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SuB-trahiert 2017 (3)

Auch in den vergangenen drei Monaten habe ich wieder Bücher gelesen, die länger als ein Jahr auf dem SuB ruhten, bevor ich sie endlich aus dem Regal geholt habe. Viele sind es nicht geworden, aber für die Statistik gibt es trotzdem einen Post für die SuB-trahierten Titel von Juli, August und September:

1. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion (Darkbeast 2)

Auf diese Fortsetzung hatte ich mich sehr gefreut, weil ich den ersten Teil („Darkbeast“) von der Grundidee her so ungewöhnlich fand und sich das Buch gut lesen ließ. Allerdings wusste ich auch, dass ich für die Protagonistin Keara in der richtigen Stimmung sein musste, weil ich die Figur wirklich schwierig finde und beim Lesen etwas Geduld mit ihrem Wesen benötige. Letztendlich hat es zwar über ein Jahr gedauert, bis ich mich auf die zweite Geschichte mit Keara einlassen wollte, aber der Zeitpunkt war genau richtig und ich habe auch diesen zweiten Roman rund um die sperrige Protagonistin und ihr Darkbeast genossen. Mehr Details dazu gibt es HIER.

(gelesen im Juli 2017)

2. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)

Auch der zwölfte Band der Rachel-Morgan-Reihe saß ein Jahr auf meinem SuB, da ich erst darauf wartete, dass ich den dreizehnten (und abschließenden) Teil bekam. Und dann war ich so mit dem Umzug und all den darauf folgenden Dingen beschäftigt, dass ich eigentlich nur dann zu umfangreicheren Büchern gegriffen habe, wenn sie aus der Bibliothek ausgeliehen waren. Nachdem der trubelige August vorbei war und ich endlich das Gefühl hatte, dass der Rest des Jahres vielleicht mal „normal“ und hoffentlich stressfreier verlaufen könnte, hatte ich endlich die nötige Ruhe, um mir die insgesamt 1450 Seiten der letzten beiden Rachel-Morgan-Romane vorzunehmen. Ich finde es spannend, dass ich diese Reihe immer noch so gern mag, während mich die neue Serie der Autorin überhaupt nicht angemacht hat. Aber ich muss auch zugeben, dass ich inzwischen große Mühe habe, mich an die Details der vorhergehenden Bände zu erinnern. Das ist mit ein Grund, warum ich die beiden Bücher hintereinander gelesen habe und gern irgendwann einmal die ganze Reihe am Stück lesen möchte.

(gelesen im September 2017)

3. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
4. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)

Erst habe ich darauf gewartet, dass ich die Reihe endlich vollständig habe, dann habe ich darauf gewartet, dass ich genügend Zeit habe, um sie am Stück zu lesen. Im September hatte ich dann keine Lust mehr, länger zu warten (und weiter den ersten Teil für einen Reread in Kartons zu suchen), also habe ich mir Band 2 bis 6 der „Codex Alera“-Reihe geschnappt und verschlungen. Da der dritte und der vierte Teil über ein Jahr auf dem SuB lagen, zählen die beiden Titel fürs SuB-trahieren. Ich mag Butchers Schreibweise sehr gern, ich mag seine Charaktere, den Humor und die Geschichten, die er erzählt, und ich mag diese römisch beeinflusste, magische Welt, in der die Codex-Alera-Romane spielen, und habe es sehr genossen. so viel davon hintereinander zu lesen. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. 😉

(gelesen im September 2017)

Herbstlesen im Oktober (1) – Sonntag

Heute ist der 1. Oktober und damit der erste Herbstlesen-Tag! Wie immer werde ich diejenigen, die sich mir heute beim gemütlichen Lesen (Handarbeiten, Basteln, Spielen oder sonstigen erholsamen Tätigkeiten) anschließen, am Ende des Beitrags auflisten, sobald sie einen dementsprechenden Kommentar unter diesem Post hinterlassen. Außerdem gibt es von mir über den Tag verteilt Updates, in denen ich von meinen Aktivitäten erzähle.

Für mich beginnt der heutige Sonntag recht gemütlich, nachdem mein Mann gerade das Haus verlassen hat, um den heutigen Tag mit Arbeitskollegen und Brettspielen zu verbringen. Abgesehen davon, dass ich noch eine Geburtstagstorte für morgen backen will, habe ich keine konkreten Pläne für den Tag. Also kann ich mich heute vollständig dem Herbstlesen widmen. Nachdem ich in der vergangenen Woche viel um die Ohren hatte, wird es aber auch Zeit, dass ich endlich wieder zu einem meiner angefangenen Bücher greife und weiterlesen. Also starte ich mit „Waistcoats and Weaponry“, dem dritten Teil der Finishing-School-Serie von Gail Carriger, in den Tag. Mal schauen, ob ich den Roman beendet bekomme, bevor es Zeit zum Frühstücken wird!

Update 09:15 Uhr

So langsam haben sich die ersten Mitleser bei mir gemeldet und ich freu mich sehr auf den gemeinsamen Tag! 🙂 Seit dem ersten Lebenszeichen heute morgen, habe ich wirklich viel Zeit mit „Waistcoats and Weaponry“ verbracht, bin aber noch nicht am Ende mit dem Buch, da ich mich ein klitzekleines Bisschen habe ablenken lassen. Auf der einen Seite habe ich die gestern Abend angefangenen Twitterkonversationen weitergeführt und auf der anderen Seite mit der Kamera am Fenster gehangen. Heute früh war der Himmel wunderschön und ich mag dieses Scherenschnitt-artige kurz vor Sonnenaufgang. Und während zwischendurch für zwei Stunden die Sonne schien, als könnte heute kein Wölkchen sie trüben, ist inzwischen gemütlicher Hochnebel aufgezogen. Ich mag das herbstliche Wetter! 🙂 Jetzt schaue ich erst einmal wie die anderen in den Tag gestartet sind und überlege dann, ob es schon Zeit für ein frühes Frühstück ist oder ob ich doch erst meinen Roman beende.

