Ich hatte im Juli schon mal einen Halbjahresstand zu meinem SuB-trahiert im Jahr 2016 gepostet, wobei es mir weniger darum ging, den SuB zu minimieren, als darum, einen Überblick darüber zu bekommen, welche Bücher ich zügig lese und welche lange auf dem SuB verweilen. Ich hoffte und hoffe, dass ich damit langfristig eine bessere Vorstellung davon bekomme, welche Titel ich mir wirklich anschaffen sollte und welche Art von Büchern ich nur ausleihen muss. Wobei es bei Titeln schwierig wird, die mich sehr interessieren, die ich mir trotzdem nicht kaufen würde, die ich aber auch nicht auf anderem Weg in die Hände bekomme.
Zum Jahresanfang (also 2017) habe ich meine Definition von SuB-„Altlasten“ geändert, und zwar von „ein Buch, das seit sechs Monaten darauf wartet, gelesen zu werden“ zu „ein Buch, das seit zwölf Monaten darauf wartet, gelesen zu werden“. Erstaunlicherweise hatte das gar keine so großen Auswirkungen auf die Anzahl der Altlasten, die ich auf dem SuB habe. Anscheinend lese ich ein Buch entweder innerhalb der ersten sechs Monate, nachdem ich es bekommen habe, oder es bleibt viele Monate/Jahre auf dem SuB. Verständlich, denn schließlich gibt es in der Zwischenzeit neue interessante Titel, die ich mir zulege, und wenn ein Buch schon so lange wartet, dann kann ich es auch noch etwas länger liegen lassen.
Nachdem ich es spannend fand zu sehen, welche Bücher ich so in den ersten sechs Monaten 2016 gelesen hatte, wollte ich mir das auch für die zweite Jahreshälfte anschauen. Dabei gilt weiterhin, dass ich im vergangenen Jahr nicht „normal“ gelesen habe, weil mein Bedürfnis nach leichter, anspruchsloser Wohlfühllektüre besonders ausgeprägt war. Womit man vielleicht behaupten könnte, dass dieser Post überflüssig ist, weil die daraus gewonnenen Erkenntnisse vermutlich für mich nicht allgemein gültig sind. Aber da ich es trotzdem spannend finde, wohin es mich in den letzten sechs Monaten mit meinen Büchern gezogen hat, mache ich mir trotzdem die Mühe. 😉
Der Juli brachte die Renovierung einer der Nachbarwohnungen inklusive der damit verbundenen Lärmbelastung mit sich, was zu sehr vielen simplen Kriminalromanen und ein paar Urban-Fantasy-Romanen (zum Antesten der Autoren) geführt hat. Immerhin habe ich es trotzdem geschafft, drei Sachbücher zu lesen, die ich mir von Natira geliehen hatte und im August über einen Boten zurückbringen lassen wollte.
Im August ging es dann weiter mit einem Reread von gleich zehn Julia-Quinn-Romanen (plus einem Neuzugang), dazu kamen Krimis, ein Jugendbuch, drei fantastische Romane und ein Sachbuch, mit dem ich schon etwas mehr Zeit verbracht habe. Wenn ich das so sehe, wundert es mich auf einmal doch nicht mehr, dass ich regelmäßig gefragt werde, wie all diese Lesestunden in meinem Alltag so zusammenkommen. Aber irgendwie klappt es in der Regel doch, dass ich täglich zum Buch greife.
Anscheinend brauchte ich dann im September wieder mehr Abwechslung und griff zu sehr unterschiedlichen Büchern. Neben den üblichen Verdächtigen (noch mal zwei Liebesromane, Krimis, Fantasygeschichten) gab es noch Jugendbücher und diverse Titel, die ich der Allgemeinen Belletristik zuordnen würde, sowie eine Biografie, eine Sammlung von Zeitungskolumnen und eine Zusammenfassung von Briefen. Obwohl die Bücher sehr, sehr unterschiedlich waren, waren sie eigentlich alle recht locker zu lesen und keines davon war sehr umfangreich oder anspruchsvoll.
Der Oktober wurde dann ganz ohne Absicht zu meinem Monat der Kinderbücher, wenn ich mir so anschaue, was ich da gelesen habe. Insgesamt waren es zwei Krimis, ein Liebesroman, zwei Fantasyromane, zwei Sachbücher und insgesamt zehn (fantastische) Kinderbücher. Wobei mir auffällt, dass ich mit meinen eigenen Büchern deutlich mehr Freude hatte als mit den Romanen, die ich spontan aus der Kinderbibliothek ausgeliehen hatte, um sie mal anzutesten. Da scheine ich inzwischen in der Regel ein gutes Händchen beim Kauf der Kinderbücher für meinen eigenen Bestand zu haben.
Im November war das Verhältnis zwischen Krimi, Jugend- bzw. Kinderbuch und Fantasy wieder recht ausgewogen – wobei mir gerade auffällt, dass ich in der zweiten Jahreshälfte relativ häufiger zusätzlich zu den gelesenen Romanen zu Kurzgeschichten gegriffen habe oder gleich eine Anthologie bei mir einzog, die ich dann recht schnell las.
Der Dezember endete wieder mit vielen (fantastischen) Kinder- und Jugendbüchern und Fantasyromanen, wobei – durch das Adventslesen und mein Bedürfnis nach Kurzgeschichten und Kitsch – noch ein Haufen weihnachtlicher Liebesgeschichten hinzukam. Dieser Neigung gehe ich nur einmal im Jahr nach und in der Regel reicht es mir da vollkommen, wenn ich dafür auf kostenlose eBooks zurückgreife, so dass ich die Weihnachtsgeschichten nicht als SuB-relevant ansehe.
