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[Challenge] Zurück in die Vergangenheit

Elena hatte schon im vergangenen Jahr die „Zurück in die Vergangenheit“-Challenge gestartet und diese nun um ein Jahr verlängert. Beim ersten Mal war ich schon sehr versucht, aber da meine gelesenen Bücher (immer noch) in Umzugskartons stecken und es nicht gerade leicht ist, an sie heranzukommen, habe ich den Gedanken wieder verworfen. Inzwischen denke ich aber, dass ich dann eben auf die Bibliothek zurückgreife oder vielleicht mal einen Titel auf Englisch lese – einen Trixie-Belden-Band habe ich zum Beispiel noch auf dem SuB liegen, damit könnte ich ja anfangen. 

Die Challenge läuft vom 15. August 2014 bis zum 14. August 2015. Die Regeln kann man detailliert HIER nachlesen, wichtig finde ich vor allem folgende Punkte:

Ziel ist es, Bücher aus verstaubten Winkeln hervorzukramen und in nostalgischen Erinnerungen an Kindheit und Jugend zu schwelgen. Wer denkt nicht gern an Klassiker wie “Die kleine Hexe” von Otfried Preußler, “Pippi Langstrumpf” von Astrid Lindgren oder “Die unendliche Geschichte” von Michael Ende zurück? Daneben hat fast jeder seine eigenen Lieblingsbücher aus dieser Zeit, die zwar nie die breiten Massen erobert haben, aber dennoch unvergessen sind. Im Rahmen dieser Challenge sollen diese Bücher, die man in aller Regel schon ewig nicht mehr gelesen hat, nun noch einmal eine Chance bekommen, uns zu verzaubern.

Regeln gibt es praktisch keine. Es sollten einfach Bücher sein, die Ihr in den letzten Jahren nicht gelesen habt. Eine Mindestzahl ist nicht vorgeschrieben, schön wäre es jedoch dennoch, wenn Ihr mehr als ein Buch lest. Damit das jeweilige Buch im Rahmen der Challenge zählt, verfasst Ihr nach dem Lesen eine kleine Rezension. Wenn Ihr in dieser beispielsweise erwähnt, wieso es eins Euer Lieblingsbücher ist oder was für Erinnerungen daran hängen, wäre das natürlich besonders toll.

Ihr werdet also auf meinem Blog in den kommenden zwölf Monaten hin und wieder einen meiner alten Schätze wiederfinden – vermutlich inklusive einer vollkommen subjektiven und immer noch hingerissenen Meinung. Außerdem werde ich die gelesenen und besprochenen Titel wie immer auf meiner Challenge-Seite auflisten.

Wenn ihr ebenfalls Lust bekommen haben solltet, dann bin ich sicher, dass Elena sich über weitere Teilnehmer freuen würde. Anmelden kann man sich HIER in den Kommentaren.

Clara Kramer (und Stephen Glantz): Eine Handbreit Hoffnung – Die Geschichte meiner wunderbaren Rettung

„Eine Handbreit Hoffnung“ ist die Geschichte der jüdischen Clara Kramer, die sich als Jugendliche in Polen vor den Nazis verstecken musste. Geschrieben wurde das Buch von Stephen Glantz, basierend auf dem Tagebuch, das Clara damals führte, und auf ihren Erinnerungen, ergänzt durch Materialien (Briefe, Tagebücher u.ä.) und Erzählungen anderer Überlebender, die Kontakt zu Clara und ihrer Familie hatten. Ich habe schon einige Erfahrungsberichte aus dieser Zeit gelesen, ebenso Romane, die sich entweder auf wahre Ereignisse stützten oder eine fiktive Geschichte erzählten, um all die schrecklichen Fakten zu vermitteln. Viele dieser Bücher spielten in Deutschland oder den Niederlanden, einige auch in den jüdischen Ghettos in Polen, und obwohl es schon einige Zeit her ist, dass ich sie gelesen habe, so haben sie doch in der Regel einen anhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Auch „Eine Handbreit Hoffnung“ werde ich wohl so schnell nicht vergessen – nicht nur, weil die lange Zeit des Versteckens so eindringlich geschildert wird, sondern auch, weil ich die ganzen zusätzlichen Komplikationen für die jüdische Familie durch die Ukrainer und Russen sowie die schon vor dem Einmarsch der Deutschen schwierige politische Situation spannend fand (auch wenn es sich angesichts der Erlebnisse von Clara Kramer und ihrer Familie komisch anfühlt, das Ganze als „spannend“ zu bezeichnen).

Anhand von Clara Kramers Erzählungen kann man gut nachvollziehen, wie schleichend die Veränderungen für die 5000 polnischen Juden in der Stadt Zólkiew kamen. Erst die Berichte von der Machtergreifung Hitlers und der Unglaube, dass so ein Mensch auch noch Unterstützung findet, dann die ersten Flüchtlinge, die im Osten Zuflucht suchten und von der Zerstörung ihrer Synagogen, von Plünderungen und Misshandlungen berichteten – und das alles, während sie einmal die Woche am schön gedeckten Esstisch vom besten Porzellan bewirtet wurden – und ein Jahr später der Nichtangriffspakt zwischen Russland und Deutschland, der Polen schutzlos zurückließ.