Update 11:30 Uhr

Dieses Update ist JED, Sayuri und Neyasha gewidmet. *g* JED ist der Grund, warum ich eben zum Frühstück meine schrecklich hässliche Schaftasse aus dem Schrank geholt habe, Neyasha hat mich mit ihrem Beitrag daran erinnert, dass ich noch ein Bibliotheksbuch vor dem Abgabetermin lesen muss, und das Buch selber habe ich aufgrund von Sayuris Empfehlung beim letzten (oder vorletzten?) Lese-Sonntag ausgeliehen. 😉

Wie ihr sehen könnt, liegt „Waistcoasts and Weaponry“ immer noch in Reichweite, weil mir immer noch ein paar Seiten bis zum Ende fehlen. So unterhaltsam ich die Geschichte finde (inklusive der Kabbeleien zwischen Sophronia und den beiden Herren, die Interesse an ihr haben, ihren Bemühungen das gelernte Wissen aus ihrer ungewöhnlichen „Finishing School“ anzuwenden, der Zugentführung und all der anderen fantastischen Aspekte), so fällt es mir auch nicht schwer das Buch aus der Hand zu legen, um nur mal kurz einen Kommentar zu schreiben oder mit Madamchen zu schmusen.

Immerhin habe ich schon gefrühstückt und ein paar Seiten in „Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami gelesen. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass ich mich bislang nicht auf seine Romane einlassen konnte, aber seine Art ein Sachbuch zu schreiben sehr mag. Ich sollte mir für die Weihnachtsferien, wenn ich definitiv ein paar Tage am Stück Ruhe habe, noch einmal einen von Murakamis Romanen vornehmen.

(Ich sollte meine Updates nicht nur schreiben, sondern auch dann auch noch den Beitrag aktualisieren … *g*)

Update 15:15 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich mich einige Zeit in der Küche rumgetrieben und parallel einen Biskuitboden gebacken, eine Paprika- und eine Paprika-Hackfleisch-Sauce fürs Abendessen gekocht und Christie gefüttert. Ich mag es ja, wenn ich den Großteil meiner Küchenarbeit in einem Rutsch erledigen kann, auch wenn ich dann vielleicht mal aufpassen muss, dass ich nicht wegen „zu viel parallel machen“ mit einem Tomatenmark-verschmutzen Holzspieß in den Biskuitboden piekse. 😉

Danach habe ich erst einmal ein Hörbuch angeworfen und dabei „Blümchen gegossen“. Dank eines dicken Stapels von Leihgaben von Ariana höre ich mich gerade durch diverse Klassiker. Heute habe ich mit „Oberst Chabert“ von Honoré de Balzac angefangen, gesprochen wird der Text von Klaus-Dieter König. Von Balzac habe ich bislang noch nichts gehört oder gelesen und ich wusste auch absolut nichts über den Inhalt der Geschichte, bevor ich eben damit anfing. Den Sprecher mag ich recht gern, was den Text angeht, so scheine ich gerade eine deprimierende Geschichte nach der anderen aus dem Stapel zu ziehen. Ich habe erst eine von drei CDs gehört und weiß noch nicht, ob der Oberst wirklich derjenige ist, der er zu sein behauptet, und in welche Richtung die Handlung noch geht. Aber grundsätzlich finde ich es nicht gerade angenehm von den Erlebnissen eines Soldaten zu hören, der im Krieg so schwer verwundet wurde und danach so leiden musste. Interessant finde ich – wie so oft bei Klassikern – es spannend Informationen über die damalige Zeit zu hören, die zum Beispiel vom Alltag in einer Schreibstube zeugen oder anderen kleinen Elementen, die heute eben nicht mehr zum Alltag gehören.

Bevor ich eine Kommentar- und Blogrunde starte, schaue ich mal, ob der Torteboden soweit ausgekühlt ist, dass ich ihn mit Birnen und Schokosahne belegen kann. Dann hätte ich (abgesehen vom „Zutaten in Auflaufform werfen“ fürs Abendessen und das Kochen des einen oder anderen Tees) für heute alle Küchenaktivitäten erledigt und könnte mich mit gutem Gewissen wieder meinen Büchern widmen. 😉

Update 18:00 Uhr

Einen Schönheitswettbewerb würde meine Torte nicht gewinnen, aber ich habe es immerhin wieder geschafft alle Birnenstückchen erfolgreich zu verstecken. Morgen muss ich nur noch Schokostreusel draufwerfen und dann kann ich das Ganze servieren.