Auch wurde der größte Teil der gelesenen Krimis aus diesem Halbjahr, von mir wieder aus der Bibliothek ausgeliehen. Hier zeigt es sich wieder, dass mir das Ausleihen für die meisten Kriminalromane vollkommen ausreicht. Nicht deshalb, weil ich die Bücher vermutlich nie wieder lesen würde (einige Titel habe ich wiederholt aus der Bibliothek geliehen), sondern weil es mir da nicht wichtig ist, die Romane zu besitzen. Verbinde ich aber etwas Besonderes mit einem Krimi – wie zum Beispiel mit denen von Agatha Christie -, dann ist es mir schon wichtig, dass ich eigene Ausgaben davon im Regal stehen habe. Überhaupt neige ich eher dazu, Cozies zu kaufen, als etwas härtere Krimis, die häufig weniger atmosphärisch und härter geschrieben sind, obwohl ich solche Titel auch regelmäßig lese.
Tja, und zu welchem Schluss komme ich nach diesem Jahr nun?
Urban Fantasy mag ich immer noch sehr gern lesen. Wobei ich vertraute Reihen – gerade wenn ich da auf dem aktuellen Stand bin – schneller lese als die Titel, die ich zum Antesten gekauft habe. Dabei habe ich beim Antesten so einige wirklich tolle neue Autoren kennengelernt und mit den Romanen schöne Lesestunden verbracht. Da ich auf das Kennenlernen neuer Autoren nicht verzichten möchte, sollte ich mir diese Romane wohl etwas gezielter vornehmen, damit sie nicht zu lange auf dem SuB liegen bleiben.
Bei Kriminalromanen reicht es, wenn ich mir die aus der Bibliothek ausleihe. Cozies hingegen kann ich mir hingegen ruhig kaufen, die Lust darauf ist mir noch lange nicht vergangen – selbst wenn es sich dabei um Geschichten handelt, die ich schon sehr oft gelesen habe, kann ich sie immer wieder genießen.
Die Kinder- und Jugendbücher, die ich mir in diesem Jahr gekauft habe, gehörten zum Großteil zu denen, die fantastische Elemente aufwiesen. Darunter gab es so viele Geschichten, die mich beim Lesen wirklich glücklich gemacht haben, dass ich darauf definitiv auch nicht verzichten möchte. Und da diese Liebe zu den fantastischen Kinder- und Jugendbüchern schon so lange anhält, dass die ersten Exemplare davon meine große Schwester für mich aus der Bibliothek geliehen hat, kann ich da wohl auch weiter hemmungslos zugreifen.
Bei den „normalen“ Kinder- und Jugendbüchern gab es für mich in diesem Jahr auch einige großartige Geschichten, aber so sehr ich das Lesen genossen und bei so manchem Buch emotional vollkommen absorbiert war, so habe ich nicht das Gefühl, ich müsste diese Romane besitzen. Das ist nichts Neues für mich, aber ich finde es schön festzustellen, dass es auch in diesem Jahr dabei geblieben ist. Oh, und das gilt auch für den Großteil der Titel aus der Allgemeinen Belletristik, die ich in diesem Jahr (und den vergangenen Jahren) gelesen habe.
Bleiben noch die Sachbücher … Hier würde ich behaupten, dass es sehr vom Buch und von der Verfügbarkeit abhängt. Ich finde so viele Themen interessant und stolpere – dank der diversen Sachbuchbesprechungen auf meinen „Stammblogs“ – über so viele spannende Titel, dass es dumm wäre, wenn ich mir jedes einzelne Buch kaufen würde. Zum Glück kann ich viele Titel in der Bibliothek ausleihen und das reicht mir häufig auch. Nur manchmal finde ich ein Thema oder einen Autor interessant genug, dass ich das Buch haben möchte, obwohl ich es ausleihen könnte (so ging es mir z. B. mit Astrid Lindgrens Tagebüchern), oder ich es kaufe, weil ich auf andere Weise nicht an ein Exemplar herankomme. Dabei habe ich in den letzten Monaten eigentlich ein gutes Händchen bewiesen. Die einzigen Sachbücher, die noch auf dem SuB liegen, sind entweder schon sehr lange da (und fühlen sich deshalb nicht so dringend an) oder sind in einer Schrift/einem Format gedruckt, das ich sehr anstrengend finde und für das ich gerade keine Geduld habe. Aber solange ich das Thema immer noch spannend finde, mache ich mir da keine Sorgen.
Klingt ja so weit alles ganz gut … und doch weiß ich nicht, ob es für die Zukunft reicht, wenn ich mich auf meine Lieblingsuntergenres beschränke, um auf dem SuB langfristig nur noch Bücher zu haben, die ich theoretisch alle gleichzeitig lesen möchte. Aber ich versuche auf jeden Fall, weiterhin bewusst mit meinen Neuzugängen umzugehen. Dann müsste ich nur noch lernen, bei den Leihgaben häufiger „Nein“ zu sagen und in der Bibliothek wirklich nur die Sachen mitzunehmen, die ich vorgemerkt hatte, und nicht immer sofort einen Titel vorzumerken, wenn ich darüber auf einem Blog gestolpert bin. *g* Mal schauen, ob das funktioniert … 😉