Als die Nazis im September 1939 in Zólkiew einmarschierten, war Clara gerade mal zwölf Jahre alt. Aus Angst vor den Deutschen wagten sich die jüdischen Kinder nicht auf die Straße, bekamen aber später erzählt, dass sich die Deutschen wie ein Haufen Touristen verhalten hätten. Trotzdem war es eine Erleichterung für die Juden, als kurz darauf die Russen das Gebiet übernahmen. Die Russen waren zwar keine Freunde der Juden und hatten schon so einige Polen in Straflager nach Sibirien geschickt, aber alle sind sich sicher, dass das Leben unter den Kommunisten der Behandlung durch die Nazis vorzuziehen sei.

Doch nach und nach verschlechtert sich das Leben – nicht nur der Juden – in der Stadt. Erste Familien werden deportiert und Russen ziehen übergangslos in die Häuser der verschwundenen Familien ein und übernehmen die zurückgelassenen Besitztümer. Auch in Claras Familie gibt es erste Verhaftungen – erst Jahre später wird ihnen bewusst, dass die Deportation nach Kasachstan für viele von ihnen ein Glücksfall war, da diese Familienmitglieder so den Nazis entgingen. Andere Familienmitglieder – so wie Claras Großvater – werden von ukrainischen Nationalisten ermordet, als sich im Frühling 1941 die Russen zurückziehen und das Gebiet den Deutschen überlassen.

Wenige Monate später wird den Juden bewusst, dass all das Geld, das sie Monat für Monat dem Kommandanten der SS von Lemberg überreichen, ihr Leben nicht sichern kann. Während die einen versuchen, einen Fluchtweg aus der Stadt zu finden, graben die Familie Schwarz (Claras Familie), Melman und Patrontasch ein Versteck unter dem Fußboden des Hauses der Melmans. Eine geschickt ausgeschnittene Luke im Parkettboden des Schlafzimmers bildet den Eingang, und anfangs ist die Lücke unter dem Haus so klein, dass nur die Kinder graben können. Im Laufe einiger Wochen schaffen die drei Familien es so, die Hälfte des Hauses zu „unterkellern“, wobei es keine Verbindung zum kleinen „offiziellen“ Keller unter der Küche des Hauses gibt und das Versteck so niedrig ist, dass man nicht darin stehen kann.

Doch erst das Angebot des volksdeutschen Ehepaars Beck (Julia Beck hat früher als Haushälterin für Claras Familie gearbeitet, ihr Mann hingegen ist als Antisemit bekannt), das Haus der Melmans zu übernehmen und so das Versteck der drei jüdischen Familien zu schützen und ihre Versorgung mit Lebensmitteln zu sichern, ermöglicht es ihnen ab Dezember 1942, dieses Kellerloch zu nutzen.

Bis zum Juli 1944 müssen die drei Familien in ihrem Kellerversteck überleben, lange Monate ohne Frischluft, ohne ausreichendes Essen, ohne nennenswerte Bewegung, auch wenn sie anfangs immer mal wieder hinauf zu den Becks steigen können. Doch je länger der Krieg andauert, desto schwieriger wird nicht nur die Versorgung der Versteckten mit Lebensmitteln, sondern desto gefährlicher wird auch ihre Lage. Diverse Personen – darüber natürlich auch Nazis – werden bei den Becks einquartiert, Gerüchte machen die Runde, dass sich bei den Becks Flüchtlinge verstecken, so dass es immer wieder zu Hausdurchsuchungen kommt – und Beck selbst ist auch ein Risiko. Beck ist ein Spieler und Säufer, er betrügt seine Frau, er kann den Mund nicht halten und bringt sich durch Geschäfte mit Nazis, Ukrainern und Russen in Gefahr – und somit auch immer die Juden, die auf ihn angewiesen sind.

Auch im Versteck gibt es immer wieder Veränderungen. So bricht in der Straße ein Feuer aus und eine Person flüchtet vor lauter Angst aus dem Haus, während die anderen versuchen, unbemerkt von der Außenwelt Wasser zum Löschen heranzuschaffen. Weitere Juden (in der Regel Familienmitglieder der schon Versteckten) tauchen vor Becks Tür auf und brauchen Hilfe oder eine Zuflucht. So ändert sich im Laufe der Zeit die Zusammensetzung der Flüchtlingsgruppe und es gibt immer mehr Reibung zwischen den unterschiedlichen Personen, was noch dadurch erschwert wird, dass sie tagelang keinen Laut von sich geben dürfen, während über ihnen die deutschen Besatzer ein- und ausgehen.

Abgesehen von den ersten Seiten, in denen Clara Kramer ihre sehr große Familie und auch die Familien der Nachbarschaft vorstellt, lässt sich „Eine Handbreit Hoffnung“ sehr gut lesen. Die Flut der Namen – bei denen sich einige wiederholen oder gar mehrfach vorkommen, weil man die Kinder nach den Vorfahren benannt hat – ist wirklich anstrengend, und auch im Laufe der Geschichte musste ich hin und wieder innehalten und mich erinnern, welche Person da nun gemeint war und in welchem Verhältnis sie zu Clara stand. Davon abgesehen empfand ich „Eine Handbreit Hoffnung“ überraschend ausgewogen. Auf der einen Seite basiert das Buch zwar auf den Tagebüchern, die Clara während ihrer Zeit im Kellerversteck geschrieben hat, was zu einer eindringlichen und berührenden Schilderung führt, auf der anderen Seite liegen gut sechzig Jahre zwischen den Ereignissen und dem Verfassen des Buches (und das eigentliche Schreiben wurde von Stephen Glatz erledigt), was zu einem gewissen Abstand führt, der es ermöglicht, mehrere Seiten zu beleuchten und manche Geschehnisse in einem größeren Zusammenhang zu sehen.