Nach dem Tortenbasteln habe ich gut eine Stunde mit Bloglesen und Kommentieren verbracht und wie so oft frage ich mich gerade beim Kommentieren regelmäßig, ob ich auch dann Nachrichten hinterlassen soll, wenn ich nur wenig zu sagen habe. Irgendwie ist es dann schon einfacher einen Blogbeitrag nur zu lesen, aber dem Blogger, dessen Beitrag ich ja mit Interesse gelesen habe, bringt das nichts, außerdem führt schnell dazu, dass ich kaum noch kommentiere. Da stelle ich den Verfasser des gelesenen Beitrags lieber vor die Herausforderung eine Erwiderung auf einen nichtssagenden Kommentar verfassen zu dürfen. 😉

Da ich keine Lust hatte zum Tee weiter „Oberst Chabert“ zu hören, habe ich zu „Heart of Straw“ von Seanan McGuire gegriffen. Das ist eine Kurzgeschichte, die sie für ihre Patreon-Unterstützer veröffentlicht hat. Ich muss gestehen, dass ich es wirklich liebe, dass ich für gerade mal einen Dollar im Monat eine Kurzgeschichte bekomme, die jedes Mal wieder überraschend ist. „Heart of Straw“ ist eine Geschichte über drei Kinder, die an Halloween einer Hexe und einer Vogelscheuche begegnen. (Mehr lässt sich ohne zu spoilern wirklich nicht zum Inhalt sagen. 😉 ) Ich mag die Atmosphäre, die die Autorin in dieser Geschichte schafft, ich mag die Sprache und wenn es nicht idiotisch wäre bei einer so kurzen Geschichte ganze Absätze zu zitieren, würde ich hier jetzt lauter Zitate reinsetzen, die ich wunderschön fand. Natürlich wäre es keine Seanan-McGuire-Geschichte, wenn sie nicht neben all den magischen Dingen, die Halloween für Kinder bereit hält, auch von der dunklen Seite dieses Abends erzählen würde. 😀

Bis ich Hunger bekomme, werde ich mich mit dem Strickzeug vor den Fernseher setzen. Wir haben vor einiger Zeit „Erinnerungen an Marnie“ aufgenommen. Ich kenne den Anime noch nicht und da mein Mann von dem Grundthema eher abgeschreckt ist, bietet sich der Film heute für mich an. Ich hoffe nur, dass mein Mann heute wirklich wieder etwas später nach Hause kommt – es wäre schade, wenn ich den Film mittendrin unterbrechen müsste.

Update 20:10 Uhr

„Erinnerungen an Marnie“ habe ich inzwischen gesehen und dabei versucht etwas zu stricken. Doch erst wurde es zu schnell zu dunkel und dann hatte Miss Grumpy dringenden Schmusebedarf. Immerhin habe ich es geschafft das Bündchen meines Socken fertig zu stricken und konnte schon auf die kleineren Nadeln wechseln, die ich für das Schaftmuster verwenden werde.

Der Anime selber war schon sehr vorhersehbar und stellenweise schrecklich kitschig, aber ich mochte ihn. Es wird nicht mein Lieblings-Ghibli-Film werden, aber es gab einige schöne Momente, ich mag die Zeichnungen und regelmäßig habe ich mich über all die kleinen Details gefreut, die bei den Ghibli-Filmen einen Raum so realistisch wirken lassen. Immer wieder habe ich beim Schauen gedacht, dass ich das eine oder andere Element gern nachmachen würde – und dabei habe ich definitiv keinen Bedarf für einen Wandbehang! *g*

Jetzt werfe ich erst einmal mein Essen in den Ofen und schaue dann, wie es den anderen in den letzten Stunden ergangen ist. 🙂

Update 23:00 Uhr

Kurz nachdem ich in die Küche gegangen war, meldete mein Mann seine baldige Rückkehr an, so dass ich doch gleich beide Aufläufe fertig gestellt und in den Ofen geschoben habe. (Sonst hätte er sich bei seiner Heimkehr selber darum kümmern müssen, dass aus Nudeln. Hackfleischsauce und Käse ein Auflauf wird. 😉 )

Links vegetarisch, rechts mit Hackfleisch. *g*

Inzwischen ist die Küche wieder aufgeräumt, die Spülmaschine ist für morgen früh programmiert und ich habe eine letzte Blog- und Kommentarrunde für heute gedreht. Den Rest des Abends werde ich mit „Von Beruf Schriftsteller“ verbringen. Seit dem Frühstück bin ich damit nicht weiter gekommen und ich hätte gern vor dem Wochenanfang das Gefühl, ich hatte diesem Buch schon so viel Zeit gewidmet, dass ich in der Woche auch in kleinen Stückchen weiterlesen kann.

Schön, dass heute so viele mitgelesen und gebloggt haben. Das war ein toller Auftakt fürs Herbstlesen! Danke für eure vielen Kommentare und die Einblicke in eure Erholungstage! Ich hoffe, ihr findet am kommenden Wochenende auch wieder etwas Zeit fürs Herbstlesen. 🙂

***

Heutige Mitleser:

JED
Susanne
Natira
Neyasha
Elena
Sam
Ariana

Gelesen: Juli, August und September 2017

Frühere Statistiken sind unter „Diverses“ zu finden.

Bücher:

  1. Katja Brandis: Carags Verwandlung (Woodwalkers 1)
  2. Katja Brandis: Gefährliche Freundschaft (Woodwalkers 2)
  3. Katja Brandis: Hollys Geheimnis (Woodwalkers 3)
  4. Stephanie Burgis: Snowspelled (The Harwood Spellbook 1)
  5. Jim Butcher: Im Schatten des Fürsten (Codex Alera 2)
  6. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  7. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  8. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  9. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  10. Rachel Caine und Kerrie L. Hughes (Hrsg.): Chicks Kick Butt – The Shifters (Anthologie)
  11. Agatha Christie: The Witness for the Prosecution and Other Stories
  12. R.P. Dahlke: A Dead Red Caddilac (The Dead Red Mystery Series 1)
  13. Deborah Feldman: Unorthodox
  14. Alex Grecian: The Yard (Scotland Yard Murder Squad 1)
  15. Vinnie Hansen: Murder, Honey (A Carol Sabala Murder Mystery 1)
  16. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  17. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  18. Heather Haven: Murder is a Family Business (The Alvarez Family Murder Mysteries 1)
  19. Heather Haven: A Wedding to Die For (The Alvarez Family Murder Mystery 2)
  20. Heather Haven: Death Runs in the Family (The Alvarez Family Murder Mysteries 3)
  21. Annie Haynes: The Abbey Court Murder (Inspector Furnival 1)
  22. Annie Heynes: The House in Charlton Crescent (Inspector Furnival 2)
  23. Annie Heynes: The Crown’s Inn Tragedy (Inspector Furnival 3)
  24. Tanya Huff: Fifth Quarter (Quarters 2)
  25. Tanya Huff: No Quarter (Quarters 3)
  26. Tanya Huff: The Quartered Sea (Four Quarters 4)
  27. Tanya Huff: Three Quarters (Quarters Collection)
  28. Diana Wynne Jones: The Ogre Downstairs
  29. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion (Darkbeast 2)
  30. Gillian Larkin: The Butterworth Mysteries – Box Set 1
  31. Claire Legrand: Some Kind of Happiness
  32. Marianne MacDonald: Das Manuskript (Dido Hoare 1)
  33. Marianne MacDonald: Die Schriftrolle (Dido Hoare 2)
  34. Seanan McGuire: Down Among the Sticks and Bones (Wayward Children 2)
Kurzgeschichten:
  • Amber Benson: Produce 
  • Deborah Blake: Wickedly Spirited
  • G. Scott Huggins: A Doctor to Dragons
  • Seanan McGuire: Instruments of Darkness
  • Seanan McGuire: A Citizen in Childhood
  • Seanan McGuire: From A to Z in the Book of Change
  • Seanan McGuire: Target Practice (Alice Healy und Thomas Price)
  • Seanan McGuire: With Honest Trifles
  • Caroline Ratajski: And With Her Went the Spring
  • Iona Sharma: Nine Thousand Hours
  • Ursula Vernon: The Tomato Thief

Comics/Manga:
  • Mika Yamamori: Daytime Shoothing Star 1 (Manga)
  • Mika Yamamori: Daytime Shoothing Star 2 (Manga)
  • Mika Yamamori: Daytime Shoothing Star 3 (Manga)
  • Carly Usdin, Nina Vakueva: Hi-Fi Fight Club 1 (Comic)

Hörbücher:

Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

Oktober-SuB 2017

Der September war auf der einen Seite verhältnismäßig ruhig (kein Besuch, keine Außer-Haus-Termine) und auf der anderen Seite erstaunlich trubelig, denn die To-do-Liste war häufig länger, als mir lieb sein konnte. Trotzdem habe ich erschreckend viel gelesen, weil ich abends einen so großen Nachholbedarf hatte, dass ich das Schlafengehen ein paar Stunden nach hinten verschoben habe. Das war vielleicht nicht die klügste Entscheidung, wenn ich daran denke, wie müde ich morgens in der Regel war, aber das Lesen hat mir so gutgetan, dass ich lieber auf den Schlaf verzichtet habe. Insgesamt habe ich 15 Bücher, 4 Kurzgeschichten, 1 Comic und 3 Manga gelesen und 7 Hörbücher gehört.

Im Oktober findet bei mir wieder das Herbstlesen statt, was bedeutet, dass ich die Wochenenden über verblogge, mit welchen Tätigkeiten ich mich so erhole. Ich hoffe, ich komme in der Zeit viel zum Lesen, aber auch mein Strickzeug werde ich wieder rauskramen und vermutlich die eine oder andere Stunde mit einem Spiel verbringen. Ansonsten ist die To-do-Liste für den Oktober schon jetzt gut gefüllt – wie in jedem Jahr muss ich nach dem Sommer ein paar Monate lang ranklotzen, um die Dinge nachzuholen, die ich während der wärmeren Jahreszeit nicht auf die Reihe bekommen habe, und ich werde die Auszeiten an den Wochenenden bestimmt nötig haben. 😉

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  6. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  7. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  8. Gail Carriger: Waistcoats and Weaponry (Finishing School 3)
  9. Gail Carriger: Manners and Mutiny (Finishing School 4)
  10. Jennifer Carson: Tangled Magick
  11. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  12. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  13. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  14. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  15. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  16. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  17. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  18. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  19. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  20. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  21. Sarah Kuhn: Heroine Worship
  22. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  23. Bishop O’Connell: The Stolen
  24. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  25. Cindy Pon: Serpentine
  26. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  27. Philip Reeve: Larklight
  28. John Scalzi: Fuzzy Nation
  29. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  30. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  31. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  32. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  33. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  34. Charles den Tex: Die Zelle
  35. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  36. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  37. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  38. Xinran: Gerettete Wort
  39. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

39 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Charlotte MacLeod: Madoc und Janet Rhys 1 – A Pint of Murder (Hörbuch)

„A Pint of Murder“ von Charlotte MacLeod ist der erste Teil der „Madoc und Janet Rhys“-Krimis, die die Autorin unter dem Pseudonym „Alisa Craig“ verfasste. Ich muss gestehen, dass ich eine Weile um dieses Hörbuch herumgeschlichen bin, weil ich die Hörprobe dank des Sprechers William Dufris nicht so verlockend fand. Da mir aber diese Romane in meiner Charlotte-MacLeod-Sammlung fehlen und die Hörbücher die günstigste Variante sind, um an die Geschichten zu kommen, habe ich in den letzten Wochen dann doch zugeschlagen.

