal aufpassen muss, dass ich nicht wegen „zu viel parallel machen“ mit einem Tomatenmark-verschmutzen Holzspieß in den Biskuitboden piekse. 😉

Danach habe ich erst einmal ein Hörbuch angeworfen und dabei „Blümchen gegossen“. Dank eines dicken Stapels von Leihgaben von Ariana höre ich mich gerade durch diverse Klassiker. Heute habe ich mit „Oberst Chabert“ von Honoré de Balzac angefangen, gesprochen wird der Text von Klaus-Dieter König. Von Balzac habe ich bislang noch nichts gehört oder gelesen und ich wusste auch absolut nichts über den Inhalt der Geschichte, bevor ich eben damit anfing. Den Sprecher mag ich recht gern, was den Text angeht, so scheine ich gerade eine deprimierende Geschichte nach der anderen aus dem Stapel zu ziehen. Ich habe erst eine von drei CDs gehört und weiß noch nicht, ob der Oberst wirklich derjenige ist, der er zu sein behauptet, und in welche Richtung die Handlung noch geht. Aber grundsätzlich finde ich es nicht gerade angenehm von den Erlebnissen eines Soldaten zu hören, der im Krieg so schwer verwundet wurde und danach so leiden musste. Interessant finde ich – wie so oft bei Klassikern – es spannend Informationen über die damalige Zeit zu hören, die zum Beispiel vom Alltag in einer Schreibstube zeugen oder anderen kleinen Elementen, die heute eben nicht mehr zum Alltag gehören.

Bevor ich eine Kommentar- und Blogrunde starte, schaue ich mal, ob der Torteboden soweit ausgekühlt ist, dass ich ihn mit Birnen und Schokosahne belegen kann. Dann hätte ich (abgesehen vom „Zutaten in Auflaufform werfen“ fürs Abendessen und das Kochen des einen oder anderen Tees) für heute alle Küchenaktivitäten erledigt und könnte mich mit gutem Gewissen wieder meinen Büchern widmen. 😉

Update 18:00 Uhr

Einen Schönheitswettbewerb würde meine Torte nicht gewinnen, aber ich habe es immerhin wieder geschafft alle Birnenstückchen erfolgreich zu verstecken. Morgen muss ich nur noch Schokostreusel draufwerfen und dann kann ich das Ganze servieren.

Nach dem Tortenbasteln habe ich gut eine Stunde mit Bloglesen und Kommentieren verbracht und wie so oft frage ich mich gerade beim Kommentieren regelmäßig, ob ich auch dann Nachrichten hinterlassen soll, wenn ich nur wenig zu sagen habe. Irgendwie ist es dann schon einfacher einen Blogbeitrag nur zu lesen, aber dem Blogger, dessen Beitrag ich ja mit Interesse gelesen habe, bringt das nichts, außerdem führt schnell dazu, dass ich kaum noch kommentiere. Da stelle ich den Verfasser des gelesenen Beitrags lieber vor die Herausforderung eine Erwiderung auf einen nichtssagenden Kommentar verfassen zu dürfen. 😉

Da ich keine Lust hatte zum Tee weiter „Oberst Chabert“ zu hören, habe ich zu „Heart of Straw“ von Seanan McGuire gegriffen. Das ist eine Kurzgeschichte, die sie für ihre Patreon-Unterstützer veröffentlicht hat. Ich muss gestehen, dass ich es wirklich liebe, dass ich für gerade mal einen Dollar im Monat eine Kurzgeschichte bekomme, die jedes Mal wieder überraschend ist. „Heart of Straw“ ist eine Geschichte über drei Kinder, die an Halloween einer Hexe und einer Vogelscheuche begegnen. (Mehr lässt sich ohne zu spoilern wirklich nicht zum Inhalt sagen. 😉 ) Ich mag die Atmosphäre, die die Autorin in dieser Geschichte schafft, ich mag die Sprache und wenn es nicht idiotisch wäre bei einer so kurzen Geschichte ganze Absätze zu zitieren, würde ich hier jetzt lauter Zitate reinsetzen, die ich wunderschön fand. Natürlich wäre es keine Seanan-McGuire-Geschichte, wenn sie nicht neben all den magischen Dingen, die Halloween für Kinder bereit hält, auch von der dunklen Seite dieses Abends erzählen würde. 😀