Dieser „Abstand“ führt aber nicht dazu, dass einem die Ereignisse beim Lesen egal sind. Ich fand es interessant, mal die „Vorgeschichte“ mitzuerleben, zu lesen, wie es für die jüdische Familie unter der russischen Herrschaft war und welche Rolle die ukrainischen Nationalisten spielten. Und – gerade weil ich wusste, was in den kommenden Jahren noch folgen wird – ich fand es schrecklich, die immer größer werdende Gefahr für die Familie zu verfolgen, die Überlegungen, ob man flieht oder bleibt, und schließlich diese langen anderthalb Jahre im Kellerversteck. Die Enge, die Hitze, der Hunger, die Fassungslosigkeit angesichts der Geschehnisse, aber auch die ungläubige Dankbarkeit über die Hilfe aus unerwarteter Richtung – das alles lässt einen beim Lesen definitiv nicht ungerührt.

Arianas Hörbuch-Challenge 2014

Eigentlich habe ich mich sehr auf mein „so gut wie challengefreies“ Jahr gefreut. Meine Sachbuch-Challenge ist da natürlich eine Ausnahme, aber davon abgesehen wollte ich mir wirklich nichts vornehmen! Denn so viel Spaß Challenges machen, so läuft es bei mir doch häufig genug auf einen eher anstrengenden Endspurt hinaus.

Tja, und dann veröffentlichte Ariana heute den Post zu ihrer Hörbuch-Challenge …

Ich war mir ganz sicher, dass ich eh nicht genügend ungehörte Hörbücher im Bestand haben würde und fühlte mich beim ersten Lesen ganz sicher. Dann dachte ich, ich könnte ja mal gucken, denn schließlich wollte ich eh wieder mehr Hörbücher hören und ich habe einige Nähprojekte, die dringend fertig werden müssten. Da ich mit der Hand nähe, dauert es nicht nur lange, sondern ist auch eine wunderbar stille Arbeit, bei der ich sehr gut etwas zur Unterhaltung vertragen kann.

Aber ich wollte ja an keiner weitere Challenge mehr teilnehmen!

Zwischen all den Hörspielen im Regal stehen aber auch noch sechs ungehörte Hörbücher, die ich eigentlich mal hören könnte. Dann gibt es noch ein nettes Leihangebot von Natira, die sich gerade erst ein paar Agatha-Christie-Hörbücher gegönnt hat – und mit Agatha Christie kann man mich ja schrecklich schnell verführen – und eigentlich könnte ich (vorausgesetzt, dass Ariana das für die Challenge zählt und ich es in meinen Kartonstapeln finde) das eine oder andere Hörbuch mal wieder hören. Und ganz vielleicht ziehen in diesem Jahr auch noch einmal neue Hörbücher bei mir ein … Deshalb also, komplett gegen sämtliche guten Vorsätze und nur aus einer Laune heraus:

Hier die Regeln, wie Ariana sie in ihrem Beitrag bekannt gegeben hat:

  • Die Challenge läuft vom 1.1.2014 bis zum 31.12.2014.
  • Im Challenge-Zeitraum sollen mindestens 10 Hörbücher gehört und rezensiert werden. Wie ihr euch das einteilt, bleibt euch überlassen. Ideal wäre es, wenn ihr bis zur Jahresmitte 5 Hörbücher schafft, dann kommt ihr zum Jahresende nicht zu sehr in Stress. 😉
  • Jeder Teilnehmer erstellt auf seinem Blog eine Challenge-Seite, auf der die eigenen Fortschritte festgehalten werden. Den Link zu eurer Übersichtsseite teilt ihr mir (also Ariana) bitte mit, damit ich eure Seite auf meiner Übersichtsseite zur Challenge verlinken kann. Dort verlinke ich auch gern eure Rezensionen zu den einzelnen Hörbüchern.
  • Eine Anmeldung zur Challenge ist jederzeit möglich (per Kommentar zu diesem Post oder auf meiner Übersichtsseite zur Challenge), gewertet werden können aber nur die Hörbücher, die ab dem Zeitpunkt der Anmeldung gehört/rezensiert werden.
  • Wenn ihr an meiner Challenge teilnehmt, dürft ihr euch das Logo natürlich gern für eure eigenen Challenge-Seiten mitnehmen.
Meine Challenge-Fortschritte gibt es wie immer auf meiner „Challenge“-Seite.

Challenges 2013 – Statistik

Challenges 2013

Vorweihnachts-Lese-Challenge von Ariana:
Vom 01.12.2013 bis zum 26.12.2013 mit dem Ziel
die Adventszeit mit gemütlichen (weihnachtlichen) Lesestunden zu genießen.

1. Adventssonntag
2. Adventssonntag
3. Adventssonntag
4. Adventssonntag
Fazit

Regeldetails siehe Link, eine grobe Regelaufstellung zur Erinnerung folgt hier:
Jeden Monat muss ein Buch von der „The Big Read“-Liste gelesen und rezensiert werden.
Von jedem Autor darf nur ein Buch gelesen werden.
Wenn in einem Monat kein Buch gelesen wird,
muss im nächsten Monat zusätzlich ein Strafbuch bewältigt werden.
(Milas Übersichtsliste)

Januar: Terry Prattchet – Gevatter Tod
Februar: Dodie Smith – I Capture The Castle
März: Frances Hodgson Burnett – The Secret Garden
April: Daphne du Maurier – Rebecca
Mai: Lucy Maud Montgomery – Anne auf Green Gables
Juni: Harper Lee – Wer die Nachtigall stört
Juli: Jacqueline Wilson – The Story of Tracy Beaker
August: Wilkie Collins – The Woman in White
September: Jane Austen – Überredung
Oktober: Charlotte Brontë – Jane Eyre
November: Louisa May Alcott – Little Women
Dezember: Charles Dickens – A Christmas Carol