Die Handlung beginnt – wie so oft bei einem Charlotte-MacLeod-Krimi – mit einem relativ harmlos wirkenden Todesfall. Die alte Agatha Treadway wird tot auf ihrem Küchenfußboden aufgefunden, nachdem sie anscheinend durch eine unsachgemäß eingemachte Portion Brechbohnen vergiftet wurde. Ihre Nachbarin Janet Wadman hätte den Vorfall als Unfall abgetan, wenn sie nicht genau gewusst hätte, dass Agatha Treadway mehr als vorsichtig beim Einmachen war. Die alte Dame lebte nicht nur schon seit mehreren Jahrzehnten als Selbstversorgerin, nachdem ihr Mann durch eine Lebensmittelvergiftung gestorben war, sie erlaubte auch niemandem, ihr beim Einmachen, Kochen und Backen zu helfen, weil sie sichergehen wollte, dass die Lebensmittel auch korrekt verarbeitet wurden. Als Janet dann noch im Keller der Verstorbenen ein Glas mit Schnibbelbohnen findet, obwohl ihrer Nachbarin immer nur Brechbohnen eingekocht hat, ist sie sich sicher, dass Agatha ermordet wurde. Als es dann noch zu einem weiteren verdächtigen Todesfall kommt, wird Detective Inspector Madoc Rhys von den Mounties herangezogen, um in dieser Angelegenheit zu ermitteln. Er muss schnell feststellen, dass es erstaunlich viele Verdächtige gibt.

Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven von Janet Wadman und Madoc Rhys und so bekommt man als Leser sowohl die Ansichten einer Person, die mit all den potenziellen Verdächtigen sehr vertraut ist, als auch die eines Außenstehenden, was ich persönlich sehr unterhaltsam fand. Gerade bei Janets Passagen schwingt immer mit, dass man in einer so kleinen ländlichen Gemeinde die Eigenheiten und Macken der Nachbarn sehr gut kennt und gelernt hat, damit umzugehen. So hat Janet auch keine Probleme, die Verwandtschaft ihrer verstorbenen Nachbarin – unabhängig davon, ob ihr jemand sympathisch ist oder nicht – durchgehend verdächtig zu finden und sich darüber Gedanken zu machen, welche Beweggründe jeder für einen Mord an Agatha Treadway gehabt haben könnte. Auch wenn es etwas sehr offensichtlich war, wer die Morde begangen hat, so habe ich es genossen, den Gedankengängen von Janet und Madoc zu folgen und mich wunderbar über all die kleinen humorvollen Szenen amüsiert, die einfach zu einem Charlotte-MacLeod-Roman gehören. „A Pint of Murder“ ist ein gemütlicher Krimi, bei dem der Schwerpunkt eher auf den verschiedenen Charakteren und ihrer Beziehung zueinander liegt als auf der Jagd nach dem Täter. Solch eine Herangehensweise bei einem Krimi mag ich ganz besonders gern, vor allem, wenn eine Autorin so ein gutes Händchen für die Darstellung der verschiedenen Figuren hat und einem als Leser die erzählenden Personen so sympathisch sind.

Leider bin ich mit dem Sprecher William Dufris nicht so glücklich gewesen. Er hat zwar grundsätzlich eine angenehme Stimme, aber seine Betonung des Textes hat es mir stellenweise schwierig gemacht, ihn zu verstehen. Eigentlich dachte ich, dass mein Hörverständnis bei englischsprachigen Hörbüchern inzwischen recht gut wäre, und ich konnte der Handlung auch gut genug folgen, um die Details zu genießen, aber ich habe erschreckend oft einzelne Wörter nicht verstanden oder hatte stellenweise aufgrund der Betonung Mühe, einem Satz zu folgen. (Sehr schön war der Moment, an dem mir aufging, dass die eine Person keine „ducks“, sondern „dogs“ züchtete – mich hatte es nämlich irritiert, dass das Gespräch ständig zwischen Geflügel und Welpen wechselte.) Solche Probleme hatte ich weniger bei den Textpassagen, die im Dialekt geschrieben wurden, wo ich es ja noch verstanden hätte, sondern vor allem bei normalen Dialogen. Auch fand ich die unterschiedlichen Stimmlagen, die William Dufris für die verschiedenen Frauenfiguren verwendete, in der Regel eher unangenehm statt unterhaltsam, auch wenn ich ihm zugestehen muss, dass man so die verschiedenen Figuren gut auseinanderhalten konnte. Da mir die Geschichte insgesamt aber Spaß gemacht hat, werde ich mir trotz des Sprechers auch die vier anderen „Janet und Madoc Rhys“-Hörbücher anhören – und wer weiß, vielleicht gewöhne ich mich ja irgendwann an William Dufris‘ Art, einen Text vorzulesen.

Neuzugänge Juli, August und September 2017

In den vergangenen drei Monaten hielten sich die Neuzugänge wieder in Grenzen. Das erste neue Buch („Down Among the Sticks and Bones“) war noch eine Nachlieferung aus dem April, alle anderen Romane sind Fortsetzungen von Reihen, die ich schon vor einer Weile angefangen habe und nun endlich zum Abschluss bzw. auf den aktuellen Stand bringen möchte.

Sarah Kuhn: Heroine Worship (Heroine Complex 2)
Seanan McGuire: Down Among the Sticks and Bones (Wayward Children 2)

Julie Campbell: Trixie Belden 4 – The Mysterious Visitor
Jennifer Carson: Tangled Magick  (Hapenny Magick 2)

(Auf diese beiden Bücher habe ich schon lange gewartet, weil sie einige Zeit als nicht mehr lieferbar galten bzw. für Gebrauchtexemplare regelrechte Mondpreise verlangt wurden.)