Bis ich Hunger bekomme, werde ich mich mit dem Strickzeug vor den Fernseher setzen. Wir haben vor einiger Zeit „Erinnerungen an Marnie“ aufgenommen. Ich kenne den Anime noch nicht und da mein Mann von dem Grundthema eher abgeschreckt ist, bietet sich der Film heute für mich an. Ich hoffe nur, dass mein Mann heute wirklich wieder etwas später nach Hause kommt – es wäre schade, wenn ich den Film mittendrin unterbrechen müsste.

Update 20:10 Uhr

„Erinnerungen an Marnie“ habe ich inzwischen gesehen und dabei versucht etwas zu stricken. Doch erst wurde es zu schnell zu dunkel und dann hatte Miss Grumpy dringenden Schmusebedarf. Immerhin habe ich es geschafft das Bündchen meines Socken fertig zu stricken und konnte schon auf die kleineren Nadeln wechseln, die ich für das Schaftmuster verwenden werde.

Der Anime selber war schon sehr vorhersehbar und stellenweise schrecklich kitschig, aber ich mochte ihn. Es wird nicht mein Lieblings-Ghibli-Film werden, aber es gab einige schöne Momente, ich mag die Zeichnungen und regelmäßig habe ich mich über all die kleinen Details gefreut, die bei den Ghibli-Filmen einen Raum so realistisch wirken lassen. Immer wieder habe ich beim Schauen gedacht, dass ich das eine oder andere Element gern nachmachen würde – und dabei habe ich definitiv keinen Bedarf für einen Wandbehang! *g*

Jetzt werfe ich erst einmal mein Essen in den Ofen und schaue dann, wie es den anderen in den letzten Stunden ergangen ist. 🙂

Update 23:00 Uhr

Kurz nachdem ich in die Küche gegangen war, meldete mein Mann seine baldige Rückkehr an, so dass ich doch gleich beide Aufläufe fertig gestellt und in den Ofen geschoben habe. (Sonst hätte er sich bei seiner Heimkehr selber darum kümmern müssen, dass aus Nudeln. Hackfleischsauce und Käse ein Auflauf wird. 😉 )

Links vegetarisch, rechts mit Hackfleisch. *g*

Inzwischen ist die Küche wieder aufgeräumt, die Spülmaschine ist für morgen früh programmiert und ich habe eine letzte Blog- und Kommentarrunde für heute gedreht. Den Rest des Abends werde ich mit „Von Beruf Schriftsteller“ verbringen. Seit dem Frühstück bin ich damit nicht weiter gekommen und ich hätte gern vor dem Wochenanfang das Gefühl, ich hatte diesem Buch schon so viel Zeit gewidmet, dass ich in der Woche auch in kleinen Stückchen weiterlesen kann.

Schön, dass heute so viele mitgelesen und gebloggt haben. Das war ein toller Auftakt fürs Herbstlesen! Danke für eure vielen Kommentare und die Einblicke in eure Erholungstage! Ich hoffe, ihr findet am kommenden Wochenende auch wieder etwas Zeit fürs Herbstlesen. 🙂

***

Heutige Mitleser:

JED
Susanne
Natira
Neyasha
Elena
Sam
Ariana

Gelesen: Juli, August und September 2017

Frühere Statistiken sind unter „Diverses“ zu finden.