12/12 gelesen und rezensiert – beendet am 29.12.2013

Persönliche Vorhaben für 2013:
1. English-Challenge

Da mir die „English-Challenge“ von Katrin und Nina in den letzten zwei Jahren Spaß gemacht hat und das Lesen auf Englisch dadurch wieder viel selbstverständlicher geworden ist, verlängere ich die Challenge für mich um ein weiteres Jahr. Also werde ich wieder ein englisches Buch pro Monat lesen und möglichst zeitnah rezensieren und wenn ich das in einem Monat nicht schaffe, dann gibt es zusätzlich ein Strafbuch!

Januar: Seanan McGuire – Discount Armageddon (InCryptid #1)
Februar: Juliet Blackwell – Secondhand Spirits (Witchcraft Mystery #1)
März: Rhys Bowen – Her Royal Pain (A Royal Spyness Mystery #2)
April: Seanan McGuire – Midnight Blue-Light Special (InCryptid #2)
Mai: Tanya Huff – The Complete Keeper Chronicles
Juni: Tamora Pierce – Tordall and Other Lands
Juli: Juliet Blackwell – Tarnished and Torn (Witchcraft Mystery #5) [nicht rezensiert, da Band 5]
August: Diane Zahler – The Thirteenth Princess
September: Kelly Meding – Another Kind of Dead (Dreg City # 3) [nicht rezensiert, da Band 3]
Oktober: Kelly Meding – Wrong Side of Dead (Dreg City #4) [nicht rezensiert, da Band 4]
November: Julia Quinn – A Night Like This
Dezember: Louisa May Alcott: Little Women

12/12 gelesen (und rezensiert) – beendet am 13.12.2013

2. Individuelle Monatsvorhaben (zum SuB-Abbau)

Januar: 5 Bücher vom SuB lesen (5/5)
Februar: Leih-SuB abarbeiten (3/3) [2 Bücher im März gelesen, 1 Buch im Mai gelesen]
März: 5 Bücher vom SuB lesen (7/5)
April: 3 R-Titel (2/3) und 1 T-Titel (1/1) vom SuB lesen [je 1 R-Titel im April und Mai, 1 T-Titel im August]
Mai: 5 Bücher vom SuB (5/5) lesen [4 im Mai, 1 im August]
Juni: 3 angefangene Serien (soweit vorhanden) beenden [2/3]
Juli: Urlaub von den ganzen Vorhaben!
August: 5 Bücher vom SuB lesen (8/5) [+1 um den Mai auszugleichen]
September: Schwerpunkt Reihenlesen ohne Mengenvorgabe
Oktober: 5 Bücher vom SuB lesen (4/5)
November: 5 Bücher vom Leih-SuB lesen (5/5)
Dezember: 5 Bücher vom SuB lesen (3/5)

Stand 31.12.2013 – Gerade mal die Hälfte der Monate war ich erfolgreich, aber ich habe trotzdem mehr geschafft, als ich ohne diese Vorhaben auf die Reihe bekommen hätte und bin deshalb zufrieden. 

Sachbuch-Challenge 2014 – Eine Vorauswahl

Nachdem es nur noch zwei Tage bis zum Beginn meiner Sachbuch-Challenge sind, habe ich mich heute mal durch mein Regal gewühlt und eine Vorauswahl getroffen. Einige dieser Titel liegen schon seit Jahren da und warten darauf, dass ich ihnen meine Aufmerksamkeit widme, andere „nur“ seit ein paar Monaten. Immerhin kann ich sagen, dass ich mich immer noch für die verschiedenen Themengebiete interessiere und keines der Bücher als nicht mehr reizvoll empfinde.

1. Cornelia Gerlach: Pionierin der Arktis
Das Buch hatte ich im Sommer schon mal angefangen, bin aber nie über das erste Drittel hinausgekommen. Sollte es in den nächsten Wochen doch mal schneien, werde ich damit von vorne anfangen und hoffen, dass ich dieses Mal auch bis zum Ende komme.

2. Jo Whittingham: Gärtnern ohne Garten
Heute frisch eingetroffen und bislang nur kurz durchblättert. Ein Sachbuch rund um den Anbau von Obst und Gemüse in Kübeln, das mir hoffentlich im nächsten Jahr viel Lust aufs Experimentieren macht.

3. Sven Rausch: 50 Klassiker – Römische Antike
Die „50 Klassiker“ sind mir schon vor einiger Zeit ans Herz gelegt worden und ich dachte, dass das eine gute Gelegenheit wäre, meine paar Wissensbrocken etwas auszuweiten.

4. Barbara Sichtermann: 50 Klassiker – Schriftstellerinnen
Da ich zu den Lesern gehöre, die es spannend finden, wenn sie mehr über die Menschen hinter den Büchern erfahren, musste ich bei dem Buch zugreifen. Tja, und nun steht es schon seit vier Jahren im Regal und wartet auf Aufmerksamkeit.

5. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind
Ich gehöre (leider) zu den Leuten, die etwas übersättigt sind von Filmen und Büchern zum Thema „2. Weltkrieg“. Wir haben nicht nur damals in der Schule sehr viele Unterrichtsstunden dafür aufgewandt, ich habe zu der Zeit auch privat sehr viel dazu gelesen. Wenn ich aber über einen Titel stolpere, der mir das Gefühl gibt, dass er andere Facetten dieser Zeit beleuchtet, dann werde ich doch wieder neugierig.

6. Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung
 – siehe Nr. 5 – 😉

7. Laura Thompson: Agatha Christie
Das Buch habe ich mir zu einer Zeit zugelegt, als ich sehr viel über Agatha Christie las – und am Ende etwas genervt war, weil ich in all diese Biografien die gleichen Textpassagen fand. Inzwischen ist etwas Zeit vergangen und ich hoffe, dass Laura Thompson mir vielleicht etwas Neues über die Schriftstellerin zu erzählen hat.

8. Dieter Breuers: Colonia im Mittelalter
Ein bisschen Wissen über die Stadtgeschichte Kölns habe ich, dazu kommen sehr viele Informationsbröckchen aus historischen Romanen, die in der Gegend spielten. Da ich dachte, dass fundiertere Informationen ganz spannend wären, habe ich mir das Buch zugelegt – und bislang nicht einmal aufgeschlagen …

9. Reinhard Osteroth: Erfinderwelten
Was das Thema „Erfindungen“ angeht, so würde ich behaupten, dass ich da ein gut fundiertes Allgemeinwissen habe – und es schadet ja nie, wenn man das noch etwas vertieft. 😉

10. Alberto Angela: Vom Gladiator zur Hure
Vom dem Buch erhoffe ich mir Details über das Römische Reich, die mal andere Bereiche betreffen als die Dinge, die ich im Lateinunterricht, im Studium oder über historische Romane gesammelt habe.

Diese zehn Titel sind nur ein Teil meines Sachbuch-SuBs und wurden von mir heute spontan aus dem Regal gezogen, weil ich darauf momentan die meiste Lust hatte. Ich bin gespannt, ob ich diese zehn Bücher wirklich im kommenden Jahr lesen werden oder mich immer wieder umentscheide. Wie ich mich kenne, wird mich auch der eine oder andere Challenge-Mitstreiter noch mit einer begeisterten Rezension zu einem Sachbuch verführen können. 😉 Auf jeden Fall freu ich mich gerade sehr auf diese Challenge!

Jane Austen: Überredung

Seitdem ich vor zwei Jahren den Jane-Austen-Schuber zum Geburtstag bekommen habe, möchte ich die Romane wieder lesen. Als ich dann Mitte November feststellte, dass mir die Zeit für die „100 Bücher“-Challenge davonlief (und dass die Bibliothek die dafür vorgemerkten Titel wohl nicht mehr rechtzeitig zur Verfügung stellen kann), nahm ich mir vor, dass ich diese Challenge – und somit vermutlich auch mein „Lesejahr“ – mit einem Titel von Jane Austen beenden werde. Meine Wahl dafür ist auf „Überredung“ gefallen, eine meiner Lieblingsgeschichten von Jane Austen, die aber – zumindest empfinde ich das so – von den meisten Leuten weniger geschätzt wird als „Stolz und Vorurteil“, „Verstand und Gefühl“ oder „Emma“.

Ich muss zugeben, dass Anne als Hauptfigur deutlich weniger im Mittelpunkt der Geschichte steht als andere Charaktere von Jane Austen. Während sich bei den anderen Romanen die Handlung zum Großteil um die Protagonisten arrangiert und die Nebenfiguren nicht so präsent sind wie diese, habe ich bei „Überredung“ das Gefühl, dass Anne deutlich weniger ins Auge fällt. Sie hat so viele Jahre ihre Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche unterdrückt, dass sie dem Leser vor lauter Zurückhaltung weniger nah kommt – und doch lernt man all die Nebenfiguren vor allem dadurch kennen, wie sie Anne behandeln, wie sie sie und ihre Aufmerksamkeit als selbstverständlich nehmen und wie sie sie ebenso selbstverständlich zugunsten ihrer eigenen (und häufig sehr egoistischen)Wünsche in die Ecke drängen.

Durch diese erzwungene Passivität ist Anne aber auch eine perfekte Beobachterin geworden. Sie sieht die Gefahr, die von einer Bekannten ihrer älteren Schwester Elizabeth ausgeht, sie ist gegenüber dem wiederentdeckten Cousin Mr. Elliot zurückhaltender als der Rest ihres Bekanntenkreises und wenn man es genau nimmt, dann sah sie schon als junge Frau die Qualitäten in Kapitän Wentworth, die letztendlich zu seinem beruflichen und finanziellen Erfolg führten. So bescheiden sie in allen Dingen ist, so haben die Jahre, in denen sie bedauerte, dass sie sich nicht über den Einfluss von Freunden und Verwandten hinweggesetzt hat und dass sie nicht ihrem Herzen gefolgt ist, dann doch dafür gesorgt, dass sie – bei aller Zurückhaltung und Höflichkeit – ein Rückgrat und feste Ansichten entwickelt hat.

Angenehmerweise schreckt sie auch nicht davor zurück, diese Ansichten zu teilen. Für mich sind das häufig die schönsten Szenen im Buch, diese kleinen Momente, in denen sie im Gespräch mit einer anderen Person ist und ihre Meinung äußert. Hier wird oft deutlich, dass die meisten ihrer hochgeborenen Gesprächspartner recht dumm und oberflächlich sind, weil sie Annes wohldurchdachte Meinung herabsetzen oder nicht ernst nehmen. Diese subtile Kritik an der Oberflächlichkeit einer Gesellschaft, die auf den Rang, den Namen und das Äußere einer Person setzt, statt sich auf das Benehmen und die Intelligenz zu konzentrieren, mag ich sehr. Ebenso schön finde ich es, dass in „Überredung“ immer wieder betont wird, dass die Herkunft oder das manchmal etwas ungehobelte Benehmen einer Figur vollkommen verzeihlich ist, wenn Herzensgüte, Bildung und Anstand ihr Verhalten bestimmen.