Gail Carriger: Waistcoats and Weaponry (Finishing School 3)
Gail Carriger: Manners and Mutiny (Finishing School 4)

(Uuuund wieder eine Serie abgeschlossen!)

Buchtipps gesucht!

Im Oktober hat meine Mutter Geburtstag und sie wünscht sich von mir ein Buch. Dummerweise fällt es meiner Mutter sehr schwer zu sagen, welche Bücher ihr gefallen und worauf sie mal wieder Lust hätte. Diverse Nachfragen haben nur zwei Informationen zum Vorschein gebracht:

1. Sie liest zur Zeit gern Krimis, wenn sie gut gemacht sind und etwas „Persönliches“ (?) haben.

2. Sie mag Reisebücher und Erzählungen über fremde Länder, aber nicht sowas wie den Bericht „von der Frau, die ihren Job kündigte und dann alle großen amerikanischen Wanderwege lief“, weil sie da die Motivation nicht nachvollziehen kann.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr mir ein paar Titel oder Autoren empfehlen könntet, die vielleicht etwas für meine Mutter wären. 🙂

Da es einen regen Buchaustausch zwischen meinen Eltern und ihren Geschwistern und Freunden gibt, wäre es vermutlich auch nicht schlecht, wenn ihr mir einen relativ aktuellen Titel empfehlen könntet, damit die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass meine Mutter das Buch dann schon kennt.

Claire Legrand: Some Kind of Happiness

Ich hatte während des Lese-Sonntags im August schon so viel über „Some Kind of Happiness“ von Claire Legrand geschrieben, dass ich eigentlich nichts Neues zu erzählen habe. Aber ich fände es schade, wenn es zu diesem Buch keine Rezension auf meinem Blog gäbe, also fasse ich hier noch einmal zusammen, was ich während des Lesens schon zu der Geschichte geschrieben hatte. Die Handlung wird aus der Sicht der elfjährigen Finley (Fin) Hart erzählt, die den Sommer bei ihren Großeltern verbringen soll, während ihre Eltern „einige Dinge zu klären“ haben. Fin ist sich durchaus bewusst, dass ihre Eltern eine Scheidung in Betracht ziehen und das macht ihr ebenso viel Angst wie die vor ihr liegenden Wochen, die sie mit einer Familie verbringen soll, die sie überhaupt nicht kennt.

Finley hatte bislang nicht nur ihre Großeltern nicht kennengelernt, sondern auch noch nie ihre vier Tanten, deren Ehemänner und Kinder getroffen. So fühlt sie sich nicht nur vollkommen allein unter fremden Menschen, sondern scheitert auch immer wieder an den unausgesprochenen Regeln, die im Haus der Großeltern herrschen. Besonders vor ihrer Großmutter fürchtet sich Finley, während sie sich glücklicherweise relativ schnell mit ihrer Cousine Gretchen anfreundet, die ihr vom Alter her am nächsten ist. Gretchen ist die erste, der Finley vom Everwood erzählt, dem magischen Wald, in dem all die Geschichten spielen, die das Mädchen sich in den vergangenen Jahren ausgedacht hat. Inspiriert von dem realen Wald hinter dem Haus der Großeltern und angefeuert von all den Problemen, Ängsten und Geheimnissen, mit denen sich Finley in diesem Sommer herumschlagen muss, entstehen parallel zu den realen Ereignissen viele neue Geschichten rund um den Everwood, die viel über Finleys Gefühlsleben aussagen.

Denn schon früh wird deutlich, dass Finley nicht nur mit den Schwierigkeiten in ihrer Familie zu kämpfen hat, sondern dass das Mädchen ganz eigene Probleme hat, über die es mit niemandem sprechen kann. Während man als Leser von Fins „blue days“ liest, davon, wie unmöglich es an manchen Tagen ist, überhaupt aufzustehen, wie sie innerlich um Hilfe ruft und doch niemanden um Hilfe bitten kann und wie sie sich selber immer wieder sagt, dass sie überhaupt keinen Grund für diese alles verschlingende Traurigkeit hat – schon gar nicht, wenn es anderen Menschen viel schlechter geht als ihr selbst -, versucht sie, sich gegenüber ihrer Familie nichts anmerken zu lassen. Verschärft wird die Situation für Finley dadurch, dass auch der Rest der Familie lieber Probleme verschweigt, statt über sie zu reden und sie zu klären.

So gibt es niemanden, der dem Mädchen erklärt, warum ihr Vater so viele Jahre keinen Kontakt zu seinen Eltern und Geschwistern hatte. Niemand geht darauf ein, dass Finleys Tante schon am frühen Morgen Orangensaft trinkt, der definitiv mehr als unschuldigen Fruchtsaft enthält, und niemand wundert sich über die stundenlangen Autofahrten, die der Großvater unternimmt, wenn er allein sein will. Genauso wenig wird über all die Regeln geredet, die die Großmutter aufgestellt hat, oder darüber, warum es den Kindern verboten ist, mit der Nachbarsfamilie zu spielen. Neben all diesen Problemen, die in der Handlung eher durchschimmern, als direkt angesprochen zu werden, gibt es noch all die wunderschönen sommerlichen Ferienmomente, in denen Finley mit ihren Cousinen und ihrem Cousin spielt, in denen die Kinder Abenteuer im Everwood erleben und in denen sie neue Freundschaften schließen.