Bücher:

  1. Katja Brandis: Carags Verwandlung (Woodwalkers 1)
  2. Katja Brandis: Gefährliche Freundschaft (Woodwalkers 2)
  3. Katja Brandis: Hollys Geheimnis (Woodwalkers 3)
  4. Stephanie Burgis: Snowspelled (The Harwood Spellbook 1)
  5. Jim Butcher: Im Schatten des Fürsten (Codex Alera 2)
  6. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  7. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  8. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  9. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  10. Rachel Caine und Kerrie L. Hughes (Hrsg.): Chicks Kick Butt – The Shifters (Anthologie)
  11. Agatha Christie: The Witness for the Prosecution and Other Stories
  12. R.P. Dahlke: A Dead Red Caddilac (The Dead Red Mystery Series 1)
  13. Deborah Feldman: Unorthodox
  14. Alex Grecian: The Yard (Scotland Yard Murder Squad 1)
  15. Vinnie Hansen: Murder, Honey (A Carol Sabala Murder Mystery 1)
  16. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  17. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  18. Heather Haven: Murder is a Family Business (The Alvarez Family Murder Mysteries 1)
  19. Heather Haven: A Wedding to Die For (The Alvarez Family Murder Mystery 2)
  20. Heather Haven: Death Runs in the Family (The Alvarez Family Murder Mysteries 3)
  21. Annie Haynes: The Abbey Court Murder (Inspector Furnival 1)
  22. Annie Heynes: The House in Charlton Crescent (Inspector Furnival 2)
  23. Annie Heynes: The Crown’s Inn Tragedy (Inspector Furnival 3)
  24. Tanya Huff: Fifth Quarter (Quarters 2)
  25. Tanya Huff: No Quarter (Quarters 3)
  26. Tanya Huff: The Quartered Sea (Four Quarters 4)
  27. Tanya Huff: Three Quarters (Quarters Collection)
  28. Diana Wynne Jones: The Ogre Downstairs
  29. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion (Darkbeast 2)
  30. Gillian Larkin: The Butterworth Mysteries – Box Set 1
  31. Claire Legrand: Some Kind of Happiness
  32. Marianne MacDonald: Das Manuskript (Dido Hoare 1)
  33. Marianne MacDonald: Die Schriftrolle (Dido Hoare 2)
  34. Seanan McGuire: Down Among the Sticks and Bones (Wayward Children 2)
Kurzgeschichten:
  • Amber Benson: Produce 
  • Deborah Blake: Wickedly Spirited
  • G. Scott Huggins: A Doctor to Dragons
  • Seanan McGuire: Instruments of Darkness
  • Seanan McGuire: A Citizen in Childhood
  • Seanan McGuire: From A to Z in the Book of Change
  • Seanan McGuire: Target Practice (Alice Healy und Thomas Price)
  • Seanan McGuire: With Honest Trifles
  • Caroline Ratajski: And With Her Went the Spring
  • Iona Sharma: Nine Thousand Hours
  • Ursula Vernon: The Tomato Thief

Comics/Manga:
  • Mika Yamamori: Daytime Shoothing Star 1 (Manga)
  • Mika Yamamori: Daytime Shoothing Star 2 (Manga)
  • Mika Yamamori: Daytime Shoothing Star 3 (Manga)
  • Carly Usdin, Nina Vakueva: Hi-Fi Fight Club 1 (Comic)

Hörbücher:

Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

Oktober-SuB 2017

Der September war auf der einen Seite verhältnismäßig ruhig (kein Besuch, keine Außer-Haus-Termine) und auf der anderen Seite erstaunlich trubelig, denn die To-do-Liste war häufig länger, als mir lieb sein konnte. Trotzdem habe ich erschreckend viel gelesen, weil ich abends einen so großen Nachholbedarf hatte, dass ich das Schlafengehen ein paar Stunden nach hinten verschoben habe. Das war vielleicht nicht die klügste Entscheidung, wenn ich daran denke, wie müde ich morgens in der Regel war, aber das Lesen hat mir so gutgetan, dass ich lieber auf den Schlaf verzichtet habe. Insgesamt habe ich 15 Bücher, 4 Kurzgeschichten, 1 Comic und 3 Manga gelesen und 7 Hörbücher gehört.