Und gerade nach dem Lesen von „Jane Eyre“, wo von der Erzählerin auf jede Gemütsregung eingegangen und ständig eine Nabelschau abgehalten wird, genieße ich die Zurückhaltung und Einfachheit der Erzählweise in „Überredung“. Anne ist in allen Belangen sehr vorsichtig, sie will weder verletzen noch verletzt werden, und so kann man als Leser nur hier und da erahnen, wie sehr sie in den vergangenen Jahren gelitten hat und wie sehr sie nun aufgewühlt ist, weil es ein Wiedersehen mit Kapitän Wentworth gibt. Besonders deutlich wird Annes Situation in den kleinen Nebenbemerkungen, wenn sie zum Beispiel über die innige Verbundenheit der Schwestern Musgrove nachdenkt oder über die Ehe der Crofts und dadurch deutlich wird, wie sehr sie eine Vertraute vermissen muss und wie sehr sie sich nach einer harmonischen Beziehung sehnt. Aber nicht einmal in diesen Szenen klagt sie über ihr Schicksal, sondern arrangiert sich mit ihrer lieblosen Familie und versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen.

Ich habe zwei schöne Tage mit Anne verbracht und mich an all den kleinen Momenten erfreut, in denen sie Hoffnung schöpfte, Rückgrat zeigte und mich mit ihren – zum Teil erstaunlich spitzen – Beobachtungen unterhalten hat. So hat mir die „100 Bücher“-Challenge das Jahr hindurch nicht nur erlaubt, einige Neuentdeckungen zu machen, sondern auch die Gelegenheit gegeben, einige schon bekannte Klassiker neu zu entdecken. Ich finde es immer wieder schön und spannend, welche neuen Facetten mir an einer Geschichte auffallen und an welche Aspekte ich mich noch klar erinnerte, obwohl das letzte Lesen einige Jahre her ist.

Charlotte Brontë: Jane Eyre

Auch „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë gehört zu den Romanen, die ich für die „100 Bücher“-Challenge gelesen habe. „Jane Eyre“ habe ich das erste (und letzte) Mal mit ungefähr zwölf Jahren gelesen und inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich damals eine ungekürzte Fassung in die Hände bekommen hatte oder ob ich in der Zwischenzeit sehr viel vergessen hatte.

So konnte ich mich zum Beispiel nicht mehr daran erinnern, dass in diesem Roman anfangs ein gar nicht so unerheblicher Teil dafür draufgeht, das Leben der kleinen Jane bei ihrer Tante zu beschreiben. Dabei wird deutlich, wie sehr das Mädchen unter der ungerechten Behandlung ihrer Verwandten und den Quälereien durch ihren Cousin leidet. Auch die Zeit im Institut hatte ich ziemlich verdrängt, auch wenn ich mich noch daran erinnerte, dass sie in einem solchen ausgebildet wurde. Und ich muss zugeben, dass ich beim nochmaligen Lesen ganz froh war, dass ich an Janes Freundin Helen zum Beispiel keine Erinnerungen mehr hatte, denn deren langen Monologe fand ich stellenweise doch recht ermüdend.

Erst mit Janes Eintreffen auf Thornfield und ihrer ersten Begegnung mit Mr. Rochester kam ich wieder in vertrautes Gebiet. Allein schon die Szene mit dem Pferd und dem Hund ist ja recht unvergesslich, aber auch das langsame Kennenlernen der beiden Charaktere, Janes Sehnsucht nach mehr Abenteuer, als ihr ihr Leben bieten kann, sein launenhaftes Wesen und natürlich das in Flammen stehende Bett – das alles sind bekannte Fixpunkte. Was ich hingegen vollständig verdrängt hatte, war, dass auch Mr. Rochester eine Neigung zu Monologen hegte – natürlich nur herbeigeführt durch Janes geduldiges Zuhören. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass sich alle Menschen in diesem Roman sehr gern selbst reden hören. 😉

Außerdem ist mir der Unterschied zwischen den beiden Männern in Janes Leben nicht mehr so bewusst gewesen. Während ich Mr. Rochester mag und verstehen kann (obwohl er trotz der Dame im dritten Stock Zukunftspläne hegt), ist mir St. John recht zuwider gewesen. Seine Bereitschaft, alle Mittel anzuwenden, um seinen Willen zu bekommen, und dabei immer zu behaupten, es geschehe doch nur im Namen Gottes, fand ich wirklich abschreckend. Ebenso unangenehm war es mir, wie Jane sich in seiner Gegenwart von Woche zu Woche verändert hat.

Am Ende ist es aber – trotz der großen Liebe, die zwischen ihnen herrscht – das Verhältnis zwischen Jane und ihrem Mr. Rochester, das dafür sorgt, dass ich den Roman wohl so schnell nicht noch einmal lesen werde. Jane verhindert anfangs jede Großzügigkeit von seiner Seite, er ist verliebt, er möchte sie erfreuen, aber sie scheint dabei nur das Gefühl zu haben, dass er sie kaufen will. Erst als er derjenigee ist, der abhängig von ihr ist, als sie großzügig und „opferbereit“ sein darf, kann sie ihrer Liebe nachgeben, erst dann gibt es eine Zukunft für die beiden – und das lässt mich das Buch mit einem etwas bitteren Nachgeschmack beenden.