Claire Legrand erzählt in einer sehr ruhigen und wenig aufregenden Weise von all den Erlebnissen und Gedanken, die Finley hat. Obwohl sich die Autorin manchmal sehr bildhaft ausdrückt, ist ihre Sprache eher zurückhaltend und klar. Es gab viele Sätze, die ich als ungemein stimmig empfand, wenn es um Finleys Depressionen und ihre Sicht darauf ging, gerade weil Claire Legrand sie so zurückhaltend formuliert hat. Ich mochte auch Finleys Perspektive sehr gern, mit dieser Mischung aus Angst, Unsicherheit, Spaß und Kreativität. Fin ist eine gute Beobachterin, aber aufgrund ihres Alters und ihrer Unvertrautheit mit diesem Teil der Familie kann sie mit vielen ihrer Beobachtungen gar nichts anfangen und das verunsichert sie in diesem Sommer, in dem sie sich sowieso schon so hilflos vorkommt, nur noch mehr.

Mich hat die Geschichte sehr berührt. Die zurückhaltende Erzählweise hat mir den notwendigen Raum gegeben, um mir als Leserin meine Gedanken über Finley und ihre Depression zu machen. Im Gegensatz zu anderen (Jugend-)Büchern rund um dieses Thema hat Claire Legrand bei „Some Kind of Happiness“ das richtige Maß gefunden, um Finleys Seelenleben zu beschreiben. Die Depression ist zwar durchgehend präsent, aber sie dominiert Finleys Handeln nicht 24 Stunden am Tag. Finley ist nicht nur depressiv, sondern sie ist zusätzlich ein Kind, das sich gern Geschichten ausdenkt, das gern mit anderen Kindern spielt und das sich Gedanken um seine Eltern und all die Geheimnisse in der Familie macht. Zusätzlich fand ich die Lösung, die die Autorin am Ende für Finley und ihre Familie findet, sehr realistisch und stimmig – und das ist in Romanen fast noch seltener als eine überzeugende Darstellung einer Depression. Falls es bis jetzt also noch nicht deutlich geworden ist: Ich fand „Some Kind of Happiness“ wunderbar und berührend zu lesen.

Ankündigung: Herbstlesen im Oktober 2017

Nachdem schon mehrere Leute nach dem „Herbstlesen“ gefragt haben, kommt hier der offizielle Ankündigungsbeitrag für 2017. Wie schon in den letzten Jahren werde ich mir an den Wochenenden im Oktober Zeit für die Dinge nehmen, die mir guttun, und darüber bloggen. Für mich bedeutetet das in erster Linie, dass ich viel Zeit mit meinen Büchern verbringen werde, aber auch das Handarbeiten (ich habe in diesem Jahr definitiv viel zu wenig gestrickt), Spielen, Kochen und Backen werden vermutlich nicht zu kurz kommen. Wie bei den „normalen“ Lesetagen werde ich auch während des Herbstlesens über die Dinge bloggen, die ich lese oder mache.

So gibt es vom 1. bis 29. Oktober an den Samstagen und Sonntagen je einen Herbstlesen-Beitrag von mir, den ich im Laufe des Tages immer wieder aktualisieren werde. Wer sich mir für den jeweiligen Tag anschließen mag, muss sich nur in dem Kommentarbereich unter dem aktuellsten Beitrag melden und wird von mir verlinkt. Unabhängig davon, ob ihr den Monat über regelmäßig mitmachen wollt oder nur an einem einzigen Tag, ob ihr von morgens bis abends oder nur ein paar Stunden Zeit habt, ich würde mich freuen, von den Dingen zu lesen, die ihr macht, um euch ein schönes und erholsames Wochenende zu gönnen. Das Logo kann natürlich mitgenommen werden und mir ist es wirklich egal, ob ihr eure Zeit mit einem Buch oder einer anderen Tätigkeit verbringt, die euch Vergnügen bereitet, auch wenn der Schwerpunkt bei mir nun einmal beim Lesen liegt.

Ich freu mich auf jeden Fall schon auf entspannte Wochenenden und den regelmäßigen Austausch!

Tanya Huff: The Quartered Sea (A Quarters Novel 4)

Seit Juni lese ich pro Monat einen der „Quarters“-Bände von Tanya Huff und ich habe bislang alle Geschichten wirklich geliebt, aber „The Quartered Sea“, der vierte Band der „Quarters Novels“, hat mich ganz besonders berührt. Denn obwohl Annice („Sing the Four Quarters“), Vree und Bannon („Fifth Quarter“) auch viel durchmachen müssen, gab es rund um ihre Erlebnisse sehr viele amüsante Momente, die immer wieder dafür sorgten, dass ich beim Lesen vergnügt vor mich hinkicherte. Bei „The Quartered Sea“ hingegen fand ich die Handlung stellenweise so bedrückend, dass ich den Roman für eine Weile aus der Hand legen musste, bevor ich mich den Geschehnissen wieder stellen konnte.

Die Geschichte konzentriert sich anfangs auf zwei Personen. Auf der einen Seite ist da der junge Barde Benedikt, der sich schrecklich minderwertig fühlt, da er nur einem Element (Wasser) verbunden ist, während so gut wie alle seine Kollegen Luft (und mindestens ein weiteres Element) beherrschen. Dass Benedikt keinen Kontakt zu den Luft-Kigh hat, sorgt auch dafür, dass er von allen Nachrichten ausgeschlossen ist, die auf diesem Weg von den Barden übermittelt werden, was sein Selbstwertgefühl noch weiter verringert. Auf der anderen Seite erlebt man mit, wie Königin Jelena ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter versucht, endlich einen Weg zu finden, um mit ihrer Trauer umzugehen. Vor dem Unfall, bei dem die frühere Königin ums Leben kam, war die junge Frau voller Pläne, die sie während ihrer Regentschaft verwirklichen wollte, doch nun hat sie das Gefühl, sie hätte kein Recht, ihre früheren Träume umzusetzen.