Im Oktober findet bei mir wieder das Herbstlesen statt, was bedeutet, dass ich die Wochenenden über verblogge, mit welchen Tätigkeiten ich mich so erhole. Ich hoffe, ich komme in der Zeit viel zum Lesen, aber auch mein Strickzeug werde ich wieder rauskramen und vermutlich die eine oder andere Stunde mit einem Spiel verbringen. Ansonsten ist die To-do-Liste für den Oktober schon jetzt gut gefüllt – wie in jedem Jahr muss ich nach dem Sommer ein paar Monate lang ranklotzen, um die Dinge nachzuholen, die ich während der wärmeren Jahreszeit nicht auf die Reihe bekommen habe, und ich werde die Auszeiten an den Wochenenden bestimmt nötig haben. 😉

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  6. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  7. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  8. Gail Carriger: Waistcoats and Weaponry (Finishing School 3)
  9. Gail Carriger: Manners and Mutiny (Finishing School 4)
  10. Jennifer Carson: Tangled Magick
  11. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  12. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  13. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  14. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  15. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  16. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  17. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  18. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  19. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  20. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  21. Sarah Kuhn: Heroine Worship
  22. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  23. Bishop O’Connell: The Stolen
  24. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  25. Cindy Pon: Serpentine
  26. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  27. Philip Reeve: Larklight
  28. John Scalzi: Fuzzy Nation
  29. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  30. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  31. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  32. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  33. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  34. Charles den Tex: Die Zelle
  35. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  36. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  37. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  38. Xinran: Gerettete Wort
  39. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

39 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Charlotte MacLeod: Madoc und Janet Rhys 1 – A Pint of Murder (Hörbuch)

„A Pint of Murder“ von Charlotte MacLeod ist der erste Teil der „Madoc und Janet Rhys“-Krimis, die die Autorin unter dem Pseudonym „Alisa Craig“ verfasste. Ich muss gestehen, dass ich eine Weile um dieses Hörbuch herumgeschlichen bin, weil ich die Hörprobe dank des Sprechers William Dufris nicht so verlockend fand. Da mir aber diese Romane in meiner Charlotte-MacLeod-Sammlung fehlen und die Hörbücher die günstigste Variante sind, um an die Geschichten zu kommen, habe ich in den letzten Wochen dann doch zugeschlagen.

Die Handlung beginnt – wie so oft bei einem Charlotte-MacLeod-Krimi – mit einem relativ harmlos wirkenden Todesfall. Die alte Agatha Treadway wird tot auf ihrem Küchenfußboden aufgefunden, nachdem sie anscheinend durch eine unsachgemäß eingemachte Portion Brechbohnen vergiftet wurde. Ihre Nachbarin Janet Wadman hätte den Vorfall als Unfall abgetan, wenn sie nicht genau gewusst hätte, dass Agatha Treadway mehr als vorsichtig beim Einmachen war. Die alte Dame lebte nicht nur schon seit mehreren Jahrzehnten als Selbstversorgerin, nachdem ihr Mann durch eine Lebensmittelvergiftung gestorben war, sie erlaubte auch niemandem, ihr beim Einmachen, Kochen und Backen zu helfen, weil sie sichergehen wollte, dass die Lebensmittel auch korrekt verarbeitet wurden. Als Janet dann noch im Keller der Verstorbenen ein Glas mit Schnibbelbohnen findet, obwohl ihrer Nachbarin immer nur Brechbohnen eingekocht hat, ist sie sich sicher, dass Agatha ermordet wurde. Als es dann noch zu einem weiteren verdächtigen Todesfall kommt, wird Detective Inspector Madoc Rhys von den Mounties herangezogen, um in dieser Angelegenheit zu ermitteln. Er muss schnell feststellen, dass es erstaunlich viele Verdächtige gibt.

Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Janet Wadman und Madoc Rhys und so bekommt man als Leser sowohl die Ansichten einer Person, die mit all den potenziellen Verdächtigen sehr vertraut ist, als auch die eines Außenstehenden, was ich persönlich sehr unterhaltsam fand. Gerade bei Janets Passagen schwingt immer mit, dass man in einer so kleinen ländlichen Gemeinde die Eigenheiten und Macken der Nachbarn sehr gut kennt und gelernt hat, damit umzugehen. So hat Janet auch keine Probleme, die Verwandtschaft ihrer verstorbenen Nachbarin – unabhängig davon, ob ihr jemand sympathisch ist oder nicht – durchgehend verdächtig zu finden und sich darüber Gedanken zu machen, welche Beweggründe jeder für einen Mord an Agatha Treadway gehabt haben könnte. Auch wenn es etwas sehr offensichtlich war, wer die Morde begangen hat, so habe ich es genossen, den Gedankengängen von Janet und Madoc zu folgen und mich wunderbar über all die kleinen humorvollen Szenen amüsiert, die einfach zu einem Charlotte-MacLeod-Roman gehören. „A Pint of Murder“ ist ein gemütlicher Krimi, bei dem der Schwerpunkt eher auf den verschiedenen Charakteren und ihrer Beziehung zueinander liegt als auf der Jagd nach dem Täter. Solch eine Herangehensweise bei einem Krimi mag ich ganz besonders gern, vor allem, wenn eine Autorin so ein gutes Händchen für die Darstellung der verschiedenen Figuren hat und einem als Leser die erzählenden Personen so sympathisch sind.

Leider bin ich mit dem Sprecher William Dufris nicht so glücklich gewesen. Er hat zwar grundsätzlich eine angenehme Stimme, aber seine Betonung des Textes hat es mir stellenweise schwierig gemacht, ihn zu verstehen. Eigentlich dachte ich, dass mein Hörverständnis bei englischsprachigen Hörbüchern inzwischen recht gut wäre, und ich konnte der Handlung auch gut genug folgen, um die Details zu genießen, aber ich habe erschreckend oft einzelne Wörter nicht verstanden oder hatte stellenweise aufgrund der Betonung Mühe, einem Satz zu folgen. (Sehr schön war der Moment, an dem mir aufging, dass die eine Person keine „ducks“, sondern „dogs“ züchtete – mich hatte es nämlich irritiert, dass das Gespräch ständig zwischen Geflügel und Welpen wechselte.) Solche Probleme hatte ich weniger bei den Textpassagen, die im Dialekt geschrieben wurden, wo ich es ja noch verstanden hätte, sondern vor allem bei normalen Dialogen. Auch fand ich die unterschiedlichen Stimmlagen, die William Dufris für die verschiedenen Frauenfiguren verwendete, in der Regel eher unangenehm statt unterhaltsam, auch wenn ich ihm zugestehen muss, dass man so die verschiedenen Figuren gut auseinanderhalten konnte. Da mir die Geschichte insgesamt aber Spaß gemacht hat, werde ich mir trotz des Sprechers auch die vier anderen „Janet und Madoc Rhys“-Hörbücher anhören – und wer weiß, vielleicht gewöhne ich mich ja irgendwann an William Dufris‘ Art, einen Text vorzulesen.

Neuzugänge Juli, August und September 2017

In den vergangenen drei Monaten hielten sich die Neuzugänge wieder in Grenzen. Das erste neue Buch („Down Among the Sticks and Bones“) war noch eine Nachlieferung aus dem April, alle anderen Romane sind Fortsetzungen von Reihen, die ich schon vor einer Weile angefangen habe und nun endlich zum Abschluss bzw. auf den aktuellen Stand bringen möchte.

Sarah Kuhn: Heroine Worship (Heroine Complex 2)
Seanan McGuire: Down Among the Sticks and Bones (Wayward Children 2)

Julie Campbell: Trixie Belden 4 – The Mysterious Visitor
Jennifer Carson: Tangled Magick  (Hapenny Magick 2)

(Auf diese beiden Bücher habe ich schon lange gewartet, weil sie einige Zeit als nicht mehr lieferbar galten bzw. für Gebrauchtexemplare regelrechte Mondpreise verlangt wurden.)

Gail Carriger: Waistcoats and Weaponry (Finishing School 3)
Gail Carriger: Manners and Mutiny (Finishing School 4)

(Uuuund wieder eine Serie abgeschlossen!)