Vorweihnachts-Lese-Challenge Fazit

Als Ariana im November ihre „Vorweihnachts-Lese-Challenge“ vorstellte, war ich gleich angetan von dem Gedanken. Sich bewusst während der Adventszeit hinzusetzen und nicht nur zu lesen, sondern Bücher mit Weihnachts- oder Winterbezug zu wählen, fand ich nett. Da ich zu dem Zeitpunkt nicht sicher war, ob ich mehrere Titel zu diesen Themen finden würde, hatte ich mir nur die Anthologie „A Grosvenor Square Christmas“ und regelmäßige Lesestunden an den Adventssonntagen vorgenommen. Heute endet die Challenge offiziell und ich mag noch einmal auf die gelesenen Bücher zurückblicken.

Lustigerweise waren die Advents(sonn)tage für mich von Anthologien geprägt. Neben den Regency-Geschichten aus „A Grosvenor Square Christmas“ hatte ich mir noch „Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“ vorgenommen. Dieser Titel enthält zwölf sehr unterschiedliche (Krimi-)Kurzgeschichten rund um das Thema Weihnachten – mir persönlich war die Zusammenstellung ehrlich gesagt zu unterschiedlich und so musste ich mich nicht nur durch manche Geschichte hindurchkämpfen, sondern habe mich zum Teil sehr über manchen Autor geärgert.

„A Christmas Carol“ von Charles Dickens hat mir hingegen viel Spaß bereitet und ich war am Ende richtig traurig, weil dieses Buch so schnell gelesen war. Diese Geschichte hatte mich so richtig in Weihnachtsstimmung gebracht (und mein armer Mann durfte sich das eine oder andere „Bah! Humbug!“ anhören. 😉 )

Weiter ging es mit „Süßer die Schreie nie klingen“ – wenn ich nicht so spät damit angefangen hätte, dann wäre diese Anthologie ein schöner Adventskalender geworden. Der Titel beinhaltet 24 weihnachtliche Krimikurzgeschichten von Autoren, die sich zum Großteil auf Regionalkriminalromane spezialisiert haben. Ich fand die Zusammenstellung deutlich harmonischer als in der anderen Weihnachtskrimianthologie und die Geschichten haben mir auch mehr zugesagt. So habe ich mir so gut wie immer gut unterhalten gefühlt und manchmal fröhlich vor mich hingekichert, während ich eine bitterböse Handlung verfolgte, habe mit ein paar unabsichtlichen Mördern mitgefühlt oder ein kleines Tränchen für einen Auftragsmörder verdrückt.

Am vierten Adventssonntag reichte meine Konzentration dann nur noch für das Beenden von „A Grosvenor Square Christmas“ – leider mit einer nicht ganz so hübschen Geschichte wie die vorhergehenden drei Episoden. Trotzdem musste ich feststellen, dass diese netten und manchmal etwas kitschigen Kurzgeschichten fast schon den Höhepunkt meines Advenslesen bildeten. Denn so gern ich die Krimikurzgeschichten aus „Süßer die Schreie nie klingen“ mochte, so erholsam und weihnachtlich fand ich es, wenn sich ein Pärchen auf einem Weihnachtsball am Grosvenor Square einfand.

Eigentlich hatte ich noch gehofft, dass ich in diesen Tagen einen Blick in „Krampus“ werfen könnte, aber wie so oft hatte ich weniger Lesezeit als erwartet zur Verfügung. Aber der Roman läuft mir ja nicht weg und ich werde bestimmt in den nächsten Wochen dazu kommen. Seit dem 4. Adventssonntag habe ich allerdings kein winter-weihnachtliches Buch mehr angefasst, da ich mich im Endspurt für die „100 Bücher“-Challenge befinde. Bis ich „Jane Eyre“ und einen noch unbestimmten Jane-Austen-Roman beendet habe, ist nicht nur die Vorweihnachts-Lese-Challenge vorbei, sondern vermutlich auch das Jahr 2013. 😉

Vielen Dank an Ariana für die tolle Idee! Ohne diese Challenge hätte ich zwar auch im Dezember das eine oder andere Buch gelesen, aber ich weiß nicht, ob ich mir bewusst die Sonntage dafür freigehalten und so viel Weihnachtliches gelesen hätte. Da das aber – trotz der einen oder anderen enttäuschende Geschichte – so viel Spaß gemacht hat, hoffe ich, dass ich mir auch im nächsten Jahr wieder bewusst ein paar Adventslesestunden gönnen werde.

Vorweihnachts-Lese-Challenge am 4.Advent

Der 4. Adventssonntag und somit wieder Zeit für einen „Vorweihnachts-Lese-Challenge-Beitrag“. Ich muss zugeben, dass ich so langsam reif für etwas mehr Weihnachtsruhe bin. Weniger in meinem näheren Umfeld – wir haben es in den letzten Tagen wirklich so gemütlich wie möglich angehen lassen – als in der Nachbarwohnung, mit der es in der vergangenen Woche so viel Stress (durch Lärmbelästigung, in unser Wohnzimmer laufenden Fließestrich und die ganzen folgenden Mails mit unserem Vermieter und dem neuen Besitzer der Nachbarwohnung) gab. Immerhin gab es dann noch gute Nachrichten zum Thema Schallschutz beim weiteren Umbau – trotzdem hätte ich jetzt gern mal eine Phase ohne Lärm und Dreck von oben.