Erst als Jelena beschließt, dass sie ein Schiff auf den Weg nach Westen schicken wird, um herauszufinden, was auf der anderen Seite des Meeres ist (oder ob ein Schiff, dass stets nach Westen segelt, vielleicht sogar den Weg wieder nach Hause findet, weil die Welt doch rund ist), scheint sie endlich die Königin zu werden, die ihr Land braucht. Für Benedikt bietet diese Reise ins Ungewisse eine Möglichkeit, sich und den anderen seinen Wert für die Barden zu beweisen. Doch nach kurzer Zeit auf See scheitert er an dem Versuch, das Schiff durch einen Sturm zu singen, und strandet wenig später als vermutlich einziger Überlebender an einem ihm unbekannten Ufer.

Aufgrund seines ungewöhnlichen Äußeren (er ist groß, hat helle Haut und blonde Haare, statt relativ klein, mit gebräunter Haut und dunklen Haaren) und seines Gesangstalents wird Benedikt zu einer Schachfigur eines der Adelshäuser dieses ihm fremden Landes. Und während der Leser schnell mitbekommt, wie wenig ein Menschenleben dort wert ist, lebt Benedikt lange Zeit so isoliert, dass es eine Weile dauert, bis er wirklich ein Gefühl für die Politik und den Wert eines Menschen in dieser ungewöhnlichen Kultur bekommt. Als ihm bewusst wird, welche Erwartungen an ihn gestellt werden, muss er entscheiden, ob er alles, was bislang von Wert für ihn war, hinter sich lassen will oder ob er sein Leben aufs Spiel setzt, um seinen Eiden als Barde treu bleiben zu können.

Ich muss gestehen, dass Benedikt kein einfacher Charakter ist. Tanya Huffs Figuren haben alle Stärken und Schwächen, was sie so glaubwürdig und häufig auch besonders sympathisch macht. Aber Benedikt ist so sehr auf all die Dinge fixiert, die er nicht kann, dass er nicht nur seine eigenen Stärken nicht sehen kann, sondern auch erst einmal blind jeder Person hinterherläuft, die ihm das Gefühl gibt, sie würde ihn wertschätzen. Dieses Verhalten fand ich nur deshalb erträglich, weil er (auch wenn er zwanzig Jahre alt und ein ausgebildeter Barde ist) in vielerlei Hinsicht noch sehr jung und unerfahren ist. Benedikt Naivität hat so vor allem dafür gesorgt, dass ich mir Sorgen um diesen Charakter gemacht habe und regelrecht gelitten habe, wenn sich mal wieder in der Handlung abzeichnete, dass er offenen Auges in eine gefährliche Situation lief. Die Politik und das Leben in diesem fremdartigen Land (das mich in vielen Elementen an frühe mittel- und südamerikanische Kulturen erinnert) sind grausam und menschenverachtend und sorgen für ein skrupelloses Verhalten, wie es Benedikt in seinem bislang relativ behüteten Leben noch nicht kennengelernt hat.

Unter diesen Umständen fand ich es auch stimmig, dass Tanya Huff nicht – wie so viele andere Autoren, die ihre Charaktere in die Hände eines ihnen fremden Volkes geben – dafür gesorgt hat, dass Benedikt Freunde in diesem Land findet. Die Personen, mit denen Benedikt zu tun hat, bewerten ihn nur nach seinem Nutzen. Wenn er dafür sorgen kann, dass sie an Rang gewinnen, sind sie auch nett zu ihm; wenn er keinen Nutzen für sie hat, ist er bestenfalls keiner Beachtung wert. Jeder einzelne ist auf seinen eigenen Vorteil (und auf sein eigenes Überleben) konzentriert und unter diesen Umständen kann ein Außenseiter wie Benedikt keine Freunde finden. Das alles hat bei mir dazu geführt, dass ich – wie schon erwähnt – das Buch häufiger aus der Hand legen musste, weil ich um den Protagonisten gebangt habe oder mir einfach nicht vorstellen wollte, wie es wohl wäre, unter solchen Bedingungen zu leben.

Dabei gab es auch immer wieder kleine hoffnungsvolle Momente für Benedikt, oder welche, in denen man als Leser die Ereignisse in Benedikts Heimat verfolgen konnte, was wiederum andeutete, dass Benedikt vielleicht nicht ganz so hoffnungslos verschollen ist wie befürchtet. In gewisser Weise habe ich mich auch daran geklammert, dass ich von Tanya Huff noch nie eine Geschichte gelesen habe, die nicht am Ende (irgendwie) gut ausging. Trotzdem habe ich erschreckend viele Tränen beim Lesen einiger Szenen vergossen, weil diese Autorin es einfach immer wieder schafft, mit meinen Emotionen zu spielen und ich deshalb von Benedikts Einsamkeit und Ängsten sehr mitgenommen wurde. Erst auf den letzten Seiten gab es eine Entwicklung in der Handlung, die dazu führte, dass es auch wieder amüsante Elemente in der Geschichte gab, trotzdem habe ich selten einen Roman von Tanya Huff mit einem so bitterem Nachgeschmack beendet – auch wenn ich zugeben muss, dass ein heiteres Ende bei diesem Buch definitiv nicht gepasst hätte.