Gelesen habe in der vergangenen Woche nicht so viel, aber „Süßer die Schreie nie klingen“ ist inzwischen trotzdem beendet. So eine Kurzgeschichte kann man ja gut zwischendurch einschieben, wenn man ein paar Minuten zu überbrücken hat. Heute möchte ich ansonsten noch „A Grosvenor Square Christmas“ beenden – und freu mich jetzt schon auf die vierte Liebesgeschichte aus der Anthologie – und dann wird Broms „Krampus“ angelesen. Mal schauen, wie weit ich heute damit komme …

***

„The Last First Kiss“ von Kate Noble bildet den Abschluss der „A Grosvenor Square Chrismas“-Geschichten und handelt von Susannah, die schon seit ihrem neunten Lebensjahr in den Sebastian, den Sohn der Nachbarn, verliebt ist. Während die sechzehnjährige Susannah am Boden zerstört ist, weil Sebastian 1. auf Grand Tour geht und 2. anscheinend nicht mehr als brüderliche Gefühle für sie hegt, macht ihre Tante Julia ihr klar, dass die Abwesenheit ihres Schwarms für sie die Chance ist, sich weiter zu entwickeln. Drei Jahre später treffen sich Susannah und Sebastian auf dem Weihnachtsball am Grosvenor Square wieder …

Die Geschichte war nett, aber auch nicht  mehr. Und ich muss feststellen, dass mir der Schreibstil von Kate Noble nicht so sehr zusagt wie der der anderen Autorinnen. Außerdem bekommen Lucy und Philbert, die schon in den vorhergehenden Episoden etwas Raum hatten, eine Wendung verpasst, die mir nicht so gefällt. Aus den vorherigen Geschichten hatte ich den Eindruck gewonnen, dass sich die beiden sehr nahe stehen, hier hingegen bekomme ich das Gefühl, dass all die kleinen Gesten vorher viel weniger bedeutet haben sollen. Ich hätte lieber die romantischere Sicht der vorhergehenden Geschichten behalten. 😉

Vorweihnachts-Lese-Challenge am 3. Advent

Schon der dritte Adventssonntag, die Zeit vergeht mal wieder viel schneller als erwartet. In der letzten Woche habe ich hauptsächlich „Little Women“ (und „Jane Eyre“ gelesen) und nur ab und an in „Süßer die Schreie nie klingen“ reingeguckt. Auf jeden Fall gefällt mir diese Anthologie besser als „Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“, ich finde die Geschichten – soweit bislang gelesen – unterhaltsamer und netter für zwischendurch. Insgesamt sind es 24 Kurzgeschichte von deutschen Regionalkrimiautoren, so dass man den Band auch als Adventskalender lesen könnte.

Wie schon an den anderen Sonntagen hoffe ich, dass ich heute (nach dem Sconesbacken) besonders viel Zeit auf dem Sofa mit einem Buch in der Hand verbringen kann. Zwischendurch werde ich aber noch weiter „Pralinen“ machen, damit ich Anfang der Woche ein Päckchen an meine Eltern abschicken kann. Mit selbstgemachten Geschenken ist es ja immer so ein Ding – da ich nicht riskieren will, dass die Leckereien nicht mehr bis Weihnachten ankommen, schicke ich sie lieber zu früh ab und sage meiner Mutter, sie soll das Päckchen kühl lagern, damit es zu Weihnachten keine undefinierbaren Schokofladen gibt. 😉

Oh, und natürlich freu ich mich auf die dritte Geschichte aus dem „A Grosvenor Square Christmas“-Band! Wie immer gibt es im Laufe des Tages ein paar Aktualisierungen dieses Beitrags, bis dahin wünsche ich euch einen wunderschönen Start in den dritten Adventssonntag! 🙂

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Achtung, Fotos! 😉 Wieso mache ich eigentlich an meinen „Lesetagen“ immer so viele andere Dinge?

Ich habe Scones zum Frühstück gebacken …
… die Pralinen von gestern eingetütet …
… weiße Schokolade mit Cranberries gemischt …

… und jetzt werde ich aber wirklich nur noch lesen!
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„His Christmas Cinderella“ von Anna Campbell habe ich inzwischen gelesen – eine zuckersüße Geschichte über eine arme Waise, die seit zehn Jahren für ihre hartherzige Tante arbeitet und während der Londoner Saison ihrer Cousine zufällig einen netten – und natürlich viel zu hochgestellten – Mann kennenlernt. Die Geschichte beginnt sechs Wochen, nachdem die beiden miteinander im Bett gelandet sind und an dem (Vorweihnachts-)Nachmittag, an dem sie seine Gesellschaft zum letzten Mal genießen möchte, bevor sie wieder aufs Land geschickt wird. Richtig gut haben mir die Szenen gefallen, in denen seine Mutter auftauchte. 😀 Weiter geht es mit weniger romantischen Weihnachtsgeschichten …

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Es bleibt dabei, ich mag „Süßer die Schreie nie klingen“ deutlich lieber als die vorher gelesene Anthologie! Zwar kann mich auch hier nicht wirklich jede Geschichte begeistern, aber die „schlechten“ sind immerhin noch ganz nett und bringen mich nicht dazu fluchend durch die Wohnung zu rennen und meinem Mann lang und breit zu erzählen, was denn nun so bescheuert daran war. 😉 Die guten Geschichten hingegen sind bitterböse und bringen mich trotzdem (oder gerade deshalb) oft genug zum Kichern. 😀